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Full text of "Archiv für Naturgeschichte"

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ARCHIV 
NATURGESCHICHTE. 


GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN, 
FORTGESETZT VON 


ERS FEeHSON, EHE TROSCHEL 
UND E VON MARTENS. 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


Prof. Dr. F. HILGENDORF, 


CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN. 


ZWEIUNDSECHZIGSTER JAHRGANG. 


I. BAND. 


Berlin 1896. 


NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG 
R. STRICKER. 


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Inhalt des ersten Bandes. 


Carl Verhoeff. Zoologische Ergebnisse einer von Dr. K. Escherich 
unternommenen Reise nach Kleinasien. (Bearbeitung der en 
nebst anatomischen Beiträgen.) Hierzu Tafel I—-II . 

Carl Verhoeff. Beiträge zur Kenntniss paläarktischer lin 
(III. Aufsatz: Zusammenfassende Darstellung der Aufenthaltsorte der 
mitteleuropäischen Diplopoden.) 


@. Budde-Lund. Landisopoden aus Grreehenlande von E\ v. are ge- 


Dr. 


sammelt 


. Raphael Blanchard. Hür lucen aus on Togoland. ana Tafel TIT. 
". Adolf Meyer. Neue ceylonische Nematoden aus Säugetieren (Filaria, 


Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). Hierzu Tafel IV—V. 


. Maximilian Meissner. Die von Herrn Dr. Plate aus Chile heimge- 


brachten See-Igel 


. Maximilian Meissner. Die von Herrn Dr. L. Plate aus Chile und 


Feuerland heimgebrachten See-Sterne. (Hierzu Tafel VI.) . 


Carl Verhoeff. Ueber das Abdomen der Scolytiden, ein Beitrag zur 
vergleichenden Morphologie des Hinterleibes der en ok 
Tafel VII, VIII und 4 Textfiguren.) 


. HA. Scupin. Vergleichende Studien zur Histologie ar Gamidschunen. 


(Hierzu Tafel IX und X.) . 


Carl Verhoeff. Beiträge zur Kenntniss nlästkescher Mrineaee 
(IV. Aufsatz: Ueber Diplopoden Tirols, der Ostalpen und anderer 
Gegenden Europas, nebst vergleichend-morphologischen und biologischen 
Mittheilungen.) Hierzu Tafel XI—XV 


Paul Mühling. Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. (Hierzu 


Tafel XVI-XIX) . 


Seite 


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Zoologische Ergebnisse 


einer 
von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 


I. Theil*). Bearbeitung der Myriopoden, nebst anatomischen Beiträgen ') 


Von 
Dr. phil. Carl Verhoeff, Bonn a. Rh. 


Hierzu Tafel I—-1I. 


Herr Dr. C. Escherich übergab mir eine kleine Collection von 
ihm in dem Gebiet gegenüber Konstantinopel, bei Pera, Skutari und 
Heidar-Pascha gesammelter Myriopoden, welche zwar zweifellos nur 
ein sehr unvollständiges Bild der dortigen Myriopodenfauna vor- 
führen können, immerhin aber zeigen, dass bedeutende Anklänge 
an Europa und insbesondere an die schon ziemlich gut bekannte 
dalmatinische Fauna vorhanden sind. Das lehren Scolopendra 
cingulata und Pachyiulus flavipes, beide in Menge vertreten, 
sowie die anscheinend ebenfalls häufigen Lysiopetalum, Stron- 
gylosoma, Lithobius und Geophilus. 


I. Chilopoda. 


1. Geophilus ferrugineus C. Koch. 1 2 von Skutari be- 
sitzt 47 Beinpaare. 1-+ 1 Analporen, sehr klein. Pleuralporen 
zahlreich, unten und an der Seite zerstreut. Drüsenporen finden 
sich als eine zerstreute, quere Gruppe vor dem Hinterrande der 
2.—13. Ventralplatte, von der 14. an sind sie in 2 laterale Häuflein 
getrennt und auf allen folgenden V. ausser der des Praegenital- 
segments vorhanden. 

Von der 2. bis zu den mittelsten Ventralplatten kommen 
ferner 2 laterale Drüsenporenhäuflein vor, welche eine Strecke 


!) cf. Inhalt am Schlusse, *) cf, Schlussbemerkung ! 
Arch, f. Naturgesch, Jahrg. 1896, Bd.1, H.1. 1 


d Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


_ 


hinter dem Vorderrande stehen. Aussen von diesen besitzt jede 
Ventralplatte, auch die der hinteren Körperhälfte (wo jene Poren- 
häuflein fehlen), eine kräftige Tastborste. Die übrige Beborstung 
ist spärlich und kurz. Von Zellenstruktur ist nur wenig zu sehen, 
an den vorderen Segmenten am Vorder-, Hinterrande und in der 
Mediane, an den übrigen nur noch stückweise in der Mediane. — 
Der Basalzahn der Giftklauen ist sehr kräftig und spitz, Hüftplatte 
vorn mit 2 deutlichen Höckern. 

2. Geophilus flavidus C.K. Es liegen vor 2 2 mit 63, 
1 $ @) mit 63 und 1 & mit 67 Beinpaaren (Lg. 43—44 mm.) — 
Die vorderen Ventralplatten dieser Thiere sind nur sehr 
schwach punktirt, für den ersten Blick glatt. Auch die Gift- 
fusshüftplattenzähnchen sind klein. Lam. cephalica zerstreut aber 
deutlich punktirt, wie bei den typischen Mitteleuropäern. Analporen 
deutlich und ziemlich gross. Pleuralporen unter dem Seitenrande 
der Ventralplatte versteckt, in 3 concentrisch mündenden Haufen 
hinter einander. Jeder Haufen enthält 8—14 Drüsen. Ein sehr 
auffallendes Charakteristicum zeigen diese Thiere in der Beschaffen- 
heit der Drüsenporenfelder der hinteren 7—8 Ventralplatten 
vor dem Praegenitalsegment: 

Während diese Platten nämlich bei den Mitteleuropäern ein 
relativ schmales Querband von Drüsenporen vor dem Hinterrande 
besitzen, ist bei den Kleinasiaten ein sehr grosses, dreieckig- 
rundliches Feld vorhanden, das sich nach vorn bis über die Mitte 
erstreckt. Die Ventralplatten sind seitlich bekanntlich durch Furchen 
(a Fig. I) gegen die Beinbasen begrenzt. Innen neben diesen Furchen 
steht auf jeder Ventralplatte jederseits ein Borstenpaar (b c), dessen 
Stellung auf einer bestimmten Ventralplatte sehr constant ist. 
Fig. I—III sind Darstellungen der 3. letzten Ventralplatte der 
beintragenden Segmente, also der 2. vor dem Praegenitalsegment. 

Fig. I = V. eines Kleinasiaten. [V. = Ventralplatte.] 

II = V. eines Exemplars aus Pola. 
„lHl= V. eines typischen Mitteleuropäers. 

Auf jeder Ventralplatte schliessen die beiden Borstenpaare ein 
Rechteck ein. Die Poren liegen nun bei den typischen Stücken so, 
dass sie ein Querband zwischen den beiden hinteren Borsten bilden (III). 
Bei Individuen, die ich in Pola und Zara sammelte, springt das 
Porenfeld in der Mitte etwas dreieckig vor, bleibt aber doch 
noch weit hinter der Verbindungslinie zwischen den beiden 
vorderen Borsten zurück (I), bei den Kleinasiaten dagegen erfüllt 
es den grössten Theil des zwischen den 4 Borsten gelegenen Raumes, 
reicht nach vorn bis in die Verbindungslinie der vorderen Borsten 
und springt nach hinten über die Verbindungslinie der hinteren 
Borsten vor. Ich bezeichne die Thiere von Pera als 

subsp. Escherichii mihi, also abweichend durch 

1. die fast glatten vorderen Ventralplatten, 

2. die sehr grossen Drüsenporenfelder der hinteren ”—8 Ventral- 
platten vor dem Drüsensegment., 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 3 


Die oben erwähnten Ex. aus Pola und Zara besitzen wie die 
typischen Formen stark punktirte vordere Ventralplatten und 
zwischen ihnen und jenen giebt es in Bezug auf die hinteren V. 
Uebergänge, nicht aber zwischen allen diesen und Escherichii. 


Es sei noch erwähnt, dass, wenn man die Thiere aus Pera 
(in toto) gegen das Licht hält, die Porenfelder als dunkle Stellen 
erscheinen. Auch bei einigen Mitteleuropäern konnte ich mir auf 
diese einfache Weise eine Vorstellung von der Form der Drüsen- 
felder machen, nicht aber bei allen, sodass eine Untersuchung 
lediglich auf diese Weise durchaus ungenügend sein würde. 

Dass subsp. Escherichii nicht etwa (wie vielleicht die var. 
carinthiacus Latz. und Att.) Jugendformen vorstellen kann, be- 
weist hinlänglich die bedeutende Grösse und hohe Segmentzahl 
derselben. 


3. Bothriogaster affinis Sseliwanoff. 


Die Gatt. Bothriogaster ist noch wenig eingehend beschrieben 
worden, sodass ich hier einige Ergänzungen anbringen will: 

Betrachtet man das hintere Körperende von oben, wie es in 
Fig. IV dargestellt ist, so gewahrt man, dass das Praegenital- 
segment (Pr.) eine grosse, trapezische Dorsalplatte besitzt, mehr 
als doppelt so breit als lang. In der Mitte sieht man die Mittel- 
rinne (f) der Ventralplatte durchschimmern. Vor den Vorderecken 
der Dorsalplatte fällt ein unregelmässig-viereckiges Pleuralstück 
(Pl) auf, das die Complementärdorsalplatte etwas weit nach innen 
gedrängt hat. Es entspricht den grossen Vorschildern der 
andern Rumpfsegmente. Die übrigen Pleuren des Praegenital- 
segmentes können also (genau genommen) nicht so schlankweg als 
„die Pleuren“ bezeichnet werden, man dürfte sie besser die Haupt- 
pleuren nennen. Auf ihrer frei zu Tage tretenden Oberfläche 
mündet nirgends ein Drüsenporus. Diese haben sich vielmehr alle 
in versteckt liegende Partieen gezogen. Sseliwanoff sagt im 
Zool. Anz. 1879, S. 620 in der Gattungsdiagnose: „Pleuralporen 
zahlreich, in 4 tiefen, taschenförmigen Vertiefungen des Vorder- 
randes der Pleuren, an Bauch- und Rückenseite gelegen.“ Hier- 
aus geht nicht hervor, ob die 4 Taschen jederseits oder an beiden 
Seiten zusammenliegen, ob 4+4 oder nur 2+2 Taschen vorhanden 
sind. Für B. affinis Ssel. passt diese Beschreibung aber über- 
haupt nicht. Vielmehr steht es folgendermassen: Unter dem 
Seitenrande der Dorsalplatte des Praegenitalsegmentes befindet sich 
eine Tasche (in Fig. IV durch den Pfeil angedeutet). Auf dem 
Boden dieser Tasche liegt ein grosses, von sehr zahlreichen, 
etwas verschieden grossen Poren gebildetes Drüsenfeld von oblonger 
Form, das sich von vorne aussen etwas schräg nach innen hinten 
erstreckt. Es erreicht den Vorderrand und bleibt vom Hinterrande 
etwas entfernt. Eine andere Drüsengruppe mündet noch viel weniger 
am „Vorderrande“, sondern auf dem Grunde eines taschenartigen 
Längsspaltes, der sich neben den hinteren zwei Dritteln des 


1* 


4 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


Aussenrandes der Ventralplatte des Praegenitalsegmentes befindet. 
Die Drüsen stehen zweizeilig und besitzen lange und blasse Schläuche. 
Eine Längsreihe mündet von aussen, die andere von innen in den 
Spalt. Ausser den 2 + 2 genannten Drüsengruppen giebt es keine. 
— Die sechsgliedrigen Schleppbeine entbehren der Endklaue, aber 
eine feine, blasse, entsprechende Sehne geht noch durch den grössten 
Theil des Endgliedes. Sie sind bei den Männchen merklich dicker als 
bei den Weibchen, aber man kann in dieser Hinsicht über dasGeschlecht 
eines Individuums doch bisweilen zweifelhaft sein. Viel sicherer und 
unzweifelhaft zur Entscheidung führt in dieseser Hinsicht die 
Untersuchung des Genitalsegmentes: Man kann schon mit der 
Lupe oder gar mit unbewaffnetem Auge bei der Ansicht der Ventral- 
seite die £? an einem schmalen Querstreifen, die dd an einem 
spitzen Winkelzuge erkennen. Macht man die Genitalsegmente 
beider Geschlechter durchsichtig und betrachtet sie mikroskopisch 
(Fig. V und VD), so fällt beim 2 (Fig. V) sofort auf, dass die 
Ventralplatte des Genitalsegmentes sehr stark in die Quere ge- 
zogen ist, beim 3 (Fig. VI) dagegen etwas länger als breit. Die 
Genitalanhänge des 2 sind nur 1-gliedrig, die des d 2-gliedrig. Am 
verschiedendsten sind aber die Pleuren gebildet, da sie beim 2 klein 
sind, weit von einander getrennt und versteckt, während sie 
sich beim & ventralwärts in der Mediane auf kurzer Strecke be- 
rühren, sowohl frei liegen als auch sehr stark entwickelt sind, 
sodass sie die ganzen Seiten einnehmen. In beiden Geschlechtern 
ragt die Dorsalplatte weit nach hinten über die Genitalanhänge 
hinaus. Am Analsegment des S sind Ventral- und Dorsalplatte 
deutlich zu unterscheiden, während beim $ die Ventralplatte zwar 
sehr gross ist und viel grösser als beim d, die Dorsalplatte aber 
reducirt. Der Anus ist beim d, die Vagina beim 2 vorgestülpt 
gezeichnet. Die Beborstung ist am Körperende des 3 bedeutend 
reichlicher als beim 2. 

Die Drüsenporenfelder der Ventralplatten sind von 
rundlicher Form auf der hintersten, von querer und meist etwas 
nierenförmiger Gestalt auf den mittleren und vorderen Ventral- 
platten. Sie entbehren vollständig eines hyalinen, verdickten 
Ringhofes, (wie solcher z. B. bei Himantarium Gabrielis vor- 
kommt!) es ist überhaupt keine Grenzlinie zu sehen. Die zellige 
Struktur stösst hart an die Porenfelder. 

Das Tracheensystem ist (für Geophiliden) ein sehr hoch 
organirtes. Es enthält zwei- ganz auffallend starke Längs- 
stämme, welche in jedem Segmente (besonders in den vorderen) 
eine etwas lyraartige Gestalt aufweisen, indem sie nach vorne und 
hinten in jedem Segmente divergiren und in der Mitte mit einer 
starken Inneneurve convergiren. Sie bilden so zwei durch den 
ganzen Rumpf sich hinziehende, schlängelnde Röhren. In jedem 
der vorderen Segmente geht vom Stigma jederseits ein starkes 
Tracheenrohr ziemlich gerade auf die Stelle los, wo die Haupt- 
tracheen am meisten convergiren (Convergirungsstellen). Diese 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 5 


Stigmaröhren haben ungefähr den halben Durchmesser der Haupt- 
röhren. Die Convergirungsstellen selbst werden, gerade den 
Einmündungsstellen der Stigmaröhren gegenüber, mit einander durch 
eine kurze, etwas nach vorn gebogene, quere Verbindungs- 
trachee vereinigt, in welche von vorne jederseits eine Trachee 
einmündet (Tracheenkreuz!), die vom Stigma des vorhergehenden 
Segments kommt und schwächer ist als die genannten Stigmaröhren. 
Jeder Segmentabschnitt der Haupttracheen steht also mit der 
Aussenwelt jederseits durch 2 Stigmen in Verbindung: 


1. das Stigma des eigenen, 
2. das Stigma des vorhergehenden Segmentes. 


Bei den auf die vordersten 7—8 Segmente weiter folgenden 
Rumpfsegmenten werden die Convergirungsstellen mehr und mehr 
nach vorne verschoben und die Rohre gleichzeitig schwächer. 
Die Convergirungsstellen kommen daher an die Vordergrenze der 
Segmente zu liegen (manchmal sogar in das vorherige Segment), 
sodass man zweifelhaft werden könnte, ob man sie zum hinteren 
oder vorderen je zweier in Rede stehender Segmente rechnen soll. 
Hier müssen aber die Verhältnisse bei den vordersten, primärsten 
Rumpfsegmenten zur Richtschnur dienen. In den hintersten Rumpf- 
segmenten nehmen die Hauptlängstracheen wieder etwas an Stärke 
zu, ohne die Stärke der der vorderen S. zu erreichen. Das letzte 
Tracheenkreuz enthält das S. vor dem Praegenitalsegment, das 
ja auch das letzte Stigmenpaar besitzt. Von ihm gehen noch die 
hinteren Stigmaröhren ins Praegenitalsegment ab, jedoch ohne sich 
in der Mediane zu vereinigen. 

Entsprechend den schwachen und am Ende geradezu abge- 
rundeten (also zum Beissen wenig geeigneten) Giftklauen und 
dem relativ schwach entwickelten Reservoir der Giftdrüsen, sind 
die Laufbeine mit recht kräftigen, spitzen Endkrallen bewehrt, 
an welche starke und durch 2—3 Endglieder der unbeborsteten 
Beine sich hinziehende Sehnen herangehen. Ich zweifle nicht, dass 
auch die Bothriogaster (wie die Himantarien und analog 
gewissen Schlangen!) ihre Opfer (Regenwürmer) durch Um- 
armungen und Pressen mehr als durch Gift betäuben und be- 
wältigen. Damit würde auch ein Grund für das „Warum“ des 
Elongationsprincipes bei Geophiliden gefunden sein. 

Die Mundtheile hat Sseliwanoff auch nicht eingehend be- 
handelt, daher sind folgende Bemerkungen am Platze: Die Ober- 
lippe ist mit der Stirn grösstentheils verwachsen, aber nicht 
„ungetheilt“, vielmehr deutlich in 3 Abschnitte differeneirt, deren 
mittlerer allerdings sehr blass und schwach ist. Das Zahnblatt der 
Mandibeln besitzt 16—20 z. Th. recht blasse Zähne und ist durch 
einen hellen Streifen deutlich von der übrigen Mandibel abgesetzt. 
Hinter ihm finden sich 4—5 blasse Kammblätter. Der Gelenkhöcker 
springt zahnartig vor. Die 1. Unterkiefer sind sehr schwach 
ausgebildet, die Aussenladen dreieckig, eingliedrig, am Ende mit 


6 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


blassen kleinen Borsten. (Nach Ssel. sind sie 2-gliedrig!) Die 
Innenladen ähneln den Aussenladen, sind aber noch kürzer und 
schwächer. Tasterlappen fehlen. Die 3-gliedrigen, schwach be- 
borsteten 2. Unterkiefer tragen eine deutliche Endkralle, die 
Hüftplatte entbehrt der Mediannaht vollständig. — Die dreieckigen 
Basalglieder der Antennen stossen in der Mediane an einander. 

Die mir vorliegenden affinis besitzen 99—107 Beinpaare. Bei 
einem Exemplare mit 99 Beinpaaren liegen vor den durch Gruben 
ausgezeichneten Segmenten 35 grubenlose, dann folgen 2 mit kleiner 
Grube und schliesslich 53 ohne Grube. — Sseliwanoff schweigt 
vollständig darüber, ob diese Gruben bestimmte Strukturauszeich- 
nungen in den Ventralplatten sind, oder lediglich Oberflächenver- 
tiefungen. Im letzteren Falle könnte eine generische Abtrennung 
von Stigmatogaster lediglich nach diesem Merkmale nicht als 
gerechtfertigt gelten. Thatsächlich ist aber das Erstere der 
Fall: Unter den ausgezeichneten Ventralplatten besitzt die 1. 
und 2. in der Mitte zwischen dem Drüsenfeld und dem Vorder- 
rande nur eine kleine auffallend gelbliche Stelle, ausgezeichnet 
durch sehr kleine Zellstruktur. Es folgen dann 9 Ventralplatten, 
welche an der bezeichneten Stelle einen genau hufeisenförmigen, 
ins Körperinnere vorragenden Wulst von schön gelber Farbe 
besitzen. Derselbe ist hinten völlig geschlossen und vorne weit 
offen. In seinem Innern ist die Zellenstruktur viel kleiner als 
in der Umgegend. Bei tieferer Einstellung des Mikr. sieht man 
deutlich auf der Aussenseite eine das Hufeisen in einigem Abstande 
begleitende scharfe Linie. Diese ist die Begrenzungslinie des vom 
Hufeisen nach innen abgehenden, endoskelettalen Vorsprungbogens 
(x, Fig. VO). Merkwürdigerweise konnte ich keine besondere 
Beziehungen zwischen den Hufeisenbogen und irgend welchen inneren 
Organen auffinden: 

Praeparirt man einige jener Segmente und entfernt Geschlechts- 
organe, Darm und alle mehr dorsalwärts gelegenen Theile, so trifft 
man auf die Bauchganglienkette, deren Knoten ebenso weit von 
einander liegen als je 2 Hufeisengruben. Auch die Grösse des 
Innenraumes eines Hufeisens entspricht beinahe dem Umfange eines 
Gangliendoppelknoten. Man kommt daher auf den Gedanken, dass 
die Hufeiseneinstülpungen Stützen für die Ganglienknoten 
seien. Und in der That liegen sie über denselben nach vorne 
verschoben, während die Commissuren über die rundlichen 
Drüsencomplexe (y y Fig. VII und dr Fig. VII), welche zu den 
Porenfeldern (P) gehören, hinwegziehen (cf. Fig. VIII g = Ganglion, 
ce = Commissur). Untersucht man nun aber benachbarte Segmente 
ohne Hufeisengruben, so findet man im Uebrigen dieselben 
Verhältnisse, sodass ich eine physiologische Nothwendigkeit für 
die Existenz jener Gruben, zur Stütze der Ganglien, nicht annehmen 
kann. — Die Seitenfurchen der Ventralplatten sind der Ausdruck 
von ins Innere des Körpers etwas vorspringenden, endoskelettalen, 
braunen Längskanten. An diese heften sich viele kräftige Muskeln 


von Dr. K. Escherieh unternommenen Reise nach Kleinasien. 7 


(m Fig. VII), welche nach innen ziehen (Quere Ventralmuskeln). 
Die vordersten heften sich schräg in einem Bündel in der Mediane 
hinter dem Vorderrande (v) an, die hintersten in ähnlicher Weise 
vor dem Hinterrande (h). Die inneren Enden der übrigen Muskeln 
bleiben mehr oder weniger von der Mediane entfernt. Vorne heften 
sie sich seitlich an die wulstige Kante des Hufeisens, weiter hinten 
ziehen sie im Bogen um die Drüsenregion herum. Vergleicht man 
auch in Bezug auf diese Muskeln diese Segmente mit andern gruben- 
losen, so zeigt sich, dass sie quere Ventralmuskeln in derselben 
Vertheilung besitzen, sodass der Hufeisenwulst für die Muskeln also 
auch keine „condicio sine qua non* ist. — Bei z Fig. VII sind 
einige der kleinen, rundlichen Epidermiszellen dargestellt und p giebt 
die innere Ansicht eines Drüsenporus etwas von der Seite. Der 
kleine Kreis rechts stellt die äussere, der kleine Kreis links die 
innere Porusöffnung dar und die letztere ist von einem Ringwulst 
umgeben. 

Hinsichtlich der Hautmuskulatur will ich noch Folgendes 
mittheilen: Blickt man von oben auf einige Segmente, deren über 
der Ganglienkette gelegene Organe entfernt sind, so liegt in jedem 
Segment vorne das Ganglion, dahinter der Bauchdrüsencomplex. 

Zu beiden Seiten lagert eine starke Masse von Longitudinal- 
muskeln, welche sich von den Seiten des Drüsencomplexes bis zu 
senkrecht durch die Ventralplattenseitenfurchen gelegten Ebenen 
erstrecken. Diese Longitudinalmuskeln liegen über den schon 
genannten queren Ventralmuskeln. Sie ziehen vom Vorder- 
rande («) eines Complementärstreifens zum Hinterrande ($) der 
zugehörigen und jedesmal dahinter liegenden Ventralplatte, (m 
Fig. VOD), überbrücken also die Complementärstreifen (yy), 
welche auf die Segmentation der Longitudinalmuskeln keinen Einfluss 
haben. Die ventralen Complementärstreifen (« y Fig. VIID) sind be- 
kanntlich sehr schmal und zwar verschmälern sie sich von aussen nach 
innen noch so, dass sie in der Mediane ganz reducirt sind. Sie werden 
dadurch zweitheilig. Jede dieser Theilhälften entsendet ein kräftiges, 
quer nach aussen an die Pleuren gehendes Muskelbündel, welches 
über die Basen der Longitudinalmuskeln hinwegzieht. — Die 
dorsalen Complementärstreifen sind ?/, so gross und so lang als 
die Dorsalplatten, also stark entwickelt und fast 3 mal so lang 
als ihre entsprechenden Ventralstreifen. Die dorsalen Longi- 
tudinalmuskeln ziehen vom Vorderrande eines Complementär- 
streifens unter diesem und der zugehörigen Dorsalplatte hin direct 
zum Hinterrande der Dorsalplatte. Sie finden sich fast in der ganzen 
Breite der Rückenplatten, nur ein schmaler Streifen in der Mediane 
über dem Rückengefäss bleibt von ihnen frei. Die grossen Pleuren- 
Vorschilde werden durch einen starken, queren Muskel mit der 
Seite der dorsalen Complementärstreifen verbunden, die Seiten der 
Dorsalplatten durch einen kleinen Muskel ebenfalls mit den Vor- 
schilden und durch einen andern Quermuskel mit den Stigma- 
schildehen. Von den Vorderecken der Dorsalplatten strahlen 


8 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


einige Muskelfasern schräg nach innen auf die Platte aus. Diese 
liegen über den Longitudinalmuskeln, auch über den verschiedenen 
Pleuren-Quermuskeln, letztere wieder über den Longitudinasmuskeln, 
welche also die untersten von allen sind. — Durch die Con- 
traction sowohl der dorsalen als ventralen Longitudinalmuskeln 
werden die Segmente und Complementärsegmente an einander 
geschoben und die elastischen Platten etwas gekrümmt, wodurch 
der Körper verkürzt wird. Umgekehrt wird: bei schlaffen Longi- 
tudinalmuskeln durch Contraction der Pleurenmuskulatur der Körper 
in der Quere zusammengedrängt und dadurch in der Länge aus- 
gedehnt. 

Dass die Complementärsegmente sowohl dorsal- als ventral- 
wärts in der Longitudinalmuskulatur nicht zum Ausdruck 
kommen, sondern überbrückt werden, muss um so mehr hervor- 
gehoben werden, weil sie im Hautskelett der Geophiliden so stark 
ausgeprägt sind. — Es führt aber weiter zu der Erkenntniss, dass 
das, was wir bisher Complementärsegmente der Geo- 
philiden genannt haben, nicht Reste von wirklichen 
2. Segmenten sind, sondern Differenzirungen der Haupt- 
segmente, denn wenn es Reste wären, so müssten dieselben ent- 
weder eine eigene Longitudinalmuskulatur besitzen oder derselben 
ganz entbehren. Der dritte Fall, dass nämlich die Hinterenden der 
einen Muskeln mit den Vorderenden der andern verwachsen sollten, 
ist ebenso völlig undenkbar wie das Verschobenwerden der Vorder- 
(oder Hinter)enden der einen vom Vorderrande der Hauptsegmente 
auf den Vorderrand der Complementärsegmente (oder umgekehrt) 
bei gänzlicher Reduction der andern. 

Es muss von hohem Interesse sein, im Anschluss an das 
Vorige einen vergleichenden Blick auf die 


Rumpfmuskulatur der Diplopoden 


zu werfen. Bei diesen sind bekanntlich je 2 Segmente zu einem 
Doppelsegment fest verwachsen, wobei über die Natur beider Ringe 
als echte Segmente schon deshalb nicht der geringste Zweifel 
bestehen kann, weil jedes mit einem Paar typischer Beinanhänge 
versehen ist. Kürzlich habe ich auch bei Glomeriden!) nach- 
gewiesen, dass die Muskulatur der Ventralseite derselben auch in 
Hinsicht auf die beiden Segmente jeeines Doppelsegmentessegmentirt 
ist, was bei der Paarigkeit der Ventralplatten und Pleuren der 
Doppelsegmente ja auch von vornherein zu erwarten war. — Wie 
steht es nun mit den Dorsalringen, welche bekanntlich bei allen 
Chilognathen fest mit einander verkittet sind? Stellen wir uns vor, 
dass diese Verkittung noch nicht eingetreten sei, so mussten noth- 
wendigerweise, da die hinteren Segmente immer in den vorderen 


!) Verhandl. d. naturhist. Vereins f. Rheinland u. Westfalen 1896. 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 9 


stecken, Longitudinalmuskeln einmal vom Vorderrande der Vorder- 
ringe zum Vorderrande der Hinterringe und ferner Longitudinal- 
muskeln vom Vorderrande der Hinterringe zum Vorderrande der 
nächstfolgenden Vorderringe ziehen, also (auf Fig. X angewandt) 
zog ein Muskel von w (rechts) nach Dm, (wo man sich eine 
Zwischenhaut eingeschaltet zu denken hat,) ein anderer von Dm 
nach w (links). — 

Die Rumpfmuskulatur der Dorsalringe der Juliden hat zuerst 
E. Voges in seiner z. Th. werthvollen Arbeit: „Beiträge zur 
Kenntniss des Juliden!)“ behandelt. Auf S. 129—130 weist er 
„drei Muskellagen“* nach, von denen die innerste „parallel der 
Längsachse des Körpers“ verläuft, also Longitudinalmuskeln vor- 
stellt, während die andern beiden sich kreuzweise überdecken und 
schräg verlaufen. Ich habe diese Angaben E. Voges (für londi- 
nensis), anJulus nitidus vollkommen bestätigen können. Merk- 
würdigerweise schweigt er vollkommen über das Verhältniss der 
Muskeln zur Demarkationslinie. An diese heftet sich nämlich, wie 
ausdrücklich hervorgehoben werden muss, kein Muskel. 


Setzen wir nun die obige Betrachtung fort und stellen uns vor, dass 
je zwei Ringe mit einander allmählig phylogenetisch verkitten, (Stadien 
einer solchen Phylogenese bieten die vorderen Abdominalsegmente 
mancher Coleopteren,) so folgt, dass mit Zunahme der Ver- 
kittung einer der beiden Cylinder von Longitudinalmuskeln 
des nun entstehenden Doppelsegmentes überflüssig wird. Dies 
ist der vordere Cylinder, denn die Enden oder Ansatzstellen 
seiner Muskeln verbinden Punkte, welche keine verschiebbare 
häutige Region mehr zwischen sich einschliessen, d. h. durch Con- 
traction dieser Muskeln kann bei der Starrheit des Hautskelettes, 
welche besonders die eingelagerten Kalksalze hervorrufen, nicht 
die geringste Verkürzung des Körpers mehr bewirkt werden, 
aber ebenso wenig eine Biegung nach irgend einer Seite. Ist 
also eine Verkittung zweier Rumpfsegmente zu einem 
Doppelsegment vollendet, so wird gleichzeitig die Be- 
deutung der Longitudinalmuskeln des Vordersegmentes 
hinfällig und sie werden einer Reduction anheimfallen. 


Es steht nun der Annahme nichts im Wege, dass die Longi- 
tudinalmuskeln der Hinterringe, nachdem die Verkittung vollendet 
war, mit ihren Vorderenden allmählig mehr und mehr auf das 
Gebiet der Vorderringe hinüberwanderten und schliesslich ein Theil 
von ihnen, wie es jetzt der Fall ist (m Fig IX und X) auf dem 
Vorderrandwulst der Vorderringe den Ursprung nahm. Interessant 
ist, dass die Schrägmuskeln, welche sich kreuzen, (Fig. IX ml und 
m2) (cf. auch Voges Fig. 14!) thatsächlich in der Mitte (auch 
etwas davor oder dahinter) zwischen Vorder- und Hinterrand 
der Vorderringe entspringen, also ein Mittelstadium der 


!) Zeitschr. für w. Zoologie 1879. Zugleich Dissertation Göttingen 1878. 


10 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


genannten Wanderschaft der Longitudinalmuskelvorderenden vom 
Hinter- zum Vorderrande der Vorderringe vorstellen. Das Umge- 
kehrte, die Annahme, dass die Longitudinalmuskeln der Vorderringe 
mit den Hinterenden auf die Hinterringe überwandern sollten und 
die Muskeln der Hinterringe in Wegfall kommen, wäre schon des- 
halb widersinnig, weil sie über die Zwischenhaut nicht 
hinwegkönnen. Die Unmöglichkeit dieser Annahme ergiebt sich 
also aus demselben Grunde, wie die entsprechende bei den Geophi- 
liden, wo die langen Muskeln die Complementärstreifenzwischen- 
häute auch nicht überbrückt haben können, vielmehr die Streifen 
secundär entstanden sein müssen. 


Die Längs- und Kreuzmuskeln der Dorsalringe der 
Diplopoden gehören also zu den Hintersegmenten, die 
der Vordersegmente sind in Wegfall gekommen. Die Be- 
schaffenheit dieser Muskulatur harmonirt deshalb durchaus mit 
der Lehre von der Zusammensetzung der Rumpfringe der Diplo- 
poden aus 2 Ursegmenten. Erwähnt sei noch besonders, dass bei 
den Juliden u. a. die Hinterringe durch eine Ausstülpung (Dp 
Fig. IX und X) sehr vergrössert sind. Diese Ausstülpungen be- 
decken jedesmal ringsum die Vorderregion der Vorderringe wie 
ein Deckel. Sie fehlen wohl keinem Diplopoden und bilden ein 
Hauptmoment für die Sicherheit und Festigkeit des An- 
schlusses der Segmente an einander. Dass diese Erscheinung 
bei Chilopoden fehlt oder doch nirgends in ähnlicher Weise zum 
Ausdruck kommt, hängt mit der nicht starren, sondern elastisch- 
weichen Beschaffenheit des Hautskelettes derselben zusammen. 


Oben zeigte ich, dass die Complementärstreifen der Geophi- 
liden (und wohl der Chilopoden überhaupt) keine Segmentreste 
sind. Da wir nun die Insekten von myriopodenartigen Formen 
abzuleiten haben, welche wieder nur chilopodenähnlich gewesen 
sein können, so dürfen auch die schwachen Complementärstreifen 
bei Insecten nicht als Segmentreste, sondern nur als Reste von 
stärkeren Complementärstreifen bei ihren Vorfahren angesehen werden. 

Die Darstellung H. J. Kolbe’s über ‚die Segmentirung des 
Körpers der Insecten‘‘ auf S. 122 seines bekannten Buches: „Ein- 
führung in die Kenntniss der Insecten“, Berlin 1889—93 ist dem- 
nach, hinsichtlich der Myriopoden, zu verändern. Sie ist aber auch 
ohnehin nicht einwandfrei. 


4. Himantarium Gabrielis L. 


Ich erhielt nur 1 2 mit 149 Beinpaaren, das mit den West- 
europäern überstimmt. 


5. Scolopendra cingulata Latr. 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 11 


‘ Im Gegensatze zu den vielen Stücken dieser Art, welche ich 
selbst in Istrien und Dalmatien sammelte, sind die 25 aus der 
Gegend von Pera ötc. vorliegenden Exemplare recht verschiedenartig 
gefärbt. Die Adolescentes sind auch hier am Hinterkopf und Prae- 
genitalsegment geröthet, sonst dunkel olivenbraun oder grünlich. 
Die Alten ähneln z. Th., ausser den gerötheten Stellen, den Ado- 
lescentes, sind aber etwas heller, oft am Hinterrande der Dorsal- 
platten bläulich-grün gezeichnet. Die grössten Individuen haben 
eine auffallend rothbraune Farbe, namentlich auch die Schleppbeine. 

Bei der Hälfte der vorliegenden Adolescentes hat das Femoral- 
glied der Schleppbeine auf der Unterseite eine tiefe Längsfurche. 
Vielleicht ist das ein sexueller Charakter. 

Ich will nun eine Tabelle über verschiedene Merkmale der 
vorliegenden Individuen anschliessen: 


f Zähne des Femoralgliedes Zähne Zähne 
Länge in Ak der Schleppbeine: des Pleural- des Femoral- 
iR ie er ten en hanbn fortsatzes: fortsatzes: 
Erwachsene: 
7,6 20 +19 2+2 4-4 3+3 5+1 
7,3 16 +19 2+2 4+3 3+3 444 
9,2 20 +20 2+2 444 3+3 444 
8,9 20 + 20 2+2 | 5+4 3+3 4+4 
8,1 2 Pe |, 414 ® F 
7,6 3, = | 3+3 & 5+4 
8,9 21 +20 5 44 ie 5+4 
I1,1-(1) 19 +19 AN „ 3+2 444 
7,6 20 +20 Br 5+4 3+3 4+5 
8,5 21 +23 R 443 4—+3 4+2 
8,5 ?+19 z 4—+4 3+3 4+4 
8,1 20 + 20 2+2 444 3+3 4+4 
8,1 Be 1+2 4+5 MR: 5+5 
6,2 ? +20 2+2 4—+4 g 2+3 
7,8 20+21 j ji ni 4+4 
8,6 20 +20 » » » 5+5 
13 re 2+1 4+3 12 4+3 
9,0 5 2+2 444 3+4 34+4 
5,0 21 +20 2—+2 4-3 3+3 4+4 
Adolescentes: 
3,8 19 + 19 2+2 44 3+3 4-5 
3.219, 18-+? n 5+4 55 4+5 
2,9 18 +18 Pr: 4—+4 A 3+4 
2,6 17+? 1+2 3+4 » 3+4 
Als typisch für die Erwachsenen können also gelten: 
| 20-+20 2-42 4+4 20 4+4 


19 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


Es ist wichtig einige andere Fälle für Körpermaass und Zahl 
der Antennenglieder anzureihen: 


Scolopendra mediterranea lusitana Verh. 


Körperlänge: | 52 4,5 4,4 | ad |: 2 4,0 

Antennenglieder: | 19+18 | ?+20 | 19+? 119+18| ®+20| 2+18 

Körperlänge: 3,7 3,6 31 2,1 2,0 | 2,0 

Antennenglieder: | 17 +18 | 18+18 | 18+18 | 15 +17 | 17 +18 | 164.18 
Scol. cingulata Latr. var. hispanica Newport. 

Körperlänge: 33: nes 3,4 3,2 3,0 

Antennenglieder: | 23+21 | 17+18 17 +18 18+18 18 + 18 


Hier sind die 4 letzten, bei lusitana die 3 letzten Exemplare 
unzweifelhafte Adolescentes. Es ergiebt sich aus beiden Beispielen 
mit derselben Deutlichkeit wie oben bei cingulata, dass Scolo- 
pendra der Anamorphose nicht völlig entbehrt, in Bezug 
auf die Antennensegmentation vielmehr eine deutliche 
Anamorphose durchmacht, indem die Gliederzahl der 
Erwachsenen den Jungen gegenüber zugenommen hat. 

Durchschnittszahl der Antennenglieder: 

für cingulata Erwachsene: 19—20. 
5 Adolescentes: 18. 

für lusitana Erwachsene: 18—20. 
„ Adolescentes: 16—17. 

für hispanica Erwachsene: 21. 
e Adolescentes: 17—18. 

Mithin kann ich die Behauptung Latzels'), dass die Adoles- 
centes (ausser Farbe und Sexualorganen) „schon ganz mit den 
Erwachsenen übereinstimmen“ sollen, nicht für stichhaltig erklären. 
Dass es in Bezug auf die verschiedenen Dornen der Schleppbeine 
und Pleuren richtig ist, bezeugen obige Beispiele von cingulata. 


6. Lithobius grossipes C.K. 
1 2 von dunkelbrauner Färbung; die schwärzliche Rückenbinde 
kaum in Spuren zu erkennen. 


7. Lithobius insignis Mein. 

Die Punktirung ist etwas schwächer als bei den Westeuropäern, 
sonst aber herrscht Uebereinstimmung. Es liegen 3 2 von 27—30 
und 2& von 20—25 mm Lg. vor. Der Vorderrand der Hüftplatte 
des Giftfusssegmentes besitzt 444, 4+5, 5+6, 6+6 und 
6+7 Zähnchen. (Einige Autoren scheinen sich immer noch nicht 
von der Variabilität dieses Merkmals überzeugen zu können!) — 
Insignis ist in Portugal häufig und wird daher wohl quer durch 
ganz Südeuropa vorkommen. 


!) Myriopoden der österreich.-ungarisch. Monarchie. Band I S. 142. 


von Dr. E. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien, 13 


II. Diplopoda. 


8. Strongylosoma pallipes Oliv. subsp. Escherichii mihi. 

Es liegen vor 25 und 1 frisch gehäutetes ?. Dieselben stehen 
in allen Charakteren den typischen pallipes sehr nahe, unter- 
scheiden sich aber deutlich genug durch die Copulationsfüsse. 
Auch sind sie an Gestalt etwas schlanker. Die 2 d sind braun- 
schwarz mit 2 Reihen gelbbrauner, rundlicher Rückenflecke. Das 
ist in allen Theilen heller, scheint aber noch nicht ausgefärbt zu 
sein. In der Plastik stimmt Escherichii mit der Grundform über- 
ein. In Fig. XI gab ich eine Darstellung der Endhälfte eines 
Copulationsfusses von pallipes; Fig. XII zeigt dasselbe von 
Escherichii. Man ersieht daraus, dass der Aussenast (A) bei 
pallipes wesentlich schlanker gebaut ist, gegen das Ende fast 
in rechtem Winkel gekrümmt und an der Concavseite tief concav. 
Der schmale Innenast (I) bleibt bei pallipes am Ende stumpf 
und steht vom Aussenast weit ab, während er bei Escherichii 
spitz ausläuft und dem Aussenast sehr genähert ist. Der Sperma- 
gang (S) mündet auf einem hyalinen Vorsprung (x) und krümmt 
sich, der Gestalt des Aussenastes entsprechend, mehr bei Esche- 
richii und weniger bei pallipes. 


9. Polydesmus Escherichii n. sp. 


Lg 16—17 mm. Br. 12/;, mm. Körper bräunlich, aus Kopf 
und 20 Segmenten bestehend, ziemlich glänzend. Borsten fehlen 
an allen, auch den letzten Segmenten, nur an den beiden vorletzten 
sind am Hinterrande Spuren von Börstchen wahrzunehmen. 


Collum sehr glatt, an den Seiten abgerundet. Von Felderung 
ist nur die Mitte der 3. Reihe als 2 deutlich begrenzte Felderchen 
erhalten. Die Hinterecken der 2., 3. und 4. Dorsalplatte sind recht- 
winkelig, von der 5. an springen diese Ecken mehr und mehr vor, 
sodass sie von der 9.—18. D. als dreieckige Spitzen nach hinten 
hervortreten. Die Spitze des Analsegmentes ist abgerundet. Auf 
den gewölbten Seitenflügeln der Rumpfsegmente sind keine Felder 
durch Furchen getrennt, nur der Fingerwulst, der in die vor- 
tretenden Hinterecken ausläuft, ist deutlich abgegrenzt. Die 3 Felder- 
reihen sind deutlich getrennt, die Querfurche zwischen der 1. und 2. 
ist tief. In der 1. Reihe sind die Feldergrenzen fast verwischt, die 
Mittelknötchen aber deutlich. In der 2. Felderreihe sind 4, in der 
3. Reihe 6 Felder deutlich gegen einander abgegrenzt. Die Mittel- 
furche der 1. Reihe ist tief. 


Die Kanten der Seitenflügel erscheinen auf den ersten Blick 
fast glatt, sind aber doch recht deutlich 3—4 mal eingekerbt, ohne 
freilich vorragende Zähne zu bilden. 

Pleuren und Ventralplatten der Rumpfsegmente vollkommen 
matt. — (Der Kopf des Originals ist nicht vorhanden.) 


14 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


Die Copulationsfüsse (Fig. 13) sind von sehr charakteristischer 
Bildung und erinnern nur an diejenigen des collaris C. K. Im 
Allgemeinen haben sie die Form einer schmalen, stark gekrümmten 
Sichel. Ein Innenast fehlt vollständig, überhaupt jede Zweig- 
bildung. Das Ende der Sichel ist in einen kleinen Haken umge- 
krümmt. Das Haarpolster (p) ist klein aber deutlich, ebenso ist 
die Samenhöhle von sehr geringem Inhalt. Unter dem Polster, 
gegen die Basis der Sichel zu, steht ein grader, spitzer Stachel 
nach innen ab. Der Femoralabschnitt (f) ist reichlich mit Tast- 
borsten besetzt und gegen den Tibialtheil (t) durch eine Ein- 
schnürung abgesetzt. In letzterem schimmert der Spermagang (S) 
durch. — Ich erhielt nur 18, welches defeet ist. 


10. Lysiopetalum byzantinum n. sp. 02. 
Lg. er. 70 mm, Br. 3!/, mm. 


Körper bei d und 2 aus Kopf und 49 Segmenten bestehend. 
Ein £ von 49 S. läuft auf 89 Beinpaaren und besizt 2 beinlose 
Endsegmente. Jüngere 22 von cr. 55 mm Lg. und 3!/, mm Br. 
besitzen nur 48 Rumpfsegmente, 86 Beinpaare und 21/, beinlose 
Endsegmente. 


Der Beweis dafür, dass diese 2 Thiere von 48 S. wirklich 
Entwickelungsstadien derjenigen von 49 Segmenten sind, liegt 
darin, dass sie: 

1. in allem Uebrigen mit ihnen vollkommen übereinstimmen, 

2. kleiner und um 1 Segment ärmer sind, 

3. keine entwickelte Vulven besitzen. Während man nämlich 
bei den £ mit 49 S. (soweit die Vulven nicht vorgestülpt sind, was 
meistens nicht der Fall ist) hinter dem 2. Beinpaare jederseits 
einen weisslichen Wulst wahrnimmt, welcher zum 3. beinlosen 
Segment gehört und die nicht vorgestülpten Vulven repräsentirt, ist 
bei den $ mit 48 S. von solchen Wülsten nichts zu sehen, ein 
Zeichen, dass sie noch nicht geschlechtsreif sind. In der Regel 
sind die unteren Seitenränder des 3. Dorsalringes bei den ersteren, 
d. h. den reifen 2? auch etwas zur Seite gedrängt. 

Es ist von Wichtigkeit auf diesen Beweis einzugehen, weil 
wahrscheinlich alle Angaben, welche über eine schwankende 
Segmentzahl der Lysiopetaliden gemacht sind, auf dem Fehler 
beruhen, dass die obersten unreifen Thiere von den Reifethieren 
nicht unterschieden wurden! 


Die Hüften des 3.—16. Beinpaares der 22 besitzen vorstülp- 
bare Säckchen; das gilt auch für die Unreifen mit 48. $S. Körper- 
farbe grünlichschwarz, die hinteren Ringtheile grösstentheils gelblich 
aufgehellt, eine ebensolche Längsbinde über die Rückenmitte und 


von Dr. E. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 15 


jederseits eine Fleckenreihe in der Höhe der Saftlöcher. Die 48 
segmentirten sind heller grünlich als die Alten. 


Körper grösstentheils matt, aber die Rippen glänzend. Ocellen 
in einem grossen, dreieckigen Haufen. Kopf dicht eingestochen 
punktirt und behaart, bei 2 gewölbt, beim d tief eingedrückt, 
grubenartig vertieft, jederseits mit einer vorspringenden Kante. 
Seiten des Collum dreieckig spitz. 


Die Grenze der beiden Ringe der Rumpfsegmente ist durch eine 
feine, erhabene Kante angegeben; hinter derselben ist das vorderste 
Viertel der Hinterringe vertieft eingebuchtet. Die Längsfurchen 
derselben sind sehr deutlich und laufen vom Hinter- bis zum Vorder- 
ende, vorne nach unten etwas abschwenkend. Die Zwischenräume 
sind in der Gegend der Foramina und unterhalb derselben flach, 
weiter nach oben wölben sie sich mehr und mehr, ohne aber eine 
bedeutende Höhe zu erreichen, die Rippen bleiben also sehr niedrig, 
sind hinten abgerundet und mit einem sehr zarten Börstchen besetzt. 
Die Vorderringe besitzen parallele, sehr feine, erhabene Längslinien. 


Die Foramina repugnatoria fehlen auf den 2 letzten und 
den 4 ersten Rumpfsegmenten, sonst sind sie fast immer sehr deut- 
lich und liegen ungefähr ın der Mitte zwischen Vorder- und 
Hinterrand der Hinterringe zwischen 2 Furchen in einem ziemlich 
flachen Zwischenraum, der oberen Furche mehr als der unteren 
genähert. 


Die Analklappen werden durch je eine schräg nach hinten 
ziehende Furche in je 2 Felder eingetheilt, deren oberes, dreieckiges 
ungefähr 6 mal kleiner ist als das untere. Die Klappenränder er- 
heben sich zu einer scharfen, vorspringenden Kante. 


Jedes Beinpaar besitzt für sich eine ungefähr dreieckige Ventral- 
platte. Die Beine bestehen aus Coxa, kurzem aber recht deutlich 
abgesetzten Trochanter, Femur, Tibia und „3“gliedrigem Tarsus. 


Das 3. (letzte) Tarsenglied ist durch eine schon mit unbe- 
waffnetem Auge erkennbare, ringförmige Demarkation in beiden 
Geschlechtern in 2 Abschnitte von fast gleicher Länge zerlegt, sodass 
man den Tarsus also richtiger als 4-gliedrig bezeichnen muss. Die 
beiden letzten Tarsenglieder sind auch gegen einander beweg- 
lich, aber nur passiv, nicht activ, denn dieses Gelenk unter- 
scheidet sich von allen andern Beingelenken dadurch, dass kein 
Muskel herangeht. 

Die Beine des 2 besitzen keine Polster, während die des 5 
an der Innenseite der Tarsenglieder sehr stark behaart sind und 
an den 3 letzten Gliedern förmliche Polster bilden. Das letzte 
Polster ist das grösste und zieht ohne Unterbrechung über das 
Gelenk zwischen 3. und 4. Tarsale hinweg. 


Die meisten Ventralplatten sind in der Mitte stark grubenartig 
vertieft, in der Grube auch mit Tastborsten besetzt. Vorne hebt 
sich über die Grube eine Querkante und diese ragt jederseits zu 


16 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


einem abgerundeten, dreieckigen Kegel empor, welcher 
als Schutz dient für das aussen und hinter ihm gelegene Stigma. 

Die Tracheentaschen schwingen sich im Bogen nach aussen 
und schicken gerade nach innen einen kurzen Nebenast ab. Dichte 
Tracheenbüschel münden in ein längliches Loch in der Mitte der 
Aussenfläche und am distalen Ende. Ueber die convexe obere Seite 
ragt eine mondsichelförmige, aus dem Niveau der Tasche weit vor- 
springende Muskelplatte vor, welche 1!/,;, mal breiter ist als die 
eigentliche Tracheentasche. 


Die Coxae des dem Copulationsapparat des d vorangehenden 
Beinpaares springen in einen rundlichen, stark beborsteten und fast 
die Grösse der übrigen Hüfte erreichenden Fortsatz vor. Auch die 
Coxae des dem Cop.-A. folgenden Beinpaares sind distalwärts 
innen in Zäpfchen ausgestülpt. Im Folgenden will ich den Copu- 
pulationsapparat so behandeln, dass damit ein Beitrag zur Kennt- 
niss der 


Copulationsorgane der Lysiopetaliden 


im Allgemeinen geliefert wird und das Gesagte als eine weitere 
Ausführung dessen dienen kann, was ich im Zoolog. Anzeiger 1895, 
Nr. 476 bekannt gemacht habe. Es ist durchaus nothwendig, an 
der Hand genauer Zeichnungen einen gründlichen Einblick in diese 
Begattungsorgane zu thun, weil es bisher nicht möglich war (auch 
nicht nach Latzels Mittheilungen), eine genügende Vorstellung von 
denselben zu erhalten. — Alle Einzelheiten werde ich freilich noch 
nicht klären können, da mir von byzantinum nur 1 d zur Ver- 
fügung steht. 


Der Copulationsapparat von Lys. byzantinum m. ruht 
auf zwei sehr grossen, muschelförmigen Stützen oder 
Tracheentaschen. Seine beiden Theilhälften kann man von innen 
nach aussen und umgekehrt gegen einander bewegen, nach 
Art einer Zange. Ueber die Grundmasse ragen 2 Paare von 
Stäben hervor. Das eine Paar, welches das äussere ist, bleibt 
mit den Grundtheilen fest verwachsen, kann sich also nur bewegen, 
wenn sich die Grundmassen bewegen, das andere Paar dagegen, 
welches das innere ist, kann sich, wie ein Versuch lehrt, für sich 
allein von innen nach aussen und umgekehrt bewegen. 


Bei der Totalansicht des Cop.-App. von vorne her bemerkt 
man, dass die beiden Stäbe jederseits sehr nahe an einander stehen. 
Die äusseren Stäbe sind um ein ziemlich complizirtes, keulen- 
artiges Endstück der inneren Stäbe kürzer als diese und an Gestalt 
auch bedeutend einfacher als die inneren, fast gerade, gegen die 
Basis verbreitert, am Ende knopfartig verdickt (V. Fig. XV.). Die 
grossen, muschelförmigen Tracheentaschen sind in der Mediane 
vorne fast ganz getrennt, nur am unteren Ende auf kurzer Strecke 


an einander gekittet (w Fig. XIV und XV). Hier aber schiebt 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 17 


sich in die Verkittungsstelle hinein der Stiel einer gelblichen, 
unpaaren, hervorragenden Platte von oblonger Form, welche 
am Ende abgerundet ist. Sie ragt etwa bis zur halben Länge der 
äusseren Stäbe empor und betrachte ich sie als die umgemodelte, 
vordere Ventralplatte des 7. Körperdoppelsegmentes. Durch 
die Totalansicht von hinten erkennt man besonders, dass die Basen 
der inneren Arme in eine längliche Grube eingesenkt und angelehnt 
sind, ohne aber mit dem proximalen Ende fest in einer Gelenkgrube 


zu sitzen (H Fig. XIV). 


Die Seitenansicht (Fig. XV) lehrt insbesondere, dass die muschel- 
förmigen Stützen blasenartig nach vorne vorgebaucht sind. Sie 
werden durch eine grosse Oeffnung, welche ich wegen ihrer Form 
das ovale Fenster nennen will, (F. o.) von einem andern, viel 
kleineren Skelettstück (co) getrennt, welches mit den äusseren 
Armen (V.) fest verwachsen, aber durch eine deutliche 
Naht getrennt ist. An jedem Ende des ovalen Fensters wird 
durch eine kurze Brücke eine Verbindung zwischen der muschel- 
förmigen Tracheentasche und dem Basalstück des äusseren Armes 
hergestellt. 


Die grossen Stützen sind fast doppelt so lang als breit und 
noch etwas länger als das vorragende Stück der inneren Arme. 


Um einen genaueren, auch dem Mikroskope zugänglichen Ein- 
blick in den Apparat zu erlangen, müssen die beiden Hälften in 
der Mediane von einander getrennt werden, was nicht ohne Gewalt 
möglich ist. Dabei wird zunächst die schon beschriebene, unpaare, 
vordere Ventralplatte in der Mediane zerrissen. Dadurch ist die 
Trennung aber noch nicht vollendet. Vielmehr bemerkt man, dass 
beide Hälften innen in der Mitte noch besonders mit den Rändern 
(z) zweier braungelblicher (in der Mediane mit eben diesen Kanten) 
verlöteter, rhomboidischer Skelettstücke (V. p. d. Fig. XIV) zu- 
sammenhäugen. Da es sich hier aber nicht um eine Verschmelzung 
sondern um Verkittung handelt, kann man das Paar von ein- 
ander trennen, ohne dass eine unregelmässige Zerreissung stattfände. 


Bei stärkerer Vergrösserung und Ansicht von innen bemerkt 
man, dass von der inneren Kante der rhomboidischen Theile (V.p. d.), 
welche die in 2 Theilhälften zerfallene hintere Ventral- 
platte des 7. Rumpfdoppelsegmentes vorstellen, ein längliches, 
gelbliches, balkenartiges Stück (b) nach innen abgeht und weiter 
medianwärts von diesem noch eine hyaline, ungefähr 4-eckige 
Platte h, welche das ovale Fenster durchschimmern lässt. Von 
dem balkenartigen Stück gehen 2 Muskeln ab, deren Sehnenfaser- 
büschel s und sI in Fig. XIV angegeben wurden. Hinter dem 
rhomboidischen Theil springt ein zapfenartiger Kegel (Z) stark vor, 
ausgezeichnet durch braune oder theilweise sogar braunschwarze 
Färbung und reichlichen Besatz von Tastborsten. Ausserdem ist 
seine Basalgegend von vielen Poren durchsetzt. Dieser Zapfentheil 
steht in direktem, festen Zusammenhang mit dem rhomboidischen 

Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd.I. H.1. 2 


- 


18 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


Theil und ist wie dieser ein Bestandtheil der hinteren Ventral- 
platte. — Die muschelförmigen Stützen haben innen einen weit 
umgeschlagenen Rand (M), der an der Verwachsungsstelle w am 
breitesten ist und von hier aus nach oben ganz allmählig an Breite 
abnimmt und etwas vor der Nahtstelle x aufhört. 


Es ist von den Juliden her bekannt, dass die Hinterblätter des 
Copulationsapparates mit ihren Stützen innig verschmolzen sind. Da 
wir nun schon oben gesehen haben, dass die äusseren Stäbe oder 
Arme auf den muschelförmigen Stützen sitzen, die proximalen 
Enden der inneren Arme sich aber hinter den muschelartigen 
Stützen befinden und ausser Berührung mit denselben stehen, so 
können bei der Untersuchung, ob der Copulationsapparat der 
Lysiopetaliden auf 2 Ringtheile und deren Anhänge zurückzu- 
führen ist, die proximalen, endoskelettalen Theile der inneren 
Arme nur als die mit diesen verschmolzenen, hinteren Stützen 
und sie selbst als die umgewandelten, hinteren Ring- 
anhänge angesehen werden, den Juliden durchaus homodynam. 
Die äusseren Arme sind demnach die umgewandelten, vorderen 
Ringanhänge, deren Basalstück (co) als Coxa zu betrachten ist, 
während die muschelartigen Stützen die Stützen des Vorder- 
ringes darstellen. Der Stützenabschnitt (T. p.) der Hinterarme 
(H) ist schwach S-förmig geschwungen. Ich habe auch deutlich 
zwei kleine Büschel von Tracheen (tr Fig. XVI) in denselben ein- 
treten sehen. Danach muss sich an diesem Organ auch noch ein 
kleines Stigma befinden, doch habe ich es nicht auffinden können, 
auch nicht an den vorderen, grossen Stützen, innerhalb deren Hohl- 
raum ich gleichfalls einige Tracheen bemerken konnte. Die Bewegung 
der Hinterarme wird durch 2 Muskeln bewirkt, deren Sehnenband 
und feine Fasern in Fig. XVI angegeben wurden (sIl und sIIl). 
Der distale Theil der hinteren Stützen besitzt eine tiefe, längliche 
Innengrube g, in welcher der Muskel sII, der den Hinterarm nach 
aussen zieht, Ansatz findet. Der Muskel sIII inserirt sich in einer 
Grube am proximalen Ende und bewirkt die Rückbewegung der 
Hinterarme nach innen. 


An der Basis jedes Hinterarmes, also an der Stelle, wo er mit 
seiner Stütze verschmolzen zu denken ist, ragt aus ihm ein zarter, 
hyaliner Anhang hervor (p. Fig. XIV und XVI). Derselbe schwillt 
gegen das Ende etwas keulenförmig an und ragt mit seinem Ende 
fast bis zu 2/; der Länge des Hinterarmes vor. Die Wandung 
dieses Schlauchfadens ist sehr zart, das Innere von einer gelb- 
lichen Masse ausgefüllt. Ich vermuthe, dass dieser Anhang bei der 
Copula durch eingepresstes Blut steif gemacht wird und dass die 
spiralige Faser, welche man im Innern hier und da wahrnimmt, einen 
Nervenstrang vorstellt. Mit dem Flagellum bei Juliden ist dieser 
Schlauchfaden nicht zu vergleichen aus mehrfachen, nahe- 
liegenden Gründen, 


Als Auszeichnung der Hinterarme sind ferner zu nennen, 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 19 


ein schwarzer, dreieckiger, spitzer Zahn ß, der nach innen gerichtet 
ist (Greifzahn!), ein schwarzer Höckervorsprung y und eine schon 
erwähnte, keulenartige Endbildung!). Letztere ist von theils 
hellerem, theils dunklerem Braun. Besonders auffallend ist eine 
mehrfach gewundene, schwarze Verdickung &, die schliesslich in 
den mit einer Spitze versehenen Knoten (d) ausläuft und grössten- 
theils eine Rinne enthält, welche ich wegen der geringen Durch- 
sichtigkeit der Hinterblätter nicht weiter basalwärts habe verfolgen 
können, bei einigen andern Lysiopetalum-Arten aber noch deut- 
licher gesehen habe. Zweifellos handelt es sich hier um einen 
Spermagang, ganz entsprechend demjenigen vieler Juliden. 
Auffallend sind an der Endkeule ferner zwei spitze, abstehende 
Zähne, deren einer £ in Fig. XIV zu sehen ist und noch einige 
abstehende Läppchen. 


Es sei nun noch das erwähnt, was man am deutlichsten bei 
der Betrachtung der Aussenflächen einer Apparathälfte wahrnimmt. 
Die Verbindung der Vorderstützen mit den Vorderarmen geschieht 
durch 2 schon erwähnte Brücken. Bei der obereren (x Fig. XV) 
befindet sich ein Gelenk (Fig. XVa), indem das Coxalstück mit 
2 Fortsätzen den vorspringenden Stützenrand umfasst. Die untere 
Brücke enthält kein Gelenk, sondern eine Naht (y). Diese Brücke 
wird gemeinschaftlich von einem Ausläufer des Coxaltheils und 
einem solchen der hinteren Ventralplatte gebildet (Fig. XV). Man 
erkennt in dieser Ansicht noch besonders deutlich, dass überhaupt 
die hintere Ventralplatte, sowohl im rhomboidischen als 
Zapfen-Theil mit dem Coxalabschnitt der Vorderarme 
verwachsen ist. Der rhomboidische Theil, der ja am Ende in 
eine Zahnecke vorspringt, ist über derselben etwas ausgehöhlt und 
nach aussen reichlich mit Tastborsten besetzt. Den dunkeln 
Zapfentheil sieht man durchschimmern. Die Zapfentheile der 
hinteren beiden Ventralplatten dürfen am wenigsten überraschen, 
denn ich habe bereits oben erwähnt, dass bei einer normalen 
Ventralplatte zum Schutze des Stigmas jederseits ein Zapfen 
vorragt. Durch Theilung der Ventralplatte in 2 Hälften hat jede 
Hälfte einen solchen Zapfen mitbekommen. Hier ist er freilich 
grösser als an einer normalen Ventralplatte und sehr borstenreich, 
sodass er gewiss bei der Copula eine Rolle spielt. — Die Vorder- 
arme (V.) sind gegen die Basis stark verbreitert, im Uebrigen sehr 
gerade. Nach vorne treten sie in eine unregelmässig gezackte 
Kante vor, welche bei n7 beginnt und um den Endknopf noch 
herumzieht. 


Da die obere Brücke neben dem ovalen Fenster ein Gelenk (x) 
enthält, so bedarf es noch eines Beweises dessen, dass die 


!) Diese ist in Fig. XIV ebenso wie y etwas zu klein gezeichnet. 
Ik 


20 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


Vorderarme sammt den an sie angewachsenen hinteren Ventral- 
platten sich gegen die Muschelstützen nicht oder doch nur 
in sehr unbedeutendem Maasse bewegen können: Die Ecken r der 
hinteren Ventralplatten liegen in situ fest gegen die Verwachsungs- 
stelle (w) der Muschelstützen und den Stiel der vorderen Ventral- 
platte (V. a.) gedrückt. Da nun die hinteren Ventralplatten mit 
den Vorderstützen fest verwachsen sind, so bildet die Stelle o—r 
in mechanischer Hinsicht auch einen Berührungspunkt zwischen 
Vorderstütze und Vorderarm. Da diese beiden ausserdem 
die Berührungsstellen x und y haben und die Punkte o, y und x 
nicht in einer Linie liegen, sondern ein ungefähr rechtwinkeliges 
Dreieck mit grossen Katheten bestimmen, so folgt, dass Vorder- 
stützen und Vorderarme sich nicht gegen einander verschieben 
können. Eine geringe Bewegung wäre nur möglich, wenn r und o 
sich entfernen, was nur in sehr beschränktem Maasse möglich ist, 
weil das Rhomboidstück auch an der unteren Brücke bei y an- 
geheftet ist. 


Wollte man die hier als hintere Ventralplatten gedeuteten 
Theile als vordere ansehen, so bliebe die vordere, unpaare Platte 
unerklärt und es wäre die Annahme nothwendig, dass die hintere 
Ventralplatte spurlos verschwunden sei. Die obige Erklärung ist 
daher als die richtige anzusehen. 


Die Tracheentaschen der Diplopoden haben in morpholo- 
gischer sowohl wie physiologischer Hinsicht eine doppelte Natur. 
Sie sind einmal die Endabschnitte der Athmungssysteme 
und mit Bezug hierauf heissen sie eben Tracheentaschen, sie sind 
aber auch andererseits, durch den Besitz vorspringender, flächen- 
artig ausgebreiteter Kanten, die festen Anheftungsstellen für 
die basalen Beinmuskeln. 


Es ist für die d Juliden bekannt, dass die Tracheen- 
taschen der beiden zum 7. Körperdoppelring gehörigen Glieder- 
paare, in ihrer Funktion als Endabschnitte der Tracheensysteme 
dieses Ringes, entweder sehr beschränkt sind oder dieselben auch 
völlig verloren haben, während sie im Uebrigen nicht nur 
in vollstem Maasse die Funktion als Anheftungsbalken 
für die Muskeln der Copulationsorgane bewahrt haben, 
sondern sogar selbst mit denselben artikuliren (Vorder- 
blätter) oder mit ihnen verschmolzen sind (primäre Hinter 
blätter). 

Bei Lysiopetalum steht es ähnlich, doch sind insbesondere 
die Vorderstützen durch bedeutende Vergrösserung der 
Muskelflächen zu muschelförmigen Gebilden aufgeblasen, während 
sich die Hinterstützen den Juliden durchaus homodynam verhalten, 
nur relativ kleiner sind. 


Als weitere Belege für die Richtigkeit der hier gegebenen 
Auseinandersetzung des Copul.-App. von Lysiopetalum byzan- 
tinum dienen mir die bereits im Zool. Anz. Nr. 476 erwähnten 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 21 


5 Arten, über welche ich noch an anderer Stelle Näheres mittheilen 
'zu können hoffe. Im Vergleich mit jenen ist der Umstand sehr 
wichtig, dass bei L. byzantinum m. vollkommen die secundären 
Hinterblätter (Hinterarme) fehlen. Ich gründe daher für 
byzantinum die neue Untergattung Brölemannia!) m. und gebe 
folgende Tabelle: 

A. Copulationsapparat aus 2 Paaren von Armen gebildet, welche 
als Vorderblätter und Hinterblätter zu bezeichnen sind. Mittel- 
blätter fehlen vollständig. Vorderstützen gross, muschelförmig und 
aufgeblasen. Subgenus Brölemannia mihi. 

B. Copulationsapparat aus 3 Paaren von Armen gebildet, welche 
als Vorder-, Mittel- und Hinterblätter zu bezeichnen sind. .. C. 


C.-a. Die Vorderstützen sind gross, muschelförmig und auf- 


geblasen. Subgenus Lysiopetalum Verh. 
b. Die Vorderstützen sind klein und balkenartig, nicht auf- 
geblasen. Subgenus Silvestria Verh. 
& * 
+ 


Anmerkung: Das ursprünglichste Subgenus ist natürlich Bröle- 
mannia, welches mit der Gattung Pachyiulus unter den Juliden 
vergleichbar ist. 


Unter dem Titel „Origine dell’ organo copulativo nei Calli- 
podidae“?) hat F. Silvestri kürzlich einen Artikel von 2'/, Seiten 
publieirt, den ich nicht ganz mit Stillschweigen übergehen kann. 
Er eitirt darin zunächst einen Passus aus meiner Publication im 
Zool. Anz. N. 476 und beantwortet die Frage, ob der Cop.-App. 
der Lysiopetaliden aus 1 oder 2 Gliederpaaren entstanden sei, dahin, 
dass er sagt: „Da questi fatti si deduce con sicurezza (!) che l’organo 
copulativo dei Callipodidae non devesi retinere come trasformazione 
ne di un pajo di piedi, ne di due, ma come una formazione a 
se, e che il settimo segmento non & n& apodo, ne provisto di un 
solo pajo di piedi, ma di due paia.* Weiter wird ausgeführt, dass 
bei allen Diplopoden (ausser den Pselaphognatha) der Copu- 
lationsapparat „als eine Bildung für sich und nicht als eine Um- 
formung von Beinen“ angesehen werden muss! Unter dem „forma- 
zione a se“ versteht S. bei den Lysiopetaliden aber ein Ent- 
stehen aus den Ventralplatten, „ma estroflessione della parte ster- 
nale compresa tra il settimo e l’ottavo paio di piedi.“ Durch 
Differenzirung eines Theiles der Ventralplatte soll allmählig der 
mehr oder weniger complicirte Copulationsapparat entstanden sein. 
Aus dem eben Gesagten ergiebt sich aber, dass er eine derartige 


!) Benannt nach dem Myriopodenforscher H. W. Brölemann (Paris). 
2) Naturalista Siziliano. An. XIV. Nr.12. 1895. 


22 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


Entstehung für die Copulationsapparate fast aller Diplopoden be- 
hauptet. Ganz ausdrücklich wird sogar von den Oniscomorphen 
(Glomeriden) erklärt, dass ihre Copulationsfüsse keine Beine wären, 
sondern eine Bildung für sich; also, nach dem Obigen, wohl auch 
aus der Ventralplatte entstanden! 

Die Copulationsfüsse der Glomeriden sind gegen normale 
Laufbeine stark verdickt und sonst durch eine Reihe von Besonder- 
heiten ausgezeichnet, aber sie sind trotzdem gegliederte Füsse 
und wer etwas anderes behauptet, der verdreht einfach eine 
nackte, und dazu noch höchst leicht erkennbare That- 
sache! Soweit hat es Herr Silvestri mit seiner Hypothese aller- 
dings gebracht. Was im Uebrigen seine Ansicht über den Copul.- 
App. der Diplopoda-Proterandria und damit auch der Lysio- 
petaliden betrifft, so sei Folgendes constatirt: 

1. In dem Artikel von Silvestri ist keine Spur von Beweis 
für die Richtigkeit seiner Hypothese vorhanden. 

2. Silvestri hat nirgends auch nur den Versuch gemacht, 
sich ein Verständniss von den anatomischen Verhältnissen 
des Cop.-App. der Lysiopetaliden zu verschaffen. 

3. hat er nicht den geringsten Versuch gemacht, sich mit der 
ziemlich bedeutenden Litteratur über die Copulationsorgane der 
Diplopoden abzufinden, d. h. nachzuweisen, dass die Anschauungen 
über die betreffenden Organe der Juliden, Polydesmiden etc. 
nicht haltbar seien. 

Das Gesagte dürfte genügen, um zu zeigen, dass der Silvestri- 
sche Artikel „ad acta* gehört und nur die Rolle eines Curiosums 
spielen kann. 

11. Pachyiulus flavipes C©. Koch wurde in zahlreichen 
Exemplaren eingesandt. Dieselben stimmen in allen Merkmalen, 
(auch im Copul.-App.) mit den Thieren überein, welche ich in 
Dalmatien sammelte. 

12. Brachyiulus (?) austriacus Latz. mit breitem, roth- 
braunen Rücken und feiner schwarzer Rückenmittellinie. Collum 
und Hinterkopf in der Mitte braungelb. 

Ich erhielt nur 1 £, dessen hintere Körperhälfte abgebrochen. 


Verzeichniss der von Pera und Skutari in dieser Arbeit 
nachgewiesenen Myriopoden: 


. Geophilus ferrugineus C. Koch. 

. Geoph. flavidus C.K. subsp. Escherichii mihi. 
. Bothriogaster affinis Sseliw. 

. Himantarium Gabrielis L. - 

. Scolopendra cingulata Latr. 


a ET u Eu 


von Dr. K, Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 23 


6. Lithobius grossipes C. K. 

7. Lith. insignis Mein. 

8. Strongylosoma pallipes Oliv. subsp. Escherichii mihi. 
9. Polydesmus Escherichii mihi. 

10. Lysiopetalum (Brölemannia) byzantinum mihi., 

11. Pachyiulus flavipes C. K. 

12. Brachyiulus (?) austriacus Latz. 


Auszug der übrigen, wichtigsten Ergebnisse: 


81. Die Genitalsegmente von Bothriogaster d und 2 
sind sehr verschieden gebaut. 

$2. Das Tracheensystem von Bothriogaster ist hoch 
organisirt und enthält zwei sehr starke Längsstämme, welche mit 
etwas schlängelndem Verlauf durch den ganzen Körper hinziehen. 
Jeder Segmentabschnitt dieser Haupttracheen steht mit der Aussen- 
welt jederseits durch 2 Stigmen in Verbindung, das Stigma des 
eigenen und das Stigma des vorhergehenden Segmentes. 

$3. Die Bothriogaster besitzen sehr starke Bemendkrallen, 
aber schwache Giftklauen und Giftdrüsen. Sie scheinen ihre Beute- 
thiere, wie gewisse Schlangen, mehr zu erdrücken als durch Gift 
zu töten. 

$4. Eine physiologische Bedeutung der Bauchplattengruben 
von Bothriogaster konnte auf anatomischem Wege nicht er- 
mittelt werden. 

$5. Die Longitudinalmuskulatur lehrt, dass die sogenannten 
Complementärsegmente der Geophiliden keine reducirten 
Segmente sind, sondern Differencirungen der Ursegmente, 
denn die Zwischenstreifen werden von diesen Muskeln überbrückt. 

$6. Die Längs- und Kreuzmuskulatur der Dorsaldoppel- 
ringe der Diplopoden gehört zu den Hintersegmenten der- 
selben, die der Vordersegmente ist, in Folge der Verwachsung je 
zweier Segmente zu einem Doppelring, in Wegfall gekommen. 

$7. Die Antennen der Scolopendren machen eine Ana- 
morphose durch. 

$8. Die Segmentzahl der einzelnen Lysiopetaliden-Arten 
ist constant, abweichende Angaben beruhen wahrscheinlich alle 
auf dem Mangel der Erkenntniss der Unreife solcher Formen. 

$9. Der Copulationsapparat der Lysiopetaliden ist aus 
der Umbildung der Beine und Ventralplatten beider Segmente 
des 7. Rumpfdoppelringes entstanden. Die Vorderarme sind gegen 
die Vorderstützen abgesetzt, die primären Hinterarme sind mit 
ihren Stützen verschmolzen. 


24 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse einer 


$10. Während die Copulationsapparate der bisher be- 
kannten Lysiopetalum-Arten aus drei Paaren von Armen oder 
Blättern bestehen, kommen bei Brölemannia n. subg. nur erst 
zwei Paare vor, die Hinterblätter sind also noch nicht in Mittel- 
und secund. Hinterblätter differenzirt. 

$11l. Bei Lysiopetalum byzantinum Verh. sind die 
Vorderblätter durch eine Naht in zwei Theile noch deutlich 
abgesetzt, deren basaler als Coxa zu bezeichnen ist. 

$ 12. Das 4. Glied des viergliedrigen Tarsus der Lysio- 
petaliden ist nur passiv gegen das 3. beweglich, weil sein Gelenk 
der Muskeln entbehrt. 


9, Januar 1896, 


Tafelerklärung. 


Fig. I. Geophilus flavidus C. Koch subsp. Escherichii mihi. 3. letzte 
Ventralplatte der beintragenden Segmente mit dem Drüsenporenfelde. 

Fig. I. Geophilus flavidus C. K. typ. Dieselbe von einem Individuum 
aus Pola. £ 

Fig. III. Dieselbe von einem Exemplare aus Krain. 

Fig. IV—VII. Bothriogaster affinis Sseliw. 

IV. Praegenital- und Genitalsegment des @ von oben gesehen. f= durch- 
schimmernde Mittelrinne der Ventralplatte des ersteren. Pl=Pleural- 
stück, homodynam den grossen Vorschilden anderer Rumpfsegmente. 

V. Genitalsegment des 2 | 

VI, Genitalsegment des SS 

P. G. = Pleuren desselben. 

V. A. = Ventralplatte, D. A. = Dorsalplatte des Analsegmentes. 

V.V.= Ventralpl., D. V.= Dorsalpl. des complementären Vorringes 
des Genitalsegmentes. 

VII. Ansicht von innen und oben auf den mittleren Theil einer der Gruben 
führenden Segmente. 

P. = Porenfeld, p. = ein einzelner Porus stärker vergr. 
yy = seitliche Grenze des Drüsenballens. 

H. = Hufeisenwulst. 

v. = Vorder-, h. = Hinterrand der Ventralplatte. 

m. = quere Ventralmuskeln (innere Enden). 

VIII. Etwas schematischer, optischer Längsschnitt durch den unteren 
Theil eines der Gruben (H) enthaltenden Segmente. Ausserdem ist 
noch eine Faser der jederseits des Ganglion (g) und der Bauchdrüsen 
(dr) hinziehenden, ventralen Longitudinalmuskeln eingezeichnet. yy = 
Complementärstreifen. 

« und d = begrenzende Zwischenhäute dess. « = Commissuren. - 


von unten gesehen. 


Fig. IX. 


Fig. X. 


Fig. XI. 


von Dr. K. Escherich unternommenen Reise nach Kleinasien. 25 


Ein rechteckiges Stück aus dem Dorsalring von Julus nitidus Verh. 
(Rheinpreussen), links von der Mediane des Rückens herausgenommen 
durch 2 parallele Längsschnitte. 
— optischer Querschnitt des Hautskelettes am Ende der Duplicatur 
Dp. Dm. — Demarkationslinie zwischen Vorder- und Hinter- 
segment, Vs und Hs. w = Chitinwulst am Vorderrande des 
Vordersegmentes, zum Ansatz der Longitudinalmuskeln m und 
m3, welche, wie die Schrägmuskeln mi und m2, nur in kurzen 
Ansatzstücken gezeichnet sind. H = Intersegmentalhaut. 
S = Längsstreifen der Hintersegmente. 

p = Athemporen des Hautskelettes (nur zwischen 2 Längsfurchen 
eingezeichnet). b —= Tastborste am Hinterrande. e = optischer 
Querschnitt der Epidermis, welche in natura bis [e] reicht, 
durch die Alkoholeinwirkung aber weit zurückgezogen ist. 
x — Epidermis von der Fläche gesehen. 

Horizontaler Längsschnitt durch die Seite eines Dorsalringes von 
Julus. Bezeichnung meist wie vorher. x = Stelle wo die Innen- 
fläche der Duplikatur in die Verbindungshaut übergeht. (Es ist auch 
noch ein Stück des folgenden Segmentes gezeichnet und zwar mehr 
abgerückt als es in natura der Fall ist; es geschah das nur, um die 
Muskeln deutlicher erkennbar zu machen.) 

Strongylosoma pallipes Oliv. Endhälfte eines Copulationsfusses. 
x = Mündungsstelle des Spermaganges S. I = Innenast. 


Fig. XII. Dasselbe von Strong. pallipes Ol. subsp. Escherichii mihi. 
Fig. XIIl. Copulationsfuss von Polydesmus Escherichii mihi. f=Femoral- 


abschnitt. p = Haarpolster. S = Spermagang. 


Fig. XIV—XVI Lysiopetalum byzantinum mihi. 
XIV. Ansicht der rechten Hälfte des nach hinten (rechts) übergeneigten 


Copulationsapparates, von innen. 
Vs = Vorder-, Hs = Hinterseite. 


T. a. = vordere, T. p. = hintere Stütze (oder Tracheentasche). 
M = innerer, umgebogener Randtheil der vorderen Stütze. 
V. a. = unpaare vordere, V. p. d. = rechte hintere Ventralplatte. 


w = Wulst der vorderen Stützen und Ventralplattenstiel. 

V. = Vorder-, H= Hinterblatt. « = Stelle wo das Hinter- 
blatt mit seiner Stütze (T. p.) verschmolzen ist. 

p = keuliger Fadenanhang des Hinterblattes, co = Coxaltheil, auf 
welchen das Vorderblatt festsitzt. x und y = Berührungs- 
stellen zwischen vorderer Stütze und dem Coxaltheil. 

r = Ecke der hinteren Ventralplatte, welche sich gegen den 
Punkt o anlehnt. 

z = Nahtkante der hinteren Ventralplatte. 

Z = Theil der hinteren Ventralpl., welcher unten von vielen Poren 
durchbohrt ist, oben aber in einen Zapfen vorspringt und hier 
reichlich mit Tastborsten besetzt ist (Zapfentheil). 

h = hyaline Platte, welche von der hinteren Ventralplatte und dem 
Zapfentheil aus vorspringt. b = Balkenfortsatz, welcher eben- 
falls von der hinteren V. entspringt und 2 Büschel von Sehnen- 
fasern (s und sI) entsendet. 


26 Dr. Carl Verhoeff: Zoologische Ergebnisse ete. 


XV. Die linke Hälfte desselben Apparates von aussen gesehen. 
F. o. = ovales Fenster. V. p. s. = linke hintere Ventralplatte. 
„ = Beginn der gezähnelten Kante des Vorderblattes. (Sonstige 
Bezeichnung wie vorher.) 
XVa. Die Gelenkstelle (x) zwischen vorderer Stütze und dem Coxaltheil 
noch stärker vergrössert. 
XVI. Stützentheil eines Hinterblattes mit den Muskelsehnenbüscheln sII 
und sIII. tr = Tracheen. g = Grube für den Muskel sII. 


Schlussbemerkung: Es erscheint der II. Theil, die Orthopteren von 
Dr. H. Kraussin den „Zoolog. Jahrbüchern“, den III. Theil, die Myrmekophilen 
von E. Wasmann in der „Deutsch. entomol. Zeitschr.“, der IV. Theil, die 
Coleopteren von Dr. K. Escherich in den Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch. 
in Wien 1896. — 


Beiträge 


Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 


III. Aufsatz: Zusammenfassende Darstellung 
_ der Aufenthaltsorte der mitteleuropäischen Diplopoden '). 


Von 
Dr. phil. Carl Verhoeff, Bonn a. Rh, 


Es ist Thatsache, dass die zoologische Litteratur weit mehr 
systematisch-faunistische Arbeiten aufzuweisen hat, denen von 
Andern gesammeltes Material zu Grunde liegt als solche, in denen 
der Bearbeiter zugleich der Sammler ist. Niemand wird 
leugnen, dass Arbeiten der letzteren Art in einer bestimmten 
Richtung besser ausfallen können als erstere. Bei jenen vermag 
der Autor über die Aufenthaltsorte nichts mitzutheilen, er ist 
vielmehr auf die mehr weniger unbedeutenden und oft unsicheren 
Angaben unkundiger oder doch nicht genauer unterrichteter Sammler 
angewiesen. — 

Das Gesagte findet in Sonderheit auch auf die Myriopoden- 
litteratur Anwendung. In den Tropen hat meines Wissens bisher noch 
nie ein gewiegter Myriopodenforscher selbst geographisch-biologische 
Erfahrungen gesammelt und was wir aus den gemässigten Breiten, ins- 
besondere aus Europa wissen, kann noch lange nicht befriedigen. Bis 
in die neueste Zeit hinein begnügen sich die meisten Arbeiten über 
europäische und exotische Myriopoden mit der Vaterlandsangabe. 
Ueber Aufenthaltsorte theilen nur wenige Aufsätze etwas mit, 
die über Exoten fast nie. Die meisten Autoren können es factisch 
nicht, weil sie gar keine Gelegenheit hatten in solcher Richtung 
Erfahrungen zu sammeln. Betrübend ist es aber, wenn Forscher, 
welche gleichzeitig Sammler waren, in geographisch-biologischer 
Hinsicht unaufmerksam waren. 


1) I. Aufsatz: „Ueber einige neue Myriopoden der oesterreich-ungarischen 
Monarchie“, cf. Verh. d. zool.-bot. Ges. i. Wien 1895. 

II. Aufsatz: „Ueber mitteleuropäische Geophiliden“. cf. diese Zeitschr. 
Berlin 1896. 


28 Dr. Carl Verhoeff: 


Die bisherigen Angaben über Aufenthaltsorte sind recht spär- 
lich und zerstreut. Selbst in R. Latzels vortrefflichem Werke 
über „die Myriopoden der österreichisch-ungarischen Monarchie“ 
Wien 1880—84, ist in dieser Hinsicht nicht das zu finden, was man 
erwarten sollte. Ja sein „Schlusswort“ im I. Bd. p. 371 und 72 
dürfte geradezu schädlich wirken. Dagegen kann ich eine Arbeit 
von O. vom Rath, zu Freiburg in Breisgau 1891 erschienen, 
(Biologie der Diplopoden) rühmend hervorheben, weil darin 
mancherlei biologische Fragen zusammenfassend erörtert werden 
und die Behandlung der Aufenthaltsorte ebenfalls nicht vergessen 
wurde. Auch sind neuerdings einige kleinere Aufsätze, z. B. von 
H. W. Brölemann (Paris) erschienen, welche geeignet sind, an- 
regend zu wirken. 

Da mir selbst ausser verschiedenen Gegenden des westlichen 
Deutschlands, auf Grund einiger Reisen, Allgäu, Tirol, Salz- 
burg, Schweiz, Kärnthen, Krain, Steiermark, Istrien, 
Croatien, Dalmatien, Bosnien, Süd--und Mittel-Ungarn 
mehr oder weniger genau bekannt geworden sind, so will ich im 
Folgenden versuchen, eine Reihe meiner biologisch-geographischen 
Beobachtungen zusammenzufassen, und dabei auch anderweitige 
Angaben benutzen. Vorläufig beschränke ich mich auf die Diplo- 
poden. 2 

Schon 1891 habe ich in meinem „Beitrag zur mitteleuropäischen 
Diplopoden-Fauna“ Berl. ent. Zeitschr. p. 116 den Versuch gemacht, 
biologisch-geographische Gruppen der Diplopoden aufzustellen. 
Diese kann ich jetzt auf Grund viel grösserer Erfahrungen als 
damals nicht nur verbessern, sondern auch zu definitiv gültigen 
Gruppen umgestalten. Es sind hierzu sowohl orographische und 
hydrographische, als geologische und botanische Verhältnisse 
bestimmend gewesen, denn es ist nicht möglich, die Diplopoden 
nach nur einem dieser Gesichtspunkte allein zu gruppiren. Ich 
muss aber auch ausdrücklich bemerken, dass Niemand verlangen 
kann und darf, dass bestimmte Thiere, welche ich für diese oder 
jene Gruppe angebe, nun immer ausschliesslich nur so oder so an- 
getroffen werden könnten. Vielmehr ist es gar nicht anders möglich, 
als dass die biologischen Gruppen die Thiere nach ihren Hauptaufent- 
haltsorten, nach ihren Lieblingsplätzen zusammenfassen, während sie 
hin und wieder auch mal anderwärts gefunden werden können. Einige 
Gruppen sind allerdings sehr ausschliesslicher Natur. Ich will auch 
gleich hervorheben, dass nicht wenige Formen mehreren Gruppen 
angehören, manche in der Jugend andere Lieblingsplätze wählen 
wie im Alter, und dass auch Tages- und Jahreszeit den Aufent- 
haltsort mehr oder weniger verschieben können. 

Ich habe nach reifliger Ueberlegung die Ueberzeugung ge- 
wonnen, dass die paläarktischen Diplopoden am besten in folgende 
biologische Gruppen eingetheilt werden: 

I. Feldthiere auf schwerem Boden. 
II. Feldthiere auf Sandboden. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 29 


III. Steinthiere. 
IV. Laubthiere. 
V. Rindenthiere. 
VI. Pflanzenthiere. 
VII. Uferthiere. 
VII. Höhlenthiere. 
IX. Alpine Thiere. 
X. Fremdlinge. 


* + 
* 


I. Feldthiere auf schwerem Boden. 


Hierhin rechne ich alle diejenigen Arten, welche in Gärten, 
auf Aeckern und an Wegen, sowie auf Schuttplätzen und un- 
bebauten Orten, also überhaupt an Lokalitäten sich finden, welche 
mit Cultur-, Ruderal und Ackerpflanzen bestanden sind und lehmigen, 
lettigen, thonigen oder sonstwie schweren und nicht sandigen Unter- 
grund haben. 

Für Westdeutschland &tc. höchst charakteristisch ist hier 
Julus londinensis Leach, der mitunter in einer Gegend massen- 
weise anzutreffen ist und sich insbesondere gern unter Feldsteinen 
aufhält. Man findet das Thier allerdings auch in Wäldern, aber 
im Ganzen selten und dann giebt es fast immer Aecker u. d. in 
der Nähe. Auf waldlosen Strecken des westfälischen Haarstranges 
habe ich dieses Thier zu Hunderten gefunden, aber keinen andern 
Diplopoden. Mit ihm zusammen, aber nur im südlichen West- 
deutschland und weiterhin in Frankreich und Italien, lebt Schizo- 
phyllum mediterraneum Latzel.e. Ein Garten- und Ackerthier 
ist ferner Julus luscus Mein. und var. homalopsis Latz., so bei 
Hamburg und in Nordfrankreich beobachtet, auch Blaniulus 
guttulatus Gerv., den man übrigens an allerlei Stoffen gefunden 
hat, so Excrementen, trockenen Cadavern, an Früchten z. B. Erd- 
beeren und an Kohl. 


II. Feldthiere auf Sandboden. 


Für Sandgebiete in Deutschland ist Schizophyllum sabu- 
losum (L.) Latzel charakteristisch. Merkwürdigerweise geht dieses 
Thier aber in den Alpen auf nicht sandigem Boden ziemlich hoch 
hinauf und zeigt sich in Steiermark überhaupt nicht an Sandboden 
gebunden, da es sich vielmehr zu Gruppe IV hält. Dafür besitzt 
Oesterreich-Ungarn in Brachyiulus unilineatus ©. K. ein aus- 
gezeichnetes Sand- und Steppenthier, das ich an vielen Orten ge- 
funden habe, aber nie anders als auf Sandboden. Das eigentliche, 
sandige Steppen-Ungarn besitzt überhaupt keinen andern Dipio- 
poden als diesen. — Auf den sandigen friesischen Inseln ist Julus 
frisius Verh. der einzige Vertreter der Dipl.-Classe. 


30 Dr. Carl Verhoeff: 


III. Steinthiere. 


In dieser Gruppe will ich nicht etwa alle diejenigen Formen 
zusammenfassen, welche sich unter Steinen und Felsstücken aufhalten, 
denn das gilt mehr oder weniger für die meisten Doppelfüsser. 
Hierhin gehören vielmehr solche Formen, welche sowohl diejenigen 
Länder als auch diejenigen Localitäten besonders und mit Vorliebe 
innehaben, an welchen sowohl das Grundgestein zu Tage tritt 
als auch reichlich Trümmer desselben umhergestreut liegen. Es 
sind also verhältnissmässig trockene und vegetationsarme Distrikte, 
welche den hierher gehörigen Thieren besonders zusagen, Gebiete, 
welche kein oder nur sehr wenig Alluvium oder Diluvium be- 
sitzen. Gleichzeitig ist zu betonen, dass diese Formen weder 
bedeutende Höhen ersteigen, noch sich in Höhlen aufhalten. Bis- 
weilen beobachtet man sie frei umherlaufend, sonst aber immer 
unter Steinen; meistens ausserhalb des Waldes. — Alle mir 
bekannten Lysiopetaliden gehören in diese Gruppe, auch alle 
Pachyiulus-Arten; ferner Glomeris conspersa C. K., pustu- 
lata Latr., pulchra C. K. und tridentina Latz., auch wohl 
multistriata C. K., ferner Strongylosoma iadreuse Pregl in 
Dalmatien und Polydesmus subinteger Latz. im südlichen West- 
deutschland und in Frankreich. Wahrscheinlich gehören viele 
Schizophyllum-Arten Südeuropas hierher und Sch. mediterra- 
neum kann hier ebenso gut aufgeführt werden, wie unter Nr. I. 


IV. Laubthiere. 


Diese Gruppe ist die stärkste von allen. Sie enthält die 
meisten charakteristischen Waldthiere, und zwar die, welche mit 
besonderer Liebhaberei in den Schichten der abgefallenen 
Blätter der Laubwälder hausen. Ohne einen bedeutenden 
Feuchtigkeitsgehalt ihrer Umgebung können sie nicht existiren. 
Gegen das Licht sind sie in verschiedenem Maasse empfindlich. 
Die helleren und an Ocellen ärmeren Formen der Juliden leben 
mehr in der Erde unter den Blättern vergraben, oder wenn die 
Blattschichten tief sind, in den untersten, die dunkleren und an 
Ocellen reicheren Formen mehr zwischen den oberen Blattschichten. 

Von Juliden sind zu nennen die Gattungen Micropodoiulus, 
Tachypodoiulus, Leptophyllum, Julus (grösstentheils), sowie 
die Arten Brachyiulus austriacus Latz. und projectus ‚Verh. 
Für manche Gegenden muss auch Schizophyllum sabnlosum 
erwähnt werden. Die Chordeumiden sind gleichfalls stark be- 
theiligt, aber wegen ihrer durchschnittlich grösseren Seltenheit 
viel weniger hinsichtlich ihrer charakteristischen Aufenthaltsorte 
bekannt. Jedenfalls müssen mehrere Atractosomen hierher- 
gestellt werden, sowie die Gattungen Poratia, Chordeuma und 
Verhoeffia. Fast alle verlangen noch mehr Feuchtigkeit als 
jene Juliden und halten sich deshalb alle sehr gern in der Nähe 
kleiner Waldbäche auf. Sie folgen denselben aber in der Regel nur 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 31 


so weit, als der Wald und dementsprechend auch die Bodenlaub- 
schichten reichen. Auch unter den Polydesmiden und Glome- 
riden giebt es Laubthiere, so Polydesmus complanatus (L.) 
Latz., denticulatus und edentulus (©. K., helveticus Verh. und 
häufig auch illyricus Verh. — Polydesmus collaris C. K. und 
Strongylosoma pallipes Oliv. harmoniren in sofern mit den 
genannten Chordeumiden als sie zwar auch höchst selten das 
Waldgebiet verlassen, aber äusserst wasserbedürftig sind. In 
grösseren Mengen habe ich beide Arten in Steiermark, 
Krain, Banat, Bosnien und Croatien immer nur am Ufer von 
Bächen (unter Laub) oder kleinen Flüssen (unter Genist und Steinen) 
angetroffen und zwar die Alten gemeinsam mit Entwickelungs- 
formen. Sie gehören daher gleichzeitig in die VII. Gruppe. An 
waldlosen Stellen der Flussufer habe ich immer nur vereinzelte 
Stücke gefunden, welche leicht durch Hochwasser fortgetragen sein 
konnten. — Echte Laubthiere sind ferner Glomeris marginata 
Vill. und hexasticha Bra. Erstere kann man im Rheinlande in 
Erlen- und Birkenwäldern unter den Laubmassen bisweilen zu 
Hunderten antreffen, während letztere dort ebenfalls vorkommt, 
aber mehr vereinzelt. 


V. Rindenthiere. 


Damit sind nicht nur diejenigen gemeint, welche sich unter 
Rinden aufhalten, sondern alle Bewohner von morschen oder faulen 
Baumstümpfen überhaupt. Vielfach halten sich diese Thiere auch 
unter umgestürzten oder gefällten Bäumen auf, auch unter umher- 
liegenden feuchten Rindenstücken und Pfählen, überhaupt Holz- 
theilen aller Art. 

In Baumstucken leben mit Vorliebe Julus silvarum Mein., 
Blaniulus venustus Mein., Polyzonium germanicum Bra. 
und Glomeris ornata C. K., häufig auch die Laubthiere Julus 
boleti C. K. und luridus Latz. Ausnahmslos unter Baumrinden 
trifft man den Isobates varicornis Me., vorwiegend unter Rinden 
und Holzstücken Atractosoma meridionale Fanz., den ich schon 
bis zu Mannshöhe emporklimmend gesehen habe. Aehnlich steht 
es mit Craspedosoma Rawlinsii Leach. und dessen subsp. 
simile Verh., sowie Atractosoma athesinum Fedr., welche 
letztere wahrscheinlich die Entwicklungsformen zu den ersteren 
enthält. Alle 3 werden besonders oft unter allerlei Holz- und 
Rindenstücken gefunden, simile traf ich unter Rinden schon in 
1 m Höhe und mehr. Solche sind nach meinen Erfahrungen auch 
die Lieblingsplätze des Polydesmus illyricus Verh., ein Thier, 
das ich merkwürdigerweise aber auch bei Semlin in völlig wald- 
loser Gegend in Menge unter Steinen, nahe der Donau, am Fusse 
der Lössterassen antraf. — Auch Polyxenus lagurus wird fast 
ausschliesslich unter Rinden, namentlich von Coniferen, Salix 
und Obstbäumen gefunden. Bei Abbazia habe ich ihn bei hellem 
Tage mit dem Schirm von Laubhölzern geklopft. Bei Hamburg 


32 Dr. Carl Verhoeff: 


wurde er „zahlreich in Polyporus adustus“ bemerkt (cf. Latzel), 
während ich ihn und seine abgestreiften Häute in den Bauten von 
verschiedenen Hymenopteren fand, welche in Rubuszweige an- 
gelegt werden. Tachypodoiulus albipes C. K. ist zwar haupt- 
sächlich Laubthier, doch kann man ihn auch zur Genüge unter 
Rinden beobachten. Auch diesen entdeckte ich einmal in einem Rubus- 
Hymenopterenbau. Die Gattungen Isobates und Polyxenus sind 
wohl die einzigen, welche nur oder fast nur Rindenthiere enthalten. 


VI. Pflanzenthiere. 


Unter dieser Bezeichnung fasse ich alle Diplopoden zusammen, 
welche auf Kräuter oder Sträucher klettern, um von den- 
selben zu fressen, mögen es nun Blatt- oder Fruchttheile sein, 
welche sie anlocken. Beobachtungen in einem Walde bei Laibach, 
welche ich im Zool. Anzeiger Nr. 476, 1895 publicirte, sind der 
erste Hinweis auf solche Ernährungsart. Es ist zweifellos, dass 
kein Diplopode den grössten Theil seines Lebens in derartiger 
Weise, also freilebend auf Pflanzen, zubringt, aber es müssen doch 
diejenigen Arten festgestellt werden, welche zu einer solchen Leben- 
weise bei günstigen Umständen hinneigen. L. ec. habe ich Brachy- 
desmus Attemsii Verh. Atractosoma athesinum Fedr. und 
Strongylosoma pallipes Oliv. als Blattfresser angegeben. Es ist 
aber wahrscheinlich, dass auch Julus foetidus C. K. und spini- 
fer Verh. zur Aufnahme von Pflanzenkost Kräuter besteigen, worauf 
ihre Analsegmentgestaltung besonders hinweist. Meine Beobachtung, 
dass Schizophyllum sabulosum sogar Blüthen von Ranunculus 
erklettert, um dieselben anzufressen, scheint bis jetzt einzig dazu- 
stehen. — (Vergl. auch Polyxenus bei Nr. V.) 


VI. Uferthiere. 


Wie aus der Erörterung der Gruppe IV (Laubthiere), schon 
hervorgeht, stehen die Uferthiere jenen z. Th. biologisch sehr nahe. 
Beide Gruppen sind im Allgemeinen um so weniger scharf getrennt, 
je dürrer die Waldungen sind. Denn in trockenen Gegenden 
werden die Waldthiere naturgemäss mehr als in feuchten an die 
Quellen, Bächlein und Flüsse herangedrängt, um in deren nächster 
Nachbarschaft zu existiren. Dergleichen ist namentlich in ver- 
karsteten Gegenden der Fall, wo den Thieren die Existenz abseits von 
Wasserläufen, im Innern der Wälder, um so mehr erschwert wird, 
je weniger humös der Grund ist. Es gilt das also besonders für viele 
Gegenden von Südungarn, Bosnien, Dalmatien, Istrien, Krain öte. 
In Deutschland, wo karstiges Kalkgestein wenig vorkommt, sind 
deshalb die Wälder im Sommer weniger ausgedörrt, die Laubthiere 
sind weniger von den Wasserläufen abhängig und können sich mehr 
durch die Wälder zerstreuen. Die Unterscheidung von Laub- und 
Uferthieren ist dort also leichter als in jenen Gegenden. — Ein 
sehr charakteristischer Flussuferdiplopode ist Brachyiulus pu- 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 33 


sillus Leach., nach meinen Beobachtungen in Deutschland und 
Ungarn und nach denen Brölemanns in Frankreich. Da er 
waldiges Terrain meidet und Vorliebe für kiesigen oder sandigen 
Untergrund hat, gerät er auch schwerlich in das Gebiet der Laub- 
thiere und selten an kleinere Bäche. Sein Trabant ist (ebenfalls 
nach meinen und Brölemanns Beobachtungen) der Brachydesmus 
superus Latzel, während die subsp. mosellanus Verh. ein Laub- 
thier zu sein scheint. Dass Polydesmus collaris und Strongy- 
losoma pallipes auch hierhergehören, (und in welcher Weise) 
wurde schon oben erwähnt. Auch muss hervorgehoben werden, 
dass Chordeuma silvestre ©. K. und germanicum Verh. meistens 
nahe bei Bächen anzutreffen sind. Ebenso steht es mit Julus 
Bertkaui Verh, Brachydesmus polydesmoides, Dadayii und 
bosniensis Verh. Manche Juliden, besonders Pachyiulus, 
leben als Junge gern am Flussufern, wo man sie bisweilen in 
ganzen Klumpen auffindet. 


VIH. Höhlenthiere. 


Aus dem politischen Deutschland ist, trotz vieler Höhlen, bisher 
kein Diplopode als Bewohner derselben sicher bekannt geworden. 
OÖ. vom Rath erwähnt in seiner „Biologie der Diplopoden“ auf S. 6, 
dass er aus „der Haselhöhle bei Wehr, nicht weit von Basel, eine 
ganz blasse Craspedosomaspecies“ besitze, welche er für stygium 
Latzel halte. Da er hierüber jedoch nichts Näheres mittheilt, so 
ist das eine beweislose Vermuthung. Die grosse Entfernung von 
Krain spricht jedenfalls für das Gegentheil. 

Unter den Höhlenthieren giebt es echte und unechte. Die 
echten Höhlenthiere leben nur in Höhlen, die unechten kommen 
auch ausserhalb derselben vor. 

Glomeridae: Glomeris inferorum Latzel wurde in der 
Höhle „Casotto“ bei Mondovi in Oberitalien entdeckt. 

Gervaisia costata Waga ist von mehreren Autoren (auch 
von mir selbst) in Höhlen gefunden worden, muss aber als unechtes 
Höhlenthier bezeichnet werden, weil es von Waga, Latzel, Attems 
und mir auch in Wäldern als Laubthier gefunden ist. 

Polydesmidae: Echte Höhlentiere sind: Brachydesmus sub- 
terraneus Hell. und subsp. spelaeorum Verh., inferus Latz. 
und troglobius Daday. Die ersteren drei bewohnen Krainer 
Höhlen, die letzte die „Abaligeti*-Höhle in Ungarn (wo?). — Poly- 
desmus troglobius Latz. ist in der Bossea-Höhle bei Mondovi, 
Barberii Latz. in mehreren Grotten Nordliguriens entdeckt worden. 
Silvestri beschreibt unvollständig einen P. longicornis aus der 
Höhle „Orso in Laglio“. P. rangifer Latz., welcher von mir in 
den Luegger Höhlen bei Adelsberg gefunden wurde, ist kein echtes 
Höhlenthier. C. Attems beschrieb aus dem Lurloch bei Graz eine 
var. spelaea, welche zu P. edentulus ©. K. gehört und offenbar 
nur im Finstern vorkommt. 

Chordeumidae: Von Scotherpes troglodytes Latz. sind 

Arch, f, Naturgesch. Jahrg-1896. Bd.I. H.1. 3 


34 Dr. Carl Verhoeff: 


bisher nur 2 2 bekannt, deren eines von Latzel in der Adelsberger 
deren anderes von mir in der Magdalenengrotte gefunden wurde. 
Craspedosoma (Attemsia) stygium ist ebenfalls ein echtes 
Höhlenthier, bekannt aus den Adelsberger und den Luegger Höhlen. 
(Latzel, Verhoeff.) Aus nordligurischen Höhlen beschrieb Latzel 
Atractosoma hyalops und angustum, beide mit deutlichen 
Öcellenhaufen, doch führt er zu letzterer zwei Varietäten auf, 
nämlich var. hebescens mit undeutlichen und var. caecum ohne 
Ocellen. 

Julidae: Blinde Arten enthält bekanntlich die Untergattung 
Typhloiulus, zu Julus gehörig. Aber merkwürdigerweise sind 
die meisten, nämlich psilonotus und strictus Latzel und Cantonii 
Brölem. oberirdisch gefunden worden, der erste in Dalmatien, der 
zweite im Banat und Serbien, der dritte sogar im botanischen 
Garten zu Pavia. Nur Julus (Typhloiulus) Tobias Berl. scheint 
ein echtes Höhlenthier zu sein, da es von Dalla-Torre in der „Grotta 
di Oliero“ Venetiens gefunden wurde. Auch der noch sehr proble- 
matische „Mesoiulus paradoxus Berl.“ wurde, obwohl er blind 
ist, bei Padua oberirdisch entdeckt. Blaniulus verhält sich ähnlich 
wie Typhloiulus, denn guttulatus Gerv. (Deutschland £te.) 
hirsutus Bröl. (Mentone, Alpes maritimes) und Dollfusi Bröl. 
(Basses-Pyrönses) leben oberirdisch, obwohl sie der Augen entbehren, 
während nur der ebenfalls blinde concolor Bröl., in der „Grotte 
du Loup, pres de Lourdes“ Basses-Pyrenees gefunden, unterirdisch 
zu leben scheint. 

Lysiopetaliden, Polyxeniden und Polyzoniiden sind 
bisher in Höhlen nicht beobachtet worden. — Eine Uebersicht der 
Höhlenthiere im Allgemeinen lehrt, dass es durchgehends kleinere 
Formen sind, welche sich an das Leben im „Reiche der Schatten“ 
angepasst haben. Die Erklärung hierfür ist in den schlechten 
Ernährungsverhältnissen fast aller Höhlen zu suchen. Grössere 
Formen, wie etwa Pachyiulus, Schizophyllum, Lysiopetalum 
u. a. würden fast nie im Stande sein bei Höhlenleben die genügende 
Nahrung aufzutreiben. Dass die durchgehends blinde Formen ent- 
haltende Familie der Polydesmiden auch das stärkste Contingent 
zur Höhlenfauna stellt, ist beachtenswerth und zugleich sehr ver- 
ständlich. Nächst ihnen scheinen die Chordeumiden die meisten 
Höhlenthiere zu enthalten. 

Jedenfalls sind unsere Kenntnisse von der Myriopoden-Fauna 
der Höhlen und Grotten Europas noch sehr unvollständig, da über 
manche Länder noch gar nichts über andere sehr wenig bekannt ist. 
Höhlen finden sich im Allgemeinen in einem Lande um so mehr, 
je spaltenreicher der Felsgrund überhaupt ist. Solche Gegenden 
pflegen trockenen Boden zu haben. In der trockenen Jahreszeit 
sind daher die Höhlen, welche noch einige Feuchtigkeit bewahren, 
Anziehungspunkte für feuchtebedürftige Thiere. In diese schlüpfen 
dieselben dann zur Noth gezwungenermaassen und bleiben 
unter Umständen, ganz einerlei, ob sie blind sind oder nicht. Blinde 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 35 


bleiben blind, Sehende erhalten nach und nach schwächere Augen. 
Aber nur blinde Arten in Höhlen zu erwarten, entspricht nicht dem 
eben Gesagten. 


IX. Alpine Thiere. 


Als solche sind nicht etwa alle in Alpengegenden vorkommenden 
Myriopoden zu bezeichnen, sondern nur diejenigen welche aus- 
schliesslich im Rahmen der Alpenländer gefunden werden. 
Dabei können diese Thiere sehr verschiedene Höhen bewohnen. 
Ich bezweifle nicht, dass, wenn unsere Kenntnisse weiter fortge- 
schritten sind, eine Unterscheidung zwischen Oberalpinen und 
Unteralpinen erfolgen kann und muss. Vorläufig ist das noch 
unmöglich, weshalb ich mich auf die Angabe einer Reihe ganz un- 
zweifelhaft alpiner Diplopoden beschränken muss: 

Glomeridae: Die Arten dieser Familie gehen in den Alpen 
im Allgemeinen nicht sehr hoch hinauf. Sicher alpin ist trans- 
. alpina C. K., für welche ich hiermit den Namen alpina C. K. 
(Verh.) vorschlage, weil ersterer unrichtig. (Zu dieser gehört auch 
die cingulata C.K. als Var.) Wahrscheinlich ist auch tirolensis 
Latz. auf die Alpen beschränkt. 

Polydesmidae: Polydesmus tatranus Latz. bewohnt die 
hohe Tatra, noricus Latz. die Hochgebirge Kärnthens._ Derselbe 
bezeichnet als „complanatus var. monticola“ ein Thier, welches 
in „den Salzburger, Kärtner und Tyroler Alpen, vom Altvater und 
der hohen Tatra“ vorliegt, mir aber unbekannt ist!). Polydesmus 
alticola Verh. fand ich bei 2000 m in der Schweiz am Daubensee, 
helveticus Verh. ist zwar kein Höhenthier, dürfte aber doch auf 
Alpengegenden beschränkt sein. 

Chordeumidae: Verhoeffia illyrieum Verh. reicht wahr- 
scheinlich nicht über das Alpengebiet hinaus, ebenso Atractosoma 
meridionale Fanz. At. carpathicum Latz. haust besonders in 
der Tatra. 

Rechte Alpenthiere sind ferner Atractosoma pusillum Verh. 
(istrischer Monte Maggiore), A. helveticum Verh. (Zermatt), A. 
montivagum Verh. (Schweiz bis 2000 m), A. alticolum Verh. 
(Ortlergebiet bei 2600m, Pic Padella in der Schweiz bei über 2000 m), 
wahrscheinlich auch A. tirolense Verh., den ich allerdings in einem 
Alpenthale gefunden habe. Chordeuma nodulosum Verh. ent- 
deckte ich bei 2000 m am Genfer See, Craspedosoma oribates 
Latz. ist, wie schon der Name sagt, ein Bergthier, auch habe ich 
es noch bei 2800 m im Monte Rosa-Gebiet aufgefunden, Cr. flaves- 
cens Latzel bei 2000 m am Genfer See. Der Autor giebt die Art 
aus einer Reihe von Gegenden an, welche hohe Gebirge enthalten, 
ohne über das Vorkommen Näheres zu äussern. In einem „steieri- 
schen Hochgebirgsthal“ entdeckte er Cr. crenulatum, an ähnlicher 


t) Da Latzel den illyricus Verh. gar nicht kannte, so ist es sehr 
zweifelhaft, ob monticola wirklich zu complanatus zu stellen ist! 


3% 


36 Dr. Carl Verhoeff: 


Oertlichkeit Cr. moniliforme. — Verschiedene Höhen bewohnen 
Atractosoma elaphron und triaina Att. sowie Craspedosoma 
simile Att., doch dürften diese ebenso wie Trachysoma auf die 
Ostalpen beschränkt sein. 

Die Gatt. Rhiscosoma, welche vielleicht nur Entwickelungs- 
stadien anderer Chordeumiden enthält, kennt man bisher auch 
nur aus Alpengegenden. Ich selbst traf sie auf der Raxalpe, ober- 
halb der Baumgrenze. 

Julidae: Bei mehr als 2000 m Höhe wurde auf dem Pic 
Padella und am Albula-Pass in der Schweiz Julus Braueri Verh. 
entdeckt. Bei 2000 m fand ich am Daubensee den Julus helve- 
ticus Verh. Ein Hochgebirgsthier ist ferner Julus oribates Latz. 
Als unteralpine Thiere betrachte ich J. Meinerti Verh. und fulvi- 
ceps Latz. — Die Gattung Julus scheint übrigens die einzige der 
Familie zu sein, welche in Europa echte alpine Formen enthält. 

Der „Alpen-Julus“ alemannicus Verh. ist zwar in den Central- 
alpen besonders reichlich vertreten und steigt bis über die Baum- 
grenze hinauf, nicht aber in die Regionen über 2500 m. Da er 
nach Süden und Norden sich beträchtlich über die Alpengegenden 
hinaus erstreckt, nämlich nach Süddeutschland und der lombardischen 
Ebene, so kann er nicht als echtes Alpenthier angesprochen werden. 
Alle alpinen Diplopoden sind gleichzeitig Laubthiere. Wenn 
sie Regionen oberhalb der Baumgrenze bewohnen, welche keine 
Laubschichten mehr bieten, so sind sie entweder mit echten Laub- 
thieren verwandt oder kommen selbst theilweise auch unter der 
Baumgrenze vor und sind dann Laubthiere. Deshalb liesse sich 
diese Gruppe vielleicht besser ganz auf die Hochalpinen be- 
schränken, welche vorwiegend oberhalb der Baumgrenze leben, 
während man dann die Laubthiere in alpine und ausseralpine theilen 
könnte. 

Obwohl auch hier unsere Kenntnisse noch recht unvollständig 
sind, geht aus dem Vorigen doch schon zur Genüge hervor, dass 
nicht nur Atractosoma „eine Alpengattung par excellence“ ist, 
sondern die Chordeumiden überhaupt in erster Linie an 
der Alpenfauna der Diplopoden betheiligt sind. Da sie 
gegen die Kälte sich am wenigsten empfindlich zeigen, aus Skan- 
dinavien (nach v. Porat) aber nur eine Art, nämlich Craspedo- 
soma Rawlinsii Leach. bekannt ist, so möchte man von dort mehr 
Arten erwarten, wenn nicht die geringe Verbreitungsfähigkeit und 
die Abneigung der meisten Arten gegen die Ebene überhaupt da- 
gegen sprächen. Es ist aber trotzdem nicht ausgeschlossen, dass 
noch arktische Chordeumiden entdeckt werden. 


X. Fremdlinge. 

Darunter verstehe ich diejenigen unter der Mitwirkung des 
Menschen verschleppten Arten, welche sich in Warmhäusern, bota- 
nischen Gärten, oder in der Nähe von Stapelplätzen auf Culturland 
u. d. aufhalten und sonst in benachbarten „Naturgegenden“ nicht 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 37 


zu finden sind. — Sehr bekannt ist in dieser Hinsicht Paradesmus 
gracilis C. K., ein Einwohner vieler Treibhäuser. Ebenso wurde 
in Gothenburg (Schweden) Sceytonotus digitatus v. Por. in 
Gärtnereien aufgefunden, in Hamburg (Latzel) traf man ihn sogar 
in einer Lohgerberei. — Kürzlich hat Latzel noch mehrere andere 
Formen nachgewiesen, welche sich als Fremdlinge in Hamburg ein- 
gestellt, so Spirobolus dietyonotus Latz. und „Paradesmus“(?) 
albonanus Latz. — Mit der Zunahme der Cultur wird auch wohl 
die Zahl dieser Arten zunehmen. Es ist auf solche noch wenig 
geachtet worden. 


+ 


Es geht aus dem Gesagten hervor, dass diejenigen Gegenden 
der Erde, an welchen das Grundgestein zu Tage tritt, an Myrio- 
poden reicher sind, als die diluvialen und alluvialen, jungen 
Ländergebiete. 

Nähere Beziehungen zu andern Thieren!) sind bisher nicht 
bekannt geworden. Auch als echt myrmekophil ist kein Diplopode 
erwiesen, wenngleich Polydesmus complanatus, Blaniulus 
venustus und Julus silvarum gern die Kolonien von Formica 
rufa und Lasius niger besuchen. Blaniulus venustus kommt, 
wie ich I. c. 1891 nachwies, unten in den Nestern der Waldameise, 
bisweilen zu Tausenden vor. 

Was die Geselligkeit der Diplopoden betrifft, so lässt sich 
im Allgemeinen der Satz aufstellen, dass die Jungen sich mehr 
zusammenhalten wie die Alten. Aber hiervon giebt es Ausnahmen. 
So habe ich z. B. die jungen, bunten Tachypodoiulus albipes 
immer nur vereinzelt angetroffen. Als Beispiele für Formen, welche 
in der Jugend gesellig leben, will ich Atractosoma athesinum 
anführen, der unter Holzstücken nicht selten in Schaaren angetroffen 
wird, ferner die Polydesmen, Strongylosomen, Schizo- 
phyllum und Pachyiulus. Die Glomeriden neigen das ganze 
Leben hindurch zur Geselligkeit, ebenso die Polydesmiden, aber 
weniger. Die meisten Chordeumiden leben auch schon als jüngere 
Entwicklungsstadien vereinzelt. Lysiopetalum scheint sich sehr 
verschieden zu verhalten. Junge findet man, ebenso wie bei Julus, 
nicht grade häufig. Die Alten des Lys. illyricum leben gesellig, 
von andern Arten traf ich sie stets vereinzelt. Im Banat habe ich 
unter morschem Holze einmal mehrere Hundert junge Poly- 
desmus der Stufen IV und V dicht zusammengedrängt angetroffen. 
In den Zeiten der Begattung kann man von allen Formen der 
Diplopoden hier und da mehrere Individuen nahe bei einander finden. 

Ueber die Zeit der Copula hat schon vom Rath werthvolle 
Mittheilungen gemacht. Er wies l. c. nach, dass die Opisthan- 
dria sich nur einmal im Jahre, nämlich im Frühling begatten, die 


t) Abgesehen von Parasiten, 


38 Dr. Carl Verhoeff: Beiträge zur Kenntniss etc. 


Proterandria dagegen zweimal, im Frühjahr und Herbste. Er 
sagt S. 18: „Ich habe den Nachweis liefern können, dass bei den 
Polydesmiden und wohl auch bei don Juliden die Begattung zu 
allen Jahreszeiten mit Ausnahme der kalten Wintermonate, etwa 
vom 15. November bis Ende Februar und der heissen Sommer- 
monate Juli und August in Deutschland stattfinden kann.“ Dem 
stimme ich im Allgemeinen bei, muss die Ausnahmezeit aber noch 
mehr einschränken. Ich fand nämlich Polydesmus complanatus 
bei etwa + 4’ R. noch am 15. Dezember im Siebengebirge zwischen 
Laub in Copula, während im Walde stellenweise Schnee lag. Das 
Temperaturoptimum für die Copula scheint überhaupt recht niedrig 
zu liegen, wofür auch die im Dunkeln copulirenden Höhlenthiere 
sprechen. Im Winter ist also nur die Zeit des Frostes der Be- 
gattung hinderlich, im Sommer wohl weniger die Hitze als die Dürre. 


* * 
* 


Die Chilopoden sind hinsichtlich ihrer Aufenthaltsorte noch 
weniger studirt als die Diplopoden. Soviel steht aber schon fest, 
dass sie weit weniger als diese an bestimmte Oertlichkeiten ge- 
bunden sind. Das hängt mit ihrem schnellfüssigen Wesen und 
ihrer räuberischen Natur zusammen. Daher sind sie auch durch- 
schnittlich in den einzelnen Arten weiter verbreitet als die 
Diplopoden und wohl in allen Erdtheilen ärmer an Arten als diese. 

Ich kann für die Chilopoden noch keine genügenden biologisch- 
geographischen Gruppen aufstellen. Nur soviel sei gesagt, dass 
unter ihnen bisher keine ausgesprochenen Alpenthiere nachge- 
wiesen sind und dass Höhlenthiere nur aus der Gattung Lithobius 
bekannt wurden, so Lith. occultus aus einer Höhle des Berges 
„Gazzo“ (Sestri Ponente, Italien), Lithob. excellens Silv. aus der 
Höhle „Ginepro“ bei Borghetto di Vara. Beide Arten besitzen 18 und 
19 Ocellen jederseits. Lith. scotophilus Latz. aus der ligurischen 
„Grotta del Poggio* und typhlus Latz. aus der „Grotta de Ville- 
franche“ (Pyrenees) sind dagegen blind, während stygius Latz. 
aus den Krainer Köhlen jederseits 5—7 Ocellen aufweist. Das 
Fehlen oder Vorhandensein von Ocellen ist also auch hier kein 
sicheres Kennzeichen für Unter- oder Oberirdische. Brölemann 
beschrieb sogar einen völlig blinden Lith. caeculus, den er zahl- 
reich in einer Gärtnerei Mailands sammelte. 

Unsere Scolopender können ebenso wie Scutigera coleop- 
trata als Steinthiere bezeichnet werden, während die Cryptops 
mit Vorliebe die Laubschichten der Wälder besuchen. Auch die 
Geophiliden bewohnen verschiedenartige Oerter, manche lieben 
mehr waldiges, andere mehr freies Terrain, einige sind Laub-, 
andere Steinthiere, Hier bedarf es noch vieler Beobachtungen. 


28. I. 96. 


Landisopoden aus Griechenland, 


von E. v. Oertzen gesammelt. 


Bearbeitet von 


G. Budde-Lund in Copenhagen. 


Herr v. Oertzen in Tegel hat mich ersucht seine in 
Griechenland und auf den griechischen Inseln gemachte Ausbeute 
an Landisopoden zu bestimmen. Bereits im Jahre 1887 hat Herr 
v. Oertzen genannte Isopoden gesammelt; über die Oertlichkeit 
und Zeit wird man genauere Angaben in der „Deutschen Entomolog. 
Zeitschrift‘ 1888 pag. 369 finden. 

Es wäre mir ein Leichtes gewesen den grössten Theil der ge- 
sammelten Objecte sofort zu bestimmen und die eventuellen neuen 
Formen zu beschreiben, wenn ich es nicht immer für nothwendig 
hielte auf alle bereits früher beschriebenen Arten der betreffenden 
Gattungen Rücksicht zu nehmen. Ohne eine solche Vergleichung 
können meiner Meinung zufolge die Beschreibungen niemals zuverlässig 
sein, und die Arten bei mangelnder Autopsie nicht wieder erkannt 
werden. Auch widerstrebt es mir die neuen Species lediglich in Form 
einer blossen Beschreibung zu publieiren, umsomehr, als mir auch noch 
ein umfangreiches anderweitiges Material zur Bearbeitung vorliegt. 
Diese eingehendere Beschäftigung mit dem Stoffe mag als Ent- 
schuldigung dienen für das verspätete Erscheinen meines hier 
folgendes Aufsatzes. 

In Allem sind von Herrn v. Oertzen dreissig Arten aufgefunden, 
von denen ich sechs als neue auffasse und beschreibe. 


Liste der gesammelten Species. 
1. Armadillo officinalis Desm. Rhodos, Kos, Kappari, 
Nikaria, Samos, Hieronda in Karien. 
2. Armadillo tuberculatus Caj. v. Vogl. Andros. 
3. Armadillo einetus n.sp. Kasos, Armathia, Karpathos. 


40 G. Budde-Lund: Landisopoden aus Griechenland, 


4. Armadillo piger n.sp. Bei Sitia in Creta. 
5. Armadillidium Klugii Br. Avlona in Albanien. 


6. Armadillidium granulatum Br. Tinos, Creta, Nisyros, 
Kos, Kalymnos, Chios, Samos, Karien. 

Armadillidium Zenckeri Br. Avlona in Albanien. 

Armadillidium depressum Br. Phtiotis in Griechenland. 

Armadillidium vulgare Latr. Avlona in Albanien, 

Korax-Gebirge, Samos, Nicaria. 

10. Armadillidium versicolor Stein. Korax-Gebirge. 

ll. Armadillidium Oertzenii n.sp. Rhodos, Kasos, Karien, 
Karpathos (?). 

12. Armadillidium hybridum n. sp. Symi, 1 defectes 
Individuum 7/6 87. 

13. Porcellio affinis Koch. Korax-Gebirge, Chios. 

14. Porcelliocibdelusn.sp. Marathokampos in Samos, 2Expl. 

15. Porcellio trachealis B.-L. Stura in Süd-Euboea. 

16. Porcellio dilatatus Br. Nicaria, Chios. 

17. Porcellio obsoletus B.-L. Karien, Creta im Lasithi- 
Gebirge, Symi, Kappari, Samos, Kos, Nicaria, Chios. 

18. Porcellio flavomarginatus Lucas. Armathia, Syra, 
Nisyros, Kos, Kasos, Symi!). 

19. Porcellio parvus B.-L. Chios. 

20. Porcellio pallidus B.-L. Süd-Euboea. 

21. PorcelliolaevisLatr. Armathia, Kalymnos, Rhodos, Keos. 

22. Metoponorthus sexfasciatus Koch. Andros, Karystos. 

23. Metoponorthus meridionalis Aub. & Dollf. Keos?). 


24. Metoponorthus nigrobrunneus n. sp. Kappari, d. 
14/6 87. 2 def. Expl. 


Node Ben 


!) Diese von Lucas in Revue & Magazin de Zoologie. Ser. 2. V. 461. be- 
schriebene Art ist identisch mit dem Porec. albomarginatus €. v. Vogl, Zool. Bot. 
Gesellsch. Wien XX'V. 516. conf. B.-L. Crust. Isop. Terr. 125 u. 150. — Es giebt 
Exemplare sowohl mit spitziger wie mit stumpfer Schwanzspitze. 


2) Diese von mir als Metoponorthus eingendus B. L. Crust. Isop. Terr. 164 
beschriebene Art ist nach der Meinung der Herren Aub. u. Dollf., in „Notice 
sur les isopodes terrestres de Marseille et de Salon“ (Societe d’etudes scient. de 
Paris 1890) von dem von Kinahan beschriebenen Porcellio eingendus verschieden. 
Die Herren haben sicherlich Recht, ich selbst habe die Identität seiner Zeit ange- 
zweifelt. Nachdem ich einige Exemplare, bei Dublin von Herrn Prof. R. 
F. Scharff gesammelt, und mir von ihm freundlichst zur Verfügung gestellt, 
untersucht habe, sehe ich aber meinen Metoponorthus simplex B.-L. Crust. Isop. 
Terr. 188 als mit dem P. eingendus Kin. identisch an. 


von E. v. Oertzen gesammelt. 41 


25. Metoponorthus pruinosus Br. Rhodos, Nicaria, Euboea. 

26. Metoponorthus myrmecophilus Stein. Keos. 

27. Leptotrichus PanzeriiAud.& Sav. Bei Kanea auf Ureta. 

28. Philoscia muscorum Scop. Keos. 

29. Philoscia pulchella B.-L. Avlona in Albanien. 

30. Ligidium cursorium B.-L. (?). Nicaria, Chios; (defecte 
Exempl.). 


Beschreibung der neuen Arten. 
No. 3. Armadillo cinctus. 


Oblonge ovalis, convexus, delete tuberculatus. Caput obscure 
tuberculatum vel rugosum;.trunci segmentum primum in medio tuber- 
culis duobus vel tribus rotundis, ad latera tubereulositatibus majo- 
ribus, sublaevibus munitum; segmenta sex sequentia ante sublaevia, 
.post in medio delete, in lateribus fortius tuberculata. Cetera super- 
ficies squamata, punctata. Pulli fortius tubereulati. 


Antennae corpore dimidio paulo breviores; flagelli articulus 
alter priore duplo longior. 


Oculi parvi; ocelli c. 11—12, partim haud pigmentati. 


Clypeus lobis magnis, rotundatis, subsemieircularibus. Epistoma 
margine superiore medio leviter sinuato, frontem paulo maxime in 
lateralibus superante; infra marginem frontalem plica elevata trans- 
versa, in medio latiore utrinque leviter sinuata, foveas laterales an- 
tennarum acute rectas formante instructum. 


Trunci segmentum primum epimeris crassis, margine laterali 
ad longitudinem sulcato, post subaequaliter fisso: lacinia interior 
exteriore paululo longior; sulcus marginalis ante oblique dilatatus; 
segmentum secundum epimeris profunde fissis: lacinia interior ex- 
teriore vix latior. Margo posterior segmentorum sex priorum sub- 
rectus, segmenti septimi medio leviter incurvus. 


Caudae segmentum anale duplo vel magis latius quam longius, 
lateribus valde incurvis, post leviter curvatum, angulis posticis rectis 
vel subobtusis. Epimera segmentorum 3—4—5 infra in basi in- 
flexa. Articulus basalis uropodum satis longior quam latior; ramus 
exterior minutissimus, inconspicuus, microscopicus, supra sat procul ab 
apice insertus; rami interiores brevissimi. 


Color sordide brunneus vel griseus; saepe subunicolor griseus, 
saepe colore plus vel minus evanescente subalbescens. 


Lg. 11 mm. Lt. 5,5 mm. Alt. 3 mm. 


42 G. Budde-Lund: Landisopoden aus Griechenland, 


No. 4. Armadillo piger. 


Oblonge-ovalis, convexus, sublaevis. Caput et trunci segmenta 
in lateribus delete tuberculata. Cetera superficies densissime punctata. 
Individua minora et pulli in posticis trunci segmentis maxime ad 
latera fortius tuberculati, subcostati. 


Antennae corpore dimidio paulo breviores; flagelli articulus 
prior altero duplo vel triplo brevior. 

Oculi parvi, ocelli ce. 10. 

Clypeus lobis magnis, oblique triangulis. Epistoma margine 
superiore medio levissime sinuato frontem paulisper superante; 
infra marginem frontalem plica elevata transversa, in medio paulum 
ad latera magis retroducta, foveas antennarum rotundatas formante 
instructum. 

Trunei segmentum primum epimeris crassis, margine laterali 
ante subtumido, longitudinaliter sulcato, post subaequaliter fisso: 
lacinia interior exteriore paululo major; segmentum secundum 
epimeris profunde fissis. Margo posterior segmentorum sex priorum 
subrectus, segmenti septimi medio levissime incurvus. 

Caudae segmentum anale plus duplo latius quam longius, la- 
teribus valde incurvis, post recte truncatum, angulis postieis rectis 
vel subacutis. Epimera segmentorum 3—4—5 infra processu parvo, 
tetragono, inflexo. Articulus basalis uropodum paulo longior quam 
latior; ramus exterior minutissimus, inconspicuus, microscopicus, 
lateri interiori supra sat procul ab apice insertus. 

Unicolor, griseus. 

Le.'18 um. 17,5 mm: "A137 mm. 


Ich gebe hier eine Zusammenstellung der bisher bekannten 
Armadillo-Arten aus den Mittelmeerländern. Die Gruppe ist gegen- 
über den exotischen Armadillen durch die eigenthümliche Articu- 
lation der Epimeren der zwei ersten Körpersegmente characterisirt, 
indem das Epimer des zweiten Segmentes zusammengefaltet in dem 
des ersten Segmentes ruht. 


I. Trunei segmentum primum post aequaliter fissum. 
1. Armadillo offieinalis Desm. — B.-L. Crust. Isop. Ter. 16. 


II. Trunei segmentum primum post plus vel minus inaequaliter fissum. 
a. Lacinia exterior major. 


2. Armadillo hirsutus Koch. — B.-L. Cr. Is. Ter. 20. 
aa. Lacinia interior major. 
b. Sulcus lateralis segmenti primi trunei ante angustior et minus 
manifestus; suleus transversus frontalis subdeletus. 
ec. Lacinia interior segmenti primi exteriore paulo major. 


von E. v. Oertzen gesammelt. 43 


3. Armadillo albomarginatus Dollf. Rev. biol. Nord Fr. IV. 1892. 3. 
ce. Lacinia interior segmenti primi exteriore manifesto major. 


4. Armadillo Mayeti Simon, Expl. sc. de Tunisie. Crustaces. 1885. 7. 
bb. Suleus lateralis segmenti primi per totam longitudinem pro- 
fundus et latus, fortiter curvatus; suleus transversus frontalis 
profundus. 


c. Segmentum anale post leviter curvatum. 


5. Armadillo einetus n. sp. 
cc. Segmentum anale post recte truncatum 
d. Scaberrime tubereulatus. 


6. Armadillo tuberculatus Vogl, Verh.d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien XXV. 
1875. 501. 


dd. Delete tubereulatus. 
7. Armadillo piger n. sp. 


No. 11. Armadillidium Oertzenii. 


Oblonge ovale, convexum, nitidum, minutissime et densissime 
punctatum. 


Antennae tertia corporis parte paululo longiores; omnes arti- 
ceuli graciliores; articulus quartus secundo paululo longior; fla- 
gellum tres partes articuli quinti scapi explens, articulus prior altero 
paulo brevior. 


Linea marginalis frontalis integra, in medio late rotundate pro- 
ducta. Epistoma medio supra tumidum; tubercula antennaria medi- 
ocria oblique semilunata. 


Oeculi mediocres; ocelli parvi, viginti vel plures. 


Trunci segmentum primum epimeris crassioribus, margine 
laterali post paulum inaequaliter fisso: lacinia interior quam ex- 
terior paulo minor et angustior. Margo posterior segmenti primi 
utrinque levissime sinuatus, margo posterior segmentorum sequen- 
tium subrectus. 


Caudae epimera segmentorum 3—4—5 subrectangula; epimera 
segmenti quinti paulum divergentia; segmentum anale triangulum, 
ejusdem fere longitudinis et latitudinis, lateribus leviter incurvis vel 
subrectis, apice truncato. Articulus basalis uropodum oblique 
tetragonus, brevior quam latior; ramus terminalis paulum oblique 
tetragonus, quam articulus basalis paulo longior sed satis angustior. 


Color lividus, medio trunco strüs et punctis subevanescentibus 
pallidis, etiam epimera trunci plus vel minus dilate flava. 


Lg. 18—20 mm. Lt. 8&—-9 mm. Alt. 4,5—5 mm. 


44 G. Budde-Lund: Landisopoden aus Griechenland, 


No. 12. Armadillidium hybridum. 


Ovale vel oblonge-ovale, convexum, nitidum, densissime et 
gravius punctatum. 


Antennae exemplo unico defuerunt. 


Linea marginalis frontalis minus distineta, ad latera et ad 
medium bisinuata, in media fronte deleta. Epistoma scutello superiore 
triangulo parvo non marginato instructum, tubercula antennaria 
mediocria, rotundata, subsemicircularia. 

Oculi parvi, ocelli ec. 15, minimi, exteriores quam interiores 
majores. 


Trunei segmentum primum epimeris crassioribus, margine late- 
rali post paulum inaequaliter fisso: lacinia interior quam exterior 
paulo brevior. Margo posterior segmenti primi utrinque levissime 
sinuatus, margo posterior segmentorum sequentium subrectus. 

Caudae epimera segmentorum 3—4—5 subrectangula; epimera 
segmenti quinti paulum divergentia; segmentum anale triangulum, 
paulo longius quam latius, apice late truncato. Articulus basalis 
uropodum oblique tetragonus, parvus, angustus, quam articulus 
basalis vix longior et multo angustior. 


Unicolor, plumbeus vel lividus. 
Lg. 13 mm. Lt. 6 mm. 


Die zwei Armidillidiumarten A. Oertzenii und A. hybridum ge- 
hören zu der kleinen Abtheilung, welche die Epimeren des ersten 
Körpersegments an der Hinterecke gespaltet haben. (Conf. B.-L. 
Crust. Isop. Terr. 298.) Die fünf bis jetzt bekannten Arten lassen 
sich so classificiren: 


I. Margo frontis continuus. 
a. Tubereula antennaria deleta, subnulla. 
1. Armadillidium fissum B.-L. Crust. Isop. Terr. 298. 
aa. Tubercula antennaria minima (sec. Dollfus.) 
2. Armadillidium Davidii Dollf., Bull. soc. etud. seient. IX. Paris 1887. 
aaa. Tubercula antennaria majora. 
b. Frontis linea marginalis subrecta. 
3. Armadillidium Festae Dollf., Bull. Mus. Zool. Anat. Univ Torino IX, 
n. 177. 1894. 
bb. Frontis linea marginalis in medio late curvate producta. 
4. Armadillidium Oertzenii n. sp. 


II. Margo frontis medio abruptus. 
5. Armadillidium hybridum n. sp. 


von E. v, Oertzen gesammelt. 45 


No. 14. Porcellio eibdelus. 


Ovalis, convexiusculus, densissime et scabre maxime in capite 
et in segmentis trunci granulatus. 

Antennae dimidio corpore breviores; flagellum articulo quinto 
scapi satis brevius; articulus prior flagelli altero brevior. 

Lobi frontales laterales parvi, obliqui, rotundati; lobus medius 
mediocris, late rotundatus, medio tamen paululum prominens. Epi- 
stoma convexiusculum, tuberculo parvo medio obtuso. 

Trunei segmenta tria priora margine posteriore utringue valde 
sinuato, segmentum quartum margine posteriore utrinque leviter 
sinuato, angulis posticis omnibus retroductis, acutis. Epimera 
mediocria, processu laterali inferiore segmentorum 2—3—4 parvo, 
acuto. 

Caudae epimera segmentorum 3—4—5 magna, segmentorum 
3—4 triangula, subfaleiformia, segmenti quinti subrectangula, late- 
ribus interioribus paulum divergentibus. Segmentum anale trian- 
gulum, epimera segmenti quinti paulum superans, supra planum 
medio longe producto, apice subacuto. 

Color pallide griseus, subuniformis, subtus pallidus. 

Long. d 12mm, 2? 14mm. Lat. d 5,5 mm, 2 7 mm. Alt. 2,5 mm. 


Porcellio cibdelus gehört zu der ersten Gruppe der eigentlichen 
Porcellionen, wie ich dieses Genus in meinem „ÜCrust. Isop. Terr.“ 
p. 83—94 aufgefasst habe. Die Arten, die alle durch fünf Tracheen- 
paare in den Schwanzfüssen characterisirt sind, stehen einander 
sehr nahe, und bilden eine natürliche Gruppe, deren Arten schwierig 
zu unterscheiden sind, wesshalb ich hier eine Uebersichtstafel gebe. 

I. Lobi frontales magni, praesertim laterales maximi; lobus medius latera- 
libus fere angustior; anguli inter lobum medium et lobos laterales acuti. 
(Species 1—9.) 

a. Lobus medius magnus, triangulus, acutus. Epistoma convexum. 
1. Porcellio rhinoceros B.-L. 1885. Crust. Isop. Terr. 301. — Dalmatia. 
aa. Lobus medius magnus, rotundatus, semieirculus. Epistoma medio 
tubereulo majore acuto, subcarinatum. 
b. Lobi laterales porrecti, trianguli, acutiores. 
2. Porcellio trilobatus Stein. 1859. — B.-L. 1. c. 92. — Fines militares. 
bb. Lobi laterales porrecti, rotundate trianguli. 
3. Porcellio emaciatus B.-L. 1885. — 1. c. 85. — Sicilia? 
bbb. Lobi laterales paulum extrorsum versi, rotundate trianguli. 
4. Porcellioatern. sp. „Breviter ovalis, densius sed obtusius granulatus. 
Antennae corpore dimidio multo longiores; flagelli articuli subaequales, 


46 


11. 


6. 


G. Budde-Lund: Landisopoden aus Griechenland, 


vel prior paululo brevior. Lobi frontales laterales paulum extrorsum 
versi; lobus medius semieirculus. Epistoma infra carinula. Trunei 
segmenta 3 priora margine posteriore utrinque sinuato; angulis posticis 
retroductis, acutis; epimera magna. Caudae segmenta 3—5 epimeris 
longis, subreetangulis; epimera segmenti 5 divergentia, segmentum 
anale multo superantia; segmentum anale medio mediocriter 
triangule produeto, apice acuto. Color ater, angulis posticis omnium 
segmentorum pallide rufis. Long. 15—17 mm. Lat. 9—10,5 mm.“ 
Patria: Transylvania ad „Rotherthurmpass“ (Mus. Prof. Latzel). 
bbbb. Lobi laterales perlati, rotundati, lamelliformes. 


Porcellio vespertilion.sp. „Breviter ovalis, densius et obtusius granu- 
latus. Antennae ..... Lobi laterales quam lobus medius multo lati- 
ores; lobus medius brevis. Epistoma carinula. Trunci segmentum 1 
fortius, segmenta 2-3 levius, margine posteriore utrinque sinuato; 
angulis postieis vix retroductis, minus acutis. Epimera magna, Caudae 
segmenta 3—5 epimeris magnis, subrectangulis; epimera segmenti 5 
valde divergentia, segmento anali paulo breviora; segmentum anale 
triangulum, lateribus fortius incurvis, apice acutiore. Color pallide 
griseus. Long. 15 mm. Lat.9 mm.“ Patria: Dalmatia (Mus. Uljanin). 
aaa. Lobus medius mediocris, rotundatus. Epistoma tubereulo parvo 
subobtuso. 
b. Flagelli articulus prior alteri aequalis vel eo longior. 
c. Trunei segmenta priora margine posteriore utrinque leviter 
sinuato. 
Porcellio sarculatus n. sp. „Ovalis, obtuse et subdelete granulatus. 
Antennae corpore dimidio vix longiores; flagelli articulus prior altero 
paulo longior. Lobi laterales oblique rotundati. Epistoma in medio cari- 
nula. Trunci segmenta 3 priora margine posteriore utrinque leviter 
sinuato, angulis postieis paulum retroduetis, rotundatis. Epimera me- 
diocria. Caudae segmenta 3—5 epimeris magnis; epimera segmenti 
5 paulum divergentia, segmento anali paulo breviora; segmentum anale 
triangulum, lateribus incurvis, apice obtusiore, supra planum. Color 
nigro-griseus, epimeris trunci segmentorum post pallide rufis. Long. 
14-16 mm. Lat. 7-85 mm.“ Patria: Chersonesus Taurica (Mus. 
Uljanin). 
cc, Trunei segmenta priora margine posteriore utringue valde 
sinuato. 
Porcellio bistriatus B.-L. 1885. 1.c.88. — Turcia ad Constantinopolim. 
bb. Flagelli articulus prior altero satis brevior. 
Porcellio Ratzeburgii Brandt 1833. — B.-L. 1.c.83. — Europa media. 
bbb. Flagelli articulus prior altero duplo vel magis brevior. 
Porcellio ochraceus Koch 1841. Deutschl. Crust. 28. 22. — Bavaria, 
Austria. — 


Lobi frontales medioeres vel parvi, anguli inter jobum medium et lobos 


laterales aperti, obtusi. (Species 10—18). 


a. Segmentum anale basi brevi, medio longe producto. 
b. Antennae longae, fere duas corporis partes explentes. 


von E. v. Oertzen gesammelt. 47 


10. Porcellio trachealis B.-L. 1885. 1. c. 90. — Moldavia. 
bb. Antennae breviores, dimidium corpus vix explentes. 
11. Porcellio ecibdelus B.-L. vide supra. — Samos. 
aa. Segmentum anale subtriangulum, lateribus plus vel minus pro- 
funde incurvis, rarius medio breviter producto. 
b. Antennae longae; flagelli articulus prior altero longior. 
12. Porcellio longipennis B.-L. 1885. 1. c.91. — Rossia meridionalis. 
bb. Antennae longiores; flagelli articuli subaeque longi. 
c. Lobi laterales frontales medioeres. 
d. Segmentum anale apice subacuto. 
13. Porcellio areuatus B.-L. 1885. 1. c. 87. — Italia, Austria. 
dd. Segmentum anale apice minus acuto. 
14. Porcellio affinis Koch 1841. Deutschl. Crust. 34.13.= d. — B.-L. 1. 
ec. 883. — Porcel. aemulus Fr. Stein, Berl. Ent. Zeitsch. III. 261. — 
Austria, Galicia, Transylvania, Moldovia, Dalmatia. 
ce. Lobi laterales frontales parvi. 
15. Porcellio spretus B.-L. 1885. 1. c. 89. — Sicilia. 
bbb. Antennae breviores; flagelli articulus prior altero brevior, 
c. Flagelli articulus prior altero paulo brevior. 
d. Lobi frontales laterales mediocres. 
16. Porcellio Rathkei Br. 1833. — B.-L.1.c. 85. Europa, America borealis. 
dd. Lobi frontales laterales minores. 
17. Porcellio nodulosus Koch. 1838. Deutschl. Crust. 22.19. B.-L. 1. c. 299. 
— Europa media. 
ec. Flagelli articulus prior altero multo, fere duplo, brevior. 
18. Porcellio conspersus Koch. 1841. Deutschl. Crust. 34. 17. — B.-L. 1. c. 
300. — Germania, Rossia. 
III. Frons media linea marginali nulla; lobus medius nullus. 
19. Porcellio maculipennis B.-L. 1894. Ann. Mus. Civ. Genov. XXXIV. 
608. Birma. 
Weiter gehören wahrscheinlich zu dieser Gruppe die Koch’schen Arten: 
P. interruptus 1. c. 28, 21. aus Wien, P. confluens 1. ec. 34.14 mit P. serialis 1. c. 
34.18 und P. crassicornis 1. c. 34.19 bei Regensburg gefunden; dagegen wird 
Porcellio interpolator B.-L.1.c.93 als identisch mit Metoponorthus orientalis zu 
streichen sein. 


No. 24. Metoponorthus nigrobrunneus. 


Oblonge ovalis, subdeplanatus, sparsius et minus regulariter 
transversim granulatus. 

Antennae ... 

Lobi frontales laterales parvi, deflexi, rotundati; linea frontalis 
marginalis in medio satis curvate producta. Epistoma linea trans- 
versa, in medio levius sinuata. 


48 G. Budde-Lund: Landisopoden aus Griechenland etc. 


Cauda brevis trunco abrupte angustior; segmentum anale 
breve, medio latiore breviter producto, apice subobtuso, supra 
leviter excavato. 

Color obscure brunneus, subuniformis, punctis albidis sub- 
deletis ornatus. 

Long. c. 12 mm. Lat. c.5 mm. 

Diese Art steht dem weitverbreiteten Met. pruinosus sehr nahe; 
sie unterscheidet sich von diesem ausser der dunkleren Farbe durch 
die etwas grössere Seitenloben des Vorderkopfes und die stärker 
gebogene Frontallinie. 


Hirudineen aus dem Togoland. 


Von 
Dr. Raphael Blanchard in Paris. 


Hierzu Tafel IL. 


Die Berliner zoologische Sammlung besitzt vier Exemplare 
eines Blutegels, welche von Herrn Dr. R. Büttner von Juli bis 
November 1891 in Bismarckburg (Togoland) gefangen wurden. 

Die fragliche Art ist neu für die Wissenschaft; sie bietet uns 
ein grosses Interesse nicht nur wegen ihrer Neuheit dar, sondern 
auch insofern, als sie eine neue Gattung darstellt und derjenigen 
Gruppe der Hirudininae angehört, bei welchen die Kiefer mit 
zwei Reihen wenig zahlreicher, stumpfer und unregelmässiger Zähne 
bewaffnet sind. In der Systematik soll sie demnach neben den 
sehr wenigen Arten der Gattung Haemopis Platz finden, und es 
scheint uns zweckmässig, wenn wir die Beschaffenheit des Gebisses 
in Betracht ziehen, die Unter-Familie der Hirudininae in zwei 
noch engere Gruppen in folgender Weise zu vertheilen: 


1° Distichodonta‘), — Maxillae duabus seriebus pau- 
corum dentium obtusorum armatae, papillis carentes. 
Hierzu gehören die Gattungen Haemopis und Praobdella.n.g. 


2° Monostichodonta?). — Maxillae una serie multorum 
dentium acutorum armatae, quandogque papillis ornatae. 


Hier sind unter anderen die Gattungen Hirudo, Limnatis 
und Hirudinaria einzureihen. 


!) dieriyos, in zwei Reihen aufgestellt; odovs, ödorros, Zahn. 
2) Mövos, einzig; oriyos, Reihe; ödovs, ödovros, Zahn. 
Arch, f. Naturgesch. Jahrg.1896. Bd.I.H.1. 4 


50 Dr. Rapha&l Blanchard: 


Praobdella, novum genus. 


Etymologie. — Ilo@os, mild; BdEA2«, Blutegel; milder, nicht 
grausamer Blutegel. 

Diagnose. — Eadem constitutio corporis quae apud 
Haemopidem, sed pori genitales majore intervallo separati. 

Da wir gegenwärtig nur eine ganz unzweifelhafte Art aus 
dieser Gattung kennen, ist es nicht möglich, eine nähere Diagnose 
der letzteren zu geben. Aus dem wenigen, was obige Diagnose 
ausdrückt, erhellt jedoch schon, dass zwischen den Gattungen 
Praobdella und Haemopis dieselben Verhältnisse existiren, wie 
zwischen der Gattung Hirudinaria und den übrigen Monosticho- 
donten: die morphologische Anordnung bleibt im allgemeinen die- 
selbe, ausgenommen dass die Geschlechtsöffnungen eine verschiedene 
Lage einnehmen. 


Praobdella büttneri, nova species. 


Das Thier sieht unserer Haemopis sanguisuga ähnlich. 
Unter den fünf Exemplaren, welche wir untersucht haben und von 
welchen das eine unserer Sammlung einverleibt wurde, waren vier 
erwachsene und ein ganz junges (Fig. 1). Wir wollen zuerst den 
erwachsenen Zustand beschreiben, weil man erst dank der Kenntniss 
seiner Eigenschaften diejenigen des jungen Individuums genau auf- 
klären kann. 

Die älteren Exemplare sind sehr zusammengezogen, einförmig 
grau, ohne Flecken und Streifen. Das grösste ist 27 mm lang und 
8 mm breit (Fig. 1, D). Die Segmentalpapillen sind nicht deutlich. 
Der hintere Saugnapf ist kreisrund, im Durchschnitt 5 mm breit, 
fast vollständig vom Körper bedeckt und an seiner unteren Fläche 
von radiär angeordneten Streifen durchsetzt. 

Der Kopf ist durch eine hinter dem 9. Ringe sitzende Ein- 
schnürung von dem Körper getrennt (Fig. 2—4). Die Augen nehmen 
dieselbe Lage wie bei den übrigen Hirudiniden ein; doch sind die 
sechs vorderen Augen viel grösser und sichtbarer als die vier 
hinteren; es kann sogar das letzte Paar bei gewissen Individuen 
verschwinden (Fig. 3). 

Die 17 Paare von Nephridien öffnen sich nicht in der Furche 
zwischen den Somiten, sondern vielmehr am hinteren Rande des 
vorhergehenden Ringes. 

Die Hauptmerkmale dieser Art sind folgende zwei: 

1° Die Genitalöffnungen sind durch neun Ringe von einander 
getrennt (Fig. 2). Der männliche Porus liegt hinter dem 28. Ringe, 


Hirudineen aus dem Togoland. 51 


also in der Furche zwischen dem IX. und dem X. Somit. Die 
Vulva ist hinter dem 37. Ringe, also zwischen dem 4. und dem 
5. Ringe des XI. Somites gelegen. Eine so grosse Entfernung der 
beiden Geschlechtsmündungen von einander kennt man bis jetzt 
bei keinem anderen Blutegel. 


2° Die Kiefer sind sehr klein; sie erinnern sofort an diejenigen 
der Haemopis sanguisuga. Sie tragen nämlich nur eine kleine, 
nach dem Individuum wechselnde Anzahl sehr winziger unregel- 
mässiger höckeriger Zähne, deren Anordnung in zwei Reihen auf- 


fällt (Fig. 6). Ihre gewöhnliche Zahl beträgt 10—12. 


Das junge Exemplar (Fig. 1 A; Fig. 7) misst nur 4,75 mm Länge 
und 1,30 mm Breite. Wegen der Zahl der Augen und der Lage 
der Geschlechtsöffnungen, unterliegt es gar keinem Zweifel, dass es 
die Jugendform der oben beschriebenen Art darstellt; es unterscheidet 
sich aber entschieden von dem Erwachsenen durch die Farbe, die 
äussere Beschaffenheit der Somite, sowie durch die allgemeine 
Gestalt. 


Hier ist auch der Kopf durch eine Verengung vom Körper 
getrennt: er zeigt zuerst sechs grosse, dann vier sehr kleine Augen. 
Die der beiden ersten Paare sind dreieckig, die des dritten Paares 
sind viereckig, die übrigen punktförmig. Der Körper ist keulen- 
förmig; seine Dicke nimmt allmälig nach rückwärts zu. Der hintere 


Saugnapf ist sehr breit und rundlich; der vordere ist ebenfalls 
breit und tief. 


Der Bauch ist grauweiss, ungefleckt. Der Rücken bietet die- 
selbe Färbung dar, zeigt aber ausserdem fünf Reihen von braunen, 
mehr oder weniger viereckigen Flecken, welche dem Thierchen ein 
elegantes Aussehen verschaffen. 


Die Medianlinie ist mit einer Reihe grösserer Flecke besetzt, 
welche ohne Unterbrechung vom VI. bis zu dem XXIV. Somite 
sich ausdehnen. Bei dem VIL.—XXII. Somite sitzen diese Flecke 
je auf den zwei letzten Ringen; bei dem VI., XXI. und XXIV. 
Somite dagegen, welche aus je drei Ringen bestehen, nehmen sie 
nur den letzten Ring ein, wodurch einerseits bewiesen wird, wo 
sich die Grenze der Somite genau befindet, andrerseits dass der 
betreffende Ring den Werth zweier verschmolzenen Ringe hat. 


Dieselbe Lage haben die zwei übrigen Fleckenreihen, welche 
jederseits symmetrisch sich erstrecken. Die innere Reihe erscheint 
am VII. Somite und bleibt bis zu dem XXI. Somite sichtbar. Die 
äussere Reihe kommt erst am IX. Somite zum Vorschein; nach 
hinten zu hat sie dieselbe Ausdehnung wie die innere; ausserdem, 
sind ihre vereinzelten Flecke mit einander durch einen engen Längs- 
streif verbunden, welcher an jedem Ende sich etwas verlängert, 
sodass dieser seitliche Streif wie ein Rosenkranz mit entfernten 
Kügelchen aussieht. 


4* 


52 Dr. Raphaäl Blanchard: 


Auf den ersten Blick möchte man denken, dass das junge Thier 
eigentlich den Glossosiphoniden angehört. Auf der Rückenfläche 
zählt man nur 72 Ringe: die Flecke sitzen auf jedem dritten 
Ringe und der Somit scheint daher aus drei Ringen, einem breiteren, 
vorderen und zwei engeren, hinteren zu bestehen. Untersucht man 
aber die Bauchfläche, so nimmt man wahr, dass jeder engere Ring 
seiner ganzen Breite nach von einer -Furche durchgeschnitten ist, 
ohne dass jedoch die Seiten selbst eingeschnitten erscheinen. Ein 
solches Aussehen ist zwar sehr merkwürdig, da es sofort an die 
Gattung Haementeria erinnert, welche in Amerika von ver- 
schiedenen Arten vertreten und ausser von diesem Lande noch 
nicht bekannt geworden ist. Hier handelt es sich aber um ein 
reines Trugbild: sobald man am Bauche die Furchung der Ringe 
beobachtet hat, kann man auch sehr leicht die am Rücken be- 
stätigen, und zwar in der Art und Weise, wie wir es dargestellt 
haben (Fig. 7). Es kann also kein Zweifel über die Identität dieses 
jungen Blutegels mit der erwachsenen Praobdella büttneri 
bestehen. 


Praobdella (?) guineensis, nova species. 


Obwohl wir zu keinem bestimmten Schluss über seine Natur 
und systematische Stellung haben kommen können, sei noch hier 
ein andrer Blutegel aus Bismarckburg erwähnt, welcher dort am 
15. Oktober 1891, ebenfalls von Dr. R. Büttner, gefunden wurde, 


Das einzige Exemplar ist 45 mm lang, 7,5 mm breit (Fig. 8), von 
tief brauner, fast einförmig schwarzer Färbung. Man sieht weder 
Augen, noch Segmentalpapillen, noch Nephridien. Der Körper ist 
abgeplattet.. Was aber besonders auffällt, ist die grosse Gestalt 
des hinteren Saugnapfes, welcher 8 mm breit ist und sowohl seitlich 
als hinten den Körper überragt. 


Die Kiefer haben wir nicht untersucht, da es uns zweckmässig 
erschien, das einzige Exemplar unverletzt zu lassen. Jedoch ist 
die in Rede stehende Art durch ihren hinteren Saugnapf sowie 
durch die relative Lage der Geschlechtsmündungen genug charak- 
terisirt (Fig. 9 und 10). Am Kopfe unterscheidet man 7 Ringe; 
der siebente bildet die hintere Lippe des vorderen ziemlich kleinen 
Saugnapfes. Der männliche Apparat öffnet sich auf dem 32., der 
weibliche auf dem 39. Ringe. Der After mündet dicht am Saug- 
napfe, 69 Ringe hinter dem die Vulva tragenden Ringe. Im ganzen 
finden sich also 108 deutliche Ringe: wenn auch diese Zahl durch 
das Vorhandensein von wenigen präocularen, also nicht mitbe- 
rechneten Ringen eine Verminderung erleiden würde, so bliebe es 
doch sicher, dass die Gesammtzahl der Ringe etwas höher ist, als 


Hirudineen aus dem Togoland. 53 


bei den gewöhnlichen Hirudiniden. Da der männliche Porus ver- 
muthlich seine ursprüngliche Lage nicht bedeutend verändert hat, 
so ist anzunehmen, dass die hinteren Somite weniger verkürzt und 
verdichtet sind wie bei den nächststehenden Formen. 

Soviel man aus der Entfernung der Genitalmündungen schliessen 
darf, ist es wahrscheinlich, dass diese Art ebenfalls der Gruppe 
der Distichodonta angehört. Hoffen wir, dass nächstens günstigere 
Umstände uns erlauben werden, unser sehr unvollständiges Studium 
über diese interessante Form zu erweitern und zu vollenden. 


Erklärung der Abbildungen. 
Tafel IL. 
Fig. 1-7. Praobdella Büttneri. 


Fig. 1. Andeutung der Grösse der vier Exemplare, welche sich in der 
Berliner zoologischen Sammlung befinden. 


Fig. 2. Vorderende des Exemplars C, von der Bauchseite aus gesehen. 

Fig. 3. Vorderende des Exemplars C, von der Rückenseite aus gesehen. 

Fig. 4. Vorderende des Exemplars D. 

Fig. 5. Hinterende des Individuums C, von der Rückenseite aus gesehen. 

Fig. 6. Ein Kiefer mit den zwei Reihen von unregelmässigen, höckerigen 
Zähnen. 

Fig. 7. Junges Exemplar (A), 21 mal vergrössert. — a. das Thierchen vom 


Rücken aus gesehen; b. vorderer Theil der Bauchseite. 


Fig. 8-10. Praobdella (?) guineensis. 
Fig. 8. Andeutung der natürlichen Grösse. 
Fig. 9. Vorderende von der Bauchseite aus und vom Profil gesehen. 
Fig. 10. Hinteres Ende des Körpers. — a. Rückenfläche; b. Bauchfläche. 


Neue ceylonische Nematoden 
aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus 
(Oxyuris). 


Anatomisch-histologische Untersuchungen *). 


Von 
Dr. Adolf Meyer in Barmen. 


Hierzu Tafel IV und V. 


Durch die Güte des Herrn Professors Dr. F. Zschokke zu 
Basel gelangte ich in den Besitz einiger von den Herren DDr. P. und 
F. Sarasin aus Ceylon übersandter parasitischer Nematoden. Am 
zoologisch-zootomischen Institute der Universität Basel unterzog ich 
dieselben zur Erforschung ihres anatomisch-histologischen Baues 
einer genaueren Untersuchung, welche ergab, dass sämtliche, zwei 
Filärien, ein Strongylus und eine Oxyuris, neue Spezies dar- 
stellten. Der Peitschenwurm schmarotzt in einem ceylonischen 
Tausendfüssler, Julus, die übrigen in Säugetieren, Manis penta- 
dactyla und Stenops gracilis; leider bleibt es vorenthalten, 
welcher Teil des Wirtes der Sitz der Parasiten ist, da ich die be- 
treffenden Angaben hierüber vermisste. Ferner standen mir vor- 
nehmlich von der Oxyuris nur so wenige Exemplare zur Ver- 
fügung, dass dadurch meine wissenschaftliche Untersuchung be- 
einträchtigt wurde; dieses bitte ich daher zu berücksichtigen, wenn 
man alle Nematoden nicht gleich eingehend behandelt findet. 

Indem ich im übrigen auf den speziellen Teil verweise, erlaube 
ich mir nur noch über die bei der Herstellung der Präparate an- 
gewandte Technik einige kurze Bemerkungen. 

Zu Totalpräparaten benutzte ich folgende zwei Methoden. Die 


*) Die Arbeit erschien zuerst als Dissertation unter dem Titel: Neue 
Nematoden unter den Parasiten ceylonesischer Säugetiere und eine Oxyuris, 
eine neue Schmarotzerspecies in Julus (Ceylon). Barmen, 1896. 8°. 


Dr. Adolf Meyer. 55 


infolge einer längeren Konservierung in Alkohol geschrumpften und 
mit einer ohnehin derben, für Farbstoffe wenig durchlässigen Cutieula 
versehenen Nematoden wurden je nach ihrer Länge in zwei oder 
mehr Stücke geschnitten. Nach wenigstens eintägiger Färbung in 
wässeriger Picrocarmin-, Alauncarmin-, Lithioncarmin oder Cochenille- 
Alaunlösung brachte ich sie, in Wasser abgespült, der Reihe nach 
je einen Tag in 65-, 96- und 99-prozentigen Alkohol, dann kurze 
Zeit in Creosot, um sie darauf in Canadabalsam einzubetten. Auf 
diese Weise erhielt ich hübsche Präparate. Einige indessen wurden 
nachträglich schwarz. Sie hellten sich zwar durch Zurückbringen 
und längeres Verweilen in Creosot wieder vollkommen auf; aber 
dadurch wurde die an und für sich schon sehr zeitraubende Be- 
handlungsweise noch mühevoller. 

Viel einfacher und deshalb auch empfehlenswerther ist die 
zweite Methode, die nichtsdestoweniger gleich gute Präparate lieferte. 
Die in Stücke geschnittenen Würmer weilten ebenfalls wenigstens 
einen Tag in einer der oben genannten wässerigen Farblösungen, 
von denen ich das Picrocarmin bevorzugte. Nachdem die Objekte 
in der stark mit Aqua destillata verdünnten Lösung gelegen, 
schwenkte ich sie in reinem Wasser ab und konservierte sie dann 
in Glycerin. 

Zur Herstellung von Schnittserienpräparaten verblieben die in 
Stticke zerlegten Nematoden zwei Tage in alkoholischer Borax- 
carminlösung, einige Stunden oder kürzere Zeit, je nachdem sie sich 
entfärbten, in 96-prozentigem Alkohol, der im Verhältnis 1: 1000 
Salzsäure enthielt, je einen Tag in reinem 96-prozentigem und 
99-prozentigem Alkohol, darauf wenigstens einen halben Tag in 
Chloroform, dem dann wenige Stunden vor der Einbettung eine 
geringe Menge Paraffin zugesetzt wurde. Aus diesem wurden die 
Nematoden in geschmolzenes Paraffin von einer Temperatur von 
54° bis 56° ©. gebracht und blieben in demselben während wenig- 
stens dreier Stunden. Dann wurden sie, ehe das Paraffin erstarrte, 
mit demselben in Schälchen gegossen und später mit Hülfe des 
Mikrotoms in 1/,, bis 1/00 mm dicke Quer- und Längsschnitte zer- 
legt. Mit Nelkenölcollodium an Objektträger oder Deckglas be- 
festigt, auf etwa 54° C. erwärmt und zur Entfernung des Paraffins 
ca. 10 Minuten in Terpentinöl gelegt, wurden die Schnitte in Canada- 
balsam konserviert. Die Präparate gerieten fast ausnahmslos gut. 


Filaria Zschokkei n. sp. 


Als Parasiten im Darm von Manis pentadactyla fanden 
sich zwei Nematoden, eine Filarie und ein Strogylus, neben 
einer Tänie, deren nähere Beschreibung unter „Davainea con- 
torta n. sp.“ Zschokke in der Zeitschrift für Bacteriologie und 
Parasitenkunde (1894) veröffentlichte. 

Bisher war als Parasit von Manis pentadactyla in der 


56 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


Litteratur nur eine Ascaris aufgeführt. Jansson beschreibt im 
New Philosoph (1830) „a cyst within the stomach of Manis 
pentadactyla which was filled with a vast number of the Ascaris 
genus“, teilt indes näheres über diesen Wurm nicht mit. 

Beginnen wir mit der Beschreibung jener Filarie. Sie stellt 
makroskopisch einen gelblich-weissen Wurm von cylindrischer Ge- 
stalt dar. Infolge seiner Konservierung in Alkohol zeigt er un- 
regelmässige Schrumpfungen und Einziehungen. Die Längslinien 
sind mit unbewaffnetem Auge nicht deutlich zu erkennen. Die 
Menge der vorhandenen Weibchen im Vergleich zu derjenigen der 
Männchen entspricht dem Verhältnis 3:1. Die letzteren lassen sich 
durch ihre im allgemeinen geringere Grösse und ihr spiralig auf- 
gerolltes Körperende ohne Schwierigkeit makroskopisch von den 
Weibchen unterscheiden. Die Länge der geschlechtsreifen Weibchen 
beträgt 25 bis 34 mm, im Durchschnitt 32 mm, ihre Breite 1,3 mm; 
die Länge der Männchen 19 bis 24 mm, im Durchschnitt 21 mm, 
ihre Breite bis 1,1 mm. Es bleibt die Breite der Filarie für ?/, ihrer 
Länge fast dieselbe, nach den Enden aber verjüngt sich der Körper 
allmählich. Beim Weibchen nimmt die Breite am Schwanzende 
schneller ab als beim Männchen. Der mit einer sehr stark ent- 
wickelten Bursa versehene Schwanz des letzteren ist etwa 1!/, mal 
länger und entsprechend breiter als derjenige des Weibchens. Beide 
sind verhältnismässig sehr kurz, 0,49 bezw. 0,33 bis 0,38 mm lang. 
Das Schwanzende des Männchens zeichnet sich noch besonders durch 
vier prae- und zwei postanale grössere rippenförmige Papillen und 
zwei sehr ungleiche Spieula aus. Näheres hierüber ist weiter unten 
mitgeteilt, wo die Geschlechtsorgane der Tiere beschrieben werden. 

Die die Leibeshöhle mit den inneren Organen umschliessende 
Körperwand setzt sich aus der Haut und einer ihr aufliegenden 
Längsmuskelschicht zusammen. 


Die Epidermis. 


Die Haut lässt zunächst eine Cuticular- und eine subcutane 
Schicht unterscheiden. Bei der Cuticula erkennen wir mikroskopisch 
eine innere Schicht, die der gekreuzten Fasern, und eine äussere, 
Cuticula im engeren Sinne. Die gekreuzte Faserschicht besteht 
wieder aus zwei Lagen, von denen bei unserem Wurm die äussere 
die breitere ist und von durchgehenden Spalten durchsetzt erscheint. 
Sie bleibt indessen als eine zusammenhängende Membran bestehen 
und lässt sich wie bei Filaria papillosa als solche abspalten. 
Die Cuticula im engeren Sinne setzt sich bekanntlich wieder aus 
mehreren Schichten zusammen; eine derselben erscheint bei Filaria 
Zsch. homogen und mit fast senkrecht zur Längsachse gerichteten 
Porenkanälchen durchsetzt. 

In der Höhe der Mitte des Mastdarms hebt sich bei dem 
Weibchen die Cuticula von der gekreuzten Faserschicht auf beiden 
Seiten allmählich ab, so dass eine Art Seitenmembranen entsteht, 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 57 


die nach hinten an Breite zunehmen, sich nach Mündung des End- 
darms ventral- und dorsalwärts verbinden und bald in fast gleich- 
mässig 0,016 mm breiter Schicht rings herumlaufen. Die Bauch- 
seite der Cuticula zeigt am hinteren Körperende des Männchens 
viele -- ich zählte deren bis 68 — parallele, bis zur Schwanzspitze 
verlaufende scharfe Längsleisten, deren Zahl nach der Spitze hin 
abnimmt. Im übrigen verweise ich auf die Beschreibung der Bursa. 


Ueber den Körper macht sich mikroskopisch eine Ringelung 
bemerkbar; wir sehen zunächst stärkere parallele, in bestimmten 
Abständen quer verlaufende, oberflächliche Einschnürungen der Haut, 
zwischen denen dann schwächere, dichtgedrängt, in regelmässiger 
Anordnung liegen. In der Mitte zwischen den letzteren treten bei 
gefärbten Flächenschnitten parallele dunkle Linien hervor und 
zwischen denselben wiederum bei scharfer Vergrösserung je eine 
feinere helle Linie, welche indes vielfach von Skulpturen verdeckt 
ist. Solche Skulpturen sind regelmässig aneinandergereihte, punkt- 
förmige oder zu Strichen zusammengefügte niedrige warzenförmige 
Epidermoidalgebilde, die einen dunklen unregelmässigen Wall und 
ein helles Centrum besitzen. Mehr oder minder unregelmässig über 
die Hautoberfläche zerstreut zeigen sich ferner viele helle Punkte, 
welche wie Mündungen von Porenkanälchen erscheinen. 


Die Subeutis mit den Seitenfeldern und den 
Exeretionsgefässen. 


Die Subeutis ist eine dünne, feinkörnige protoplasmatische 
Schicht, die wie bei manchen anderen Nematoden im Alter keine 
Kerne mehr aufweist. Sie besitzt eine besondere Lamelle, insofern 
als die sonst körnige Schicht aussen hyalin wird. Innen setzt sie 
sich in die Median- und Seitenlinien fort, welche am Kopfende zu- 
nächst gleich stark entwickelt sind und wie vier gleiche Säulen an 
das Vestibulum heranreichen. Alle vier treten auch in gleicher 
Weise an den Nervenring. Von da ab jedoch ziehen sich die 
Medianlinien mehr und mehr bis auf ein Geringes nach der 
Peripherie zurück. Am Enddarm ist die Bauchlinie wieder stärker 
entwickelt, indem sie vor dem After den grössten Teil des Raumes 
zwischen Mastdarm und Bauchwand füllt, wie es u. a. Fig. 5 ver- 
anschaulicht. 

Bei Nematoden allgemein starke Bildungen der Subeutis treten 
uns in den Seitenfeldern entgegen. Bei unserer Filarie sind diese 
indess ausserordentlich gross. — Vergl. Fig. 4. — Sie nehmen 
gelegentlich ein Drittel der Leibeshöhle ein. Wo andere Organe, 
vor allem der weibliche Geschlechtsapparat, den grössten Teil der- 
‘selben beanspruchen, treten sie zurück, und ihre äussere Form ge- 
staltet sich nach dem ihnen bleibenden Raume. Auf beiden Seiten 
ist die Dicke der Felder die gleiche, ihre Basis ist klein, etwa ein 
Fünftel bis ein Viertel ihrer übrigen Breite, und in der granulierten 


58 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


Substanz namentlich der vorderen Partieen der Seitenlinien liegen 
Kernkörperchen in grosser Zahl zerstreut. 

An ihrer inneren Begrenzung verläuft in der Mitte ein Gefäss, 
das Exceretionsgefäss; in der Schwanzspitze beginnend, zieht es 
nach vorn, nimmt an Weite allmählich zu und erstreckt sich bis 
zum vorderen helleren Teil des Oesophagus. Dort vereinigen sich 
die unteren Hälften der Seitenfelder, um eine Brücke zu bilden, 
auf welcher jene beiderseitigen Gefässe zu einem zusammentreten. 
Dieses wendet sich direkt zur Bauchwand und mündet in dem 
Porus excretorius frei nach aussen. In der äusseren, fein granulierten 
Schicht des Gefässes treten zerstreut Kernkörperchen auf. Die 
innere schmälere Schicht desselben ist eine stärker lichtbrechende, 
festere und erscheint homogen. Ein bei Filarien nur selten vor- 
handenes, von vorn kommendes Gefäss ist auch hier nicht nach- 
weisbar. 

In der Subeutis verlaufen zahlreiche Nervenfasern; von ihnen 
wie von den nahe dem Nervenring im inneren Winkel der Seiten- 
felder gelegenen nervösen Elementen, den Ganglia lateralia etc. 
Eu von Ganglienzellen in der Gefässbrücke ist weiter unten die 
Rede. 


Die Hautmuskelschicht. 


Nach dem Aufbau der der Subeutis aufliegenden Muskelschicht 
gehört unser Nematode zu Schneiders (1866) Gruppe der Poly- 
myarier. Auf dem Querschnitt gesehen, wird die Muskelschicht 
zunächst von den Medianlienien und Seitenfeldern in vier gleiche 
Abteilungen getrennt. Während indessen die Seitenfelder eine voll- 
ständige Trennung in der Schicht bewirken, ist es bei den ersteren 
nicht so der Fall; sie schieben sich zwischen den fibrillären Anteil 
und lassen die Markmasse der Muskelzellen über sich hinweggehend 
in Verbindung. 

Sekundäre Medianlinien bestehen nicht. Innerhalb der Viertel 
zeigen die Querschnitte eine Reihe einzelner getrennter Muskel- 
elemente, die Muskelzellen, die sich zu langen Fibrillen zusammen- 
fügen und als feine bandartige Streifen in der Längsrichtung des 
Körpers verlaufen. Ich zählte auf dem Querschnitte durch die 
mittleren Partieen des Wurmes bis zu 28 solcher in einem Viertel; 
allein nach den Körperpolen hin sind jene Muskelstreifen weniger 
zahlreich, indem verschiedene früher enden als andere. Dem- 
gemäss finden wir sie auf einem Querschnitt nicht alle von gleicher 
Breite. 

Die ganze Muskelschicht ist im allgemeinen stark ausgebildet. 
Zu äusserst liegt der deutlich hervortretende fibrilläre Anteil. Er 
zeigt vorzügliche Querstreifung und hat bei den einzelnen Elementen 
die Gestalt eines länglichen Rechtecks, dessen nach der Leibeshöhle 
gelegene Seite tief dreieckig ausgeschnitten ist, sodass jede Muskel- 
zelle in zwei nach dem Darm gerichtete Zipfel ausläuft. Diese 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 59 


Gestaltung des fibrillären Teils der Muskelzellen, welche auch an 
den Körperenden bestehen bleibt, charakterisiert den Wurm als 
einen Coelomyar. In dem Ausschnitt der kontraktilen Substanz, 
deren Höhe die Breite übertrifft, liegt centralwärts die feinkörnige 
Marksubstanz, die in verschiedener Menge auftritt und mitunter 
grössere deutliche Kerne erkennen lässt. Sie grenzt sich in Höhe 
des Anfangs des Mitteldarmes über den einzelnen kontraktilen 
Elementen ab; streckenweise steht jedoch das Sarkoplasma der 
Zellen auch mit einander in Verbindung und liegt in breiter Schicht 
über dem fibrillären Teil. Am Nervenring stark entwickelt, strebt 
hier die Markmasse der Muskelzellen diesem zu, um mit einer 
Reihe von Nervenfasern in Verbindung zu treten. Von einer Ab- 
grenzung des Sarkoplasmas durch ein besonderes Sarkolemma ist 
wie bei anderen Nematoden nichts wahrzunehmen. Nach Schneider 
(1888) ruhen die einzelnen Muskelfasern nach aussen auf der Hypo- 
dermis, und wird letztere nach der Muskelschicht zu homogener 
und erfüllt die Lücken zwischen den Muskelschichten, sodass sie die 
Abgrenzung zwischen denselben bildet. Ein Sarkolemma existiere 
überhaupt nicht, es werde nur vorgetäuscht, sagt er. 

Im allgemeinen wachsen die Zellen von den Enden der Muskel- 
felder nach deren Mitte bis zu doppelter Breite. Am Schlundring, 
wo deren 13 auf ein Viertel kommen, sind die in der Mitte des- 
selben stehenden fast dreimal grösser als diejenigen nahe den Enden 
der Felder. 

Das Vorhandensein des Afters auf der Bauchseite bewirkt, dass 
hier die Muskelfibrillen nicht so weit wie auf der dorsalen Seite 
hinabreichen, bezw. dass eine Aenderung in ihrem Verlaufe eintritt. 
Ueber diese ist bei Besprechung des Enddarms einiges mitgeteilt. 


Der Verdauungstraktus. 


Der Intestinaltraktus stellt sich als einen durchweg mit innerer 
Höhlung versehenen Schlauch dar. Mit einem central und senkrecht 
zur Achse gelegenen Munde beginnend, durchzieht er in gestrecktem 
Lauf den Körper und mündet kurz vor der Schwanzspitze nach 
aussen, beim Männchen mit dem Endteil des Geschlechtsapparates 
in einer Kloake. Der Darm zerfällt in den Oesophagus, den eigent- 
lichen Darm oder Mitteldarm und den Enddarm. 

Der Mund ist mit vier deutlichen Lippen ausgerüstet, einer 
dorsalen, einer ventralen und zwei lateralen. Schon Seitenansichten 
von gefärbten Totalpräparaten genügen, das Vorhandensein der 
vier Lippen zu zeigen, wie es beispielsweise durch Fig. 1 geschieht. 
Wir sehen bei diesem Präparat zugleich, dass der halbkreisförmig 
gebogene Vorderrand der lateralen Lippen die dorsoventralen nach 
vorn ein wenig überragt. Die Einschnitte zwischen den Lippen 
gehen ziemlich tief und bis zu gleichem Niveau herab. Jede Lippe 
trägt aussen an ihrem Grunde zwei laterale Papillen, während 
mediale nicht deutlich hervortreten. Der Vorderrand der Lippen 


60 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


ist scharf und ein wenig nach innen gebogen. Die Innenfläche ist 
glatt und cuticulären Gewebes. Indem diejenige der dorsoventralen 
Lippen, wie der Querschnitt in Fig. 2 zeigt, mehr nach aussen ge- 
bogen, concaver verläuft, ist die Innenfläche der lateralen flacher, 
sodass der Querdurchmesser der letzteren von aussen nach innen 
grösser ist als bei den dorsoventralen, und die Mundhöhle auf dem 
Querschnitt oval erscheint. 

Diese geht nach hinten in ein enges rundes Röhrchen, das 
Vestibulum, über. Dicht vor dem Uebergang der Mundhöhle 
in das Vestibulum steht dorsal und ventral ein kegelförmiger Zahn 
mit kuppelartig abgerundeter Spitze (cf. Fig. 2), der nach vorm 
und etwas aussen in die Ausbuchtung der ovalen Mundhöhle ragt. 
Er hat eine Länge von 0,032 mm, in der Mitte eine Breite von 
0,0065 mm, an der Basis eine solche von 0,012 mm. Im Innern 
der beiden Zähne verläuft ein bis drei Viertel ihrer Länge sichtbarer 
Kanal, die Pulpahöhle. 

Das Vestibulum ist gerade, nach hinten gerichtet, 0,114 mm 
lang und von chitinösem Gewebe. Im Vestibulum steckt vielfach ein 
fast homogen erscheinender Pfropf, der mitunter über die vordere 
Begrenzung der Lippen hervorragt und als ein von der Darmwand 
des Wirtes stammender, im rigor mortis hervorgepresster Schleim- 
pfropf zu deuten ist. 

Es ist das Vestibulum von einer circulären Faserschicht um- 
geben, die wohl der Hauptsache nach bindegewebiger Natur sein 
wird. In sie hinein strahlen von der Körperwand kommende Aus- 
läufer stark entwickelter Muskeläste mit deutlicher Querstreifung. 
Sie verlaufen namentlich zu beiden Seiten der Median- und Seiten- 
linien und sind in Fig. 3 aufgezeichnet. Ausser dass jene zur 
Fixierung der centralen Lage des Vestibulums beitragen, werden 
sie eine willkürliche Erweiterung desselben herbeiführen können, 
die bei der Muskelerschlaffung durch eine gewisse Elastizität des 
Vestibulums und durch vielleicht auch in der Circulärfaserschicht 
vorhandene muskulöse Elemente wieder aufgehoben wird. In der 
Untersuchung: „Ueber den feineren Bau von Strongylus mierurus“ 
spricht Ströse von ähnlichen Muskelbildungen, die eine Erweiterung 
des elastischen Mundringes bedingen sollen. 

Fast plötzlich setzt sich das Vestibulum in den charakteristisch 
gebauten, bedeutend breiteren Vorderdarm, Oesophagus, fort, indem 
sein (rewebe in die äussere und die sich sogleich dreieckig gestaltende 
innere Begrenzungsschicht des Oesophagus übergeht. Seine Länge 
macht fast ein Fünftel derjenigen des ganzen Tieres aus und seine 
Breite ein Fünftel bis ein Viertel der Leibesbreite daselbst. Eine 
bulbusähnliche Anschwellung vor seiner Einmündung in den Mittel- 
darm besteht nicht. Seinen Lauf nimmt er im allgemeinen durch 
die Mitte der Körperhöhle; an der Vereinigung der Seitengefässe 
liegt er mehr dorsalwärts. 

Auf den Querschnitten zeigt sich der Schlund aussen drehrund 
und seine innere Höhlung die charakteristische dreieckige Gestalt. 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 61 


Diese tritt stets hervor, ob sich die Wandungen ganz oder teilweise 
zusammenlegen, und das Lumen so mehr oder weniger verstrichen 
ist, oder ob die Mitten der Seiten nach Gestalt des Sechseckes mit 
drei aus und drei einspringenden Winkeln, von welchem Schneider 
spricht, nach innen gekehrt sind, oder wie es für eine weitere Strecke 
der Fall ist, die Dreieckseiten nach aussen gewendet sind. 

Eine helle, strukturlose, feste Membran, die Fortsetzung des 
Vestibulums, umschliesst eine breite Schicht radiär gestellter Fasern, 
die Muskelschicht, welche innen wiederum in eine das Lumen be- 
grenzende derbe Chitinhaut übergeht. Leistenartige Verdickungen 
der letzteren, wie sie sonst vielfach vorkommen, sind nicht vor- 
handen. In der vorderen Partie der Muskelschicht ist die Radiär- 
streifung eine zartere und gleichmässigere und erscheint blasser als 
im hinteren Teile. Etwas hinter dem Exeretionsporus, wo der 
Oesophagus fast plötzlich etwas breiter wird, erkennt man schon 
an tingirten Totalpräparaten die Radiärfaserschicht als eine weniger 
blasse und ihre Struktur als eine viel gröbere. Die von der inneren 
an die äussere Oesophaguswand gehenden Fasern vereinigen sich 
hier zu dicken Bündeln, die nahe der Peripherie vielfach divergierend 
auseinander gehen und mit den benachbarten scheinbare Anastomosen 
bilden. 

In diesem Teile des Schlundes finden sich ferner zahlreiche 
unregelmässige, durch die Muskelschicht zerstreut liegende, gelbe 
bis braunschwarze Körner, die ebenfalls dazu beitragen, dass der 
Oesophagus die für die Gattung Filaria bezeichnenden Abteilungen, 
eine vordere helle und eine hintere dunkle, aufweist. Während 
auch in der ersteren von einer Längsmuskulatur nichts Bestimmtes 
wahrzunehmen ist, zeigen Querschnitte durch den hinteren Teil 
zwischen den Radiärbündeln viele Längsfasern, die sich oft zu dicken 
primären und sekundären Bündeln gruppieren. 

In den zwischen den Fasern bleibenden Maschen liegt eine 
helle Grundsubstanz mit zahlreichen Kernen, welche in den vorderen 
Partieen des Oesophagus regelmässig angeordnet sind. Die vordersten 
Querschnitte zeigen, wie sie zu dreien je den Mitten der Dreiecks- 
seiten genau gegenüberliegen. Diese regelmässige Anordnung der 
Zellkerne beobachtete Schneider bereits am Schlund von Oxy- 
soma und Ströse an demjenigen von Strongylus micrurus. 

An den Oesophagus schliesst sich der eigentliche Darm, der 
Mitteldarm an, indem das Vorderende des letzteren, eine magen- 
ähnliche Erweiterung bildend, den sich etwas verjüngenden Endteil 
des Schlundes umfasst. Dieser teilt sich in drei, den Dreicksseiten 
entsprechende, abgerundete, mit Chitin überkleidete Zapfen, Zähne, 
die frei in das Lumen des Darmes hineinragen. 

Der Darm, welcher sich ohne Windungen durch die Mitte der 
Leibeshöhle erstreckt, ist rund, wird jedoch beim Weibchen strecken- 
weise von den die Leibeshöhle erfüllenden Geschlechtsorganen 
seitlich comprimiert. In der Darmwand tritt uns zunächst eine 
einzige breite Zellschicht entgegen. Die einer äusseren dünnen, 


62 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


homogenen Membran aufsitzenden Zellen sind nach dem Centrum 
gerichtet und begrenzen sich polyedrisch. Ihre Länge — der Darm 
auf Querschnitten gesehen — wechselt in regelmässiger Auf- 
einanderfolge, sodass Zellgruppen entstehen, und das Darmlumen 
ein sternförmiges wird. Die Zahl der Zellgruppen auf einem Quer- 
schnitt beträgt in der Regel sechs bis acht. Die einzelnen Zellen 
erscheinen im Innern feingranuliert und tragen alle nahe der Peri- 
pherie einen grossen Kern mit Kernkörperchen. Die Zellerenzen 
treten scharf hervor; nur eine kurze Strecke vor dem Enddarm 
werden dieselben etwas undeutlich, verwischen sich indessen, was 
Schneider bei Filaria papillosa konstatierte, in unserem Fall 
nicht ganz. Nach ihrem, dem Darmlumen zugewendeten Ende 
nehmen die Zellen an Breite ein wenig zu und runden sich daselbst 
ab. Dieses Ende überkleidet zunächst eine homogene Schicht, auf 
welche eine breitere, dem Anscheine nach zusammenhängende folgt, 
eine Zellenlage, welche schon von Kölliker beschrieben und 
Stäbehenschicht genannt wurde. Gegen Ende des Mitteldarms, wo 
diese zu einer höheren wird, indem sie bis zur dreifachen Höhe 
anwächst, haben die äusserst feinen und in grösster Anzahl vor- 
handenen Stäbchen ein entschieden wimperähnliches Aussehen, und 
eine sie aussen begrenzende, dünne homogone Schicht, wie sie sich 
bei der unten beschriebenen Filiaria Sarasinorum im Anfangsteil 
des Mitteldarms zeigt, tritt nicht sichtbar hervor. 

Das Ende des Mitteldarms ist bei unserem Objekt von einer 
schwachen Muskelschicht umgeben, die durch eine innere Längs- 
faserschicht und eine äussere Kreisfaserschicht ausgezeichnet ist. 
Um dieselbe liegt noch zu beiden Seiten oder dorsal- und ventral- 
wärts vom Darm ein schwach granuliert erscheinendes Gewebe, 
in welchem mehrere grosse Kerne mit einem Kernkörperchen auf- 
treten, und dessen Abschnitte miteinander in Verbindung stehen. 
Lumen und Ausführungsgang, die für eine drüsige Beschaffenheit 
des Organs sprechen würden, lassen sich in ihm nicht nachweisen. 

Indem die Zellschicht des Mitteldarms an Höhe mehr und mehr 
abgenommen hat, beginnt die Struktur des Enddarms. Zwischen 
der inneren und äusseren Cuticularschicht desselben liegt eine teils 
mit feinen, meist central gerichteten Fasern versehene, teils schwach 
körnig erscheinende Schicht, deren Breite nach hinten immer geringer 
wird. Der Enddarm hat in seinem Anfangsteil eine dreieckige 
Gestalt. Indem die dorsale Dreiecksspitze sich der Bauchseite 
nähert, wird das Lumen zu einem spaltförmigen. Gleichzeitig 
nähert sich das ganze Rectum der ventralen Körperseite und wird 
bald mit derselben durch subeuticuläres Gewebe verbunden, nach- 
dem zuvor die Muskelfibrillen der Bauchseite verschwunden sind. 
An ihrer Stelle treten deren auf der dorsalen Enddarmfläche auf 
und setzen sich zur ventralen Fläche des Schwanzes fort. Fig. 5 m. 

Dieselbe Figur zeigt uns, wie von den seitlichen Ecken der 
dorsalen Muskelfelder her Faserbündel quer durch die Leibeshöhle 
ziehen und an der dorsalen Seite des Reetum Anheftung nehmen. 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 63 


Sie stehen zur Subcutis in enger Beziehung. Auf eine kurze Strecke 
verbinden sie sich durch eine querlaufende Brücke, an deren Enden 
beiderseits einige Nervenzellen liegen. Fig.5 g. z. 

Der Enddarm hat eine Länge von 0,4 mm. Ohne sich besonders 
abzusetzen, beschliesst der Schwanz das sich gleichmässig mehr 
und mehr verjüngende Hinterteil des Körpers. Die Länge des 
männlichen Schwanzes übertrifft diejenige des weiblichen um etwa 
die Hälfte, indem erstere 0,49 mm, letztere 0,33 bis 0,38 mm beträgt. 


Das Nervensystem. 


Unter dem Centralnervensystem tritt uns wie auch bei den 
übrigen Nematoden zunächst ein Faserring entgegen, welcher rings 
um den vorderen Teil des Oesophagus verläuft, und mit dem zahl- 
reiche Ganglienzellen in Verbindung stehen. Er liegt bei unserer 
Filarie kurz vor dem Porus excretorius und zieht sich eine gewisse 
Strecke nach vorn. Während der Ring nach vorn den Schlund 
eng umschliesst, entfernt er sich nach hinten um einiges von ihm. 

An seinem vorderen Ende treten die Submediannerven aus und 
es finden sich an ihrem Ursprunge neben einigen grösseren und 
mehreren kleineren Ganglienzellen in der Umgebung je eine grosse 
bipolare, von welcher ein Fortsatz, wie bei unserem Objekt deutlich 
sichtbar, in den Nerven eintritt. In dem Verlauf der Submedian- 
nerven zeigen sich ganglionäre Anschwellungen und kleinere Nerven- 
zellen, welche mit dicht hinter dem Kopfe gelegenen Ganglienzellen 
in Verbindung stehen, von denen, wie man annimmt, Ausläufer zu 
den Papillen gehen. Ausser den vier Submediannerven laufen vom 
Centralringe aus nach vorn zwei starke Seitenstränge, welche im 
inneren Winkel der dorsalen Hälften der Seitenfelder eingebettet 
sind und sich bis fast zur Basis der Lippen verfolgen lassen, wo- 
selbst wieder eine grössere Ganglienzelle gelegen ist. An ihrem 
Ursprunge finden sich viele Ganglienzellen sowohl im Centralnerven- 
ringe selbst, wie vor und hinter demselben, die Schneiderschen 
Ganglia lateralia. 

Nach hinten zweigen vom Ringe die Nerven der Medianlinien 
ab, von welchen der Bauchnerv, wie Bütschli (1874) zuerst be- 
obachtete, zwei Wurzeln besitzt, die, wie er glaubt, mit den rami 
communicantes Schneiders identisch sind. An den Wurzeln beider 
Nerven liegen kleinere und grössere Ganglienzellen, von welchen 
Ausläufer m sie und in den Üentralring eintreten. Je eine grosse 
tripolare Nervenzelle an dem Ursprung von Bauch- und Rücken- 
nerv sendet zwei entgegengesetzt gerichtete Fortsätze in den Ring 
und einen zum Nerven. 

Mehrere Ganglienzellen liegen ferner in der Gefässbrücke; sie 
besitzen Ausläufer, welche mit dem Schlundring und mit am inneren 
Winkel der Seitenfelder gelegenen Nervenzellen communicieren. Auch 
dicht zu beiden Seiten des ver einigten Excretionsgefässes finden 
sich bei Filaria Zschokkei grössere und kleinere, meist bipolare 


64 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


Ganglienzellen, deren einer Fortsatz peripherwärts, der andere cen- 
tralwärts gerichtet ist. 

Ventral- und Dorsalnerv, von welchen der erstere stets stärker 
entwickelt ist, sind in das Gewebe der Medianlinien eingebettet, 
verlaufen bis zur Schwanzspitze und weisen auf ihrem Wege mannig- 
fach eingeschaltete Ganglienzellen auf. 

Am Uebergang des Mitteldarms in den Enddarm ist die Bauch- 
linie besonders stark entwickelt, und treffen wir in ihrem Gewebe 
vier mässig grosse Nervenzellen, welche Leuckart bei Ascaris 
lumbricoides zuerst beobachtete. Etwas hinter diesen zeigen sich 
bei unserer Filarie vier bis fünf einzelne in geringen Zwischen- 
räumen hintereinander gelegene, kleine kernhaltige Zellen, die sich 
zu feinen Fäden ausziehen und daher ebenfalls als Nervenzellen 
anzusprechen sind. Dieselben mögen eine Verbindung zwischen 
dem n. ventralis und den nn. bursales herstellen. 

Dann begegnen wir in Höhe der Mitte des Enddarms beim 
Weibchen im inneren Winkel der Seitenfelder beiderseits acht bis 
elf neben- und hintereinander gelagerten, ein- bis mehrpolarigen 
Nervenzellen. Sie sind von verschiedener Grösse, kernhaltig und 
in fast homogener Grundsubstanz eingebettet, Fig. 5. Einige wenige, 
auch unzweifelhafte Ganglienzellen liegen in dem von den seitlichen 
Enden der oberen Muskelfelder zur dorsalen Mastdarmwand ziehenden 
Gewebe, bezw. an den Enden ihrer Verbindungsbrücke; vergl. die- 
selbe Figur. 

Das Verhalten der Muskelzellen des Hautschlauches zum 
Nervenring ist kurz folgendes: Zu Anfang und zur Seite des letz- 
teren sucht nur das Sarcoplasma der mittleren Zellen eines Feldes, 
sich zu feinen Streifen ausziehend, centralwärts Verbindung mit dem 
Nervenring. Am hinteren Ende desselben aber strebt die Mark- 
masse aller Zellen ihm zu, und indem sich der Nervenring auflöst, 
scheinen die einzelnen Muskelzellen alle ihre besonderen Nerven- 
fasern zu empfangen. Dass, wie vielfach angenommen wird, die 
Muskelschicht in Höhe des Nervenringes sich auflösen soll, indem 
die Enden derselben mit den Nervenfasern verschmelzen, ist hier 
nicht der Fall. Nachdem am Ring eine Verbindung des Sarko- 
plasmas mit einer Reihe von Nervenfasern statt gehabt hat, ver- 
halten sich die Muskelzellen vor dem Ringe wie jenseits des Ringes 
und reichen, wenngleich an Zahl geringer geworden, bis fast zur 
Basis der Lippen. 


Der Geschlechtsapparat. 


a) Die männlichen Organe. 


Der männliche Geschlechtsapparat besteht aus einem unpaaren 
Schlauche und den Begattungsorganen. Der Schlauch beginnt mit 
einem blinden Ende, durchzieht bei einiger Schlängelung seines 
Anfangsteiles die Leibeshöhle und mündet auf der ventralen Wand 
des Enddarms. 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 65 


Den ganzen Schlauch umhüllt eine strukturlose cuticuläre 
Membran. Nach Beschaffenheit und Funktion der folgenden Zell- 
schicht unterscheiden wir einen Hoden, den samenbereitenden Teil, 
und das Vas deferens, den samenausführenden Teil. Das blinde 
Ende des Hodens ist von Zellen erfüllt. Weiter abwärts finden wir 
eine niedrige, mit oft grossen Kernen versehene Zellschicht, welche 
wie die Subeutis als eine zusammenhängende Schicht ohne besondere 
Zellgrenzen erscheint. Das Lumen ist von rundlichen, einen Kern 
enthaltenden Körperchen, den Spermatozoen, erfüllt. Indem der 
Hoden 6 mm vor der Einmündung in die Kloake fast plötzlich sich 
auf ein Drittel seines Querschnittes verengt, setzt er sich in das 
Vas deferens fort. Der Zellenbelag der verengten Stelle gehört 
schon dem letzteren an. Aussen liegt um sie herum ein Ring fein- 
faseriger Circulärmuskulatur, welcher wieder von kleinen zellartigen 
Gebilden umgeben ist, die infolge von Undeutlichkeit ihre Natur 
aber nicht erkennen lassen. Die Zellschicht des Vas deferens be- 
steht aus langen, polyedrisch begrenzten, radiärgestellten Zellen, die 
alle nahe der Peripherie einen Kern tragen, deren Höhe wechselt 
und so dem Lumen auf dem Querschnitt vielfach ein sternförmiges 
Aussehen giebt. 


Das Vas deferens nimmt nach seinem Ende hin an Durchmeser 
ab und ist daselbst von einer schwachen Ringmuskulatur umgeben, 
die die Aufgabe hat, das Sperma herauszubefördern. Es führt daher 
dieses Endstück, welches in die Kloake mündet, den besonderen 
Namen Ductus ejaculatorius. 


Zu den Begattungsorganen des Männchens rechnen wir die 
die Bursa und die Spicula. Die Bursa, eine bei Filaria Zschokkei 
wulstförmig an der seitlichen Begrenzung der Bauchfläche verlaufende 
Verdickung der Cuticularschicht, beginnt beiderseits 2!/;, mm vor 
der Schwanzspitze und verläuft bis zu dieser herab, ohne sie indessen 
zu umfassen. Sie steigt bald zu beträchtlicher Breite an, die kurz 
vor der Afteröffnung am grössten ist und 0,64 mm daselbst beträgt. 
Die beiderseitigen Flügel der Bursa sind symmetrisch und zunächst 
noch getrennt, vereinigen sich aber vor dem After durch eine quer 
über die Bauchseite verlaufende Brücke; cf. Fig. 7. Im Schwanze 
sind die Flügel wieder getrennt, behalten jedoch bis zur Spitze 
desselben eine bedeutende Breite. Vom Beginn der Bursa ab zeigt 
die ganze Bauchseite des Männchens scharfe, auf dem Querschnitt 
sägezahnartige Längsleisten, deren ich bis 68 zählte; nach hinten 
werden sie aber weniger zahlreich. 


Die Bauchseite der Bursa ist ferner durch das Tragen mehrerer 
Papillen charakterisiert. Beiderseits finden wir vier prä- und zwei 
postanale grosse, regelmässig angeordnete, rippenförmige Papillen. 
Ihre Pulpa ist lang und mässig breit, und ihre äussere Fläche er- 
hebt sich, wie es seltener vorkommt, über die Körperoberfläche. 
Vergl. Fig. 7. 

Die in derselben Figur wiedergegebene Gestaltung der Bursa- 

Arch, £, Naturgesch, Jahrg.1896. Bd.I. H.1. 5 


66 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


hälften fand sich bei allen männlichen Filarienexemplaren. Sie muss 
also wie bei Ascaris megalocephala, als eine dauernde, nicht 
erst bei der Copulation hervorgerufene Wirkung der musculi bursales 
angesehen werden. 

Gehen wir zu den Spikula über; es sind deren zwei vorhanden, 
die von einander sehr verschieden sind. Zunächst übertrifft das 
eine Spikulum — 4,7 bis 5,3 mm lang — das andere mehrfach an 
Ausdehnung, indem die des letzteren nur 1,8 bis 2mm beträgt. 
Während jenes ferner für fast seine ganze Länge eine Breite von 
0,0675 mm besitzt, ist dieses allgemein breiter, 0,09 mm in seinem 
oberen, 0,067 mm zu Anfang des letzten Drittels. Allmählich sich 
ein wenig verjüngend, endet das längere Spikulum spitz, das kürzere 
in einem kleinen Knöpfehen. Beide durchzieht eine mit körniger 
Substanz erfüllte Höhlung, und um sie herum haben sie eine feste, 
aus zwei chitinösen Schichten bestehende Wandung. In dem Bau 
des längeren Spikulums finden wir noch eine ihm eigentümliche 
Bildung; bei demselben stülpt sich nämlich, während jenes auf dem 
Querschnitt rund erscheint, eine Seite nach innen bis zur Verbindung 
mit der gegenüberliegenden Wand ein uud stellt so die für die 
ausserordentliche Länge dieses Stachels nötige Stütze dar. Im 
Anfang desselben deutet sich die Einstülpung nur an und verliert 
sich auch an seinem Ende wieder. Es reicht das längere Spikulum 
um ein bedeutendes Stück weiter nach vorn als das kürzere, um- 
somehr als gewöhlich nur das Endknöpfchen des letzteren aus der 
Afteröffnung hervorsieht. 

Beide Spikula haben entsprechend lange Scheiden, Einstülpungen 
der dorsalen Wand des Enddarms. An ihrem Mastdarmanfang, 
woselbst sie innig mit einander verbunden sind, ist die chitinöse 
Innenwand desselben mehrfach verdickt. Als Exsertor spie. ist ein 
ziemlich starker, jeder Scheide anliegender Belag feinster Längs- 
muskelzüge vorhanden, dessen Fasern sich hinter der Scheide fort- 
setzen und an der dorsalen Fläche des Schwanzes anheften. Als 
Retraktor entspringen muskulöse Elemente von den lateralen Ecken 
der rückenwärts gelegenen Muskelfelder und vereinigen sich zu je 
zwei Bündeln, welche an dem vorderen Ende der Scheide An- 
heftung nehmen, diejenigen des kleineren Spikulums liessen sich 
bei der Präparation hübsch isolieren; sie zeigten dieselbe Länge 
wie letzteres selbst und je eine mittlere Breite von 0,09 mm. 


b. Die weiblichen Geschlechtsorgane. 


Wir unterscheiden Vagina, Uterus, Tube und Eierstock. 

Der Eingang in die Vagina, die Vulva, stellt einen Querspalt 
dar, welcher 8 mm, also ein Viertel der Körperlänge, vom Kopf- 
ende entfernt liegt. Nur um ein Geringes ist die Umgebung der- 
selben verdickt. Vom Rande der Vulva entspringen zum Zweck, 
dieselbe zu erweitern, quergestreifte Muskelfasern, die fast radien- 
förmig ausstrahlend, sich an den Rand der Seitenfelder heften, wie 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 67 


sie bereits bei Filaria papillosa (Schneider 1866) bekannt 
wurden. 

Die Vagina ist 2!/,;, mm lang. Innen ist sie von einer etwas 
wellenförmig verlaufenden homogenen Schicht ausgekleidet, die in 
der Vulva mit der äusseren Hautschicht zusammenhängt. Jener 
folgt ein dünner, feinkörniger, der Submucosa entsprechender Belag. 
Um diesen liegt eine äusserst starke Muskellage, bestehend aus 
einer inneren, in die Umgebung einstrahlenden Radiärmuskelschicht 
(Fig. 9), wie sie bei Filarien wohl noch nicht beobachtet wurde, 
und einer stärkeren äusseren Ringfaserschicht. Das Nichtvor- 
handensein deutlicher Längsfasern erklärt die Kürze der Vagina. 


Das nun folgende Uterusrohr ist die unmittelbare Fortsetzung 
der Vagina und daher ein zunächst unpaarer Stamm. Derselbe 
verläuft in einigen geringen Windungen oder gelegentlich mit einer 
Schlingenbildung nach hinten und teilt sich in zwei gleiche Aeste, 
von welchem der eine weiterhin schwanzwärts gerichtet bleibt, der 
andere zu entgegengesetztem Lauf umkehrt. In das innere ovale 
bis runde Lumen ragen kleine zottenartige Vorsprünge, sodass 
dieses ein sternförmiges Aussehen bekommen kann. Die Radiär- 
faserschicht verschwindet und nahe der Peripherie der noch breiten 
Kreisfaserschicht verlaufen Längsmuskelfasern, die oft zu dicken 
Bündeln zusammentreten. Nach hinten nimmt die ganze Muskel- 
schicht des Uterus allmählich mehr und mehr ab. Seine innere 
Auskleidung ist Plattenepithel. Die Uterusäste, in welche sich, wie 
wir sahen, der unpaare Stamm teilt, gehen ohne scharfe Grenze 
in die Tuben über, indem die Muskelschicht ihr Ende erreicht. Die 
zottenartigen Vorsprünge verlieren sich, und die Zellschicht besteht 
hier aus langgestreckten, polyedrisch begrenzten und etwas dunkel 
pigmentierten Zellen. In Uterus und Tuben findet sich mitunter ein 
sulziges Sekret. 


Die Tuben führen in weite langgestreckte, dünnwandige Ovarien, 
welche von Eiern wie vollgestopft, in unregelmässigen Windungen 
die Leibeshöhle zur Seite des Mitteldarmes erfüllen. Der Eierstock 
zeigt gelegentlich Einschnürungen, ohne dass indessen muskulöse 
Elemente zu Tage treten. 


Nach ihrem blinden Ende hin nehmen die Ovarialschläuche an 
Durchmesser ab, und das der glashellen, strukturlosen Membran 
aufliegende Epithel zeigt sich verschieden nüanziert. Im Grunde 
zunächst, wo es sich in die die Eizellen bildende Substanz fortsetzt, 
liegt ein grosser Zellkern mit Kernkörperchen inmitten einer hellen 
feingekörnten Protoplasmamasse, dann mehr peripher eine Anhäufung 
kleiner runder Zellkerne. Die im Centrum freie Protoplasmasubstanz 
setzt sich in die Rhachis fort, bei welcher sie sich um die regel- 
mässig gelagerten Kerne derart abgrenzt, dass eylinderförmige Zellen 
entstehen, die um die Spindel radiär angeordnet sind. Indem aber 
die Kerne in verschiedenem Abstande von der Rhachis stehen, und 
die Protoplasmastiele, welche sie mit dieser verbinden, nicht alle 


Hr 


68 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


gleich lang sind, bekommt das ganze Gebilde ein traubenartiges 
Aussehen. Die Zellen schnüren sich später ab und werden zu den 
Eizellen, welche, zunächst noch hüllenlos, sich bald mit einer 
Membran umgeben. Die sich aus ihnen entwickelnden Eier haben 
durch die gegenseitige Abplattung eine noch nicht ganz regelmässige 
Gestalt. Mit dem weiteren Wachstum treten die feineren und 
gröberen Dotterkörnchen auf, und die Gestalt der Eier wird eine 
ellipsoide.. Nach der Befruchtung sammeln sich die Dotterkörner 
in der Mitte, und die äussere Schicht wird eine vorzugsweise hyaline. 
Gleichzeitig beginnt die äussere Membran zu wachsen, um die 
Schalengebilde zu producieren. Die reifen Eier unseres Nematoden, 
deren Länge 0,043 mm und deren Breite 0,023 bis 0,024 mm beträgt, 
sind, wie die meisten der Filarien, dickschalig und zeigen eine 
interessante, ihnen eigentümliche Bildung, dieselbe gehört, indem 
die reife Eischale aus mehreren Schichten besteht, der äusseren an. 
An den Seiten des Eies bleibt die Schale von gleicher Dicke und 
ohne besondere Zeichnung. An den Polen aber wirft sie sich 
plötzlich zu einem rings herumlaufenden Walle von doppelter Höhe 
auf und überkleidet dann die Polenden der tonnenförmigen Eier 
mit nur einer dünnen Schicht, sodass hier leichte, aber geschützte 
Ausgangspforten für den Embryo geschaffen sind. Fig. 19 bringt 
einige Abbildungen derselben. 


Fassen wir die Hauptcharacteristica unserer Filarie kurz zu- 
sammen, so stellen sie sich als folgende dar: Länge des Männchens 
21 mm (19—24), Breite 1,1 mm. Länge des Weibchens 32 mm 
(25—35), Breite 1,3 mm. Bursa des Männchens stark entwickelt, 
2!1/, mm lang, 0,64 mm breit, mit 4 prä- und 2 postanalen grossen 
rippenförmigen Papillen. Bauchseite des Männchens trägt hinten 
bis 65 scharfe Längskanten. Schwanz des Weibchens gerade und 
0,32 bis 0,38 mm lang. Muskelzellen des Hautschlauches deutlich, 
zu mehr als 100 auf einem Querschnitt durch die Körpermitte. 
Vier deutliche Lippen, von welchen die lateralen die stärkeren. Im 
Grunde der Mundhöhle zwei mediane Zähne. Ein Vestibulum. 
Länge des Oesophagus ein Fünftel der Körperlänge; ein Bulbus 
desselben nicht vorhanden. Spikula nach Grösse und Gestaltung 
sehr ungleich. Länge derselben 4,7”—5,3 mm, bezw. 1,8—2 mm. 
Vulva 8mm, ein Viertel der Körperlänge, vom Kopfende entfernt. 
Ein langes nach hinten verlaufendes, unpaares Geschlechtsrohr teilt 
sich in zwei entgegengesetzt gerichtete Aeste. Die Eier besitzen 
eigentümliche Fassform, 0,043 mm lang, 0,023 mm breit. 

In der Litteratur fand ich keine Filaria bezeichnet, welcher 
die beschriebene gleichzustellen wäre. Zeigen die Schneiderschen 
Filaria megastoma (equi), Fil. microstoma (equi), Fil. sangui- 
nolenta (Canis lup., C. famil.) auch hie und da Aehnlichkeit, so 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 69 


können sie doch auf Grund eingreifender Verschiedenheiten nicht 
als eine verwandte Art bezeichnet werden. 

Zur Erinnerung an meinen hochverehrten Lehrer Herrn Pro- 
fessor Dr. Zschokke legte ich der neuen Filaria den Namen „Filaria 
Zehokkei n. sp.“ bei. 


Strongylus costatus n. sp. 


Unter diesem Namen folgt die Beschreibung eines zweiten 
neuen, auch bei Manis pentadactyla parasitierenden Nematoden. 


Es ist ein runder fadenförmiger Wurm von schmutzig-weisser 
Farbe. Der Körper beider Geschlechter zeigt manche unregelmässige 
Krümmungen und Windungen. Mit unbewaffnetem Auge sind 
Männchen und Weibchen, so verschieden sie auch sind, nicht zu 
unterscheiden. Die Menge, in der die Weibchen vorkommen, ver- 
hält sich zu derjenigen der Männchen wie 2:1. Die Länge der im 
allgemeinen etwas grösseren Weibchen beträgt 10,5 bis 11,7 mm 
bei einer durchschnittlichen Breite von 0,11 bis 0,14 mm ohne 
Seitenmembran. Die Männchen sind 9,2 bis 1O mm lang und haben 
eine Breite von 0,08 bis 0,l mm. Sie bleibt fast für die ganze 
Länge des Tieres dieselbe. Sein Kopfende verjüngt sich allmählich, 
das Schwanzende des Weibchens von der halben Höhe des End- 
darms ab schneller, spitzt sich aber nicht zu, sondern rundet sich 
plötzlich stumpf ab. Am äussersten Ende steht eine fadenförmige 
Papille. Fig. 17. Das Schwanzende des Männchens dagegen be- 
hält die Körperbreite und wird von einer starken Bursa, welche 
weiter unten näher beschrieben wird, umfasst. 


Die Haut auch dieses Nematoden besteht aus mehreren Lagen, 
deren unterste die der gekreuzten Fasern sind. Stellenweise nimmt 
sie einen unregelmässigen, schwach wellenförmigen Verlauf. Wirkliche 
Ringelung der äussersten Schicht besteht nicht, sondern wird nur 
auf den ersten Blick vorgetäuscht, denn die Haut zeigt im Flächen- 
anblick eine regelmässige dichtgedrängte, feine Querstreifung, während 
die äusserste Schicht aber glatt ist. 


Auf ihr verlaufen namentlich über Bauch- und Rückenfläche 
ca. 26 parallele Längskanten, die sich auf dem Querschnitt als 
feine spitze, sägezahnartige Hervorragungen der äussersten Schicht 
erweisen, seitwärts aber nahe den Seitenmembranen verschwinden. 


Diese letzteren sind durch besondere Vorsprünge, starke Dupli- 
katuren der Cuticula ausgezeichnet, die durchschnittlich 0,02 mm 
breit, zu beiden Seiten des Körpers in der Längsrichtung verlaufen 
und auf dem Querschnitt eine T-ähnliche Figur ergeben, indem 
ihr äusserer Winkel sich nach zwei entgegengesetzten Richtungen 
auszieht, Fig. 19. Die Seitenmembranen, welche auch auch an 
jener oben erwähnten, der Öutis eigentümlichen Querstreifung teil- 


70 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


nehmen, erstrecken sich fast längs des ganzen Körpers hin. Nahe 
dem Vorderende zeigen sie eine Unterbrechung, d.h. sie beginnen 
sogleich am Kopfe breit, nehmen nach einiger Strecke ab und ver- 
schwinden schliesslich ganz, um sich kurz darauf wieder zu der- 
selben Breite zu erheben und bis zur Schwanzspitze zu verlaufen. 
Beim Männchen gehen sie daselbst, wie schon erwähnt, in eine 
grosse Bursa über. Querschnitte des Kopfteiles der Seitenmembran 
(cf. Fig. 16) zeigen die T-ähnliche Form nicht, indem sie vielmehr 
nur blattförmig sind. 

In der Mitte des breit abgerundeten äussersten Schwanzendes 
des Weibchens steht eine dünne, 0,015 mm lange, sich spitz aus- 
ziehende fadenartige Papille.. Fig. 17. 

Die feinkörnige Subcuticula stellt beim erwachsenen Tier eine 
sehr dünne Schicht dar und ist nur an den Seiten- und Median- 
linien stärker entwickelt. Bei den ersteren wulstet sie sich kreis- 
segmentartig in die Leibeshöhle vor, während die Medianlinien viel 
geringer ausgebildet sind. Sekundäre Längslinien fehlen. Durch 
die Mitte der Seitenfelder verlaufen die Gefässe, die sich an ihrem 
vorderen Ende zu einem vereinigen und im Excretionsporus nach 
aussen münden. Derselbe liest 0,03 mm vom Kopfende entfernt 
und hat in seiner nächsten Nachbarschaft einige kleine Papillen. 


Die Muskulatur des Hautschlauches unseres Strongylus ist 
ziemlich schwach entwickelt, durch die Seiten- und Medianlinien in 
vier Felder geschieden. Der contractile Teil ordnet sich zu in der 
Längsrichtung verlaufenden Fibrillen an und trägt über seinen 
Elementen innenwärts eine Plasmadecke. 


Der Kopf des Wurms ist klein und nur schwach abgesetzt, 
ohne bemerkbare Lippen oder Papillen. Schneider (1866) giebt 
an, dass alle mit vielen Längskanten versehenen Species sich gleich- 
zeitig durch die Kleinheit ihrer Mundteile auszeichnen, einen Satz, 
den ich bei unserem Strongylus bestätigt finde Die runde Mund- 
öffnung liegt central und senkrecht zur Längsachse. 


Der sich an einen chitinösen Mundring anschliessende, nach 
hinten im Durchmesser ein wenig zunehmende muskulöse Oeso- 
phagus ist kurz, d.h. nur 0,5 mm lang und geht in den Mitteldarm 
über, ohne zuvor eine bulbusähnliche Anschwellung zu bilden. Zu- 
weilen nimmt jener einen ziemlich stark geschlängelten Verlauf. 
0,23 mm von der vorderen Begrenzung des Kopfes entfernt, umgiebt 
ihn der Nervenring. 

Den Mitteldarm bildet eine einfache Schicht etwas verschieden 
langer, centralwärts gerichteter, polyedrischer Zellen, die einer 
chitinösen Tunica propria aufsitzen. Er durchzieht ohne wesentliche 
Schlängelung und bei fast gleich bleibender Breite, die einem 
Fünftel der queren Ausdehnung des Körpers entspricht, die Leibes- 
höhle, um in den 0,06 mm langen Enddarm überzugehen. Dieser 
führt beim Weibchen durch die 0,11 bis 0,12 mm vor der Schwanz- 
spitze gelegene Afteröffnung nach aussen. Das Männchen aber 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). A 


besitzt eine Kloake, d. h. das Endstück des Darmes nimmt Faeces 
und männliche Geschlechtsprodukte auf, um sie bauchwärts an der 
Basis der Bursa nach aussen zu befördern. 


Der nur 0,2 mm lange Ductus ejaculatorius mündet nahe am 
After, sodass die Kloake nur eine unbedeutende ist. Die sehr weite 
Samenblase ist fast Imm lang. Der Hoden durchzieht als unpaares 
Rohr in zunächst fast gestrecktem Lauf die Leibeshöhle bis ungefähr 
lmm vom Kopfende entfernt, wo er wieder nach hinten umkehrt, 
um an Durchmesser stetig abnehmend nach mehreren Windungen 
blind zu endigen. 


Als Begattungsorgane des Männchens treten uns die Bursa und 
zwei Spikula entgegen. Seitlich etwas abgeflacht, im übrigen fast 
so breit wie lang — die Länge beträgt 0,12 bis 0,14 mm, die Breite 
0,11 bis 0,13 mm — umfasst sie das Schwanzende und ist ge- 
schlossen. Jederseits wird die glockenförmige Bursa von fünf 
grösseren Rippen, deren Anordnung Fig. 14 wiedergiebt, gestützt. 
Die meisten von ihnen scheinen eine Papille zu tragen, indem sie 
in einer kolben- oder bläschenartigen Hervorragung enden. Eine 
kleinere Rippe scheint noch vor und seitlich von dem After zu 
stehen. 


Die beiden gleichgestalteten Spicula sind kurz und kräftig und 
mit einer einfachen, inneren Höhlung versehen; sie sind 0,15 mm 
lang bei einer Breite von 0,02 mm. Gegen ihr Ende hin sich ver- 
jüngend, laufen sie in ein Widerhäkchen aus. Cf. Fig. 18. An den 
Grund ihrer Scheiden heften sich zwei starke von vorn und der 
dorsalen Körperwand entspringende Muskelbündel, die muse. retrac- 
tores spic,, welche etwa zwei Dritteln der Länge der Spikula gleich- 
kommen. 

Die Vulva, deren Ränder sich zu kleinen Lippen hervorwölben, 
umschliesst einen senkrecht zur Längsachse stehenden Querspalt 
von 0,04 mm. Derselbe liegt genau 2 mm vom Schwanzende ent- 
fernt und wird in der Ruhe geschlossen gehalten. Die sich an- 
schliessende, mit Muskulatur versehene Vagina ist nur äusserst kurz, 
denn sie führt sogleich in einen länglich runden Sack, in welchen 
zwei in entgegengesetzter Richtung verlaufende Uterusäste einmünden. 
Der nach hinten wie der nach vorn verlaufende dieser Gänge ist 
mit hintereinandergereihten, grossen Eiern erfüllt. Sie nehmen 
beide die Hälfte der Leibesbreite ein und zeigen nach einer Länge 
von 0,3 bis 0,4 mm und einer vorhergehenden geringen Einschnürung 
eine kugelige Anschwellung, die als receptaculum seminis dient. 
Bis zu dieser lässt sich an den Uterusästen ein im allgemeinen 
ziemlich starker Muskelbalg verfolgen. 

Die Fortsetzung der Geschlechtsröhren, die auf der anderen 
Seite in jenes receptaculum einmündende Tube ist ohne Muskulatur 
und setzt sich nach einer Länge von 2mm unter Erweiterung in 
die langen Ovarialschläuche fort. Der aus dem sogleich nach vorn 


12 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


gerichteten Uterusast hervorgehende Eischlauch verläuft beinahe bis 
zum Darmanfang, wo er umkehrt; der andere, nach hinten sich 
erstreckende wendet sich zu Anfang des Enddarms nach vorn und 
verläuft von da ab geschlängelt. 

Die Grösse der Eier bewirkt es, dass sie sich in den unteren 
Abschnitten der Geschlechtsröhre bis noch z. T. in das Ovarium 
hinein hintereinander anordnen. Das reife Ei hat eine Länge von 
von 0,072 bis 0,076 mm, eine Breite von 0,037 bis 0,043 mm, ist 
oval und besitzt eine harte Schale ohne besondere Skulpturen. 

Ausser bei unserem Strongylus finden sich jene genannten 
Längsleisten bei Strong. contortus der Schafe, Str. retortae- 
formis Bremser und Str. strigosus Duj. der Hasen, Str. 
ventricosus aus Bos und Cervus, Str. Filaria und filicollis 
aus Ovis und Capra, Str. subventricosus aus Rana cornuta, 
Str. invaginatus aus Coluber, Str. auricularis der Frösche 
und Str. blasii n. sp. (v. Linstow). Zwischen allen diesen und 
dem hier beschriebenen Strongylus stellen sich bei einer Ver- 
gleichung zu grosse Unterschiede heraus, als dass er sich mit einem 
derselben identifizieren liesse. Dasselbe gilt von einigen, welche einen 
ähnlichen Bau der Bursa zeigen, nämlich von Str. dentatus aus 
Sus und Dicotyles, Str. inflatus aus Bos und Str. venulosus 
aus Uapra. 


Filaria Sarasinorum n. sp. 


Diese Filarie lebt im Darm von Stenops gracilis. Sie 
charakterisiert sich äusserlich als einen cylindrischen Wurm von 
weissgelblicher Färbung. Die Männchen waren hier, wie es bei 
Nematoden nur selten der Fall ist, den Weibchen gegenüber in stark 
überwiegender Anzahl vorhanden, entsprechend dem Verhältnis 9:4. 
Die letzteren zeichnen sich vor den ersteren makroskopisch durch 
ihre bedeutende Grösse aus. Eine spiralige Aufrollung des männ- 
lichen Schwanzendes ist nicht vorhanden; er verläuft stets gerade. 
Die Länge der Männchen beträgt 7,5 bis 8,5 mm, ihre Breite 0,45 
bis 0,52 mm, die Länge der Weibchen 10 bis 11,25 mm, ihre Breite 
0,57 bis 0,7 mm. 

Anfangs sich nur allmählich verjüngend, nimmt das männliche 
Schwanzende jenseits des Afters schnell an Breite ab und ist sehr 
bald in eine feine Spitze ausgezogen. Der After, aus dem zwei 
Spikula hervorragen, liegt mithin letzterer sehr nahe, d.h. nur 
!/,mm von ihr entfernt. Die Bursa trägt vier Paar prä- und sechs 
Paar postanaler Papillen. 

Das weibliche Schwanzende, dessen Querschnitt mehr allmählich 
kleiner wird, endigt ebenfalls mit einer feinen Spitze, von der °/, mm 
entfernt der Anus liegt. 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 73 


Die Haut. 


Die Haut dieser Filarie ist glatt. Auf ihrer äussersten Schicht 
besitzt die fast glashelle Cuticula vereinzelt jene dunklen punkt- 
förmigen Zeichnungen mit einem helleren Centrum, wie sie der 
schon oben beschriebenen Filarie eigen sind. Hier indessen reihen 
sie sich nicht wie dort zu grösseren Gebilden aneinander. Infolge des 
konservierenden Alkohols erscheint die Cutis hie und da unregel- 
mässig eingezogen. Bei scharfer Vergrösserung wird durch das 
Auftreten paralleler Linien eine feine Querstreifung desselben sichtbar, 
welche verrät, dass sie wieder aus einer Reihe verschiedenster 
Schichten zusammengesetzt ist. 

Die Dicke der Haut bleibt vom Kopf- bis zum Schwanzende 
dieselbe. Von dort bis zur Höhe des Oesophagusendes erheben 
sich beiderseits breite, flügelartige Seitenmembranen, welche vorn 
sehr bald bis zu einer Höhe von 0,08 mm ansteigen, hinten jedoch 
allmählich schmäler werden. Cf. Fig. 20. Auf dem Querschnitt 
haben sie eine gleichseitig dreieckige Gestalt, deren äussere freie 
Spitze dorsalwärts geneigt ist. (Vergl. Fig. 22.) 

Nicht gleich regelmässig und ungleich stark entwickelt finden 
sich mitunter einige blasige Abhebungen der Cutis in der After- 
gegend, abgesehen von einer, der wir nahe dem Excretionsporus 
begegnen 

Die Subeutis verhält sich im allgemeinen wie bei Fil. 
Zschokkei. Die Medianlinien sind mässig stark entwickelt, die 
viel beträchtlicheren Seitenlinien denjenigen der genannten Filarie 
ähnlich, erreichen indessen deren Grösse nicht ganz. In den Hälften 
derselben, deren gegenseitige Grenze sich mitunter verwischt, zeigt 
sich in der Regel nur nahe der Basis je ein grosser Kern mit 
vielen Kernkörperchen. 

Das beiderseitige, im Schwanz beginnende Excretionsgefäss 
nimmt den bekannten Verlauf, und beide münden nach Vereinigung 
als ein einheitlicher Kanal nahe dem Kopfe in der Medianlinie des 
Bauches nach aussen. Jenes ist hier allgemein ein feineres, als 
wir es bei Fil. Zschokkei antreffen, und in seiner nächsten Um- 
gebung in den Seitenfeldern treten vielfach jene gelbbraunen 
Körperchen auf, denen wir schon häufiger in inneren Organen be- 
gegneten, 


Die Hautmuskelschicht. 


Wir haben einen Polymyarier vor uns. Die durch die vier 
Längslinien getrennten Muskelfelder weisen auf einem Querschnitt 
durch die mittlere Leibesgegend je circa fünfzehn einzelne Muskel- 
elemente auf, welche im allgemeinen sehr stark ausgebildet sind. 
Der kontraktile Anteil setzt sich wieder zu langen Fibrillen zu- 


74 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


sammen, welche sich nach vorn bis 0,17 mm von der äussersten 
Kopfgrenze erstrecken, an Zahl nach den Kopfenden hin geringer 
werden. 

Die Gestalt der quergeschnittenen Muskelzellen ist eine ähnliche 
wie die der Fil.Zschokkei. In dem dreieckigen Ausschnitt zwischen 
den beiden Querfortsätzen lagert das Protoplasma, das mehr oder 
weniger mit einander in Verbindung steht und am Schlundring mit 
abgehenden Nervenfäden Anastomosen eingeht. 


Der Verdauungstraktus. 


An dem abgestumpften Kopfende finden wir eine fast runde, 
central gelegene und etwas bauchwärts gerichtete Mundöffnung, die 
einer deutlichen Lippenbildung entbehrt. Auf der Aussenfläche 
machen sich nur Andeutungen von vier Lippen bemerkbar, sich in 
einer rings um das Kopfende herumlaufenden, schwachen Krause 
verlierend. Nahe der vorderen Begrenzung desselben stehen vier 
grosse rippenförmige Papillen, die den submedianen der Filarien 
mit deutlicher Lippenbildung entsprechen. 


Nach innen setzt sich die Mundhöhle in einen 0,057 mm langen 
und 0,025 mm im Durchmesser betragenden chitinösen Mundring 
fort, der als ein kurzes Vestibulum aufzufassen ist. 


An jenen reiht sich der Oesophagus mit seiner äusseren dünn- 
wandigen Chitinhülle, seiner mittleren breiten Muskularis und 
seiner inneren, das Lumen abschliessenden, starken, chitinösen 
Auskleidung an. Seine Länge ist etwa 1,4 mm, gleich einem 
Sechstel der Körperlänge und verläuft mit geringer Schlängelung. 
Fig. 20. 


Das Lumen lässt stets die typische dreieckige Gestalt hervor- 
treten und erhält je nach Gestaltung der Dreiecksseiten eine oft 
interessante Form, welche z.B. die Figuren 10 bis 15 veranschaulichen. 
In Fig. 12 sehen wir die Mitten der Dreiecksseiten verdickt, und 
nach Figur 13 beginnen sie ein zunächst dünnes chitinöses Blatt 
abzuspalten; in dem sich nun bildenden Hohlraum erscheint eine 
schwach granulierte Masse. Nachdem sich das äussere Blatt mehr 
und mehr verdickt hat, tritt allmählich von den äusseren Dreiecks- 
winkeln her eine vollständige Abspaltung von ihm ein, so dass wir 
nun drei freie, in das Oesophaguslumen hineinragende Chitinzapfen 
oder Zähne haben. Diese, welche sich in einem starken Bulbus 
des Oesophagus befinden, besitzen eine dicke, aus zahlreichen 
Lamellen bestehende, chitinöse Wandung und eine grosse Pulpahöhle. 
Die Lamellen erscheinen auf dem Querschnitt der Zähne als zahlreiche 
regelmässige, über einander gelagerte Streifen, wie sie in Figur 14 
angedeutet sind. In dem kurzen Endstück des Schlundes nimmt 
die innere Wand den in Figur 15 aufgezeichneten Verlauf. 


Die Muskularis besteht vorwiegend aus einer feinen Radiär- 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 18 


faserschicht, die in den einzelnen Abschnitten des Oesophagus 
ziemlich dieselbe bleibt. Fine Anordnung der Fasern zu gröberen 
Bündeln in dem hinteren Teile desselben, wie bei Fil. Zschokkei, 
liegt nicht vor, wie auch der Uebergang der vorderen helleren 
Partie zur hinteren dunkleren weniger sinnfällig ist. Gleichzeitig 
konstatieren wir ein nur spärliches Auftreten jener zerstreut ge- 
legenen, gelbbraunen Körnchen in der letzteren; und die hierselbst 
verlaufenden Längsfasern nahe der Peripherie erscheinen weniger 
deutlich. 

In der hellen Grundsubstanz der Maschen finden wir vereinzelte 
Kerne. In der bulbusähnlichen Anschwellung des Oesophagus, wo 
sie reicher vertreten ist, erscheinen in ihr zahlreiche grosse Kerne, 
die ein oder mehrere Kernkörperchen enthalten. 


Den Mitten der beiden ventralen Dreiecksseiten gegenüber 
liegen feine, helle gefässähnliche Bildungen, welche in körnige Um- 
gebung vielfach eingebettet, sich eine Strecke weit verfolgen lassen, 
bei denen aber Lumen und Ausführungsgang nicht hervortreten. 
Sie können daher als Drüsen kaum gedeutet werden, wie deren 
im Gewebe des Schlundes dorsalwärts gelegene von Schneider 
(1866) und neuerdings genauer von Hamman (1893) beschrieben 
worden sind. 

Der Uebergang des Oesophagus in das Darmrohr findet in der- 
selben Weise statt wie bei Fil. Zschokkei, wenngleich die daselbst 
frei ins Darlumen ragenden drei Endzapfen des ersteren hier nicht 
gebildet sind, was durch das Vorhandensein der drei Zähne im 
Schlundbulbus bedingt sein mag, während bei Fil. Zschokkei jene 
die Funktion dieser zu übernehmen bestimmt sind. 


Die Parenchymschicht des Mitteldarms zeigt wenig Veränderung. 
Die an Basis und Ende fast gleich breiten, polyedrisch begrenzten 
Zellen haben jede einen grossen hellen Kern, welcher im Centrum 
ein grösseres und an der Peripherie viele etwas kleinere Kern- 
körperchen trägt. Die die Zellschicht aussen umhüllende Basal- 
membran stellt sich als eine sehr feine homogene dar, und die das 
meist sternförmige Lumen begrenzende Stäbchenschicht ist hier all- 
gemein sehr hoch, sie erscheint namentlich in dem vorderen Ab- 
schnitt als ein hoher Flimmerbelag, durch welchen sich die hellen 
Grenzen der Parenchymschicht hindurchziehen. Diese Modifikation 
der Stäbchenschicht finden wir indessen nicht durch den ganzen 
Mitteldarm so deutlich; mit dem Abnehmen der Höhe der Schicht 
schwindet sie und erscheint eine Strecke weit vor dem Enddarm 
nur noch als eine dünne, helle Membran. 

An der Uebergangsstelle zwischen Mittel- und Enddarm, der, 
wie bereits erwähnt, beim Männchen !/, mm, beim Weibchen °/, mm 
vor der Schwanzspitze mündet, liegt zu beiden Seiten ein kurzes 
strangförmiges und fein granuliertes drüsiges Gebilde, das mit 
einem centralen Lumen versehen ist. Eine wahrnehmbare Aus- 


76 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


mündung etwa in den Darm besteht nicht. Eine kurze Strecke 
ferner vor Beginn des Mastdarms streben beim Männchen von den 
beiden Ecken der ventralen Muskelfelder faserige Züge subeutanen 
Gewebes einander zu und durchziehen beiderseits in breiten Streifen 
quer die Leibeshöhle, während sie sich zu Beginn des Enddarms 
wieder verlieren. 


Das Nervensystem. 


Der als Centralorgan den vorderen Teil des Schlundes um- 
gebende Nervenring bleibt in gewissem Abstande von demselben 
entfernt, liegt kurz vor dem Excretionsporus und erweist sich als 
aus Circularfasern und ganglionären Elementen zusammengesetzt. 
Viele ein- und mehrpolarige Ganglienzellen von verschiedener Grösse 
treten in ihm auf und finden sich vornehmlich an den Wurzeln der 
austretenden Nerven, wie deren- auch in den Lauf dieser ein- 
geschaltet sind. Da im übrigen keine Besonderheiten hervortreten, 
so soll auf eine weitere Beschreibung des Nervensystems nicht ein- 
gegangen werden. 


Die Geschlechtsorgane. 
a) Der männliche Apparat. 


Der die männlichen Geschlechtsorgane darstellende lange unpaare 
Schlauch verläuft bis auf etwa ein Viertel der Körperlänge vom 
Kopf entfernt nach vorn, wendet um und endet, an Durchmesser 
abnehmend, nach mehreren kleinen Schlängelungen blind. Eine 
einzige Zellschicht, welche aussen von einer strukturlosen Membran 
begrenzt ist, stellt die Wandung des Schlauches dar. In dem 
oberen Abschnitte, dem Hoden, besteht der innere Belag aus einer 
gleichmässigen, granulierten Substanz, in welcher Kerne ein- 
gebettet sind. 

Ohne eine äusserlich wahrnehmbare Absetzung geht der Hoden 
in das Vas deferens über, dessen Epithel aus polyedrisch begrenzten 
Zellen zusammengesetzt ist. Wie bei Filaria papillosa werden 
diese gegen den Hoden hin niedriger, während einzelne stärker mit 
halbkugelförmiger Wölbung ins Innere vorragen. Das Vas deferens 
lagert sich bald ventralwärts vom Mastdarm und nimmt nach hinten 
allmählich an Durchmesser ab. Da an seinem Ende eine dieselbe 
umgebende Muskelschicht nicht hervortritt, können wir einen Ductus 
ejaculatorius nicht unterscheiden. 

Die Bursa ist mässig stark ausgebildet und beginnt beiderseits 
in Höhe der Mitte des Enddarms. Ihre grösste Breite hat sie kurz 
vor dem After, die dort je 0,027 mm, '/, der Leibesbreite beträgt. 
Dorsalwärts steigt sie allmählich an, während sie bauchwärts 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 77 


schneller abfällt. Sie trägt vier Paar prä- und sechs Paar postanale 
Papillen, deren regelmässige Anordnung und Entfernung von ein- 
ander in Fig. 21 aufgezeichnet sind. Je mehr sich die Papillen des 
Schwanzes der Spitze desselben nähern, nehmen sie an Grösse ab. 


Die beiden Spikula sind sowohl in Bezug auf ihre Länge wie 
auf ihre Gestalt gleich und ragen auch beide gleich weit, bis 0,68 mm 
aus dem Anus hervor. Die Gesamtlänge jedes Spikulums beträgt 
21/;, mm, die Breite 0,016 mm. Es ist auf dem Querschnitt rund 
bis länglich rund und stellt ein Rohr dar, dessen innere Höhlung 
bis fast zur Spitze verläuft. Für etwa drei Viertel ihrer Länge 
finden wir bei beiden einen, wie bei Fil. Zschokkei als Stütz- 
gebilde durch die Höhlung ziehenden Querbalken. Anfangs seitlich 
und etwas dorsalwärts vom Enddarm gelegen, nähern sie sich all- 
mählich einander, um gemeinsam durch die Mitte der dorsalen 
Wand der Kloake zu treten. Das aus dem After hervorsehende 
Stück beider zeigt geringe Schlängelung. Vergl. Fig. 21. Die 
hintere Wand der an der Kloake verwachsenen Scheiden ist wiederum 
stark chitinös verdickt. An die vordere Fläche des Grundes der 
letzteren heften sich die gleich langen mm. retractores spiculorum. 

Während eine Ungleichheit der Spikula ein Hauptmerkmal der 
Gattung Filaria ist, konstatierte doch v. Linstow (1879) schon bei einer 
in den Bronchien von Cercopithecus mona lebenden Filarie: 
Fil. ascaroides n. sp. eine Gleichheit derselben. 


b) Die weiblichen Organe. 


Der weibliche Geschlechtsapparat mündet bauchwärts genau in 
der Körpermitte nach aussen. Die Oeffnung ist eine rundliche und 
wird von einer Kreismuskelschicht geschlossen gehalten. Die Va- 
gina, welche sehr lang ist und in Schlängelungen verläuft, hat auf 
der inneren homogenen Schicht der Vagina einen feinkörnigen 
Belag mit wenigen zerstreut gelegenen Kernen. Die um ihn 
circulierende Muskelschicht, welche bei weitem nicht so stark ent- 
wickelt ist als bei Fil. Zschokkei, setzt sich aus Längs- und 
Ringmuskelschicht zusammen. Die innerste Schicht, anfangs glatt, 
bekommt später Höcker, an deren Bildung wie bei Fil. obtusa sich 
nur °die Kreisschicht beteiligt. Sie gleichen den zottenförmigen 
Epithelien, mit welchen Uterus und Tube ausgekleidet sind. Eine 
scharf bezeichnete Grenze zwischen Vagina und Uterus ist nicht 
vorhanden. 

Der Uterus teilt sich in zwei Aeste, von welchen der eine sich 
bald nach vorn wendet. Die kleinen zottenförmigen Vorsprünge 
des einschichtigen Epithels verschwinden in der Tube allmählich, 
und die Zellschicht in dieser ist dunkler pigmentiert. Indem die 
polyedrischen Zellen an Höhe mehr und mehr abnehmen, und sich 
ihre Begrenzungen verlieren, geht die Tube in das Ovarium über, 
dessen Lumen ein weiteres wird. 


78 Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


Die Geschlechtsröhren erstrecken sich vorn bis fast zum Oeso- 
phagus, hinten bis über den After hinaus und erfüllen ausser dem 
Darm die ganze Breite der Leibeshöhle. 


Die reifen Eier haben eine ovale Gestalt, indem ihre Länge 
die Breite um weniges übertrifft. Erstere beträgt 0,081 mm, letztere 
0,065 mm. Die Eier, welche im Innern die Gestalt des Embryo 
erkennen lassen, besitzen eine mässig dicke Schale, die keine be- 
sonderen Skulpturen aufweist. 


Die Hauptmerkmale der Filaria Sarasinorum sind demnach 
folgende: 


Länge der Männchen 8 mm, ihre Breite !/;, mm; Länge der 
Weibchen 10 bis 10!/, mm, deren Breite 0,7 mm. Zahlen- 
verhältnis über das Vorhandensein der Männchen zu den Weibchen 
seltener Weise 2:1. Schwanz des ersteren '/), mm, derjenige 
der letzteren ?/, mm lang. Bursa mit vier prä- und sechs 
postanalen regelmässig angeordneten, rippenförmigen Papillen- 
paaren. Haut glatt ohne Ringelung. Am Kopfende für Y, der 
Körperlänge, 1,4 mm, Seitenmembranen vorhanden, deren Höhe 
0,08 mm. Polymyarier und Coelomyarier, ca. 60 getrennte Muskel- 
elemente auf einem Querschnitt durch die Körpermitte. Ohne 
deutliche Lippenbildung, Andeutung von vier Lippen. Mundring. 
Oesophagus 1,4 mm lang; Bulbus desselben mit drei starken Chitin- 
zähnen. Zwei in Grösse, Gestalt und Bau gleiche Spikula, Länge 
derselben 2'!/,;, mm. Vulva genau in der Körpermitte; langes un- 
paares Geschlechtsrohr, nach hinten verlaufend, teilt sich daselbst 
in zwei entgegengesetzt gerichtete Uterusäste. Die ovalen hart- 
schaligen Eier sind ohne besondere Zeichnung, 0,081 mm lang und 
0,065 mm breit. 


Zweifellos haben wir eine Filaria vor uns. Der gleichfalls mit 
zwei gleichen Spikula ausgerüsteten Filaria ascaroides n. sp. 
von Linstow, welche sich u. a. durch den Besitz dreier unent- 
wickelter Lippen auszeichnet und daher als eine Uebergangsform 
der Gattungen Filaria und Ascaris betrachtet wird, ist indessen 
auch im übrigen die hier beschriebene kaum ähnlich. Ich erlaubte 
mir, sie nach den Uebersendern, den Herren DDr. Sarasin zu be- 
nennen. 


Oxyuris longicaudata n. sp. 


Die wenigen Exemplare, die mir von diesem bei Julus (Ceylon) 
schmarotzenden Parasiten zur Verfügung standen, waren sämtlich 
weiblichen Geschlechtes. Dass bei Oxyuren die Männchen, sei es 
wegen ihrer den Weibchen gegenüber viel geringeren Grösse, sei 
es infolge ihrer bedeuteud kürzeren Lebensdauer, so selten oder 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 79 


gar nicht vorgefunden werden, bestätigt sich auch in diesem Fall. 
Wie wir sehen werden, genügen indessen die Merkmale der Weibchen 
schon, um sie als neue Species aufzuführen. Sie kennzeichnen sich 
wie folgt: 

Die Körperlänge der eylindrischen Würmer macht 5'/, bis 6 mm 
und der Querdurchmesser, welcher für die Hälfte der ganzen Wurm- 
länge derselbe bleibt, 1/,;, mm aus. Während sich das Kopfende 
allmählich verjüngt, setzt sich der Schwanz vom übrigen Körper 
scharf ab, indem er nach Mündung des Enddarms fast plötzlich 
sehr stark an Breite verliert und sich dann in eine lange scharfe 
Spitze auszieht. Dieser feine Schwanz ist stets gerade gestreckt 
und l mm lang, somit ein Fünftel der gesammten Tierlänge. Vgl. 
Fig. 24. 

Die Cuticula ist fast glashell und zeigt die Bildung deutlicher 
Ringel, welche nach hinten an Breite zunehmen, und deren vordere 
etwas ineinander geschoben sind, derart, dass wir eine Faltung der 
Cuticula vor uns haben. Die Dicke derselben ist eine unbeträchtliche 
und zeigt nur am Schwanze eine etwas bedeutendere Stärke. 


An Längslinien machen sich zwei schmale glashelle Bänder 
bemerkbar, die zur Seite des Schlundes beginnen und sich bis etwa 
einen halben Millimeter vor der Afteröffnung fortsetzen, nachdem 
sie eine Strecke zuvor allmählich abnahmen. 


Lippenbildung und Papillen sind nicht vorhanden. Die Mund- 
öffnung ist rund und steht senkrecht zur Körperlängsachse. Die 
fast trichterförmige Mundhöhle führt zu einom kleinen chitinösen 
Ring, und an der inneren Mundfläche bemerkt man drei viereckige 
chitinöse Platten, die am Grunde durch den Chitinring verbunden 
werden (cf. Fig. 23). Die Mundhöhle ist daher rundlich-dreieckig 
gestaltet. 


An ihrer der Leibeshöhle zugekehrten Wandung inserieren sich 
von der dem vierten und fünften Ringel angehörenden Körperwand 
herkommende Muskelfäden, derart, dass der erste Ringel, vielleicht 
auch der folgende, in den Leib eingezogen werden kann. Uf. Fig. 23. 
Letztere Stellung zeigten z. B. die Mundteile einiger Präparate. 


Der Oesophagus, welcher '!/, der Körperlänge misst und gerade 
verläuft, besitzt eine breite Radiärmuskelschicht, die innen und 
aussen von einer chitinösen Wandung umkeidet ist. Sein Lumen 
ist dreieckig. Ehe der Oesophagus in den Darm übergeht, schwillt 
er nach einer vorhergehenden geringen Einschnürung zu einem 
starken, kugeligen Bulbus an, welcher einen dreifach grösseren 
Durchmesser annimmt, sehr muskulös und mit einem Apparat von 
Ventilzähnen ausgerüstet ist. Fig. 24. 

Der Mitteldarm bildet zunächst eine schwache magenähnliche 


Erweiterung und setzt sich dann als gestrecktes Rohr von typischem 
Bau zum After fort. 


80 Dr Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden 


Der Enddarm ist trichterförmig und 0,12 mm lang. Der After 
. stellt einen Querspalt dar und liegt an der Basis des Schwanzes. 
Dieser besitzt körnigfaserige Füllmasse, die vielleicht wie bei 
Bütschli’s Formen von den Seitenlinien herrührt. 

Die Vulva, auch ein Querspalt, befindet sich genau in der 
Körpermitte.. Es besteht bei ihr schwache Lippenbildung, eine 
Verdickung der sie umgebenden Cutis. Die Vagina, welche kurz 
und nach vorn gerichtet ist, teilt sich in zwei kopfwärts gewandte 
Uteri. Einerseits gehen die Ovarialschläuche bis nahe zum Oeso- 
phagalbulbus, andererseits reichen sie bis zum Anfang des End- 
darms. 

Die reifen Eier — 0,0675 mm lang und 0,038 mm breit — sind 
oval und hartschalig. Nach beiden Polen nimmt die Dicke ihrer 
Schale ab. 

Es bestehen einige Anklänge an die beiden von Bütschli be- 
schriebenen Oxyuren der Periplaneta orientalis: die Hammer- 
schmidtschen Oxyuris Diesingi und Oxyuris Blattae orien- 
talis. Mehr Aehnlichkeit aber hat unsere Oxyuris longicaudata 
mit Oxyuris Glomeridis v. Linstow (1885) s. Oxyuris ovo- 
costata n. sp. v. Linstow (1886), wovon auch das Männchen be- 
schrieben wird. Diese aber ist bedeutend kleiner, der Mund anders 
gestaltet, der Schwanz !/,, der Körperlänge, conisch zugespitzt und 
nicht abgesetzt; ferner erscheinen die Eier in anderer Grösse und 
Bildung. Auch von Oxyuris spirotheca Györy ist unsere Oxy- 
uris longicaudata n. sp. wohl zu unterscheiden. 


aus Säugetieren (Filaria, Strongylus) und aus Julus (Oxyuris). 81 


Litteratur. 


O. Bütschli: „Untersuchungen über die beiden Nematoden der Periplaneta 
orientalis“ in Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie Band XXT. 
— —: „Beiträge zur Kenntnis des Nervensystems der Nematoden“ in Archiv 
für mikroskopische Anatomie, Band X. 1874. 
Dujardin: „Histoire naturelle des Helminthes.‘“ Paris 1845. 
Hamann: „Der Schneider’sche Porus und die Schlunddrüsen der Nematoden“ 
in Zoologischer Anzeiger, Band XVI. 1893. 
Jansson: „Ascaris Manidis.“ New Philosoph. Edinburg. Journal VIII. 1830. 
pag. 58. 
Kölliker: „Ueber sekundäre Zellmembranen“ in Verhandlungen der physi- 
kalisch-medieinischen Gesellschaft in Würzburg. Band VIII. pag. 32. 
Leuckart: „Menschliche Parasiten.“ 2. Auflage. 1886. 
——: „Neue Beiträge zur Kenntnis des Baues und der Lebensgeschichte 
der Nematoden.“ Abhdlg. d. mathem. phys. Klasse d. kgl. sächs. Akad. 
d. Wissensch. Bd. 13. Leipzig 1887. 
v. Linstow, „Filaria ascaroides n. sp.“ in „Jahreshefte «es Vereins für vater- 
ländische Naturkunde in Württemberg.“ Jahrgang XXXV. Stuttgart 
1879. pag. 332. 
— —: „Beobachtungen an bekannten und neuen Nematoden und Trematoden“ 
in „Archiv für Naturgeschichte.“ 51. Jahrgang. 18835. Band I. pag. 246. 
(Oxyuris Glomeridis n. sp.). 
— —  „Helminthologische Beobachtungen.“ Archiv für Naturgeschichte. 
52. Jahrgang. 1886. Band I. pag.121. (Oxyuris ovocostata), 
— —: „Helminthologische Untersuchungen.“ Zoologische Jahrbücher Abt. 
Systemat Band Ill. 1888, pag. 110. (Strongylus blasii n. sp.). 
— —: Compendium der Helminthologie, Hannover 1879, und Nachtrag dazu, 
Hannover 1889. 
Ralliet: „Sur lidentit du Strongyl. Blasii v. Linstow et du Strongyl. strigosus 
Dujardin.“ Bullet. soc. zoolog. France t. XIII. Paris 1888, pag. 210 
bis 214, 
Schneider: „Monographie der Nematoden.‘“ 1866. 
— — : „Ueber das Sarkolemma.“ Zoologische Beiträge. Bard II. Heft 2. 
Breslau 1888. pag. 212. 
Ströse: „Ueber den feineren Bau von Strongylus micrurus.‘“ Dissertation. 
Leipzig 1892. 


Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. 1. H.1. 6 


82 


Fig. 
Fig. 
Fig. 
Fig. 
Fig. 


Fig. 
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Fig. 


Fig. 
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Fig. 
Fig. 
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Fig. 
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Fig. 
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Fig. 
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w 


8. 


9. 
10. 


Dr. Adolf Meyer: Neue ceylonische Nematoden ete. 


Figurenerklärung. 
Tal. IV N. 


Kopfende von Fil. Zschokkei n. sp. Il=laterale Lippen, dv = dorso- 
ventrale Lippen, v= Vestibulum, oe = Oesophagus. 

Querschnitt durch die Basis der Lippen und den Anfang des Vesti- 
bulums mit den beiden dorsoventralen Zähnen (halbschemat.). 
Querschnitt durch den mittleren Teil des Vestibulumns=v; m=stark 
entwickelte Querfortsätze der peripheren Muskelzellen. 

Querschnitt durch die mittlere Körpergegend. s= Seitenfelder, d=Darm;» 
o= Ovarialschläuche, u = contrahierter Uterus. 

Querschnitt durch die mittlere Höhe des Enddarms = r; s= Seitenfelder, 
gz. = Ganglienzellen. 

Querschnitt des längeren Spikulums von Fil. Zschokkei. 

Querschnitt durch das eingerollte männliche Schwanzende desselben, 
durch eine vor und eine hinter dem After gelegene Partie. b— Bursa, 
d= Darm, s = längeres Spikulum, mr = musc. retraetores spiculi 
brevioris, v = Vas deferens. 

Querschnitt der Vagina mit Cireulär- und Radiärmuskelbelag von Fil. 
Zschokkei. 

Eier-Abbildungen derselben Filarie. 

Querschnitt des Oesophagus von Fil. Sarasinorum n. sp. 


11—15. Querschnitte der inneren chitinösen Wand desselben; in Fig. 14 


16. 
17. 


18. 
19. 
20. 


z = Zähne. 

Kopfende von Strongylus costatus n. sp.; s— Seitenmembran. 
Schwanzteil des Weibchens von Strongyl. costat. mit der fadenförmigen 
Papille. a= After. 

Schwanzende des Männchens desselben mit der Bursa; sp. = Spicula. 
Querschnitt der Seitenmembran von Strongyl. costat. 

Kopfende von Filaria Sarasinorum, s = Seitenmembran, oe = Oeso- 
phagus. 

Schwanzende des Männchens von Fil. Sarasinorum mit Spikula und 
Papillen. 

Querschnitt der Seitenmembran derselben Filarie. 

Kopfteil von Oxyuris lougicaudata n. sp. Starke Vergrösserung. m= 
Muskelelemente. 

Derselbe weniger vergrössert. oe = Oesophagus, d= Darm. 
Schwanzende von Oxyur. longicaudata. 


Kroll’s Buchdruckerei, Berlin S., Sebastianstr.76, 


Die von Herrn Dr. Plate aus Chile heimgebrachten 
See-Igel. 


Bearbeitet von 


Dr. Maximilian Meissner in Berlin. 


Die Echinoideen- Ausbeute Dr. Plate’s von der Küste Chile’s, 
die mir zugleich mit den Seesternen, über die ich später berichte, 
von dem verdienten Reisenden zur Bearbeitung übergeben wurde, — 
wofür ich ihm besten Dank schulde — umfasst 6 Gattungen mit 
8 Arten, die sich sämtlich auf schon beschriebene und von jenen 
Meeresregionen bekannte Species zurückführen liessen. Es sind: 


Regularia 


Fam. Arbaeiidae Gray (Dune. & SI. emend.) 
Gen. Arbaecia Gray 


1. Arbacia dufresnii (Blv.) 
Hauptlitteratur: 
1825 Echinus dufresnii Blv., Diet. sei. nat. XXX VII. 76/77 (sub Artikel Oursin). 
1834 Echinus dufresnii Blv., Manuel d’Actinol. p. 226. 
1837 Echinocidaris dufresnii Desmoul., Act. Soc. Linn. Bordeaux 1X. p. 152. 
1846 Echinocidaris (Agarites) dufresnii Ag. & Des., Ann. sci. nat. Zool. (3) 
VI. p. 353. 
1857 Arbacia (Echinoeidaris) schythei Phil., Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. Bd.1, 
p. 131, 133. 
1862 Echinoeidaris dufresnii Duj., & Hupe, Echinod. p. 520. 
1862 Echinoeidaris seythei Duj. & Hupe, Echm. p. 521. 
1863 Echinoeidaris schythei Ltk., Videnskab., Meddelels. p. 129. 
1869 Echinocidaris dufresnii E. Perr., Ann. sei. nat. Zool. (5) XIII. p. 39. 
1869 Echinocidaris scythei E. Perr., Ann. sci. nat. Zool. (5) XII. p. 40. 
1869 Echinoeidaris dufresnii Desmoul.,, Act. soc. Linn. Bordeaux XXVII. 
p. 168/9. 
6* 


84 Dr. Maximilian Meissner: 


1871 Echinoeidaris dufresnii? Verrill, Trans. Connecticut Acad. I. 2. p. 344. 

1871 Echinocidaris seythei Verrill, Trans. Conneetieut Acad I. 2. p. 336. 

1872 Echinoeidaris (Agarites) dufresnii Trosch., Verh.nh. Ver. Rheinl.-Westf. 
29. Jhrg. [(8) 9 Bd.] p. 159. 

1872/3 Arbacia dufresnii (pars) A. Ag., Rev. Echini p. 91, 399. 

1872/3 Echinocidaris (Agarites) dufresni Trosch., Arch. f. Naturg. 38. Jhrg. 
Bd. 1, p. 307, u. 39. Jhrg. Bd. 1, p. 319. 

1876 Arbacia dufresni Th. Stud., Monats-Ber. Akad. Berlin p. 456. 

1879 Arbacia dufresnii J. Bell, Proc. Zool. Soc. p. 437. 

18380 Arbacia dufresni Th. Stud., Monats-Ber. Akad. Berlin p. 867. Taf.1 F.2. 

1881 Echinoeidaris dufresnii J. Bell, Proc. Zool. Soe. 1881 p. 87/88. 

1881 Arbacia dufresnii A. Ag. (part.), Challenger Rep. Zool. III. Echinoidea 
p. 56, 57, 58. 

1887 Arbacia dufresnei Lov., Bih. Svenska Akad. Handl. Bd. 13. Afd. 4. No.5 
p. 117, 118. 

1889 Arbacia dufresni Th. Stud., Forschungsreise „Gazelle“, p. 289. 

1895 Arbacia dufresnii Bernard, Bull. Mus. Paris I. p. 273 u. 274. 


Fundort: Puerto Montt. Nov. 94. 


Bemerkungen: — 

2 Exemplare in Alkohol mit je 4 Analplatten. Die Stacheln 
sind kräftig und länger, als der halbe Schalendurchmesser. - 
Mus. Berol. Echinod. No. 3740. 


2. Arbacia spatuligera (Val.) 
Hauptlitteratur: 


1846 Echinus (Agarites) spatuliger Val., Voy. Venus: Zoophytes Taf.5 F. 2, 
Oursin spatulifere. 

1846 Echinocidaris (Agarites) spatuligera Ag. & Des., Ann. sci. nat. Zool. (3) 
VL:-P. 353. 

1854 Echinocidaris spatuliger Gay, Hist. fis. y. pol. Chile Zool. Bd. 8. p. 418. 

1857 Echinoeidaris spatuliger Phil., Arch. f. Naturg. 23 Jhrg. Bd. 1 p. 133. 

1862 Echinocidaris spatulifera Duj. & Hupe, Echinod. p. 520/521. 

1863 Eehinoeidaris spatuligera Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 129. 

1867 Echinoeidaris spatuligera Verrill, Trans. Connecticut Acad.I. 2. p. 300/301 
u. 334/335. 

1869 Echinocidaris spathulifera E. Perr., Ann. sci. nat. (5) XIII. p. 39. 

1869 Echinocidaris spatuligera Desmoul., Act. Linn. Bordeaux XXVII. p. 168. 

1872 Pygomma spatuligerum Trosch., Verh. nh. Ver. Rheinl.-Westf. 29. Jhre. 
(3)2.1:9:160: 

1872/73 Arbacia spatuligera A. Ag., Rev. Echini p. 93 u. 403. Taf. 35 F.7. 

1872/73 Pygomma spatuligerum Trosch., Arch. f, Naturg. 38. Jhrg. Bd. 1. p. 309 
u. 39. Jhrg. Bd. 1. p. 348 - 352. 

1874 Arbaecia spatuligera A. Ag., Ill. Cat. Mus. comp. Zool. VII. p. 7/8. 

1881 Arbaecia spatuligera A. Ag., Challenger Rep. Zool. III. Echinoidea p. 57, 

1887 Arbacia spathuligera Lov., Bil. Svenska Akad. Handl. Bd. 13. Afd. 4 
No. 5. p. 119—120. Taf. 7. F.3. 


Die von Herrn Dr. Plate aus Chile heimgebrachten See-Igel. 85 


1885 Arbacia spathuligera Rams., Cat. Echinodermata Australian Mus. 


Part. 1. p.5. 

1892 Arbacia (Echinocidaris) spathuligera Phil., Verh. Ver. Santiago II. 4. 
p. 247. 

1892 Arbacia spathuligera Mssnr., Sitz. Ber. Ges. naturf. Frnde. Berlin No. 9. 
p. 184 u. 185. 


Fundort: Coguimbo, Hafen. 


Bemerkungen: „Schlammboden 5 — 15 Faden.‘ 
14 Exemplare in Alcohol. — Sämmtliche Exemplare sind aus- 
gewachsen und zeigen die normalen 4 Analplatten. — Mus. Berol. 


Echinod. No. 3739. 
Fundort: Talcahuano, T’umbes. 


Bemerkungen: — 

2 Exemplare in Alcohol mit je 4 Analplatten. Das grössere 
Stück (Durchmesser der Schale: 63, Höhe: 36, längster Stachel: 
43 mm) ist oben tiefschwarzbraun gefärbt, zeigt jedoch auf der 
Unterseite der Stacheln die gewöhnliche helllilabraune Färbung. 
Das kleinere Stück trägt am ganzen Körper diese Farbe. —- Mus. 
Berol. Echinod. No. 3795 (3795). 


Gen. Echinoeidaris Dune. & SI]. (non auct.) 


3. Echinoeidaris nigra (Mol.) 
Hauptlitteratur: 


1782 Echinus niger Mol., Saggio sulla stor. nat. del Chili p. 200/1 u. 348. 

1846 Echinus purpurascens Val., Voy. Venus: Zoophytes Taf.5 F. 1, 1a—h. 

1846 Echinoeidaris (Tetrapygus) nigra Ag. & Des., Ann. sci. nat. Zool. (3) VI. 
p-. 354. 

1854 Echinoeidaris nigra J. Müll., Abh. Akad. Wiss. Berlin 1853. p. 26 Taf. 3. 
a 

1854 Echinocidaris nigra Gay, Hist. fis. y pol. Chile Zool. Bd. 8. p. 419. 

1857 Echinoeidaris niger Phil., Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. 1 Bd. p. 133. 

1859 Echinoeidaris nigra Bronn, Klassen u. Ordn.: Actinozoa Taf. 39 F. 19, 20. 

1862 Echinoeidaris nigra Duj. & Hupe, Eehinod. p. 521. 

1863 Arbacia nigra A. Ag., Bull. Mus. comp. Zool. I. p. 20. 

1863 Echinoeidaris nigra Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 129. 

1863 Echinoeidaris purpurascens Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 129. 

1867 Arbacia nigra Verrill, Trans. Connecticut Acad. I. 2. p. 301 u. 334, 335. 

1869 Echinocidaris nigra E. Perr., Ann. sei. nat. Zool. (5) XIII. p. 40. 

1869 Echinocidaris nigra Desmoul., Act. soc. Linn. Bordeaux XXVL. [(8) VLI.] 
p. 168/69. Taf. 11. F.7, 8. 

1872 Pygomma nigrum Trosch., Verh. nh. Ver. Rheinl.-Westf. 29 Jhrg. 
[(8) 9.] p- 168. 

1872/73 Arbaeia nigra A. Ag., Rev. Echini. p. 91 u. 401. Taf. 1g. F. 6, 7. 

1872/73 Pygomma (Tetrapygus) nigrum Trosch., Arch. f. Naturg. 38. Jhrg. 
Bd.1. p. 310. 39. Jhrg. Bd.1. p. 353—356. 


6 Dr. Maximilian Meissner: 


1874 Echinoecidaris nigra Lov., Svenska Akad. Handl. Bd. 11. p.5. Taf. 1. F.18, 19. 
Tat. 10. 8.91, 92. 

1879 Arbacia nigra J. Bell, Proc. Zool. Soc. p. 437. 

1881 Arbacia nigra A. Ag., Challenger Rep. Zool. III. Echinoidea p. 57, 58. 

1885 Tetrapygus (Arbaeia) nigra Dunc. S1., Journ. Linn. Soc. Zool XIX. 
p. 53, 55/56. Taf. 2. F. 6 u. 9. 

1837 Echinocidaris nigra Lov., Bih. Svenska Akad. Handl. Bd. 13. 4. p. 81 u.95 

1889 Echinoeidaris nigra Dunc., Journ. Linn. Soc. Zool. XXIII. p. 94. 

1892 Arbacia (Echinoeidaris) nigra Phil., Verh. Ver. Santiago II. 4. p. 247. 

1892 Arbacia nigra Mssnr., Sitz. Ber. Ges. naturf. Frnde. Berlin No. 9. p. 184 
u. 185. 

1892 Echinocidaris nigra Lov., Bih. Svenska Akad. Handl. Bd. 18. p. 33/34. 
Tat 12. 8.499. 

1895 Arbaecia nigra Sluit., Natura artis magistra Afl. 17. p. 68. 


Fundort: J/quique, Cavancha 


Bemerkungen: „An Felsen der Küste.“ 

4 grosse Exemplare mit je 4 Analplatten in Alcohol und 
2 trockene, ebenfalls mit je 4 Analplatten. — Mus. Berol. Echinod. 
No. 3741. 


Fam. Eehinometridae Gray (A. Ag. emend.). 
Gen. Strongylocentrotus Brit. 


4. Strongylocentrotus albus (Mol.) 
Hauptlitteratur: 


1782 Echinus albus Mol., Saggio sulla stor. nat. del Chili p. 200 u. 348. 

1846 Echinus erythrogrammus Val. (p. part.), Voy. Venus: Zoophytes Taf. 7, F.1. 
1846 Echinus porosus Val., Voy. Venus: Zoophytes Taf. 3. F.2 u. 4, 4f. 
1846 Echinus albus Ag. & Des., Ann. sei. nat. Zool. (3) VI. p. 368. 

1854 Echinus albus Gay, Hist. fis. y pol. Chile Zool. Bd. 8. p. 417. 

1854 Helioeidaris erythrogramma Gay, Hist. fis. y pol. Chile Zool. Bd.8. p. 420. 
1854 Echinus albus J. Müll., Abh. Akad. Wiss. Berlin 1853 p. 21. Taf. 2. F.2. 
1857 Echinus albus Phil., Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. 1 Bd. p. 133. 

1857 Heliocidaris erythrogramma Phil., Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. 1 Bd. p. 133. 
1858 Loxechinus albus Des., Synops. Echinid. fossil. p. 136. 

1859 Loxechinus albus Bronn, Klass. Ordn. Thierreichs: Actinozoa Taf. 39. F.9. 
1862 Loxechinus albus Duj. & Hupe, Echinod. p. 535. 

1863 Loxechinus albus A. Ag., Bull. Mus. comp. Zool. I. p. 23. 

1862 Loxechinus porosus Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 129. 

1863 Helioeidaris erythrogramma Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 129. 

1867 Loxechinus albus Verrill, Trans. Connecticut Acad. I. 2. p. 334, 335. 
1870 Loxechinus albus E. Perr., Ann. sei. nat. Zool. (5) XID. p. 52. 

1872—3 Strongylocentrotus albus A. Ag., Rev. Echini p. 162 u. 438. 

1881 Strongylocentrotus albus J. Bell, Proc. Zool. Soc. London p. 88/89. 

1892 Heliocidaris alba Phil., Verh. Ver. Santiago Ll. 4. p. 246/7. 

1892 Heliocidaris erythrogramma Phil., Verb. Ver. Santiago II. 4. p. 247, 


- 


Die von Herrn Dr. Plate aus Chile heimgebrachten See-Igel. 87 


1895 Strongylocentrotus albus Sluit., Natura artis magistra Afl. 17. p. 69. 
1895 Strongylocentralus albus Bernard, Bull. mus. Paris I. p. 273. 


Fundort: /qwique. 

Bemerkungen: „Rother Seeigel.“ 

4 Exemplare in Alcohol, 4 in Chromsäure conservirt. In dieser 
Art schmarotzt im Enddarm eine Krabbe Pinnaxodes chilensis (M.-E.) 
(ef. Ortm. Zool. Jahrb. Syst. VO. p. 696/7.) Sie fand sich in allen 
Exemplaren des Berliner Museums, die ich daraufhin untersuchte. In 
einem Stück sassen sogar zwei Exemplare. Die Schale, besonders 
das Scheitelfeld des Seeigels wird durch den Parasiten deformirt. — 
Mus. Berol. Echinod. No. 3742. 


Fam. Eehinidae Ag. (A. Ag. emend.). 
Gen. Echinus L. 


5. Echinus magellanicus Phil. 
Hauptlitteratur: 

1857 Eehinus magellaniecus Phil., Arch. f. Naturg. 23 Jhrg. Bd. 1. p. 130 bis 

131, 133. 
1862 Psammechinus magellanieus Duj. & Hupe, Echin. p. 528. 
1863 Echinus magellanicus Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 129. 
1867 Echinus magellanieus Verrill, Trans. Connecticut Acad. I. 2. p. 336. 
1872—74 Echinus magellanicus A. Ag., Rev. Echini p. 123 u. 492, 
1874 Echinus magellanicus A. Ag., Ill. Cat. Mus. Comp. Zool. VIII. p. 11 

Taf. 3. Fig. 5. 
1880 Echinus magellanieus Th. Stud., Mon.-Ber. Akad. Wiss. Berlin p. 875. 
1881 Echinus magellanicus A. Ag., Challenger Rep. Zool. III. Echin. p. 116. 
1881 Echinus magellanieus J. Bell, Proc. Zool. Soc. London p. 90—91. 
1885 Echinus magellanicus Rams., Cat. Echinodermata Australian Mus. I. p. 21. 
1889 Echinus magellanieus Th. Stud. Forschungsreise, „Gazelle“ p. 283 u. 285. 
1892 Echinus magellanicus Phil., Verh. Ver. Santiago II. 4. p. 246/7. 
1895 Echinus magellanieus Bernard, Bull. mus. Paris I. p. 273. 

Fundort: Puerto Montt — 14. 1. 95. 

Bemerkungen: „10 Faden.“ 

9 Exemplare in Alcohol. — Mus. Berol. Echid. No. 3743. 


Irregularia 


Fam. Spatangidae Ag. (A. Ag. emend.) 
Gen. Hemiaster Des. 


6. Hemiaster cavernosus (Phil.) 
Hauptlitteratur: 
1845 Spatangus (Tripylus) cavernosus Phil, Arch. f. Naturg. 11. Jhrg. I. Bd. 
Pr 3452 Tat. IE, F..2. 
1845 Spatangus (Tripylus) australis Phil., Arch. f. Naturg. 11. Jhrg. I. Bd, 
pP: 347. Taf 14. P. 3. 


88 Dr. Maximilian Meissner: 


1847 Brissopsis cavernosa Ag. & Des., Ann. sci. nat. Zool. (3) VIII. p. 15. 

1847 Brissopsis australis Ag. & Des., Ann. sei. nat. Zool. (3) VIII. p. 15. 

1851 Tripylus (Abatus) cavernosus Trosch., Arch. f. Naturg.17.Jhrg. I. Bd. p. 72. 

1851 Tripylus (Abatus) australis Trosch., Arch. f. Naturg. 17. Jhrg. I. Bd. p. 72. 

1851 Faorina antaretica Gray, Ann. Mag. N. H. (2) VII. p. 132. 

1855 Faorina cavernosa Gray, Cat. recent Echinida Brit. Mus. Part. 1. p. 57. 

1855 Faorina australis Gray, Cat. recent Echinida Brit. Mus. Part I. p. 57. 

1855 Faorina antaretica Gray, Cat. recent Echinida Brit. Mus. Part. I. p. 57. 

1857 Tripylus cavernosus Phil, Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. I. Bd. p. 134. 

1857 Tripylus australis Phil., Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. I. Bd. p. 134. 

1862 Brissopsis australis Duj. & Hupe, Echinod. p. 597. 

1862 Brissopsis cavernosa Duj. & Hupe, Echinod. p. 597. 

1863 Abatus cavernosus Ltk., Vid. Meddelels. p. 130 u. 182--186. 

1863 Abatus antareticus Ltk., Vid. Meddelels. p. 130. 

1863 Abatus australis Ltk., Vid. Meddelels. p. 130 u. 182—186. 

1871 Abatus philippii Lov., Öfv. Svenska Vetenskaps Akad. Förhandl No. 8. 
p. 1070, Fig. 1 (übers. Arch. f. Naturg. 39. Jhrg. Bd.1. p. 16 ff.). 

1872—73 Hemiaster australis A. Ag., Rev. Echini p. 132, 586. Taf. 21e, F.3. 

1872 —73 Hemiaster cavernosus A. Ag., Rev. Echini p. 132, 587. Taf.21c, F.1.2. 

1873 Hemiaster philippii A. Ag., Bull. Mus. comp. Zool. III. p. 189. 

1874 Hemiaster philippii A. Ag., Ill. Cat. Mus. comp. Zool. VIII. p. 20. Taf. 4. 
F. 4—8. 

1874 Hemiaster cavernosus A. Ag., Ill. Cat. Mus. comp. Zool. VIII. p. 22. 

1874 Abatus philippii Lov., Svenska Akad. Handl. XI. No. 7 p. 16. Taf. 11. 
F. 99, Taf. 29. F. 188—-90. 

1876 Hemiaster cordatus Verrill, Bull. U. St. National Mus. 3. p. 69-71. 

1876 Abatus cordatus Th. Stud., Mon.-Ber. Akad. Wiss. Berlin p. 457. 

1876 Hemiaster cavernosus A. Ag., Proc. Am. Acad. Arts & Sci. XI. p. 231 
bis 236. Fig. 1—6. 

1876 Hemiaster sp. Wyv.-Th., Journ. Linn. Soc. Zool. XIII. p. 67. Fig. 6. 

1877 Hemiaster philippi Wyv.-Th., Voy. Challenger. The Atlantie. II. p. 229 
bis 234. Fig. 43 —46. 

1879 Hemiaster cavernosus E. Sm., Phil. Trans. Roy. Soc. London Vol. CLXVIII. 
Extra. p. 2/3. 

1880 Hemiaster cavernosus Th. Stud., Zool. Anz. III. p. 544-5. Fig. 10. 
(6 Abb.) 

1880 Hemiaster cavernosus Th. Stud., Mon.-Ber. Akad. Wiss. Berlin p. 8831. 

1881 Hemiaster cavernosus A. Ag., Challenger Rep. Zool. III. Echin. p. 177—184. 
Tail7 0a) Tor. 39 E79 Tal 41.822522 

1883 Abatus cavernosus Lov., Svenska Akad. Handl. XIX. p. 72/73. Anm. 

1883 Abatus philippii Lov., Svenska Akad. Handl. XIX. p. 73. Anm. 

1388 Hemiaster cavernosus Dune. S]., Ann. Mag. N. H. (6) II. p. 335 u. 336. 

18S9 Hemiaster cavernosus Th. Stud , Forschungsreise „Gazelle“, p. 142 Fig. 16. 
(2 Abb.), p. 163 u. 287. 

1892 Tripylus cavernosus Phil., Verh. Ver. Santiago II. 4. p. 247. 

1892 Tripylus australis Phil, Verh. Ver. Santiago II. 4. p. 247. 

1892 Tripylus cordatus Phil., Verh. Ver. Santiago 11. 4. p. 247. 

1895 Tripylus cavernosus Bernard, Bull. mus. Paris I. p. 273 u. 274. 

1895 Hemiaster australis Sluit., Natura artis magistra Afl. 17. p. 74. 


Die von Herrn Dr. Plate aus Chile heimgebrachten See-Igel. s9 
Fundort: Magellan-Str.: Susanna Cove (b. Punta Arenas). 
Bemerkungen: — 

6 trockene Schalen ohne Stacheln und einige Bruchstücke. 
Sämmtlich mit drei Genitalöffnungen. — Mus. Berol. Echinod. 
No. 3737. 


Subgen. Tripylus Phil. 


7. Tripylus excavatus Phil. 
Hauptlitteratur: 
1845 Spatangus (Tripylus) excavatus Phil., Arch. f. Naturg. 11. Jhrg. I. Bd. 
p. 3445: Tat. 117 RE. 1. 
1847 Agassizia excavata Ag. & Des., Ann. sci. nat. Zool. (3) VIII. p. 20. 
1851 Tripylus (Hamaxitus) excavatus Trosch., Arch. f. Naturg. 17. Jhrg. 
1: Ba Pp. :22. 
1855 Tripylus excavatus Gray, Cat. recent Echinida Brit. Mus. Part I. p. 59. 
1857 Tripylus excavatus Phil., Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. I. Bd. p. 59. 
1862 Brissopsis excavatus Duj. & Hupe, Echinod. p. 597. 
1863 Tripylus excavatus Ltk., Vid. Meddelels. p. 130 u. 132—186. 
1867 Tripylus excavatus Verrill, Trans. Connecticut Akad. I. 2. p. 336. 
1872—73 (Hemiaster) Tripylus excavatus A. Ag., Rev. Echini p. 169, 588. 
Maro2le, B74, 
1874 Tripylus excavatus A, Ag., Ill. Cat. Mus. Comp. Zool. VIII. p. 22. 
1883 Tripylus excavatus Lov., Svenska Akad. Handl. XIX. p. 72. 
1889 Tripylus excavatus Dune., Journ. Linn. Soc. Zool. XXIII. p. 231. 
1892 Tripylus excavatus Phil., Verh. Ver. Santiago II. 4.p. 247. 
1895 Tripylus cavernosus Bernard (pars), Bull. Mus. Paris I. p. 273 u. 274. 


Fundort: Magellan-Str.: Susanna Cove (b. Punta Arenas), 

Bemerkungen: — 

4 trockene, zum Theil zerbrochene Schalen ohne Stacheln. 

Bernard stellt (1. c.) T. excavatus als synonym zu cavernosus; 
ich führe beide noch getrennt auf, da die Identität derselben 
mir noch nicht über allen Zweifel erhaben erscheint. Sollten 
sie sich als zu einer Species gehörig herausstellen, so würde der 
Name excavatus die Priorität haben. — Mus. Berol. Echinod. 
No. 3736. 


Gen. Schizaster Ag. 


8. Schizaster philippii (Gray) 
Hauvptlitteratur: 
1851 Tripylus philippii Gray, Ann. Mag. N. H. (2) VII. p. 132. 
1855 Tripylus philippii Gray, Cat. recent Echinida Brit. Mus. Part. I. p. 59. 
Par. 9...E. (1): 

1862 Brissopsis philippii Duj. & Hupe, Echinod. p. 597. 
1863 Tripylus philippii Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 130. 
1867 Tripylus philippii Verrill, Trans. Conneetieut Acad. I. 2. p. 336. 


90 Dr. Maximilian Meissner: Dr. Plate’s See-Igel. 


1872 - 73 Schizaster philippii A. Ag., Rev. Echini p. 158 u. 612, Taf. 26 F. 40, 41. 
1880 Sechizaster philippii Th. Stud., Mon.-Ber. Akad. Wiss. Berlin p. 884. 
1889 Schizaster philippii Th. Stud., Forschungsreise „Gazelle“ p. 288. 

1895 Schizaster philippii Bernard, Bull. mus. Paris I. p. 273 u. 274. 


Fundort: Calbuco. 


Bemerkungen: — 

12 Exemplare in Alcohol conservirt. — Mus. Berol. Echinod. 
No. 3744. 

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass Dr. Plate von 
Juan Fernandez, wo er auch fischte, keine Seeigel mitgebracht 
hat. Die Fischer kennen nach Angabe Dr. Plate’s keinerlei Formen 
derselben'). Von Juan Fernandez erwähnt jedoch A. Agassiz in 
seiner Bearbeitung der Seeigel der „Hassler‘‘ Expedition?) ausser 
Agassizia scrobiculata Val. aus 220 Faden und Nacospatangus 
gracilis A. Ag. aus 65 Faden Tiefe, Echinus margaritaceus Lm., 
auf welche Spezies er jedoch die Exemplare „with some doubt“ 
bezogen hat. 


1) ef. Plate, Verh. Ges. f, Erdkunde Berlin 1896, No. 4 u. 5, p. 224. 
2) Illustr. Catal. Mus. Comp. Zool. Harvard College No. VILI. — 1874 — 
p. 11/12. 


Die von Herrn Dr. L. Plate 
aus Chile und Feuerland heimgebrachten 


See-Sterne. 


Bearbeitet von 


Dr. Maximilian Meissner in Berlin. 


Hierzu Tafel VI, 


Herr Dr. L. Plate brachte von seiner südamerikanischen Reise, 
die er in den Jahren 1893 bis 1895 mit Unterstützung der Kgl. 
preuss. Akademie der Wissenschaften unternahm, eine grosse Echi- 
nodermen-Ausbeute heim. Die Bearbeitung der Schlangensterne 
und der Holothurien hat Herr Prof. Ludwig (Bonn) übernommen, 
während die erbeuteten Seesterne und Seeigel von Herrn Dr. Plate 
mir zur Untersuchung anvertraut wurden, wofür ich auch an dieser 
Stelle meinen besten Dank dem verdienten Reisenden auszusprechen 
nicht unterlassen möchte. Ueber die See-Igel habe ich schon be- 
richtet. 

Das Asteroiden-Material umfasst 12 Gattungen mit 22 Arten 
und Varietäten. Neu sind davon 2 Arten und eine Varietät, die 
sämmtlich von der Insel Juan Fernandez stammen. 

Die Litteratur über die Seesterne der peruanischen und antarc- 
tisch-amerikanischen Meeresregion'!) ist keine sehr ausgedehnte, wie 
aus dem angefügten Litteraturverzeichniss hervorgeht. Neben den 
älteren Arbeiten von Gay, Philippi, Verrill, Bell (Alert), 
Studer (Gazelle) u. a. sind in neuerer Zeit noch die Abhandlungen von 
Sladen (Challenger), Perrier (Cap Horn) und Leipoldt (Vettor 
Pisani) für unsere Kenntniss der chilenisch-magellanischen Fauna 
grundlegend gewesen. 

Bei der folgenden Eintheilung bin ich im wesentlichen dem von 
Sladen im Challenger-Werk aufgestellten System gefolgt. 


!) ef. Möbius, Thiergebiete der Erde — Arch, f. Naturg. 1891. 


93 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herrn Dr Plate 


Phanerozonia Sl. 1886. 
Fam. Archasteridae Vig. 
Subfam. @nathasterinae Ludw. 
Gen. Odontaster Verrill 
1. Odontaster singularis (M. T.) 
(Taf. VI Figg. 5, 5a und 6.) 
Litteratur: Leipoldt, Z. wiss. Zool. LIX. 4. p. 614. 
Fundort: Bahia Park (Magellan-Str.). 


Bemerkungen: — 
1 Exemplar in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3770). 
Fundort: Calbuco. 
Bemerkungen: — 
3 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3760). 


Die Maasse sind: 


a) R:r = 45:23 (mit Pedicellarien) 

b) =+13:''0,9 (ohne  ,„ ) 

c) = 35:18 (mit 5 ) 

d) —= 56:32 (ohne 3 j? 
Randplatten: 


a) ca. 18.1.18 undeutlich da z. Th. aus verschiedenen Stücken 
zusammengesetzt resp. durcheinander geschoben. 

b) 7.1. 7 (obere und untere) 
c) 12 1,12 
d) ee BR If 

Auf das Vorkommen oder Fehlen der Pedicellarien möchte ich 
gleich Leipoldt keinen grossen Werth legen, zumal da auch das 
grössere Originalexemplar von Müllerund Troschel auf der Bauch- 
seite auf den Platten nahe der Mundecke Pedicellarien trägt!) (ef. 
Taf. VI Fig. 5a). Was die Originale M. T.’s betrifft, so haben sie 
die folgende Maasse: a) R:r = 40:20 

b) = 19:10. (ohne Pedicell.) 


Randplatten: a) ‚Lo. 16 
YST SER 2, 
(Mus. Berol. Echinod. No. 754.) 
Ausserdem befindet sich im Berliner Museum ein Exemplar, 
durch Philippi vom Chonos Archipel erhalten (No. 750), das von 
Troschel’s Hand die Bezeichnung „Goniodiscus chilensis“ 


!) M. T. erwähnen zwar in ihrer Diagnose dieselben als grössere „Granula“, 
haben aber anscheinend übersehen, dass dieselben aus zwei Theilen bestehen. 
Der trennende Spalt ist nämlich mit Sand ausgefüllt. 


aus Chile und Feuerland heimgebrachten See-Sterne. 93 


trägt. -Ich bilde das Exemplar, das ich auf singularis beziehe, auf 
Taf. VI Fig. 6 ab. Dasselbe ist auf der Rücken- und Bauchseite 
mit Pedicellarien übersäet. 


2. Odontaster meridionalis (E. Sm.) 
Litteratur: ef. Leipoldt, Z. wiss. Zool. LIX 4. p. 620 ff 


Fundort: Lagartija Ins. (bei Calbuco) 8 Faden. 

Bemerkungen: ‚„Seesterne oben carminroth, unten in den 
Interamb. hellcarminroth, in den Amb. gelblich.“ 

4 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3771). 


Die Maasse sind: Plattenzahl: 
ED 0 ee dere ee 
Dakr—A0 re BE IT. E17 
erh Dal er 1 
BD een ld al, 

Fundort: Calbuco. 

Bemerkungen: — 

2 Exemplare in Spiritus. (Mus. Berol. Echinod. No. 3799.) 

Die Maasse sind: Randplattenzahl: 
ae sa, n—lyen m... 25:1.15 
DieBRe 21,10... .0 22 SUITE. 18: 


Fam. Astropeetinidae Gray 
Gen. Luidia Forb. 


3. Luidia bellonae Ltk. 


Litteratur cf. Meissner, Sander’s Asteriden — Dies. Arch. 1892 p. 189 
dazu als synonym 
. 1895 Luidia magellanica, Lpldt., Z. wiss. Zool. LIX. 4. pag. 610/614 Taf. 32 
Fig. 11a- e. 
dagegen nicht 
1891 Luidia bellonae, Loriol, Notes pour servir & l’etude des Echinodermes. 
Mem. soc. phys. et hist. nat. Geneve. Vol. suppl. No. 8 p. 22/24. Taf. III 
Fig. 1, 1a—1d. 
Fundort: Iquique. 
Bemerkungen: — 
3 grosse und 9 kleinere Exemplare. 


Fundort: Tumbes, Talcahuano. 

Bemerkungen: — 

3 grosse Exemplare. 

Die grossen Exemplare stimmen mit der Beschreibung und 
Abbildung Leipoldt’s überein. Die Färbung ist bei diesen oben 
schwarz, nur in den Armwinkeln, wo die Paxillen noch nicht so 
abgerieben sind, zeigen sie noch die schwarz und gelb gefleckte 


94 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herrn Dr. L. Plate 


Zeichnung, die bei den jungen Exemplaren sich über den ganzen 
Körper erstreckt. 

Die mexikanische Form, die Loriol als bellonae Ltk. ange- 
sprochen hat, ist nach seinen Abbildungen keine bellonae Ltk. Ich 
schlage vor, sie lorzoli zu nennen. 


Bei dem grössten Exemplar (Tumbes) ist der grösste R = 232, 
r=25, bei dem mittelgrössten (Iquique) R= 96, r = 14, bei dem 
kleinsten (Iquique) R= 235, r=5,5. 


Fam. Ganeriidae E. Perr. 1891. 
Gen. Ganeria Gray 


4. Ganeria falklandica Gray 
Hauptlitteratur: 


1847 Ganeria falklandica Gray, Proc. Zovl. Soc. p. 83. 

1866 Ganeria falklandica Gray, Syn. Starfish. p. 17. 

1367 Ganeria falklandica Verrill, Trans. Connecticut Acad I. 2. p. 336. 

1876 Ganeria falklandica E. Perr., Rev. Steller. p. 327 —9. 

1889 Ganeria falklandica S1., Chall, Aster. p. 383/4, 674, 688, 703, 772. Taf. 60. 
Er 1, 2, Tarioz RE. 6, 7. 

1891 Ganeria falklandica E. Perr., Miss. Cap Horn p. K.9. 


Fundort: Lagartija Ins. 
Bemerkungen: „Seestern oben gelbroth, unten gelb.“ 


2 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3773). Die 

Maasse sind: 
sa, R.= Hr 
b) R ='62, r =496, 

Ich beschreibe das grössere Exemplar: Die Adambulacralarmatur 
besteht aus einer Reihe Adambulacralstacheln, die zu je 2, seltener 
zu 3 auf einer Platte stehen, und aus je 2 oder 3 subambulacralen 
Stacheln, die transversal gestellt sind. Die Mundeckstücke tragen 
jedes 5 (einzelne noch einen ganz kleinen sechsten) Randstacheln, 
die kleiner sind als die Adambulacralstacheln, und 4 Oberflächen- 
stacheln, von denen die ersten beiden an Grösse den Bauchstacheln 
gleich kommen, während die dahinter stehenden bedeutend kleiner 
sind. Die Bauchplatten tragen jede 1 oder 2, oder aber auch sehr 
selten 3 Stacheln. Dieselben sind ziemlich lang und kräftig, wie 
bei Gan. robusta E.Perr. (Miss. Cap Horn p. 119/20. Taf. 11. 
Fig. 1b.), mit der das vorliegende Exemplar überhaupt die grösste 
Aehnlichkeit hat. (E. Perrier giebt aber für seine species vier 
Mundrandstacheln und überall längs der Ambulacralfurche auf den 
Bauchplatten drei Stacheln an.) 

Die Stacheln sind sämmtlich mit einer dicken Haut bekleidet 
und theilweise durch sie verbunden. Die unteren Marginalplatten 
(ca. 35 an jedem Arm, die Zahl ist an alllen nicht gleich) tragen 
in dem nach dem Armwinkel zu gelegenen Theile Doppel-Quer- 


aus Chile und Feuerland heimgebrachten See-Sterne. 95 


reihen kurzer Stachelchen, die sich auf den nach der Spitze zu 
gelegenen Platten in eine einzelne Reihe ordnen. 

Die oberen Randplatten, die den unteren nicht immer ent- 
sprechen, sondern mit ihnen öfter alterniren, tragen meist nur eine 
Reihe kurzer, konischer Stachelchen, nur auf den ersten im Arm- 
winkel gelegenen Platten rangiren sie sich in zwei Querreihen. 

Die Bekleidung des Rückens zeigt keine Abweichung von den 
Abbildungen bei Perrier (l. c. Taf. 11. F. 1a, 3a; Taf. 12. F. 1a.) 
und Sladen (Challenger Aster. Taf. 90 F.1, u. Taf. 92. F. 6.). 

Ich habe die Exemplare auf Ganeria falklandica Gray be- 
zogen, weil Sladen (l.c. p. 383) Exemplare, die dem beschriebenen 
sehr ähnlich sind, als solche bezeichnet hat. Er macht auf die 
grosse Variabilität der Art aufmerksam, besonders auf das Varüren 
der Stachelzahl der Ventrolateralplatten und der Anordnung der 
Marginalplattenstacheln. Hierzu kommt, dass Perrier (l.c. p. K. 9) 
andeutet, dass die 3 von ihm beschriebenen Ganerien: hahni, ro- 
busta und papillosa, vielleicht nur Varietäten der falklandica vor- 
stellen. Ausserdem lässt auch die starke Neigung der nahe ver- 
wandten Gattung Cycethra zur Abänderung in Gestalt und Stachel- 
bekleidung, wie Perrier überzeugend nachgewiesen hat, vermuthen, 
dass in der von Gray entdeckten Ganeria falklandica eine stark 
varirende Art vorliegt. 


Gen. Oyecethra J. Bell 


5. Cycethra simplex J. Bell 
Hauptlitteratur: 


1881 Cycethra simplex J. Bell, Proc. Zool. Soc. p. 96/97. Taf. 9. F.5, 6. 
1884 Cycethra simplex Th. Stud., Abh. Akad. Wiss. Berlin p. 31. 

1889 Cycethra simplex Th. Stud., Gazelle Exped. p. 289. 

1890 Cycethra simplex S1., Challenger Aster. p. 377, 379, 770. 

1891 Cycethra simplex E. Perr., Miss. Cap Horn p. K. 122 ff. u. K. 170 ft. 
1895 Cycethra simplex Lpldt., Z. wiss. Zool. LIX, 4. p. 902 ff. 


Fundort: Bahia Park, Cockburn Channel. 
Bemerkungen: „Im Leben oben gelbbraun, unten hellgelb: 
Gezeitenzone.* 


2 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3776). Die 
Maasse sind: 
a, h—=,34,,7 —= 14. 
bb, R- 30.8516. 
Fundort: Lagartija Ins. 
Bemerkungen: „Seestern oben gelbroth, unten hellgelb.“ 


2 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3772). Die 
Maasse sind: 

ar. —,88,. 0 = 2; 

byeRr= 34,2 =M: 


96 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herrn Dr. L. Plate 


Fundort: Calbuco. 
Bemerkungen: — 


2 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod.No. 3762). Die 
Maasse sind: 


2), 31. 72 14: 
Dis 21, = — 1,779, 
Fundort: Bahia San Sebastian (Ost-Feuerland). 
Bemerkungen: — 
1 trockenes Exemplar: R=66, r=26 mm (Mus. Berol. Echinod. 
No. 3797). 
Fundort: Cabo Espiritu Santo (Ost-Feuerland). 
Bemerkungen: — 


Bruchstücke eines trockenen Exemplars. 


6. Cycethra simplex J. Bell forma subeleetilis E. Perr. 
1891 Cyc. simpl. forma subelectilis E. Perr., Miss Cap Horn p. K. 181. 


Fundort: Punta Arenas ‚an den Strand geworfen.“ 


Bemerkungen: „Im Leben oben rein blau, an den Kanten 
etwas heller, unten zwischen den Füsschen noch heller graublau. 
Füsschen gelbweiss.“ 


1 Exemplar in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3780). 
Die Maasse sind R = 52, r = 25,5. — Ich führe die Form 
nicht mit den anderen zusammen auf, da sie ausser durch ihre ab- 


weichende Färbung auch durch die überaus deutlich hervortretenden 
Marginalplatten auffällt. 


Fam. Asterinidae Gray 
Gen. Asterina Nardo 


7. Asterina chilensis (Ltk.) 


Litteratur ef. Leipoldt 1. c. p. 595. 
Hierzu 1854 Asteriscus calcaratus Gay, Hist. fis. y polit. Chile VIII. p. 427. 
1857 Asteriscus calcaratus Phil., Arch.f. Naturg. 23. Jhrg. 1. Bd. p. 134. 
Fundort: Cavancha VI. 83. 
Bemerkungen: ‚„Gemeiner Seestern der Küstenfelsen mit ur- 
sprünglich rothblauer Färbung.“ 


10 Exemplare in Spiritus. (Mus. Berol. Echinod. No. 3753.) 

Ueber die Farbangabe cf. Gay, der die Farbe als „un bello 
encarnodo escarlata por encima, y un poco rosa do por debajo“ 
angiebt. 


aus Chile und Feuerland heimgebrachten See-Sterne. 97 


8. Asterina fimbriata E. Perr. 
Litteratur ef. Leipoldt ]l.c. p. 594. 


Fundort: Punta Arenas, unter Steinen der Küste. 
Bemerkungen: „Oben ziegelroth, unten gelbweiss, Füsschen 
graugelb.“ 


2 Exemplare in Spir. (Mus. Berol. Echiniod. No. 3775). 


Fundort: Calbuco. 
Bemerkungen: — 


1 Exemplar in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3761). 


9. Asterina calcarata (E. Perr.) 
var, selkirki n. 


Taf. VI. ‚Fig..3,38; 
Hauptlitteratur. 


1869 Asteriscus calcaratus E. Perr., Ann. sci. nat. Zool. (5) Xli, p. 292. 
1871 Asteriscus calcaratus Ltk., Videnskab. Meddelels. p. 242. Anmerk. 
1876 Asterina calcarata E. Perr., Rev. Steller. p. 302. 

1889 Asterina calcarata S1., Chall. Aster. p. 331 u. 772. 

1895 Asterina calcarata Lpldt., Z. wiss. Zool. LIX. 4. p. 601. 


Fundort: Juan Fernandez. 
Bemerkungen: ‚Seestern im Leben graugrün, sehr gemein 
zwischen den Steinen der Küste.“ 


6 Exemplare in Spiritus, darunter ein sechsarmiges. 1 davon 
getrocknet (cf. Abb.). (Mus. Berol. Echinod. No. 3748.) 

Unter den von E. Perrier von Chile beschriebenen Seesternen be- 
findet sich auch ein solcher von Valparaiso, der sich im Pariser 
Museum, als calcarata bezeichnet, befindet. Es ist ein einziges 
Exemplar in Spiritus, das von Valenciennes mit diesem Namen 
zusammen mit noch anderen chilenischen Asterinen benannt 
wurde. In den mir bekannten Aufzählungen chilenischer Seesterne 
findet sich Asterina calcarata nur immer auf die Beschreibung von 
Perrier hin aufgeführt. Andere Exemplare, als das eine Pariser 
Spiritus-Exemplar, sind nirgends erwähnt, obgleich doch zahlreiche 
Sendungen von Chile nach Europa gelangt sind. In der Plate’schen 
Collection finden sich nun einige Exemplare einer Asterina-Art von 
Juan Fernandez, die, wie ich glaube, mit einiger Wahrscheinlichkeit 
sich auf die Perrier’sche calcarata zurückführen lassen. Die von 
Perrier gegebene Diagnose lautet frei übersetzt: 

„Körper pentagonal mit kaum ausgebuchteten Seiten. Die dorsalen 
Schuppenplatten tragen jede eine doppelte oder dreifacheReihe granula- 
artiger, an der Spitze abgerundeter Stacheln, die gegeneinander ge- 
richtet sind. Alle diese Reihen sind beinahe zusammenhängend und nur 
manchmal getrennt durch runde Büschel ganz ähnlicher Stacheln. Die 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd.I. H.2. 7 


98 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herrn Dr. L. Plate 


Madreporenplatte ist ziemlich gross und liegt, vom Mittelpunkte aus 
gerechnet, im ersten Fünftel der Entfernung des Centrums vom Rande. 
Die Kanten des Körpers sind umgeschlagen gegen die Bauchseite, 
die concav ist. Die Dreiecke, die auf der Bauchseite durch die 
Ambulacralfurchen entstehen, zeigen in der nach der Spitze des 
Dreieck liegenden Hälfte unvollständige Reihen isolirter Stacheln, 
welche sich in der anderen Hälfte in eben so viel Doppelreihen 
kurzer und stumpfer Stacheln verwandeln. Die Stacheln der Am- 
bulacralfurche stehen in einer Reihe, sie sind sehr schlank, auf 
jeder Platte stehen zwei. Sie sind nach hinten zu verstärkt durch 
eine Reihe von Stacheln, die der eigentlichen Ventralseite angehören, 
aber länger als gewöhnlich sind. 

Durchmesser: 3 Centimeter. 

Vaterland: Valparaiso.‘ 


Soweit Perrier. Die vorstehende Diagnose passt auf die vor- 
liegenden Stücke so ziemlich bis auf die Adambulacralbewaffnung. 
Bei den Plate’schen Exemplaren besteht dieselbe aus zu 3 hand- 
förmig stehenden Adambulacral- (Fig. 3a) und je einem subambula- 
cralen Stachel. Es finden sich jedoch an der Furche auch Platten, 
bei denen der 3te Adambulacralstachel nur ganz klein oder nur an- 
gedeutet oder auch ganz abortirt ist. Ich halte deshalb die vor- 
liegenden Stücke nur für eine Varietät der von E. Perr. beschriebenen 
calcarata. Die Bestachelung der ventro-lateralen Platten entspricht 
der Beschreibung des französischen Autors. Bei dem getrockneten 
Exemplare sieht man, dass die mittelste Platte hinter der Mund- 
platte auf einer durchsichtigen Haut steht (cf. Fig. 3). Auch 
zwischen den nächsten umliegenden Platten erblickt man noch 
deutliche Züge dieser unverkalkten Haut. Die Bestachelung des 
Rückens stimmt auch mit der Diagnose von calcarata. Die Skelett- 
anordnung ist so ziemlich die gleiche, wie sie Leipoldt (].e. pag. 596 ff.) 
von Asterina chilensis geschildert und abgebildet hat. Die dorso- 
lateralen Platten tragen kleine Bürstchen granulaartiger Stacheln, 
die supplementären Platten kleine Büschel ebensolcher Stachelchen. 
Zwischen diesen stumpfen Stachelchen der Rückenplatten finden 
sich jedoch auch noch, an einem getrockneten Stück sehr gut zu 
sehen, kleine ganz spitze Stachelchen zerstreut. Dieselben stehen 
manchmal zu 4—5 auf supplementären Platten allein, nicht mit den 
körnchenähnlichen vermischt, und zeigen dann das Bild eines kleinen 
Morsensterns. 


Während die Rückenbestachelung also Beziehungen zu der 
Ast. chilensis Ltk. zeigt, ähnelt die Bauchbestachelung derjenigen 
von Asterina exigua Lm. (kraussi M. T.)!) 

Das Verhältniss der Radien ist: 

a er a 


1!) Ich möchte daran erinnern, dass Lamarck’s Originale nach E. Perrier 
(Rev. Steller. d. Mus.) von Amerika stammen sollen, 


aus Chile und Feuerland heimgebrachten See-Sterne. 99 


Fam. Poraniidae E. Perr. 
Gen. Porania Gray 


10. Porania antaretica E. Sm. 
Litteratur: cf. Leipoldt 1. c. p. 588. 


Fundort: Calbuco, Dez. 94. — 10 Faden. 
Bemerkungen: „Seestern im Leben wunderschön purpurroth 
an den weichen Hauttheilen, Radien gelb.“ 


7 Exemplare, davon eines mit 4 Armen (anscheinend verletzt, 
das fünfte Ambulacrum ist noch angedeutet) in Spiritus. (Mus. 
Berol. Echinod. No. 3759). 


Cryptozonia Sl. 1886. 


Fam. Linekiidae E. Perr. 
Gen. Ophidiaster Ag. 
11. Ophidiaster agassizi E. Perr. 


1884 Ophidiaster agassizi E. Perr., M&m. sur les Etoiles de Mer recueillies dans 
la Mer des Antilles et le Golfe du Mexique. — Nouv. Arch. d. Mus. Paris. 
p. 223 ff. 


Fundort: Juan Fernandez. 
Bemerkungen: „Seesterne im Leben scharlachroth; Gezeiten- 
zone‘ 40 Faden“ — und „20 Faden‘. 


Zahlreiche Exemplare in Spiritus, z. Theil tot am Strande ge- 
sammelt, darunter eines mit 6 Armen, d.h. einem an der Basis ge- 
gabelten Arm. Die Radienverhältnisse des grössten Exemplars sind 
R:r = 80:10, des kleinsten: 19:4 mm. (Mus. Berol. Echinod. 
No. 3745.) 

Von der Küste Chile’s ist bisher keine Ophidiaster-Art bekannt 
geworden, eine nahe Verwandte, Pharia pyramidata Gray, ist 
in Peru heimisch (Leipoldt erwähnt sie auch von Valparaiso!). 
Ich möchte hier anfügen, dass das Berliner Museum jüngst durch 
Herrn Schiffsarzt Dr. Brenning Ph. pyramidata Gray und Phataria 
unifascialis Gray von Manta (Ecuador) erhielt. 


Fam. Eehinasteridae Verrill 
Gen. Cribrella Ag. 


12. Cribrella hyadesi E. Perr. 
Litteratur: ef. Leipoldt Z. f. wiss. Zool. L1X. 4. p. 578. 


Fundort: Calbuco Dez. 94. — 20 Faden. 
Bemerkungen: „Seestern oben ziegelroth, unten gelbroth.“ 


1 Exemplar in Spir. (Mus. Berol. Echinod. No. 3767). 
7% 


100 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herrn Dr. L. Plate 


Fundort: Iquique. 

Bemerkungen: — 

Zahlreiche Exemplare in Spir. (Mus. Berol. Echinod. No. 3754). 

Die von Perrier beschriebenen Originale entstammen der 
Magellan-Str., die von Leipoldt zu dieser Art gestellten Stücke 
der dem Chonos-Archipel gegenüberliegenden Küste. — Die Fauna 
von Calbueo gehört auch noch zu der antaretisch südamerikanischen, 
während die von Iquique der peruanischen Meeresregion angehört. 
Die Stücke von dort zeigen aber nur so geringe Unterschiede, dass 
ich daraufhin eine neue Art nicht aufstellen möchte, auch ist das 
Verbreitungsgebiet anderer Cribrella-Arten ein so ausgedehntesund 
ihr Variiren ein so grosses, dass die Identität der subtropischen 
Stücke mit den subantarctischen nicht unwahrscheinlich ist. Aus der 
peruanischen Meeresregion ist meines Wissens eine Cribrella ausser 
minuta J. Bell noch nicht beschrieben worden, die antarctischen 
Species zählt Leipoldt auf, und seine Ausführungen machen es 
wahrscheinlich, dass alle beschriebenen Formen einer und derselben 
Art angehören. 

Ich beschreibe in folgendem ein getrocknetes, von Iquique 
stammendes Stück: R= 26, r = 6. Breite der Arme an der Basis 
6, nahe der Spitze 2 mm. Die Adambulacralarmatur besteht aus 
Doppelquerreihen von Stacheln, die an Grösse allmählich abnehmen; 
die eigentlichen beiden Adambulcralstachel sind die längsten; an 
manchen Stellen erscheint es, als ob nur ein solcher Stachel vor- 
handen sei, der, da er ein wenig länger ist, seinen Genossen bei 
Seite drängt. Ganz innen an der Furche sitzt der kleine einzelne 
gebogene Stachel. Die Mundeckstücke tragen, wie schon Leipoldt 
erwähnt, 4 Randstacheln. Die Zahl der Oberflächenstacheln beträgt 
bei diesem Exemplar 8, die in Längsreihen zu je 4 hinter den 
3 letzten Randstacheln stehen. In der beginnenden Furche finden 
sich unterhalb der 3 letzten Mundrandstacheln an der Stelle, an welcher 
von dem zweiten Adambulacralstück an der kleine gebogene Stachel 
steht, drei Höckerchen. 

Auf die Adambulacralplatten folgt eine Reihe von Ventrolateral- 
platten, die mit Stachelchen bewehrt sind, die an Grösse den 
letzten subambulacralen Stacheln gleich sind, so dass der Ueber- 
gang der Ambulacralplatten in die ersten ventrolateralen Platten 
sich fast ohne Uebergang vollzieht. Zwischen dieser Reihe von 
Ventrolateralia und der zweiten, welche die unteren Randplatten 
bildet, liegt eine Reihe von Athempapillen, die sich deutlich bis 
zur Spitze der Arme erstreckt. 

Auf die unteren Marginalia folgen wieder durch eine Poren- 
reihe getrennt, die aus kleineren Platten bestehenden oberen Rand- 
platten. Die Bestachlung ist bei all diesen Plättchen dieselbe. Die 
Adambulacralia, die Ventrolateralia und die Ventromarginalia haben 
in der Nähe des Mundes bis zu 12 oder 14, und die Dorsomargi- 
nalia bis zu 8S—10 Stachelchen, die meist in Doppelquerreihen an- 
geordnet sind oder seltener unregelmässige Haufen bilden. 


aus Chile und Feuerland heimgebrachten See-Sterne. 101 


Das Rückenskelett bietet das Bild dar, das Perrier ].c. von 
seiner Cr. hyadesi giebt. Die Stachelchen des Balkengerüstes 
meist auch in Doppelreihen angeordnet, sind an Länge und 
Form gleich denen der Ventrolateralia, auch die Madreporenplatte 
ist dicht mit solch feinen Stachelchen bewehrt. Die Athempapillen 
stehen meist einzeln, sehr selten zu mehreren zusammen. 

Soweit die Beschreibung des trockenen Stückes. Ich glaube 
sie rechtfertigt die Identifizirung der Stücke von Iquique mit der 
Cr. hyadesi E. Perr. 

Die Farbe der Exemplare ist im Alcohol weiss. 


Fam. Stiehasteridae E. Perr. 
Gen. Stichaster M.T.. 


13. Stichaster aurantiacus (Meyen) 


Litteratur: cf. Leipoldt Z. f. wiss. Zool. LIX, 4, p. 578. 
und dazu noch 
1854 Asteracanthion aurantiacus Gay, Hist. fis. Chile VIII p. 426. 


Fundort: Cavancha. Vl. 9. 

Bemerkungen: ‚„Gemeiner Seestern an den Küstenfelsen.‘ 

8 Exemplare, davon einer 7armig in Spiritus. (Mus. Berol. 
Echinod. No. 3751.) 

3 trockene Exemplare (Mus. Berol. Echinod. No. 3757). 


Fam. Brisingidae Vig. 
Gen. Labidiaster Ltk. 


14. Labidiaster radiosus Ltk. 
Hauptlitteratur: 
1871 Labidiaster radiosus Ltk.. Vid. Meddelels. Kjöbnhavn p. 293. 
1876 Labidiaster radiosus Th. Stud., Monats Ber. Akad. Berlin p. 457. 
1884 Labidiaster radiosus Th. Stud., Abh. Akad. Berlin p. 14 ff. Taf. II u. III. 
Fig. 4a—y. 
1891 Labidiaster radiosus E. Perr., Mission scient. Cap Horn, Echinod. p. K59 ff., 
K72 ff. u. K149 ff. Taf. 8. 
1891 Labidiaster radiosus Sl., Challenger Report Aster. p. 595 Taf. 108 Fig. 2. 


Fundort: Tabon J.t), 15 Faden. 

Bemerkungen: „Vielarmiger Seestern oben rosa, unten gelb- 
weiss.‘ 

l grosses, schönes Exemplar in Spir. — Durchmesser der Scheibe45 
Armlänge 84 mm; Zahl der Arme 54, darunter 2 kleine, intercalirte, 
deren kürzester kaum 1 cm lang ist. (Mus. Berol. Echinod. No.3756.) 


!) Bei Calbuco! Der Fundort ist der nördlichste der bisher bekannt ge- 
wordenen. 


102 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herrn Dr. L. Plate 


Fam. Heliasteridae Vig. 
Gen. Heliaster Gray 


15. Heliaster helianthus (Lm.) 


Litteratur: cf. Leipoldt Z. f. Zool. LIX, 4, p. 547 u. Taf. XXX F. 1a—e. 
und 1834 Asterias helianthus Meyen, Reise um die Erde I. p. 222. 

1854 Asteracanthion helianthus, Gay, Hist. fis. Chile VIII p. 425. 

Fundort: Iquique. 

Bemerkungen: — 


10 grosse trockene Exemplare. (Mus. zool. Berol. Echinod. 
No. 3758.) 

Fundort: Cavancha, Felsen der Küste. VI. 93. 

Bemerkungen: „Gemeiner Seestern der Küstenfelsen.“ 


2 jüngere Exemplare mit 22 und 12 Armen in Spiritus. (Mus. 
Berol. Echinod. No. 3752.) 

Von Juan Fernandez hat Dr. Plate leider keine Heliaster mit- 
gebracht, die dort nach seiner Angabe häufig sind. Nach ihm ist 
es Hel. helianthus!). Perrier führt von Juan Fernandez in seiner 
Revis. Steller. p. 88 den von Valenciennes unterschiedenen Hel. ca- 
nopus an, den Perrier selbst für einen jungen helianthus hält. 


Fam. Asteriidae Gray 
Gen. Asterias L. 


16. Asterias (Cosmasterias) suleifera E. Perr. 


Litteratur: cf. Leipoldt Z. f. wiss. Zool. LIX p. 553. 


Fundort: Puerto Montt Nov. 93. 

Bemerkungen: „Grosser Seestern im Leben oben violett mit 
grauem oder braunem Anfluge, unten gelblich, gemein bei Tenglo.“ 

5 Exemplare in Spir. (Mus. Berol. Echinod. No. 3768). 

Fundort: Bahia Parke, Cockburn-Channel, Magellan-Str. 

Bemerkungen: „Seestern gemein in der Gezeitenzone, oben 
im Leben je nach den Individuen blau oder lila, unten gelb.“ 

1 Exemplar in Spir. (Mus. Berol. Echinod. No. 3774). 

Die Farbenangabe stimmt mit der von Studer Gazelle Aste- 
riden p. 10 angegebenen. 

Fundort: Calbuco. 

Bemerkungen: — 


l junges Exemplar, getrocknet. R= 23, r=3,25mm. (Mus. Berol. 
Echinod. No. 3798). 


') ef. Plate, Verh Ges. f. Erdkunde Berlin No. 4 u5. p. 224. 


aus Chile und Feuerland heimgebrachten See-Sterne. 103 


17. Asterias (Stolasterias) gelatinosa Meyen 
Hauptlitteratur:: 


1834 Asterias gelatinosa Meyen, Reise um die Erde I. p. 222. 

1835 Asterias gelatinosa Wiegmann, Arch. f. Naturg. 1. Jhrg. Bd. 1. p. 307. 

1841 Asterias rustica Gray, Ann. Mag N.H. (1) VI. p. 179. 

1842 Asteracanthion gelatinosus M. T., System Aster. p. 15. 

1843 Asteracanthion gelatinosus M. T., Arch. f. Naturg. 9. Jhrg. Bd.1. p. 128. 

1854 Asteracanthion gelatinosus Gay, Hist. fis. y polit.ChileZool. VIII. p. 424/5. 

1857 Asteracanthion gelatinosus Phil., Arch. f. Naturg. 23. Jhrg. Bd. 1. p. 134. 

1862 Asteracanthion gelatinosa Duj. & Hup6, Echinod. p. 331. 

1866 Asterias rustica Gray, Synops. Spec. Starfish. p.1. No. 4. 

1867 Asterias gelatinosa Verrill, Trans. Connecticut Acad. I. 2. p. 335. 

1869 Asteracanthion gelatinosus E. Perr., Ann. sei. nat. Zool. (5) XII. p. 222. 
Taf. 17. F. 4. 

1875 Asterias gelatinosa E. Perr., Rev. Steller. p. 42, 

1881 Asterias gelatinosa J. Bell, Proc. Zool. Soc. p. 504, 506. 

1889 Asterias gelatinosa S1., Challenger Aster. p. 566, 822, 


Fundort: Cavancha bei Iquique — Juni 1893. 
Bemerkungen: — 


3 grosse 6armige Exemplare in Spir. (Mus. Berol. Echinod, 
No. 3749.). 


Fundort: Tumbes, Talcahuano — Mai 1894. 
Bemerkungen: 


5 grosse Garmige Exemplare, ein mittelgrosses Tarmiges, ein 
junges 6armiges Exemplar, dessen Maasse R= 30, r = 5 mm sind, 
in Spir. Das grösste Exemplar misst: R = 245, r = 32. (Mus. Berol. 
Echinod. No. 3763.) 


18. Asterias (Coseinasterias) platei n. Sp. 
Taf. VI. Fig. 2. 


Fundort: Juan Fernandez; März 1894. 

Bemerkungen: „Seestern im Leben gelbbraun, in Alcohol 
ins Rothe übergehend. Santa Clara in einem „„pozo““ der Küste.“ 

„Seestern im Leben 8armig, warf einen von selbst ab. Alcoh. 
Cons.“ 

1 Exemplar in Spiritus. (Mus. Berol. Echinod. No. 3746.) 

Die schöne species, die ich dem Sammler zu Ehren plate zu 
nennen vorschlage, zeigt in natürlicher Grösse die Fig. 2 der Taf. VI. 
Seine Formel nach der Bell’schen Bezeichnung [J. Bell, Proc. Zool. 
Soc. London 1881] ist: y2 mat. 

8 schlanke von der Scheibe scharf abgesetzte Arme 
R = 165—170, r= 12; R:r = 14:1. Die Adambulacralarmatur 
besteht aus 2 schlanken, flachen, im spitzen Winkel zu einander- 
stehenden, ca. 4 mm langen Stacheln; in den Mundwinkeln 
springen in das Lumen zwei deutliche, längliche, platte Stacheln 


104 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herrn Dr. L. Plate 


vor, oberhalb deren ein zweites gleiches Paar steht. In 
der Ambulacralrinne findet sich eine Reihe gerader Pedicellarien. 
Auf der Bauchseite erhebt sich seitwärts von der Adambulacral- 
armatur eine Reihe von 3 transversal gestellten Stacheln, die stärker 
als die Adambulacralstacheln sind. Die dritten am Rande des Arms 
stehenden Stacheln sind nach dem Rücken zu von je einem Halb- 
kreise gekreuzter Pedicellarien umgeben, in ähnlicher Weise wie 
bei gemmifera E. Perr. beschrieben, mit dessen Beschreibung der 
Rückenbestachelung auch der vorliegende Stern grosse Aehnlichkeit 
zeigt. Auf die Randstachelreihe folgt eine deutliche Längsreihe von 
Kiemenhaufen. Auf dem abactinalen Theile zeigen sich 5 nicht be- 
sonders deutliche Längsreihen von Stacheln, die von dicken Kränzen 
gekreuzter Pedicellarien umgeben sind. Zwischen ihnen zerstreut 
liegen Kiemenhaufen. Die Madreporenplatte ist klein, ziemlich ein- 
gesenkt, dem Rande des Discus näher als dessen Mittelpunkte, — 
Farbe im Leben gelbbraun, in Alcohol hell-lehmgelb. 


19. Asterias (Polyasterias) fernandensis n. Sp. 
Tat: VI: Eigg: L 1a, IM 


Fundort: Juan Fernandez. 
Bemerkungen: „gelbbraun.“ 


Die vorliegende kleine Art, von der Dr. Plate angiebt, dass er 
sie nie grösser gesehen hat, und die auch nach seiner Meinung nicht 
etwa als Jugendform der vorigen aufzufassen ist, liegt mir in 
4Exemplaren (in Spir.)vor. 3derselben zeigen in natürlicher Grösse die 
Figg. 1, la, 1b der Tafel. Die Farbe ist in Spiritus: weisslich. 
Die Formel nach der Bell’schen Bezeichnung ist: y 2 mat. 


Die Zahl der Arme schwankt zwischen 5 und 7. Neben einer 
richtigen Cometenform (Fig. 1) findet sich ein Exemplar mit fast 
gleichen Armen (Fig. 1a) und 2 Exemplare haben je 3 grosse und 
3 kleine Radien (Fig. 1b). — Die Bestachelung der Bauchseite be- 
steht aus einer diplacanthiden Adambulacralarmatur, mit an der 
Bauchrinne sitzenden geraden Pedicellarien, dann folgt eine Reihe 
zu je 3 transversal gestellter, an Grösse zunehmender Stacheln, von 
denen der äusserste grösste, als Randstachel, mit einem Halbkranze 
von Pedicellarien umgeben ist. Es folgt eine deutliche Reihe einzeln 
stehender Athempapillen. Der Rücken zeigt 3 deutliche Reihen von 
Kränzen gekreuzter Pedicellarien umgebener Stacheln, die von ein- 
ander ebenfalls durch Reihen allerdings nicht sehr leicht erkenn- 
barer einzeln stehender Athempapillen getrennt sind. 

Meines Wissens ist ein zu der Untergruppe Polyasterias 
E. Perrier’s — denn zu dieser stelle ich die Art, obgleich sie nur 
3 Reihen Rückenstacheln hat — gehöriger Seestern aus jenen Meeres- 
regionen noch nicht bekannt geworden. (Mus. Berol. Echinod, 
No. 3747.) 


aus Chile und Feuerland heimgebrachten See-Sterne. 105 


20. Asterias (Sporasterias) antarctica Ltk. 


(Taf. VI. Pig: 7,:7a,. 7b.) 


1843 Asteracanthion rubens M. T., Arch. f. Naturg. 9. Jahrg. Bd. 1, p. 113, 


123, 128. 


1856 Asteracanthion antareticus Ltk., Vid. Meddelelser 1856 p. 105 (18d. S.-A ). 


1867 Asterias 


antarctica Verrill, Trans. Connecticut Acad. I. 2. p. 336. 


1870 Asteracanthion varium Phil., Arch. f. Naturg. Jahrg. 36, Bd. 1, p. 272/4, 


Tat: I; 


F. a—c. 


? 1870 Asteracanthion fulgens Phil., Ebenda p. 274/5. 


1875 Asterias 
1875 Asterias 
1876 Asterias 
1881 Asterias 
2 1881 Asterias 
1881 Asterias 
1884 Asterias 
1886 Asterias 
1889 Asterias 
1889 Asterias 
1889 Asterias 
u. 814. 
1889 Asterias 
21889 Asterias 
? 1889 Asterias 
1891 Asterias 
1891 Asterias 
1891 Asterias 
1891 Asterias 


antarctica E. Perr., R£v. Steller. d. Museum pag. 50. 
eunninghami E. Perr., Ebenda p. 75. 

eunninghami E. Sm., Ann. Mag. N. H. (4) 17 p. 36. 
eunninghami J. Bell, Proc. Zool. Soc. London p. 93 und p. 506. 
verrilli J. Bell, Ebenda p. 513, Taf. 67, Fig. 3. 3a. 

antarctica J. Bell, Ebenda p. 494 u. 506. 

antaretica Th. Stud., Monatsber. Akad. Berlin p. 7/8. 

hyadesi E. Perr., C.R. Acad. des sci. Bd. 102. p. 1146. 
antarctica Th. Stud., Gazelle Exp. p. 285. 

antarctica S1., Challenger Asteroidea p. 564 u. 820. 
cunninghami S1., Ebenda p. 562, 564, 566/7, 576, 674, 690, 703/4, 


varia S1., Ebenda p. 566 u. 828. 

fulgens S1., Ebenda p. 566 u. 822. 

verrilli SI., Ebenda p. 564 u. 828. 

antartica E. Perr., Miss. Cap Horn Steller. p. K13, 15. 
spirabilis E. Perr., Ebenda p. K13, 14, 15, 87, 97. 
varia E. Perr., Ebenda p. K 13, 97. 

cunninghami E, Perr., Ebenda p. K 13, 97. 


1895 Asterias rugispina Lpldt., (part.) Z. f. wiss. Z. p. 563—577. 


Fundort: Punta Arenas. 
Bemerkungen: — 


2 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3796). 


Maasse: 


a) I, = 40, 1 — 10,5 
bDyR  Ier An 


Fundort: Bahia Park, Cockburn Channel, Magellan-Str. 
Bemerkungen: „Farbe in Spiritus etwas heller geworden.‘ 


2 Exemplare in Spiritus (Mus. Berol. Echinod. No. 3777). 


Maasse a — 21.0. 7%-.0,9 
Dur 2165,75. 
Die Farbe ist hellweisslichgelb in Alcohol. — Studer giebt 


in den Aster. 


u. Euryal. d. Gazelle die Farbe als „blassgelb‘“ an. 


Fundort: Admiralitäts-Sund (Feuerland). 
Bermerkungen: „Seesterne; Färbung nicht verändert.“ 


4 Exemplare in Spiritus, 1 davon getrocknet (cf. Abb.). — Die 
Farbe ist hellweissgelb in Alcohol. (Mus. Berol. Echinod. No. 3800). 


106 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herm Dr. L. Plate 


Maasse: a). R = 16,5, 45 
DR 145 174 
DR=1EIrE 


Leipoldt hat in seiner Abhandlung über die Seesterne des 
„Vettor Pisani* sämmtliche monacanthiden Asterias-Species der 
Südspitze Amerikas auf eine Form, die er als rugispina be- 
zeichnet, bezogen, nachdem schon Perrier in seiner Beschreibung 
der Asteroiden der Mission du Cap Horn, die Vermuthung 
ausgesprochen hatte, dass ein grosser Theil dieser Species vielleicht 
identisch sei. Ich glaube, obgleich ich die Ausführungen Leipoldt’s 
voll würdige und ihnen gern zustimmen möchte, dass Leipoldt in 
dieser seiner Annahme doch etwas zu weit gegangen ist. Ich 
werde auf diese Frage in meiner Bearbeitung der magellanischen 
Seesterne von Dr. Michaelsen, der ein überreiches Material von 
monocanthiden Asteriden von dort heimgebracht hat — es be- 
finden sich 150 Exemplare von diesen in seiner Collection — zurück- 
zukommen haben. Die Ausbeute Dr. Plate’s umfasst nur wenigo 
Stücke, die ich auf antarctica Ltk. und rupicola Verrill be- 
zogen habe. Die letztere Form scheint mir eine durch ihre Gestalt, 
die nur in sehr geringer Zahl vorhandenen Pedicellarien, die An- 
ordnung der Kiemen, die in geordneten Haufen, die deutlich 
Reihen bilden, stehen, sowie durch ihre Färbung, obgleich ich auf 
diese nicht zu grosses Gewicht legen möchte, ausgezeichnete con- 
stante Varietät von antarctica zu sein. In den beiden Litteratur- 
übersichten habe ich die Synonymie, wie sie sich nach meinen 
Untersuchungen darstellt, aufgezählt. Ich möchte noch erwähnen, 
dass von Asterias spirabilis mir Originalexemplare E. Perrier’s 
durch Vermittelung des Hamburger Museums zur Verfügung 
standen. Sie sind zweifellos mit antarctica Ltk. identisch, wie 
auch Perrier’s Abbildung (l. c. Taf. 1. F. 3.) beweist, die einen 
Seestern darstellt, bei welchem die „Mellenrummene“ zwischen den 
Stacheln „ere overströede med en Mangfoldighed of smaae Pedi- 
cellarier, der dog ikke ordne sig i Kredse om Piggene.“ 


21. Asterias (Sporasterias) antaretica Ltk. var. rupicola Verrill 
(Taf. VI. Fig. 4.) 


1876 Asterias rupicola Verrill, Bull. U. St. National Mus. 3 p. 71/72. 

1876 Asterias rupicola Th. Stud., Monatsber. Akad. Berlin p. 457. 

1879 Asterias rupicola Htt, Trans. N. Zeal. Inst. X 1878 p. 306. 

1879 Asterias rupicola var. laevigata Htt., Ebenda p. 343. 

1881 Asterias rupicola J. Bell, Proc. Zool. Soe. London p. 93 und 496 und 507. 
1834 Asterias rupicola Th. Stud., Abh. Akad. Berlin p.7. 

1889 Asterias rupicola Th. Stud., Gazelle Exp. pag. 144, 164. 

1889 Asterias rupicola S1., Challenger Asteroidea p. 565, 567 u. 826. 

1891 Asterias rupicola E. Perr., Miss. Cap. Horn p. K13. 

1895 Asterias rugispina Lpldt., (part.) Z. wiss. Z. p. 563—577. 


aus Chile uud Feuerland heimgebrachten See-Sterne, 107 


Fundort: Puerto Montt Nov. 93. 

Bemerkungen: „Kleiner Seestern, überall gemein, im Leben 
oben schwarzgrün, unten gelblich.“ 

7 Exemplare in Spiritus. 1 davon getrocknet (cf. Abbildung). 
(Mus. Berol. Echinod. No. 3769.) 

Die Farbangabe stimmt mit der von Studer, Gazelle Aster. u. 
Eur. p. 7, angegebenen: „Die Farbe ist dunkel, fast schwarz auf 
der Oberseite, auf der Unterseite gelblich.“ 

Die Form scheint weit verbreitet zu sein, denn ich kann keinen 
Unterschied finden zwischen den chilenischen Exemplaren und den 
von Hutton gekauften Originalexemplaren von Neu-Seeland (Mus. Berol. 
Echinod. No. 2386) seiner Asterias rupicola Verrill var. laevigata. 

Maasse:, Ha) B= 32, = 11 db) er, 5,5 

= A en u Ber 5 De a 
ıREirTe)8 RED, me, 


22. Ausserdem hat Dr. Plate noch 2 kleine Seesterne von den 
Falkland-Ins. (Port Stanley) mitgebracht, die ich als junge Asterias 
spirabilis J. Bell (?) (Mus. Berol. Echinod. N0.3765) bezeichnet habe. 


Hauptsächlichste Litteratur über die Seesterne des 
chilenischen und magellanischen Gebietes. 


Bell, F. Jeffrey: Echinodermata-in-Account of the Zoologi- 
cal Collections made during the Survey of H.M.S. „Alert“ in the 
Straits of Magellan and on the Coast of Patagonia. — Proc. Zool. 
Soc. London 1881. — p. 87—101. Taf. 8 u. 9. 

Gay, Claudio: Historia fisica y politica de Chile.... Zoologia: 
Tomo VII. — Paris u. Santiago 1854. — 8°. — Equinodermos: 
Orden UI. Estelleridos: I. Asterideas. — pag. 423—427. 

(Diese Bearbeitung soll nach Philippi, Verh. dtsch. wiss. Ver. Santiago 1892 
II p. 246 von Hup& stammen, der auch die Mollusken in diesem Werke be- 
schrieben hat.) 

Leipoldt, Fritz: Asteroidea der „Vettor - Pisani‘‘ - Expedition 
(1882— 1885). — Zeitschr. w. Zool. LIX 4. — Lpze. -—- 1895. — 
pag. 545—654. Taf. 31 u. 32. 

Meyen, F.J.F. Reise um die Erde..... in den Jahren 1830 — 
1832 — Bd. I: Historischer Theil — Berlin — 1834 — 4° — p. 222. 

Müller, Joh. u. Troschel, F. H.: Neue Beiträge zur Kennt- 
niss der Asteriden. — Arch. f. Naturg. 9. Jhrg. 1843. Bd. 1 p.113—131. 

Perrier, Edmond: Etude sur la repartition geographique des 
Asterides — Nouv. Arch. Mus. (2) I. — 1878 — p. 1—107. 

Perrier, Edmond: Mission scientifique du Cap Horn. — Zoo- 
logie Tome VI. — Paris 1891. — 4°. — Echinodermes 1. Stelle- 
rides. — p. K.1—K.198. Taf. 1—13. — 2 Holzschn. 

Philippi, R. Amandus: Verzeichniss chilenischer Echinodermen. 
— Arch. f. Naturg. 1857. 23. Jahrg. Bd. 1 pag. 130—134. 


108 Dr. Maximilian Meissner: Die von Herm Dr. L. Plate ete. 


Philippi, R. Amandus: Beschreibung einiger neuen Seesterne 
aus dem Meere von Chilo&. — Arch. f. Naturg. 1858. 24. Jhrg. Bd. 1. 
p. 264—268. 

Philippi, R. A.: Neue Seesterne aus Chilo&. — Arch. f. Naturg. 
1870. 36. Jhrg. Bd. 1. p. 268—275. 

Sladen, W. Percy: Report on the scientific results of the 
voyage of H. M. S. Challenger. Zoology: Vol. XXX. — Report on 
the Asteroidea collected by H. M. S. Challenger during the years 
1873— 1876. — London 1889. — 4°. — pag. I—-XLII, 1—893, 
Taf. 1—-117; 1 Karte. 

Studer, Theophil: Ueber Echinodermen aus dem antarctischen 
Meere etc. — gesammelt auf der Reise S.M.S. Gazelle um die 
Erde. — Monatsber. Akad. Berlin 1876. — 8°. — p. 452—465. 

Studer, Theophil: Verzeichniss der während der Reise S. M. 
S. Gazelle um die Erde 1874—1876 gesammelten Asteriden und 
Euryaliden.. — Abh. Ak. Wiss. Berlin. — Berlin 1884. — 4°. — 
pag. 1—64, Taf. 1—5. 

Studer, Theophil: Die Forschungsreise S. M. S. Gazelle in den 
Jahren 1874—1876. — II. Theil: Zoologie und Geologie. — Berlin 
1889. 4°. — pag. I-VI. 1—322. Taf. 1—33. 

Verrill, A. E.: Notes on Radiata in the Museum of Yale 
College. 2. On the geographical distribution of the Echinoderms 
of the West Coast of America. — Trans. Connecticut Acad. I. 2. 
1867. — 8°. — p. 523—351. 


Tafelerklärung. 


Die Figuren sind mit Ausnahme von la u. 1b sämmtlich nach trockenen Stücken gefertigt. 


Fig. 1. Polyasterias fernandensis n.sp. (Cometenform — 12 mit sieben 
fast gleichen Armen — 1b 6armig. — Natürl. Grösse; Rückenseite. 

Fig. 2. Coseinasterias platei n. sp. 1 Arm und Scheibe ausgeführt. Der 
obere Theil des Armes von unten. Natürl. Grösse. 

Fig. 3. Asterina calcarata E. Perr. var. selkirki n.v. Rücken- und Bauch- 
seite. Natürl. Grösse. 3& Adambulacralarmatur vergr. 

Fig. 4. Sporasterias antaretica Ltk. var. rupicola Verrill Rücken- und 
Bauchseite. Natürl. Grösse. 

Fig. 5. Odontaster singularis M. T.* Original des Berliner Museums (No. 754) 
Natürl. Grösse. Bauch- und Rückenseite. Die „Zähne“ sind absicht- 
lich etwas grösser und deutlicher gezeichnet. — 5a Drei Bauchplatten 
desselben Exemplars mit den Pedicellarien. Vergrössert. 

Fig. 6. Odontaster singularis M. T. (chilensis M. T.* Original des Berliner 
Museums No. 750). Rücken- und Bauchseite. Natürl. Grösse. Das 
Exemplar ist mit zahlreichen Pedicellarien oben und unten bewehrt. 

Fig. 7. Sporasterias antaretica Ltk. Kleines Exemplar. Rücken- und Bauch- 
seite. Natürl. Grösse. — 7& Armspitze von oben, vergrössert. Man 
sieht die zahllosen Pedicellarien. 7b Armspitze von unten, vergrössert 
um die Uebereinstimmung mit Fig. 4 zu zeigen. 


Ueber das Abdomen der Scolytiden, 


ein Beitrag zur vergleichenden Morphologie 


des Hinterleibes der Coleopteren. 


Von 


Dr. phil. Carl Verhoeff, 
Bonn a. Rh. 


Hierzu Tafel VII, VIII und 4 Textfiguren. 


Vorbemerkungen. 


Prof. C. Lindemann (Moskau) ist wohl der erste gewesen, 
welcher — und zwar in seiner Arbeit „Vergleichend-anatomische Unter- 
suchung über das männliche Begattungsglied der Borkenkäfer* 1875, — 
eine bestimmte Coleopteren-Gruppe auf ihr Abdomen, wenigstens 
teilweise, vergleichend studirt hat. Seine Abhandlung umfasst 57 Seiten, 
5 Tafeln und 6 Textfiguren. Sie behandelt 39 Species aus 13 Gat- 
tungen und zwar Tomiciden, Hylesiniden und Scolytiden, 
alle aber nur im männlichen Geschlecht. Neben S. 4 findet sich 
sogar eine phylogenetische Tabelle, worin die Verwandtschafts- 
verhältnisse der Arten und Gattungen durch Kreise und Linien ver- 
anschaulicht sind. 

Obwohl die Arbeit für die damalige Zeit in Bezug auf die genauer 
behandelten Organe im Einzelnen einen sehr sorgfältigen, bisweilen 
sogar überraschend genauen Eindruck macht, so muss sie dennoch — 
wie sie jetzt ist — dem Leser ein „Buch mit sieben Siegeln“ 
bleiben. Das lehren mir einerseits die Aeusserungen von Collegen, 
andererseits die Eindrücke, die ich selbst empfing, als ich die Ab- 
handlung studirte und die Borkenkäfer in natura anatomisch noch nicht 
in Untersuchung genommen hatte. Ferner beweist das eine Arbeit 
C. Escherich’s: „Die biologische Bedeutung der Genitalanhänge 
der Insekten“ Verh. d. zool.-bot. Ges. i. Wien 1892, wo in Fig. 15 
eine Abbildung Lindemann’s wiedergegeben ist und der ent- 
sprechende Typus als ein „unregelmässiger“ bezeichnet wird, womit 
natürlich nichts erklärt ist. Auch eitiren mehrere Forscher (z. B. 


110 Dr. Carl Verhoeff: 


Kolbe) die Lindemann’sche Arbeit, ohne sich jedoch über deren 
Inhalt zu äussern. Schon vor einem Jahre habe ich mich daran 
gemacht die Untersuchungen Lindemann’s nachzuprüfen, um sie 
zu vervollständigen und vor Allem verständlich zu machen. Andere 
Aufgaben zogen mich von diesem Thema ab und erst kürzlich regte 
mich ein Brief Prof. Nüsslin’s (Karlsruhe) an, die Sache zu Ende 
zu führen, wobei ich teilweise noch weiter geschritten bin, als ich 
anfänglich beabsichtigte. — Ich will jetzt gleich vorausschicken, 
dass die besprochene Arbeit Lindemann’s hauptsächlich an zwei 
Mängeln leidet: 


1. hat er nämlich die Abdominalsegmente, deren Studium 
zu einer richtigen Auffassung der Copulationsorgane unumgänglich 
notwendig ist, fast vollständig unberücksichtigt gelassen und mit 
ihnen auch das Atmungssystem, 


2. kümmert er sich so gut wie gar nicht um den Ductus ejacula- 
torius und den Praeputialsack, desgleichen nicht um die Genital- 
haut. — 

Eine Berücksichtigung der 2 Thiere würde auch förderlich ge- 
wesen sein. — Schon der im Titel gewählte Ausdruck „männliches 
Begattungsglied“ ist höchst unglücklich, daL. einerseits sich nicht 
auf dieses allein beschränkt, andererseits aber auch nirgends eine 
Definition desselben gegeben hat. Auch kann jener Ausdruck sich 
doch nur auf ein einheitliches Organ beziehen, nicht aber auf 
ein Conglomerat von Organen, wie es hier vorliegt. 


Die Arbeit Lindemanns ist in der That, wie die Ueberschrift sagt, 
eine vergleichend-morphologische, aber sie leidet, ausser den schon 
genannten Mängeln, auch noch daran, dass sie sich auf keinerlei 
andere Insekten- oder Coleopteren-Gruppen bezieht, sie schwebt 
vergl.-morphol. in der Luft und ist zwar ein Beitrag zur vergl. 
Morphologie der Borkenkäfer, nicht aber der Käfer im Allgemeinen, 
denn die Begriffe: „Endplatten“, „Anker“, „Körper“, 
„Gabel“, „Seitenplatten“ etc. sind hinsichtlich ihrer Be- 
ziehungen zu den allgemeinen Organisationsverhältnissen 
des Coleopteren-Abdomens unerklärt geblieben. Es mögen 
hier zwei allgemeine Sätze angegeben werden, welche L. aus seinen 
Untersuchungen gezogen hat und auf S. 3 vorausschickt: 


„l. Das Copulationsorgan der Scolytiden besteht aus mehreren 
Stücken, welche von sehr verschiedenem morphologischen Werthe 
sind. Ich trenne diese Stücke in zwei Gruppen. Die Stücke der 
einen Art nenne ich primäre, sie sind sehr constant bei den Formen 
unserer Familie. Die Stücke der zweiten Art nenne ich accessorische 
und die ganze Masse derselben benenne ich Aufsatz. Diese 
accessorischen Stücke sind sowohl ihrer Gestalt als auch ihrer 
Zahl nach sehr verschieden. Die primären Stücke sind wahrschein- 
lich metamorphosirte Theile einiger Abdominalsegmente, die accessori- 
schen Stücke sind wahrscheinlich Cuticularbildungen, entstanden in 
der Cuticula des Ductus ejaculatorius, 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. al 


2. Das Begattungsglied der Borkenkäfer (und zwar der Aufsatz 
des Organes) ist ein Gebilde von sehr grosser Variabilität. Im 
Bereiche dieser Familie finden sich mehrere Typen in seiner Zu- 
sammensetzung. Selbst im Bereiche eines kleinen Genus (wie z. B. 
Scolytus oder Hylastes) finden sich einige nicht unbeträchtliche 
Differenzen in der Bildung seines Aufsatzes.* — 

Lindemann gründet also seine Unterscheidung von „pri- 
mären“ und „accessorischen* Stücken lediglich auf die 
Constanz im Vorkommen, nicht aber auf ihre morpho- 
logische Lage und Natur und giebt über letztere nur eine 
„wahrscheinliche“ Ansicht ab. 


* x 
* 


Im Folgenden will ich nun eine Auseinandersetzung der Morpho- 
logie des ganzen Abdomens der Borkenkäfer geben, wobei 
ich mich, ausser Dendroctonus micans, auf 2 allgemein in Deutsch- 
land leicht erhältliche Formen, nämlich Hylurgus piniperda und 
Hylesinus fraxini (alle drei auch von L. behandelt) beschränken 
kann, denn meine Aufgabe besteht ja in erster Linie darin, einer- 
seits Lindemann im Allgemeinen zu ergänzen und einen 
Schlüssel zum Verständniss seiner im Einzelnen (zum Theil 
wenigstens) dauernd werthvollen Arbeit zu liefern, andererseits 
zu zeigen, dass die Borkenkäfer in das Gebäude der vergl. 
Hinterleibsanatomie der Coleopteren auf's Schönste und 
Klarste sich einfügen. — 


Hylesinus fraxini. 


ö — Ein einziger Blick auf die Abdominalsegmente zeigt, dass 
man es nicht mit einer Form zu thun hat, welche den niederen 
Coleopteren-Gruppen angehört. 

Ausser der 1. fehlt noch die 2. V.!) bis auf Reste, die nur sehr 
undeutlich von der 3. V. abgegrenzt sind. Der dreieckige, vorn 
abgerundete, also schmale Processus ventralis ist wenig länger als 
die übrige 3. V. Jederseits hinter seinem Vorderende geht nach 
aussen in dem braungelben, von hinten nach vorne immer heller 
und dünner werdenden Ventralphragma eine scharfbegrenzte, feine 
gelbliche Linie ab, welche an den ephragmatischen Theil der 3. V. 
etwas hinter deren seitlicher Vorderecke stösst und dort aufhört. 
Diese Linie ist die Trennungslinie der 2. und 3. V. Da aber vor 
ihr nur ein schmaler, strukturloser Streifen liegt, so kann man 
sagen die 2. V. fehlt, oder ist wenigstens äusserst rudimentär. 

Die-3. und 4. V. sind so dick und so stark pigmentirt, dass 
ich ihre Struktur und Ausrüstung gar nicht hätte sehen können, 


!) Vergl. die Abkürzungen der Tafelerklärung, welche z. Th. auch im 
Texte gelten. 


112 Dr. Carl Verhoeff: 


wenn ich nicht durch folgende Beobachtung zum Ziele gelangt 
wäre: Wenn man die dickeren Ventralplatten besonders stark 
unter Kochen macerirt, so lösen sie sich schliesslich (insbesondere 
ist das leicht bei der 3. und 4. zu sehen) in 2 Blätter auf, von 
denen das äussere schön chitingelb und durchsichtig ist, das innere 
schwarzbraun und sehr wenig durchsichtige. An ersterem (das 
sich übrigens mit besonderer Deutlichkeit nur so weit erstreckt, 
als der phragmatische Theil reicht, oder doch nur ganz 
wenig darüber hinaus) kann man nun leicht die zahlreichen Tast- 
borsten wahrnehmen, zwischen denen die zellige Struktur recht 
deutlich, aber unvollständig ist. Häutungshaare fehlen auf den 
Ventralplatten, was ich ja schon für viele Coleopteren nachgewiesen 
habe. Die Tastborsten der 3. V. reichen bis zur Spitze des Pro- 
cessus herauf und haben hier wie auf den folgenden Ventralplatten 
eine sehr auffallende Gestaltung. Viele sind allerdings normal, 
andere aber spalten sich von der Basis an in mehrere divergirende 
Grannen, so dass ein Büschel von 3, 4, 5 und noch mehr Spiessen 
entsteht. Andere, namentlich an den hinteren V., sind zwar ein- 
strahlig, besitzen aber viele Nebenästchen und wenn diese kürzer 
und mehr stachlich sind, erinnern sie an die Integumentalanhänge 
von Polyxenus unter den Diplopoden. Die 3.—7. V. bilden zu- 
sammen ein hinten abgerundetes Ventralbecken. Diese Platten 
sind alle scharf gegen einander abgesetzt, doch nimmt ihre Be- 
weglichkeit gegen einander von hinten nach vorn ab. Die 3. und 
4. V. sind etwas an einander geschweisst, aber doch sehr scharf ab- 
gesetzt und noch etwas gegen einander beweglich, wie auch die 
Longitudinalmuskeln lehren, welche noch über die 3. V. weg- 
ziehen und sich vorne an den Hinterrand der phragmatischen 
Mulden anheften. Die 5., 6. und 7. V. sind durch Zwischenstreifen 
von einander abgesetzt, aber diese Streifen selbst sind schon so 
kräftig, dass sie wie Complementärstreifen erscheinen. Mit der 7. V. 
scheint der Hinterleib schon abzuschliessen. 

Dass die Dorsalplatten, namentlich die vorderen, recht zart 
seien, konnte schon wegen der Dicke der Ventralplatten erwartet 
werden. Vorne am Rücken findet sich sogar eine von vorn nach 
hinten sıch verschmälernde, im Bereich der 1.—3. D. liegende, 
glashelle Stelle, welche diese drei D. in je 2 laterale, bräunliche 
Stücke zerlegt. Die Dorsalplatten sind alle graubräunlich, wobei 
die hinteren allmählig an Stärke und dunklerer Färbung zunehmen. 
Die 6., 7., 8. D. sind mehr gelbbraun, die 8. ist am kräftigsten 
chitinisirt. Naturgemäss nehmen die D. von vorne nach hinten an 
Breite ab, die 8. D. ist nur noch doppelt so breit als lang. Sie 
besitzt vorne an der Ecke kurze, abgerundete Fortsatzläppchen, 
etwas grössere kommen an der 7. vor. Sehr deutlich kann man 
an den D. die Bedeutung der Tastborsten als solcher beobachten. 
Sie fehlen nämlich auf den völlig unter den Alae liegenden 1. bis 
6.D., beginnen an der 7., welche hinten von den Alae nicht 
mehr bedeckt wird, indem sie in deren hinterer Hälfte schon 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 113 


ziemlich zahlreich sind, und stehen auf der 8. D. so dicht und 
zahlreich wie kaum irgendwo auf den V. Bei der Copula 
wird die 8. D. völlig sichtbar. Die Tastborsten auf der 7. D und der 
vorderen Hälfte der 8. sind wieder in strahlige Büschel gespalten, 
die der hinteren Hälfte der letzteren sind einfach, am Ende zum 
Theil mit feinen Grannen. Die strahligen Tastborsten theilen sich 
nicht alle direkt von der Basis an, vielmehr verbreitern sich manche 
zu einem dreieckigen Plättchen und erst von diesem strahlen die 
Grannen aus. Drüsenporen und Häutungshaare, welche den Ventral- 
platten fehlen, finden sich auf fast allen Dorsalplatten. Auf der 
1.—7. D. findet man die Drüsenporen der Quere nach sehr zerstreut 
als braune kleine Ringe mit hellem Kern. In den Gegenden, welche 
Tastborsten tragen, stehen die Dpo.!) in der Regel an deren Basis, 
was ich schon von vielen Coleopteren mitgetheilt habe. Alle D. 
sind durch glasige, strukturlose Zwischenhäute getrennt. Hh. 
finden sich reichlich an der 1.—7.D., fehlen aber an der 8. bis 
auf einen schmalen Saum an deren Vorderrand. An der 2.—5.D. 
bilden die Hh. einen von vorne nach hinten auf diesen Platten an 
Stärke zunehmenden Hinterrandssaum. Die ganze hintere Hälfte 
der 6. D. ist dicht von Hh. besetzt, während diese an der 7. sich 
umgekehrt nur in der Vorderhälfte befinden und zwar jederseits 
ein ungefähr dreieckiges Haarfeld bilden. Die mit Hh. besetzten 
Stellen der D. sind immer dünner und heller als die übrigen, auf 
denen sie fehlen oder nur spärlich vorhanden sind. Die Spitzen 
der Hh. sind meist nach hinten gerichtet, seitlich aber auf der 
3., 4., 5. und 6.D. schräg nach aussen und vorn, in den Haar- 
feldern der 7. D. direkt nach aussen. Man kann an der 4.--6. D. 
eine ganz bestimmte Linie finden, wo sich die Hh. verschiedener 
Richtung der Spitzen scheiden. Alle die nach vorn und aussen 
stehenden Hh. fallen unter den Begriff der Haarfelder, wenn sie 
auch auf der 7. D. allein besonders deutlich ausgeprägt sind. 
Ueber die Bedeutung der Haarfelder, insbesondere für die 
Zusammenfaltung der Alae, habe ich bereits früher gesprochen, 
ich verweise z. B. auf S. 56 und 57 meiner Arbeit über „Beiträge 
zur vergleich. Morphologie des Abdomens der Coceinelliden* ?) und 
erinnere hier nur an die Thatsache, dass unsere Borkenkäfer, zum 
Schrecken der Forstbeamten, fast immer vortreffliche Flieger sind. 

Die Pleurenhäute verhalten sich auch hier wieder in sofern 
abweichend von den Zwischenhäuten, als sie dicht mit nach hinten 
gerichteten, spitzen Hh. besetzt sind, übrigens annähernd glashell. 
In ihrem oberen Gebiet finden sich auch einige zerstreute Dpo. 
Die Pleurenhäute reichen bis gegen das Ende des7T. Abdo- 
minalsegmentes. Nach hinten nimmt die Zahl der Hh. noch 
bedeutend zu, sodass sie besonders in den Pleuren des 6. und 
7. Segmentes äusserst gedrängt stehen. Pleurenplatten fehlen. 


1!) Dpo. = Drüsenporen, Tb. — Tastborsten, Hh. = Häutungshaare. 
2) Archiv für Naturgeschichte, Berlin 1895. 
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd.I. H.2. 8 


114 Dr. Carl Verhoeff: 


Die Stigmen liegen mitten in den Pleurenhäuten. In 
ihrer Umgebung ist nur ein kleiner, heller Hof von Hh. frei. Ihre 
Mündung wird durch ein wulstiges, gelbbraunes Peritrema um- 
rahmt und ist von länglicher Form. Es giebt sechs Stigmen- 
paare, am 1.—6. Abdom.-Segment. Die Stigmen des 1. A.-Segm. 
sind bei weitem am grössten, von 4—6fachem Längsdurchmesser 
der 2.—5. St. Das 2.—5. Stigma sind von ungefähr gleicher Grösse, 
das 6. ist ein Zwergstigma (cf. Fig. 5). Seine Oeffnung ist kaum 
so weit als die Basis eines der benachbarten Hh. Manchmal hat 
es aber gar keine Oefinung und ist nur noch durch ein Chitin- 
knötchen angedeutet (Variation!). Einen Verschlussbügel bemerke ich 
nicht. An den anderen5St.-Paaren sind deutlich 2 Verschlussbügel aus- 
gebildet, ähnlich denen in Fig. 11, der nach den Ventralplatten zu 
gelegene ist der kräftigere. Die Stigmenhöhlenwände sind mit 
einfachen Hh. mässig dicht besetzt, am deutlichsten noch am 
1. Stigma, schwach bei den folgenden, gar nicht am 6. — Die 
Stigmen werden jederseits durch zwei, laterale, Haupt-Tracheen- 
längsstämme verbunden, welche recht zart und dünner sind als bei 
den folgenden Formen. Am 7. Segment habe ich keine deutlichen 
Rudimente von Stigmen beobachtet. 

Bisher war von acht Dorsal- und sieben Ventralplatten die . 
Rede. 

Eine genauere Untersuchung des Abdominalendes lehrt Fol- 
gendes: (cf. Fig. 1.) 

Die 9. und 10.D. fehlen vollständig, ebenso die 9. und 
10. V. Der Enddarm mündet vielmehr unter der 8.D. Mit dieser 
ist durch ein Band die kleine 8. V. in der Basalgegend der Fort- 
sätze (p) verbunden. Sie ist ein schmaler, am Hinterrande reich- 
lich mit typischen, einfachen Tb. besetzter Querstreifen. Mit dem 
8. Segment sind durch die zarte, strukturlose Genitalhaut die im 
Innern der Hinterhälfte des Abdomens liegenden, eingestülpten 
Copulationsorgane verbunden. (Fig. 1.) Ausserdem wird ein 
langes, etwas gebogenes, stabartiges Gebilde bemerkbar, das des- 
halb, weil es sich ausserhalb der Genitalhautröhre be- 
findet, nicht zu den Copulationsorganen gehören kann, vielmehr ein 
Endoskelettstück der Segmente vorstellt (s. g. Fig. A und B!) 
und auf den Tafeln. Aus Fig. A, welche die Seitenansicht des 
Copulationsapparates vorstellt, ergiebt sich, dass der gekrümmte, 
asymmetrische Stab rechts von demselben lagert. Er theilt sich 
am Hinterende in 2 Arme, einen kürzeren x, welcher lateral liegt, 
und einen ventralen, längeren y. Das Hauptende y liegt 
gerade hinter der 8. V. und ist nur durch strukturlose Haut mit 
ihr verbunden. Der Stab selbst ist von gelblicher Chitinfarbe, im 
Innern etwas dunkler. Die geschilderte Lage des Stabes lehrt, dass 
wir es mit einem Spiculum, d.h. einem von einer Ventral- 


!) Diese 2 Textfiguren beziehen sich auf Hylurgus piniperda, können 
aber im Wesentlichen auch für Hylesinus gelten. 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 115 


platte aus entstandenen Endoskelettstück zu thun haben. In vielen 
anderen Untersuchungen habe ich schon gezeigt, dass ein Spiculum 
immer entweder von der 8. oder 9. V. aus entsteht, einerlei ob es 
ein echtes oder falsches ist. Auch hier kann es sich nur um 
diese beiden Platten handeln. Dass nun ein Spiculum gastrale, 
d.h. ein von der 9. V. aus entstandener Endoskelettstab vorliegt, 
beweist: 

1. die Trennung desselben von der 8. V., 

2. der Satz, dass d Coleopteren ein Spiculum ventrale (zur 
8. V.)nur dann besitzen, wenn sie gleichzeitig auch entweder ein 
Spiculum gastrale (zur9.V.), einerlei ob echt oder falsch, oder einen 
dorsalen oder ventralen Bogen am Genitalsegment aufweisen. (Diesen 
Satz gründe ich auf meine gesammten bezüglichen Beobachtungen.) 
Da jene Bedingungen hier nicht zutreffen, so zeigt auch Punkt 2, 
dass es sich nur um ein Spiculum gastrale handeln kann, wobei 
die Gabelung des Hinterendes ein Hinweis darauf ist, dass ein 
falsches Sp. gastr. vorliegt, d.h. ein von den Seitenecken und 
nicht von der Mitte der ursprünglichen 9. V. aus entstandenes Ge- 
bilde. Wenn also auch die 9. V. als solche völlig erloschen 
ist, so blieb doch ein sehr stark entwickeltes, von ihr 
aus entstandenes Endoskelettstück übrig. 

Der Copulationsapparat besteht nun, wenn man zunächst 
von besonderen Differencirungen absieht, aus zwei Haupttheilen, 
nämlich: 

1. einem unpaaren, cylindrischen, am Ende zugerundeten, 
in der eingestülpten Genitalhautröhre liegenden und in seiner Axe 
den Samenausfuhrkanal aufnehmenden Gebilde, in welchem man 
somit den Penis erkennen muss (P), 

2. einem Ringe, der die Vordergrenze der eingestülpten 
Genitalhautröhre bildet, als ein flacher Wulst ins Körperinnere 
vorspringt (wie später zu erörternde Muskeln lehren), und von mir 
im Anschluss an Lindemann als Gabel bezeichnet wird, aus 
Gründen, die sich ebenfalls später von selbst ergeben (e. G.). 

Die Gabel ist ein gelblicher, bis gelbbrauner, in der ventralen 
Mediane zu einem schwachen Knoten (Zäpfchen) verdickter, in der 
dorsalen Mediane geschlossener, ziemlich senkrechter Ring von 
geringer Breite und ohne sonstige Auszeichnung. Er umgiebt 
vorne den Penis, von welchem er durch eine häutige Strecke ge- 
trennt ist. 

Vom Penis sei zunächst die äussere Einrichtung besprochen. 
Als etwas besonders Auffallendes sind zwei nach vorne verlaufende 
endoskelettale Stäbe zu nennen. Dieselben entspringen ventral- 
wärts (cf. Fig. A) am Vorderende des P. und ragen noch um etwas 
mehr als die eigene Länge desselben nach vorne in die Bauchhöhle 
hinein (Fig 1 und 2). Sie biegen sich anfänglich ein wenig nach 
innen, dann gerade nach vorn und schliesslich wieder etwas nach 
innen, wobei sie sich von der Basis gegen das Ende allmählig ver- 
dicken. Vorne sind sie abgerundet. Sie sind strukturlos und gelb- 


8* 


116 Dr. Carl Verhoeff: 


bis graubraun. Ihre Basen liegen nicht ganz um die Breite des P. 
auseinander. An macerirten Praeparaten neigen die Vorderenden 
dazu, sich zu kreuzen (Fig. 1 und 2). An nicht macerirten Praep. 


Fig. A und B: Hylurguspiniperda, etwas schematisch. 


& 8.9. 


2. 5. g. 


ist das nicht der Fall (Fig. 6 und 7), hier werden sie vielmehr 
durch Muskulatur auseinander gehalten. Homodyname Bildungen habe 
ich bei nicht wenigen anderen Coleopteren bereits in früheren Ar- 
beiten nachgewiesen und nenne auch diese (wie jene) Femora 
Penis, Schenkel des P. — 

Die Wandung des Penis, soweit sie plattenartig verdickt ist, 
hat eine gelbliche Farbe und ist durchsichtig. In dieser kräftigeren 
Weise ausgebildet sind insbesondere die Seitenwände und die ventrale 
Gegend am Hinterende. Die Dorsalseite nehmen die plattenartigen 
Wände nicht vollständig ein, lassen vielmehr (Fig. 2) eine mittlere 
Längsrinne frei, welche sie mit einer scharfen Kante begrenzen, 
indem sie sich hier nach innen umschlagen und in eine zarte Haut 
übergehen. Die dorsalen Kanten divergiren vorne plötzlich, sind 
in der Mitte am meisten genähert und divergiren nach hinten ganz 
allmählig, bis sie mit spitzem Winkel in den Hinterrand einmünden. 
(Bei @ und ß der Fig. 2.) Auf die Ventralseite greifen die platten- 
artigen Wände weniger über (auch befindet sich daselbst keine 
Rinne), vielmehr gehen sie ganz allmählig in die hyaline Haut 
dieser Unterfläche über. Am kräftigsten gebildet ist noch das 
Hinterende. Hier bemerkt man auch zahlreiche Dpo., welche 
(namentlich die hinteren) grösstentheils von einem Ringe umwallt 
sind. Zerstreut stehende und nicht umwallte Dpo. finden sich auf 
der Hinterhälfte der Seitenwände. (Vielleicht sind aber die um- 
wallten Poren Sinnesgrübchen.) In der Rinne an der Dorsal- 
seite trifft man noch auf zwei in der hinteren Region gelegene, 
grösstentheils recht scharf begrenzte, gelbliche Platten, welche sich 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 117 


in der Mitte z. T. überdecken, und zwar sah ich meist, dass die linke 
vorne über die rechte hinweggriff (Ep Fig. 2). (Aber auch das 
Gegentheil kommt vor.) Diese Platten, welche ich (Lindemann 
folgend) als Endplatten bezeichne, sind strukturlos. Sie lassen 
hinten nur ein kleines, ungefähr dreieckiges Feld unbedeckt. Ihr 
Hinter- und Innenrand ist scharf ausgeprägt, vorne und aussen 
gehen sie allmählig in hyaline Haut über und an den Punkten « 
und # (der Fig. 2) sind sie fest an den P. angeheftet. 

Der Ductus ejaculatorius ist an macerirten Praeparaten als 
ein sehr zartes, hyalines Röhrchen nur auf eine kurze Strecke, 
kaum bis zum Vorderende der Femora, zu verfolgen. Er tritt, 
nachdem er ein complicirtes Gebilde, das ich (mit Lindemann) als 
Anker oder Ankergestell bezeichne, durchsetzt hat, in einen 
häutigen Sack ein, den ich schon bei vielen Coleopteren be- 
schrieben und als Praeputialsack bezeichnet habe. Die Wand 
des Praeputialsackes (Pr. Fig. 2 und 3) ist hyalin, aber reich mit 
feinen, spitzen Stachelgebilden besetzt, aus der Kategorie der Hh. 
Die grösseren derselben haben einfache Borstengestalt, die kleineren 
stehen kammartig zu mehreren (2, 3, 4) neben einander, beide 
Sorten aber sind lokal getrennt. 

Der Praeputialsack schliesst sich hinten an die Endplatten 
an und mündet zwischen denselben. Durch den die Vorstülpung 
des Praeputialsackes bewirkenden Leibesflüssigkeitsdruck 
werden auch die Endplatten auseinandergetrieben. Sie 
bewegen sich dann, die linke vom Punkt «, die rechte vom Punkt ß 
(Fig. 2) sich drehend, zunächst gegen einander, dann auseinander, 
so dass sie schliesslich wie eine Fortsetzung des übrigen Penis er- 
scheinen und zwischen sich dem sich weiter ausstülpenden Prae- 
putialsack Raum gewähren. Sie dürften sich etwa um einen 
Rechten (90°) drehen, wobei offenbar der ganze P. dorsalwärts 
aufgetrieben wird. — Die Endplatten sind morphologisch Diffe- 
rencirungen der dorsalen Peniswand. Die Stachelchen des 
Praeputialsackes kann man durch Penis und Endplatten hindurch- 
schimmern sehen. 

Der Anker ist eine am Vorderende des Praeputialsackes um 
die Eintrittsstelle des Ductus ej. herum entstandene Bildung, welche, 
wie die noch weiter zu erörternden Muskeln lehren, theilweise zu 
deren fester Anheftung bestimmt sind. Er ist strukturlos und von 
gelblicher bis gelbbrauner Färbung, hat also den Charakter eines 
Endoskelettgebildes.. An diesem unterscheide ich 

1. den Mittelknoten (b Fig. 3), 
2. die Arme («, ß, y Fig. 3), 
3. die Axenrinne (Virgabildung) (R, r Fig. 3). 

Der Mittelknoten ist die Stütze und der Vereinigungspunkt 
für Arme und Axenrinne. Er wird vom Ductus ej. durchsetzt 
und dessen Fortsetzung ist eben die Axenrinne, welche zwischen 
den Armen emporsteht.e. Die Axenrinne (R Fig. 3) ist ein nach 
hinten ragender Knotenfortsatz, in dem der Samenausfuhrweg 


118 Dr. Carl Verhoeff: 


verläuft und rinnenartig mündet. Der Mittelknoten hat die 
eigentliche Veranlassung zu dem Namen Anker gegeben, da er 
(Fig. 3, b) thatsächlich in seiner Form an einen solchen erinnert. 
Die dorsalen Arme («) sind die grössten. Sie hängen auf breiter 
Basis mit dem Mittelknoten zusammen, schwingen sich nach aussen 
und richten sich mit den Enden wieder zangenartig gegen einander. 
Die ventralen Arme (ß) sind die kleinsten und bilden ziemlich 
gerade Fortsätze der Ankerhaken des Mittelknotens, sie sind auch 
erheblich kürzer als die dorsalen. Die lateralen Arme (y) sind 
von ähnlich einfacher Gestalt wie die ventralen, etwas kräftiger als 
diese und wenig kürzer als die dorsalen. Sie gehen aber nicht wie 
die vorigen direkt in die Masse des Mittelknotens über, sind viel- 
mehr durch ein etwas mehr häutiges Stückchen (c) davon abgesetzt. 
Dieses fast häutige, graugelbliche Zwischenstückchen ist auch noch 
dadurch ausgezeichnet, dass es einen feinen, etwas gebogenen 
Stachel (d) distalwärts entsendet. 

Das Ankergestell setzt sich direkt in die Haut des Praeputial- 
sackes (Pr.) fort. 

Zu seinem morphologischen Verständniss können als interessante 
Vergleichsobjekte die Erotyloidea herangezogen werden, über 
welche ich 1895, im Archiv für Naturgeschichte, Mittheilungen ge- 
macht habe.) Man nehme z. B. die auf Dacne (Engis) hu- 
meralis bezügliche Figur 26 vor. Hier haben wir die schönste 
Vorstufe zu dem Anker-Gestell von Hylesinus. Der 
Knoten k ist für die Retractoren bestimmt und entspricht 
dem Mittelknoten von Hylesinus. Dessen Axenrinne ist nichts 
anderes als eine schwache Virgabildung. 

Die Differenzirung des Praeputialsackes schritt aber bei den 
Erotyloidea besonders an der Virga weiter, während sie bei den 
Scolytiden hauptsächlich den Knoten betrifft, indem dieser Fortsätze 
trieb, welche mannigfaltige Ausbildungen erfuhren. Thatsächlich dient, 
wie noch weiter erörtert werden soll, das Ankergestell der Scoly- 
tiden auch für den Ansatz von Praeputialsackretractoren, also genau 
wie bei jenen Formen. 

Man kann das Ankergestell nicht unpassend mit einer Blume 
vergleichen, wobei der Mittelknoten den Kelch, die Arme die Blumen- 
blätter und die Axenrinne den Stempel vorstellen. — Dass ihm, 
ausser der schon angegebenen Funktion, auch eine sekundäre zu- 
kommt, ergiebt sich aus den Mittheilungen bei Hylurgus. Die 
beiden Stachel legen aber auch hier schon die Annahme nahe, dass 
das Ankergestell durch seine Armenden auch eine Reizung auf 
die Bursa cop. des 2 bewirke. Die Annahme, dass es als Schutz 
für die schwache Virgabildung dienen solle, wird schon durch die 
Vorkommnisse bei Erotyliden genügend widerlegt. 

Schliesslich muss die Frage beantwortet werden, welche 


!) Vergleich.-morpholog. Untersuchungen über d. Abdomen der Endomy- 
chiden, Erotyliden und Languriiden etc, 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 119 


morphologische Bedeutung der Gabel zukommt. Ich habe 
bisher kein Wort über die Parameren fallen lassen und muss jetzt den 
wichtigen Umstand hervorheben, dass Parameren fast vollständig 
fehlen. Die Gabelnämlich ist aus den letzten Resten früher 
dagewesener Parameren entstanden, denn einmal befindet 
‚sie sich an den Stellen, von welchen aus sich Parameren aus- 
stülpen müssten, sodann wird es durch folgende vergleichende Be- 
trachtung klar: Man vergegenwärtige sich den Bau der Parameren 
der Erotyloiden, den ich in der oben citirten Arbeit über Endo- 
mychiden etc. auseinandergesetzt habe (cf. dort Fig. 25 und 27). 
Es handelt sich dabei um stylusartige Paramerenendtheile 
und eine Basalplattenmulde. Letztere ist in mehrere paarige 
Theile differencir. Das vorderste Paar, die endoskelettalen 
Arme (a), ist der hier in Rede stehenden Gabel vollkommen 
homodynam. Schon Dacne zeigt etwas reducirtere Parameren 
als die Erotyliden. Stellen wir uns nun vor, dass die Reduction 
derselben vom Ende gegen die Basis weiter und immer weiter vor 
sich geht, so bleiben schliesslich nur noch die endoskelettalen Arme 
übrig und wenn die Enden derselben dann in der ventralen 
Mediane zu einem Knoten verwachsen, so haben wir ein 
mit der Gabel der Scolytiden übereinstimmendes Gebilde. 
Das Klaffen der Arme in der dorsalen Mediane ist schon deshalb 
ohne Bedeutung, weil dasselbe auch bei vielen Scotyliden vorkommt, 
wie noch weiter durch ein Beispiel gezeigt wird. 


Die Gabel der Scolytiden’und die Arme der Eroty- 
liden sind homodyname Gebilde. 


Für homolog halte ich sie deshalb nicht, weil beide Familien 
trotz bedeutsamer Uebereinstimmungen in anderen Organi- 
sationsverhältnissen zu weit auseinander gehen. Insbesondere muss 
daran erinnert werden, dass die Erotyloidea eine Trabes be- 
sitzen, die Scolytiden dagegen Femora Penis. — Gabel und 
Arme sind daher gleiche, aber unabhängig von einander ent- 


standene Gebilde. — 


2 — Die sechs ersten Abdominalsegmente und die 7. V. stimmen 
in Gestalt, Struktur und Ausrüstung mit denen des & überein. 
Anders steht es mit der 7. D. und dem 8. Segment. 


Während die 7.D. des 4 mehr als 3mal breiter als lang ist, 
in der Hinterhälfte nur spärlich beborstet und an den Vorderecken 
mit starken Lappen versehen, ist diejenige des 2 kaum 11/;mal 
breiter als lang, fast dreieckig, in ihrer starken Beborstung der 
8. D. des 5 sehr ähnlich und an den Vorderecken mit kurzen 
Lappen versehen. Die beiden Haarfelder mit nach aussen ge- 
richteten Hh. besitzt sie aber trotzdem noch. Da die 8. D. des 2 
ganz bedeutend schmäler ist (cf. Fig. 4) als diejenige des S (sie ist 
allerdings in Fig. 4 erheblich stärker vergrössert dargestellt als die 
8. D. des S in Fig. 1!), so kann man sagen, die äusserliche, dorsale 


120 Dr. Carl Verhoeff: 


Hinterleibsabschlussplatte, das Pygidium, ist nur bei dem & ein 
solches, bei dem £ ein Pseudopygidium.') 

Früher habe ich das Pygidium als „die letzte (und zwar 8.) 
von aussen deutlich sichtbare Dorsalplatte“ definirt. Hierfür führe 
ich jetzt den Namen äusseres Pygidium und für die entsprechende 
7. Dorsalplatte den Namen äusseres Pseudopygidium ein, zum 
Unterschiede von innerem oder bedecktem Pygidium und be- 
decktem Pseudopygidium. Letztere Fälle nämlich liegen hier 
bei Scolytiden vor. Die Elytren reichen bekanntermaassen, indem 
sie die Seiten und das Ende des Abdomens umfassen und hinten 
in einer Wölbung (von je nach den einzelnen Formen verschiedener 
Weise) abfallen, mit ihrem Hinterende bis dicht hinter den Hinter- 
rand der 7. Ventralplatte, Esliegen also alle Dorsalplatten ver- 
deckt. Ich verstehe aber unter dem bedeckten Pygidium eine 
solche 8. Dorsalpl., welche, nach Abtragung der Elytren, 
die letzte äusserlich sichtbare, grössere Platte darstellt 
und (was immer der Fall ist) durch besondere Ausrüstung, nament- 
lich mit Tastborsten, von den übrigen (besonders der 1. bis 6. D.) 
absticht. — Häufig ist dieses verdeckte Pygidium überhaupt letzte D. 
(wie bei Scolytiden). Kommen noch 9. oder auch 9. und 10. D. vor, 
so kann von einem Pygidium oder bedeckten Pygidium nur 
dann die Rede sein, wenn diese Platten äusserlich höchstens mit 
dem Endrande sichtbar sind. Es ist klar, dass es in dieser Hin- 
sicht Uebergänge geben kann. 

Die 8. D. des 2 ist ungefähr halbkreisförmig gestaltet, nur 
hinten gelblich und stärker verdickt, dort auch reichlich mit ein- 
fachen T'b. und mit wenigen Dpo. versehen. Die Vorderecken sind 
in kleine Zäpfchen (Z Fig. 4) ausgezogen. Die 8. V. des 2 ist un- 
gefähr ebenso schwach wie die des d. In der Mitte ist sie schmal 
häutig, daher in 2 Theile abgesetzt, im Ganzen fast halbkreisförmig, 
vor dem Hinterrande mit einfachen Tb., weiter vorne mit Dpo. 
versehen. Sie lagert für gewöhnlich ganz im Schutze der kräf- 
tigen 7.V. 

Die 9. V. mit ihren Styli fehlt vollständg, ebenso die 
10. D. Von der 9. D. sind noch 2 laterale, sehr schwache, blasse 
und mit wenigen Tb. besetzte Theilhälften erhalten, in denen auch 
einige Dpo. münden (cf. Fig. 4). Das Rectum mündet auch hier 
unter der 8. D. — Es giebt weder ein Spiculum noch einen Bogen. 
Beim £ kommen ebenfalls sechs Stigmenpaare vor, deren letztes (6.) 
wieder Zwergstigmen sind. Obwohl die feine Oeffnung etwas grösser 
ist als beim d, sah ich doch auch bei diesem Geschlecht weder 
einen Verschlussbügel, noch eine deutliche Anschlusstrachee, ich 
gewann vielmehr den Eindruck, dass an das Zwergstigma ein solider 
Strang herantritt. Dann würden dieselben den Charakter von Ru- 
dimenten haben. 


') Cf. S. 134 meiner „vergleich. Untersuch. üb. d. Abdominalsegm. und 
Copulationsorg. d. 5 Coleoptera‘‘, D. E. Zeitschr. Berlin 189, 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 121 


Ueber die Sexualorgane soll bei den anderen Formen Ge- 
naueres mitgetheilt werden, hier sei nur erwähnt, dass das gelb- 
liche Receptaculum seminis bogenförmig gekrümmt, am Ende 
am dicksten aufgeblasen ist, gegen den Ductus Receptaculi zu sich 
ganz allmählich verschmälert und nicht weit von dessen Beginn, an 
der convexen Seite, die starke Anhangdrüse aufnimmt. Die ziemlich 
resistente Wandung zeigt zarte, zellige Struktur. — 


Hylurgus piniperda. 


& — Nur die erste D. ist in der Mitte glashell, sodass jeder- 
seits noch ein kleines, braunes Stückchen erhalten geblieben ist. 
Die 2.—8.D. sind gut ausgebildet, die hinteren (7., 8.) wieder stärker 
chitinisirt als die vorderen. Im Allgemeinen sind die D. lenen des 
Vorigen sehr ähnlich, auch in Bezug auf Ausrüstung, sodass ich 
besonders das Unterschiedliche hervorheben will. Sowohl Dpo. als 
Hh. sind hier noch zahlreicher als bei Hylesinus. Die Dpo. stehen 
oft in Schnüren aneinander gereiht. Von Hh. kann man 3 Kate- 
gorien unterscheiden: 

1. Sehr winzige, welche wimperartig nach hinten zu auf den 
Querlinien stehen, welche als Reste einer zelligen Struktur erhalten 
und besonders an der 1.—4.D. deutlich sind. Auf dem glasigen 
Gebiet der 1. D. stehen sie mehr kammartig und sind grösser. 

2. Die gewöhnlichen, nach hinten gerichteten Hh., welche, 
ausser auf den Pleurenhäuten, auch am Hinterrande der 2.—6. und 
Vorderrande der 7. und 8. D. angetroffen werden. 

3. Die nach aussen gerichteten Hh. der Haarfelder. Diese 
sind von den vorigen um so schärfer geschieden, je mehr die 
Haarfelder isolirt sind, was um so mehr geschieht, je weiter man 
an den D. nach hinten kommt. Andeutungen zu Haarfeldern finden 
sich nämlich schon an der 2.D., auch an der 3., an der 4. aber 
merkwürdigerweise nicht, denn hier stehen alle Hh. nach hinten. 
Auf der 5. D. trifft man dann plötzlich 2 grosse, in der Mitte von 
einander getrennte, grösstentheils scharf begrenzte Haarfelder, 
deren Hh. nach aussen und etwas nach vorn gerichtet sind, ganz 
dem Zwecke entsprechend, die Faltung der Alae zu unterstützen. 
Solche scharf markirten Haarfelder besitzen ausser der 5. noch die 6. 
und 7.D. Bei letzterer sind sie ganz auffallend scharf begrenzt, 
quer von annähernd dreieckiger Form. Tb. giebt es wieder nur 
an der 7. und 8. D., auf der ersteren spärlich, der letzteren reich- 
lich, dieselben sind sämmtlich einfach, unverzweigt. Schwache 
Fortsätze giebt es an den Vorderecken der 6., 7. u. 8. D. 

Pleurenhäute wie bei Hylesinus. In denselben liegen aber sieben 
Stigmenpaare mit rundlichen Oeffnungen und kräftigem Peritrema. 
Das 1. ist wie bei Hylesinus stark vergrössert, das 2. bis 5. an Grösse 
einander gleich, das 6. und 7. von etwa ?/,—?/, Durchmesser dieser 
und 2—3mal geringerem Loch-Durchmesser, aber gleichwohl voll- 
kommen ausgebildet und durchaus funktionsfähig, mit allen 


+22 Dr. Carl Verhoeff: 


wesentlichen Theilen, auch Verschlussbügeln, ausgestattet. Während 
die 6 ersten Stigmen in der Pleurenhaut liegen, befindet sich das 7. 
hart am Seitenrande der 7. D. in einer Ausbuchtung desselben, 
da auch hier die Pleurenhäute im 7. Segment ihr Ende er- 
reichen. 

Die an jedes Stigma anstossenden Tracheenknoten werden 
jederseits durch je zwei laterale Hauptlängsstämme ver- 
bunden (cf. Fig. 11). 

Für die V. gilt in der Hauptsache dasselbe wie bei Hylesinus, 
doch sind auch hier die Tb. durchgehends einfach gestaltet. 

Das Rectum mündet unter der 8. D., da das 9. und 10. Abdominal- 
segment als solche völlig fehlen. Die 8. V. ist noch merklich 
schwächer als bei Hylesinus, das Spiculum gastrale ganz wie 
bei diesem. 

Die Copulationsorgane stehen denen von Hylesinus eben- 
falls sehr nahe. Der Penis stimmt fast völlig mit dem jenes überein, 
nur bemerkt man hinten lateralwärts einige kurze und sehr feine Tb. 
in ihren verhältnissmässig grossen Gruben. Andere Poren durch- 
setzen die Seitenwände überhaupt nicht, am Ende aber stehen sie 
reichlich. 

Die Gabel ist im Uebrigen auch der von Hylesinus gleich, 
entspricht ihrem Namen aber insofern mehr als sie nicht einen 
Ring bildet, sondern dorsalwärts auf ziemlich weiter 
Strecke klafft (ef. Fig. A und B im Texte). Auch die Endplatten 
ähneln denen des Vorigen sehr. Die Intima des Ductus ejaculat. 
fand ich hier etwa 3mal so lang als das Ankergestell. Letzteres 
(ef. Fig. C im Texte) lässt die Uebereinstimmung mit dem von Hy- 

lesinus in den Grundzügen nicht ver- 

Hylurgus piniperda: kennen, zeigt aber doch auch mancherlei 
Ankergestell von unten Abweichungen. Man bemerkt wieder den 
gesehen. Mittelknoten b mit dem mehr hyalinen, 

vom Ductus ej. durchsetzten Vordertheil 

a, die Axenrinne R und die umliegenden 

Arme. 

Die Axenrinne ist von beträchtlicher 
Grösse und am Ende gegabelt (t). Die 
dorsalen Arme («) sind vorne (x) an den 
Knoten nur häutig befestigt, am Ende 
sind sie bürstenartig begrannt (g). Die 
ventralen Arme ($) bleiben an Grösse 
bedeutend hinter den dorsalen zurück und 
lösen sich am Ende in ein mit Spitzchen 
besetztes Häutchen auf, liegen übrigens 

e ganz wie beim Vorigen. Laterale Arme 
fehlen, wenn man nicht etwa als ihre 

Vertreter ein queres, hinten mit feinen 
Spitzchen besetztes Blatt p ansehen will, das sich jederseits 
durch eine Kante f mit den dorsalen Armen verbindet. Seit- 


Q 


AS Bu yrTr 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 125 


wärts geht von ihm auch ein häutiges Band (y) ab, welches eine 
Verbindung mit den Endplatten herstellt. Ferner setzt sich dieses 
Querblatt nach vorne in die Haut des Praeputialsackes fort, 
welcher in Fig. © links (Pr.) stückweise eingezeichnet wurde. 
Er ist grösstentheils mit warzenartigen Spitzchen besetzt, während 
typische Hh. vollständig fehlen. Im eingestülpten Zustande liegt 
er übrigens nicht gleichmässig um das Ankergestell, das in der 
Mitte der Peniswände durchschimmert, sondern er bildet 
ventralwärts noch eine weite Tasche, welche vorne aus dem 
Penis herausragt bis zur halben Länge der Femora und zwischen 
diesen und der Gabel liegt. [Bei Hylesinus habe ich etwas Der- 
artiges nicht beobachtet, vielmehr ragt dort vorne das Anker- 
gestell vor (cf. Fig. 1 und 2), während der Praeputialsack keine 
vordere Tasche bildet.] 

Der Grannenbesatz am Ende der Arme lehrt, dass diese that- 
sächlich auch noch eine Bedeutung für Reizwirkung auf das 2 bei 
der Copula haben müssen. — 

2 — Die sechs ersten Segmente, die 7. V., die Pleurenhäute 
und Stigmen stimmen mit denen des d ganz überein. In Hinsicht 
der 7. und 8. D. gilt wieder Aehnliches wie bei Hylesinus: Während 
beim d die 8. D. ein bedecktes Pygidium darstellt, bildet beim 2 
wieder die 7.D. ein bedecktes Pseudopygidium, beim & ist die 
7. D. doppelt so breit als in der Mitte lang, am Hinterrande un- 
gefähr gerade begrenzt, beim £ 1?/;mal so breit als in der Mitte 
lang, am Hinterrande bogenförmig zugerundet und mit Tb. viel 
reichlicher besetzt, auch sind dieselben z. T. kräftiger als beim d, 
entsprechend den Tb. auf dem Pygidium desselben. 2 Haarfelder 
besitzt die 7.D. des 2 wie die des d. 

Ausdrücklich sei hier erwähnt, dass die zusammengeklappten 
Alae thatsächlich in ihrer Ruhelage so weit reichen als sie 
der geschilderten Bedeutung der Haarfelder gemäss reichen 
müssen, nämlich bis zum Hinterrande des letzten Haar- 
felderpaares. Das gilt für beide Geschlechter, wie auch die Alae 
beider (wenigstens bei Hylurgus) gleiche Grösse besitzen. Die 
Tastborsten der D. nehmen mithin ungefähr den Raum ein, 
welchen die Alae hinten unbedeckt lassen. Und mittelst dieser 
Tastborsten unterrichtet sich das Thier darüber, ob die Alae ge- 
faltet sind oder nicht. — 

Die 7. Stigmen liegen wieder in einer Ausbuchtung des Seiten- 
randes. Die kleine 8. D., unter welcher das Rectum mündet, ist 
wenig mehr als halb so breit wie die 7. Sie ist hinten auch zu- 
gerundet und mit einfachen Tastbosten besetzt, an den Vorderecken 
in kleine Lappen ausgezogen. Von der durchaus rudimentären 
8. V. sind noch zwei weit von einander abgerückte, unter der Vulva 
befindliche, abgerundete und am Ende gebräunte, kleine Kuppen 
übrig, an denen aber weder Tb. noch Hh. noch Dpo. vorkommen, 
nur eine schwache etwas wellige Querstreifung. 

Das 9. und 10. Segment fehlen vollständig. Von den 


124 Dr. Carl Verhoeff: 


Genitalorganen will ich erwähnen, dass das graugelbliche, ziemlich 
festwandige Receptaculum dem von Hylesinus äusserst ähnlich ° 
ist und die Anhangdrüse durch einen wulstigen Ring auch wieder 
an der convexen Seite einmündet, an einer Stelle, welche dem 
Beginn des Ductus Rec. mehr als dem Ende der Blase genähert 
ist. Die zellige Wandstruktur ist grössentheils sehr deutlich. 

In der Vagina finden sich in deren vorderer Gegend viele Hh., 
eine Gruppe vor dem zu erwähnenden Rinnenstück, zahlreiche 
jederseits im Hals der Anhangdrüsen, eine andere Gruppe jeder- 
seits vor dem Bursahinterende und diese gehen hinten an der Bursa 
ziemlich plötzlich in eine Gruppe von Zähnchen über (Fig. 8 z). 
Etwas vor der Einmündung des Uterus in die Vagina bemerkt man 
ein Gebilde, das mir hinsichtlich seiner Bedeutung noch unklar ist, 
(Fig. 8 links @ ß). Es handelt sich um ein gelbliches, auch mit 
einigen Hh. besetztes, rinnenartig eingeknicktes Skelettstückchen, 
das von oben gesehen etwas trapezische Form zeigt, hinten schmal 
aber etwas verdickt ist und schon von F. Stein in Fig. 10 auf 
Taf. VIII seines vortrefflichen Werkes über „die weiblichen Ge- 
schlechtsorgane der Käfer“ ') mit „7!“ (allerdings nicht ganz richtig) 
angegeben wurde. Da er mit „7!“ sonst die 7 V. (recte 8 V.) ge- 
meint hat, so scheint er dieses Binnenplättchen für ein Rudiment 
der 8. V. gehalten zu haben, was aber falsch ist aus dem einfachen 
Grunde, weil dieses Gebilde in der Vagina liest, und zwar weit 
von deren Mündung entfernt. Ausserdem sind ja wahre Rudimente 
der 8. V. vorhanden. 

Die Intima des Uterus ist auffallend durch feine Ringelver- 
dickungen, sodass sie etwas an das Aussehen einer Trachee er- 
innert. Diese Struktur hört vor dem Hinterende plötzlich auf.?) — 


Dendroctonus micans 2.°) 


Schliesst sich nahe an Hylurgus piniperda an. Die 1.D. 
ist viel weniger rudimentär als bei jenen und auch in der Mitte 
nicht völlig häutig, wenngleich grösstentheils und hier reichlich mit 
einfachen, nach hinten gerichteten Hh. besetzt. Im Uebrigen be- 
merkt man, besonders lateralwärts, viele, dunkelringige Dpo., während 
die Hh. von dem mittleren Hauttheil an alsbald schmäler werden 
und weiter nach aussen bald verschwinden, wobei sie kammartig 


1) Berlin 1847. 

>, Anmerkung: Die Bursa ist ein bis zu den Stachelgruppen recht 
eng bleibender Schlauch. Da sie überhaupt mehr oder weniger allmählig 
in die Vagina übergeht, so halte ich es für eine ganz überflüssige Mühe zu 
untersuchen, ob der zwischen den Stachelgruppen und der (hinter dem Rinnen- 
stück befindlichen) Einmündungsstelle des Uterus gelegene Abschnitt besser zur 
Vagina oder zur Bursa gerechnet wird. 

3) Männchen dieser Art standen mir nicht zu Gebote, man kann Einiges 
über dieselben bei Lindemann erfahren. 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 125 


an den Rändern der queren Wellenstriche stehen.) Dpo. finden 
sich reichlich auch an der 2.—6. D. Auf diesen allen giebt es auch 
viele Hh., welche an der 2. und 3. im hinteren Drittel, an der 2. 
auch in der Mitte äusserst dicht stehen, nach hinten gerichtet. An- 
deutungen zu Haarfeldern zeigen schon die Hh. der 2. und 3.D. 
Während solche aber an der 4. D. bei Hylurgus gänzlich fehlen, 
besitzt diese hier zwei sehr gut ausgebildete Haarfelder, wie die 5., 
6. und 7.D. An der 4. 5. und 6. D. kommen von der oberen 
Gegend der Pleurenhaut Hh. her, welche auch die Hinterecken 
hinter den Haarfeldern einnehmen und den Hh. dieser, welche 
nach aussen und vorn gerichtet sind, entgegengesetzt stehen, 
da ihre Spitzen sich nach innen und hinten wenden. Diese 
Haarfelder könnn von den inneren als äussere, oder comple- 
mentäre Haarfelder unterschieden werden. Ich habe bereits früher 
nachgewiesen, dass etwas Derartiges bei Coccinelliden fast immer 
vorkommt: „Der Haarfelder liegen jederseits zwei, ein queres 
inneres und ein rundliches äusseres.*?) Bei Erotyloidea und 
Endomychoidea beobachtete ich nur höchstens je 1 Paar von 
Haarfeldern auf den D. Auch habe ich bereits mitgetheilt, dass 
die Wirkung der doppelten Haarfelder auf die Zusammen- 
legung der Alae durch ihre entgegengesetzten Leistungen noch 
erhöht wird. 

Tb. fehlen auch bei Dendroctonus auf der 1.—6. D., wäh- 
rend sie an der 7. hinter den Haarfeldern plötzlich reichlich auf- 
treten und am Hinterrande sogar dicht stehen. Dabei finden sich 
die hellgeringten Dpo. zu 1—2 an der Basis der Tb. 

Während die 7. D. schön gelb gefärbt ist, sind die 1.-6. D. 
sraubraun, die V. gelbbraun, viel durchsichtiger, weil dünner, als 
bei Hylurgus und Hylesinus. (Ganz entsprechend der grösseren Stärke 
der D. im Verhältniss zu denen jener Gattungen.) Die V., vom 
Typus derer der Vorigen, tragen viele und z. T. sehr kräftige, ein- 
fache Tb., um deren Basis mehrere (bis 8) feine Dpo. münden. 
Stellenweise bemerkt man Gruppen von hellen, zerstreuten Muskel- 
eindrücken. Hh. fehlen völlig. 

Die 8. D. ist nur halb so breit als die 7., eine gelbliche, bogen- 
förmige, gleichbreite Sichel mit Tb. entsprechend denen der 7. D. 
Die Seiten sind ziemlich gerade. Hh. fehlen. 

Von der 8. V., welche rudimentären Charakters ist, blieben nur 
noch zwei schmale Querstriche mit wulstigem Hinterrande übrig, 
ohne alle Struktur und Ausrüstung (Fig. 10). 

Das 9. und 10. Segment fehlt Das abdominale Athmungs- 
system ist dem von Hylurgus sehr ähnlich, denn es giebt 7 Paare 


!) Nebenbei sei auch darauf hingewiesen, dass in der Struktur, Ausrüstung 
und Chitinisirungsweise zwischen den Dorsalplatten des Abdomens und des 
Thorax ein überraschender Unterschied besteht. 

2) Vergleich. Morphol. d. Abdomens der Coceinelliden. Archiv f. Natur- 
geschichte 1895, S. 56. 


126 Dr. Carl Verhoeff: 


sehr ähnlich gestalteter Stigmen, welche auch wieder durch je 2 la- 
terale Haupttracheen verbunden werden (cf. Fig. 11). Das 7. sehr gut 
entwickelte St. liegt auch in einer seitlichen Einbuchtung der 7.D. 
Um die übrigen Stigmen ist die Pleurenhaut im Kreise etwas ver- 
dunkelt und verstärkt, aber es handelt sich um unechte Pleuren 
(Pi. Fig. 11), da sie weder deutlich begrenzt noch mit sonstigen 
Charakteren einer Hautskelettplatte versehen sind. 


Die 2 Genitalorgane 


seien bei dieser Form etwas genauer besprochen. Wie schon 
F. Stein (l. c.) nachgewiesen hat, besitzen die Borkenkäfer jeder- 
seits nur 2 Eiröhren (Fig. 9a). Deren hintere Enden, die (beim 
überwinternden 2) nur wenig angeschwollenen Eierkelche, vereinigen 
sich zum Oviduct (od). Die Oviducte stossen unter rechtwinkeliger 
Gabel zum gerade nach hinten verlaufenden Uterus zusammen. 
Dessen Längsmuskulatur ist sehr kräftig. Sie gabelt sich eben- 
falls an der Stelle, wo die Oviducte zusammenstossen und geht 
unmittelbar auf diese über und verläuft bis fast zu den Eierkelchen. 
Die Ringmuskulatur, welche auswärts liegt, ist ebenfalls deutlich. 
Der Uterus tritt von unten in die Bursa copulatrix ein, deren 
Vorderende ungefähr bis zum Vorderende jenes reicht. Ich hob 
schon oben hervor, dass es nicht möglich ist eine scharfe Grenze 
zwischen Vagina und Bursa zu ziehen, doch muss im Allgemeinen 
die Einmündungsstelle des Uterus als Grenze dienen, indem dann 
das hinter derselben gelegene Gebiet als Vagina, das vor derselben 
befindliche als Bursa bezeichnet wird. Dieser Anschauung huldigte 
bereits v. Siebold, aber F. Stein hat sie (l. c. S. 68) nicht 
angenommen, vielmehr nur dann von einer Bursa gesprochen, 
wenn der vordere Abschnitt des von v. Siebold und mir als Bursa be- 
zeichneten Sackes besonders scharf abgeschnürt ist, wie z. B. bei den 
klateriden. Aber auch in dieser Hinsicht giebt es Uebergänge, wie 
z. B. schon Hylurgus zeigt, sodass es sich schliesslich manchmal auch 
wieder um Bezirke eines Örganes handelt. Ich folge also v. Siebold 
und halte es für müssig, hierüber weiter zu streiten, da ja doch 
jeder sehen kann, was gemeint ist. Bei Weichorganen lassen sich 
überhaupt nicht immer so scharfe Definitionen geben wie bei Hart- 
organen. 

Auch Bursa und Vagina besitzen Längs- und Quermuskulatur. 
Namentlich die letztere ist sehr kräftig, sodass man leicht überall 
die Querstreifung beobachtet, während mir diese am Uterus nicht so 
aufgefallen ist. Mit der 8. V. steht die Vagina jederseits durch 
einen Flügelmuskel (m) in Verbindung, welcher dem „graden Re- 
tractor* F. Stein’s entspricht. Dieser Muskel rückt bei anderen 
Coleopteren um so mehr an der Vagina hinauf, einen je stärker 
ausgebildeten (also auch der Aus- und Einstülpung mehr bedürftigen) 
Legeapparat sie besitzen. Ich habe diesen Muskel daher bei Cocei- 
nelliden (l. c. Fig. 34 m 1) als Bursal-Flügelmuskel bezeichnet, 


Ueber das Abdomen der Scolytiden, 127 


während die dortigen „Vaginal-Flügelmuskeln* nicht denen hier 
bei Scolytiden entsprechen, da sie ja zu den Theilhälften der 
9. V. abgehen. Daher ist ein vergleichend-morphologischer, neuer 
Name wünschenswerth, also: 

[ Flügelmuskel der Sco- 

| Iytiden (Verh.), 


Genitalgangflügelmuskel | __ f Bursaflügelmuskel der 
der 8. Ventralplatte j ” \Coccinelliden (Verh.), 
[ „Grader Retractor“. 
(F. Stein.) 


Bei Coceinella (l. c. S. 27 und 28) wies ich drei Genital- 

gangflügelmuskelpaare nach: 
1) ein Paar zur 7. V., welches hinten an die Oviducte zieht, 
2) ein Paar zur 8. V., welches unten sich an die Bursa festsetzt, 
3) ein Paar zur 9. V., welches die Vagina hinten flankirt. — 

Diese Thatsachen sind ein Beweis dafür, dass der ? Genital- 
gang wenigstens bis zu den Ansatzstellen der Oviductflügelmuskel 
ectodermaler Natur ist. Letztere Muskeln habe ich bei Den- 
droctonus nicht beobachtet. — Da bei Scolytiden die „Vagi- 
nalpalpen“ fehlen und damit auch jede Spur eines Legeapparates, 
so ist die Kürze der Genitalgangflügelmuskel durchaus verständlich. 

Ungefähr in der Richtung der Stelle, wo der Uterus in die 
Vagina mündet, tritt in diese jederseits auch eine rundliche, nach 
vorne in einen Zipfel ausgezogene, kurz und breit gestielte Anhang- 
drüse von graugelber Farbe ein. (Dr. Fig. 9.) Ihr Sekret dient 
jedenfalls zur Schalenbildung der Eier. 

Der Expansionsmuskel (m) des Receptaculum, welcher in der 
Concavität desselben wie eine Sehne in einem Bogen ausgespannt 
ist, wird von einem kräftigen Nerven (n. Fig. 12) versorgt. Die 
Anhangdrüse, welche in normalem Zustande kugelrund ist, fällt 
nach Maceration zu einer schlaffen Blase zusammen. (Al. Fig. 10.) 
Am Macerationspraeparat erkennt man Mancherlei deutlich, was 
sonst bei der Ansicht in toto nicht klar wird. Das gelbliche Re- 
ceptaculum ist an gebogener Form dem der Vorigen sehr ähnlich, 
doch besitzt es am Ende einen auffallenden Kegelfortsatz, für den 
Expansionsmuskel bestimmt. Die Wandung ist unregelmässig quer 
gewellt, ohne dass eine geschlossene zellige Struktur zu bemerken 
wäre. Der sehr blasse Ductus Receptaculi mündet in der Vagina- 
Bursa sehr nahe der Einmündungsstelle des Uterus. Letzterer zeigt 
ausser seinem Hinterende, welches glasig und strukturlos ist, an 
der anscheinend bis zur Einmündungsstelle der Oviducte reichenden 
Intima von blassgelblicher Farbe eine sehr schwache Struktur, 
während die Bursa und Vagina grösstentheils eine hyaline und 
strukturlose Intima besitzen. Bestimmte Stellen derselben sind aber 
mit feinen Hh. besetzt, welche in der den Einmündungsstellen der 
Anhangdrüsen benachbarten Bezirken als spitze Knötchen erscheinen, 
die sich weiterhin auch auf der Drüsenintima selbst verbreitet finden. 
Zähnchengruppen, wie ich sie bei Hylurgus beschrieb, kommen hier 


128 Dr. Carl Verhoeff: 


nicht vor. Auch ist die Bursa einfach sackförmig und nicht in 
zwei Abschnitte abgesetzt. 

Das Secret der Anhangdrüsen ist gegen Kalilauge sehr wider- 
standsfähig, da es auch dann noch nicht ganz aufgelöst ist (sondern 
die Drüsen gelblich färbt), wenn alle anderen Weichtheile aufgelöst 
wurden. — 


Die männlichen Genitalorgane 


sollen an der Hand von Hylurgus piniperda besprochen werden. 
Sie nehmen unter allen Organen des Abdomens den grössten Raum 
in Anspruch. - 

Die unregelmässig-rundlichen, stark von Tracheen umgebenen 
Testikel (Te. Fig. 13 nur stückweise eingezeichnet) sind von grau- 
weisslicher Farbe und wenig durchsichtig. Das Vas deferens (v. d.) 
mündet nach kurzem Verlauf in den inneren Hohlraum (a Fig. 13 
und Fig. 6) einer rundlichen bis kurz-eiförmigen, grossen Drüse (M d.) 
von gelblicher Farbe, welche annähernd dieselbe Grösse besitzt wie 
der Hoden. Die einzelnen Drüsenzellen von rundlicher bis läng- 
licher Form, sowie auch ihre Kerne sind meist recht deutlich unter- 
scheidbar. Der innere Hohlraum dieser Drüse schimmert als ein 
scharfbegrenzter, doppelt linürter Kreis durch. Derselbe liegt im 
Grunde einer tiefen, dem Hoden zugekehrten Einbuchtung und bildet 
gleichzeitig das Verbindungsstück zwischen drei anderen, schlauch- 
förmigen Gebilden, nämlich einem unpaaren auf der einen und einem 
paarigen auf der anderen Seite. Die paarigen Schlauchgebilde sind 
ebenfalls Drüsen (Ed, die eine EdI ist in Fig. 13 nur zur Hälfte 
gezeichnet), welche bei y, d.h. an der Stelle, wo das Vas deferens 
in die grosse, gedrungene Drüse eintritt, in einander übergehen und 
nach kurzem, gemeinschaftlichen Verlauf in den genannten Hohl- 
raum münden. Aus diesem tritt dann nach der anderen Seite, 
d.h. nach innen, als ihre Fortsetzung, das unpaare schlauch- 
förmige Gebilde, der (d. e. I) paarige Ductus ejaculatorius, welcher 
nach kurzem Verlauf sich mit dem der anderen Seite vereinigt und 
den unpaaren Ductus ejaculatorius bildet (d. e. Fig. 13 und 6). 
Letzterer, sowie seine Verzweigung, die paarigen Ductus, besitzen 
deutliche Ringmuskulatur, an welcher ich von Querstreifung jedoch 
nichts gesehen habe. Die paarigen, schlauchförmigen Drüsen 
bezeichne ich, C. Escherich!) folgend, als Ectadenien, da sie 
die Fortsetzungen der paarigen Ductus ejaculatori bilden. 
Auch deutet die sehr scharfe Begrenzung ihres weiten Lumens 
darauf hin, dass sie eine wenn auch äusserst zarte Chitinintima 
besitzen, welche ich an macerirten Praeparaten allerdings nicht ge- 
sehen habe. Die Ectadenien entbehren der Ringmuskulatur, ihre 
Wände zeigen vielmehr grosse, rundliche Zellen (in Fig. 13 stellen- 


!) Anatomische Studien über das männliche Genitalsystem der Coleopteren. 
Leipzig 1894. Zeitschr f. w. Zool. 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 129 


weise eingezeichnet), welche, wie überhaupt diese ganzen, ziemlich 
durchsichtigen Drüsen, von grauweisser Färbung sind. Dem Vorigen 
entsprechend kann die compakte grosse Drüse (M d), in deren Um- 
gebung auch sehr viele Tracheen (tr) auftreten, als Mesadenie!) 
bezeichnet werden. 

Der unpaare Ductus ejac. ist von seinem Beginn bis zum 
Vorderende des Praeputialsackes stark S-förmig geschwungen und 
überall mit starker Ringmuskulatur versehen. 

C. Escherich hat in seiner angegebenen Arbeit Carabus, 
Blaps und Hydrophilus untersucht. Auf S. 627 giebt er Schemata 
der Genitalorgane derselben: Bei Carabus (primärer Fall) fehlen 
die Mesadenien, bei Blaps und Hydrophilus (secundärer Fall) 
sind sie vorhanden. Demnach sind offenbar die Mesadenien erst 
bei höheren Coleopterengruppen zur Ausbildung gelangt, was 
gegen die von Escherich und für die von mir vorgeschlagene 
Eintheilung der Sexualorgane in „primäre“ und „secundäre“ spricht, 
was ich nur nebenbei erwähnen will. (Vergl. Entomolog. Nach- 
richten 1894.) 

Neben Hylurgus habe ich in früheren Arbeiten?) die S Genital- 
organe von Coccinella und Triplax auseinandergesetzt. Cocei- 
nella harmonirt ganz gut mit dem von Escherich gegebenen 
Schema, denn die Anhangdrüsen bei dieser Gattung müssen als 
Ectadenien bezeichnet werden. Da Mesadenien fehlen, nimmt Coecci- 
nella im Genitalsystem eine ähnliche Stellung ein wie Carabus, 
obwohl beide Formen im Uebrigen sehr 
stark von einander abweichen. Auch Seen de en. 

‘ die Anhangdrüsen von Triplax müssen 
als Ectadenien erklärt werden, während 
Mesadenien hier ebenfalls fehlen. Es Fig. D 
kommen aber noch Besonderheiten vor, v.d. 

welche sich eng an die entsprechenden RN 

von Hylurgus anschliessen. Ich ver- 
weise auf Fig. D im Texte: Man sieht, 
dass sich der unpaare Ductus ejaculatorius 
(d.e.) vorne in die paarigen Ductus 
ejaculatorii (d. e. I) gabelt. Letztere wer- 
den jederseits durch ein knotiges 
Zwischenstück (k) von den Ectadenien 
(Ed) getrennt (cf. „Vergleich.-morphol. 
Untersuch. üb. d. Abdomen der Endo- 
mychiden, Erotyliden und Languriiden“ 
etc. S. 255, Archiv für Naturgesch. 1895). In die Knoten 
münden von den Seiten auch die Vasa deferentia. Unter den drei. c. 
von Escherich behandelten Formen ist nur eine, nämlich Carabus, 


organe von Triplax. 


") Anatomische Studien über das männliche Genitalsystem der Coleopteren. 
Leipzig 1894. Zeitschr. f. w. Zool. 
2) Archiv für Naturgeschichte 1895. 
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. I. H.2. 9) 


130 Dr. Carl Verhoeff: 


ebenfalls durch einen gegabelten, paarigen, vorderen Abschnitt 
des Ductus ejaculatorius ausgezeichnet. Aus Escherich’s 
Fig. 1 (Taf. XXVI) muss man entnehmen, dass die Ectadenien dieser 
Gattung nicht an der Stelle ungefähr enden, wo die Vasa de- 
ferentia eintreten, sondern viel mehr der Gabelungsstelle des Ductus ej. 
genähert. Bei Triplax und Hylurgus liegen die Verhältnisse 
anders. Der innere Hohlraum der Mesadenie (a Fig. 13 und Fig. 6), 
den ich von letzterer Form beschrieb, entspricht durchaus den 
Knoten (k Fig. E) der ersteren. Denkt man sich in seiner Nähe 
eine gedrungene Drüse entwickelt und jede Ectadenie an ihrem 
Ende gegabelt, wie ich das in Fig. E bei x angedeutet habe, so 
hat man aus den Genitalorganen von Triplax im Wesentlichen die 
von Hylurgus entwickelt. Die Knoten sind secundäre Ausbil- 
dungen der Stellen, wo Drüsen und Vasa deferentia zusammen- 
münden. Bei Triplax und Hylurgus fallen also die Grenzstellen 
von Ductus ejac. und Ectadenien zusammen mit den Einmündungs- 
stellen der Vasa deferentia. 

Welcher von den drei Fällen der Ausbildung des $ Genital- 
systems, die durch Carabus, Coccinella und Triplax vertreten 
werden, der ursprünglichste, welcher der am weitesten fortgeschrittene 
ist, lässt sich, von den Knotenbildungen ganz abgesehen, vorläufig 
nicht sicher entscheiden. Ich halte Coccinella in dieser Hinsicht 
für besonders einfach, da 

1. die Mesadenien fehlen, 2. Ductus ejac., Ectadenien und Vasa 
deferentia jederseits in einem Punkte zusammentreffen. — 

Die Ectadenien lassen sich sehr gut als primäre Veranlassungen 
zur Entstehung eines Ductus ejaculatorius auffassen. Nimmt man 
nämlich Procoleopteren an, bei welchen die Vasa deferentia direkt 
nach aussen mündeten und lässt bei deren Mündungsstelle Drüsen 
entstehen, nämlich die Eetadenien, welche für die Begattung von 
Bedeutung sind, so entsteht der Ductus ejac. durch Versenkung der 
gemeinsamen Mündungsstelle weiter in’s Körperinnere, wodurch 
diese Mündungsstellen besser geschützt werden.. Die Ectadenien 
konnten immer von Bedeutung sein, einerlei wie sich die Copula 
gestaltete. Die Ausbildung und secundäre Verlängerung des Ductus 
ejaculatorius geschah dann im Zusammenhang mit der allmähligen 
Veränderung der Copula, indem bei Coleopteren (und offenbar auch 
Procoleopteren) im Ganzen eine phylogenetische Neigung zu stärkerer 
Ausbildung des Penis und des Praeputialsackes vorhanden ist, 
bei häufig gleichzeitiger, mehr oder weniger starker Rück- 
bildung der Parameren oder Umbildung aus ihrer ur- 
sprünglichen Funktion der Greiforgane zu andersartigen 
Leistungen. Die Copula wurde bei solcher Entwickelung eine 
immer innigere und festere. Man vergleiche z. B. die Lampyriden 
mit den Scarabaeiden. — 

Es treten nun thatsächlich schon sehr frühe bei 
Hexapoden Penisbildungen auf, nämlich unter den Thysa- 
nuren. Durch solche Bildungen mussten naturgemäss die Mündungen 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 131 


der Vasa deferentia zusammengedrängt werden, sodass sie schliesslich 
verschmolzen. Das giebt aber noch keinen ectodermalen Kanal. 
Nimmt man aber, wie ich das soeben that, an, dass Mündungen 
_ von Ectadenien mit den Mündungen der Vasa deferentia zusammen- 
liegen, so braucht man nach keinem weiteren Grunde für die 
Entstehung eines ectodermalen Endabschnittes des 
Samenausfuhrweges zu suchen, denn indem sich die Penis- 
ausstülpung mehr und mehr entwickelte, die Mündungsstellen der 
Vasa deferentia und Eetadenien aber nicht an seine Spitze rückten, 
musste sich die Vereinigungsstelle der Ectadenien zu einem mehr 
oder weniger langen, den Penis durchziehenden unpaaren Kanal 
ausziehen, der am Penisende mündete. Lässt man dagegen die 
Ectadenien erst secundär auftreten, so ist es gar nicht zu verstehen, 
wie Ductus ejac. und Vasa deferentia zu ihrer Vereinigung kommen 
und was überhaupt die erstere Ectodermeinstülpung veranlasst hat. 
Ich möchte daran erinnern, dass bei Machilis schon ein 
langer unpaarer Ductus ejaculatorius und ventral an demselben ein 
Blindsack vorhanden ist (vergl. Fig. 42c in OQudemanns schöner 
Arbeit „Beiträge zur Kenntniss der Thysanura und Collembola* 
Amsterdam 1888). Dieser Blindsack ist offenbar den Ectadenien 
der Coleopteren homolog. — 
Das Genitalsystem von Hylurgus ist als ein hochstehendes 
unzweifelhaft zu erkennen: 
1. an der Gabelung der Ectadenien, 
2. an dem Vorhandensein der Mesadenien, 
3. an der relativen Länge der paarigen Ductus ejaculatori. 
Dass die Genitalorgane nicht so viele phylogenetische An- 
knüpfungspunkte bieten als die Abdominalsegmente und Copu- 
lationsorgane ist unzweifelhaft.) — Im Uebrigen müssen natür- 
lich möglichst alle Organisationsverhältnisse zusammenwirken, um 
die Phylogenie aufzuhellen. — 


Die Muskulatur des Copulationsapparates 


habe ich 1. c. 1895 in zwei Arbeiten ebenfalls bei Coccinella und 
Triplax auseinandergesetzt. Hier soll sie an der Hand von Hy- 
lurgus piniperda erörtert werden (cf. Fig. 6 und 7), während hin- 
sichtlich der Abdominalsegmentmuskulatur auf meine Coceinelliden- 
Arbeit verwiesen sei, wo ich dieselbe ausführlich klargelegt habe. 
Das Hinterende des Spiculum gastrale von Hylurgus wird 
durch kräftige, stark quergestreifte Muskeln mit dem 8. Abdominal- 
segment verbunden und zwar gehen von beiden Spitzen (x und y) 
des Hinterendes Faserbündel aus (m 3). Ich will gleich bemerken, 
dass alle Muskeln des Copulationsapparates aus starken und deut- 


1) ©. Escherich behauptete, offenbar ohne sich genauer mit den beiden 
letzteren beschäftigt zu haben, das Gegentheil. Cf. Wiener entomolog. Zeit- 
schrift 1893, S. 267. — 


9%* 


132 Dr. Carl Verhoeff: 


lich quergestreiften Fasern bestehen. Dieser Muskeln unterscheide 
ich drei: 

1. die Spicularmuskeln (m 1), welche als breites Band jeder- 
seits vom Vorderende des Spiculum gastrale zu den lateralen 
Strecken der Gabel ziehen, 

2. die Gabelmuskeln (m), welche von den ventralen Seiten 
der Gabel zu den Vorderenden der Femora Penis abgehen, 

3. die Praeputialsackretractoren (m 2), welche die lateralen 
Arme des vorn am Praeputialsack befindlichen Anker- 
gestells ebenfalls mit den Vorderenden der Femora Penis 
verbinden. 

Stellen wir uns vor, dass sich die Copulationsorgane in ihrer 
natürlichen Ruhelage befinden. Sollen sie alsdann in Thätigkeit 
treten, so besteht die Bedeutung der Gabelmuskeln zunächst darin 
den Penis durch ihre Contraction vorzustossen, wobei sich die 
Vorderenden der Femora der Gabel stark nähern. Jetzt oder schon 
früher tritt der Blutdruck in Thätigkeit, wodurch bewirkt wird, 
dass sich die Femora mit dem Penis noch weiter nach hinten be- 
wegen, die Gabel passiren und sich dann statt vor derselben (wie 
in situ) hinter derselben befinden. Nach eingeleiteter Copula 
wird dann durch fortgesetzten Blutdruck auch der Praeputialsack 
ausgestülpt und gelangt in die Bursa copulatrix des 2. Er hat 
gleichzeitig zur Folge, dass die Spikularmuskeln stark gestreckt 
werden. — Nach vollzogener Copulation bewirken zunächst die 
Praeputialsackretractoren dessen Einziehung, die Spikularmuskeln 
im Verein mit den Gabelmuskeln die Zurückziehung des ganzen 
Penis, wodurch derselbe dann so weit gelangt, dass die Vorder- 
enden der Femora wieder dicht hinter der Gabel liegen. Schliess- 
lich presst ihn das 8. Abdominalsesment, indem es ihn von hinten 
und zugleich von oben und unten fasst, wobei sich das ganze 
Abdomen nach vorne zusammenzieht, wieder völlig in die alte Ruhe- 
lage. — Es wird ohne Weiteres einleuchten, dass bei so weiter 
Ausstülpung des Copulationsapparates ein langer Ductus ejacula- 
torius nothwendig ist, woraus sich auch dessen stark S-förmige 
Krümmung im Ruhezustande erklärt. — 

In meiner genannten Arbeit über Endomychiden etc. habe 
ich auf S. 257 die Homologie der Muskulatur des Copulations- 
apparates von Coccinella mit der von Triplax erörtert, was ich 
hier bei einem weiteren Vergleich mit Hylurgus als bekannt voraus- 
setzen muss. 

Die 5 Coceinelliden besitzen ein Spiculum gastrale wie die 
ö Scolytiden. Wie bei jenen vom Spiculum ein Muskel zur linken 
Basalplatte, so gehen bei diesen von ihm zwei Muskeln zu den 
Seiten der Gabel ab. Weil aber bei Coccinelliden die Femora 
rudimentär und vor allen Dingen Penis und Parameren fest an ein- 
ander gekittet sind, können wir dort keine Muskeln antreffen, welche 
den Gabelmuskeln der Scolytiden entsprechen. 

Ziehen wir also die Erotyliden heran. Ich hob schon 1. c. S. 257 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 133 


hervor, dass der „dorsale Bogen“ derselben „dem Spiculum 
gastrale der Ooccinelliden physiologisch entspricht.* Da nun 
das Intercalarstück (cf. Endomychiden-Arbeit Fig. 48 x) von 
der ventralen Seite des Genitalsegmentes aus gebildet wird, so ist 
es dem Spiculum gast. der Scolytiden (zwar nicht homolog aber) 
homodynam. Da ich ferner oben die endoskelettalen Arme (l. c. 
Fig. 48 a) der Erotyliden-Parameren mit der Gabel der Scolytiden 
homologisirt habe, so muss, wenn das richtig ist, auch eine muskulöse 
Verbindung zwischen Intercalarstück und Paramerenarmen der Ero- 
tyliden bestehen und das geschieht thatsächlich durch die „vorderen 
Armmuskel“ (l. c. m. 7 Fig. 48). 

Vordere Armmuskel der Erotyliden und Spicularmuskel 
der Scolytiden sind also homolog. Die Gabelmuskeln der 
letzteren sind den beiden Trabesmuskelpaaren der Erotyliden 
homodynam, denn sie verbinden Gabel und Femoraenden, wie jene 
Paramerenarme und Trabesende; die Femora aber sind der Trabes 
homodynam. Bei beiden Familien sind natürlich Penis und Parameren 
gegen einander verschiebbar. 

Auf S. 257 in meiner Endomychiden etc. -Arbeit sagte ich: 
„Da die Siphonalhaut (der Coccinelliden) dem Praeputialsack (an- 
derer Coleopteren) homolog ist, lässt sich der Praeputialsackretractor 
der Erotyliden mit den hinteren Kapselmuskeln der Coccinelliden 
vergleichen, wenn man sich vorstellt, dass ein solches Muskel- 
bündel, nachdem sich allmählig ein Sipho und eine Siphonal- 
kapsel ausbildeten, auch allmählig auf letztere mit hinüber- 
wanderte.“ Da nun die Femora der Scolytiden, wie schon ge- 
sagt, der Trabes der Erotyliden homodynam sind, so entsprechen 
auch (in gleichem Sinne) die Praeputialsackretractoren der ersteren 
denen der letzteren und damit auch schliesslich den hinteren Kapsel- 
muskeln der Coccinelliden. 

Das Gesagte zeigt einmal, dass meine obige Deutung der 
Gabel, als des letzten Restes ehemaliger Parameren, 
auch durch die Muskulatur vollkommen bestätigt wird, 
sodann, dass die drei Arten von Muskeln am Copulationsapparat 
der Scolytiden sich auch bei anderen Coleopteren wiederfinden 
können, wobei sie solchen theils homolog, theils homodynam sind. 

Es wird Niemand mehr zweifeln können, dass die Kenntniss 
der Muskeln der Copulationsapparate, über welche ich meines 
Wissens zuerst etwas veröffentlicht habe, sowohl nach morpho- 
logischer als physiologischer Seite von grosser Wichtigkeit ist. — 


Kann man die Geschlechter der Scolytiden im Allgemeinen 
äusserlich unterscheiden? 


Die Beantwortung dieser Frage, welche sowohl von theore- 
tischer als praktischer Bedeutung ist, erfolgte bereits oben im 
Wesentlichen. 

Bisher blieb sie, trotz ihrer Wichtigkeit für die Forstzoologie, 


134 Dr. Carl Verhoeff: 


unbeantwortet. Selbst Eichhoff,!) dem besten Kenner europäischer 
Borkenkäfer, ist die (wenn sie einmal bekannt ist, sehr einfache) 
äusserliche Unterscheidung der Geschlechter im Allgemeinen un- 
bekannt geblieben. Er giebt hier und da die sexuellen Differenzen 
an, welche für einzelne Gattungen oder Arten gelten, aber etwas 
Allgemeines nicht. In seiner Einleitung heisst es sogar (cf. S. IV): 
„Ich habe noch einen Irrthum zu berichtigen, dessen ich mich in 
meinen früheren Arbeiten, namentlich in der letzten von 1879, nach 
dem Vorgange von Perris, Thomson, Chapuis und Anderen schuldig 
gemacht hatte. Ich bin nämlich durch nachträgliche, mikroskopische 
Zergliederung und Untersuchung der Fortpflanzungswerkzeuge und 
ausserdem aus der Beobachtung in der Natur während des Brut- 
geschäftes zu der Ueberzeugung gekommen, dass bei allen den- 
jenigen Borkenkäferarten, wo das eine Geschlecht eine stärkere, 
das andere eine schwächere oder keine Bezahnung am Flügeldecken- 
absturz hat, allemal die stärkere Bezahnung das männliche, dagegen 
die geringere oder fehlende Bezahnung das weibliche Geschlecht 
bekundet. Auch giebt sich das weibliche Geschlecht oft durch eine 
dichtere Behaarung auf der Stirn zu erkennen.“ 

Wenn Eichhoff in seiner Arbeit von 1879: „Ratio, descriptio, 
emendatio Tomicinorum“, von welcher es heisst, dass sie dem Leser 
„über feinere mikroskopische Erkennungsmerkmale“ Aufschluss geben 
könne, noch nicht einmal hat feststellen können, welche Thiere 
männlichen und welche weiblichen Geschlechts sind, so glaube ich 
in seinem eigenen Interesse zu handeln, wenn ich auf die angegebene 
Schrift nicht weiter eingehe. In seinem neueren Werke (1881) 
giebt er zwar, wie gesagt, spezielle Geschlechtsunterschiede an, was 
aber zur Folge hat, dass man bei der einen Art über solche Unter- 
scheidung etwas erfährt, bei der nächsten wieder nichts. Bei 
Hylesinus fraxini und Dendroctonus micans z. B. wird über 
sexuelle Unterschiede geschwiegen, während ein seinem Werthe nach 
allerdings sehr zweifelhafter bei Hylurgus piniperda angegeben 
wird. Dass bei letzterem die Männchen „kleiner“ sein sollen, kann 
ich mit Sicherheit als falsch bezeichnen, da ich sie im Gegen- 
theil häufig recht gross vorfand, während bei einigen mir gerade 
vorliegenden Stücken die beiden Geschlechter gleiche Grösse 
haben. 

Die werthvolle Arbeit von Lindemann, welche mir zur An- 
regung diente, scheint Eichhoff gar nicht gekannt zu haben, sonst 
hätte er dieselbe wenigstens etwas berücksichtigen müssen. — 

Auf Grund meiner Mittheilungen über die Abdominalsegmente 
sind also alle Borkenkäfer in Bezug auf ihr Geschlecht schon 
äusserlich leicht zu erkennen, denn wenn man die Elytren aufhebt 
oder besser noch ganz entfernt, kann man feststellen, ob die letzte 
äussere Dorsalplatte die 7. oder die 8. ist. 

Ist sie die 7. Dorsalplatte, also verdecktes Pseudo- 


!) Die europäischen Borkenkäfer. Berlin 1881, 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 135 


pygidium, so liegt ein Weibchen, ist sie die 8. Dorsal- 
platte, also verdecktes Pygidium, so liegt ein Männ- 
chen vor. 

Schliesslich sei noch bemerkt, dass man bei frisch gefangenen, 
oder bei Exemplaren, welche dem Aikohol entnommen sind, mit 
der Lupe sehr gut die Lage der Haarfelder beobachten kann. 
Bei Hylurgus piniperda z.B. erkennt man dieselben in beiden 
Geschlechtern als drei Paare gelblicher, schön seidenglänzender 
Flecke. — 


Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse. 


1) Die 1.—7. Dorsalplatte sind gut durch Zwischenhäute 
von eiuander abgesetzt. Sie sind erheblich schwächer ausgebildet 
als die Ventralplatten. Die 7. D. ist kräftiger als die 6 ersten. Die 
Mitte.der 1. oder auch 2. und 3. D. ist zu einer glasigen Haut 
reduzirt. 

2) Die 1. V. fehlt, die 2. ist äusserst rudimentär. Die 
3. V. springt in einen dreieckigen, vorne schmalen Processus 
abdominalis (ventralis) vor, bildet daher ein doppeltes Ventral- 
phragma. Die 3.—7. V. sind sehr dick chitinisirt und bilden 
zusammen ein Ventralbecken. Sie sind alle gegen einander 
beweglich, da Zwischenhäute oder wenigstens eine Naht und immer 
Eongitudinalmukeln vorhanden sind. i 

3) Echte Pleurenplatten fehlen; bei Dendroctonus werden 
Andeutungen zu falschen Pleuren beobachtet. 

4) Häutungshaare fehlen auf den Ventralplatten, den Zwischen- 
häuten und auf der 8.D. mit Ausnahme des Vorderrandes. Sie 
kommen an allen anderen D. mehr oder weniger deutlich vor und 
immer auf den Pleurenhäuten. 

5) Haarfelder finden sich an der 5., 6. und 7. D., oder 
auch noch an der 4., in meist je einem Paare, wobei die Haare 
nach aussen und vorne stehen. Bisweilen giebt es noch comple- 
mentäre Haarfelder, deren Haare nach innen und hinten ge- 
richtet sind. Die 8. D. entbehrt der Haarfelder. 

6) Tastborsten fehlen auf der 1.—6. D., finden sich dagegen 
reichlich auf der 3.—8. V., sowie 7. und 8.D. Meist sind sie ein- 
fach spiessförmig, bisweilen theilen sie sich in divergirende Strahlen. 

7) Drüsenporen durchsetzen mehr oder weniger reichlich alle 
Segmentplatten. Bei denen, welche Tastborsten tragen, münden sie 
um deren Basis und sind recht winzig, bei denen, welche der Tastb. 
entbehren, sind sie grösser und meist dunkel gerandet. 

8) Fortsatzlappen an den Vorderecken kommen oft der 7. und 
8. D. zu, sind aber von schwacher Ausbildung. 

9) Die Pleurenhäute reichen bis in’s 7. Abdominalsegment. 

10) Die kräftige 8. D. ist stets gut entwickelt und bildet beim 


136 Dr. Carl Verhoeff: 


ö Geschlecht das bedeckte Pygidium. Das 2 besitzt ein be- 
decktes Pseudopygidium. 

11) Die 8. V. ist nie sehr stark ausgebildet, manchmal ein mit 
Tb. reichlich besetzter Bogen, manchmal aber ganz borstenlos und 
dann nur noch durch zwei getrennte Höcker oder Wülste an- 
gedeutet. 

12) Dorsaldrüsen fehlen. 

13) Ein Spiculum ventrale fehlt. 

14) Das 9. und 10. Abdominalsegment fehlen vollständig 
in beiden Geschlechtern, nur bei Hylesinus fraxini £ werden 
sehr kleine Theilhälften der 9. D. gefunden. 

15) Das Rectum mündet unter der 8.D. 

16) Aeusserliche sexuelle Unterschiede in den Abdominal- 
segmenten bestehen in der Formverschiedenheit der 7. und 8.D. — 
[Sonstige sexuelle Unterschiede an der 5. und 6. V. bei gewissen 
Scolytus-Arten sind schon lange bekannt.] 

17) Die abdominalen Stigmen, welche in den Pleuren- 
häuten liegen, finden sich in 5—7 Paaren am 1.—7. (—5.) Abdo- 
minalsegment. Das 1. Paar ist erheblich grösser als die folgenden, 
Das 8. St. fehlt immer, das 7. und 6. bisweilen, doch erhält 
sich das 6. manchmal als Zwergstigma, wobei die zugehörige 
Trachee solide und der Verschlussbügel erloschen ist. An den 
normalen Stigmen besteht der Tracheenverschluss aus zwei Lippen. 
Auf der Wand der Stigmenhöhlen stehen höchstens kleine, einfache 
Häutungshaare. 

18) Eine secundäre, 9. V. kommt bei den Weibchen nicht vor. 

19) Jedefseits werden die Stigmen durch zwei laterale 
Tracheenhauptlängsstämme verbunden. 

20) Legeapparate fehlen den Weibchen vollkommen. 

21) Seitendrüsen fehlen. 

22) Sipho und Siphonalkapsel kommen nicht vor. 

23) Parameren fehlen als solche vollständig. Die Gabel, 
welche dorsalwärts offen oder geschlossen sein kann, ventralwärts 
immer geschlossen ist, stellt den letzten Rest ehemaliger 
Parameren vor und ist den endoskelettalen Armen der 
Erotyliden und Dacniden homolog. Sie liegt vorne an der 
Genitalhautröhre, ist vom Penis durch Haut getrennt und 
umfasst ringartig die Femora. 

24) Der Penis ist an seinen Vorderecken unten in ein Paar 
endoskelettaler, langer Femora ausgezogen, welche bald mit 
ihm verschmolzen, bald häutig von ihm getrennt sind. Im Uebrigen 
hat er eine kurz röhrenförmige Gestalt und besitzt oben eine 
Längsrinne, in welcher hinten 2 sich theilweise über- 
deckende Endplatten liegen, Differeneirungen der dor- 
salen Wandung. Lateralwärts und hinten ist der P. starkwandig, 
unten und vorne in der Rinne häutig. Der sich vorstülpende Prae- 
putialsack drängt die Endplatten auseinander. Die Peniswandung wird 
hinten von Drüsenporen und vielleicht auch Sinnesgrübchen durchsetzt. 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 137 


25) Der Praeputialsack ist stark entwickelt, von häutig- 
glasiger Beschaffenheit und stellenweise mit Häutungshaaren oder 
Spitzchen besetzt. Manchmal besitzt er eine Nebentasche. Von 
vorne mündet in ihn der Ductus ejaculatorius. 

26) Um die Eintrittsstelle des letzteren in den Praeputialsack 
befindet sich das Ankergestell, das aus einem vom Ductus 
durchsetzten Mittelknoten, aus in der Wandung des Praeputial- 
sackes gelegenen Armen (2 bis 5 Paare) und einer in der Axe 
des Gestelles nach hinten vorragenden Axenrinne besteht, in 
welcher der Samenausfuhrweg mündet. Die Axenrinne ist 
eine schwache Virgabildung. Die Armenden können durch 
vorragende Spitzchen ausgezeichnet sein, welche bei der Copula 
eine Reizung ausüben, während die Arme selbst den Praeputial- 
sackretractoren zum Ansatz dienen. Das Ankergestell kann in 
oder vor dem Penis liegen. 

27) Ein Spiculum gastrale (falsches), welches durch Haut 
von der 8. V. getrennt ist, ist bei den Männchen immer stark 
ausgebildet und theilt sich hinten in zwei Aeste, welche 
die Entstehung desselben aus einem ventralen Bogen andeuten. Der 
obere Ast ist der vordere und kleinere, der untere der hintere und 
grössere. Der kleinere Ast kann aber bisweilen ganz wegfallen. Das 
Spiculum gastrale liegt grösstentheils rechts von den Copulations- 
organen, mit dem Hinterende darunter. Es befindet sich ausser- 
halb der Genitalhautröhre, ist strukturlos aber stark chitinisirt 
und ragt nach vorne bis zum Vorderende der Femora. 

Den Weibchen fehlt ein Spiculum gastrale vollkommen. 

28) Eine Trabesbildung fehlt. 

29) Die Intima des Ductus ejaculatorius habe ich vorne 
nicht gegabelt gefunden. Im Uebrigen ist er aber auf ziemlich langer 
Strecke in zwei Ductus ejac. getheilt. 

30) An der Stelle, wo jeder Ductus ejaculatorius in sein Vas 
deferens übergeht, befindet sich ein Knoten, um welchen eine 
gedrungene Mesadenie lagert. Ausserdem mündet in ihn die 
grosse, mit Ausnahme einer kurzen Basalstrecke in zwei lange 
Schläuche getheilte Ectadenie. 

31) Die Spicularmuskeln verbinden jederseits das Vorder- 
ende des Spiculum gastrale mit den Seiten der Gabel. Die Gabel- 
muskeln ziehen von der Gabel zu den Vorderenden der Femora. 
die Praeputialsackretractoren von diesen zu den Armen des 
Ankersgestelles. 

32) Die sehr muskulöse Bursa copulatrix besitzt bisweilen 
Stachelgruppen. Der Ductus Receptaculi mündet hinten in die 
Basalgesend. Ein Infundibulum fehlt. 

35) Das Receptaculum seminis ist eine hornartig gekrümmte, 
festwandige Blase, in deren Concavität der Expansionsmuskel aus- 
gespannt ist, während an der convexen Seite die Anhangdrüse 
einmündet. — 


# * 
* 


138 Dr. Carl Verhoeff: 


Anmerkungen. 


1) In meiner Arbeit: „Vergleich. Untersuchungen über die Abdo- 
minalsegmente und die Copulationsorgane der männlichen Co- 
leoptera“ etc.!) habe ich unter Anderem auch einige Vertreter der 
Cureulioniden untersucht. Obwohl meine damaligen Studien weit 
weniger eingehend waren als die späteren und die vorliegenden, so ge- 
statten sie doch die Erkenntniss zu gewinnen, dass Scolytiden und 
Cureulioniden sich so nahe stehen, dass ihrer Vereinigung zu einer 
(auch noch andereFamilien enthaltenden)Ordnung Rhynchophorina 
nichts im Wege steht. Den Curculioniden fehlt nämlich die 9. und 
10. D. wie den Scolytiden, es fehlen ihnen ebenfalls die eigentlichen 
Parameren, statt deren sie als Rest ebenfalls eine Gabel besitzen, 
von deren ventralem Knötchen häufig noch ein Stab nach vorne 
abgeht (cf. 1. c. Fig. 129 Pa. y, 134 Pa., 135 Pa., 136 und 187 Pa) 
Gerade wie bei den Scolytiden kann auch bei den Curculioniden 
die Gabel oben offen sein (l. c. 135) oder geschlossen (Fig. 139). Die 
Cure. stehen in sofern etwas primärer als sie meist noch eine mehr 
oder weniger deutliche 9. Ventralplatte besitzen. Dieselbe ist aber 
meist auch mit einem Spiculum gastrale verbunden und durch dessen 
asymmetrische Lage häufig gleichfalls asymmetrisch geworden. Diese 
9. V. beweist aber auch von Neuem die Richtigkeit der Deutung des 
Spic. gastrale bei Scolytiden. Selten, z. B. bei Rhynchophorus, 
fehlt den Curc. das Spic. gastrale. Sie besitzen schliesslich auch 
einen Penis, der dem der Borkenkäfer sehr ähnlich ist, insbesondere 
auch durch Femora ausgezeichnet (l. c. S. Fig. 129, 136 und 137). 
Auch die 8. D. verhält sich der der Scolytiden entsprechend. Die 
männlichen Curculioniden stehen den männlichen Scolytiden 
also so ausserordentlich nahe, dass, wenn diese allein in Betracht 
kämen, beide Familien vereinigt werden könnten. Es weichen aber 
die weiblichen Curceulioniden von den weiblichen Scol., ins- 
besondere durch Legeapparate, so stark ab, dass eine Vereinigung 
nicht statthaft ist. [Einiges darüber findet man in meiner Arbeit: 
„Vergl. Untersuch. über d. Abdominalsegm. und Legeapparate der 
weiblichen Coleoptera“ etc.2)]. Eine eingehendere Behandlung, nament- 
lich der & Cureulioniden, wäre sehr wünschenswerth. — Welche 
Termina in meiner angegebenen Arbeit über die d Coleoptera, ins- 
besondere bei den Curculioniden, im Sinne meiner späteren 
Arbeiten zu ändern sind, ergiebt sich aus den vorstehenden Er- 
örterungen von selbst. — 

2) In meiner angegebenen Arbeit über die 5 Coleoptera habe 
ich auf S. 115 und 116 auch die Abdominalformeln zur Sprache 
gebracht und in einem Aufsatz über das Abdomen der männlichen 
Elateriden °) selbst eine Formel für diese aufgestellt. In meinen 


!) Deutsche entomolog. Zeitschr. 1893. 
2) D. E. Zeitschr. 1893. 
®) Zoolog. Anzeiger N. 443, 1894. 


Ueber das Abdomen der Seolytiden. 139 


späteren Arbeiten über das Abdomen der Malacodermen etc., der 
Siphonophoren, der Endomychiden, Erotyliden etc. habe 
ich keine Formeln mehr aufgestellt, weil auch die beste Formel 
den Sachverhalt nicht völlig klarlegen kann, namentlich aber für 
weniger unterrichtete Entomologen die Gefahr nahe liegt, statt 
eines sorgfältigen Studiums sich mit oberflächlichen Formeln zu 
begnügen. 

Wer aber dennoch Formeln aufstellt, erinnere sich und seine 
Leser daran, dass dieselben nur ein unvollkommenes Hülfsmittel 
zur Erläuterung des Baues der Hinterleibssegmente sind. 


Die Formel für die Scolytiden beider Geschlechter muss nach 
den früher?) von mir gegebenen Erläuterungen folgendermaassen 
lauten: 


[D 9] 
220 52,,03.,D4, D5, D6, DD, .D8, [53] 70} 


Endoskelettbildungen gehören in diese Formeln nicht 
hinein. — 

3) Es sei hier noch einmal hervorgehoben, dass die Para- 
meren der d Coleoptera die wahren Genitalanhänge, d.h. die 
Gliedmaasssen des Genitalsegmentes sind. Durch unpaare Basal- 
plattenbildungen irregeführt, glaubte ich in meiner ersten Arbeit 
(l.e. 1893) diese als secundäre Differenzirungen ansehen zu müssen. 
Weitere Untersuchungen lehrten, dass das Gegentheil wahr ist, 
d.h. dass die Basalplatten, namentlich die paarigen, primäre 
Erscheinungen sind, nämlich die Grundglieder der zwei- 
gliedrigen Genitalanhänge, da es einerseits Formen giebt, 
z. B. die Coceinelliden und viele Malacodermen, bei welchen 
diese Basalglieder wirklich mehr oder weniger cylindroide und 
nicht plattenartige Form haben, andererseits besondere Muskeln, 
die Paramerenmuskeln die Gelenke bewegen, welche Basal- 
glieder und Endglieder mit einander bilden. Gleichzeitig sind 
diejenigen Gruppen, welche primitive, zweigliedrige Parameren 
aufweisen, auch sonst noch durch eine Reihe besonders primärer 
Merkmale ausgezeichnet, was in phylogenetischer Hinsicht auch er- 
wartet werden musste. 


Es ist deshalb auch richtiger statt der Ausdrücke „Partes 
basales“ und „Partes finales“ die Bezeichnungen Membra basalia 
und Membra finalia einzuführen, also Grundglieder und End- 
glieder. 

Formen ohne Grundglieder oder mit solchen, welche stark ver- 
wachsen sind, z.B. Malachioideen und Endomychiden, zeigen 
auch im Uebrigen noch mehrere wichtige secundäre Charaktere. 
— Dass endlich Gruppen mit ganz oder fast ganz verschwundenen 
Parameren ebenfalls anderweitig secundär organisirt sind, lehren 
vorige Mittheilungen über die Scolytiden. — Bei männlichen 
Coleopteren herrscht also thatsächlich in vielen Gruppen 


140 Dr. Carl Verhoeff: 


phylogenetisch eine Neigung zum Aufgeben oder zum 
Umwandeln der Genitalanhänge. — 

4) Schon in meiner Arbeit über das Abdomen der Endo- 
mychiden etc. habe ich auf S. 282 erklärt, dass mir keine deut- 
lichen speziellen Beziehungen zwischen der Gestaltung der Copu- 
lationsorgane der d und den Geschlechtstheilen der 2 bekannt ge- 
worden seien. Für Scolytiden gilt dasselbe, weshalb ich meinen 
Satz auf S. 282 1. c. wiederholen kann: 

„Die specifischen Merkmale der Copulationsorgane der Männ- 
chen werden durch die Beschaffenheit der weiblichen Geschlechts- 
wege nicht erklärt.“ (Cf. die gegentheiligen Behauptungen in 
C. Escherich’s Abhandlung über „die biologische Bedeutung der 
Genitalanhängs der Insekten“ !). 


6 
6 


Kritischer Schlüssel zu der Arbeit C. Lindemann’s. 


Ich verweise hier auf die beiden Sätze auf S. 3 in der Arbeit 
C. Lindemann’s, welche bereits in den Vorbemerkungen wieder- 
gegeben wurden. Darnach erhält man folgende Uebersicht seiner 
Anschauungen über das „Copulationsorgan der Scolytiden“; 

1. „Der Körper“ mit den „Füsschen.“ 
a) „primäre Stücke“: ! 2. „Die Gabel.“ 
\: „Der Stengel.“ 
| 4. „Endplatten.“ 
5. „Anker. 
6. „Seitenplatten.“ 

Die Termina No. 2, 4 und 5 habe ich im Vorigen angenommen, 
da sie Eigenthümlichkeiten der Scolytiden (Rhynchophorinen) be- 
nennen, No. 1 und 3 müssen dagegen fallen, weil bessere und für 
die Coleopteren oder sogar Insecten im Allgemeinen geltende 
Ausdrücke eingeführt sind. Die Bezeichnung „Stengel“ ist schon 
deshalb unglücklich, weil sie keinen Unterschied macht von dem 
als Spiculum ventrale bekannten Gebilde Der Name „Seiten- 
platten“ (No. 6) schliesslich ist falsch, weil es sich gar nicht um 
Platten, sondern um Stäbe handelt und diese Gebilde auch phylo- 
genetisc,h nichts mit Platten zu thun haben. 

Fo gende Tabelle diene zur Erläuterung der Terminologie: 


b) „accessorische Stücke“, „Aufsatz“: 


C. Lin demann: C. Verhoeff: 

Stengel = Spiculum gastrale. 

Gabel — Gabel (Paramerenrest) (endoskelettales Stück). 
Körper = Penis, 

Füsschen —= Femora. 

Endplatten — Endplatten (Differeneirungen des Penis). 
Anker — Ankergestell. 


Seitenplatten = Theile des Ankergestelles. 


1) Verh. d. zool. botan. Gesellsch. in Wien 1892. 


Ueber das Abdomen der Scolytiden. 141 


Ich sagte schon in der Einleitung, dass Lindemann seine Zwei- 
theilung des „Copulationsorgans“ lediglich nach der Constanz des 
Vorkommens der einzelnen „Stücke“ durchgeführt hat. Meine Aus- 
einandersetzungen lehren aber, dass diese Eintheilung und sein 
Hauptsatz 1 auf S.3 durchaus falsch sind, denn 
1. ist keines der „primären“ Stücke ein „metamorphosirter 

Theil“ einer Abdominalsegmentplatte, 

2. wird durch die Trennung von „Körper“ einerseits und den 
„accessorischen Stücken‘‘ andererseits ein einheitliches Gebilde zer- 
rissen und 

3. ist es wie meine Darlegungen lehren ein Irrthum, dass 
letztere Stücke „Cutieularbildungen der Cuticula des Ductus ejacu- 
latorius‘ sein sollen. 

(Aus Punkt 3 geht hervor, dass Lindemann das Grund- 
verständniss für den Bau des Penis ganz abging.) 

Es müssen noch einige andere Stellen der Arbeit ©. Linde- 
mann’s besprochen werden: 

Auf S.5 wird der „Körper“ fälschlich als eine „Platte“ von 
der Form einer „längs liegenden Rinne“ beschrieben. Hierbei hat 
L. die hyaline, dorsale Haut übersehen. also nicht erkannt, dass es 
sich um ein Cylindroidgebilde handelt. 

Auf S. 6 lehrt der Satz: „Der in dem Körper des Penis!) ein- 
geschlossene Theil des Ductus ejacul. ist gewöhnlich an einer (!) 
Stelle mehr oder weniger stark blasenförmig aufgetrieben und ist 
die innere Fläche seiner Wände im Bereiche dieser Auftreibung mit 
Stacheln besetzt,“ — dass L. den Ductus und Praeputialsack nicht 
klar unterschieden hat. Es scheint sogar als hätte er sich vor- 
gestellt, dass der Duct. ej. vorne in die „Blase“ einmünde und 
hinten wieder austrete. — Auf S. 6 wird auch die Gabel fälchlich 
eine „Platte“ genannt. Dass der Muskel, welcher vom Vorderende 
der Gabel herkommt, sich „an die Bauchschienen (!) inserirt‘‘ kann 
ich nicht bestätigen. Richtig beobachtet hat L. die häutige Tren- 
nung von Gabel und Penis. Auch spricht er von Muskeln, welche 
sich an das Vorderende des Spiculum anheften (S. 7), verschweigt 
aber, wohin sie gehen. Besonders hingewiesen sei auf das, was 
er über die Formverschiedenheiten des Spiculum gastrale sagt, 
denn dadurch werden genug Belege gebracht für meine Erklärung 
der ursprünglichen Entstehung desselben aus einem ven- 
tralen Bogen zur 9. V. 

Auf S. 8. spricht L. von einer „Genitalplatte.‘‘“ Dies ist die 
8. Ventralplatte (mihi). Wie aus meinen Mittheilungen hervorgeht 
ist seine Ansicht, dass das Spiculum ein „abgetrennter Theil‘ 
derselben sei, unhaltbar. Als besonders wichtig führe ich seine 
Mittheilung auf S. 8 über die Abdominalsegmente an: 

„bei Borkenkäfern finde ich am Abdomen acht Tergiten. Bei 
den Männchen liegen alle 8 auf der Oberfläche des Abdomen, bei 


!) Dieser Ausdruck wird ganz plötzlich unbegründet herangezogen. 


142 Dr. Carl Verhoeft: 


den Weibchen aber ist die 8. Schiene von der Oberfläche des 
Abdomens zurückgetreten und hat sich in der Kloake, unter dem 
7. Tergiten gelagert. Bauchschienen (Sterniten) haben alle Scolytus- 
Arten bloss sechs. Von diesen treten, sowohl bei d als 2 nur fünf 
auf die Oberfläche des Abdomens, die 6. ist immer, bei d und 2, m 
die Kloake hineingezogen und bildet dort die untere Wand der- 
selben. Ich nenne diese 6. Bauchschiene Genitalplatte.“ — Soweit 
ist diese Mittheilung vortrefflich, auch hat er die sexuelle Differenz 
in der 7. und 8.D. erkannt, freilich ohne sie gebührend hervor- 
zuheben, sodass sie auch von anderen Autoren bisher vollständig 
unbeachtet geblieben ist. — Nun aber folgen die Fehler: L. hat 
nämlich (wie leider noch heute nicht wenige Forscher) einen 
falschen Begriff von einem Segmente, sieht daher die 3. V. 
an als zugehörig zur 1. D., die 4. V. zur 2.D. u. s. w. und kommt 
daher zu dem total falschen Ergebniss (S. 9), dass „die Sterniten 
des 7. und 8. Abd. Segmentes“ „ganz constant bei diesen Käfern 
fehlen.“ Dem entsprechend erklärt er weiter fälschlich „Körper 
und Gabel‘‘ für ‚„metamorphosirte Sterniten des 7. und 8. Abdo- 
minalsegmentes,‘ spricht also den Scolytiden ein Abdomen von 8 voll- 
ständigen Segmenten zu, dessen Formel nach ihm folgendermaassen 
lauten müsste: 
D,4, ,»D 2,,Di34.: DA,» .D8,D 6: D u 
VEN NV 3 VE eV TEE 
V6 


Er vertröstet sich noch auf ‚„embryologische Forschungen“ und 
begeht damit einen groben Denkfehler, denn er macht sich nicht 
klar, dass beim Embryo der Scolytiden von Abdominalsegmenten 
(ich meine Segmentplatten) und Copulationsorganen gar nicht die 
Rede sein kann, da deren Larven letztere nicht besitzen können 
und erstere secundär phylogenetisch aufgegeben haben. — 

Schliesslich will ich speciell zu den Darstellungen, welche 
Lindemann von den auch von mir behandelten Arten entworfen 
hat, noch bemerken, dass sie in einzelnen Punkten nicht ganz richtig 
sind, was wohl mit der Art seiner Anschauungen zusammenhängt. 
Jedenfalls lehren seine interessanten Tafeln, dass Untersuchungen 
weiterer Vertreter der Scolytiden, namentlich für die Formverhält- 
nisse von Praeputialsack, Ankergestell und Virgabildung wichtig 
sind. Aber auch noch für andere Organe, die L. nicht berück- 
sichtigte, z. B. Stigmen und Tracheen, sind weitere Aufschlüsse er- 
wünscht. Seine Taf. III—V lassen unzweifelhaft erkennen, dass 
die Gruppe der Tomiciden nicht durch ein Ankergestell aber 
durch sehr auffallende Virgabildungen ausgezeichnet ist. 

Eine Gruppirung der Scolytiden in Unterfamilien und Gat- 
tungen vorzunehmen ist ebenfalls Aufgabe weiterer Arbeiten. Das 
Feld ist recht interessant, das geht zur Genüge aus den Abbildungen 
Lindemann’s hervor. — 


Bonn, 12. April 1896. 


Ueber das Abdomen der Secolytiden. 


Erklärung der Abbildungen auf Tafel I und II. 


Allgemein gelten folgende Abkürzungen: 
— Ventralplatte, m = Muskeln, 
— Dorsalplatte, tr = Teracheen, 
-d e = unpaarer Ductus ejaculatorius, | Re = Rectum, 
d e I = paariger Ductus ejaculatorius, |n = Nerven, 


143 


DB’ Benis, Pr = Praeputialsack, 

e G = endoskelettale Gabel, Fe = Femora Penis, 

GH = Genitalhaut, s g = Spieulum gastrale, 

A = Anker, St = Stigma, 

Md = Mesadenie, Ep = Endplatte, 

B e = Bursa copulatrix, Dr = Vaginalanhangdrüsen, 

Va = Vagina, U = Uterus, 

Od = Oviduct, Ek = Eierkelch, 

Ad = Anhangdrüsen, -dr = Ductus Receptaculi. 

Fig. 1—5. Hylesinus fraxini FE. 

Fig. 1. Das 8. Abdominalsegment und der Copulationsapparat von unten ge- 
sehen. Der letztere ist etwas zur Seite geschoben. k = Knoten 
der Gabel in der ventralen Medianee p = Processus der 8. D. 
: = En = a Astes am Hinterende des Spiculum. 

Fig. 2. Der Copulationsapparat von oben gesehen. Die feinen Stacheln des 
Praeputialsackes sieht man durchschimmern, desgleichen theilweise 
den Anker. Die Endplatten kreuzen sich. k wie vorher. 

Fig. 3. Vorderende des eingestülpten Praeputialsackes mit dem Ankergestell, 
von unten gesehen. a bc und« % y = Theile des letzteren, 
r = Spermalrinne, R = Virgabildung (Axenrinne). 

Fig. 4. Aftergegend des 9. x = verdaute Nahrungsballen im Rectum. 
z — kurze Fortsätze der 8. D., welche Muskeln zum Ansatz dienen. 

Fig. 5. Das 5. und 6, Stigma, um deren Grössenverhältniss zu zeigen. b= Ver- 
schlussbügel. 

Fig. 6-8. Hylurgus piniperda L. 

Fig. 6. Genital- und Copulationsorgane des 5 nebst Muskulatur, von unten 
und der Seite gesehen. £% = theilweise durchschimmerndes Anker- 
gestell. M = Stelle wo der Praeputialsack ausgestülpt wird. x und 
y wie in Fig. 1. a = Stelle, wo sich das Vasdeferens und die Eeta- 
denien in die linke Mesadenie einsenken, die rechte Mesadenie, sowie 
beide Ectadenien und Testikel sind fortgelassen. Die Mesadenien- 
zellen, welche man durchschimmern sieht, wurden nur an einer Seite 
eingezeichnet. y = dorsale Klaffungsstelle der Gabel. m = Gakel- 
muskeln, ml = Spieularmuskeln, m2 = Praeputialsackretractoren, 
m3 = Verbindungsmuskeln zwischen Spieulumhinterende und 8. Abdo- 
minalsegment. 

Fig. 7. Vorderhälfte des Penis von oben und der Seite gesehen, Gabel z. T. ab- 


geschnitten. Bezeichnung der Muskeln wie vorher. 


Fig. 11. 


Fig. 12. 


Fig. 13. 


Dr. Carl Verhoeff: 


Theile aus dem vordersten Vaginalgebiet des Q, anstossend an den 
Grund der Bursa. z = laterale Stachelgruppen. 

Fig. 9—12. Dendroctonus micans Q Kug. 
Genitalorgane von oben gesehen. Das Receptaculum ist fortgelassen, 
ebenso die Eiröhren und linksseitig der Oviduct. a —= Anfang einer 
der beiden Eiröhren. m = Vaginalflügelmuskeln (‚grader Retractor“). 
Dieselben in macerirtem Zustande von unten gesehen, die Uterus- 
intima hört auf in der Gegend wo sich der Pfeil befindet. x = Stelle 
wo der Uterus und der Ductus Receptaculi in die Bursa einmünden. 
Das 2. abdominale Stigma von innen gesehen. x und y die vor- 
ragenden, zum Ansatz des Schliessmuskels bestimmten Enden der Ver- 
schlusslippen. s = Athemspalt, Pl = Pleurenplatte, in deren Mitte das 
Stigma liegt. 
Receptaculum seminis und die kugelige Anhangdrüse, deren Reservoir 
prall gefüllt ist. m = Expansionsmuskel und dessen Neıyn. M—= Mün- 
dung des Rec. — 
Hylurgus piniperda 5 L. Teil der Genitalorgane. (Vom rechten 
Hoden Te. ist nur ein Stück eingezeichnet.) 


Vergleichende Studien zur Histologie 
der G@anoidschuppen. ) 


Von 
Dr. H. Scupin. 


Hierzu Tafel IX und X. 


Litteratur. 


Agassiz L: 1. Recherches sur les poissons fossiles. Neuchätel 1833 —1843. 
2. Monographie des poissons fossiles du vieux gres rouge ou systeme 
devonien. Neuchätel 1844. 

Hertwig O.: Das Hautskelet der Ganoiden (Lepidosteus und Polypterus). 
Morphologisches Jahrbuch. Band V. 1878, 

Klaatsch H.: Zur Morphologie der Fischschuppen und zur Geschichte ‘der 
Hartsubstanzgewebe. Morphologisches Jahrbuch. Band XVI. 1890. 

Kölliker A.: 1. Ueber die verschiedenen Typen in der mikroskopischen 
Struktur des Skeletes der Knochenfische. Sitzungen der physikalisch- 
medizinischen Gesellschaft in Würzburg. 18. Dezember 1858, 
2. Ueber die grosse Verbreitung der perforating fibres von Sharpey. 

Ebendort, 10. November 1860. 

3. Handbuch der Gewebelehre. 6. Auflage. Leipzig 1887. 

Leydig Fr.: Histologische Bemerkungen über den Polypterus bichir. Zeit- 
schrift für wissenschaftliche Zoologie Bd. V. 

Nickerson W.S.: The development of the scales of Lepidosteus. Bull. of the 
Museum of the Comparative Zoology. Vol. XXIV No.5 1893. 

Pander Chr. H.: 1. Monographie der fossilen Fische des silurischen Systems 
des russisch-baltischen Gouvernements. St. Petersburg 1856. 
2. Ueber die Saurodipterinen, Dendrodonten, Glyptolepiden und Chei- 

rolepiden des devonischen Systems. St. Petersburg 1860. 

Reissner E.: Ueber die Schuppen von Polypterus und Lepidosteus. Archiv 
für Anatomie, Physiologie etc. 1859. 

!) Vorliegende Arbeit erschien als Dissertation in wenig anderer Form, 
jedoch ohne Tafeln, zu Berlin 1895 im Selbstverlage des Verfassers. Ich nehme 
Gelegenheit, sie nunmehr hier mit gleichzeitiger Wiedergabe der wichtigsten 
mikroskopischen Bilder zu veröffentlichen. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg.1896. Bd.I. H.2. 10 


146 Dr. H. Seupin: 


Rohon V.: 1. Ueber fossile Fische vom oberen Jenissei. Me&moires de l’aca- 
d&mie imperiale des sciences de St. Petersbourg, VIIe Serie Tome 
XXXVI No. 13. 1889, 
2. Die Dendrodonten des devonischen Systems in Russland. Eben- 
dort No. 14. 
3. Holoptychius-Schuppen in Russland. Melanges geologiques tires 
du bull. de l’acad. imp. des sciences de St. P&tersbourg 1890. Tome 
T. Giger 1- 
4. Die obersilurischen Fische von Oesel. 2. Theil. M&moir. de l’acad. 
imperiale des sciences de St. Petersbourg, VIIe Serie Tome XLI 
No. 5 1893. 
Williamson W. C.: On the microscopie Structure of the Scales and dermal 
teeth of some Ganoid and Placoid fishes. Philosophical Transactions 
of the Royal Society of London 1849 Part. I. 
Zittel K. v: Handbuch der Palaeontologie I. Abth. Band III. München und 
Leipzig 1887. 


Einleitung. 


Die Histologie von Ganoidschuppen ist schon mehrfach zum 
Gegenstande von Untersuchungen gemacht worden, dieselben be- 
schränken sich indess lediglich auf eine nackte Beschreibung des 
mikroskopischen Bildes oder beschäftigen sich mit der allmählichen 
Entwickelung des Hautskeletes, nirgends jedoch wird die Syste- 
matik der Ganoiden auf Grund des feineren Baues derselben einer 
Prüfung unterworfen. Und doch ist, wie die Untersuchungen der 
letzten Jahre in anderen (Gebieten gezeigt haben, gerade in der 
Mikrostruktur eines der wichtigsten für die Systematik und die 
Stammesgeschichte der einzelnen Formen in Betracht kommenden 
Merkmale gegeben!). Ob auch der Körper eines Fisches infolge 
veränderter Lebensweise in späteren (Generationen eine andere 
Gestalt annimmt oder das anfangs aus spitzen Zähnen bestehende 
Gebiss zu einem zum Zerquetschen von Muschelschalen geeigneten, 
Pflasterzähne enthaltenden umgestaltet wird, das alles wird im all- 
gemeinen keinen Einfluss auf den Bau der einzelnen Schuppen ausüben; 
verwandtschaftliche Beziehungen werden sich in diesem somit auch 
bei morphologischen Verschiedenheiten erkennen lassen. 

Aus diesem Gesichtspunkte heraus wurde vorliegende Arbeit 
angefertigt. Sie wurde begonnen und ausgeführt auf den Rath 
meines verehrten Lehrers Herrn Professor Dr. Jaekel, dem ich an 
dieser Stelle für die gütige Anregung und Unterstützung, die mir 
derselbe hierbei zu theil werden liess, sowie für die Ueberlassung 
seiner Sammlung von Dünnschliffen zum Zwecke der Untersuchung 


!) Vergl. ©. Jaekel. Ueber mikroskopische Untersuchungen im Gebiete 
der Paläontologie. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie, Paläontologie. 
Jahrgang 1891. Bd. V. S. 178. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 147 


meinen Dank auszusprechen Gelegenheit nehme. Ebenso erlaube 
ieh mir Herrn Professor Dames für das mir gütigst zur Verfügung 
gestellte Material des Königlichen Museums für Naturkunde zu 
Berlin, sowie Herrn Professor Frech für einige dem geologisch- 
paläontologischen Institute der Universität Breslau gehörigen 
Schuppen meinen verbindlichsten Dank zu sagen. 


Material der Untersuchung. 


Zur Untersuchung wurden vorwiegend senkrecht zur Schuppen- 
oberfläche verlaufende Schliffe benutzt, soweit dies nicht durch 
allzu geringe Dicke der Schuppen unmöglich wurde In der- 
artigen Fällen konnte die Struktur daher nur undeutlich erkannt 
werden, da dieselbe im Flachschliffe niemals so klar wird, als dies 
im Querschliffe der Fall ist. Erschwerend für die Untersuchung 
wirkte ferner oft der Erhaltungszustand des Materials. Die einzelnen 
Hohlräume der Schuppe zeigten nicht selten mangelhafte Injicierung 
durch färbende Substanzen; dieselben hoben sich daher nur un- 
deutlich ab und konnten häufig allein durch Abblenden des Spiegels 
gesehen werden; bisweilen auch schienen sie da, wo ein Schluss 
per analogiam das Vorhandensein von solchen unbedingt voraus- 
setzen liess, d.h. in Fällen, wo nahe verwandte Formen dieselben 
in ausgezeichneter Weise zeigten, vollständig zu fehlen. Andrer- 
seits war es wieder die starke Imprägnation durch fremde Sub- 
stanzen, wie Bitumen, Eisenoxyd oder Schwefelkies, die eine ge- 
nauere Untersuchung oft zur Unmöglichkeit machte. Ich habe eine 
grosse Anzahl von Schuppen namentlich aus dem Carbon und Perm 
verschliffen, ohne auch nur eine schwache Erhellung des Präparates 
bemerken zu können. Andere mussten, um durchscheinend zu 
werden, so dünn geschliffen werden, dass sich zu einer genauen 
Beurtheilung der Struktur durch sie nicht gelangen liess, da bei sehr 
geringer Dicke naturgemäss leicht der Fall eintreten konnte, dass 
einzelne für den Aufbau der Schuppe wichtige Bestandtheile der- 
selben nicht von der Schliffebene getroffen wurden. Sehr gut da- 
gegen zeigten sich namentlich die aus dem weissen Jura von 
Solenhofen, Kelheim und Cirin stammenden Schuppen erhalten. Sie 
erschienen meist schwach gefärbt, so dass die einzelnen Teile der 
Schuppe sehr deutlich im Schliffe hervortraten. 


Geschichtliches. 


Der erste, welcher mikroskopische Untersuchungen über Ganoid- 
schuppen veröffentlichte, war L. Agassiz. Er unterschied bereits 
die beiden wesentlichen, die meisten Ganoidschuppen aufbauenden 
Schichten, deren obere er als „email“ bezeichnete, während er die 


10* 


148 Dr. H. Seupin: 


untere beschrieb als „du veritable tissu osseux parfaitement carac- 
terise par ses corpuscules fusiformes, qui donnent lieu & des rami- 
fications effildees et par toutes les caracteres physiques et chimiques, 
qui distinguent les tissus osseux.* Auch die feinere Struktur einzelner 
Schuppen war ihm schon bekannt. Ihm folgte Williamson mit der 
Beschreibung des Baues einer Anzahl Arten der Ganoiden und 
später Pander, der in seinen Arbeiten ausser den morphologischen 
auch die histologischen Verhältnisse einiger Crossopterygier-, Dip- 
noer- und Placodermengattungen einer eingehenden Darstellung 
unterzogen hat. Seine Untersuehungen sind in späterer Zeit von 
V. Rohon fortgesetzt worden. Weitere Arbeiten auf diesem Gebiete, 
die sie sich allerdings nur auf recente Ganoiden beschränken, haben 
Leydig, Reissner, Hertwig, Klaatsch und Nickerson geliefert. 
Ersterer versuchte den Nachweis zu führen, dass die von Agassiz 
als email bezeichnete oberste Lage der Schuppe nur als ein homo- 
gener ausgebildeter Theil des Hauptbestandtheils derselben aufzu- 
fassen sei, eine Ansicht, die bald darauf von Reissner eine Wider- 
legung erfuhr. Zu höchst interessanten Resultaten über die Ent- 
stehung der Schuppen gelangte Hertwig in seiner Abhandlung. 
Durch sorgfältige Vergleichung der einzelnen Theile des Hautskeletes 
zeigte er, dass Schuppen, Flossenplättchen und Belegknochen des 
Schädels und des Schultergürtels durch Concrescenz von Zahn- 
gruppen entstanden seien, auf die von der Epidermis aus Schmelz 
abgelagert wurde In letzter Zeit hat H. Klaatsch noch Unter- 
suchungen über die Entwicklung der Lepidosteus-Schuppe ver- 
öffentlicht, deren Ergebnisse von denen Hertwigs namentlich inso- 
fern abweichen, als nach seiner Ansicht die Ganoidschuppe nicht 
als ein Verschmelzungsprodukt einzelner Hautzähne aufzufassen, 
sondern der Placoidschuppe homolog anzusehen ist. Auch die 
Schmelznatur der oberen Schicht der "Schuppe wird von ihm be- 
stritten. Die Ansichten von Klaatsch haben später theilweise noch 
in Nickerson einen Vertreter gefunden, der nur in einigen Punkten 
von jenem abweicht. 

Ich werde auf die Ansichten der einzelnen Autoren noch 
näher zurückzukommen haben. 


Allgemeiner Bau der Ganoidschuppen. 


Die meisten Ganoidschuppen bestehen aus zwei sich deutlich 
durch Struktur und Färbung unterscheidenden Schichten. Die 
obere als Schmelz bezeichnete ist homogen, die untere dagegen 
zeigt sich von zahlreichen Kanälen und Zellen durchsetzt. Was zu- 
nächst den Schmelz anbelangt, so ist derselbe in der Regel mehr 
oder weniger deutlich geschichtet. Die einzelnen Lamellen sind in 
der Mitte der Schuppe meist eben gelagert, biegen indess weiter 

nach dem Rande hin, bisweilen ziemlich unvermittelt nach innen 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 149 


zu um. Wo Verzierungen auf der Schuppe vorhanden sind, werden 
dieselben fast immer wesentlich dureh Faltungen der oberen Schmelz- 
lamellen gebildet, während die unteren im allgemeinen nur wenig 
an der Oberflächengestaltung theilnehmen und regelmässigere Lage- 
rung zeigen, wie dies bei Fig.4 auf Taf.9 zu sehen ist. Das Verhältniss 
der Dicke des Schmelzes zu der der ganzen Schuppe ist für nahe 
mit einander verwandte Formen bei den typisch entwickelten 
Ganoidschuppen ein ziemlich konstantes und für einzelne Gattungen 
oft charakteristisch. Ich werde dasselbe der Bequemlickeit halber 
als „relative Dicke“ bezeichnen. Die übrigen dem Schmelze zu- 
kommenden Eigenthümlichkeiten sind bereits von früheren Autoren 
des näheren dargethan worden. Seine leichte Löslichkeit durch 
Säuren, seine grosse Härte, sowie die in polarisirtem Lichte deut- 
lich hervortretenden Farbenerscheinungen sind bekannt und sind 
Eigenschaften, die ihn als aus wesentlich unorganischer Substanz 
bestehend charakterisiren, und die er mit dem Schmelze der höheren 
Wirbelthiere gemein hat. 

Die Schmelznatur dieser obersten Lage der Schuppe ist mehr- 
fach in Abrede gestellt worden. Williamson gab ihr, da er die für 
den Schmelz der höheren Wirbelthiere charakteristische prismatische 
Struktur vermisste, um Verwechslungen vorzubeugen, den Namen 
Ganoin. Leydig wollte in ihr sogar nur eine Modifikation der 
unteren „von äusserst feinen Hohlräumen durchbrochenen und 
deshalb mehr homogenen“ Hauptsubstanz sehen. Sehr richtig weist 
indess schon Reissner darauf hin, dass Leydig nicht Schliffe, 
sondern Schnitte entkalkter Schuppen benutzt habe, also Schmelz, 
der bei der Behandlung mit Salzsäure natürlich gelöst worden sei, 
ja gar nicht habe beobachten können. Neuerdings ist noch Klaatsch 
gegen die Annahme einer echten Schmelzschicht aufgetreten. Auf 
Grund entwicklungsgeschichtlicher Untersuchungen versucht er 
nachzuweisen, dass die oberste Schicht der Lepidosteus-Schuppe 
keineswegs ein Produkt der Epidermis sei; indess scheint es einer 
Notiz zufolge, die sich in einer Abhandlung von Jaekel!) vor- 
findet, als wenn auch Herr Klaatsch jetzt in diesem Punkte 
seine Ansicht nicht mehr aufrecht erhalten wolle. Andrerseits 
hat V. Rohon nunmehr auch prismatische Struktur feststellen können. 
Der von Williamson gemachte Haupteinwand fällt somit hinweg, 
und wir können die fragliche Schicht daher mit gutem Grunde 
als echten Schmelz ansprechen. 

Der untere Theil der Schuppe zeigt sich ebenfalls meist 
deutlich aus Lamellen aufgebaut. Mehrere derselben bilden bis- 
weilen wieder dickere Schichten, die sich ähnlich den Jahresringen 
eines Baumes gegen einander abheben. Williamson bezeichnete 


1) O. Jaekel, Ueber sog. Faltenzähne und complieirte Zahnbildungen über- 
haupt Sitzungsber. der Gesellsch. naturforschender Freunde zu Berlin. Jahrg. 
1894. No.5. Seite 153. 


150 Dr. H. Seupin: 


solche Lamellencomplexe als laminae!). Die Lamellen sind niemals 
eben gelagert, sondern stets mehr oder weniger gebogen. Die 
Hauptbiegung liegt in der Regel in der Nähe der Vorderseite der 
Schuppe?). Bei einigen Ganoiden erscheinen die Lamellen sogar 
vollständig zurückgebogen, so dass die zuerst gebildeten Schichten 
nicht mehr oben, sondern in der Mitte der Schuppe liegen?). Die 
Grenze gegen den Schmelz ist meist nur in der Mitte glatt, an den 
Rändern bilden die Laminae fast immer mehr oder weniger deutlich 
ausgeprägte Leisten, die in denselben eingreifen). Es lässt sich 
diese Erscheinung auf stossweises Wachsen zurückführen, derart, 
dass sich an den in der Mitte liegenden zuerst gebildeten und von 
der Epidermis her mit einer Schmelzkappe bedeckten Theil der 
Schuppe ein weiterer Lamellencomplex anlegt, der seinerseits wieder 
den unteren Theil der Schmelzkappe umgreift. Ueber das Ganze 
legt sich sodann eine neue Schmelzschicht und so wächst die 
Schuppe weiter. 

Senkrecht zu den genannten Lamellen verläuft ein System von 
Kanälen, deren Stärke und Zahl in den verschiedenen Gattungen 
der Ganoiden sehr schwankt. Dieselben sind bereits von Reissner 
mit Zahnbeinkanälchen verglichen und später von O. Hertwig wegen 
ihrer Aehnlichkeit mit diesen auch als solche bezeichnet worden, 
Indess weist Klaatsch und mit ihm Nickerson ganz mit Recht darauf 
hin, dass eine solche Benennung bisher „an das alleinige Vor- 
kommen in einer zellenlosen Hartsubstanz gebunden war“, für 
Kanäle einer Knochenzellen enthaltenden Schuppe somit nicht zu- 
treffend sei. Ich möchte daher eine andere Bezeichnungsweise vor- 
schlagen, die lediglich für diese Kanälchen Anwendung findet und 
von dem die Schuppe in ihrer Hauptmasse aufbauenden Theile der- 
selben hergenommen ist. Der letztere wurde bisher meist schlecht- 
hin als Knochengewebe bezeichnet, doch scheint mir auch diese 
Benennung eben des Vorkommens der genannten Kanälchen wegen 
wenig geeignet und könnte hier besser auf diejenigen Theile einiger 
insbesondere bei den Crossopterygiern vorkommenden Schuppen be- 
schränkt werden, in denen diese Kanälchen zurücktreten, die aber 
Haversische Kanäle mit concentrischer Schichtung der sie um- 
sebenden Substanz enthalten. Um andrerseits wieder der immer- 
hin grossen Aehnlichkeit mit Knochengewebe Rechnung zu tragen, 
möchte ich daher nunmehr für den in Rede stehenden Theil der 
Schuppe den Namen „Ostein“* und für die diesen durchsetzenden, 
senkrecht zu den Lamellen desselben verlaufenden Kanäle den 
Namen „Osteinkanäle“ in Vorschlag bringen. 

Die Osteinkanäle nehmen ihren Anfang an der Innenfläche der 
Schuppe und endigen gewöhnlich unterhalb des Schmelzes. Wenn 

!) vergl. Taf.9 Fig. 8. 

2) vergl. Taf.9 Fig. 7 und 9. 

3) vergl. Taf..9°H2.10,7 Tat. 10.-B1g.7: 

*) besonders deutlich in Taf. 9 Fig. 6. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 151 


dies im Schliffe nicht immer deutlich zu Tage tritt, so liegt dies 
meist an der Lage der Schliffebene; ist dieselbe nicht die Mittel- 
ebene der Schuppe, so werden die meisten Kanälchen, da sie nach 
dem Centrum zu convergieren, mehr oder weniger quer getroffen 
werden und es können daher nur die obersten derselben bis zu 
Ende verfolgt werden. Man kann sich durch Drehen der Mikro- 
meterschraube des Mikroskops leicht hiervon überzeugen!). 

Die Kanäle gabeln sich häufig in wenige gleichwerthige Stämme. 
Unmittelbar unter dem Schmelze tritt bisweilen eine sehr feine 
Verästelung auf. Jeder Kanal entsendet dann zahlreiche kleine 
Zweige, die unregelmässig neben einander, bald gerade, bald ge- 
bogen verlaufen und nur mit starken Vergrösserungen erkannt 
werden können. Williamson hat ihrer zierlichen Beschaffenheit 
wegen den von ihnen durchsetzten Theil der Schuppe als „Kosmin“ 
bezeichnet?). Der Vergleich mit Zahnbeinkanälchen liegt in solchen 
Fällen besonders nahe und die Aehnlichkeit der bei einigen 
Crossoptorygiern vorkommenden, derartige Büscheln enthaltenden 
Tuberkeln mit Hautzähnchen ist schon Williamson aufgefallen. 

Die Osteinkanäle dringen bisweilen in den Schmelz ein, oft 
auch scheint ihr Ausgangspunkt in demselben zu liegen®). Es ist 
diese Erscheinung bereits von mehreren Autoren beobachtet worden, 
und wird um so interessanter, als sie im Schmelz der höheren 
Wirbeltiere bisher nur in ganz vereinzelten Fällen wahrgenommen 
worden ist. 

Ueber die Bedeutung der Osteinkanäle für die Schuppe sind 
die Ansichten getheil. Während Agassiz die Anschauung ver- 
tritt, dass sie der Ablagerung von Kalksubstanz dienen, schreiben 
ihnen andere die Funktion der Ernährung der ganzen Schuppe zu. 
Dass sie in der That bei der Bildung der einzelnen Lamellen der 
Schuppe eine grosse Rolle spielen, scheint mir aus der regelmässigen, 
senkrechten Lage der Laminae zu den Kanälen hervorzugehen. 

In sämmtlichen untersuchten Schuppen lässt sich noch eine 
zweite Reihe von Röhrchen beobachten. Sie sind ausserordentlich 
zart und liegen oft, den Schliff stellenweise geradezu verdunkelnd t), 
dicht gedrängt neben einander. Meist verlaufen sie sanft ge- 
geschlängelt unter schiefem Winkel zu den Osteinlamellen. William- 
son bezeichnet sie als „tubes lepidines“, während Kölliker und 
Klaatsch sie mit den sog. Sharpey’schen Fasern in Verbindung 
brachten. Ich werde zunächst die Bezeichnungsweise Williamsons 
beibehalten und erst am Schlusse, nachdem sich durch die Ver- 
theilung derselben in den einzelnen Arten genügendes Material er- 
geben hat, auf ihre Bedeutung zurückkommen. 

Ich habe nun noch die bereits erwähnten im Ostein vor- 

!, vergl. Taf. 9 fig. 8 und die schematische Zeichnung Taf. 10 Fig. 13. 

2) vergl. Taf. 9 Fig. 1 und 10a. 

3) Taf. 10 Fig. 1. 

=) Taf; 10 Eig.6. 


152 Dr. H. Scupin: 


kommenden, mit den Zellen im Knochen der höheren Wirbelthiere 
übereinstimmenden Knochenkörperchen zu besprechen. Sie sind 
meist in grosser Anzahl durch die ganze Schuppe vertheilt, in einem 
Schliffe habe ich allein gegen 600 gefunden. Ihre Gestalt ist spindel- 
oder sternförmig und zwar ist die Anordnung in der Regel der- 
artig, dass die spindelförmigen in dem unteren, die sternförmigen 
in dem oberen Theile des Osteins liegen. Sie entsenden meist 
mannigfach verzweigte Ausläufer, die sich von den etwa gleich 
starken Kosminröhrchen auch da, wo der Centraltheil des Knochen- 
körperchens nicht mehr im Schliffe liegt, leicht durch ihre grössere 
körperchens nicht mehr im Schliffe liegt, leicht durch grössere 
Divergenz unterscheiden lassen. Während diese sich ganz all- 
mählich abzweigen und einen sanft gebogenen Verlauf nehmen, 
tritt bei den Knochenkörperchen die Aestebildung viel unvermittelter 
auf und zeigt mitunter einen fast eckigen Charakter, auch sind hier 
die Ausläufer gewöhnlich lange nicht so zahlreich, als die Kosmin- 
röhrchen eines Osteinkanals. Die Knochenkörperchen communieiren 
durch ihre äussersten Fortsätze mit einander, wie dies bereits 
mehrfach beobachtet worden ist; ob eine Verbindung mit den Ver- 
ästelungen der Osteinkanäle besteht, habe ich, obwohl es von 
mehreren Autoren behauptet wird, ebensowenig wie Reissner er- 
kennen können, da die Feinheit dieser Aestchen eine Unterscheidung, 
ob zwei derselben getrennt über einander liegen oder in einander 
übergehen, unmöglich machte. Reissner will bemerkt haben, dass 
die Knochenkörperchen da, wo die Verästelungen der Kanälchen 
am reichlichsten entwickelt sind, fehlen. Er folgert daraus, dass 
diese geradezu den Ersatz für sie bilden. Ich habe diese Be- 
merkung nicht machen können; in einigen Schliffen zeigte sich 
allerdings ein spärlicheres Auftreten der Knochenkörperchen im 
Kosmin der Schuppe, doch konnten in andern durch besonders 
schöne Verästelungen ausgezeichneten Schliffen gerade hier die 
wohlentwickeltesten, nach allen Seiten hin ausgebildeten Knochen- 
körperchen beobachtet werden. 

Ausser diesen eben erwähnten, zwar in den einzelnen Gattungen 
der Ganoiden variirenden, aber doch fast überall deutlich zu be- 
obachtenden Merkmalen des Osteins sind noch die bei einigen Formen 
vorkommenden grösseren, meist horizontal verlaufenden Kanäle zu 
erwähnen. Sie sind von concentrisch geschichteten, Knochen- 
körperchen enthaltenden Lamellen umlagert und werden in der 
Regel als ‚Haversische Kanäle“ bezeichnet, wenn auch hier die 
concentrische Schichtung nicht so gut ausgeprägt ist als im Knochen 
der höheren Wirbelthiere, von denen die Bezeichnungsweise herüber- 
genommen ist. Sie stehen mit der Oberfläche der Schuj;pe in Ver- 
bindung. Bisweilen gehen von ihnen Östeinkanälchen aus, die sich 
meist bald in feine Kosminbüschel auflösen.!) 


!) Vergl. Taf. 9. Fig.1. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 153 


Ich schreite nunmehr zur Beschreibung der Schuppenstruktur 
der einzelnen Arten. Es wird dabei in Folgendem die Abkürzung 
M. N. = Museum für Naturkunde zu Berlin, 
C.J. = Privatsammlung von Herrn Professor Jaekel 
bedeuten. 


Crossopterygii. 
Rhombodipterini. 
Osteolepis macrolepidotus Pent. et Val.') 
Diluvialgeschiebe. Meseritz. 
Taf. 9, Fie.;l, 


Die Struktur der Schuppen von Osteolepis ist bereits von Pander 
beschrieben worden. Der mir vorliegende Schliff zeigt die von 
diesem Autor angegebenen Merkmale auf’s deutlichste. Der untere 
Theil der Schuppe wird von Haversischen Kanälen durchzogen, die 
einen meist horizontalen Verlauf nehmen und concentrisch von zahl- 
reichen Knochenkörperchen umlagert werden. Die letzteren sind 
ziemlich gross, ihre Ausläufer sind nicht sehr entwickelt und treten 
gegenüber dem Centraltheil bedeutend zurück. In der über dieser 
echten Knochenschicht lagernden Partie wird die Schichtung eine 
deutlichere. Die langgestreckten Knochenkörperchen liegen hier 
meist schief zu den horizontal gelagerten Lamellen, und zwar ist 
die Anordnung immer eine derartige, dass die in der gleichen Schicht 
liegenden einander parallele Längserstreckung zeigen. Die Ausläufer 
sind ausserordentlich klein und oft kaum zu bemerken. Dieser von 
Pander als Isopedin bezeichnete Theil der Schuppen geht weiter 
nach oben wieder in eine Schicht mit Haversischen Kanälen über, 
von denen feine baumartig verästelte Kosminröhrchen entspringen. 
Der Schliff erscheint in diesem seinen obersten Theile in regelmässige 
von derartigen Büscheln durchzogene Trapeze aufgelöst, die ihre 
Basis nach oben kehren und von einer Schmelzschicht umkleidet 
werden. Die bereits besprochene Aehnlichkeit mit Hautzähnchen 
tritt hier sehr deutlich hervor. 

Pander giebt an, dass einzelne der Haversischen Kanäle in 
auffallend gleichen Abständen bis zur Oberfläche verlaufen; aller- 
dings habe auch ich solche bemerkt, doch kann ich die von Pander 
abgebildeten und als Kanäle aufgefassten, sich erst verbreiternden, 
dann konisch nach oben verlaufenden Räume zwischen den Kosmin- 
bildungen nicht als Kanäle ansprechen. Scheint eime solche Form 


1) Da mir eine Kritik der systematischen Stellung der einzelnen Arten 
auf Grund morphologischer Merkmale fernliegen musste, habe ich von einem 
Synonimen-Verzeichniss abgesehen. 


154 Dr. H. Seupin: 


an sich schon auffallend, so spricht in vorliegendem Falle auch die 
Vertheilung des Schmelzes gegen eine derartige Annahme. Denn 
während derselbe in der von Pander gegebenen Abbildung nur am 
Oberrande zu bemerken ist, wird hier jeder der Kosminvorsprünge 
vollständig von Schmelz umgeben. Wir können es also hier nur 
mit den Zwischenräumen der dem Basalttheil der Schuppe aufsitzenden 
Hautzähnchen zu thun haben, die hier, wie sich aus einem Flach- 
schliffe (fig. 1a) ergiebt, seitlich untereinander verschmolzen sind 
und nur noch runde Oeffnungen zwischen sich lassen. 


Megalichthys laticeps Traqu. 


Carbon. Bourdiehouse. 


Es liegen mir zwei Schliffe von isoliert im Gestein liegenden 
Schuppen vor. Bei beiden ist eine unterste Knochenschicht mit 
Haversischen Kanälen gut ausgebildet. Die cencentrische Schichtung 
um dieselben ist noch deutlicher als bei der vorigen Gattung 
Die Ausläufer der Knochenkörperchen bilden eine der Schichtungs- 
richtung entsprechende gekrümmte Linie; an Grösse und Gestalt 
gleichen letztere nicht nur an dieser Stelle. sondern in der 
ganzen Schuppe denen von Osteolepis. Auch die darüber 
liegenden Schichten sind ähnlich wie bei dieser Gattung ent- 
wickelt. Es folgt eine Lage von Isopedin, eine weitere Knochen- 
schicht mit Haversischen Kanälen, eine Kosmin- und eine Schmelz- 
schicht, welch letztere indess hier nicht in die Zwischenräume der 
Kosminzähnchen eindringt, sondern diese nur auf der freien Ober- 
fläche bedeckt. 

M.N. 


Cyelodipterini. 
Holoptychius giganteus Ag. 
Devon. Sjass. 


Die schon von Agassiz und Pander beschriebene Struktur der 
Holoptychius-Schuppen ist neuerdings Gegenstand einer ausführlichen 
Beschreibung von V. Rohon geworden, auf die ich hiermit verweisen 
will. Immerhin sei der Vollständigkeit wegen eine kurze Charakte- 
ristik dieser Schuppen gegeben. Eine zu unterst liegende, Haversi- 
sche Kanäle enthaltende Knochenschicht ist hier nicht vorhanden, 
so dass das Isopedin, das sich in keiner Weise von dem der vorigen 
Gattungen unterscheidet, die Basis der Schuppe bildet. In der 
darüber liegenden Knochenschicht sind nach Rohon wieder zwei 
Unterabtheilungen zu unterscheiden, und zwar eine tiefere mit mehr 
horizontal und eine höhere mit mehr vertikal verlaufenden Haversi- 
schen Kanälen. Ein derartiger Unterschied tritt hier weniger deut- 
lich hervor, die Kanäle verlaufen oft mannigfach gebogen und 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 155 


a 
bringen hierdurch ein höchst unregelmässiges Maschenwerk hervor. 
Einzelne derselben dringen an die Oberfläche der Schuppe, wo sie 
zwischen den auf dieser vorhandenen Verzierungen in unregel- 
mässigen Abständen ausmünden. Gerade diese Unregelmässigkeit 
ist es, die den Hauptunterschied dieser Gattung und einiger noch 
zu beschreibender gegenüber Osteolepis und Megalichthys bildet. 
Aus den Haversischen Kanälen entspringende Kosminröhren habe 
ich nicht bemerken können, doch dürfte das auf das Fehlen einer 
injieirenden Substanz oder die Lage der Schliffebene zurückzuführen 
sein, jedenfalls kann nach den Untersuchungen Rohon’s an dem 
Vorhandensein derselben nicht gezweifelt werden. Der Schmelz ist 
sehr dünn und dürfte hierdurch ebenfalls ein Unterscheidungs- 
merkmal anderen ähnlich gebauten Schuppen gegenüber abgeben. 


BJ. 


Glyptolepis. 
Devon. Livland. 


Auch die Schuppen dieser Gattung bestehen aus lsopedin, 
einer darüberliegenden Knochenschicht mit Haversischen Kanälen, 
die in unregelmässigen Abständen an der Oberfläche endigen oder 
feinste Kosminröhrchen entsenden, und einer die Oberflächenver- 
zierungen bedeckenden Schmelzlage. Als Unterscheidungsmerkmal 
gegenüber Holoptychius führt Rohon zunächst die geringe Dicke der 
die Haversischen Kanäle enthaltenden Knochenschichten an, in der 
deshalb auch nicht wie bei dieser Gattung zwei verschiedene Lagen, 
eine solche mit horizontal und eine mit vertikal verlaufenden Kanälen, 
bemerkt werden könnten. Ich kann diese Beobachtung Rohon’s 
nicht bestätigen. Die mir vorliegenden Schliffe von Glyptolepis- 
Schuppen zeigen die in Rede stehende Schicht durchaus in gleicher 
Stärke wie bei Holoptychius, ein Unterschied scheint mir nur in 
dem regelmässigeren Verlaufe der Kanäle selbst zu liegen. „Ferner 
ist“, fährt Rohon fort, „die untere Knochenschicht das Isopedin, 
mit Bezugnahme auf die Anordnung der Knochenzellen, verschieden. 
Die letzteren sind bei Glyptolepis wie bei Östeolepis und noch 
anderen devonischen Fischen entsprechend der regelmässigen pa- 
rallelen Lamellirung gleichfalls regelmässig parallel und horizontal 
gelagert.‘ Auch in "diesem Punkte kann ich Rohon nicht bei- 
stimmen. Die Knochenkörperchen liegen bei Glyptolepis, soweit 
ich dieses habe beobachten können, ganz wie bei Holoptychius und 
dem entsprechend allerdings auch wie bei Osteolepis, d.h. mit ihrer 
Längsaxe schief zur Hauptschichtungsfläche. Es bleibt somit nur 
das dritte der von Rohon angegebenen Merkmale, die geringere 
Grösse der die Oberfläche verzierenden Tuberkeln, bestehen. Auch 
scheint mir Glyptolepis durch stärkere Ausbildung des Schmelzes 
ausgezeichnet zu sein, 


C.J. 


156 Dr. H. Sceupin: 


Polypterini. 
Polypterus Bichir Geoffr. 


Der Bau der Schuppen von Polypterus ist durch die Arbeiten 
von Leydig, Reissner und Hertwig schon längere Zeit bekannt. 
Trotzdem habe ich dieselben, um sie mit den Schuppen der oben 
beschriebenen Gattungen leichter vergleichen zu können, einer er- 
neuten Untersuchung unterzogen und hebe kurz das Wesentliche 
hervor. 

Die unteren Schichten der aus der Bauchgegend des Fisches 
stammenden Schuppen entsprechen durch ihre Lage und ihre deut- 
liche Lamellirung offenbar dem Isopedin der bisher genannten 
Gattungen; doch sind in vorliegendem Falle die Knochenkörperchen 
bedeutend regelmässiger gelagert. In der Nähe des Schuppenrandes 
biegen sich die Lamellen nach oben hin um. Ganz wie bei den 
fossilen Formen geht dieser Theil der Schuppe in eine Haversische 
Kanäle führende Schicht über, aus denen feine Kosminbüschel ent- 
springen. Die sowohl von Reissner als Hertwig abgebildeten an 
der Oberfläche ausmündenden Kanäle scheinen hier spärlicher auf- 
zutreten, da mehrere von mir gemachte Querschliffe keine solchen 
enthielten. An den Knochenkörperchen sind die Ausläufer meist 
reicher verzweigt, als dies bisher beobachtet werden konnte. Ein 
weiterer Unterschied liegt in dem massenhaften Auftreten von Le- 
pidinröhrchen, die weit in das Innere der Schuppe hineindringen 
und durch ihre Anhäufung stellenweise die Untersuchung erschweren. 
Die Schuppe wird von einer ziemlich dicken wohlgeschichteten 
Schmelzlage bedeckt. 

M.N. 


Heterocerci. 


Palaeoniseidae. 
Palaeoniscus spec. 
Carbon. New Brunswig. 
Taf. 9 Fig. 2. 


Der Schuppenbau dieser, sowie der folgenden Arten weicht 
vollständig von dem der eben beschriebenen ab. Er ist viel ein- 
facher und einheitlicher. Blutgefässe führende Kanäle treten hier 
zurück und sind nur noch untergeordnet vorhanden. Concentrische 
Schichtung scheint ganz zu fehlen; ein complieirtes Maschenwerk, wie 
es der Querschnitt der Crossopterygier zeigte, kommt nicht mehr 
vor. Ein Netz von Kanälen, die an Stärke etwa den Haversischen 
der letztgenannten Ordnung gleichkommen, konnte allerdings auch 
in einem Flachschliffe der vorliegenden Form beobachtet werden, 
doch sind dieselben nur in einem Theile der Schuppe zahlreicher 
vorhanden und fehlen sogar in anderen Schuppen desselben Fisches 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 157 


vollständig wie an einem von dem gleichen Exemplare genommenen 
Querschliffe festgestellt werden konnte. 

Der Verlauf der Kanäle in dem erstgenannten, die Schuppe 
unmittelbar unter dem Schmelze treffenden Flachschliffe ist ein durch 
seine Regelmässigkeit auffallender und sonst von mir nirgends be- 
obachteter. 

Die am Aussenrande der Schuppe beginnenden, geradlinig nach 
dem Inneren zu verlaufenden Kanäle werden durch meist voll- 
ständig rechtwinkelig von ihnen ausgehende Seitenkanäle verbunden, 
die, einen Kanal nach dem anderen durchschneidend, ebenfalls 
geradlinig der Richtung der Osteinlamellen folgen. Die Breite 
sämmtlicher parallel und senkrecht zu einander angeordneten Kanäle 
ist etwa in der ganzen Schuppe die gleiche. Feinere Kanälchen 
sind nicht vorhanden. Die Knochenkörperchen sind rundlich ge- 
staltet und scharf gegen die Ausläufer abgesetzt.!) 

M.N. 


Palaeoniscus vratislaviensis Ag. 
Perm. Oelberg b. Braunau. 
Taf-.92 Ries. 


Es treten hier die einzelnen Lamellen des Osteins sehr deutlich 
hervor. Sie sind schwach gewölbt und greifen mit vorn zugeschärft 
nach der Mitte zu umgebogen erscheinenden Leisten in den Schmelz 
ein; die Zahl der letzteren ist ziemlich bedeutend. Osteinkanäle 
habe ich nicht finden können. Dagegen sind Lepidintuben durch 
die ganze Schuppe vertheilt sehr gut zu sehen. Die Knochen- 
körperchen sind von derselben Gestalt, wie bei der vorigen 
Art, die relative Dicke des wohlgeschichteten Schmelzes beträgt 
etwa 1, ;—Vio- 

C.J. 


Palaeoniscus. 
Kupferschiefer. Eppichnellen. 


Ein mir vorliegender Querschliff ist besonders bemerkenswerth 
durch das Auftreten unmittelbar unter dem Schmelze liegender senk- 
recht zu ihrem Verlaufe durchschnittener Kanäle, die zweifellos mit 
den oben bei Palaeoniscus von New Brunswig beobachteten ident 
sind. Von concentrischer Schichtung ist nicht das Ge- 
ringste zu sehen und es mag daher wohl auch ein Schluss auf 
das Fehlen derselben bei der genannten Form einigermassen be- 
rechtigt erscheinen. Jedenfalls dürfen die vorliegenden nicht mehr 
als typische Haversische Kanäle gelten. Ebenso konnte das im 
Gegensatze zu Williamson bei der Gattung Palaeoniscus bisher von 


1:Der mangelhaften Injektion wegen ziehe ich es vor, erst die ganz ähnlich 
gestalteten Knochenkörperehen der nächst zu besprechenden Art genauer ab- 
zubilden. 


158 Dr. H. Scupin: 


mir noch nicht beobachtete Auftreten von Kosminröhrchen festgestellt 
werden, die von den grösseren Kanälen ihrer Ausgang nehmen, leider 
indess nur undeutlich wahrzunehmen sind. Die Lepidinröhrchen sind 
gleichmässig vertheilt, die Knochenkörperchen zeigen die gleiche 
Ausbildungsweise wie bei den anderen Formen der Gattung. Die 
relative Dicke des Schmelzes beträgt im vorliegenden Schliffe 
etwa Ye. 

M.N. 

Amblyterus. 


Perm. Autun. 


Die Osteinlamellen sind im grössten Theile der Schuppe nur 
schwach gebogen und greifen in der Nähe des Randes sehr deutlich 
in den Schmelz ein. Osteinkanäle habe ich nicht beobachten können. 
Das ganze Ostein wird von Lepidinröhrchen durchzogen, welche die 
Lamellen unter meist schiefem Winkel schneiden; in der Nähe des 
Vorderrandes sind sie in grösseren Mengen angehäuft. Die Knochen- 
körperchen gleichen durchaus denen der vorigen Gattung, überhaupt 
dürfte eine Unterscheidung auf histologische Merkmale hin sehr 
schwierig werden. Die Dicke des Schmelzes beträgt etwa !/,. der 
ganzen Schuppe. 

.J. 


Canobius politus Traqu. 
Caleciferous-Sandstone. 


Die einzelnen Lamellen des Osteins sind hier weniger gut wahr- 
zunehmen, dagegen treten die vorspringenden Leisten derselben 
deutlich hervor. Osteinkanäle sind auch hier nicht zu sehen, Le- 
pidintuben sind nur schwach entwickelt. Die Knochenkörperchen 
sind wenig zahlreich, ihre Gestalt ist die gleiche wie bei Palaeo- 
niscus. Die Dicke des Schmelzes ist ziemlich bedeutend und be- 
trägt '/, der ganzen Schuppe. 

M.N. 


Gyrolepis Albertii Ag. 
 Muschelkalk. Hildesheim. 
Tag Rica 


Die mir vorliegende Schuppe war als Gyrolepis tenuistriatus 
bestimmt, doch repräsentirt nach den Untersuchungen von W. Dames 
dieser Artname nur die Schuppen der oberen Schwanzregion von 
Gyrolepis Albertii. !) 

Die ziemlich dicke Schuppe ist stark mit Eisenoxyd imprägnirt, 
so dass Einzelheiten nicht deutlich wahrgenommen werden konnten. 
Die Lamellen des Osteins sind schwach nach oben gebogen. Ostein- 


1) Vergl. W. Dames: Die Ganoiden des deutschen Muschelkalkes. Palaeont. 
Abh. von Dames u. Kayser. Berlin 1888, 1889. Bd. IV. S. 21. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 159 


kanäle sind zahlreich in der ganzen Schuppe, Lepidinröhrchen vor- 
wiegend in der Nähe des Randes vorhanden. Die Gestalt der 
Knochenkörperchen lässt sich wegen der Infiltration nicht gut er- 
kennen. Der !/, der ganzen Schuppendicke einnehmende Schmelz 
ist sehr deutlich geschichtet. Die Rippen auf der Oberfläche sind 
durch die Faltungen der Lamellen desselben, insbesondere der 
oberen, bedingt. 
M.N. 


Platysomidae. 
Platysomus superbus Traqu. 
Caleiferous Sandstone. 

Taf. 9. Fig. 5. 


Die nur schlecht erkennbaren oberen und unteren Lamellen 
des Osteins convergiren nach dem Rande hin. Ob Osteinkanäle vor- 
handen sind, habe ich wegen der geringen Dicke des Schliffes, die 
durch die starke Bitumenfärbung bedingt war, nicht feststellen 
können. Die Knochenkörperchen sind etwas gestreckt, sonst aber 
nach demselben Typus gebaut, wie bei Palaeoniscus und verwandten 
Gattungen. Schmelz scheint nicht vorhanden zu sein. 


Die Struktur von Platysomusschuppen ist schon von Williamson 
beschrieben worden, doch weichen seine bei Platysomus parvulus 
gemachten Beobachtungen von den meinigen hinsichtlich des oberen 
Theiles der Schuppen ab. Nach diesem Autor entspringen aus dem 
unteren Theile des Osteins über einander liegende, im Querschnitte 
bogenförmig erscheinende Knochenleisten, die an den Rändern mit 
einander verwachsen, im Uebrigen aber durch Zwischenräume ge- 
trennt über die Schuppe hin verlaufen und auf dieser Rippen bilden. 
Ich habe bei vorliegender Art nichts dergleichen bemerken können, 
und es dürfte daher die Vorstellung, wie sie auch Zittel zu theilen 
scheint, dass eine solche Struktur überhaupt für Pla‘ysomus charak- 
teristisch sei, hierdurch hinfällig werden und in derselben vielmehr 
nur ein Artunterschied zu suchen sein. 


Cheirodopsis Geikii Traqu. 
Caleiferous Sandstone, 


Der Schuppenbau dieser in ihrer Gestalt Platysomus sehr nahe 
stehenden Form ist ausserordentlich einfach. Die Schuppen be- 
stehen ebenfalls nur aus Ostein, Schmelz habe ich auch hier nicht 
beobachten können. Von Osteinkanälen ist nichts zu sehen, da- 
gegen sind Lepidintuben erkennbar. Die Knochenkörperchen sind 
den bei Palaeoniscus beobachteten ähnlich, doch erscheint der Uentral- 
theil hier etwas eckiger, gegen die Ausläufer ist er gut abgesetzt. 


M.N 


160 Dr. H. Scupin: 


Euganoidei. 
Sphaerodontidae. 
Lepidotus speciosus Münst. 
Keuper. Seefeld. 

Taf.9 Fig. 6. 


Der Verlauf der einzelnen Lamellen des Osteins ist nicht gut 
zu beobachten, nur in der Gegend des Schmelzes treten dieselben 
deutlicher hervor; hier lässt sich auch eine schwache Ausbildung 
von Laminae feststellen, die mit kräftigen Leisten in den Schmelz 
eingreifen. Osteinkanäle sind in mässiger Anzahl vorhanden. Die 
von der Seite her eindringenden geben allerdings wegen der starken 
Bitumenfärbung nur undeutlich zu Tage tretende Seitenzweige ab, 
die stets in den vorspringenden Leisten der Osteinlamellen liegen. 
Die Knochenkörperchen sind unregelmässig vertheilt und vorwiegend 
im vorderen Theile der Schuppe zu bemerken. Sie zeigen einen 
meist eckigen Querschnitt, die Ausläufer sind gut ausgebildet und 
verästelt, doch nicht sehr zahlreich. Entsprechend der Gestalt des 
Centraltheils ist der Uebergang von diesem in die Ausläufer meist 
nicht so unvermittelt, als dies bei vollständig rundlich gestalteten 
Knochenkörperchen wie z. B. bei denen von Palaeoniscus der Fall 
ist; immerhin ist die Ansatzstelle der Ausläufer noch deutlich fest- 
zustellen'). Lepidintuben sind über den ganzen Schliff vertheilt, 
doch sind sie im vorderen Theile desselben häufiger, als an den 
anderen Stellen. Der Schmelz ist deutlich geschichtet, die relative 
Dicke desselben beträgt durchschnittlich !/.. 

M.N. 


Lepidotus Koeneni Branco. 
Weisser Jura. Kahlenberg bei Echte. 
Taf.9 Fig.7. 


Die sehr gut erkennbaren Lamellen des Osteins verlaufen zu- 
erst fast geradlinig vom Hinterrande der Schuppe aus unter ziem- 
lich spitzem Winkel zur Oberfläche, biegen dann im vorderen Theile 
um und nehmen einen schwach gekrümmten Verlauf gegen den 
Schmelz hin, in den sie mit am Hinterrande sehr deutlich, am 
Vorderrande weniger gut wahrnehmbaren Leisten eingreifen. 
Östeinkanäle sind sehr zahlreich vorhanden. Die vom Grunde 
der Schuppe aus aufsteigenden endigen ungetheilt oder gabeln 
sich nur einmal, während die vom Rande her eindringenden 
wie bei der vorigen Art in die Östeinleisten hinein Seiten- 


!) Wie oben mögen auch hier erst die besser injieirten in den wichtigsten 
Punkten gleich gebauten Knochenkörperchen der nächsten Art zur besonderen 
Abbildung gelangen. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 161 


zweige entsenden. Die letzteren sind indess hier viel dichter 
und bilden schöne Kosminbüschel. “ Die Knochenkörperchen sind in 
den unteren Lamellen der Schuppe von spindelförmiger Gestalt und 
auf den Schichtflächen angeordnet. Die weiter oben liegenden 
zeigen einen polygonalen Querschnitt. Die von den Enden aus- 
gehenden verhältnissmässig gut abgesetzten Fortsätze sind ziemlich 
lang; sie sind stärker verzweigt als bei der vorigen Art. Lepidin- 
tuben liegen in dichten Massen und den Schliff hier geradezu ver- 
dunkelnd im Innern der Schuppe unter dem Schmelze und ziehen 
sich von hier als dicker Strang nach dem Hinterrande. Die Dicke 
des auch hier sehr schön geschichteten Schmelzes bleibt über die 
ganze Schuppe hin ziemlich die gleiche. An der dicksten Stelle 
der Schuppe beträgt sie '/,, am Hinterrande fast die Hälfte der 
ganzen Schuppe. 

Es ist hier noch auf eine Erscheinung hinzuweisen, auf die ich 
durch Herrn Prof. Jaekel aufmerksam gemacht wurde und die, 
wenn auch für die Mikrostruktur dieser Art selbst nicht in Betracht 
kommend, doch immerhin von Interesse sein dürfte. Es gehen hier 
vom Grunde der Schuppe mehrere Kanäle aus, die bedeutend dicker 
als die Osteinkanäle unregelmässig durch einander verlaufen und 
stets ganz unvermittelt endigen (Fig. 7a). Ihre regellose Anordnung 
schliesst den Gedanken, sie mit der Histologie der Schuppe selbst 
irgendwie in Zusammenhang zu bringen, sofort aus; dagegen zeigen 
sie grosse Aehnlichkeit mit Gebilden, wie sie zuerst in Fisch- 
schuppen von B. Rose!) entdeckt wurden, der sie als Bohrgänge 
von „infusorial parasitics* deutete. Aehnliche durch die zerstörende 
Thätigkeit von Organismen hervorgebrachte Spuren wurden später 
im Knochen von W. Roux?), der einen kalkfressenden Fadenpilz 
— von ihm als Mycelites ossifragus bezeichnet — annahm, und im 
Dentin von O. Jaekel?) aufgefunden. 

M.N. 


Lepidotus giganteus Quenst. 
Weisser Jura. Kehlheim. 


Die Lamellen verlaufen, ähnlich wie in der vorigen Art, im 
grössten Theile des Schliffes ziemlich geradlinig unter spitzem 
Winkel gegen den Schmelz und sind im vordersten Theile gegen 


1) C. B. Rose. On the Discovery of Parasitic Borings in Fossil Fishscales, 
Transactions of the miscroscopical society of London. New series, volume III 1855. 

2) W. Roux. Ueber eine im Knochen lebende Gruppe von Fadenpilzen 
(Mycelites ossifragus). Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Leipzig 1837. 
Bd. 45 pg. 227—255. Tab. XIV. 

3) O. Jaekel. Ueber die systematische Stellusg und über fossile Reste der 
Gattung Pristiophorus. Zeitschrift der deutschen geol. Gesellschaft. Berlin 
1890. Tab. III, Fig. 1. Tab. V, pg. 97. 


O. Jaekel. Ueber Gänge von Fadenpilzen (Mycelites ossifragus Roux) in 
Dentinbildungen. Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde. 


Berlin 1890. 
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd.I. H.2. 11 


162 Dr. H. Seupin: 


diesen hin aufgebogen. Sie springen nur wenig in den Schmelz 
hinein vor. Osteinkanäle sind zahlreich vorhanden und ziemlich 
dick. Kosminbildungen sind hier nicht zu sehen und nur ganz un- 
deutlich lassen sich schwache Seitenästchen der vom Rande her 
eindringenden Kanäle feststellen. Die Gestalt der Knochenkörperchen 
ist wegen mangelhafter Injektion durch färbende Substanzen nicht 
recht festzustellen. Lepidinröhrchen sind stark entwickelt und 
treten in einzelnen Lagen namentlich am vorderen Theile der 
Schuppe gut hervor. Die Schichtung des Schmelzes, dessen Dicke 
wieder durchschnittlich '/;, der ganzen Schuppe beträgt, ist deutlich 
wahrnehmbar. 
DJ: 


Lepidotus minor Ag. 
Purbeck. Swanage. 


In dem mir vorliegenden parallel zum Vorderrande gemachten 
Schliffe ist eine sehr deutliche Ausbildung von Laminae, die mit 
oben meist abgerundeten Leisten in den Schmelz vorspringen, wahr- 
zunehmen. Die Osteinkanäle gleichen an Stärke und Häufigkeit 
denen der vorigen Art. In den Osteinleisten liegen ähnlich wie bei 
Lepidotus Koeneni gestaltete Kosminbüschel. Auch die stellenweise 
sehr zahlreichen Knochenkörperchen zeigen durchaus gleichen Bau. 
Lepidinröhrchen verlaufen von der Mitte des Schliffes her in 
schräger Richtung nach dem Unterrande desselben. Sie sind 
stellenweise sehr dicht angehäuft und bilden hierdurch breite 
Bänder, die der Richtung der Osteinlamellen folgend in gleichen 
Abständen von einander liegen, doch können sie auch in den 
Zwischenräumen derselben, wenn auch weniger deutlich, beobachtet 
werden. Die relative Dicke des aus deutlichen Lamellen auf- 
gebauten Schmelzes ist die gleiche, wie bei den vorgenannten 
Lepidotus-Arten. 

M.N. 


Lepidotus Mantelli Ag. 
Wealden. England. 
Taf.9 Fig. 8. 


Diese Art zeigt alle für die Gattung Lepidotus gefundenen 
Merkmale in schöner Weise. Der Verlauf der Lamellen zwischen 
Vorder- und Hinterrand ist der bisher beobachtete. Laminae sind 
vortrefflich ausgebildet und endigen in starken, zugeschärften, 
zwischen die Schmelzlamellen eingreifenden Leisten. Dieselben sind 
namentlich am Vorderrande sehr kräftig entwickelt, weiter nach 
der Mitte hin flachen sie sich mehr und mehr ab, so dass die 
Grenze des Osteins gegen den Schmelz hier unregelmässig höckerig 
erscheint. Die Osteinkanäle, die auf der Abbildung infolge der 
Lage der Schliffläche!) nur als ganz kurze geschwungene Linien 


1) vergl. Seite 151. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 163 


erscheinen, sind sehr zahlreich, die vom Rande her eindringenden 
entsenden auch hier in die Osteinleisten hinein verlaufende Seiten- 
zweige. Die in grosser Menge in der Schuppe vertheilten Knochen- 
körperchen sind etwas weniger verzweigt, als die der letztgenannten 
Art, zeigen indess sonst keine Abweichung in ihrer Ausbildungs- 
weise. Lepidintuben liegen im vorderen Theile der Schuppe in 
Reihen angeordnet. Die relative Dicke des gut geschichteten 
Schmelzes ist auch hier wieder !/.. 


Colobodus. 
Oberer Muschelkalk. Steinbiedersdorf. 
Taf. 9 Fig. 9. 


Die Lagerung der Osteinlamellen ist ähnlich wie bei Lepidotus; 
die vorspringenden Leisten des Ostein sind zahlreich, doch nicht 
sehr gross. Osteinkanäle sind in grosser Menge vorhanden. Die 
Knochenkörperchen sind ziemlich ähnlich denen der vorigen Gattung 
gestaltet, doch ist der Centraltheil in der Regel etwas grösser, 
auch sind die Fortsätze meist durch grössere Länge sowie stärkere 
Verzweigung ausgezeichnet. Lepidinröhrchen liegen in dichten 
Massen im Innern der Schuppe unter dem Schmelze, in ihren 
Anhäufungen die Konturen des ganzen Schliffes wiedergebend, und 
ziehen sich von hier aus allmählich spärlicher werdend nach dem 
vorderen Theile desselben. Die Lamellen des Schmelzes treten sehr 
deutlich hervor, die relative Dicke des letzteren beträgt !/;. Der 
Schmelz erscheint hier dadurch, dass die Lamellen des Osteins 
nicht nur auf der Unterseite in ihn eingreifen, sondern ihn auch 
nach vorn völlig abschliessen etwas in die Schuppe eingesenkt, eine 
Eigenthümlichkeit, die unter den untersuchten Lepidotus-Arten nur 
der ältesten derselben, Lepidotus speciosus zukommt. 


Colobodus spee. 
Muschelkalk. Oberschlesien. 


Die isolirt im Gestein liegende Schuppe wurde zum Zwecke der 
Untersuchung senkrecht zu ihrer Längserstreckung durchschnitten ; 
der vordere Theil wurde parallel den Seitenrändern, der hintere 
senkrecht dazu geschliffen. Das erste Präparat zeigte im Verlaufe 
der Lamellen, in der Beschaffenheit der Osteinkanäle und der 
Knochenkörperchen sowie des Schmelzes dieselben Verhältnisse wie 
die erst beschriebene Art dieser Gattung. Lepidinröhrchen treten 
hier noch massenhafter auf. Die Kosminbildungen sind in ihrer 
Verbreitung ziemlich beschränkt. Während in dem parallel zum 
Seitenrande gemachten Schliffe nichts von solchen zu sehen ist, zeigt 
der dem Vorderrande parallele dieselben in ausgezeichneter 
Weise. Die Kanälchen bilden hier noch dichtere Büschel, 
als dies bei den Arten von Lepidotus, wo Kosminbildungen gut 
beobachtet werden konnten, der Fall war. Dieselben gehen auch 


11a 


164 Dr. H. Scupin: 


hier nur von den seitlich eindringenden Osteinkanälen aus; sie sind 
ebenso angeordnet wie in der genannten Gattung und liegen in den 
sehr gut ausgebildeten in den Schmelz vorspringenden Leisten der 
Östeinlamellen. 


M.N. 


Colobodus chorzowiensis (v. Meyer) Dam. 
Unterer Muschelkalk. Ober-Schlesien. 
Taf.9 Fig. 10. 


Es wurden von der vorliegenden Schuppe zwei Schliffe senk- 
recht zur Oberfläche gemacht. Die Ebene des einen verläuft in 
der Nähe des Seitenrandes innerhalb der einen Rippe, der zweite, 
senkrecht zum Vorderrande gemachte, die Schuppe halbirende 
Schliff schneidet eine andere Rippe schief. Der hierdurch sehr 
deutlich werdende Bau der Schuppe erscheint etwas fremdartig, 
so dass ich anfangs Bedenken getragen habe, dieselbe überhaupt 
bei der vorliegenden Gattung zu belassen, doch sind andrerseits 
wieder mehrere gemeinsame Merkmale vorhanden, welche für die 
von W. Dames!) vertretene Annahme der Zugehörigkeit dieser von 
Eck als Pleurolepis silesiacus bezeichneten Schuppen zu Colobodus 
sprechen; jedenfalls dürften wir es hier mit einer Uebergangsform 
zu thun haben. 

Die Osteinlamellen zeigen in der Mitte der Schuppe einen 
leicht welligen Verlauf und biegen sich an den Rändern stark 
gegen den Schmelz hin zurück. Das hierdurch entstehende Bild 
weicht wesentlich von dem bei den andern Colobodus- und damit 
auch Lepidotus-Arten beobachteten ab. Aehnlich wie bei diesen 
sind dagegen die in den Schmelz eingreifenden Leisten entwickelt, 
die namentlich am Rande sehr gut ausgebildet sind. Osteinkanäle 
sind zahlreich vorhanden. Kosminbildung ist sehr deutlich; 
dieselbe ist am Rande und in der Mitte etwas verschieden. 
Während die Röhrchen hier nur geringe Neigung zur Bildung von 
Verzweigungen zeigen und meist aus einem Kanale entspringen, 
sind dieselben am Rande mannigfach verästelt und bilden ein 
reiches Netzwerk. (Taf. 9 Fig. 10a.) Die Form, in der an dieser 
Stelle das Kosmin entwickelt ist, habe ich bei keiner anderen Art 
von Colobodus oder Lepidotus bemerken können, dagegen ergiebt 
ein Vergleich des Kosmins im Innern der Schuppe mit dem der 
vorgenannten Arten eine grosse Uebereinstimmung in der Aus- 
bildungsweise. Was die Knochenkörperchen anbelangt, so sind hier 
zwei verschiedene Typen zu unterscheiden. Während die einen im 
allgemeinen den bei den oben beschriebenen Colobodus-Arten be- 
obachteten gleichen, zeigen die unmittelbar unter dem Schmelze 
liegenden, von denen ein besonders deutliches in Fig. 10b dar- 
gestellt ist, einen etwas anderen Bau. Der Centraltheil ist hier 


!) W. Dames. Die Ganoiden des deutschen Muschelkalkes. S. 39. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 165 


meisst grösser, auch sind die Ausläufer oft länger und stärker ver- 
ästelt. Die dem Centraltheil ansitzenden Hauptstämme der einzelnen 
Fortsätze sind bisweilen ziemlich dick, die Ansatzstelle ist meist 
deutlich festzustellen- Lepidintuben sind über die ganze Schuppe 
vertheilt; in den Biegungen der Lamellen liegen sie dichter als an 
den übrigen Stellen, wo sie oft nur vereinzelt auftreten. Der 
Schmelz ist relativ dicker als bei den übrigen Arten, doch ist das 
auch diesen zukommende Merkmal einer Einbettung desselben in 
das Ostein hier in ausgezeichneter Weise ausgeprägt. Es ist das 
namentlich in dem die eine Rippe schief durchschneidenden Mittel- 
schliffe, wo der Schmelz von drei Seiten von den Osteinlamellen 
nmschlossen wird, sehr gut zu sehen. 


Dactylolepis gogoliniensis Kunisch. 
Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellschaft 1885. Seite 588. 
Muschelkalk. Oberschlesien. 


Die von mir untersuchten Schuppen, die ich der Güte des 
Herrn Professor Frech verdanke, stammen von dem im Besitze des 
geologisch-paläontologischen Museums zu Breslau befindlichen, von 
Kunisch beschriebenen und zum Vertreter einer neuen Gattung ge- 
machten Originalexemplare. Dasselbe ist später von Dames!) als 
zu Colobodus gehörig erkannt worden. In der That erinnert auch 
die Mikrostruktur sehr an diejenige dieser Gattung. Die Ostein- 
lamellen verlaufen in der für die typischen Formen der letzteren 
charakteristischen Weise, d.h. in dem hinteren grösseren Theile 
der Schuppe unter ziemlich spitzem Winkel gegen die Oberfläche, 
und sind vorn gegen diese hin aufgebogen. Sie greifen deutlich in 
den sehr gut geschichteten, etwa !/, der ganzen Schuppendicke ein- 
nehmenden Schmelz ein, der auch hier in die Schuppe schwach 
eingesenkt erscheint. Von den Östeinkanälen ausgehende Kosmin- 
röhrchen sind ebenfalls nur in einer schmalen Zone in der Nähe 
des Seitenrandes entwickelt und konnten nur an einem von hier 
stammenden Fragmente nachgewiesen werden, während ein senk- 
recht zum Vorderrande gemachter, etwa durch die Mitte der 
Schuppe gehender Schliff keine Spur davon zeigte. Die Knochen- 
körperchen sind fast gar nicht injieiert und lassen sich daher nicht 
näher auf ihren Bau hin untersuchen. Auch von Lepidinröhrchen 
ist wohl aus demselben Grunde nichts zu sehen. Wenngleich auch 
so die Struktur der vorliegenden Schuppen nicht in allen Einzel- 
heiten erkannt werden konnte, so wird doch durch die in den an- 
gegebenen Punkten liegenden Uebereinstimmung mit Colobodus die 
Einreihung in diese Gattung nun auch vom histologischen Stand- 
punkte aus gerechtfertigt. 

M.N. 


!) Dames, Ganoiden des deutschen Muschelkalkes 8. 28, 


166 Dr. H. Scupin: 


Ginglymodi. 
Lepidosteus. 


Land£nien. 
Taf. 10 Fig.1. 


Der mikroskopische Bau der vorliegenden, als zu Lepidosteus 
gehörig bestimmten, aus dem belgischen Eocän stammenden Schuppe 
zeigt entschieden Beziehungen zu Lepidotus. In den Schmelz vor- 
springende Östeinleisten sind sehr deutlich ausgebildet. Die Ostein- 
kanäle dürften, was ihre Häufigkeit anbelangt, den bei der ge- 
nannten Gattung beobachteten gleichkommen. Einzelne derselben 
liegen zum Theil im Schmelze und scheinen in diesem ihren Aus- 
gangspunkt zu haben. Die Knochenkörperchen sind ziemlich zahl- 
reich und in Grösse und Form von denen von Lepidotus nicht zu 
unterscheiden. Der Hauptunterschiod gegenüber dieser Gattung 
liegt in den Lepidinröhrchen, die hier viel zahlreicher auftreten 
und ae die ganze Schuppe vertheilt sind. 


Lepidosteus osseus Lin. 


Es ist begreiflich, dass die grossen glänzenden Schuppen 
dieser lebenden Art schon verhältnissmässig früh die Aufmerksamkeit 
der Forscher auf sich gelenkt haben. Dieselben sind denn auch 
der Gegenstand zahlreicher histologischer Untersuchungen ge- 
worden. Die verschiedenen Beschreibungen des mikroskopischen 
Bildes stimmen im allgemeinen überein und nur die Deutung und 
Benennung der einzelnen, die Schuppe aufbauenden Theile hat zu 
Meinungsverschiedenheiten Anlass gegeben. Von der vorigen Art 
scheint mir die vorliegende im Wesentlichen durch das noch stärkere 
Auftreten von Lepidinröhrchen, die gleichmässig die ganze Schuppe 
durchziehen, unterschieden zu sein. In der Mitte der Schuppe 
steigen, wie dies übereinstimmend von allen Autoren angegeben 
wird, einige wenige Blutgefässe führende Kanäle von der unteren 
Fläche aus empor; zur Ausbildung eines Kanalnetzes kommt es 
nicht, und auch Hertwig bemerkt, dass hierin der Hauptunterschied 
gegenüber Polypterus zu suchen sei. Das indess die hier vor- 
handenen Kanäle den bei den Crossopterygiern beobachteten 
Haversischen Kanälen homolog sind, darauf macht bereits Reissner 
aufmerksam, da nach seinen Beobachtungen einzelne der Ostein- 
kanäle in ähnlicher Weise wie bei Polypterus von denselben ihren 
Ausgang nehmen. Der Schmelz ist wohl geschichtet. Gerade die 
Schuppen von Lepidosteus sind mehrfach zur Entscheidung der 
Frage, ob wir es bei den Ganoiden überhaupt mit Schmelz zu thun 
haben, herangezogen worden. Reissner prüfte das Verhalten der- 
selben gegen Säuren und stellte die Löslichkeit dieser in Frage 
stehenden homogenen obersten Schicht der Schuppe fest, ein Ver- 
such, auf den auch Hertwig zurückgreift, um die Schmelznatur der- 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 167 


selben zu beweisen. Wie bereits oben ausgeführt worden, ist 
Klaatsch auf Grund entwicklungsgeschichtlicher Beobachtungen zu 
entgegengesetzten Resultaten gelangt. Er brachte die von ihm mit 
Williamson als Ganoin bezeichnete Schmelzschicht in Zusammen- 
hang mit den im oberen Theile der sich entwickelnden Schuppe 
auftretenden Zähnchen und glaubte beobachtet zu haben, „dass in 
der Epidermis keine Veränderungen auftreten, die eine Schmelz- 
bildung einleiten, abgesehen von den Stellen, wo Zähnchen gegen 
die Oberhaut vordringen.“ — „Die Ganoinschicht entsteht“, fährt 
er fort, „im Anschlusse an die Zahnbildung der Schuppe, sie ist 
eine direkte Fortsetzung des Zahnbeins der kleinen Schuppen- 
zähne.“ Ich habe bereits darauf aufmerksam gemacht'), dass es 
neuerdings den Anschein hat, als wenn auch Herr Klaatsch nicht 
mehr an seiner Ansicht festhalten würde). 


Stylodontidae. 


Dapedius punctatus Ag. 
Lias. Metzingen. 
Taf.10 Fig. 2. 


Die Osteinlamellen greifen hier mit nur sehr kleinen erst bei 
scharfer Vergrösserung sichtbar werdenden Leisten in den Schmelz 
ein. Die Schichtung ist nicht eben deutlich. Osteinkanäle sind 
wenig zahlreich und nicht sehr dick. Kosminbildungen habe ich 
nirgends finden können, dagegen kommen Gabelungen in gleich- 
werthige Aeste mehrfach vor. Ausserdem zeigt der eine der zur 
Untersuchung gekommenen Schliffe die Querschnitte von drei 
grösseren Kanälen; concentrische Schichtung ist nicht vorhanden. 
Die nicht sehr zahlreichen, doch ziemlich regelmässig in der Schuppe 
vertheilten Knochenkörperchen zeigen mit den bei Lepidotus vor- 
kommenden Aehnlichkeit, doch scheinen mir die Ausläufer weniger 
verzweigt, der Centraltheil kleiner zu sein als bei diesen. Lepidin- 
röhrchen sind namentlich im vorderen Theile in dichten Anhäufungen 
wahrzunehmen. Sie nehmen einen meist sanft geschlängelten Ver- 
lauf und sind lagenweise angeordnet. Der Schmelz ist sehr dünn 
und nimmt etwa !/,, der ganzen Schuppendicke ein. 


MN 
Dapedius pholidotus Ag. 
Lias. Boll. 


Die Art ist histologisch von der vorigen kaum unterschieden. 
Die Lamellen treten hier etwas deutlicher hervor, die Osteinkanäle 


1) vergl. Seite 149. 

®2) Hinsichtlich der weiteren mikroskopischen Einzelheiten, die für den 
Zweck vorliegender Arbeit nicht in Betracht kommen, möge ein Hinweis auf 
die oben angeführten eingehenden Darstellungen genügen. 


168 Dr. H. Scupin: 


scheinen noch spärlicher zu sein, von Kosminbildung ist auch hier 
nichts zu bemerken. Die Knochenkörperchen gleichen durchaus 
den bei der vorigen Art beobachteten, Lepidinröhrchen liegen im 
vorderen Theile der Schuppe. Der Schmelz ist ebenfalls sehr 
dünn, nur Schuppen aus der Schwanzregion zeigen eine etwas 
dickere Schmelzdecke. 

M.N. 


Semionotus Bergeri Ag. 
Keuper. Koburg. 


An den mir vorliegenden Schliffen ist wegen der geringen 
Dicke der Schuppe nur wenig zu sehen, so dass ich weder über 
die Osteinkanäle, noch über die Gestalt der Knochenkörperchen 
irgend welche Angaben zu machen im Stande bin. Die Schichtung 
des Osteins ist undeutlich, in den Schmelz eingreifende Leisten sind 
nicht zu bemerken. Der Schmelz selbst nimmt einen verhältniss- 
mässig grossen Theil der Schuppe ein, seine relative Dicke beträgt 
etwa 1/,—Vs. 


Semionotus latus Ag. 
Keuper. Seefeld. 
Taf.10 Fig. 3. 


Obwohl vorliegende Art jetzt vielfach zu Lepidotus gerechnet 
wird und in der That auch mancherlei gemeinsame histologische 
Merkmale mit den Sphaerodonten überhaupt aufweist, so habe ich 
doch der immerhin bestehenden Unterschiede wegen davon abge- 
sehen, dieselbe unter den von mir untersuchten Arten dieser 
Gattung mit aufzuführen und beschreibe dieselbe daher unter dem 
von Agassiz eingeführten Namen, 

Der Verlauf der einzelnen Lamellen ist nur undeutlich zu be- 
obachten. In dem nach hinten gelegenen hier nicht mehr mit ab- 
gebildeten Theile der Schuppe sind dieselben fast gar nicht wahr- 
zunehmen, weiter nach vorn hingegen sieht man, dass dieselben 
ähnlich, wie bei Lepidotus gelagert sind, doch ist auch hier die 
Schichtung lange nicht so gut ausgeprägt, wie bei dieser Gattung, 
der die vorliegende Artin der Dicke der Schuppen etwa gleichkommt. 
In den Schmelz vorspringende Leisten sind vorhanden, indess nicht 
sehr gross. Die Osteinkanäle sind ziemlich fein. Kosmin- 
bildung ist nicht vorhanden. Auch Williamson konstatirt bei 
einer anderen Art dieser Gattung ausdrücklich das Fehlen 
derselben als negatives Merkmal. Die Knochenkörperchen 
gleichen denen von Lepidotus, sind indess kleiner und ziemlich 
spärlich. Lepidinröhrchen sind im vorderen Theile zu bemerken, 
jedoch nicht sehr deutlich ausgebildet. Die relative Dicke des wohl- 
geschichteten Schmelzes beträgt '/;. 

Liegt so einerseits in dem Mangel einer deutlichen Schichtung, 
sowie in dem Fehlen von Kosminbildung ein wichtiger Unterschied 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 169 


Lepidotus gegenüber, so lassen andererseits die Gestalt der Knochen- 
körperchen, die Dicke der Schuppe selbst, sowie die Lagerung der 
Osteinlamellen, wo solche überhaupt beobachtet werden konnten, 
die vorliegende Form als nahe verwandt mit dieser Gattung er- 
scheinen. 


M.N. 
Saurodontidae. 


Pholidophorus Bechei Ag. 
Lias. Lyme Regis. 
Taf. 10 Fig. 4, 


Die Lamellen des Osteins sind im grössten Theile der Schuppe 
ziemlich eben gelagert und biegen erst ganz am Rande um; sie 
sind sehr dünn und geben dadurch dem Schliffe ein fein faseriges 
Aussehen. Die Osteinkanäle sind etwas dicker als bei Dapedius, 
ihre Anzahl dürfte etwa dieselbe sein wie bei dieser Gattung. 
Kosminbildungen sind nicht vorhanden. Die Knochenkörperchen 
(Fig. 4a) sind abweichend von den bisher beobachteten gebaut. 
Der Centraltheil erscheint hier in Zipfel ausgezogen, die sich all- 
mählich in verzweigte Ausläufer fortsetzen, so dass sich nicht immer 
leicht entscheiden lässt, wo diese beginnen. Lepidinröhrchen habe 
ich hier nicht bemerken können. Die Grenze gegen den Schmelz 
erscheint fast glatt. Der letztere ist wohl geschichtet und nimmt 
1/, der ganzen nicht eben dicken Schuppe ein. 

M.N. 


Pholidophorus germanicus Quenst. 
Lias. Boll. 


Ein wesentlicher Unterschied gegenüber der eben genannten 
Art besteht nicht. Osteinkanäle, Knochenkörperchen und Schmelz 
sind in gleicher Weise ausgebildet. Lepidinröhrchen konnten hier 
deutlich festgestellt werden. 


Ptycholepis bollensis Ag. 
Lias. Boll. 
Taf. 10. Fig. 5. 


Die Schichtung des Osteins ist nicht sehr deutlich. In den 
Schmelz eingreifende Leisten sind vorhanden, doch treten dieselben 
erst bei starker Vergrösserung hervor. Osteinkanäle sind nicht sehr 
zahlreich zu sehen. Die seitlich eindringenden zeigen sehr schöne 
Kosminentwickelung. Der Hauptstamm giebt einige wenige Aeste 
ab, die sich ihrerseits dann wieder mannigfach verzweigen; die 
letzten Aestchen sind alle senkrecht gegen den Schmelz gerichtet 
und geben durch ihre grosse Zahl der Grenzschicht gegen diesen 
hin ein höchst charakteristisches Aussehen. Die Knochenkörperchen 
sind in grosser Menge in der Schuppe vertheilt. Sie sind schon 


170 Dr. H. Sceupin 


bei schwacher Vergrösserung sichtbar; der Centraltheil ist unregel- 
mässiger als bei der vorigen Gattung gebaut, im Allgemeinen indess 
ist der Ausbildungstypus der gleiche. Lepidinröhrchen liegen im 
vorderen Theile der Schuppe. Die Schichtung des Schmelzes ist 
deutlich, die relative Dicke desselben beträgt !/,. 

M.N 


Ophiopsis Guigardii Thiolli£re. 
Weisser Jura. Cirin. 
Taf. 10. Fig. 6. 


Die im Allgemeinen ziemlich regelmässig und nur am Hinter- 
rande schwach gekrümmt verlaufenden Lamellen des Osteins zeigen 
wiederum in den Schmelz vorspringende Leisten, die zwar nicht 
sehr gross, aber immerhin gut zu erkennen sind. Die Osteinkanäle 
sind hier etwas zahlreicher, als dies bei den zuletzt beschriebenen 
Gattungen der Fall war. Mehrere derselben liegen zum Theil im 
Schmelze, in dem sie ihren Ausgangspunkt zu haben scheinen, 
während sie in den Osteinleisten endigen. Die seitlich eindringenden 
Östeinkanäle sind sehr stark verzweigt; da hier ausserdem noch 
zahlreiche Knochenkörperchen liegen, so entsteht ein äusserst com- 
plicirtes Maschenwerk, in dem es völlig unmöglich wird, ein einzelnes 
Röhrchen in seinem ganzen Verlaufe zu verfolgen. Die auch in 
anderen Theilen der Schuppe in grossen Mengen vorhandenen, in 
Reihen angeordneten Knochenkörperchen zeigen in ihrem Baue 
Aehnlichkeit mit den bei Pholidophorus vorkommenden, doch er- 
scheint der Centraltheil weniger ausgezogen, die Länge der Fort- 
sätze, sowie die Art der Verzweigung dagegen ist ziemlich die 
gleiche. Lepidinröhrchen sind über die ganze Schuppe verbreitet. 
Am dichtesten und den Schliff hier völlig verdunkelnd treten sie 
im Innern unweit des Hinterrandes auf. Von hier aus gehen dann 
zahlreiche einzeln wahrnehmbare Lepidinröhrchen nach dem hinteren 
Theile der Unterseite. Der Schmelz ist deutlich geschichtet, die 
relative Dicke desselben beträgt !/,. 

M.N. 


Propterus serratus Münst. 
Weisser Jura. Kehlheim. 


Die Lamellen des Osteins sind gut erkennbar, in den Schmelz 
vorspringende Leisten habe ich nicht beobachten können. Die Östein- 
kanäle sind nicht sehr zahlreich und endigen ohne jede Verästelung. 
Um ganz sicher zu gehen und im Falle einer ähnlich ungleich- 
mässigen Vertheilung des Kosmins, wie sie bei Colobodus vorkommt, 
nicht durch einen von Kosminröhrchen zufällig freien Schliff über 
das Auftreten derselben getäuscht zu werden, habe ich die Schuppen 
in drei unter einander parallelen Schliffen untersucht, doch zeigte 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 171 


keiner irgend welche Spur von solchen. Lepidinröhrchen sind ziem- 
lich spärlich in der Nähe des Randes vorhanden. Die Knochen- 
körperchen sind ähnlich gebaut wie bei der vorigen Gattung. Die 
relative Dicke des wohlgeschichteten Schmelzes beträgt !/;. 

M.N. 


Rhynchodontidae. 
Aspidorhynchus acutirostris Ag. 


Weisser Jura. Solenhofen. 
Mat, 10.=Eig. 7. 


Die Lamellen des Osteins sind ausserordentlich fein. Die ältesten 
derselben liegen im Inneren der Schuppe und werden von den 
später gebildeten in gleichen Abständen umschlossen, so dass sie 
hierdurch gleichsam zurückgebogen und umgelegt erscheinen. Im 
unteren Theile der Schuppe zeigen sie eine ziemlich ebene Lagerung, 
während sie in der Nähe der Oberfläche stark gefaltet sind, und 
hierdurch auf dieser kräftige Rippen bilden. Osteinkanäle sind zahl- 
reich vorhanden; sie sind nicht sehr dick und endigen entsprechend 
der Lage der ältesten Lamellen sämmtlich im Inneren der Schuppe. 
Die von unten kommenden verlaufen durchaus gerade und zeigen 
keinerlei Gabelungen, die von oben eindringenden beginnen in den 
zwischen den Rippen liegenden Vertiefungen und geben bereits 
ganz in der Nähe ihres Ausgangspunktes sich wieder gabelnde 
Seitenäste ab, die sich in gleicher Dicke, wie der Hauptstamm, und 
meist auch ebenso weit wie dieser, in die Schuppe hinein er- 
strecken (Fig. 7a). Knochenkörperchen (Fig. 7b) sind in grosser 
Menge vorhanden. Im unteren Theile der Schuppe sind sie regel- 
mässig in der Schichtungsrichtung angeordnet und von spindel- 
förmiger Gestalt, in den oben liegenden Schichten folgen sie in ihrer 
Anordnung dem Verlaufe der Osteinkanäle, in deren unmittelbarer 
Nähe sie in grosser Zahl angehäuft liegen. Sie sind sehr gross 
und besitzen eine meist unregelmässige Gestalt, stets laufen sie in 
sehr lange, dicke, stark verzweigte Fortsätze aus. Wie bei Pholi- 
dophorus erscheint auch hier der Centraltheil zipfelförmig aus- 
gezogen, doch ist in der bedeutenderen Grösse, der geringeren 
Regelmässigkeit derselben, sowie in der stärkeren Verzweigung der 
Fortsätze ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber den bei dieser 
Gattung und deren verwandten Formen vorkommenden Knochen- 
körperchen gegeben. Lepidinröhrchen sind in den unteren Schichten 
der Schuppe deutlich bemerkbar, nach dem Rande zu treten sie 
dichter auf. 

Der Schmelz fehlt. Williamson lässt das Vorkommen desselben 
dahingestellt und bemerkt nur, dass, wenn eine Schmelzdecke 
bezw. die von ihm als Ganoin bezeichnete Schicht vorkäme, dieselbe 


172 Dr. H. Seupin: 


sehr dünn sein müsse; indess zeigt auch die Untersuchung im 
polarisirten Lichte, in dem sich auch die dünnste Schmelzschicht 
deutlich abheben müsste, keine Spur davon. Dagegen treten in 
den Querschnitten der vollständig als echtes Ostein charakterisirten 
Oberflächenrippen eigenthümliche Auslöschungserscheinungen auf, 
die auf eine regelmässige Imprägnation durch irgend welche 
krystallinen Substanzen schliessen lassen. Da naturgemäss eine 
solche der organischen Substanz eine grössere Festigkeit verleiht, 
so möchte ich annehmen, dass die sonst dem Schmelze zukommende 
Funktion, d.h. die des Schutzes der darunter liegenden Theile der 
Schuppe, hier von den auf der Oberfläche verlaufenden Rippen 
übernommen worden ist. 


Aspidorhynchus spec. 
Weisser Jura. Kehlheim. 


Der Verlauf der Lamellen in der gleichfalls schmelzfreien 
Schuppe ist ähnlich, wie in der eben beschriebenen Art, doch sind 
die zu oberst liegenden viel schwächer gefaltet, so dass die auf der 
Schuppe verlaufenden Rippen nicht so stark hervortreten. Die von 
oben und unten eindringenden Osteinkanäle sind nicht gegabelt. 
Die Knochenkörperchen liegen vorwiegend in den oberen Schichten 
der Schuppe, in ihrer Anordnung zeigen sie keine Gesetzmässigkeit, 
die Gestalt ist die gleiche, wie bei der vorigen Art. Lepidin- 
röhrchen sind in den unteren, eben gelagerten Lamellen reichlich 
vorhanden. 


M.N. 


Belonostomus Gomptoni Ag. sp. 


Kreide. Cear&. Brasilien. 
Taf. 10. Fig. 8. 


Die Osteinlamellen verlaufen im grösseren Theile der Schuppe 
ziemlich gerade; am Rande biegen sie in der bekannten Weise um 
und greifen mit gut ausgebildeten, doch nicht sehr grossen Leisten 
in den hier wohlentwickelten Schmelz ein. Der an der Umbiegungs- 
stelle durch die Lamellen gebildete Winkel ist spitzer als bei allen 
bisher untersuchten Schmelz tragenden Formen. Der eine mir vor- 
liegende, offenbar parallel zur Richtung der Östeinleisten in der 
Nähe des Randes verlaufende Schliff zeigt hierdurch ein ähnliches 
mikroskopisches Bild des Osteins, wie es bei der eben genannten 
Gattung in allen Schliffen zu sehen war. Die Osteinkanäle dringen 
in diesem Falle ebenfalls, da die sich zurückbiegenden Lamellen 
nur wenig schief von der Schliffebene getroffen werden, von der 
oberen und unteren Seite des Osteins in die Schuppe ein, um in 
den in der Mitte liegenden Lamellen zu endigen. Die Knochen- 
körperchen sind nach demselben Typus wie in der vorigen Gattung 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 173 


gebaut, doch sind sie weniger gross und haben dadurch Aehn- 
lichkeit mit den bei den Saurodontidae vorkommenden. 

Von Lepidinröhrchen ist nicht viel zu sehen. Die relative Dicke 
des Schmelzes beträgt !/;. 

Das Vorhandensein einer Schmelzbedeckung ist in diesem Falle 
besonders interessant, da die vorliegende eng mit Aspidorhynchus 
verwandte Gattung hierdurch als Bindeglied zwischen dieser und 
den stets Schmelz führenden Gattungen der Ganoiden gekennt- 
zeichnet wird. 


M.N. 


Pycenodontidae. 
Gyrodus rhomboidalis Ag. 


Weisser Jura. Kehlheim. 
Taf. 10. Fig. 9. 


Auch hier erscheinen die Lamellen des Osteins zurückgebogen. 
Die Osteinkanäle nehmen einen meist schwach zickzackförmigen 
Verlauf. Verästelungen kommen nicht vor. Die Knochenkörperchen 
zeigen einen runden oder polygonalen Querschnitt; die Ausläufer 
sind nicht sehr verzweigt und verhältnissmässig gut gegen 
den Centraltheil abgesetzt. Lepidinröhrchen sind vorhanden, doch 
nicht sehr zahlreich. Der Schmelz fehlt. 

Williamson bemerkt, dass hier eine grosse Aehnlichkeit mit 
Aspidorhynchus vorliege. Dieselbe liegt indessen, wie gezeigt, 
lediglich im Aufbau der Lamellen, während die übrigen Merk- 
male, Osteinkanäle und Knochenkörperchen, von den bei der ge- 
nannten Gattung vorkommenden wohl unterschieden sind. 


M.N. 


Gyrodus circularis Ag. 


Weisser Jura. England. 
Taf. 10. Fig. 10. 


Es sind hier im unteren Theile des Schliffes Querschnitte von 
Hohlräumen sichtbar, die durch ihre Grösse an die bei Osteolepis 
und verwandten Gattungen beobachteten erinnern. Doch ist von 
concentrischer Schichtung der Lamellen nichts zu bemerken. Dieselben 
behalten im Allgemeinen ihren horizontalen Verlauf bei und biegen 
gleichsam nur schwach aus. Im Uebrigen zeigt der gleichfalls 
schmelzfreie Schliff in der Lagerung der Lamellen des Osteins, dem 
Verlaufe der Osteinkanäle und dem Bau der Knochenkörperchen 
dieselben Verhältnisse wie die vorige Art, mit der die vorliegende 
ja auch von Wagner vereinigt worden ist. 


M.N 


174 Dr. H. Seupin: 


Amiadae. 


Pachycormus bollensis Quenst. 
Lias. Boll. 


Die Schuppen sind ausserordentlich dünn und gestatten eine 
mikroskopische Untersuchung nur im Flachschliffe. Von Östein- 
kanälen ist nichts zu sehen. Die Knochenkörperchen sind zahl- 
reich; ihre Ausläufer sind gegen den Centraltheil abgesetzt. Lepi- 
dinröhrchen sind vorhanden. 


M.N. 


Hypsocormus spec. 
Weisser Jura. Solenhofen. 


Ein etwas schief zur Oberfläche gemachter Schliff durch die 
vorliegende gleichfalls sehr dünne Schuppe zeigt deutlich die ein- 
zelnen übereinander geschichteten Lamellen. Osteinkanäle scheinen 
nicht vorhanden zu sein, da sie selbst in dem ziemlich dicken 
Schliffe nicht zu beobachten sind. Die Knochenkörperchen sind 
weniger zahlreich als in der vorigen Gattung; die Gestalt ist etwa 
dieselbe. Der Schmelz fehlt. 

M.N. 


Caturus furcatus Ag. 


Weisser Jura. Solenhofen. 
Taf. 10. Fig. 11. 


Die Lamellen des Osteins sind im Allgemeinen ziemlich un- 
regelmässig geschichtet und zeigen nur stellenweise ebene Lagerung; 
in der Nähe der Oberfläche verlaufen sie zickzackförmig und bilden, 
wie sich aus einem Flachschliffe durch die obersten Schichten des 
Östeins ergiebt, auf dieser Systeme paralleler, vollkommen gerad- 
liniger Rippen. Dieselben werden von einer sehr dünnen Schicht, 
die wohl als Schmelz zu deuten ist, in der Weise überlagert, dass 
nur ihre zugeschärft erscheinenden Kanten von ihm berührt werden, 
die zwischen ihnen verlaufenden Rillen aber frei bleiben. Ob diese 
oberste Schicht in der That Schmelz ist, lässt sich mit voller Ge- 
wissheit nicht feststellen, und ich glaube dies nur aus ihrer ho- 
mogenen Beschaffenheit folgern zu können. Die Untersuchung in 
polarisirtem Lichte bleibt insofern erfolglos, als bei dieser Art 
ebenso wie bei der zuletzt genannten auch das Östein sehr hohe 
Interferenzfarben zeigt, so dass die oberste Schicht sich kaum von 
diesem abhebt, ein Zeichen, dass hier fast alle organische Substanz 
verschwunden und durch anorganische ersetzt ist. Osteinkanäle 
scheinen zu fehlen. Die Knochenkörperchen sind sehr unregelmässig 
vertheilt und stellenweise ziemlich häufig: der Centraltheil zeigt 
einen meist sternförmigen Querschnitt, die Fortsätze sind in der 


x 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 175 


Regel gut verästelt; die Art der Ausbildung ist der bei den Knochen- 
körperchen von Lepidotus beobachteten am ähnlichsten. Lepidin- 
röhrchen sind in der ganzen Schuppe vertheilt. 


M.N 


Megalurus spec. 
Weisser Jura. Solenhofen. 


Der Schmelz scheint zu fehlen. Einzelne Lamellen des Östeins 
habe ich nicht unterscheiden können. Osteinkanäle scheinen eben- 
falls zu fehlen. Die Knochenkörperchen sind sehr zahlreich und 
denen der vorigen Art ähnlich gebaut. Lepidinröhrchen sind vor- 
handen. 

C.J. 


Amia calva Bonap. 
Taf. 10, Fig. 12. 


Eine Beschreibung der Schuppenstruktur von Amia giebt Zittel!) 
in seinem Handbuche. Seine Angaben sind später von Klaatsch 
corrigirt worden, der gleichzeitig die Beziehungen derselben zu den 
Teleostierschuppen einer eingehenden Prüfung unterworfen hat. 
Nach letzterem Autor besteht die Schuppe im Ganzen aus zwei 
Schichten, einer äusseren Knochenkörperchen führenden und einer 
tieferen derselben entbehrenden, die lamellös geschichtet ist. Ich 
habe in vorliegendem Präparate Knochenkörperchen allerdings nicht 
bemerken können, doch sind dieselben auch von Kölliker?) be- 
obachtet worden. Die oberen Lamellen nehmen einen zickzack- 
förmigen Verlauf und geben dadurch dem mikroskopischen Bilde 
Aehnlichkeit mit dem bei Caturus beobachteten. In den mittleren 
Lamellen treten eigenthümliche kanalartige Gebilde auf, über deren 
Bedeutung ich mir nicht klar bin. Sie sind nur auf wenige Schichten 
beschränkt und verlaufen senkrecht zu den Lamellen, einzelne der- 
selben gabeln sich in zwei gleichwerthige Aeste. Schmelz ist nicht 
vorhanden. Es widerspricht diese Beobachtung den Angaben Zittels, 
doch befinde ich mich hierin im Einklange mit Klaatsch, der eben- 
falls das Fehlen der von ihm als Ganoin bezeichneten, dem Schmelze 
entsprechenden Schicht ausdrücklich vermerkt. 

Der besseren Uebersicht wegen seien die wichtigsten Merkmale 
der einzelnen Gattungen in folgender Tabelle zusammengestellt. 


C.J 


1) Zittel, Bd. III. p. 15. 
2) Kölliker 1. p. 257. 


Übersichtstabelle über die wichtigsten histologischen Merkmale der untersuchten Schuppen. 
ee 


Haversisches 
Kanalnetz. 


Osteinkanäle. 


Lepidinröhrchen. 


Knochenkörperchen. Schmelz. 


Sonstige Merkmale. 


N I 7 m 9 7 el Bea EB ln BE EEE EI a m 
| 


Kosminzähne durch regelmässige 


Zwischen den von Kosminbüscheln 


münden Kanäle in unregelmässigen 


Tuberkeln von geringer Grösse. 


Lamellen schwach nach oben 
gewölbt, greifen in den Schmelz 


Lamellen schwach gebogen, Oste- 


Osteinlamellen schwach gewölbt. 


Die Osteinlamellen convergiren 


Osteolepis | zwei Knochenschich-| nur als Kosmin- nicht beobachtet. ziemlich gross und vorhanden, die Kosmin- 
ten mit Haversischen röhrchen. zahlreich. zähnchen umgreifend. Zwischenräume getrennt. 
Kanälen vorhanden. 
Megal- desgl. desgl. desgl. desgl. vorhanden, nur die Ober- desgl. 
ichthys seite der Kosminzähnchen 
bedeckend. 
Holop- eine Knochenschicht desgl. desgl. desgl. vorhanden ziemlich 
tychius, mit Haversischen dünn. durchzogenen Tuberkeln 
$ Kanälen vorhanden. 
E Abständen aus. 
Er Glyptolepis desgl. desgl. desgl. desgl. vorhanden. desgl. 
© 
ın —[[2. 
3 Polypterus. desgl. desgl. sehr zahlreich. zahlreich ziemlich stark | vorhanden, ziemlich 
Er verästelt. dick. 
= Palaeo- fehlt in typ. Aus- |höchstens alsKosmin-| sehr zahlreich, durch die von mitlerer Grösse, vorhanden, wohl ge- 
A niscus bildung. Homologe | röhrchen, bisweilen | ganze Schuppe vertheilt. | Ausläufer kurz, scharf | schichtet, relative Dicke 
Kanile ohne conce. fehlend. gegen den runden schwankend. leistenförmig ein. 
Schichtuug in be- Centraltheil abgesetzt. 
schränkter Ver- 
breitung. 
Canobius. fehlt. nicht beobachtet. schwach entwickelt. |nicht sehr zahlreich, Aus- relative Dicke /,. Lamellen undeutlich, Ostein- 
läufer scharf abgesetzt, leisten entwickelt. 
Centraltheil rundlich. 
Am- fehlt. nicht beobachtet. | deutlich namentlich am | Centraltheil rund, Aus- relative Dicke Yın. 
blypterus. Vorderrande. läufer scharf abgesetzt. inleisten. 
Gyrolepis. fehlt. gut entwickelt. zahlreich, namentlich vorhanden. vorhanden. 
am Vorderrande. 
Platysomus. fehlt. ? richt beobachtet. gestreckt, Ausläufer fehlt. 


176 


kurz und gut abgesetzt. 


nach dem Rande hin. 


177 


er Ganoidschuppen. 


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Vergleichende Studien zur Histolog 


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Arch, f. Naturgesch. Jahrg.1896. Bd.I. H.2, 


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Haversisches Osteinkanäle, Lepidinröhrchen. Knochenkörperchen. Schmelz. Sonstige Merkmale, 
Kanalnetz. 
— m nsmänurh 
Propterus. fehlt. keineVerzweigungen;| spärlich in der Nähe | ähnlich wie bei Pholido- gut geschichtet, relative 
nicht eben zahlreich. des Randes. phorus. Dicke !/g. 

Aspido- fehlt. nicht sehr dick, von | im unteren Theile der | sehr gross, von unregel- fehlt. Die ältesten Osteinlamellen 

rhynchus. der Oberfläche und | Schuppe, vorwiegend in mässiger Gestalt, liegen im Innern der Schuppe, 

der Unterseite der | der Nähe des Randes. |Centraltheil zipfelförmig die Osteinlamellen erscheinen 
Schuppe her ein- ausgezogen. Fortsätze zurlickgebogen. 
dringend. sehr reich verzweigt. 

Belonos- fehlt. vorhanden. nicht beobachtet. ähnlich, doch kleiner. vorhanden. Östeinlamellen in der Nähe des 
= tomus. Randes unter spitzem Winkel 
fe] umgebogen und leistenförmig in 
z den Schmelz eingreifend. 

[=] —) 
7 Gyrodus. | zuweilen vereinzelte vorhanden, vorhanden. runder oder polygonaler fehlt. Die Osteinlamellen zurück- 
Kanäle ohn. merkliche Querschnitt, Ausläufer gebogen, die ältesten liegen 
an} conc. Schichtung. ziemlich gut abgesetzt. im Innern. 
n\ Pachy- fehlt. ? vorhanden, zahlreich, Ausläufer ? Schuppen sehr dünn. 
A cormus, gegen den Centraltheil 
. abgesetzt. 

Hypso- fehlt.| scheinen nicht vor- nicht becbachtet. nicht eben zahlreich. fehlt. desgl. 

cormus, handen zu sein. 

Caturus. fehlt. desgl. in der ganzen Schuppe sternförmiger Quer- scheint vorhanden zu | Osteinlamellen im oberen Theile 

vertheilt. schnitt, Fortsätze gut sein. der Schuppe ziekzackförmig 
verästelt. Unregel- verlaufend. 
mässig vertheilt. 

Megalurus. fehlt. desgl. vorhanden. “ähnlich; zahlreich. scheint zu fehlen. 

Amia fehlt. nicht beobachtet. nicht beobachtet. nicht beobachtet. fehlt. obere Lamellen ziekzackförmig 


178 


verlaufend. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 179 


Prüfen wir nun, welche Resultate sich aus den vorliegenden 
Untersuchungen ergeben. Ich beginne mit den für die Histologie in 
Betracht kommenden. 

Was zunächst den Schmelz anbelangt, so kann ich in diesem 
nicht mehr das charakteristische Merkmal sehen, für das man ihn 
bis jetzt im allgemeinen zu halten gewöhnt war. Wie die bei 
Aspidorhynchus, Gyrodus und anderen Gattungen gemachten Be- 
obachtungen ergeben, kann derselbe sehr wohl “fehlen, und es darf 
die glänzende Beschaffenheit der Schuppenoberfläche durchaus nicht 
zu einem Schlusse auf das Vorhandensein desselben verleiten. Die 
ihm zukommende Funktion, d. h. der Schutz der unteren Theile 
der Schuppe kann in solchen Fällen von den oberen durch 
unorganische Substanzen imprägnirten und dadurch widerstands- 
fähiger gewordenen Lamellen des Osteins übernommen werden. 

Verfolgen wir weiter die Entwicklung des Schmelzes bei den 
einzelnen Formenkreisen, so zeigt sich, dass sich derselbe bei den 
ältesten von diesen nur in Gestalt von mehr oder weniger dünnen 
Kappen über die Tuberkeln oder sonstigen Verzierungen der Ober- 
fläche legt, während die dazwischen liegenden Vertiefungen frei 
bleiben und durch Kanäle mit dem Inneren der Schuppe in Ver- 
bindung stehen. Allmählich breitet sich der Schmelz über die 
ganze Schuppe aus, wie dies bereits Formen wie Palaeoniscus 
zeigen; derselbe ist indess auch hier meist noch wenig dick und 
bildet sich in dem Seitenzweige der Platysomiden sogar wieder 
zurück. Nach der anderen Seite hin ist eine Zunahme der relativen 
Dicke zu constatiren, diese erlangt ihren Höhepunkt im Muschel- 
kalk in Colobodus, wo sie den Betrag von !/, erreicht. Von da 
an nimmt sie ständig ab, bis schliesslich einige Ganoiden den 
Schmelz völlig abwerfen. 

Sodann ist für die Beantwortung der anfangs offen gelassenen 
Frage nach der Bedeutung der Lepidinröhrchen Williamsons durch 
die Vertheilung derselben in den Schuppen der einzelnen Arten 
neues Material an die Hand gegeben. Wie wir sahen, waren die 
Lepidinröhrchen vorzugsweise in der Nähe des Schuppenrandes zu 
bemerken und auch da, wo sie in dichteren Anhäufungen mehr 
nach der Mitte zu beobachtet werden konnten !), zogen sich stets 
einzelne derselben nach dem unterhalb des Randes gelegenen Theile 
der Schuppe. Hiermit würden auch die Beobachtungen Williamsons 
übereinstimmen, nach dessen Angaben die Lepidinröhrchen in den 
Aufbiegungen der Lamellen liegen sollen, die ihrerseits, wie sich 
gezeigt hat, mehr oder weniger dem Rande genähert sind. William- 
son brachte die Lepidinröhrchen in Zusammenhang mit der Er- 
nährung der Schuppe, und zwar folgerte er das aus dem Umstande, 
dass sie im Gegensatze zu den Osteinkanälen von ihm in sämmt- 
lichen untersuchten Schuppen festgestellt werden konnten, doch 
widerlegt sich seine Auffassung schon bei der Erwägung, dass ein 


!) vergl. Taf. 9, Fig.9. Taf. 10, Fig. 6, 
12* 


180 Dr. H. Scupin: 


Organ, welches die Ernährung der ganzen Schuppe besorgen soll, 
schwerlich eine derartig unregelmässige Vertheilung zeigen würde, 
wie es bei den Lepidinröhrchen der Fall ist. Ebersowenig dürfte 
die Annahme Panders das Richtige treffen. Dieser bildet eine 
Stelle aus einem Schliffe von Polypterus ab, aus dem ihm hervor- 
zugehen scheint, dass die Lepidinröhrchen als Fortsätze der Aus- 
läufer von Knochenkörperchen aufzufassen sind. Er scheint sich 
hierin einer Täuschung hingegeben zu haben, wie sie bei mikro- 
skopischen Präparaten leicht vorkommt; ich habe niemals eine 
solche Anhäufung von Knochenkörperchen bemerken können, wie 
sie stellenweise das Auftreten von Lepidinröhrchen voraussetzen 
würde. Auch lässt die Verschiedenheit im Bau selbst den Aus- 
läufern der Knochenkörperchen gegenüber eine derartige Annahme 
durchaus verfehlt erscheinen. Anders steht es mit der von Kölliker 
gegebenen und später von Klaatsch aufgenommenen Erklärung, die 
sich auch etwa mit der schon vorher von Reissner ausgesprochenen 
deckt. Hiernach sind die Lepidinröhrchen als Spuren von Binde- 
gewebsbündeln aufzufassen; Kölliker bezeichnet sie geradezu als 
Sharpey’sche Fasern. Diese Deutung steht mit keiner der beob- 
achteten Thatsachen in Widerspruch. Die lokale Anhäufung wird 
hierdurch genügend erklärt, da entsprechend dem festen Zusammen- 
hange der einzelnen Schuppen unter einander naturgemäss die 
Hauptbindegewebszüge an den Rändern derselben auftreten. Auch 
die von Hertwig abgebildeten und als Schuppenligamente be- 
zeichneten Bindegewebsbündel stimmen in ihrer Anordnung mit den 
von diesem Autor selbst nicht genannten Lepidinröhrchen überein. 
Das stellenweise viel massenhaftere Auftreten im Innern des 
Schliffes enthält keinen Widerspruch gegen die vorliegende An- 
nahme. Es zeigt sich eine derartige Anhäufung im Innern nur in 
den Schliffen, die, wie sich aus dem senkrechten Aufsteigen der 
Osteinkanäle ergiebt, ziemlich genau durch die Mitte der Schuppe 
gehen. Entsprechend dem schiefen Eindringen der Lepidinröhrchen 
wird ein derartiger Schliff daher bisweilen ausser den in der 
Schliffrichtung verlaufenden Röhrchen in seinem oberen Theile 
auch solche enthalten, die von der der Schliffrichtung parallelen 
Seite her eindringen, und muss hier also dunkler erscheinen, als an 
den Stellen, wo sich nur die erstgenannten Lepidinröhrchen finden. 
Das Auftreten in einzelnen Lagen, wie es mehrfach festgestellt 
werden konnte, würde auf eine mangelhafte und nur stellenweise 
auftretende Injektion der nach dem Verschwinden der Bindegewebs- 
fibrillen übrig gebliebenen Röhrchen zurückgeführt werden können. 

Die Auffassung Köllikers wird somit auch durch die vor- 
liegenden vergleichenden Beobachtungen bestätigt. 

Ich komme nun zu den sich für die Systematik ergebenden 
Resultaten. 

Betrachten wir obige Tabelle, so lässt sich zunächst eine von 
der Hauptmasse der Sa scharf getrennte Gruppe unter- 
scheiden, die durch die Crossopterygier repräsentirt wird. Sie 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 181 


ist charakterisirt durch den Besitz einer oder mehrerer Knochen- 
schichten mit Haversichen Kanälen, von denen in der Regel einige 
Kosminröhrchen entsenden, während andere frei an der Oberfläche 
ausmünden. Die Familien der Rhombodipterini, Cyclodipterini 
und Polypterini sind auch histologisch gut unterscheidbar. 

Die Rhombodipterini sind ausgezeichnet durch eine untere 
Haversischs Kanäle führende Schicht, eine Isopedinschicht, eine zweite 
Knochenschieht mit Haversischen Kanälen, eine Kosmin- und eine 
Schmelzschicht. An der Oberfläche münden konisch nach oben sich 
verengende Hohlräume in gleichen Abständen aus. Bei den älteren 
Formen greift der Schmelz noch in diese Räume hinein und schliesst 
hierdurch die einzelnen wenn auch seitlich gleichsam durch Brücken 
mit einander verbundenen Hautzähnchen viel schärfer gegen ein- 
ander ab, als dies bei dem jüngeren Megalichthys der Fall ist, wo 
sich nur noch auf der oberen Fläche eine Schmelzbedeckung 
findet. 

Die Cyclodipterini besitzen einen ähnlichen Bau der Schuppen, 
doch fehlt hier eine untere Haversische Kanäle enthaltende Schicht, 
so dass das Isopedin die Basis der Schuppen bildet. Der über 
diesem lagernde Theil der Schuppe wird auch hier von einem Netze 
Haversicher Kanäle durchzogen, die einen mehr oder weniger un- 
regelmässigen Verlauf nehmen und in ungleichmässigen Abständen 
an der Oberfläche ausmünden. Meist sind deutliche Kosminbüschel 
entwickelt, die von Haversichen Kanälen ausgehend, sich in die 
von einer Schmelzschicht bedeckten Verzierungen der Oberfläche 
hinein fortsetzen. 

Für die Polypterini charakteristisch ist die stärkere Ent- 
wicklung des Schmelzes, die reichere Verzweigung der Knochen- 
körperchen, sowie das zahlreiche Vorkommen von Lepidinröhrchen. 
Auch hier zeigen die unteren Schichten der Schuppe durchaus 
gleichmässige Lagerung, während die darüber liegenden von Haver- 
sischen Kanälen durchsetzt werden. 

Dieser namentlich durch die Ausbildung eines Haversischen 
Kanalnetzes charakterisirten Gruppe von Ganoidschuppen steht der 
grössere Theil der letzteren gegenüber, in dem gröbere Kanäle nur 
noch ganz untergeordnet und ohne concentrische Schichtung der 
umliegenden Lamellen auftreten. Auch hier sind die einzelnen 
Familien im allgemeinen histologisch gut unterschieden, wenn ich 
auch in der Zusammenstellung derselben zu grösseren Gruppen 
nicht in allen Punkten den bisher meist vertretenen Auffassungen 
beistimmen kann. 

Als Merkmale für die Palaeonisciden sind zu nennen: 
schwach gewölbte Lagerung der Osteinlamellen, wenig oder gar 
nicht verzweigte Knochenkörperchen, deren rundlich gestalteter 
Centraltheil sehr scharf gegen die Ausläufer abgesetzt ist, sowie 
meist starke Entwickelung von Lepidinröhrchen. Die Osteinkanäle 
sind in der Regel sehr spärlich, scheinen auch bisweilen ganz zu 
fehlen, nur Gyrolepis zeigt eine stärkere Ausbildung derselben und 


182 Dr. H. Seupin: 


nähert sich hierdurch den jüngeren Ganoiden. Schmelz ist vor- 
handen; seine Dicke schwankt; während sie bei Amblypterus etwa 
!/;; der ganzen Schuppendicke beträgt, erreicht sie bei Canobius 
!/, derselben. Meist sind kräftige Osteinleisten vorhanden, die in 
den Schmelz eingreifen. 

Die Platysomiden sind durch den Mangel des Schmelzes von 
den Palaeonisciden unterschieden, stimmen indess im Bau der 
Knochenkörperchen mit ihnen überein; letztere geben somit, wenn 
wir die Accipenseroiden hier aus dem Spiele lassen, das einzige 
für die Heterocerei charakteristische Merkmal ab. 

Die Familie der Stylodontidae ist namentlich ausgezeichnet 
durch feine bisweilen wenig zahlreiche Osteinkanäle, kleine ebenfalls 
nicht sehr häufige Knochenkörperchen mit unregelmässig eckigem 
Centraltheil und schwachen Verzweigungen, sowie durch die undeut- 
liche Schichtung des Osteins. In den Schmelz vorspringende Leisten 
kommen vor, sind indess meist nur klein. Der Schmelz selbst zeigt 
schwankende Dicke. 

Die Sphaerodontidae, die hinsichtlich ihrer Schuppenstruktur 
am typischsten entwickelte Familie, besitzen folgende Kennzeichen: 

Das von einer dicken Schmelzschicht überlagerte Ostein ist 
sehr deutlich geschichtet, bisweilen ist Bildung von Laminae gut zu 
beobachten. Die Lamellen verlaufen im hinteren Theil der Schuppe 
unter ziemlich spitzem Winkel gegen die Oberfläche und sind vorn 
gegen diese hin aufgebogen. Sie greifen mit meist sehr kräftigen 
Leisten in den Schmelz ein, Osteinkanäle sind sehr zahlreich vor- 
handen, die von der Seite her eindringenden geben in die Ostein- 
leisten hinein Seitenäste ab, die sich bisweilen zu Kosminbüscheln 
verdichten. Namentlich bei Colobodus sind solche sehr schön ent- 
wickelt. Die Knochenkörperchen besitzen einen länglichen oder 
eckigen, bisweilen sternförmigen Centraltheil, an dem mehr oder 
weniger verzweigte Ausläufer ansitzen. Der Schmelz erreicht bei 
den älteren Formen wie Colobodus seine grösste bei den Ganoiden 
überhaupt vorkommende relative Dicke, die hier !/; oder mehr be- 
trägt. Er erscheint bei dieser Gattung etwas in die Schuppe ein- 
gesenkt und wird von den Osteinlamellen auch nach vorn hin um- 
schlossen. Von den untersuchten Lepidotus-Arten ist etwas 
Aehnliches nur bei der ältesten derselben, Lepidotus speciosus, 
zu bemerken. Im allgemeinen zeigt sich bei dieser Gattung bereits 
ein kleiner Rückgang in der Ausbildung des Schmelze. Den 
kräftigen Schuppen entsprechend ist zwar die absolute Dicke noch 
sehr gross, die bei den einzelnen Arten der Gattung ziemlich kon- 
stante relative Dicke indess beträgt hier nur !/.. 

Die Ginglymodi schliessen sich im mikroskopischen Bau 
ihrer Schuppen den Sphaerodontidae an. Es sind ebenfalls deut- 
liche in den kräftigen Schmelz eingreifende Osteinleisten vorhanden, 
Östeinkanäle kommen zahlreich vor, die Knochenkörperchen gleichen 
denen der vorigen Familie. Der Hauptunterschied dieser gegen- 
über liegt in dem hier viel massenhafteren Auftreten der Lepidin- 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen.. 183 


röhrchen, die gleichmässig durch die ganze Schuppe vertheilt sind. 

Die Saurodontidae zeigen im allgemeinen nur schwache in 
den Schmelz eingreifende Osteinleisten. Die Osteinkanäle sind in 
der Regel nicht sehr zahlreich. Verästelungen kommen bei einigen 
Gattungen wie Ptycholepis und Ophiopsis vor, während sie bei 
anderen, wie Pholidophorus und Propterus fehlen. Der Central- 
theil der Knochenkörperchen ist zipfelförmig ausgezogen und läuft 
in verzweigte Fortsätze aus, Die Dicke des Schmelzes ist ziemlich 
constant und beträgt fast durchweg etwa !/, von der der ganzen 
Schuppe. 

Die Rhynchodontidae nehmen hinsichtlich ihrer histologischen 
Verhältnisse eine gewisse Sonderstellung gegenüber den vier zuletzt 
genannten mit der vorliegenden bisher gewöhnlich zu einer Unter- 
ordnung vereinigten Familien ein. Es zeigt sich hier die Tendenz 
den Schmelz abzuwerfen, und zwar macht sich diese schon durch 
die Lagerung der Lamellen bemerkbar. Dieselben sind am Rande 
umgebogen und erscheinen bei dem extremeren schmelzlosen Ver- 
treter Aspidorhynchus gleichsam zurückgelegt, so dass die ältesten 
Lamellen im Innern liegen, während bei dem noch Schmelz besitzenden 
Belonostomus die ÖOsteinlamellen von der Umbiegungsstelle aus 
in schräger Richtung aber bereits unter spitzerem Winkel, als er 
bisher beobachtet werden konnte, nach der Oberfläche hin ver- 
laufen. Es bereitet sich das mit der vollständigen Um- 
legung der Lamellen Hand in Hand gehende Abwerfen des 
Schmelzes bei dieser Gattung also bereits vor. Ent- 
sprechend der Art der Schichtung dringen die Osteinkanäle bei 
Aspidorhynchus von.der unteren oder oberen Fläche der Schuppe 
ein, in deren mittleren Lamellen sie endigen. Die Knochenkörper- 
chen sind in lange Zipfel ausgezogen, die in reich verzweigte 
Fortsätze übergehen. Sie sind bei beiden Gattungen verhältniss- 
mässig gross; die von Aspidorhynchus sind die grössten bei Ganoiden 
überhaupt vorkommenden. 

Die bei dieser Familie beobachteten Verhältnisse d. h. die sich 
bei Belonostomus vorbereitende, bei Aspidorhynchus voll- 
ziehende Rückbildung des Schmelzes scheinen mir eine 
Trennung von den zuletzt genannten vier Familien nothwendig zu 
machen. Das Fehlen der für- diese so charakterischen oberen 
Schicht und der damit verknüpfte eigenthümliche Verlauf der 
Östeinlamellen bei dem extremeren gerade durch die kräftigeren 
Schuppen ausgezeichneten Vertreter beweisen deutlich, dass die 
Bildungsweise der Schuppe eine andere gewordenist, d.h. 
dass wir keinerlei Epidermisbildungen vor uns haben, 
sondern, dass die oberen Lamellen der Schuppein gleicher 
Weise wie die unteren entstanden zu denken sind. Ich 
möchte daher die Rhynchodontidae als selbstständige Unterordnung 
den anderen vier Familien, die ich als Euganoiden zusammen- 
fassen würde, gegenüberstellen. Als Merkmale für letztere würden 
dann zu nennen sein das regelmässige Auftreten einer Schmelz- 


184 Dr. H. Seupin: 


schicht, in die das Ostein mit mehr oder weniger gut entwickelten 
Leisten eingreift, das Vorkommen von Knochenkörperchen mit 
eckigem oder zipfelförmig ausgezogenem Centraltheil und ver- 
zweigten Fortsätzen, sowie das Vorhandensein von bald sehr zahl- 
reichen, bald nur in geringerer Menge die Schuppen durchsetzenden 
Osteinkanälen. 

Fragen wir uns nun, welcher Familie der Euganoiden die 
Rhynchodontidae am nächsten stehen, so möchte ich hierfür die 
Saurodontidae in Anspruch nehmen. Bereits Reiss!) hat die 
Beziehungen zu diesen erkannt. Er sagt in seiner lediglich vom 
morphologischen Gesichtspunkte ausgehenden Abhandlung: „Gewisse 
Verbindungsglieder des Aspidorhynchen mit den übrigen Lepido- 
steiden finden wir in dem triassischen Pholidopleurus und Pelto- 
pleurus und der jurassischen Gattung Pleuropholis. Dies sind Ueber- 
gänge zu dem Typus der dünnschuppigen Pholidophoren.* Ent- 
scheidend für mich war die eigenthümliche, bei beiden gleiche 
Ausbildungsweise der Knochenkörperchen. Dieselben erscheinen 
hier in Zipfel ausgezogen, wie ich es ähnlich bei keiner anderen 
Ganoidenfamilie beobachtet habe. Der Unterschied in den Grössen- 
verhältnissen der bei den Saurodontidae und der bei Aspido- 
rhynchus vorkommenden wird durch die von Belonostomus 
vermittelt, die den letzteren an Grösse etwas nachstehen, und so 
wird diese Gattung ausser durch ihre Schmelzbedeckung auch hier- 
durch als Bindeglied zwischen beiden gekennzeichnet. 

Die Pyenodontidae zeigen gleichfalls von Schmelz nicht be- 
deckte Osteinlamellen, die in ähnlicher Weise, wie bei Aspido- 
rhynchus zurückgebogen erscheinen. Osteinkanäle sind vorhanden und 
dringen von der Oberfläche und der Unterseite her ein. Die Knochen- 
körperchen besitzen einen runden oder polygonalen Querschnitt und 
laufen in ziemlich gut abgesetzte, nicht eben sehr verzweigte Fort- 
sätze aus. 

Die Schuppenstruktur der Amiaden ist eine derartig einfache, 
dass sich die einzelnen Familien auf Grund dieser nicht mehr ab- 
grenzen lassen. Gemeinschaftlich scheint das Fehlen von 
Östeinkanälen. Knochenkörperchen sind bisweilen zahlreich 
vorhanden. Der Schmelz fehlt entweder ganz oder ist sehr 
dünn. Das ÖOstein enthält sehr viel anorganische Bestand- 
theile und zeigt in polarisirtem Lichte hohe Interferenzfarben. 


1) Deber Aspidorhynchus, Belonostomus und Lepidosteus. Sitzungsber. der 
bayr. Akademie, math, phys. Klasse 1887 pag. 151. 


Vergleichende Studien zur Histologie der Ganoidschuppen. 185 


Ergebnisse. 


Der Schmelz ist kein nothwendiger Bestandtheil der 
Ganoidschuppe und kann auch bei sonst typischen Formen 
der Ganoiden fehlen. 

Die Deutung der „lepidine tubes“ Williamsons als 
Spuren von Bindegewebsfibrillen wird auch durch die 
vorliegenden vergleichenden Beobachtungen bestätigt. 

Die einzelnen Familien der Ganoiden zeigen sich auch 
in der Histologie ihrer Schuppen meist wohl charakterisirt. 

Die Rückbildung des Schmelzes in der Familie der 
Rhynchodontidae macht eine Trennung derselben von den 
übrigen vier gewöhnlich mit ihr zur Unterordnung der 
Lepidosteidei vereinigten Familien nothwendig. Sie ist 
als besondere, wenn auch mit diesen verwandte Unter- 
ordnung hinzustellen. Die nächsten Beziehungen dürfte 
sie zu der Familie der Saurodontidae aufweisen. 


Tafelerklärung. 


Tafel IX, 


Fig. 1. Osteolepis macrolepidotus Val. et Pent. Meseritz (Geschiebe), etwa 
60 fach!). Die Ausfüllungsmasse zwischen den Hautzähnchen ist auf der 
Zeichnung mit angegeben, um den die Zähnchen umschliessenden dünnen 
Schmelz deutlicher hervortreten zn lassen. 

Fig. la. Flachschliff derselben Art, etwa 100fach. Zeigt die seitliche Ver- 
schmelzung der von Kosminbüscheln durchsetzten Hautzähnchen. 

Fig. 2. Palaeoniscus. Eppichnellen. Theil eines Flachschliffes durch die Schuppe 
unmittelbar unter dem Schmelze, 70fach. 

Fig. 3. Palaeoniscus vratislaviensis Ag., Oelberg bei Braunau, 30fach. Der 
vorderste Theil fehlt. 

Fig. 3a. Theil desselben Schliffes bei 120facher Vergrösserung. 

Fig. 4. Gyrolepis Albertii Ag., Hildesheim, 30fach. 

Fig. 5. Platysomus superbus Traqu., 60fach. 

Fig. 5a. Knochenkörperchen desselben Schliffes bei etwa 800facher Ver- 
grösserung. 

Fig. 6. Lepidotus speciosus Münst., Seefeld. Aus der Nähe des Schuppen- 
randes, 60 fach. 

Fig. 7. Lepidotus Koeneni Branco., Kahleberg b. Echte, parallel dem Seiten- 
rande der Schuppe, 20fach. 

Fig. 7a. Theil desselben Schliffes (rechts unten) mit Bohrgängen von Faden- 
pilzen, 100fach. 

Fig. 7b. Knochenkörperchen desselben Schliffes bei 800facher Vergrösserung. 


1) Die Schliffe sind, wo nicht anders bemerkt, Querschliffe. 


186 
Fig. 


Fig. 
Fig. 


Fig. 


Fig. 


8. 


Q II Nm 
Se» « 


12; 
ig. 13. 


Dr. H. Scupin. 


Lepidotus Mantelli Ag., parallel zur Längserstreckung der Schuppe, 
aus der Nähe des Seitenrandes, 4Ofach. 

Colobodus, Steinbiedersdorf. Vorderer Theil, 20fach. 

Colobodus chorzowiensis (v. Meyer) Dames. Senkrecht zum Vorder- 
rand, 20fach. Rechts oben Gesteinsmasse. Der auf drei Seiten vom 
Ostein eingeschlossene Schmelz entspricht einer schräg getroffenen 
Rippe. 


. Theil eines Schliffes aus der Nähe des Seitenrandes, parallel einer 


Rippe, etwa 200fach. 


. Knochenkörperchen aus der Gegend des Schmelzes, etwa 800fach. 


Tafel X. 


Lepidosteus. Landänien, etwa 100fach. Die Lepidinröhrcheu sind 
quergetroffen, erscheinen daher nur als feine Punkte. 

Dapedius punctatus Ag, Metzingen, etwa 40fach. Oben Gesteins- 
masse, die den Schmelz nur an einer Stelle deutlich hervortreten lässt 
Semionotus latus Ag. Seefeld, 40fach. Stück aus dem vorderen Theile 
der Schuppe, der Vorderrand selbst fehlt. 

Pholidophorus Bechei Ag. Lyme Regis. Hinterer Theil der Schuppe, 
40 fach. 

Ptycholepis bollensis Ag. Boll. Parallel zur Längserstreckung der 
Schuppe, aus der Nähe des Seitenrandes, 200fach. 

Opbiopsis Guigardii Thiolliere, Cirin. Hinterer Theil, 70fach. 
Aspidorhynchus acutirostris Ag. Solenhofen, 30 fach, vorderer Theil. 


. Theil desselben Schliffes, 50fach. 
. Knochenkörperchen von Aspidorhynchus, etwa 800fach. 


Belonostomus Comptoni Ag., spec. C&arä, parallel der Längserstreckung 
der Schuppe, 100fach. 

Gyrodus rhomboidalis Ag. Vorder- und Hinterrand fehlen, etwa 
60 fach. 

Gyrodus eircularis Ag. Basaltheil, 90 fach. 

Caturus furcatus Ag. Solenhofen. Aus der Mitte der Schuppe, 
150fach. 

Amia calva Bonap. Stück eines Querschnittes, etwa 360Tach. 
Schematische Darstellung des Verlaufes der Osteinkanäle in einer 
randlich durchschnittenen Schuppe. a—b die Schlifffläche. [Unten mehr 
oder weniger längs, oben quer getroffene, im Schliffe verkürzt er- 
scheinende Kanäle. 


Beiträge 


zur 


Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 


IV. Aufsatz'): Ueber Diplopoden Tirols, der 
Ostalpen und anderer Gegenden Europas, nebst vergleichend- 
morphologischen und biologischen Mittheilungen. 


Von 
Dr. phil. Carl Verhoeff, Bonn a. Rh. 


Dazu Tafel XI—XV. 


Bezügliche Schriften: 


Die erste, wirklich bedeutende Arbeit, welche Tiroler Diplopoden 
behandelt, ist Latzels berühmtes Werk über „die Myriopoden der 
oesterreichisch-ungarischen Monarchie“ Wien 1880—84, erschienen 
in 2 Bänden, deren 2. die Diplopoden etc. betrifft. 1888 hat K. W. 
v. Dalla Torre (Innsbruck) eine besondere kleine Arbeit über 
„die Myriopoden Tirols“ in den Berichten des naturwiss.-medizin. 
Vereins (Innsbruck) herausgegeben, welche in der Einleitung auch 
eine Uebersicht über die früheren Arbeiten giebt, in denen Tirols 
Myriopoden berührt sind. Unter allen diesen Aufsätzen ist aber 
keiner, der heute noch eine besonders grosse Beachtung verdiente, 
abgesehen natürlich von Latzels schon erwähntem Werke. Ausser 
diesem führt D. T. 22 Litteraturnummern auf. — 1893 habe ich 
selbst in den Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. zu Wien „Beiträge!) 
zur Diplopoden-Fauna Tirols“ veröffentlicht und darin auf S. 10 
auch bereits die genannte Arbeit Dalla-Torres kritisch besprochen. 


1) I. Aufsatz: Ueber einige neue Myriopoden der oesterreich.- ungar. 
Monarehie. Verh. d. zoel.-bot. Ges. i. Wien 1895, 
II. Aufsatz: Ueber mitteleuropäische Geophiliden. Archiv f. Natur- 
geschichte. Berlin 1895. Bd.I. H.3. 
III. Aufsatz: Zusammenfassende Darstellung der Aufenthaltsorte der 
mitteleuropäisch. Diplopoden. Daselbst 1896. Bd.I. H.1. 
12A 


188 Dr. Carl Verhoeff: 


Dieselbe ist rein faunistisch gehalten und lehnt sich durchaus an 
Latzel an. Im ferneren Verlauf dieser Abhandlung werde ich auf 
die Arbeit von D. T. und meine eigene öfter zurückkommen!). — 

Es sei noch erwähnt, dass in „Bad Ratzes“, einer Lokalskizze 
von K. Prossliner (Bilin 1895) auf S. 63—65 aus der Umgebung 
von Ratzes durch K. Koelbel 22 Chilopoden und 21 Diplopoden 
verzeichnet werden, unter welchen letzteren die Angabe von Julus 
albolineatus (Luc.) Latz. zu berichtigen ist, da sie sich zweifellos 
auf Julus riparius Verh. bezieht. Auch Jul. fulviceps Latz. muss 
ich bezweifeln. — Ferner hat Meinert in den „Myriapoda Musaei 
Hauniensis“ III 1884 S. 144—45 einen Geophilus austriacus 
beschrieben, als dessen Fundort „Razzes“ genannt wird, was ich 
hier nebenbei erwähne. — 


Fassung von Arten, Unterarten, Varietäten 
in der Diplopodenkunde. 


Es ist immer das Zeichen höheren Fortschrittes, wenn 
in der Systematik der Einzelformen einer Organismengruppe nicht 
nur von Arten, sondern auch von Unterarten (-Rassen) und 
Varietäten etc. die Rede ist. Solches gilt auch bereits für die 
Diplopodenkunde, aber leider nicht allgemein, was hauptsächlich 
daran liegt, dass man einerseits manchmal die Formen nicht sorg- 
fältig genug untersuchte, andererseits daran, dass man sich zu 
wenig darüber klar wurde, wie Arten, Unterarten und Varietäten 
zu fassen seien. 

Scharfe Grenzen zwischen diesen Categorieen allgemein auf- 
zustellen, ist unmöglich, weil sie nicht existiren. Trotzdem müssen 
sie im Einzelfall so deutlich als möglich klargelegt und dement- 
sprechende Bestimmungen für ihre Fassung getroffen werden. 
Für die Diplopoden sowohl wie alle Tracheaten überhaupt muss 
der Satz gelten: 

Diejenigen Individuengruppen sind als verschiedene 
Arten zu betrachten, deren DBegattungsorgane ver- 
schiedenen Bau aufweisen. 

Ausgenommen sind nur solche Gruppen, welche keine oder 
rückgebildete Copulationsorgane besitzen. Hiernach könnte es 
scheinen, als läge die Sache sehr einfach. Dem ist aber nicht 
so. Einmal variieren nämlich die Copulationsorgane auch bei 
Tieren derselben Gegend in gewisser, wenn auch geringer Breite, 
ja es sind bei einem Individuum nicht selten kleine Unterschiede 
zwischen der links- und der rechtsseitigen Hälfte des Copulations- 
apparates bemerkbar. Sodann zeigen manche Arten in weiter aus 
einander gelegenen Gegenden schon grössere Unterschiede in 
jenen Organen. Wenn sie aber auch nur gering sind, pflegen 
sie doch manchmal constant aufzutreten, d. h. bei jedem 


') Im Weiteren kurz als „Beiträge‘ angeführt. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 189 


Individuum einer Gegend A findet man immer dieselbe kleine Ab- 
weichnng von den Individuen einer Gegend B. Handelte es sich 
also im ersteren Falle um unbeständige, individuelle Variation, 
so liegt im letzteren eine beständige Abweichung vom Typus 
vor. Hier tritt schon die Frage auf, soll man im letzteren Falle 
von einer besonderen Art sprechen oder nicht! Hier eben muss 
der Mittelbegriff der Rasse oder Unterart, mit Anwendung der 
trinären Nomenklatur, zu Hülfe genommen werden. Er hat 
in erster Linie den grossen Vortheil, dass er sofort die nahe 
Verwandtschaft gewisser Individuengruppen vor Augen führt. 
Nenne ich z. B. zwei Formen, welche sich äusserst nahe stehen, 
Julus abe und Julus def, so weiss ich über deren Verwandt- 
schaft noch nichts, nenne ich sie aber Julus abe und Julus abc, 
def, so weiss ich sofort, dass beide sehr nahe verwandt sind. Die 
Unterarten sind also dort anzuwenden, woessich zwar um 
bestimmt und constant unterscheidbare Formen handelt, 
aber zugleich um solche, deren morphologische Eigen- 
thümlichkeiten nur wenig von der oder den Nächstver- 
wandten abstechen. Manche Autoren (und zu diesen gehört auch 
der berühmte R. Latzel) haben nur dann verschiedene Arten unter- 
scheiden wollen, wenn die betreffenden Thiere, ausser den Copulations- 
organen, noch in irgend einem äusserlichen Merkmal von einander ab- 
wichen. Das ist aber eine unhaltbare Anschauung, da es ziemlich 
viele Arten giebt, (und wie ich und andere Autoren gezeigt haben, 
unzweifelhafte) deren Weibchen sich überhaupt nicht unterscheiden 
lassen und auch nicht wenige solche Arten, bei denen die Männchen 
nur durch die Copulat.-Organe unterscheidbar sind. Ich erinnere 
besonders an Julus (Anoploiulus), Julus (Leptoiulus) und 
Brachydesmus. 

Nunsind aber auchFormen vorhanden, (und hierhabe ich besonders 
die Glomeriden im Sinne) welche sich in den Copulationsorganen 
nicht oder nur ganz unbedeutend unterscheiden und doch allgemein 
bisher als bestimmt verschiedene Arten angesehen wurden, auf 
Grund der Farben-, Grösse- und Skulptur-Differenzen. 

Nach dem obigen Satze über die Artfassung, welcher doch 
zweckmässig consequent durchgeführt wird, ist es aber auch 
richtiger, jene Glomeriden nur als Unterarten aufzuführen, so- 
dass wir dann in Europa vielleicht nur zwei Glomeris-Arten be- 
sitzen, weil nur zweierlei ausgeprägt verschiedene Cop.-Füsse vor- 
kommen, nämlich multistriata C.Koch (mit den subsp. multistriata 
C. K. und oceultocolorata Verh.) und eine andere europaea 
mihi, welche also die subsp. marginata, conspersa, hexasticha, 
intermedia, alpina, connexa, pustulata, pulchra, tridentina 
u.s. w. zusammenfasst. (Gl. tyrolensis Latz. kenne ich nicht.) 
Gl. minima Latz. ist von Brölemann mit Recht zum Vertreter 
einer besonderen Gattung, Glomeridella erhoben worden. Nach 
dem Gesagten ist folgender Satz zu beachten: Sind Diplopoden 
in der Skulptur und Farbe verschieden, so sind sie meistens 


190 Dr. Carl Verhoeff: 


auch in den Copulationsorganen verschieden, doch braucht 
dies nieht immer der Fall zu sein, daher jene ersteren 
Verschiedenheiten keine sichere Grundlage für die Auf- 
stellung einer besonderen Art abgeben. 

Für die Fassung der Diplopoden-Formen lassen sich nun 
folgende Regeln angeben: 

I. Zwei Individuengruppen sind als Varietäten zu unterscheiden, 
wenn sie in den Copulationsorgahen übereinstimmen, aber 

a) nur in der Farbe, oder 

b) in der Farbe und geringen morphologischen Merk- 
malen (Skulptur, Grösse, Gestalt) von einander abweichen. 

II. Zwei Individuengruppen sind als Rassen oder Unterarten 
(Subspecies) zu unterscheiden, 

A. bei Uebereinstimmung in den Copulationsorganen, wenn 
sie entweder in ein oder mehreren bedeutönderen!) morpho- 
logischen Merkmalen von einander abweichen, mag die Farbe 
dabei die gleiche oder eine verschiedene sein, oder in der Farbe 
sehr beträchtlich sieh unterscheiden, wenn auch die mörphol. 
Differenzen geringe sind, 

B. bei Verschiedenheit der Copulationsorgane, wenn 

a) keine sonstigen bedeutenden morphologischen Unterschiede 
vorliegen und 

b) die Unterschiede in den Cop.-Örg. geringe sind, vor Allem 
also kein neues Organ oder auch kein besonders auffallender neuer 
Örgantheil vorhanden ist, vielmehr der ganze Typus in allen seinen 
Haupttheilen gewahrt bleibt. 

Gründe zur Aufstellung von Subspecies werden also aus solchen 
constanten Abweichungen der Copulationsorgane zu entnehmen 
sein, welche Grössenverhältnisse der einzelnen Elemente, Verschieden- 
heiten der Gestalt der Elemente, Verschiedenheit der Bezahnung und 
dergl. betreffen. — Ein etwas erfahrener Myriopodenforscher wird 
hier sehr bald die richtige Einsicht in der Abschätzung der Formen 
nach den genannten Grundsätzen gewinnen. 

Ich will hier schon bemerken, dass die Varietäten, ins- 
besondere die Farbenvarietäten durchaus nicht gleichmässig zu 
erklären sind, vielmehr giebt es solche, welche versprengt unter 
-der Grundform vorkommen (Aberrationen) und andere, welche auf 
bestimmte Gegenden beschränkt sind, (Lokalvarietäten) ferner solche, 
welche sich auf eine mehr oder weniger beschränkte Altersperiode be- 
ziehen und andere, welche durchs ganze oder doch fast ganze 
Leben vorhanden sind. Auf diesem Gebiete müssen noch viele 
Beobachtungen angestellt werden, ehe man zu einer umfassenden 
Darstellung schreiten kann. — 

!) Nur die praktische Formenvergleiehung führt zu einem richtigen Urtheil 
über die verwandtschaftliche Bedeutung morphologischer Merkmale. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 191 


Kurze Charakteristik der Hauptgruppen. 
Classe Diplopoda. 


Heteronom segmentirte Tracheaten, deren Genitalgänge vorne 
am Körper, hinter dem 2. Beinpaare münden. Die Rumpfsegmente 
sind, ausser den 4 ersten und dem letzten, aus zwei Ursegmenten 
zusammengesetzt, welche fast immer ventralwärts zwei Beinpaäare 
tragen. Stigmen münden ventralwärts an jedem Doppelsegmente 
in zwei Paaren. Meist sind Tracheentaschen vorhanden. Tracheen- 
commissuren fehlen. — 


A. Unterklasse Pselaphognatha. 


7. Rumpfdoppelsegment ohne Copulationsfüsse, vielmehr mit 
normalen Laufbeinen. Auch am Hinterende des Körpers keine 
Copulationsfüsse. Hautskelett weich, mit auffallend langen, mannig- 
faltig gestalteten Haargebilden. Kein deutliches Gnathochilarium. 
13 Beinpaare und 11 Rumpfsegmente. Tracheen verzweigt. 


Fam. Polyxenidae. (Europa, Afrika.) 
B. Unterklasse Chilognatha. 


Entweder das 7. Rumpfdoppelsegment mit ein bis zwei Paaren von 
Copulationsfüssen, oder ein bis zwei Paare solcher am Hinterende 
des Körpers. Hautskelett durch eingelagerten Kalk hart, ohne jene 
auffallenden Haargebildee Meist ein deutliches Gnathochilarium, 
selten ein rudimentäres. Wenigstens 17 Beinpaare und 13 Rumpf- 
segmente. (Bei 13 Rumpfsegmenten sind 1 oder 2 etwas verwischt.) 


I: Ördnung Opisthandria. 


Copulationsorgane des Männchen vor dem Hinterende des 
Körpers am vorletzten oder vorletzten und drittletzten Rumpfsegmente 
gelegen. Paarige Wehrdrüsen fehlen. Tracheen verzweigt. Pleuren- 
platten deutlich ausgebildet. 13, 19 oder 20 Rumpfsegmente. 


1. Unterordnung Oniseomorpha. 


Mit 13 Rumpfsegmenten, von denen das 2. und 3. häufig 
(Glomeridae) theilweise verschmolzen sind, seltener auch noch 
das 11. und 12. (Gervaisia, Glomeridella). Körper vorne und hinten 
breit: 1. Rückenplatte (Collum) im Verhältniss zu den übrigen recht 
klein, letzte (13.) Rückenplatte sehr breit. 


MID Dr. Carl Verhoeff: 


Fam. Glomeridae!) und Sphaerotheriidae. 
(die letztere nicht in Europa.) 


2. Unterordnung Limacomorpha. 


Mit 19—20 Rumpfsegmenten, von denen das 1. eine Rücken- 
platte besitzt, die nicht viel kleiner ist als die 2.; letzte Rücken- 
platte klein. 

Fam. Glomeridesmidae (Sumatra, Central- und Süd-Amerika). 


II. Ordnung Proterandria. 


Copulationsfüsse des Männchen am 7. Rumpfsegmente gelegen, 
aus einem (vorderen) oder beiden Paaren von Anhängen entstanden. 
Bisweilen ist das hintere Paar reducirt. Selten ist auch noch das 
hintere Gliedmaassenpaar des 6. oder das vordere des 8. Rumpf- 
doppelsegmentes zn Copulationszwecken umgewandelt. Oft sind die 
Ventralplatten mehr oder weniger stark am Copulationsapparat be- 
theilist. Paarige Wehrdrüsen fehlen oder sind vorhanden. Tracheen. 
unverzweigt. Pleurenplatten höchstens angedeutet, niemals ganz 
frei, meist völlig verschwunden. 19 — viele Rumpfsegmente, 


1. Unterordnung Colobognatha. 


Mandibeln und Gnathochilarium mehr oder weniger rudimentär, 
Kopf auffallend klein, Antennen aber verhältnissmässig gross. 
Männchen mit 8 Paar Laufbeinen vor den Copulationsfüssen. Letztere 
erinnern noch stark an normale Beine nnd sind mehrgliedrig (4—5 gl.). 


!) AufGervaisia hat neuerdings Silvestri [und nach ihm auch ©. F. Cook] 
eine besondere Familie gegründet, was aber gänzlich falsch ist, da ihre nahe 
Verwandtschaft mit Glomeris unverkennbar. Latzel hat das bereits klar und 
sorgfältig dargelegt. Es müsste in Silvestris Familie „Gervaisidae“ 
(ef. I Diplopodi, Parte I Sistematica, Genova 1896 S. 86-88) übrigens auch 
Glomeridella Aufnahme finden, an deren naher Verwandtschaft mit Glomeris 
doch Niemand zweifeln wird! Aber S. stellt sie fälschlich zu (seinen!) 
Glomeriden und behauptet S. 83: „Tergitum ultimum subevanidum‘“ 
(Glomeridella). Das ist aber grundfalsch, da nicht die letzte, sondern die 
vorletzte Dorsalplatte in Verkümmerung begriffen ist. (Segmentsprossungs- 
gesetz!) Ganz unverständlich ist es auch, dass O. F. Cook (ef. Brandtia, 
A series of occasional papers on Diplopoda. New York 1896, X, „An american 
„Glomeroid“ S. 45), ausser den „Gervaisiiden“ noch Glomeridelliden in 
die Welt setzt. Danach darf man gegen seine Onomerididen auch miss- 
trauisch sein! Während nun Cook seine Gruppen sonst besser zu begründen 
pflegt, (überhaupt sorgfältiger arbeitet) ist Silvestri in Bezug auf Gruppen- 
macherei ziemlich an der Grenze der vorstellbaren Leistungsfähigkeit in 
dieser Hinsicht angelangt. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 193 


Fam. Siphonophoridae, Platydesmidae, Polyzonidae 
und Siphoniulidaet). (Nur die Polyzonidae mit den Gattungen 
Polyzonium und Hirudisoma und Platydesmidae mit Dolis- 

tenus sind in Europa vertreten. Platyzonium ?) 


2. Unterordnung Helminthomorpha?). 


Mandibeln und Gnathochilarium wohl entwickelt. Kopf von 
normaler Grösse, Antennen nicht unverhältnissmässig gross. 
Männchen mit 7 Paar Laufbeinen vor den Copulationsfüssen. Leztere 
erinnern nicht mehr stark an gewöhnliche Beine und sind nicht 


deutlich mehrgliedrig (höchstens 2-gliedrig). 


Diese Diplopodengruppe ist die bei weitem schwierigste von 
allen. In ihr hat neuerdings O.F. Cook (The Craspedosomatidae 
of North America S. 8 etc.) als 4 besondere „Ordnungen“ die 
Merocheta, Anocheta, Diplocheta und Monocheta unter- 
schieden. Andere Autoren haben „Unterordnungen“ geschaffen, wie 
Chordeumoidea, Juloidea etc., welche meist nichts anderes sind 
als andere Benennungen für alte Familiennamen. Sie müssen 
weiterer Prüfung anheimgestellt werden. 

Ich kann nicht unterlassen, an dieser Stelle ernstlich vor dem 
Aufstellen systematischer Gruppen mit schlechter Begründung zu 
warnen, da sie nur Verwirrung anrichten. Die Sache bleibt allemal 
das Wichtigste, die Namen allein nützen nichts. Silvestri ist in 
dieser Hinsicht besonders zu tadeln, da er mancherlei überflüssige 
Namen creirt hat, so z. B. „Trachysomidae“, „Haplosomidae“, 
„Pseudoannolenidae* etc. Wären die Formen Trachysoma und 
Haplosoma wirklich so hervorragend ausgezeichnet, um eine neue 
Familie zu rechtfertigen, so hätten doch schon Attems und 
Verhoeff, welche dieselben entdeckten, je eine besondere Familie 
aufstellen können, statt dessen thut es Herr Silvestri, der diese 
Thiere gar nicht kennt! 

Folgende Tabelle diene zur Uebersicht der unzweifelhaft be- 
rechtigten Familien: 

a) Rumpf!) aus 19—20 Segmenten bestehend. Ocellen fehlen 
immer, Copulationsfüsse nur aus dem vorderen Gliedmaassenpaare 
des 7. Segmentes gebildet, Ventral- Pleural- und Dorsalplatten ver- 
SEE Fe a ea aan, Burnaikee 

aa) Rumpf aus wenigstens 26 Segmenten bestehend. Ocellen 
vorhanden (meist) oder fehlend. Copulationsorgane meist aus beiden 
Gliedmassenpaaren (aber oft auch noch andern Theilen) des 
7. Rumpfsegmentes gebildet, bisweilen aber nur aus dem vorderen. 
Ventralplatten bald frei, bald verschmolzen, Pleuralplatten nie 
ganz frei a I Re I ER GAR Werde c) 


!) Ob diese 4 Familien berechtigt sind, vermag ich nicht zu entscheiden, 
setze aber Zweifel darin. 
2) Fälschlich haben mehrere Autoren diesen die Colobognatha subordinirt, 
obwohl schon Latzel mit richtigem Blicke vorangegangen war. 
Arch, f. Naturgesch. Jahrg.1896. Bd. I. H. 3, 13 


194 Dr. Car Verhoeff: 


b) Körper verkürzt und asselähnlich, fast in eine Kugel ein- 
rollbar. 
Fam. Sphaeriodesmidae. (Mittel- und Südamerika.) 
bb) Körper verlängert und in eine Spirale einrollbar. 


Fam. Polydesmidae. (In allen Welttheilen.) 

|Diese Familie ist ohne Grund in mehrere zersplittert worden. 
Gründliche weitere Untersuchungen müssen erst zeigen, ob ein Theil 
derselben als Unterfamilien haltbar ist. Total unnatürlich sind 
die Haplosomidae Silvestris.] 

c) Rumpf aus 26, 28, 30 oder 32 Segmenten zusammengesetzt. 
Ventralplatten frei. Wehrdrüsen fehlen. Penes fehlen. Aus- 
stülpbare Coxalsäckchen kommen höchstens an vereinzelten 
Segmenten vor. 

Fam. Chordeumidae. 

(Besonders in Europa und Nordamerika stark vertreten.) 

[Auch hier ist eine überflüssige Zersplitterung in mehrere Familien 
vorgenommen worden.] 

ce) Rumpf aus 40 und mehr Segmenten zusammengesetzt. 
Ventralplatten frei oder verschmolzen. Wehrdrüsen immer vor- 
handen. Penes fehlen oder sind vorhanden . . ......d) 

d) Ventralplatten immer frei. Penes fehlen. Pleuralplatten 
nicht angedeutet. Ocellen klein in einem Häuflein jederseits. 
Stipites Gmathochilari am Grunde weit getrennt. Copulationsorgane 
aus einem Gliedmassenpaare entstanden. 


Fam. Lysiopetalidae. (Europa und Nordamerika.) 

dd) Ventralplatten immer frei. Pleuralplatten mehr weniger 
gutangedeutet. Penes vorhanden, zweigliedrig, lang vorstreckbar, 
mit unpaarer Samengangöffnung'). Ocellen gross, jederseits nur 
1—2. — Stipites Gnathochilarii am Grunde weit getrennt. 


Fam. Stemmatoiulidae. 
(Centralamerika, Ceylon, Kamerun, Liberia.) 

ddd) Ventralplatten immer verschmolzen, Pleuralplatten ebenso. 
Penes vorhanden, kurz, nicht mit unpaarer Samenöffnung. Ocellen 
jederseits in einem Haufen. Stipites Gnathochilarii am Grunde ge- 
trennt. 


Fam. Spirostreptidae. 
[Auch diese Familie ist ohne zureichende Gründe in mehrere 
zersplittert worden.] 
(Tropen und Subtropen. Fehlen in Europa.) 
dddd) Ventralplatten meist verschmolzen, -Pleuralplatten immer. 
Penes vorhanden, kurz, mit doppeltem Samengang und Oeffnungen, 
ungegliedert. Ocellen meist jederseits in einem Haufen, nicht selten 


!) Der „Conspeetus Subordinum“ auf S. 31 der „J Diplopodi, Sistematica“ 
Silvestris ist bei a, b, nicht einmal contradietorisch ! 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 195 


verwischt, noch seltener völlig fehlend. Die Stipites Gnathochi- 
larii stossen am Grunde auf breiter Strecke an einander. 
Fam. Julidae. 
(Europa, Nordamerika und wohl auch noch weiter.) 
[Die Abtrennung von Isobates zu einer besonderen Familie ist 
nicht gerechtfertigt.] 


Tiroler Diplopoden. 


Im Folgenden habe ich mir die Angabe des Fund-Datums meist 
erspart. Es genügt hier anzugeben, wann ich die Umgebung der 
folgenden Orte besucht habe. Innsbruck 18. IV. Bozen 20 bis 
26. IV. Trient und Val Sugana 27. und 28. IV. Roveredo 
30. IV. und 1. V. Arco 3.—9. V. Monte Baldo Altissimo 
7. V. Salö 10., Desenzano -Peschiera 11. und 12. V. Riva 
13. V. — Meine früheren Untersuchungen, welche in den „Beiträgen 
zur Diplopoden-Fauna Tirols‘ 1894 ausgearbeitet wurden, fallen in 
die 2. Hälfte des August und Anfang September, woraus sich 
manche Verschiedenheiten in meinen einstigen und jetzigen 
Funden erklären. — 

Vertreten sind die Familien: Polyxenidae, Glomeridae, 
(Polyzonidae?), Polydesmidae, Chordeumidae, Julidae. 
[Diese alle kommen auch im politischen Deutschland vor.] 

Fam. Polyxenidae. 

Polyxenus lagurus L. Von mir gesellig in einer Höhe von 
1600—1700 m auf dem Monte Baldo gef. Sonst: Trentino (Ca- 
nestrini), Achensee und Sterzing (Latzel). 


Fam. Glomeridae. 

1. Glomeris europaea connexa O.K. var. alpina Latz. 
12, 15mm. Kalterer See unter Steinen: Flecken der 2 mittleren 
Reihen getrennt und etwas grösser als die der 2 seitlichen Reihen, 
1 durchlaufende Brustschildfurchke. — Eggenthal b.,Bozen 1 8, 
17 mm, mit grossen Flecken der zwei mittleren Reihen, sodass 
2 Längsbinden entstehen; 1 durchlaufende Furche. 1, 16!/; mm, 
mit schwachen und dunkeln Flecken, namentlich die mittleren. 

2. Gl. europaea conspersa C. Koch (genuina). 

Monte Baldo 32 2 8 unt. Steinen. Caldonazzo (Val Sugana) 
1%. Salö a/G. 42 2d unter Laub. Mori 2% u. $t.2) 

2a. Gl. europaea conspersa C.K. var. bitaeniata Bröl. 
1 2, 18 mm, Pergine u. St. — Grundfarbe rothbraun wie bei der 
genuina, aber die schwarze Rückenmittellinienbinde von Flecken 
fehlt. 


!) Vergl. die sorgfältige Arbeit von O. F. Cook: „Stemmatoiulus as an 
Ordinal Type‘‘, Entomology, American Naturalist. Dee. 95. 
2) u.L. = unter Laub, u. St. = unter Steinen. 


13* 


196 - Dr. Carl Verhoeff: 


Brölemann hat diese Form als eine besondere Art beschrieben. 
Das ist aber nicht gerechtfertigt, da sich keine greifbaren und con- 
stanten morphologischen Merkmale auffinden lassen. 

3. Gl. europaea tridentina Latz. Sarnthal b./Bozen 1%, 
20 mm, sehr dunkles Exemplar mit 4 ziemlich verwischten Längs- 
reihen rothbrauner Flecke (l. c. gab ich 1 Ex. von Meran an. Die 
Art ist anscheinend selten). 

4. Gl. europaea hexasticha Bra. var. irregularis mihi. 
Sarnthal u. St. 12, 171), mm. Am Brustschild läuft keine Furche 
durch, jederseits 4 stufenweise verkürzte Furchen. Grundfarbe 
gelblichbraun. Ausser vielen schwarzen unregelmässigen Sprenkel- 
fleckchen findet sich jederseits der Rückenmitte ein Längsband 
schmaler, unregelmässig begrenzter, schwarzer Längsflecke. Ausser- 
halb dieser ein etwas breiteres Längsband gelbbrauner Flecken, 
aussen von diesen wieder ein unregelmässiges Längsband schwarzer 
Flecken. Im Gelbbraunen stehen noch weiter aussen Häufchen 
schwarzer Spritzflecken, doch kommt keine regelmässige Längs- 
fleckenbinde zu Stande. — Die gewöhnliche äusserste der 3 jeder- 
seits bei hexasticha sonst vorhandenen schwarzen Fleckenlängs- 
binden ist also theilweise (hinten) verschwunden, theilweise (vorne) 
in Spritzfleckchen aufgelöst. Auch ausserhalb der äusseren (3.) Binde, 
die hier also verwischt ist, steht vor dem Seitenrande, an den 6 auf 
den Brustschild folgenden Dorsalplatten noch ein Häufchen von 
schwarzen Spritzfleckchen. Auch der Analschild ist unregel- 
mässig schwarz bespritzt, besitzt aber doch die 2 grossen, gelb- 
braunen, runden Flecke. — 

5. Gl. europaea pustulata Latz. (genuina). 

Riva, unter dem Abhang der Rocchetta u.St. 42 3 d, Loppio 
1 2, Desenzano 1 d& — Arco, Olivenwald u. St. 6 2, 1 junges 2 mit 
2-+ 9 Rumpfsegmenten von 4 mm, hat erst recht blasse Flecken. 
Chiarana b./Arco, Olivenwald 18. Salö 12 3d. Eggenthal 25, 
1 ja. 2 mit 2 + 9 Rumpfsegm. von 3°/, mm hat wieder blasse Flecken. 
Ist im Eggenthal häufig und auch gesellig an ziemlich trockenen 
Stellen zu finden. Ponalstrasse b./Riva, an Felsen kriechend, auch 
theilweise in praller Sonne 22 7G. Sarnthal u. St. 5%. Bozen 22. 
Varoneebene b./Riva 1 2 mit kleinen Flecken, zur var. pseudo- 
marginata überleitend. Roveredo, Lenothal 18 42, Mori 322 298, 
grösstentheils gesellig unter grossen Steinen an dürrem Abhang. — 
Ich habe überhaupt den Eindruck gewonnen, dass bei Glomeris die 
Männchen kleiner sind als die Weibchen, will aber folgenden 
Beweis aus je 29 gemeinsam gefundenen Exemplaren führen: 

22: 12,, W/a,.112%,, 1%. 113/07, Us 12,0 1 Dee, 
101/,,. 8%5,:111/s:'10, 11,10, 10,, 10%,, 15, 12.780208 212 
8, 9'/, 7'/, mm; % 
Id: 8, NY, 1018, -2,:1017,,.10%,, 10,709 BRUT 
I, N/o, Is, g, 8, 10, 81%, 11, 9, 71y,, 61/5, Tlp, 6lys, 9, 
7:/4, 114mm; 
Also messen 29 2 zusammen 290 mm, 
29 a 255 mm. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 197 


Noch lebend besitze ich: von Arco 14, von Eggenthal 16 Ex., 
darunter 18 2 und 12 3, welche sich in meiner Heimath (Bonn) in 
Gläsern mit feuchtem Sande bei morschem Buchen- und Erlenholz 
als Nahrung sehr gut gehalten haben. 

Var. continua mihi. Salö 1 £: Während bei der typischen 
Form die 10. Dorsalplatte klein-, die 11. und 12. gar nicht gefleckt 
sind, ist hier die 10. gross-, die 11. und 12. kleingefleckt!), 
alle übrigen Flecken gross und stark in die Quere gezogen. 

Var. pseudomarginata mihi. Die Flecken sehr trübe, klein 
und theilweise erloschen, am deutlichsten noch am Analschild. 
Arco, unter den Felswänden 12, 13, 1d, 6!1/;, mm. — 

Ausser den hier aufgeführten Exemplaren habe ich noch viele 
andere gefunden, welche ich nicht alle mitnehmen konnte. Bei 
einigermassen feuchtem Wetter laufen die Thiere bei Tage sehr 
viel an Felsen umher. Im Ganzen sind sie überhaupt Freunde 
offener, d.h. unbewaldeter oder doch nur sehr licht bewaldeter 
Plätze, welche auch eine gewisse Trockenheit ertragen. Bei Arco 
kletterten sie bei Tage theils auf trockenen Felsen in der Sonne, 
theils im Schatten an Stellen, wo von den Felsen Wasser 
ohne Tropfung kaum merklich herabflos. Die Beobachtung 
OÖ. vom Rath’s?), dass auch ausgewachsene Glomeris sich 
häuten, kann ich bestätigen. Von meinen Zuchtthieren fand 
ich am 8. VI. frisch Gehäutete in Sandkämmerchen (ohne Ge- 
spinnst) und dabei manchmal Exuvien mit 3+9, mehrfach aber 
auch solche mit 3 + 10 Rumpfsegmenten (also Erwachsene gehäutet). 
Durch Beobachtung isolirter Individuen stellte ich fest, dass sie 
ihre Exuvien nicht fressen, denn dieselben fand ich nach 
Wochen noch unberührt. Ebensowenig konnte ich finden, dass 
Thiere mit blassgelber Färbung mit der Zeit eine intensivere, etwa 
orangene oder gar rothgelbe Färbung annehmen. Vielmehr blieb 
ein Individuum, das sich 20. Juni häutete, blassgelb bis jetzt 
(20. Juli). Die Verschiedenheit der Intensität der gelben oder rothen 
Färbung ist also wirklich Variation. 

Die Glomeris geben bei Reizung nicht nur aus den medianen 
Stellen der dorsalen Zwischenhäute (ausser hinter und vor dem 
Brustschild und vor dem Analschild), sondern auch aus dem 
After eine wasserhelle Flüssigkeit, nur bei einem 2 fand ich die- 
selbe trüb-milchig, wohl krankhaf. An den medianen, dorsalen 
Drüsensecretstellen bemerkt man beim lebenden Thiere ein 
dunkles Fleckchen und darin einen deutlichen, queren Schlitz 
(Secretionsstelle der Drüsen und Austrittsstelle des Blutes), dicht 
hinter dem Hinterrande und über dem Vorderrande der Dorsal- 
platten?). Diese Stellen liegen also in den Zwischenhäuten. Man 
sieht sie nur, wenn sich das Thier zusammenkugelt. — 


1!) Der Brustschild ist immer als 2. + 3. Dorsalplatte zu zählen. 

2) Biologie der Diplopoden. Freiburg 1891. 

3) Vergl. meinen Aufsatz: Ein Beitrag zur Kenntniss der Glomeriden. 
Verh. d. nat. V. f. Rheinl. u. Westf. Bonn 1895. 


198 Dr. Carl Verhoeff: 


Da ich im Ganzen 792 und 60 d mitbrachte, so scheinen die 
letzteren etwasin der Minderzahl zu sein. Die jüngsten Entwicklungs- 
stadien müssen sehr verborgen leben, da ich von ihnen nichts ge- 
sehen habe. Ich hoffe durch Zuchtversuche Weiteres in Erfahrung 
zu bringen. — 

6. Gl. europaea, (trans)alpina C. K. 

Von mir in Südtirol nicht beobachtet. 

Vergl. meine „Beiträge“ l.c. S.9, 1893. (Sulden, St. Valentin.) 

Anmerkung 1. Gredler und Latzel führen noch Glom. 
tirolensis Latz auf, sowie multistriata C.K. und hexasticha 
Bra. (genuina),. Gl. guttata Risso möchte mit Vorsicht auf- 
zunehmen sein. (Nur von dem nicht sehr glaubwürdigen Fedrizzi 
angegeben.) Gl. cingulata C.K. gehört als var. zu (trans)alpina. 
Die Angabe von marginata ist zweifellos auf meine pustulata, 
var. pseudomarginata zu beziehen. 

Anmerkung 2. Von „Bad Ratzes“ S. 64 (K. Prossliner in 
Bilin) hat K. Koelbel auch die tridentina und multistriata an- 
gegeben. 

Anmerkung 3. Die Gattung Glomeridella Brölemann ist 
sowohl in den Ostalpen als in der Normandie vertreten, aus Tirol 
aber bisher nicht bekannt, desgleichen nicht Gervaisia, — 

Fam. Polydesmidae. 

1. Polydesmus tridentinus Latzel. [Syn. bigeniculatus 
Bröl.] 

Von dieser Art besass Latzel (l.c. S.141) nur 1d. Ich fand, 
dass sie in Südtirol im Frühling häufig ist uud an vielen Orten 
vorkommt: 

Kalterer Seebecken u. St. und L. 18, 10mm, 1%, 13 mm. 
Pullu VI 32 23, VI 12 18. Roveredo, Lenothal u. St. 4d 
10%. Caldonazzo 28, Pergine am Rande einer Wiese an nassem 
Bachufer u. St. 25, 9mm. Insel im östlichen Loppio-See 162 108, 
u.L., Pull. VII 2, 8!1/;, mm, d reif, 10 mm. Ich beobachtete mehr- 
mals Copulationen. Am Seeufer 1d, 9%/,, 3%, 81/,—91/, mm, unter 
Genist und Steinen. Riva an einer Quelle unter der Rocchetta 12 
18, beide 9!1/, mm in Copula. Varone an einem Wasserlauf 28 
12, Varoneebene u. St. 13. Arco im Olivenwald u.St. 18, u.L. 
1, Chiarana b./Arco an einem Wasserlauf u. nassen St. 25 38, 
Ponalschlucht b./Riva, am Ponalbache u. St. und zwischen Genist 
113 72 (2mal Copula). Salö an einem Wasserlauf 62 4d. — 
Die Männchen sind im Durchschnitt kleiner als die Weibchen, an 
Zahl fand ich also: 468 und 582. — 

In Fig. 36 habe ich eine richtige Abbildung eines Copulations- 
fusses gegeben, da diejenigen, welche Brölemann auf Taf, I Fig. 5 
seiner „Üontributions & la faune myriapodologique mediterrandenne“ 
II. Note, Lyon 1892 lieferte, sämmtlich unrichtig sind, wie ich durch 
Vergleich mehrerer von ihm erhaltenen Exemplare mit meinen Süd- 
tirolern sicher festgestellt habe. Die Cop.-Füsse dieser Art hat 
Latzel nicht abgebildet, aber 1. ec. S. 140 ganz zutreffend be- 


Beiträge zur Kenntuiss paläarktischer Myriopoden. 199 


schrieben. Sie sind so charakteristisch, dass ich sie selbst in den 
Figuren Brölemann’s gleich wieder zu erkennen glaubte. 

Der Stachel (sta.) in der proximalen Krümmung ist sehr stark; 
gerade und spitz und kommt übereinstimmend vor bei den Thieren 
der Lombardei und Tirols. In letzterem Lande fand ich hinter der 
distalen Krümmung kein deutliches Zähnchen, 

var. bigeniculatus Bröl. besitzt dagegen dort das Zähnchen 
z 1, übereinstimmend in 2 Praep., die ich nach Exemplaren B. s her- 
stellte. Uebrigens stimmen meine Thiere auch in Grösse und Skulptur 
mit denen B.s überein. 

2. Pol. illyricus Verhoeff. 

Kalterer Seebecken 1, Pull. VII 13. Pergine an feuchter Stelle 
u. St. 15, 25 mm, mit leicht aufgebogenen vorderen Segmentflügeln. 
Innsbruck unter Rinde eines Fichtenstuckens Pu. VI 12 28. — 

3. Pol. edentulus C. Koch (Grundform). 

Die neuerdings gesammelten Thiere entsprechen durchaus der 
Fig. 2, welche ich in No. 477 des Zool. Anzeigers 1895 in den 
„Aphorismen etc.‘ zum Unterschiede von der östlichen subsp. biden- 
tatus Verh. gegeben habe. 

Pergine u. St, an einem Pächlein 74, z. B. 131/,, 12Y,, 121/,, 
12: mm. 932, 2. B., 101,4, 10, 12%/,,.13Y/,, 14, 111/,, 12%/, mm. 

Pull. VT 42 48. 

Bozen, Eisackufer 13, 13 mm, 12, 14 mm, u. St. 

Loppio am Seeufer u. St. und Genist 32, 161/,—17 mm. 

Riva, unter der Rocchetta 12, 19!/, mm. Deutschenofen 1%, 
18 mm. 

Eggenthal u. St. und Holz 38 72, d 17—18, 2 16—17 mm 
(mehrfach nahe am Bache). 

Sarnthal u. L. und faulenden Brettern 85 22. 

Chiarana b./Arco an einer Wasserleitung im Olivenwalde unter 
bröckligen Steinen 19, 18mm, 12, Pu. VI 6d. 121/,—13 mm. 

Ponalschlucht b./Riva, am Bache zwischen Steintrimmern 26, 
211) mm, 18 20, 42 19—21!/y; mm. Pu.VI 18 (1 Copula.) 

Arco an einer Felsenquelle Pu. VII 22. — 

Nach der Oertlichkeit schwankt diese Art also auffallend in 
der Grösse, indem manche Erwachsene der einen Gegend nur so 
gross sind als Pulli VII einer anderen. 

Die Geschlechter sind durchschnittlich gleich gross. Im Ganzen 
gefunden: 348 und 35 2. 

4. Pol. denticulatus C. K. Sulden. (Verh. l.c.) Ratzes 
(Koelbel). 

Anmerkung 1. Auch jetzt habe ich (so wenig wie früher) 
in Mittel- und Südtirol irgend ein Stück von Pol. complanatus 
zu Gesicht bekommen. Ob var. monticola Latz. wirklich zu diesr 
Art gehört, kann ich nicht entscheiden. Jedenfalls ist Tirol im 
Vergleich zur Lombardei arm an Polydesmus-Arten. — 

5. Brachydesmus superus Latzel. 

In Fig. 37 und 38 gab ich Abbildungen der Copulationsfüsse 


200 Dr. Carl Verhoeff: 


zweier verschiedenen Individuen von verschiedenen Seiten gesehen, 
woraus man die individuelle Variation ersieht. Meine in den „Bei- 
trägen zur mitteleuropäischen Diplopoden - Fauna‘‘ (Berl. entom. 
Zeitschr. 1891) aufgestellte var. mosellanus lasse ich hiermit 
wieder fallen, denn Latzel’s Figur 69 1. c. ist unrichtig, da er 
insbesondere die feine, bezähnelte Kante (r meiner Fig. 37 und 38) 
einfach fortgelassen hat. Ich habe Individuen von Tirol, Ungarn, 
Frankreich und Deutschland verglichen und finde sie überein- 
stimmend. (Meine entgegengesetzte Angabe im „I. Aufsatz‘ ist 
irrthümlich.) Alle besitzen die feine Zähnchenkante, welche aber 
bei gewisser Lage der Cop.-Füsse nicht oder nur schwer zur An- 
schauung gelangt. Brölemann glaubte meiner var. zustimmen zu 
können (brieflich), ich selbst halte sie nicht mehr aufrecht. 

Kalterer Seebecken: 202, 158, Pull. VI (188.) 82 16, 51/,, 
VI®2 5, 51, 54, 6Mm.' Reife 2: 71%, 7Ti/s,) 71), 71), mm. 

„ d: T, 73/4 T1/s, 6°/,, 8 mm. 
22 Ex. davon befanden sich unter einem grossen, tiefliegenden Stein 
in feuchter Lehmerde. Auch 1 Copula. 

Bozen, Eisackufer, weissliche Stücke, 1$9mm. 1%, Pu. VI4& 
1%, 1 Copula, & 71%, 2 52/; mm. Daselbst ferner in Copula auf- 
fallend hellbraune Stücke, unter Genist d 8, 2 8!/;, mm, im Ganzen 
davon 28 52. 

Chiarana b./Arco, am Wasserlauf u. St. 12; Halbinsel Sirmione 
im Olivenwald 18 u. St. — 

6. Strongylosoma italicum Latzel. 

Die Copulationsfüsse habe ich vollkommen mit denen von Exem- 
plaren aus der Pariser Gegend, welche ich meinem Collegen Bröle- 
mann verdanke, übereinstimmend gefunden. 

Arco, am Fusse der Felswände u.L. 16. 

Chiarana, Olivenwald u. St. 18 2%, Pull. VO 12. — 

Anmerkung. Die Angabe von Str. pallipes Oliv. ist sicher 
falsch, bez. auf italicum anzuwenden. — 

Fam. Chordeumidae. 

l. Craspedosoma Rawlinsii (Leach) Latzel subsp. simile 
Verh. Bereits in den „Aphorismen zur Biologie, Morphologie, Gat- 
tungs- und Art-Systematik der Diplopoden“ (Zool. Anzeiger 1895, 
No. 476—478) habe ich die Unterschiede zwischen der westlichen 
Form Rawlinsii simile und der östlichen Rawlinsii in der 
Hauptsache angegeben. Ich kann das durch neuere Untersuchungen 
vollkommen bestätigen. 

Die Tiroler Thiere gehören zur subsp. simile. 

Nach dieser will ich den Copulationsapparat genauer aus- 
einandersetzen, da alle bisherigen Beschreibungen theils unrichtig, 
theils ungenau sind. Es geschieht dies auf Grund vergleichender 
Studien, die ich weiterhin genauer behandle. — (Vergl. Fig. 44, 
45, 49—53 und 71—74.) | 


* * 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopodeu. 201 


Vorderes Segment des 7. Rumpfdoppelringes. 

Wir haben zu unterscheiden: 

1. die Ventralplatte und 2. die Greifhaken. 

Die Ventralplatte zerfällt wieder in drei Theile, 
einen unpaaren mittleren, das Stammstück, und zwei laterale, 
die Spermaaufnahmeeinrichtungen mit dem Grannen- 
apparat. Das Stammstück (Fig. 44) ist ein gedrungenes, endo- 
skelettales, 4-armiges Gebilde, das in der Mediane liegt. Von den 
4 Armen sind drei nach hinten gerichtet, nur einer nach vorne. 
In seiner Mediane erhebt sich das Stammstück zu einer nach innen 
vorragenden Kante, (ein Theil derselben ist bei 1 Fig. 44 seitlich 
vorragend gezeichnet), welche auch allein von oben sichtbar ist, 
wenn man den Copulationsapparat sammt seiner Muskulatur frei 
präparirt hat (ab c Fig. 71). Das Stammstück ist eben dazu be- 
stimmt, einer kräftigen Muskulatur, nämlich den Convergenz- 
muskeln (m Fig. 71), welche von hier jederseits zur Tracheentasche 
(oder Stütze) der Greifhaken gehen, zum Ansatz zu dienen und 
diese Muskulatur überzieht das Stammstück so, dass nur die Median- 
kante sichtbar wird. Nach unten (aussen) ist von ihm überhaupt 
nichts zu sehen, da die beiden Spermalapparate in der Mediane 
aneinanderstossen. Streng genommen ist es daher auch kein Stück 
der ursprünglichen Ventralplatte, sondern eine Neubildung, 
die aber von dieser aus stattgetunden hat. In Fig. 44 erkennt 
man einige Sehnenfaserbüschel, welche an den 3 hinteren Armen 
sitzen und zu den Convergenzmuskeln gehören. Die Kante des 
Stammstückes liegt mit ihrem mittleren Theile ungefähr horizontal, 
(die Muskeln treten jederseits in der ganzen Länge an sie heran) 
vorne und hinten aber krümmt sie sich zur Ventralseite herab, so 
dass sie im Ganzen beinahe einen Halbkreis beschreibt. [Nur bei 
einem Exemplar vom Eisackufer habe ich auf der nach unten ge- 
richteten Kante einen merkwürdigen, hellen Anhang, b Fig. 44, 
beobachtet, ein Bläschen, welches in eine Spitze ausläuft und auf 
einem dünnen Halse sitzt, welcher aus einem Porus hervorkommt.] 

Die Spermalapparate sind die stark umgewandelten Theil- 
hälften der eigentlichen vorderen Ventralplatte. Sie berühren sich 
in der Mediane auf breiter Strecke (ac Fig. 71) und sind innen 
durch eine Haut mit dem Stammstück verbunden (Fig. 49). An 
ihnen unterscheide ich folgende Theile: 

a) das Pseudoflagellum, 
b) die Hauptplatte, 

c) den Grannenapparat, 
d) die Spermablasen. 

Die Pseudoflagella (psf) sind rinnenartig ausgehöhlte, nach 
aussen divergirende (Fig. 71) Fortsätze der Hauptplatten, welche 
sich allmählich gegen das Ende verschmälern und dabei zarter und 
heller werden. 

Die Hauptplatten (P), durch eine Kante gegen die Pseudo- 
flagella abgesetzt, sind vorragende, am Ende abgerundete, fast vier- 


202 Dr. Carl Verhoeff: 


eckige Lappen (b Fig. 49, P Fig. 72), welche den Grannenapparat 
tragen. 

Der Grannenapparat, welcher bei der Copula offenbar zur 
Reizung des ? dient, indem er in die aufgeblähten Vulven eindringt, 
besteht jederseits aus zahlreichen (ca. 35—40) Grannen (g) von 
schön hellgelbem, strukturlosem Chitin. Jede Granne verschmälert 
sich ganz allmählich von der Basis zum Ende und ist an letzterem 
abgerundet. Es giebt 2 Hauptgruppen von Grannen, deren eine 
vordere in einer Reihe auf einer Kante (gk Fig. 71 und 72) der 
Hauptplatte, deren andere hintere in einer Gruppe an der Basis 
derselben steht. Ausserdem gehen drei zarte, mit feinen Papillen 
oder Knöpfchen besetzte Fortsätze (po, pol, po2), sowie ein 
zweiköpfiger Fortsatz kn von der Hauptplatte aus und stehen neben 
oder zwischen den Grannen. 

Die Spermablasen («£ Fig. 49, y Fig. 71), in welche die 
Rinne der Pseudoflagella mündet, sind zartwandige und durch Ein- 
schnürungen in 3—4 Abschnitte abgesetzte, sackartige Einstülpungen 
an der Basis der Hauptplatten und von diesen bedeckt. In der 
Mediane sind die Blasen beider Seiten durch eine zarte Wandung 
(w Fig. 49) getrennt. Im Grunde jeder Spermablase gelangt man 
zur Oeffnung eines Querkanals (Qu Fig. 74), welcher nach aussen 
zieht und von Zellen umgeben ist, welche mir drüsiger Natur zu 
sein scheinen. Wieder am Ende dieses Querkanals mündet ein 
denselben an Durchmesser übertreffender, reichlich mit Drüsenzellen 
besetzter Drüsenkanal ein (dr Fig. 74), dessen Ende jederseits in 
dem Hohlraum der Ventralplatte des hinteren Segments des 
7. Rumpfdoppelringes liegt und dort besonders reichlich mit Drüsen- 
zellen besetzt ist. 

Diese paarigen Drüsen entsprechen physiologisch den Prostata- 
Drüsen der Juliden und mögen ebenfalls so bezeichnet werden. Sie 
sind ihnen nicht homolog, da sie zum vorderen Segment des 
7. Ringes gehören, wohl aber homodynam, da offenbar in beiden 
Fällen eine Umwandlung drüsiger Coxalsäcke vorliegt. 
Dieselben brauchen nur weiter in die Tiefe zu rücken und ihr 
proximales Stück zu einem Kanal zu verengern, so ist die Um- 
wandlung fertig. Bei der sehr starken Veränderung der Vorder- 
anhänge sind bei Craspedosoma auch die Ausmündungsstellen 
nach der Mediane verschoben und in die Ventralplatte gerückt. 

Da nun auch am hinteren Segmente Prostata-Drüsen vor- 
kommen, so haben wir dieselben als vordere und hintere zu 
unterscheiden. Die hinteren sind also den Prostata-Drüsen der Juliden 
homolog, münden aber ebenfalls im Bereiche der (hinteren) Ventral- 
platte. 

Die Greifhaken sind nach Lage, Bau, Funktion und ihrer 
Verwachsung mit den vorderen Tracheentaschen dieumgewandelten 
vorderen Gliedmaassen. Sie halten bei der Copula das $ fest 
und üben auf dasselbe eine Reizung aus. (Vergl. auch Fig. 41 und 62 
die Greifhaken anderer Arten.) Die Tracheentaschen haben ledig- 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 203 


lich die Funktion von Stützen, da ich keine Tracheen an die- 
selben herantretend finde und auch die Trachealhohlräume im 
Innern erloschen sind. Im Gegensatze zu den Vorderblättern 
der Juliden sind sie zwar fest mit den Greifhaken ver- 
wachsen, aber doch durch eine Knickungsstelle (vergl. Fig. 41 
Canestrinii) deutlich von ihnen abgesetzt. An dieser Knickung 
springt die Basis der Greifhaken in einem Vorsprung nach innen 
vor und hier heften sich Sehnen (s) an, welche zu den schon oben 
geschilderten Convergenzmuskeln gehören, die übrigens die ganze 
innere Fläche der Stütze besetzen. Das proximale Ende der Stützen 
dagegen ragt in einen starken Fortsatz vor (sI Fig. 41 und hb 
Fig. 73), welcher in erster Linie den Divergenzmuskeln als 
Hebel dient. Durch dessen Bewegung wird der gesammte Greif- 
haken nach aussen gezogen, da er mit der Stütze fest verkittet ist. 

Die Divergenzmuskeln (Fig. 73) gehen von jenem Hebel 
sämmtlich zu den Seiten des Dorsalringes. Mehrere kräftige 
Bündel (m2) befestigen sich in näherer, ein längeres (md) in 
weiterer Entfernung. 

Die Greifhaken sind in der Mitte innen sehr tief concav aus- 
gehöhlt und diese Concavität ist nach innen und hinten geöffnet.) 

Es besteht jederseits auch eine muskulöse Verbindung ventral- 
wärts zwischen dem vorderen und hinteren Segment des 7. Ringes, 
denn ein Muskel (m1 Fig. 71) zieht hinten von der Kante der 
Knickungsstelle der Greifhaken zu den Seiten der hinteren Ventral- 
platte. 

Die Greifhaken werden also durch die Muskulatur, ganz 
entsprechend jener genannten Concavität, bei der Copula nach 
innen und hinten gedrängt. 

Erwähnt sei noch, dass sich im basalen Drittel der Greifhaken 
eine Gruppe von Drüsenporen findet (Fig. 73), als deren zuge- 
hörige Zellen ich kleine, rundliche, kernhaltige Gebilde betrachte, 
welche sich im Innern verstreut fanden, obwohl ich die Kanälchen 
zu den Poren nicht deutlich erkennen konnte. 

Hinteres Segment des 7. Rumpfdoppelringes. 

Die hintere Ventralplatte (Fig. 45—48) weicht von der 
vorderen ganz ausserordentlich stark ab. Das mediane Endo- 
skelettstück fehlt und eine mediane Zweitheilung ebenfalls. Sie be- 
steht vielmehr aus einem Stücke und ist in mehrfacher Hinsicht 
den typischen Ventralplatten ähnlich, worauf ich später zurück- 
komme. Man kann sie mit zwei dreizinkigen Kämmen ver- 
gleichen, deren jeder eine mittlere längere und zwei seitliche 
kürzere Zinken besitzt und welche in der Längsrichtung aneinander 
gekittet sind. Diese Ventralplatte ist also vorne und hinten der 
Quere nach ausgestülpt und zwischen beiden Querwülsten entsteht 
so eine quere Vertiefung wie eine Tasche. Der hintere 


!) Aehnliches vergleiche man bei Lysiopetalum. (Ueber die Copulations- 
organe der Lysiopetaliden, Zoolog. Anzeiger 1896 N. 518.) 


204 Dr. Carl Verhoeff: 


Kamm ist der höhere, er ragt über den vorderen hinweg. Man 
hat also im Ganzen sechs Höcker zu unterscheiden, nämlich: 

l. einen hinteren, mittleren (Fig. 45 hm), 

2. einen vorderen, mittleren (vm), 

3. zwei hintere, seitliche (hs), 

4. zwei vordere, seitliche (vs). 

Der hintere, mittlere Höcker besitzt auf der Vorderseite eine 
herablaufende Mediankante, welche in der Quergrube sich mit 
einer ähnlichen an der Hinterseite des vorderen, mittleren Höckers ver- 
einigt. Diese Kante ist bei den beiden bekannten Subspecies verschieden 
ausgebildet. Auch von der Basis der vorderen, seitlichen Höcker 
geht eine erhabene Kante gegen die seitlichen hinteren (k Fig. 47), 
erreicht aber deren Spitze nicht. Diese Kante, sowie die vorige 
und die beiden Mittelhöcker haben eine rauh-papillöse Oberfläche 
während alle seitlichen Höcker glatt sind. Dass die vorderen 
Prostata-Drüsen mit dem Ende in die Ventralplattenhöhlung reichen, 
wurde schon erwähnt, ich bemerke noch, dass es die hintere 
Ausstülpung ist, man kann bei helleren Exemplaren deutlich die 
rundlichen Drüsenzellen durchschimmern sehen. 

Jederseits vorn an der Basis des hinteren, mittleren Höckers, 
neben der Mediankante, befindet sich ein rundliches Grübchen. 
In diesem mündet der Ausführungskanal der hinteren 
Prostata-Drüsen (Pr. Fig. 45 und 47), den man auf ziemlich 
langer Strecke durch die Ventralplatte hindurchschimmern sieht. Er 
ist aber recht blass und kann leicht übersehen werden. Gleichwohl 
beobachtete ich ihn mehr oder weniger deutlich bei allen unter- 
suchten Exemplaren. Von der Drüse selbst habe ich keine genaue 
Vorstellung erhalten. Sie scheint innen vor den Enden der vorderen 
Prostata-Drüsen zu liegen, im Innern der Ventralplattenhöhle. 
Frische, lebende Exemplare stehen mir jetzt nicht zur Verfügung. 

Die Tracheentaschen münden mit einem deutlichen Stigma 
(Fig. 45) jederseits ausserhalb und hinter der Basis der seitlichen 
vorderen Höcker. Sie enthalten ganz deutliche Tracheal- 
rohre, in welche die Tracheen in 1—2 Büscheln eintreten. Das 
proximale Büschel mündet an einer siebartigen Stelle in der 
Grube x (Fig. 45) lateralwärts und ist das stärkere, das distale, 
welches ich überhaupt nur bei der Grundform (Fig. 47) beobachtete, 
liegt am Ende der Stütze und ist schwach. Die Tracheentaschen 
besitzen auch noch einen kleinen dünnen Innenast, an welchem 
ich kein Trachealröhrchen wahrnahm. Immer ist die Muskelfläche 
der Stütze gut ausgebildet. Sehr starke Muskeln mit kräftigen 
Sehnen (s und s1 Fig. 45) verbinden sowohl sie, als die Seiten der 
Ventralplatte mit den hinteren Seiten des Dorsalringes. Der letztere 
ist bekanntlich seitwärts stark aufgeschwollen. 

Da von den hinteren Extremitäten des 7. Doppelringes 
sonst nichts zu sehen ist, von den beschriebenen sechs Höckern 
aber nur die paarigen in Betracht kommen und von diesen wieder 
die hinteren durch nichts auf Gliedmaassenreste hinweisen, so ist 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 


205 


es nur möglich, die vorderen, seitlichen Höcker als Rudimente 
des hinteren Beinpaares aufzufassen. Muskeln gehen aller- 
dings nicht mehr heran, aber ihre cylindroide Kegelgestalt, 
ihre Lage nahe an den Tracheentaschen, das Vorkommen einer 
häutigen Stelle an ihrer Basis bei manchen Individuen, oder ihr 
kappenartiges Abspringen genau an dieser Basalstelle bei andern 
Individuen (wenn mit dem Deckglas ein leichter Druck ausgeübt 
wird), endlich die später folgenden Vergleiche mit andern Formen 
lassen keinen Zweifel aufkommen, dass diese Höcker Beinrudi- 
mente sind. 


Variation: Meine Mittheilungen über die Unterschiede der 
beiden Subspecies 1. c. werden durch die Figuren 45—54 erläutert: 


Rawlinsii: 
(Fig. 47, 48 und 54) 


Der hintere Mittelhöcker 
überragt als knopfartige Ver- 
dickung bedeutend die hinteren 
Seitenhöcker. Er ist in einer 
Flucht mit dem vorderen Mittel- 
höcker verbunden, so dass dieser 
am Ende gar nicht abgesetzt 
erscheint. Beide sind nebst den 
benachbarten Mulden durch starke 
Papillenstruktur ausgezeichnet. Die 
vorderen Seitenhöcker sind relativ 
klein, ihre Enden liegen auf der 
Mitte zwischen den Buchten 
zwischen den hinteren Höckern 
einerseits und der eigenen Basis 
andererseits oder gar letzterer 
genähert. An den Greifhaken 
sind die Vorsprünge « und $ stark 
zusammengerückt, der Zahn y 
ist schlank und gekrümmt. 


Rawl. simile: 
(Fig. 45, 46, 50—53) 


Der hintere Mittelhöcker 
ist nicht knopfartig verdickt und 
überragt nur wenig die hinteren 
Seitenhöcker. Er ist auch mit 
dem vorderen Mittelhöcker ver- 
bunden, aber nur in niedriger 
Kante, und der letztere ist am 
Ende immer scharf abgesetzt. 
Die Papillenstruktur ist schwach. 
Die vorderen Seitenhöcker sind 
relativ gross und sind mit den 
Enden den Buchten zwischen 
den hinteren Höckern genähert. 
An den Greifhaken sind die 
Vorsprünge « und £ weit aus- 
einander gerückt, der Zahn y ist 
gedrungen und nicht umgekrümmt. 


Es giebt nun noch innerhalb jeder Subspecies individuelle und 
vielleicht auch lokale Variationen, welche weitere Beachtung ver- 
dienen und von denen ich einige mittheilen will: 


Rawlinsii: Bei Thieren aus Laibach sind die vorderen Seiten- 


höcker (Fig. 48) einfach und aussen concav, am Grunde findet sich 
eine häutige Verdünnungsstelle (Gelenkrest), aber aussen kein auf- 
ragender or Ein Exemplar aus der Koschinluka-Doline bei 
Adelsberg dagegen (Fig. 47), das sonst ziemlich vollständig mit 
jenen übereinstimmt, zeigt aussen an der Basis der vorderen Seiten- 
höcker noch besondere Nebenhöcker (vs 1), wodurch jene etwas 
schief emporgehoben und gewissermaassen auf Kosten dieser ver- 
kleinert sind, aber im Uebrigen ihre Gestalt beibehalten haben. 


206 Dr. Carl Verhoeff: 


Auch hier habe ich an ihrer Basis die häutige Gelenkzone beob- 
achtet. 

Rawlinsii simile: Das Ende des hinteren Mittelhöckers ist 
bald abgerundet, bald in der Mitte eingeschnitten (Fig. 45), bald 
dreilappig (Fig. 51). Die Buchtkanten zwischen dem hinteren 
mittleren und den hinteren seitlichen Höckern sind bald glatt, bald 
mit zahnartigen kleinen Vorsprüngen besetzt. Die Beinhöcker sind 
aussen bald concav, bald gerade und die Kanten, welche aussen 
an sie heranziehen, sind bald mehr, bald weniger aufgeschwollen. 
Wie die Greifhaken variiren, ersieht man aus Fig. 52, 53 und 71. 
Im Uebrigen aber halten sich die Gebilde im Rahmen der oben 
definirten Subspecies. — Es wurden im Ganzen 14 Praeparate, 
theils von Tiroler, theils von deutschen Thieren verglichen. 

Vorkommen: Bozen, Eisackufer unter Laub 5 d 2 2. Sig- 
mundskron 1 2. Eggenthal 2 2 2 8 u.L. (1 Copula). Sarnthal 
1 2 1 8. — Unterschiede constanter Art zwischen Individuen aus 
Deutschland und Tirol habe ich nicht beobachtet. — 

Anmerkung l. Wenn das Craspedosoma simile Attems 
(Myriopoden Steiermarks S. 75 1895, Wien) wirklich in diese 
Gattung gehörte, müsste der Name geändert werden, es gehört 
aber in eine andere Gattung, worüber Weiteres noch mitgetheilt 
wird. 

Anmerkung 2. Erwähnt sei, dass Attems 1. c. das, was ich 
als Pseudoflagella bezeichne, „Spiesse* genannt hat, von denen 
er sagt, dass sie „hohl sind“, womit er offenbar die rinnenartige 
Aushöhlung gemeint hat. Seine (2) Figuren sind in Bezug auf die 
einzelnen Theile ähnlich denen, welche ich 1891 in meinen „Bei- 
trägen zur mitteleuropäischen Diplop.-Fauna* gegeben habe. — 

2. Craspedosoma Canestrinii Fedrizzi. (non Atractosoma!) 
9. V.96 fand ich bei Arco 1 2 (von 30 Segm.) zwischen Kräutern 
im Sonnenschein umherlaufend. Ich hielt es und sah es lebend 
(in Bonn) noch am 25. V., aber am 10, VI. war es gestorben. (Ich 
hatte es in einer dunkeln Blechschachtel bewahrt.) 6. V. Varone- 
Schlucht bei Riva unter Steinen, welche einen Wasserlauf bedeckten, 
3 Ex. von 28 Segmenten (2? d 1 2). Zwei davon hielt ich wie 
jenes lebend, das eine hielt sich bis Anfang Juli und starb dann 
(bei 28 S.), das andere lebt noch jetzt (Ende Juli) und besitzt 
noch 28 S. — Ponalschlucht bei Riva, nahe am Bach, zwischen 
Steinen und Genist im Schatten einer Felswand 12 14.1) Das 
letztere war meines Wissens bisher unbekannt, weshalb ich die 
Beschreibung folgen lasse: 

Die Copulationsorgane (Fig. 39—43) stehen denen des 
vorigen ziemlich nahe und lehren, dass diese Art kein Atractosoma 


!) Einen & Pullus mit 15 Segm. und 16 Beinpaaren von 21/, mm Lg. fand 
ich unter Laub an einem Bächlein bei Salö a./G.: Die Seitenflügel sind schon 
als starke Knoten angegeben, die Borsten recht lang. [Wahrscheinlich gehört 
dieses Thierchen zu Canestrinii.] 


Beiträge zur Kenntniss parläarktischer Myriopoden. 207 


ist.!) Die Greifhaken (Fig. 41) zeigen denselben Grundplan wie die- 
jenigen von Rawlinsii, weichen aber in der Bezahnung beträchtlich 
ab. Die Gestalt der fünf kräftigen Hauptzähne (a—e) ersehe man 
aus Fig. 41. Der Muskelhebel x an der äusseren Basis ist wieder 
ganz kräftig ausgebildet, an der inneren Basis fällt noch ein in 
eine feine Spitze ausgezogener Fortsatz y auf. Auch hier sah ich 
keine Tracheen an die Stütze (Tr) herantreten. 

Die Spermalapparate (Fig. 42) laufen innen in kräftige, sehr 
deutlich rinnenartig ausgehöhlte (Sr) Pseudoflagella (psf) aus, 
welche mit den Enden divergiren. An der Basis sah ich auch 
Spermablasen, kann aber über diese und die Prostata-Drüsen, 
welche zweifellos auch hier vorhanden sind, nichts mittheilen, da 
ich nur 1 Ex. zur Verfügung habe. Die Grannen (g) sind zahlreich 
und kräftig, am Ende abgerundet (Fig. 43). Sie stehen wieder 
proximal in einer gedrängten Gruppe, distal in langer Reihe an 
einer in der Mitte umgebogenen Kante. Innen von den Grannen 
findet sich noch ein kaum über sie vorschauender Fortsatz (x). 

Das endoskelettale Stammstück ist vorhanden und tritt in 
der Mediane mit sehr starker Kante vor. Seitliche Fortsätze 
fehlen auch nicht. 

Die hintere Ventralplatte (Fig. 40) besitzt wieder die sechs 
bekannten Höcker. Die hinteren, seitlichen Höcker (hs) sind auf- 
fallend ausgezeichnet durch viele lange Tastborsten. Die Buchten 
zwischen den mittleren und den seitlichen Höckern sind sehr tief, 
der mittlere ist in der Mitte selbst wieder eingebuchtet und genau 
vor dieser Bucht liegt das Ende des vorderen, mittleren, langen 
und schlanken Höckers, der ebenso weit reicht als der hintere und 
im Gegensatz zu diesem papillöse Oberfläche zeigt. Die vorderen 
Seitenhöcker sind sehr niedrig und klein und gegen die Basis nicht 
abgesetzt. Aussen von ihnen sind die Stigmen ganz deutlich zu 
erkennen. Von diesen geht die Trachealröhre zunächst nach 
aussen, erweitert sich hier am stärksten, nimmt aussen das kräftigste 
Tracheenbüschel auf und krümmt sich dann in beinahe rechtem 
Winkel nach oben, wobei sie, sich allmählich verschmälernd, gegen 
das Ende der Stütze zieht. Kurz vor dem Ende mündet in einem 
deutlichen runden Porus ein 2. auch noch recht starkes Tracheen- 
büschel. Ein 3. tritt am Ende des Innenastes ein, welcher 
innen an der Krümmungsstelle des Trachealhohlraumes sein Tracheal- 
rohr in diesen münden lässt. Es ist dies Tracheenbüschel kleiner 
als die beiden andern, aber doch sehr deutlich zu erkennen. Auf- 
fallend ist, dass einige Tracheen nicht mit den andern gemeinsam 
in das Ende des Innenastes (i) einmünden, sondern sich auf der 
letzten kurzen Strecke zu einer dickeren Trachee vereinigt 
haben. Die Muskelflächen der Stützen sind auch gut entwickelt. 
Es münden also in jede Stütze drei Tracheenbüschel und 


!) Craspedosoma und Atractosoma sind also auch im bisherigen 
Sinne nicht haltbar! 


208 Dr. Carl Verhoeff: 


zwar jedes auf kleiner rundlicher Stelle, welche sich als runder 
gesiebter Porus darstellt. 

Die hinteren Prostata-Drüsen oder deren Kanäle habe ich nicht 
gesehen, vermuthe aber, dass sie in den auffälligen Gruben (x) 
münden, welche sich ausserhalb der hinteren Seitenhöcker befinden. 

Das 1. Beinpaar des 8. Rumpfsegmentes ist ein normales 
Laufbeinpaar. Seine Hüften stülpen sich am inneren Ende in deut- 
liche Säckchen aus. (cs Fig. 39). Das letzte Tarsale ist innen mit 
schuppenartigen, feinen Haargebilden besetzt. Ebenso verhalten 
sich die beiden Beinpaare des 6. Segmentes, doch fehlen die Coxal- 
säckchen. 

Entwickelung: Das 7. Rumpfdoppelsegment eines d mit 
28 Ringen zeigt am hinteren Segment ein normales Beinpaar, 
sowie normale Ventralplatte und Tracheentaschen. Am vorderen 
Segment sind die Anhänge gar nicht zur Ausbildung gelangt. 
Tracheentaschen sind vorhanden, scheinen aber der Athmung nicht 
mehr zu dienen, denn trotz ihrer ziemlich normalen Allgemeingestalt 
konnte ich doch weder Stigmen noch Tracheen sicher auffinden. 
Statt einer normalen Ventralplatte sieht man in der Mediane eine 
hufeisenförmige, kleine, im Innern sehr runzelige Verdickung, welche 
zwei breite, etwas gewölbte Platten trennt. — 

3. Chordeuma silvestre C. Koch. 

Loppio-Seeinsel 1 jung. d mit 28 Segm. u. L. 1 jung. 2 
23 Segm. 4!/), mm bei Salö an einem Bächlein unt. L. (Campi b. 
Riva d). 

— Ein reifes d habe ich bisher aus Tirol noch nicht gesehen, 
zweifle aber nach allem Uebrigen nicht, dass wir es hier mit dem 
typischen silvestre zu thun haben. — 

4. Heteroporatia!) mutabile Latz. var. fasciatum Latz. 

(Gomagoi, Sulden, Schaubachhütte 1. c.) 

[Heteroporatia = Poratia Verh., welcher Gattungsname 
schon vergeben ist.] (cf. Zool. Anzeiger 1895, N. 477.) 

5. Atractosoma tridentinum Verhoeff. 

cf. „Beiträge“ S. 20. (Noch nicht wiedergefunden. & unbekannt.) 

6. Atractosoma tirolense Verhoeff. 

cf. „Beiträge“ S. 20 und 21. 

7. Atractosoma meridionale Fanz. var. simile Verh. 

cf. „Beiträge“ S. 19. (Neuerdings nicht gefunden.) 

8. Craspedosoma alticolum Verhoeff. [non Atractosoma.] 
(Sulden, Schaubachhütte 1. c.) Ueber das von Carl Roettgen 


1) O.F.Cook hat in seiner Arbeit: „The Craspedosomatidae of North- 
America“ Oct. 1895, Annals N. Y. Acad. Sciene. IX S.3 eine Reihe neuer 
Gattungsnamen aufgestellt, ohne für eine einzige eine Diagnose zu geben. 
Sie haben selbstverständlich gar kein Recht auf Anerkennung, denn sonst 
könnte auch einer, der von Myriapoden gar nichts versteht, herankommen und 
einen neuen Gattungsnamen mit einer eingeklammerten Species hinsetzen. 
Spielerei träte dann an die Stelle von Wissenschaft! 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 209 


zuerst in der Schweiz aufgefundene 5 habe ich bereits im Zoolog. 
Anzeig. 1895 No. 477 Mittheilung gemacht und will das hier an 
der Hand von Zeichnungen genauer ausführen. Schon damals 
wies ich auf die morphologischen Beziehungen zu C. Rawlinsii 
hin, konnte die Consequenzen aber erst auf Grund umfangreicherer 
Studien ziehen. 

Die Copulationsorgane (Fig. 59—62) beweisen, dass es sich 
um ein Craspedosoma handelt. Die Greifhaken (Fig. 62) sind 
durch einen langen Fortsatz am Ende ausgezeichnet, der unter der 
Spitze einen Höcker (b) und vor der Spitze einen gekrümmten 
Haken (a) trägt. Innen treten sie in einem abgestutzten Lappen (c) 
vor. An der inneren Basis findet sich ein umgekrümmter und am 
Ende sehr spitzer Stachel (y), entsprechend einem ähnlichen Ge- 
bilde bei Canestrinii (Fig. 41). An der äusseren Basis ist wieder 
ein Hebelarm (z) ausgebildet. Ich habe den Rest (r) eines Tracheal- 
hohlraumes in den Stützen beobachtet, sah aber keine Tracheen 
herantreten. 


An den Theilhälften der vorderen Ventralplatte ist wieder ein 
Grannenapparat ausgebildet, dessen Grannen kohlenmeilerartig zu- 
sammengedrängt stehen. Vorne befindet sich ein kleiner Höcker, 
Samengruben sind vorhanden, auch glaube ich Stücke einer Prostata- 
Drüse gesehen zu haben. Statt der Semiflagella sitzen vorne an 
der Innenseite zwei geweihartige, grosse Gebilde (Fig. 59), welche 
divergiren und einen Stachel nach hinten, einen andern nach aussen 
entsenden. 


Das Stammstück ragt mit kräftigem Kamm vor und besitzt 
auch hier zwei laterale, kurze, nach hinten gerichtete, divergirende 
Arme. 


Die hintere Ventralplatte (Fig. 60 und 61) besitzt zwei 
knopfartige, grosse, gedrungene, hintereinander liegende Mittelhöcker, 
welche zusammenhängen. Der hintere (hm) ist strukturlos und 
ragt nach den Seiten in schwachzahnige Zwischenhöcker (hz) vor. 
Der vordere ist stark papillös (vm), auf dem Gipfel vorne kugelig 
zugerundet, hinten zweigipfelig. Vordere sowohl, wie hintere Seiten- 
höcker (vs und hs) sind nur sehr schwach und andeutungsweise 
ausgebildet. Von Extremitäten ist nichts zu sehen. Hintere 
Prostata-Drüsen habe ich auch nicht beobachtet. 

Sehr gut ausgebildet sind die Tracheentaschen und denen 
von Canestrinii (Fig. 40) sehr ähnlich. Die Tracheen münden 
wie bei jenem an drei Stellen ein, im Innenaste, der Aussenecke 
und dem distalen Ende. — 

Die Ränder des Copulationsdorsalringes springen unten seitlich 
in der Mitte in einen abgerundeten Höcker vor. An der Unterseite 
des letzten Tarsengliedes aller daraufhin untersuchten Beine stehen 
zahlreiche, winzige, bläschenartige Hautgebilde, welche. bisweilen 
etwas zugespitzt sind. 

Areh. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. I. H. 3. 14 


210 Dr. Carl Verhoeff: 


Anmerkung: Latzel hat aus Tirol noch nachgewiesen: 

9. Rhiscosoma alpestre Latz. (Achensee). 

10. „Craspedosoma“ oribates Latz. (? Stilfserjoch). 

ll. „Craspedosoma“ flavescens Latz. (Wo?) 

[„Atractosoma“ athesinum ist voraussichtlich Jugendform 
von Uraspedosoma Rawlinsii.] 

[„Atract.* bohemicum Ros. bezieht sich wahrscheinlich richtig 
auf Crasp. alticolum Verh., — Cr. levicanum Fedr. ist un- 
deutbar.] 

Fam. Lysiopetalidae 
ist bisher in Tirol nicht vertreten, wird auch zweifellos völlig fehlen. 


Fam. Julidae. 

1. Schizophyllum (= Palaioiulus!) sabulosum (L.) Latzel. 

In den Thälern von Südtirol (abgesehen von den mit Oel- 
bäumen bestandenen Gebieten) der gemeinste Diplopode. 

Da mir ein reiches Untersuchungsmaterial vorlag, so habe ich 
dasselbe zur Aufhellung verschiedener Fragen verwendet, ins- 
besondere auch mich der Mühe unterzogen, die Segmentzahl 
und ihre Schwankungen, durch Abzählen vieler Individuen, 
festzustellen. 

var. bifasciatum Fanzago. 

Roveredo, Etschufer, gesellig an sandigen Stellen unter 
Steinen: 


Junges d 478. 19 mm 2 518. 3l mm 2468.18 mm 
rise örrab, A n„ 90, 221% „ 
n D) 48 n 20 h) n 47 n 24 n) n 46 n 201/, n 
9 D) 46 D) 1 „ N 92 n 31 b>) N 47 n 171% n 
” „4, 17 lan a ausserdem noch 
5 48 92 48 22 . 
16 17 n n 16 n 181 n 112 von mittlerer 

n n n n n n lan Grösse und 47-50 
46 201/, 48 24 

n n n n n n n Segmenten. 

b}) „ 47 7 18 b>) N 49 N 30 N 

n „485... 165 5 n 49, 22% „ Summa: 

5 la Linie. Be. En OR 19 ; 4 

unge d 

45 „ 20 42.2. 120 is: 

EN; n n n n n 34 alte u. junge 2 

n „4,19 „ n 48 „n 28% 7 kein drei 

D) 2.467, 19%, n n 46 „ 181%, „ kein Schalt-d. 

n n 47 n 1717 n n 48 n 20 n 

> ER DEI at Pr 

N n 48 N 2017, n n 47 n 181/, n 

e FARB: BIO m a u & 

E 41,46 2,2010. EN 


!) Dieser Name ist sachlich unhaltbar und muss daher verschwinden. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 211 


Sardagna b. Trient (27. IV.) unter Steinen, meist gesellig auf 
einer dürren Weide: 


Junges & 46 S. 20!/, mm 2 538. 381), mm 
n n 49 n 22 N N 98 N 39 
n n 45 n 151/, N n sl n 271; N 


E „Aaan E16 790,0 ferner- 11 jo. 2 vwon:17=-23 mm: 
Roveredo, Lenothal: 2 14!/,, 19, 20, 13!/,, 21, 28, 26, 36 mm, 
junge & 16!/,, 17, 191/,, 19 mm. 
l erwachsenes d 49 Segm. 22!/, mm. 
Mori, unter St. junge d 23, 181/;, mm. 2 30, 41!/,, 22, 161/,, 
241/,, 24, 36, 26 mm. 
Bozen, u. St. ju 8 22,2 33, 28, 21 mm.‘ 2°50°8. 35’ mm. 
Eisackufer. 
Sigmundskron 2 42, 29, 19!/,, 19 mm, ju. & 19, 211/,, 20 mm. 
Caldonazzo ju. d 20!/; mm. 
Arco, an Oliven ju. 2 17, 18, 19, 20, 21, 191, mm. 2 34, 
43, 46mm, ju. & 478. 22 mm. 
Varoneebene b.Riva, ju. d 20, 221/,, 161/,, 22/2, 20'/, mm. 
ju. 2 20, 21, 22, 22 mm. 
Kalterer Seebecken u. $t.: 
junges d 46 8. 18 mm 2 538. 38 mm 


Be, vis 17 5 ET ER 
SATIN 
AG 16h 49, 26), „ 

430, 14 AG 21 


n 

Bei dem ju. ° v. 43 S. ist das 'Gelbroth auf Kosten des 
Schwarz noch so stark ausgebreitet, dass nur erst eine unter- 
brochene schwarze Fleckenreihe in der Höhe der Foramina vor- 
handen ist. 

Halbinsel Sirmione u. St. in Oelbaumpflanzungen: 

3 ju. 2 25—30 mm, ju. 34858. 20 mm. £ 5158. 36 mm. Letzteres 
ist in der Mitte seitlich früher einmal verwundet worden; daher ist 
an diesen Stellen die Skulptur nur unvollständig wiederhergestellt 
ee [ef. „Wundheilung bei Carabus“ Zoolog. Anzeiger, 1896, 

. 496.] 

Loppio u. St. ju. & 171/,mm. % 221/, mm. 

Arco, Sarcaufer 2 19!/,, 40!/, mm. 

Salö. ju. d 241/,mm. Das 1. Beinpaar ist zwar schon ver- 
kürzt, aber noch nicht abgestumpft. 7. Ring noch geschlossen. 
2 25, 28, 29, 30, 3l mm; ju. 2 9mm: Lehmgelb, Rückenmitte mit 
schmälerer, obere Flanken mit breiterer, fleckiger Längsbinde, 
37 Segm. 8 Endsegm. ohne Wehrdrüsen. 

Die Drüsenfleckchen sind so zahlreich wie die Foramina, das 
1. nicht mehr auffällig gross, die übrigen ganz allmählich nach 
hinten kleiner werdend.. Man bemerkt neben dem schwarzen 


14* 


212 Dr. Carl Verhoeff: 


Rückenstreifen jederseits die erste Andeutung der bunten Binden 
als blass ockergelbe Streifen, die von dem Übrigen Gelbbraun erst 
wenig abstechen. 

Roveredo, Lenothal, jung. 2 7'/;, mm 308. ha Rücken- 
linie schwarz und jederseits eine solche Fleckenreihe; ju. 91 121/, mm, 
42 S. ebenso, nur die Flecken über den Foramina und um dieselben 
breiter schwärzlich. 

Eggenthal 2 22S. 31/;, mm: gelbbraun, mit jederseits 9 (?) 
schwarzen Drüsenflecken, deren vorderster auffallend gross. 
Dunkle Rückenlinie noch schwach. 

I 2 228. 3°%/, mm ebenso, jederseits 6 Drüsenflecke, schwarz, 
der 1. besonders grass. 

ju. 25mm 27 S. am 21. die letzten Foramina, schwarze 
Dridadlacke sind aber .nur in 11 Paaren vorhanden, von denen 
wieder das 1. das grösste ist. Jederseits 8—9 Ocellen. Die schwärz- 
liche Rückenlängsbinde deutlich. 

var. bilineatum C. Koch (mit schwarzen Flanken). 

Varoneebene b. Riva. ju. d 49 S. 23 mm. 

N n48 n 23 N 

var. punctulatum N 

Roveredo, Etschufer, zahlreich unter der Ba 
2 548.46 mm 2 508. 25 mm reifes d 49 S. 231/, mm. 


N 47 N 24 n N 4) n 21 N 
N I N 30 n N 50 N 33 n 
N 49 N 261/s N 


Sardagna, jung. d 478. 21!/), mm. 2 53 S. 39 mm. 
Sirmione, 2 538. 40mm. (3 Endsegmente ohne Drüsen.) 


Kalterer Seebecken, 2 508. 33mm ju. d 47 S. 191), mm. 


N 48 N 21 N 
Rz 
r) 48, n 22 N 


Burg Riva, 2 528. 47 mm (2 andere 2 ebenso) 
„52, Min, 
role Arwn j. 2 18 und 22mm. 
„1,29 7, 
Loppio, 2 381/,, 27, 24mm. 
Arco, Sarcaufer, 2 24, 37, 45, ju. & 20,:21!/,, 23’'mm, an 
Oliven 2 36 mm. 
Varoneebene 2 35, 28, 26, 24, junge 5 23, 19, 18'/;, mm. 
Roveredo, Lenothal 2 20, 20, 21. 23, 26, 32, 39, 32. 39], 
39 mm, junge EL 18, 21 mm, Schalt-& 518. 291/, mm. 
Be Schalt-d 478. 26mm. 2 55, 53, 47, 40, 34, 27mm. 
Trient. Reifes d 49 S. 261/, mm. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 213 


Sigmundskron. Schalt-S 48 S..30 mm. 2 37 mm. 
Eggenthal, u. St. 2 22',,, 241/,.mm. 
var. apunctulatum Fedrizzi. Geht ebenso allmählich in 
punetulatum über, wie jener in bifasciatum. 
Burg Riva u. St.: 
2558. 43 mm, Varoneebene ju. 2? 21mm mit 
ands 33, . völlig schwarzem Rücken, 


a! | 
Roveredo, Lenothal ju. $ 48 S. 18mm, mit schwachen Spuren 
rother Flecke. 


* * 
* 


Im Ganzen wurden also folgende Formen gesammelt: 


20. April bis 12, Mai 


junge und alte 

_ S junge d Schalt-g © 
var. bifasciatum 101 54 nn! 1 
var. bilineatum _ 2 — — 
var. punetulatum 0 11 3 2 
var. apunctulatum | 5 we: an) 1 — — 

erwachsen! 
Summa f junge und Sjunge f Schalt- 
230 Exemplare Tan alte 22 En ee & vaa 3 34 
156 92 | dd | 


Die Weibchen sind also ungefähr doppelt so zahlreich als 
die Männchen. 

Offenbar erscheinen im April erst sehr vereinzelte 
Schalt- und Reife-Männchen, sodass es deren wahrschein- 
lich während des Winters überhaupt keine giebt. 

Ich ziehe aus dem Vorigen ferner den Schluss, dass sich die 
Hauptmasse der Männchen erst im Sommer und Herbst 
entwickelt, im Spätherbst aber abstirbt. 

In meinen „Beiträgen“ 1. c. S. 31 habe ich erklärt: „Alle 
Individuen des sabulosum sind in der Jugeud bifasciatum, um 
dann entweder: 

1. es bis ins Alter hinein zu bleiben, oder 

2. durch Zerreissen der Längsbinden in einzelne Flecken 
punctulatus, oder 

3. im Stadium der Reife durch fast völliges Verschwinden 
der Flecken apunctulatus zu werden.“ 


914 Dr. Carl Verhoeff: 


Um dies zu beleuchten gebe ich nun eine Uebersicht der vor- 
kommenden Segmentzahlen nach den vorhergegangenen Einzel- 
mittheilungen:', ira Ay? EA tina. EEE 


bif t 
Ya a 7: junge & ee ET anaes, | RE Schalt-& a 


22) Jüngere 29, bei u | 
27 welchen Lehm- — 
30 | gelb, Gelbbraun e. a P: 


37 f bis Gelbroth als _ 
42 Grundfarbe noch En 
43 vorherrscht. — 
45 45 
46 46 
47 47 
48 48 
49 49 
50 —_ —_ — 
51 _ - — 
52 -_ — — 


53 < Be er 
var. punctulatum 


var. apunctulatum 
2 
48 48 > £- 
53 = an = 
55 = es en 


Nach dem Gesagten ändere ich den soeben vom a. O. wieder- 
gegebenen Absatz folgendermaassen um: 

Alle Individuen des sabulosum sind, nach Zurücklegung der 
ersten Jugendstadien, in welchen die gelbbraune Grundfarbe vor- 
herrscht, nämlich vom Stadium mit 45 Rumpfsegmenten an, 
bifasciatum, um dann entweder 

l. es bis ins Alter hinein zu bleiben, oder 


2. durch Zerreissen der Längsbinden in einzelne Flecken 
punctulatus, oder 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 215 


3. durch fast völliges oder auch völliges Verschwinden der 
Flecken apunctulatus zu werden. Letztere Var. ist 
auf die Reifeform und die allerletzten (vielleicht 2) Ent- 
wicklungsstadien beschränkt. 

Auch punetulatum weisst durchschnittlich höhere Segment- 
zahlen auf als bifasciatum. Es ergiebt sich ferner, dass 

a) zwar die beobachteten (3) Reifemännchen übereinstimmend 
49 Segmente besitzen, b) aber wirklich eine Variation der 
Segmentzahl existirt, da sowohl unreife als reife Männchen mit 
49 und ein Schalt-S mit 51 Segmenten beobachtet wurden. 

c) Obwohl von 45 (43) bis 55 alle Segmentzahlen vertreten 
sind, so ist doch nicht anzunehmen, dass etwa ein 45-segmentirtes 
Thier sich zehnmal häute, um ein 55-segmentirtes zu werden, 
sondern die Entwicklung wird sprungweise, vielleicht in 3—4 Stadien 
von 45—55 vor sich gehen, wie ja Aehnliches von andern Diplo- 
poden sicher bekannt ist, so dass die ununterbrochene Zahlenreihe 
hier durch die Variation erzeugt wird. 

— Latzel sagt auf S. 329 seines bekannten Werkes: „Bei den 
Männchen zählt man 44—53, bei den Weibchen 48—55 Segmente.“ 
Ich glaube aber nicht, dass er dabei die einzelnen Individuen auf 
ihre Geschlechtsreife untersucht hat, zumal ihm das Schaltstadium 
der Männchen unbekannt war. 

Aus der Anamorphose führt er Individuen mit 17 und 23 
und 39—40 Segmenten auf. 

Durch weitere Studien muss, jedenfalls durch Zuchtversuche, 
über 1. die Art der Segmentzunahme, 

2. die ersten Entwicklungsstadien und 

3. die reifen Weibchen Aufklärung gebracht werden. 

Die „var. rubriventris mihi“ l.c. ist wieder einzuziehen, 
da sie höchstwahrscheinlich durch künstliche Einwirkung des 
vom Alcohol reichlich ausgezogenen Drüsensaftes zahlreicher Diplo- 
poden, welche mit jenen Exemplaren zusammen einige Zeit bewahrt 
wurden, erzeugt worden ist. 

Das Schaltmännchen besitzt ein 5-gliedriges 1. Beinpaar mit 
kleiner Kralle am Endgliede. Zu der Kralle zieht eine deutliche 
Sehne. Die Enden der Beine sind von dem Medianpunkt zwischen 
den Coxen noch nicht so weit entfernt, als dieser von den Aussen- 
ecken der Ventralplatte. Das Endglied ist bei weitem das kleinste, 
die 4 andern sind unter sich beinahe gleich gross. Das 2. Bein- 
paar ist 6gliedrig, besteht aus 3gliedrigem Tarsus, Tibia, Femur 
und langer Coxa. Ein Trochanter ist nicht vorhanden. Die 
Tracheentaschen münden in einem deutlichen Stigma. 

— Das 1. Bein des Schaltmännchens von Schizophyllum 
Karschi Verh. ist 4-gliedrig. Da nun Attems dasjenige des Julus 
(Leptoiulus) alemannicus Verh. als 6-gliedrig angiebt (vergl. 
Myriopoden Steiermarks S. 102), so nimmt sabulosum in dieser 
Hinsicht eine Mittelstellung ein. [Ich halte es übrigens für eine 
kurz vorübergehende und nicht länger andauernde Erscheinung, 


216 = . .Dr. Carl Verhoeff: 


wenn Attems a.a.0. S. 101 sagt: „Der Chitinpanzer der Schalt- 
männchen ist ganz weich.“ Offenbar hatte er ein Thier vor sich, 
das schon am Ende des Stadiums stand und in den Reifezustand 
übergehen wollte! Ich möchte aber überhaupt so lange das für 
alemannicus angegebene Stadium leugnen, als es nicht in normaler 
Weise beobachtet wird.] dar 

Die Copulationsorgane des Schalt-S bestehen aus kräftigen, 
in der Mitte innen etwas eingebuchteten und in der Mitte hinten 
mit einer Gruppe von Tastborsten besetzten Vorderblättern. Die 
Hinterblätter sind noch nicht in zwei Paare gespalten, sondern 
einheitlich, mit den starken Stützen aber schon verschmolzen. 
Sie ragen nur bis zur halben Höhe der Vorderblätter empor und 
zeigen nur erst durch schwache Einschnürungen die spätere Diffe- 
renzirung an. 

Die Backen ragen nur wenig vor. Am Üopulationsring ist 
hinter den Vorderblättern, welche etwas schräg nach hinten stehen, 
schon eine deutliche Oeffnung sichtbar. — 

* * 


+ 


Ich will schliesslich noch hervorheben, dass ich sabulosum 
oft in Gesellschaft des Pachyiulus unicolor bei feuchter Witterung 
an Olivenstämmen sitzend und umherkriechend beobachtet habe, 
er aber an Zahl immer sehr hinter jener Art zurückstand. — 

Das massenweise Vorkommen des sabulosum schemt nur 
für das warme Südtirol, nicht für das kältere Nordtirol zu gelten, 
da ich ihn in letzterem Gebiet viel vereinzelter antraf. In die 
kleineren Thäler wagt er sich dementsprechend nicht sehr weit 
hinauf und wird selten noch über 1200 m anzutreffen sein. Koelbel 
hat ihn 1. c. noch von Bad Ratzes (1200 m) angegeben, theilt aber 
über Häufigkeit nichts mit. 

In Südtirol entspricht er in seinen Aufenthaltsörtern durchaus 
seinem Namen, d.h. er ist ein entschiedenes Sandthier. Sandige 
und kiesige Flussufer, aber auch dürre Bergabhänge, sind seine 
Lieblingsplätze. Den geschlossenen Laubwald meidet er 
ganz auffallend, Ich habe in allen Laubwäldern Südtirols, trotz 
zahlreicher anderer Juliden, niemals ein Exemplar von sabulosum 
zu Gesicht bekommen. Neben Pachyiulus ist er von allen Diplo- 
poda-Proterandria des Landes am wenigsten feuchtigkeitsbedürftig. 
— „Nach Prof. Gredler findet sich die Art um Bozen häufig 
zwischen den Beeren der Weintrauben.“ Dalla Torre giebt sie 
auch von mehreren Höhenpunkten an. — 

[Die var. rubripes C. Koch kenne ich nicht.] 

2. Schizophyllum mediterraneum Latzel. (Riva a. @. 
„Beiträge“.) Neuerdings habe ich die Art dort nicht wieder- 
gefunden. In Fig. 31 gab ich die Abbildung eines Mittelblattes 
von einem Männchen aus Rheinpreussen, womit die italienischen 
Thiere aber übereinstimmen. [Sie diene als Ersatz für die nicht 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 917 


ganz richtige Fig. 13 in meinen „Beiträgen zur Anatomie und 
Systematik der Juliden*, Wien 1894.] 

3. Pachyiulus unicolor ©. Koch. 

Meine Beobachtungen dieser Art haben mir die Ueberzeugung 
gebracht, dass sie in Südtirol und überhaupt im Gardaseegebiet 
nur dort auftritt, wo sich Anpflanzungen von Oelbäumen 
befinden, wodurch auch ihr Vordringen nach Norden be- 
stimmt ist. 

Am 1. und 2. Mai fiel in den Gegenden von Mori, Arco, 
Riva etc. nach 3monatlicher Dürre reichlicher Regen. Als ich am 
3. Mai 1896 Morgens den Burgfelsen von Arco mit seinem wohl- 
gepflegten Olivenbestand, der nach Tausenden von Exemplaren 
zählt, emporklomm, war der Boden und die Vegetation erfrischt 
und durchfeuchtet. Kaum war ich auf den ersten Olivenstamm 
zugeschritten, als ich ihn von vielen Pachyiulus besetzt fand, 
welche bis zu 1'/; Mannshöhe emporgestiegen waren und theils 
auf der Rinde umherliefen, theils (und zwar meist) in den für die 
Olive charakteristischen Rindengruben sassen, wo sie offenbar 
morsche und jetzt durch den Regen erweichte Mulmpartikelchen 
zu sich nahmen. [Die Rindengruben erzeugen bekanntlich durch 
Vergrösserung die charakteristische Zerschlitzung des Olivenstammes.] 
An den vier ersten Olivenbäumen sammelte ich allein: 59 junge 
und alte 2, 48 junge d und 5 erwachsene d, also zusammen 
112 Exemplare. 


Junges d 55 8. 44 Er alle übrigen | Reifes 2 548. 44 mm 


n n 96 „ = n kahl 33 In nn On 92 
5; Bol a0 me ontellen’ms.dern 7 i00,,.00: „9207, 
A 4.30... 2106 ED I oe Ehen EN, 

ars Zar, = diesen. en AD. : 


N? 

2 628. 70mm. Dieses besitzt Narbenstellen am 2., 10., 12. 
und 13. Rumpfsegment auf einer Seite. Alle sind durch Chitin 
solide verschlossen, aber das Wundchitin ist strukturlos. Die 
Längsfurchung ist an den Wundstellen verschwunden. 

2133 9253, mm 

> 96,547 
N 55 N? 32 
DE, 28 
„ 42 „ 141% „ 1 Von dieser Grösse nur 4 Ex. Alle 
„4l,„ 14V, „ Jübrigen zwischen 28 und 70 mm. 

Individuen zwischen 15 und 28mm habe ich überhaupt nicht 
gefunden. — 

Die genannten vier Oliven gehörten nun nicht zu den grössten 
und am meisten besetzten. Ich fand weiterhin, dass durch- 
schnittlich auf eine Olive 50 Stück kamen. Man kann aber 
weitere 50 Stück rechnen, welche sich auf je eine Olive vertheilt 
im Boden oder an demselben unter Steinen etc. finden, so. dass je 
eine Olive eine Gefolgschaft von 100 Pachyiulus unicolor 


218 Dr. Carl Verhoeff: 


aufweist. Da in der nächsten Nähe von Arco ca. 10000 Oliven 
gepflanzt sind, mögen dort etwa eine Million Pachyiulus leben. 

Als Feinde dieses Juliden beobachtete ich Forficula auri- 
cularia und Ocypus similis, indem sie sich bei toten unicolor- 
Exemplaren aufhielten, letzterer auch bei todten Julus riparius. 
Ich bezweifle aber, dass Forficula lebende Pachyiulus tödtet, 
für Ocypus bezweifle ich es nicht, wegen folgender Thatsachen: 

Am 3. V. sammelte ich bei Arco unter einem Steine eine Öcypus- 
Larve bei todtem Pachyiulus. Ich setzte ihr einen lebenden 
vor und derselbe wurde alsbald aufgezehrt. Das geschieht 
in der Weise, dass die Ocypus-Larve den Pachyiulus in 
einzelne Segmente zerschneidet und jedes derselben aus- 
saugt. Schliesslich findet man nur noch ein Häuflein rein abge- 
suchter Einzelsegmente. Daheim in Bonn setzte ich Ocypus aus 
Mangel an Pachyiulus den Tachypodoiulus albipes lebend 
vor, auch dieser wurde am 22.V. getödtet und verzehrt. 26. V. 
grub sich die Larve in die Erde, in welcher ich am 15. VI. die 
gelbliche Nymphe fand, welche bekanntlich dadurch ausgezeichnet 
ist, dass die Extremitäten nicht, wie sonst meist bei Coleopteren- 
nymphen, abstehen, sondern mit dem übrigen Skelett verbacken 
sind. 21. VI. Imago: Ocypus cyaneus. 

Es ist in der That überraschend, dass die Ocypus gegen das 
reichliche Giftsecret der Juliden, insbesondere einer so grossen 
Form wie Pachyiulus unicolor, immun sind. Es wäre inter- 
essant, in dieser Richtung mit anderen Raubinsekten weitere Ex- 
perimente zu machen. 

Ich muss auch noch erwähnen, dass der zwischen den Anal- 
klappen liegende, letzte Theil des Enddarmes von Pachyiulus 
zur Wasseraufnahme geeignet ist, denn ich sah wiederholt, dass 
er fest gegen die Olivenrinde an feuchten Stellen gedrückt und 
ausgestülpt wurde. — 

Arco, hinter dem Felsenkamm 9 56 S. 53 mm [2 Endsegmente 
ohne Drüsen], unter demselben, an Oliven häufig. 

27868. II! mm. 2°36%. Il mm. 

Varone 2 598. 45 mm. 

Chiarana an Oliven und unt. Steinen gemein. 2 41 S. 14!1/, mm. 

Salö an Oliven häufig. 2 2 568. 35 und 36 m (4 Endsegm. 
ohne Drüsen.) 

Desenzano 3 588. (2 Endsegm. ohne Wehrdrüsen). 

Sirmione, 2 61 $. (2 Endsegm o. W.) 57 mm, an Oliven. 

Anmerkung 1: Dem Vorkommen der Olive gemäss ist diese 
Art ein entschiedenes Thier der Ebene und niederen, sonnigen 
Abhänge. Dementsprechend fehlt sie z. B. bei Ratzes (cf. Koelbel l. c.) 

Merkwürdigerweise hat bisher kein Autor von den Be- 
ziehungen zum Oelbaum etwas erwähnt. 

Anmerkung 2: Durch Zuchtversuche habe ich bewiesen, 
dass diese Art nicht etwa auf die Olive als einzige Nahrungsquelle 
angewiesen ist, sie bevorzugt sie nur in hohem Grade, denn die 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 219 


vielen Exemplare, welche ich seit drei Monaten in Zucht habe, 
befinden sich bei morschem Holze von Alnus und Fagus ganz 
wohl. 

Anmerkung 3: Pachyiulus hungaricus Karsch ist kein 
Oliventhier, da ich ihn sowohl im Banat, als Bosnien in Laub- 
wäldern, fern von allen Oliven antraf. Aehnliches gilt für Pach. 
fuscipes C. K. — Dagegen ist Pach. flavipes C.K. in Dalmatien 
von mir allerdings besonders reichlich in Olivengegenden gesammelt 
worden, ohne dass ich damals in dieser Hinsicht Auffälliges be- 
obachtet hätte. — Die ausserordentlich günstigen Witterungsver- 
hältnisse haben mir jedenfalls in Südtirol eine Beobachtung ge- 
stattet, die man nicht häufig wird anstellen können, vielleicht von 
der Winterzeit abgesehen. 


4. Pachyiulus Berlesei Verh. „Beiträge“ 1. c. S. 31. Gargnano. 
(ob Pachyiulus?) 


Var. Fanzagoi Verh. „Beiträge“ l.c. S. 31. Riva. 

5. Brachyiulus austriacus Latzel. 

18. IV. 96 in einem Nadelwalde unfern des Berges Isel bei 
Innsbruck 12 u. St.: Rücken mit schwarzer Linie, jederseits ein 
lehmgelbbraunes Längsband. 

Bozen (Gredler), Lienz (Latzel), Lanserköpfe. 

6. Br. pusillus Leach. 


[cf. „Bemerkungen zu einer Supplementary Note des Herrn 
R. J. Pocock.“]) Archiv f. Naturgesch. 1895. Bd. I H. 3. S. 361! 


Kalterer Seebecken unter St. zwischen Laub auf mässig 
feuchtem Grunde 22 23. (Sie haben einen winzigen Processus 
analis. Die Copulationsorgane ragen vor wie bei voriger Art.) 


Arco, Sarcaufer, u. St. im Sande 18. Mori 1. 
Val di Non (Canestrini). 


7. Br. intermedius Brölemann. (non Julus.) (vergl. 
Fig. 21—23.) 

Auf diese Art gründe ich Subgenus Heteroiulus mihi, so- 
dass die Gattung Brachyiulus in die folgenden beiden Unter- 
gattungen zerfällt: 

A. Subgen. Chromatoiulus Verh.: Ocellen deutlich unter- 
scheidbar. Körper schwarz, oder schwarz und mit hellen und 
dunklen Längsbändern geziert. Scheitelgrnben vorhanden, Vorder- 
blätter der Cop.-Organe wenigstens in der Grundhälfte breit. 
Backen des 3 stark vortretend. Foramina repugnatoria die Naht 
berührend. 


B. Subgen. Heteroiulus mihi: Ocellen nur als eine relativ 
kleine, verschwommene, schwarze Fläche erscheinend, einzeln nicht 
oder nur sehr schwer unterscheidbar. Körper hell graugelblich. 
Scheitelgruben fehlen. Vorderblätter der Cop.-Organe schlank, 


2320 - Dr. Carl Verhoeff: 


fingerförmig.. Backen des & nicht vertretend. Foramina repugna- 
toria deutlich hinter der Naht gelegen.) 

Auch die Mundtheile und Copulationsorgane hat Brölemann 
l. e.!) nicht richtig beschrieben und abgebildet. Ich habe von ihm 
Exemplare aus der Lombardei erhalten und konnte feststellen, dass 
dieselben mit meinen Tirolern völlig übereinstimmen. 

Gnathochilarium:. (vergl. Fig. 23) Nach Brölemann sollen 
die Lamellae labialis (11.) grundwärts zusammenhängen, sodass das 
Mentum von den Stipites gnathochilarii getrennt würde. Das ist 
aber nicht der Fall, wie aus meiner Abbildung ersichtich wird. 

Copulationsorgane: (vergl. Fig. 21 und 22.) 

Die Flagella sind ganz deutlich ausgebildet und so lang wie 
die Vorderblätter. Diese sind sehr lang, fingerförmig, am Ende 
wenig verbreitert und dort hinten mit einigen Vorsprüngen (x) 
versehen. Gegen die Basis verbreitern sie sich relativ wenig, sind 
aussen mit einem Lappen (l) versehen und gegen die Stützen ge- 
lenkig beweglich. 

Die Hinterblätter sind noch nicht in zwei Blattpaare differenzirt, 
im Ganzen beinahe dreieckig und mit den Stützen verschmolzen. 
Es findet sich aber unter der inneren Ecke des Dreiecks (zwischen 
s und w der Fig. 22) ein Einschnitt, der den ersten Beginn 
zu jener Differenzirung vorstellt. Eine Fovea fehlt völlig. Eine 
Samenrinne (sr) ist vorhanden; sie erweitert sich unten etwas und 
hört vor der Spitze auf. Letztere ist etwas nach aussen umge- 
krümmt und in ihrem nächsten Bereich findet sich eine Gruppe 
feiner Stachelchen. Die Innenecke springt in mehrere Spitzen vor. 

Diese Form gehört unter denen mit Flagellum mithin zu den 
einfachsten. 

Das 1. Beinpaar ist in kleine, ungegliederte, stumpfe Häkchen 
umgewandelt. Das 6gliedrige 2. Beinpaar entbehrt der Hüftfortsätze 
und der Polster. 

Die Ocellen sind auch mikroskop. nicht alle deutlich von ein- 
ander zu unterscheiden. 


(Brölemann hat l.c. sechs Figuren der Copulationsorgane 
gegeben, aber keine derselben entspricht der Natur. Das „Flagellum 
copulativum evanidum“ ist auch zu berichtigen.) 


Vorkommen: Zuerst fand ich das Thierchen auf der schön 
bewaldeten, mit Carpinus, Quercus und auch einzelnen Coniferen 
bestandenen Insel des östlichen Loppio-Sees, wo sich stellenweise 
tiefe Laubschichten befinden, welche nach unten in die schönste 
braune Humuserde übergehen. Besonders in den tieferen, schon 
mehr humösen Schichten des Laubes hält sich intermedius auf, 


) H. Brölemann sagt zwar auf S. 31 seiner „Contributions A la faune 
myriapodologique mediterrannsenne“ 2. Note. Lyon 1892: „In parte anteriore (!) 
segmenti sita“; das ist aber wnrichtig, Er hat sich offenbar dadurch täuschen 
lassen, dass die verdeckten Vordergrenzen der Doppelringe durchschimmern! 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 221 


namentlich an schattigen Stellen. Er ist auf der Insel überaus 
häufig. Ich sammelte 21 d und 182 ein. 
Arco ebenfalls in dichtem Laubwald, unter Lauh 18 22. — 
Salö unter Laub 19 22. — 


Anmerkung. Das Vorkommen von Brachyiulus unilineatus 
Ü.K. bezweifle ich um so mehr, als diese Art von Heller sogar 
auf dem Stilfserjoch gefunden sein soll. 

8. Leptophyllum austriacum n. sp. 


In der Ponalschlucht bei Riva habe ich zwischen Genist 
und Steinen, an schattiger Stelle der Klamm, hart am Bächlein, 
nur 1 & dieser interessanten Art entdeckt. — 

Lg. 14mm, Br. °/,;,mm. Habituell dem nanum. Latz. sehr 
ähnlich. Körper grau, stellenweise graubraun glänzend. Die 
Wehrdrüsen eines Theiles der Ringe schimmern als schwarze 
Fleckehen durch. Beborstung ist nur an den 4-5 letzten Seg- 
menten sichtbar, besonders am Analsegment. 


Ocellen zu einem rundlichen Fleck verschwommen. Stirn- 
gruben fehlen. 
Backen des d nicht vortretend. 
Die kleinen Foramina repugnatoria liegen in der Naht. 
Doppelsegmente an den Vorderringen glatt, 
an den Hinterringen deutlich und mässig 
dicht längsgestreift. 


Analsegment mit kräftigem dorsalen Processus, welcher 
die Afterklappen weit überragt, rundlich ist, am Ende zugespitzt 
und von oben gesehen, dreieckig. Ventrale Analplatte abgerundet. 


1. Beinpaar des 5 häkchenförmig, klein und sehr Sanips, in 
der Concavität mit nur wenigen Tastborsten. 


2. Beinpaar des d sechsgliedrig. ohne Hüftfortsatze. Tarsal- 
polster fehlen oder sind doch nur andeutungsweise Zu sehen. 


Copulationsorgane: (vergl. Fig. 6 und 7.) 

Die Vorderblätter sind 2'/; mal länger als in der Mitte breit, 
aussen basalwärts von der Mitte an etwas verschmälert, am Ende 
abgerundet, aber daselbst von einem kleinen Spitzchen überragt. 
Hinten steht vor dem Ende ein kleiner Höcker. — Flagella f ehlen. 


Die Mittelblätter (Fig. 7) verschmälern sich allmählich 
gegen die abgerundete Spitze. Aussen tritt hinter der Mitte ein spitzer 
Ast vor. 


Die Hinterblätter (Fig. 6) krümmen sich im Bogen nach 
innen und enthalten eine bis in den Endsaum ziehende Samen- 
rinne (Sr). Unter deren Mündung entspringt ein stark gekrümmter 
und in seiner Endhälfte mit feinen Spitzchen besetzter Fort- 
satz g. Eine Fovea ist nicht vorhanden. Von der Basis, wo 
sich an einer Kante (x) Muskeln ansetzen, entspringt noch ein 
breiter Lappen (y), der die halbe Länge des übrigen Hinterblattes 
erreicht. — 


222 Dr. Carl Verhoeff: 


Anmerkung. Die 3 andern von Leptophyllum bisher be- 
kannten Arten, nämlich nanum Latz, pelidnum Latz. und 
styricum Verh. sind hauptsächlich aus den Ostalpen bekannt. 

L. nanum soll nach Latzel „bei Kufstein, am Achensee und 
bei Lienz“ vorkommen. Desgleichen bei „Roveredo“. Alle diese 
Angaben können wegen der Entdeckung von austriacum be- 
zweifelt werden. Da ich aber auf Grund mikroskop. Praep. nanum 
vom Königssee nachgewiesen habe, so sind gewiss auch die Nord- 
tiroler Fundangaben richtig. Das Vorkommen in Südtirol (Roveredo) 
muss dagegen bezweifelt werden. — 

9. Julus (Leptoiulus) riparius Verhoeff. 

In Südtirol und rings um den Gardasee sehr verbreitet: 

Sirmione, in den Ruinen des Catullus, unt. St. oder an Ge- 
mäuer umherlaufend, 1%, 2d, 1jung. d ($ 26 und 27, jung. d 
27!/, mm, kein Schalt-d.) 

Riva, Burg 12 u. St. 

Arco, Olivenwald u. St. 15 32. Chiarana, Olivenwald 1%. 

Arco, unter den Felsen 25 42, an einer Quelle 2 2. 

Varoneebene, am Kalksandsteinfelsen 1 d, 2%, 1 ju. d, 
4ju.2. Die jungen Thiere sind mehr braunschwarz, nicht tief- 
schwarz wie die Alten. 

Roveredo, Lenothal 32, 1ju. 2. Mori u. L. an feuchter 
Felswand 12.16. 

Caldonazzo an einem Trümmerfeldbächlein 48 42. 

Loppio 12, 38, 1j.d u St. und an denselben umherlaufend. 

Bozen, am Flussdamm 12, Eggenthal 23 12 unt. Holz, 
355% an einer Mühle unter Holzspähnen. (22 davon haben 
die olivengrüne Rückenbinde auf den Vorderringen nach den Seiten 
herab etwas erweitert, fast wie bei der var. baldensis, doch fehlt 
die bei jener vorhandene schwarze Rückenlinie.) 

Deutschenofen, Leiferser Schlucht u. St. 13 22. 

var. baldensis mihi. 

Auf kahlen Matten unter dem nördlichen der beiden Gipfel 
des Monte Baldo Altissimo, 1 St. auch auf dem Gipfel selbst in 
1700—1850 m Höhe u. St. 15 62. — Das erstere stimmt in den 
Copulationsorganen mit der Grundform überein. Sonst sind diese 
Thiere von riparius durch Folgendes unterschieden: 

1. Die gelbliche Rückenbinde, welche in der Mitte jedes 
Ringes jederseits ein Stück herabzieht und dadurch breiter ist, 
gleichzeitig in der Mediane von einer scharfen schwarzen Linie 
durchzogen, 

2. den Mangel der Tarsalpolster an den vorderen Beinen des d, 
welche höchstens noch in Rudimenten angedeutet, (Wenn sich 
dieser 2. Unterschied als ständig herausstellt, muss diese Form als 
Subspecies gefasst werden.) 

— Im Ganzen wurden gesammelt: 43 2, 24 6. 

„Beiträge“ 1. c. „im Thalwalde bei Gomagoi am Suldenbache*. 
Die weiteren Funde haben gelehrt, dass der Name riparius sehr 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 223 


gut gewählt ist, da ich das Thier meist an Flüssen oder Bächen 
oder unfern davon auffand. 

Anmerkung 1: Koelbel hat dieses Thier 1. c. irrthümlich 
als „albolineatus (Luc.) Latz.“ aufgeführt. Unter diesem Namen 
ist es auch schon früher von Latzel u. A. von Roveredo, Arco, 
Trient, Salurn ete. angegeben. Es soll auch auf dem „Stilfserjoch“ 
vorkommen. 

Anmerkung 2: In den „Beiträgen“ 8. 26 habe ich richtig 
auf eine Verfärbung der Rückenbinde in Roth durch mit Wehr- 
drüsensecret versetzten Alcohol hingewiesen. Unrichtig ist da- 
gegen meine Angabe, dass das Rückenband im Leben „grauweiss“ 
bis „gelblichweiss“ sein soll. Ich habe jetzt besonders darauf 
geachtet und es stets schön olivengrün gefunden. Auch das 
passt also nicht auf „albolineatus“. — 

10. Julus (Leptoiulus) germanicus n. sp. (vergl. Fig. 1—5.) 

ö Lg. 24mm, Br. 1'/; mm. 

2 Lg. 32 mm, Br. 2 mm. 

Körper schwarz, ziemlich glänzend, Beine weiss. 

Ist dem alemannicus habituell so ähnlich, dass ich in Bezug 
auf äussere Merkmale mich auf wenige Worte beschränken kann. 

Weisse, lange Borsten stehen an den Rändern fast aller Seg- 
mente. Das Analsegment ist stark und lang grau behaart. 

Foramina weit von der Naht abgerückt. 

Vorderringe glatt, Hinterringe mit mässig dichter und ziem- 
lich schwacher Längsfurchung. 

Dorsaler Processus analis, lang und spitz. 

Backen des d ohne Fortsatz. 

Das 1. Beinpaar des & (Fig. 1) ist dadurch besonders merk- 
würdig, dass es zwar die gewöhnliche, häkchenförmige Gestalt 
besitzt, aber deutlich in zwei Glieder abgesetzt ist eine dreieckige, 
keilförmig nach innen geschobene Coxa und den übrigen 
Uncus (Co und U). Auch die Hälften der Ventralplatte sind je in 
einen Fortsatz ausgezogen, welcher das Häkchenbein trägt. Auf 
diesem Fortsatz sowohl, als auf dem Coxalabschnitt und der Basis 
des Uncus stehen Tastborsten. Der Uncus ist ziemlich lang, ge- 
krümmt und am Ende spitz, Muskeln sind zwischen den genannten 
Gliedern auch hier nicht vorhanden. 

2. Beinpaar des d sechsgliedrig, völlig ohne Tarsalpolster. 
Die Hüften besitzen innen am Ende nur einen recht kleinen 
(pr. i Fig. 5), papillösen Fortsatz, aussen auch den Stielfortsatz, 
den ich jetzt als Drüsenfortsatz (pr e.) bezeichne, da in ihm, 
wie ich schon früher bei alemannicus vermuthete!), (cf. „Beiträge“ 
Fig. 3 p. e.), eine Coxaldrüse (dr) mündet. Dieselben sind durch 
einen langen Kanalschlauch (dk) weiter in den Körper gerückt, 


1) Vergl. auch Mieropodoiulus ligulifer, Fig. 8 meiner „Beiträge zur 
Anatomie und Systematik der Juliden. Wien 1894. Auch bei dieser Gattung 
kommen solche Coxaldrüsen vor, 


224 - . „Dr. Carl Verhoeff: 


aber ebenso wie die oben von Craspedosoma Rawlinsii be- 
schriebenen Prostata-Drüsen als umgewandelte Coxalsäcke 
zu betrachten. Ungefähr das letzte, innere Drittel des Kanales 
wird von den Drüsenzellen in geschlossener Masse umgeben. 

Der Penis ist zweihörnig, jedes Horn breit abgestutzt, indem 
jeder Samengang durch ein äusserst blasses, im Längsschnitt fast 
quadratisches, kurzes Röhrchen nach aussen mündet. 

Copulationsorgane: Die Vorderblätter (Fig. 4) sind an der 
Vorderseite stark doppelt so lang als breit, an der Hinterseite 
1!/, mal länger als breit, der basale Rand (r) ist fast rechtwinklig 
geknickt, unter ihm befindet sich die ovale, rings von Drüsenporen 
umgebene Fenestra (fen... Am Ende sind die Blätter breit abge- 
rundet. Innen springen sie in einen kräftigen, ziemlich spitzen 
Zahn (z) vor, welcher in der Ansicht von vorne nur wenig seit- 
wärts vorragt. Wie meist ist die Vorderfläche der Vorderblätter 
reichlich von Porenkanälen durchsetzt, während auf der Endhälfte 
der Hinterfläche eine papillös-zellige Struktur bemerkbar wird. 
(Beides ist in Fig. 4 stellenweise angegeben.) 

Die Fenestra hat übrigens keine Beziehung zum Flagel- 
lum. Ich habe das im Zoolog. Anzeig. 1896, N. 493 für Julus 
Bertkaui Verh. angegeben, indem ich die Fenestra für ein 
Widerlager des Flagellumendes hielt. Andere Arten haben mir 
gelehrt, dass dies nicht der Fall ist. Ich werde vielmehr weiter- 
hin in Vergleich mit anderen Erscheinungen bei Diplopoden dar- 
legen, dass wir die Vorderblätter als umgewandelte Coxae 
und die Fenestra derselben als diejenige reducirte Gelenkstelle 
anzusehen haben, an welcher die übrigen Beinglieder meist ver- 
schwunden sind. 

Flagella kräftig, in der Innenbucht befestigt, doppelt so lang 
als die Vorderblätter und sehr fein auslaufend. 

Mittelblätter sehr einfach, das Ende mit papillöser Struktur, 
etwas verdickt und durch einen Einschnitt etwas abgesetzt. 

Hinterblätter (Fig. 2 und 3) vom Typus der meisten Lepto- 
iulus. Ueber das quere, in der Mitte eingeschnittene Grundblatt, 
an welches sich die Muskulatur heftet, ragt hinten das stiefelschaft- 
artige Blattstück (Sti) empor, vorne das Blattstück mit den Fort- 
sätzen « und #. An ihm befindet sich auch eine Samenrinne, in 
welche basalwärts der Kanal der Prostata einmündet (dk). Eine 
Fovea ist nicht vorhanden. 

Besonders charakteristisch für diese Art ist ein an der Innen- 
seite befindlicher Zahnlappen (Z), dessen individuelle Variation 
aus Fig. 2, 3 und 3a zu ersehen ist und welcher dem sonst bei 
Leptoiulus so häufig vorkommenden Innenstachel (vergl. z. B. 
e Fig. 15) entspricht. Wie die übrigen Teile der Hinterblätter, so 
ist auch dieser Zahnlappen von gelblichem Chitin, seine Umrisse 
sehr scharf. — Es wurden 4 Präparate verglichen. 

Vorkommen: Kalterer Seebecken u. St. und L. 52 16, 
13..2,.12..02 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 225 


Pergine, an einem Bächlein und Wiesenrand u. St. 19, 16. 

Sigmundskron an der Etsch u. St. 12, 26. 

Roveredo, Lenothal, 12. 

Salö a.G. 10. V.96 u.L. an einem Bächlein 1 j. d. Dasselbe 
nahm ich lebend mit. 

Am 25. VI. hatte es sich in ein reifes ä verwandelt, ohne 
dass ich ein Schaltstadium beobachten konnte. 


11. Julus (Leptoiulus) alemannicus Verhoeff. 


Auf der höchsten Kuppe (ca. 1800 mm) des niederen, nörd- 
lichen der beiden Gipfel des Mt. Baldo Altissimo fand ich am 
7. Mai 96 unter Felsstücken, als der Gipfel noch zur Hälfte mit 
Schnee bedeckt war, 2 junge Männchen, welche ich glücklich weiter 
züchtete. 26. VI. waren noch beide junge d, eines aber lag in 
einem Grübchen im Sande und lief bei dessen Aufdeckung davon. 
12. VII. ebenso. 2. VII. finde ich 1 d entwickelt, das andere noch 
unreif. Auch hier habe ich kein Schaltstadium beobachtet, ein 
Zeichen, dass die von Ph. Bertkau in den Jahresberichten 1894 
vermuthete Allgemeingültigkeit desselben nicht zutrifft. 

Hiermit komme ich auch auf die obige Mittheilung von 
C. Attems zurück. Die Exuvie meines gezüchtetend nämlich, welche 
im Nacken, zwischen Kopf und Collum verlassen und dann (wohl 
abnorm) an einer Seite der vorderen Dorsalringe abgenagt wurde, 
besitzt ein sechsgliedriges 1. Beinpaar (übereinstimmend mit 
Attems Angabe!) Aber die Copulationsorgane der Exuvie entsprechen 
in der mikroskop. Ansicht durchaus dem, was ich am lebenden, un- 
reifen d mit der Lupe gesehen habe, d.h. während bei letzterem 
die Vorderblätter noch ganz horizontal liegen und fest an den 
Körper gedrängt sind, so dass keine Oeffnung im Copulationsring 
ventralwärts zu sehen ist, sind auch bei ersterer (Exuvie) die 
Mittel- und Hinterblätter noch ganz unentwickelt und beide zu- 
sammen nur durch einen kleinen abgerundeten Höcker angedeutet. 

Demnach gilt es voraussichtlich allgemein für die Juliden, 
dass 1. die Schalt-Männchen ein 4- oder 5-gliedriges, 

2. die unreifen jungen Männchen (im letzten Stadium) ein 

6-gliedriges 1. Beinpaar besitzen. 

Das d vom Mt. B. Altissimo stimmt in den Copulations- 
organen mit dem Typus überein. Die geringen Abweichungen, 
welche in der Bezahnung des Hinterblattes vorkommen, möge man 
aus Fig. 77 ersehen und damit Fig. 2 meiner „Beiträge“ 1. c. ver- 
gleichen. — 

In den Thälern Südtirols habe ich alemannicus nirgends 
angetroffen. Man kann dort den germanicus als seinen Ver- 
treter betrachten. Schon in den „Beiträgen“ l.c. S. 24 und 25 
erklärte ich: „In Südtirol habe ich ihn vermisst“, dort findet man 
weitere Angaben über seine Verbreitung. Koelbel l.c. führt ihn 
von Ratzes an. In den Ostalpen (Steiermark und Krain) ist er 
weit verbreitet. — 

Arch, f. Naturgesch, Jahrg. 1896. Bd, I, H. 3. 15 


296 Dr. Carl Verhoeff: 


12. Julus fallax Meinert. Ist mehr in den Thälern als auf 
den Höhen zu finden. 

Sirmione, in den Ruinen des Catullus u. St. 3 2. 

Pergine, an einer Wiese und Bach u. St. 38 42 (bis 42mm 
Lg.). Caldonazzo u. St. 2 2. 

Arco, unter den Felsen u.L. u. St. 35 4%, im Olivenwald 
u LS: 

Chiarana, im Olivenwald 75 428. 

Riva, Burg 1ju. d 23mm. Ponalschlucht 12. 

Loppio, Seeinsel, .L.45 132. 

Eggenthal u.L. 12.1 (nahe zusammen). Sarnthal32 28. 

Salö, an einem Bächlein u.L. 2%, 1j.5 (26, mm). 

? 12a. Julus tirolensis Verh. 

Von dieser Form beschrieb ich in den „Beiträgen“ 1. c. S. 30 
nur das 2. 

Ich besitze jetzt aber einige lebende junge Männchen, deren 
Aufzucht mir vielleicht gelingt '). 

Die hierher gehörigen Thiere sind in Südtirol nicht selten und 
da ich sie einerseits oft mit fallax gemeinsam antraf, anderer- 
seits eine grosse Uebereinstimmung in der Skulptur beider herrscht, 
so ist es nicht unmöglich, dass es sich nur um Jugendformen des 
fallax handelt. 

Das 2 aus Nordtirol (Finstermünz) ist nur heller als die Süd- 
tiroler. Letztere sind braun, mit sehr feiner schwarzer Rücken- 
linie geziert. 

Kalterer Seebecken u. St. 62 oder j. 2, 2j. 6. 

Trient, Bergabhang 1%. 

Loppio-Insel u. L. 9 ju. d von 111/—25 mm 

19 2u.]j.2v 99-32 mm. 

Arco, Olivenwald 1 2, unter den Felsen 5 2, 3 ju. d, an einer 
Quelle 22 u. j. 2. 

Chiarana, Olivenwald an Wasserlauf u. St. 2 2. 

Ponalschlucht b. Riva 1j. 2 am Bache. 

Salö, u.L. an Bächlein 22 2j.2. — 

13. Julus (Leptoiulus) nigrofuscus Verhoeff. 

Auf der niederen Kuppe des Mt. Baldo Altissimo (vergl. ale- 
mannicus) u. St. 7. V.96 ein ju.d. 9. VI: wurde es reifes d, 
ohne sich in einem Schaltstadium befunden zu haben. — 

Körper braun, mit helleren, gefleckten Unterflanken. 20!/, mm 
lang. Das 2. Beinpaar des d dieser Art besitzt nur rudimentäre 
Hüftfortsätze, aussen aber deutliche Drüsenfortsätze. 

Tarsalpolster der vorderen Beine fehlen auch diesem 8 vom 
Monte Baldo, ebenso wie anderen Tirolern und den Thieren aus 
der Lombardei. Die Exemplare aus Finstermünz, vom Monte Baldo 


!) Leider später gestorben. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. DET 


und aus der Lombardei stimmen überhaupt überein, nur in den 
Hinterblättern bemerkt man kleine individuelle Unterschiede, welche 
aber von principieller Wichtigkeit sind. Man vergleiche daher 
Fig. 78 und 79 hier und Fig. 12 der „Beiträge“. Die stiefelschaft- 
artigen Blattstücke (Sti) sind übrigens nicht „undeutlich“, wie ich 
auf S. 22 der „Beiträge‘‘ angab, sondern nur im Verhältniss zu 
manchen anderen Arten, z.B. alemannicus, kürzer und zarter. 
Bei Fig. 78 und 79 ist am auffallendsten der Unterschied in der 
Form des Lappens d. — 


14. Julus (Leptoiulus) trilineatus (C. Koch.) Latzel. 


In Fig. 19 und 20 habe ich die Abbildungen von Vorder- 
und Hinterblatt nach einem von Latzel erhaltenen 3 gegeben. 
Beide sind auffallend schlank, das Vorderblatt völlig ohne Innen- 
zahn. Am Hinterblatt ragt nur ein Stachel (x) hoch empor, das 
Velum (d) steht als ein gekrümmter Stachel nach vorne ab. Die 
Mittelblätter sind auch sehr schlank, am Ende nicht verdickt, ganz 
allmählich verschmälert und durch keine Furche vor dem Ende 
ausgezeichnet. Wahrscheinlich stammt die Latzel’sche Type aus 
Kärnthen. 

Thiere, welche ich aus Fiume und Abbazia besitze, stimmen 
mit letzterer im Uebrigen überein, nur das Velum am Hinterblatt 
erscheint nicht als einfacher Stachel, sondern als zartes, feinzähniges 
Blättchen (Fig. 80). 

var. niger mihi mag eine Varietät aus Fiume und vom 
Monte Maggiore (Istrien) bezeichnet werden, welche sonst 
vollkommen mit der Grundform übereinstimmt, auch in den 
Cop.-Organen, aber einfarbig braun oder schwarz gezeichnet 
ist. Zu dieser giebt es dort Uebergänge, indem die schwarze 
Rückenmittellinie zwar vorhanden, aber die seitlichen schwarzen 
erloschen sind Bald ist das Braun heller, bald dunkler. 

Diese Art ist in ihrer Farbe also recht veränderlich. 

In den „Aphorismen“ etc. Zool. Anzeig. 1895, N. 477, habe ich 
unter N. 21 Julus montivagus Latz. und var. elucens für Fiume 
angegeben. Das ist zu berichtigen. Es handelt sich um tri- 
lineatus und var. niger. — Dieser Irrthum wurde hervorgerufen 
durch die geschilderte Velumvariation und die nicht genügend zu- 
treffenden Zeichnungen Latzels. 

Vorkommen in Tirol: 

Arco, unter den Felsen 1 1ju.S, Olivenwald ju 2 17!/, mm. 
Diese haben in typischer Weise eine feine, schwarze Rückenmittel- 
linie und jederseits eine dunkle Fleckenreihe unter den Foramina. 

Chiarana im Olivenwald 22 von 20 und 21 mm, wie vorher 
gezeichnet, an einer Quelle u. St. 12. 

Bozen, am Eisackdamm u. St. 1 2 von 17mm. Ratzes] 
(Koelbel.) [Ein reifes $ habe ich aus Tirol noch nicht untersucht. 

var. affinis Verh. £ (vergl. „Beiträge“ S. 28. Campi b. Riva.) 


15* 


228 Dr. Carl Verhoeff: 


var. arcoensis mihi. 

Arco, an einer Quelle hinter der Felsenkette, welche der Sarca 
parallel zieht 12 21'Y,mm und 1j. 2 von 14!/,; mm, unter diesen 
Felsen u. St. 22 1j.d. Roveredo, Lenothal 62 2ju.d. — 

Stimmen in allem Uebrigen mit trilineatus überein, sind aber 
von gedrungenerem Körper und haben (nicht seichte, sondern) 
kräftige und auch dichtere Längsfurchung. 

Erst die reifen &3 können entscheiden, ob diese beiden 
Varietäten wirklich nur solche sind oder besondere Arten. — Bei 
Dalla Torre sind eine Reihe von Fundorten angegeben. 

15. Julus (Leptoiulus) ? sp. 

In ca. 1400 m Höhe fand ich am Nordabhang des Monte Baldo 
Altissimo, unter einer Felswand u. St. 22 und 1 ju. . Bei Deutschen- 
ofen in ca. 1200 m Höhe u. St. 12. 

Eine recht kräftige Art, welche ich mit Sicherheit keiner be- 
kannten zustellen kann. Die 2? messen ca. 40 mm. 

Grau- oder braunschwarz, mässig glänzend, die Duplikaturen 
der Hinterringe sind gelbbraun bis graubraun. 

Ich würde diese Thiere für fallax halten, wenn nicht die 
Längsfurchung der Hinterringe statt einer tiefen eine recht 
seichte (sonst aber mässig dichte) wäre. — 

16. Julus (Leptoiulus) helveticus Verhoeff. 

„Beiträge“ 1. c., kommt höchstwahrscheinlich auch in Tirol vor. 

17. Julus (Leptoiulus) belgicus Latzel (= albovittatus 
Verh.) var. flavopietus Verh. — Allgäu. 

Die Grundform ist aus Rheinpreussen (Verhoeff), Belgien 
(Latzel) und Nordfrankreich (Brölemann) bekannt. 

18. Julus (Leptoiulus) montivagus Latzel. 

Soll „auf der Seiseralpe, dem Lafatscherjoche und Monte Baldo‘ 
vorkommen. Ich habe die Art nicht gefunden. 

Koelbel giebt sie für Ratzes an. 

19. Julus (Leucoiulus) molybdinus C. Koch. 

Lienz (Latzel), Ratzes (Koelbel). 

20. Julus (Oncoiulus = Unciger) foetidus (. Koch. 

Lienz (Latzel). 

[Bei Salzburg ist diese Art nicht selten. Ich sammelte sie auf 
dem Kapuzinerberge.] 

21. Julus (Anoploiulus) boleti C. Koch. 

Nonthal, Arco, Mezzotedesco. 

22. Julus (Cylindroiulus) luridus (C. K.) Latzel. 

Es ist fraglich, ob diese Art vorkommt, vielleicht noch im 
östlichen Theile. Wohl meist mit Meinerti verwechselt. 

23. Julus (Cylindroiulus) Meinerti Verhoeff. 

„Vergl. meine „Beiträge zur mitteleuropäisch. Diplop.-Fauna‘ 
Berlin 1891, und Attems ‚Die Myriopoden Steiermarks‘‘, Wien 
1895. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 229 


Innsbruck 12 unt. Rinde eines Fichtenstukkens, unfern vom 
Iselberge. 

23. Julus (Cylindroiulus) Verhoeffii Brölemann. (Fig. 24 
bis 26.) 

Loppio-Insel im östlichen See, tief in den Laubschichten 
vergraben, 62 18, 1ju. 6. 

Caldonazzo, neben einem Trümmerfeldbächlein 1 2. — Riva. 

Brölemann (,Deux Julides de la faune mediterrannöenne“, 
Paris 1896, Bulletin de la societ& entomologique de France, S. 43 
bis 45, 4fig.) hat die Copulationsorgane dieser Art nicht richtig 
und nicht vollständig beschrieben und abgebildet, weshalb ich ihn 
hier ergänzen muss. Dass er dieselben Thiere vorliegen hatte 
wie ich, geht daraus hervor, dass ich Exemplare von ihm erhielt 
und mit den meinigen übereinstimmend fand. 


Copulationsorgane: Die Vorderblätter (Fig. 24) haben auf 
der Hinterseite in der Grundhälfte eine starke Vertiefung. In diese 
springt von der Innenkante her ein starker Höcker (h) vor. Unter 
dem distalen geraden Endrande liest in der Tiefe eine Fenestra. 
In der Mitte zwischen diesem Endrande und der Spitze des Vorder- 
blattes befindet sich das Ende (x) einer anderen, aber flacheren 
Impression. Bis hierher reicht das Ende des Mittelblattes, das 
in diese Gruben eingebettet liegt. Es besitzt übrigens eine Grube 
(hI Fig. 25), in welche der genannte Höcker genau passt, so dass 
ein fester Anschluss erfolgt. Flagella kräftig, Mittelblätter kurz 
stabförmig, gedrungen, mit deutlichem Innenast (I). 


Die Hinterblätter (Fig. 26) erheben sich auf einer kräftigen, 
sehr fein punktirten Platte (p), welche einen starken Querbalken (q) 
trägt, der nach innen vorspringt. Auf diesem steht das kürzere 
Blattstück, welches aussen in der Ecke z vortritt, innen in den 
Fortsatz y verlängert ist. Das längere Blattstück erhebt sich be- 
sonders über der Innenecke der Grundplatte, enthält eine Samen- 
rinne (xy), in welche bei y vielleicht eine Prostata einmündet und 
tritt distalwärts in die drei Spitzen «, ß und d vor. 

1. Beinpaar des & häkchenförmig, Häkchen stark gekrümmt, 
am Ende stumpf, abgerundet. 

2. Beinpaar des d innen und aussen ohne Üoxalfortsätze. 


Tarsalpolster deutlich ausgebildet, aber kaum merklich ge- 
strichelt. 

Penis am Ende doppelkugelig, die hyalinen, quadratischen 
Ausführungsröhrchen sind nach hinten gerichtet. — 

[Die Brölemann’schen Figuren verstehe ich nicht, sie ent- 
sprechen nicht der Natur.] 

Diese Art gehört nicht zu Cryptoiulus, sondern zu Cylindro- 
iulus, denn es ist kein Schaltstadium von ihr bekannt. (Vergl. 
auch das Weitere.) Der dorsale Processus analis kann hier nicht 
zur Untergattungs-Charakteristik verwandt werden. 


230 Dr. Carl Verhoeff: 


Diese Art ist übrigens dem Julus allobrogicus Bröl. recht 
ähnlich und eine Verwechslung wird besonders durch die röthliche 
Färbung von Vorder- und Hinterende des Körpers beider leicht 
verursacht. Latzel hat seine ‚var. fulviceps‘ nur durch die Farbe 
und zwei wenig klare Figuren der Copulationsorgane characterisirt. 
Letztere lassen sich aber, wie ich mich jetzt überzeugt habe, weder 
mit Verhoeffii Bröl. noch mit fulviceps Verh. in Einklang bringen. 
Das Latzel’sche Thier ist daher entweder undeutbar oder eine dritte 
Art. Ich führe für meine in der Schweiz gefundenen Thiere jetzt 
den Namen ein: 

24. Julus (Cylindroiulus) allobrogicus Bröl. (Fig. 82 u. 83.) 
In: Materiaux pour servir A une faune des Myriapodes de France. 
Feuille des jeunes naturalistes. Paris 1896. N. 308—309. 

syn. J. fulviceps Verh. ‚Beiträge zur Diplopoden-Fauna der 
Schweiz‘ Berl. entomol. Zeitschr. 1894. Heft II. S. 295. 

? syn. J. fulviceps Latz. Koelbel. (Bad Ratzes.) — 

Ich gebe zunächst eine Uebersicht der äusseren Unterscheidungs- 
merkmale dieser und der vorigen Art: 

Verhoeffi:: allobrogicus: 
Processus analis ziemlich lang) Processus analis kurz, dick und 
und in eine deutliche, scharfe abgerundet, auf dem Quer- 
Spitze ausgezogen, auf dem Quer- | schnitt rund. 
schnitt aber auch rund, 
Vorderringe wenig gestrichelt,, Vorderringe dieht gestrichelt, 


recht glänzend. wenig glänzend. 
Hinterringe weitschichtig ge-| Hinterringe dicht gefurcht. 
furcht. 


1. und 2. Beinpaar des 5 wie bei Verhoeffii, Copulations- 
organe dagegen recht abweichend: [die Brölemann’sche Arbeit habe 
ich erst während des Druckes meiner Abhandlung zur Ansicht er- 
halten, muss aber, da seine Figuren der Cop. O., 7 und 3 keinen 
Zweifel an der Uebereinstimmung übrig lassen, den Namen 
„fulvianalis“, den ich einführen wollte, einziehen. Nur der Lappen c 
meiner Fig. 83 weicht etwas von dem entsprechenden der ziemlich 
guten Abbild. Brölemanns ab.] 

Die Vorderblätter (Fig. 82) besitzen auch in der Grund- 
hälfte der Hinterblätter die grubenartige Eintreibung, aber der 
distale Endrand ist nicht gerade, sondern bildet eine tiefe Bucht (b). 
Der Höcker, welcher in eine Grube des Mittelblattes eingreift, ist 
von dieser Bucht sehr weit entfernt, ganz basalwärts gerückt, neben 
den Bulbus des Flagellums und entschieden kleiner als beim Vorigen. 


Flagella lang und kräftig. 


Mittelblätter kurz balkenförmig, mit angedrücktem Innenast. 
Zahngruben deutlich. 


Hinterblätter sich auf starker Grundplatte erhebend. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 231 


Kurze Samenrinne deutlich. (Sr Fig. 83.) Das Blattstück 
innenwärts von derselben ist am Ende tief eingebuchtet, zwischen 
den Höckern a und b. In der Mediane (x) berührt es die andere 
Organseite. Das Blattstück aussen von der Samenrinne (c) ragt 
über das erstere empor und springt am Ende nach innen in einen 


Stachel vor. (z Fig. 83 und 83a.) 

Anmerkung: Diese Art dürfte sicher in den westlichen Ge- 
birgsgegenden Tirols zu finden sein. In der Schweiz ist sie bei 
Zermatt häufig. — 

25. Julus (Cylindroiulus) italicus Latzel. 

Besitzt kein Schaltstadium. 

Die Untergattung Cryptoiulus fällt fort. 


Hierzu gebe ich folgende Erklärungen: In meinen „Beiträgen 
zur Diplopoden-Fauna Tirols“, Wien 1893, beschrieb ich ein Schalt- 
Männchen und gründete wegen desselben für italicus die Unter- 
gattung COryptoiulus. Dieses Schalt-Männchen sollte auffallender 
Weise schon Häkchenbeine am 1. Rumpfsegment besitzen, im 
Uebrigen geschlossenen Penis. 


Ich hatte nun folgende Gründe, um meinen Verdacht gegen 
die Richtigkeit meiner früheren Mittheilung zu erheben, nämlich: 


1. fand ich neuerdings kein Schaltmännchen unter den ge- 
sammelten Exemplaren des italicus, 

2. war sonst kein Schaltmännchen mit Häkchenbeinen bekannt, 

3. unterschied sich das einzige 1893 in den „Beiträgen“ be- 
schriebene Schaltmännchen, wie ich dort auf S. 29 aus- 
einandersetzte, von italicns-Reifemännchen auch durch die 
Skulptur nicht unbeträchtlich, 

4. besass es bereits wohl differenzirte Mittelblätter, was mir 
auch sonst von keinem Schaltmännchen bekannt wurde. 


Nun habe ich Julus Verhoeffii obendrein kennen gelernt und 
gelangte zu dem Ergebniss, dass jenes Schaltmännchen kein solches, 
sondern ein reifes & des J. Verhoeffii ist. Fig. 8 in meinen Bei- 
trägen ist also das Hinterblatt dieser Art, wurde aber nicht 
genau genug abgebildet, obwohl es immerhin noch zutreffender ist 
als Brölemanns Fig. 3 und 4. Die Penes, welche die Täuschung 
verursachten, sind vorne, wie schon gesagt, doppelkugelig, die 
Öeffnungsröhrchen sind nicht, wie sonst gewöhnlich, nach den 
Seiten, sondern nach hinten gerichtet. Dadurch erklärt es sich, dass 
ich sie damals übersehen habe und die Penes für geschlossen hielt. 

Nach dieser Richtigstellung bleibt es also bei der früheren 
Ansicht, dass ein reifes Juliden-Männchen durch Häkchen- 
beine sicher charakterisirt ist. — (Soweit solche überhaupt 
vorhanden siud. 

Vorkommen: Monte Baldo Altissimo auf Matten in 1600 bis 
1800 m Höhe u. St. häufig. (1 Copula beobachtet.) — 138, 88, 


232 Dr. Carl Verhoeff: 


6 ju. 6, 3 ju. 2. — Kein Schalt-S. Junge S 12, 23 und 24 mm leg. 
Bäcken noch nicht vortretend. 

5 25—28 mm. — Finstermünz, Sulden, Riva „Beiträge“. Nach 
Fedrizzi ‚im Val di Non, Mezzotedesco, Salurn, S. Michele, Lavis 
und Trient“. — 

26. Blaniulus venustus Meinert. 

Roveredo, im Mulm morscher Weiden zahlreich, d, 2 und 
Junge. Die Copulationsorgane entsprechen den Zeichnungen Latzels 
ganz gut. 

Salurn (Fedrizzi). 

27. Blaniulus fuscus Am Stein. 

„von Latzel in 7 Ex. in Tirol gefunden, auf den Gehängen 
um den Achensee und im Zillerthal“. 

28. Isobates varicornis C. Koch. 

„Von Prof. Latzel im Zillerthal, nahe der Mündung ins Inn- 
thal gefangen“. — 


= = 
* 


Verzeichniss der bisher aus Tirol bekannten Diplopoden. 


[Diejenigen Arten, deren Vorkommen noch nicht völlig sicher 
gestellt aber aus irgend welchen Gründen dennoch möglich oder 
wahrscheinlich ist, habe ich eingeklammert.] 

1, Polyxenus lagurus 1 

2. Glomeris europaea Verh. connexa ÜÖ.K. var. alpina 


Latzel. 

3. x 4 conspersa 0.K. (gennina). 

3a. N hr # var. bitaeniata Bröle- 
mann. 

4. en x tridentina Latzel. 

E% h & hexasticha Brandt. 

De = = var. irregularis Verh. 

6. 55 a pustulata Latz. (genuina). 

6a. f n PL var. continua Verh. 

6b. re > & var. pseudomarginata 
Verh. 

1: .s v; (trans)alpina C. Koch. 

Tb. % % var. cingulata C.K. 

? is guttata Risso. 

8. % tirolensis Latzel. 

9 22 multistriata ©. Koch. 


10. Polydesmus tridentinus Latzel. 
(ef. var. bigeniculatus Bröl.) 


11: R illyricus Verhoeft. 

12: L edentulus ©. K. (genuinus). 

13. is denticulatus C.K. 

[14. 5: complanatus L. monticola Latz.] 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 233 


Brachydesmus superus Latzel. 
Strongylosoma italicum Latzel. 
Craspedosoma Rawlinsii Latzel simile Verh. 
[athesinum Fedr.] 
Canestrinii Fedrizzi. 
alticolum Verhoeff. 
Chordeuma silvestre C. Koch. 
Heteroporatia mutabile Latzel var. fasciatum Lataz. 
Atractosoma meridionale Fanzago var. simile Verh. 
tridentinum Verhoeff. 
in tirolense Verhoeff. 
„Craspedosoma“ oribates Latzel. 
„Craspedosoma‘ flavescens Latz. 
Rhiscosoma alpestre Latzel. 
„Atractosoma“ bohemicum Rosicky.] 
Schizophyllum sabulosumLatzel var.bifasciatum Fanz. 
var. bilineatum C,K. 
var. punctulatum Fanz. 
var. apunctulatum Fedr. 
mediterraneum Latzel. 
Pachyiulus unicolor C. Koch. 
Berlesei Verhoeff. 
e var. Fanzagoi Verh. 
Brachyiulus austriacus Latzel. 
pusillus Leach. 
intermedius Bröleman. 
unilineatus C.K.] 
Leptophyllum austriacum Verhoeff. 
Julus riparius Verhoeff. 
R : var. baldensis Verh. 
„  germanicus Verhoeff. 
„  alemannicus Verh. 
„ tirolensis Verh.] 
„  nigrofuscus Verh. 
„  trilineatus Latzel. 
5 a var. affinis Verh. 
h, re var. arcoensis Verh. 
? sp. 
„  helveticus Verh.] 
„»„ belgicus Latzel var. flavopictus Verh. 
„  montivagus Latzel.] 
„  molybdinus C. Koch. 
„5 foetidus.CHK. 
„»sboleti.C;K. 
„  luridus Latzel.] 
F e var. fulviceps Latz.] 
„ Meinerti Verhoeff. 


” 


” 


” ” 
” 3) 


” 


” 
” 


Dr. Carl Verhoeft: 


I) 
wo 
He 


Julus Verhoeffii Brölemann. 
„  allobrogieus Bröl.] 
„  italicus Latzel. 
Blaniulus venustus Meinert. 
“= fuscus Am Stein. 
Isobates varicornis ©. Koch. 


Im—=at 


OU OL OO 
PARTS 


Mittheilungen zur vergleichenden Morphologie 
der Copulationsorgane der Juliden. 


Bei vielen unserer Juliden habe ich schon lange eine eigen- 
tümliche, iensterartig aufgehellte Stelle an der Hinterseite der Vorder- 
blätter beobachtet (auch mehrfach abgebildet) und mir daher oft 
die Frage vorgelest, was es mit dieser Erscheinung für eine Be- 
wandtniss haben möchte. Es handelt sich bei jener Stelle nicht 
etwa um eine Öflinung sondern um eine hautartig verdünnte 
Stelle im Hautskelett. V orübergehend neigte ich zu der Ansicht, 
dass diese Hautstelle, welche ich als Fenestra bezeichnet habe, 
dem Flagellumgrundende als Widerlager diene. Ich habe aber 
schon mitrotheilt, dass dies nicht der Fall ist. 

Auf den beigegebenen Tafeln ist eine Fenestra z. B. in Figur 
4 und 14 zu sehen. Sehr häufig ist dieselbe von Drüsenporen um- 
ringt. Oft stelit sie dem basalen Rande an der Hinterseite der 
Vorderblätter stark genähert, seltener ist sie etwas weiter davon ab- 
gerückt. «Je nachdem die Vorderblätter mehr gedrungen oder mehr 
gestr eckt sind, ist auch die Fenestra mehr quer oder mehr rund- 
lich, oder mehr länglich. 

Manchmal ist unter oder um die Fenestra auffallend dunkles 
Pigment augehäuft. (Vergl. z. B. die Textfigur V in meinen „Bei- 
trägen zur Anatomie und Systematik der "Juliden“ Wien 1894.) 
Das hat mich schon merkw ürdig an manche rudimentäre Glieder 
bei Chordeumiden erinnert, wo dergleichen auch vorkommt. 
(Vergl. Fig. S p meiner „Beiträge zur Diplopodenfauna der 
Schweiz“, Berlin 1894, ferner Fig. 5 p in „Neue Diplopoden 
aus dem österreichischen Küstenlande‘“, Berlin 1893, und Fig. 2a 
in „ein beitrag zur Kenntniss der Gatt. Chordeuma“ Berlin 1892.) 
Bedeutend wichtiger und entscheidender aber ist der Umstand, dass 
ich bei Julus (Leptoiulus) trilineatus C.K. (Fig. 81, R) ein kleines 
und bei Tachypodoiulus albipes Ü. Koch (Fig. 35 l) sogar ein 
ziemlich grosses Glied gefunden habe, für welches die Fenestra 
die Gelenkerube bildet. Bei albipes trägt das genannte Glied 
sogar noch eine Tastborste. Somit befinden sich bei einigen Juliden 
an den Vorderblättern noch aufsitzende Glieder. Dies ist ein 
weiterer wichtiger Beleg dafür, dass die Vorderblätter 
wirklich Theile von Gliedmassen sind, und zwar haben 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 233 


wir sie als umgewandelte Coxae und jene kleinen Auf- 
satzglieder als Reste der Femora anzusehen. Die übrigen 
Glieder und die Muskeln sind erloschen, da sie bedeutungslos sind 
und bei den meisten Juliden mit Fenestra sind ja auch jene 
Femoralstummel erloschen. 

Das Gesagte bringt eine weitere Erkenntniss im Gefolge: Wir 
haben uns bisher vergeblich darüber den Kopf zerbrochen, was die 
kleinen Seitenblätter am Üopulationsapparat der Blaniulus zu 
bedeuten haben! (Vergl. dazu Fig. 119 in Latzels grossem Werke, 
Fig. 5 c „lames laterales“‘ im Brölemanns ‚„Contributions & la faune 
myriapodologique mediterranneenne“ Lyon 1889, und Fig. 116 a in 
Attems „Myriopoden Steiermarks“ Wien 1895.) Diese sind nun 
nicht als Mittelblätter im Sinne von Julus aufzufassen, sondern 
als Homologa der Femoralreste an den Vorderblättern, 
denn sie sitzen nicht auf den hinteren Stützen (Tracheentaschen), 
wie das immer für Mittelblätter gilt, sondern hinten auf der Basis 
der Vorderblätter. 

Ganz dem entsprechend hat B. Nemec (,O novech ceskych 
Diplopodech“ Prag 1895) gefunden, dass bei Blaniulus armatus 
Nem. „die äusseren Schenkel des vorderen Paares mit den mittleren 
(beim Schaltstadium) noch verwachsen sind“. Er sagt: „ich meine, 
dass sie nicht vom hinteren Paare abstammen‘“. Ebenfalls dem 
Obigen entsprechend habe ich früher für Schizophyllum-Schalt- 
männchen dargelegt, dass Mittelblätter und Hinterblätter noch ver- 
wachsen sind. Die Seitenblätter von Blaniulus können also 
nicht als Mittelblätter bezeichnet werden, ich schlage daher 
den Namen Femoralblätter vor. 

Es ist klar, dass die Vorderblätter der Juliden einen 
ursprünglicheren Zustand bewahrt haben, als die primären 
Hinterblätter. Wir müssen uns aber vorstellen, dass die stärker 
umgewandelten Hinterblätter ursprünglich eine den jetzigen Vorder- 
blättern ähnliche Gestaltsstufe durchgemacht haben. 

Jetzt erst entrollt sich die Phylogenie der Copulationsorgane 
der Juliden in grösserer Klarheit und jetzt erst kann man auch 
die Flagella der Juliden, da sie ja auch an den Coxae der 
Vordergliedmaassen des 7. Ringes sitzen, begründeterweise für 
homodynam den Coxalhörnchen der Polydesmiden ansehen. 
Ob sie ihnen auch homolog sind, ist kaum zu entscheiden. — 

Mitte August 1896. 


Fortsetzung folgt. 

Sie wird die weitere Besprechung der übrigen, auf den Tafeln 
durch Abbildungen erläuterten Arten aus den Ostalpen etc. 
enthalten, eine vergleichende Morphologie der Rumpfsegmentanhänge 
der Chordeumiden, eine Darstellung der europäischen Gattungen 
dieser Familie, sowie Mittheilungen über die Häutung der Diplo- 
poden und die Entwickelung der Copulationsorgane derselben. 


236 Dr. Carl Verhoeff: 
z Erklärung der Abbildungen. 
Allgemein gültige Abkürzungen. 
V = Ventralplatte, | C = Hinterblatt der Copulations- 
Co = Coxa, organe, 
fe = Femur, St = Stigma, 
f = Flagellum, tr = Tracheen, 
dk = Drüsenkanal, s = Sehnen, 
Z — Zahnbildung, ı ti = Tibia, 
m = Muskeln, tro = Trochanter, 
Sr = Samenrinne, p = Haarpolster, 
Tr = Tracheentasche (Stütze), fen = Fenestra, 
A = Vorder-\ Blatt der Copulations-| I = Inmnenast, 
B = Mittel- [ organe, Sti = Stiefelschaftartiges Blattstück. 


Fig. 
Fig. 


Fig. 


Fig. 
Fig. 
Fig. 
Fig. 


Fig. 


Fig. 
Fig. 
Fig. 


Fig. 1-5. Julus (Leptoiulus) germanicus 5 Verhoeff n. sp. 
Fig; ii: 
Fig. 2u.3. Verschiedene Ansichten eines Hinterblattes der Copulationsorgane 


Das 1. Bein mit Ventralplatte. U = Häkchen. 


(Exemplar von Sigmundskron. Sr. = Samenrinne. Sti. = stiefel- 
schaftartiges Blattstück. « und 3 sind zarte Blattvorsprünge z = 
Zahnlappen. 


3a. Der Zahnlappen eines Exemplars vom Kalterer See. 


4. 


5. 


6. 


% 


8. 


9 


10. 


Ein Vorderblatt von vorne gesehen. Die Randlinie r der Hinterseite 
schimmert durch, ebenso die Fenestra (fen... Z = Imnenzahn. Das 
Flagellum ist abgekürzt. 

Joxa eines 2. Beines. dr — Coxaldrüse. pr. e. = äusserer, pr.i. = 
innerer Coxalfortsatz. s = ausfliessendes Drüsensekret. 


Fig. 6 und 7. Leptophyllum austriacum & Verhoeff n. Sp. 


Ein Hinterblatt mit fein begranntem Horm g. Bei x zieht eine 
Kante nach innen, an welche sich die Basalmuskeln anheften. 
Gabeliges Mittelblatt. 


Fig. 8-10. Leptophyllum styricum & Verhoeff. 
h = Höcker an der Hinterseite des Vorderblattes. 
Ein Hinterblatt, durch einen Muskel verbunden mit der Tracheentasche 
Tr des bei x weggelassenen Mittelblattes und der Verbindungsfalte y. 
Ein Vorderblatt mit seiner gelenkig dagegen abgesetzten Tracheen- 
tasche, von hinten gesehen. 


Fig. 11—13. Julus (Leptoiulus) brevilobatus & Verhoeff n. sp. 


71: 
12. 
13. 


(Entdeckt von mir bei Adelsberg.) 
Ein 1. Bein nebst Ventralplatte V. 
Ein Vorderblatt mit grossem Innenzahnlappen Z. 
Ein Hinterblatt mit zarten Endlappen « und /, «= Rand der 
Lamelle, an welchen sich der Basalmuskel anheftet. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 2337 


Fig. 14-16. Julus (Leptoiulus) Braueri Verhoeff. 
Fig. 14. Vorderblatt nebst Flagellum und Stütze (Tr.) von hinten gesehen. 
(Das distale Drittel der Stütze ist fortgelassen.) 
Fig. 15. Hinterblatt von vorne gesehen. Es trifft bei x auf die Grundlamelle a, 
deren proximaler Rand bei y liegt. 
Fig. 16. Mittelblatt (stärker vergröss. als die vorigen), I = Imnenast. 


Fig. 17—18. Julus (Leptoiulus) Brölemanni Verhoeff. 


Fig. 17. Hinterblatt. 
Fig. 18. Vorderblatt. 


Fig. 19—20. Julus (Leptoiulus) trilineatus (C.K.) Latzel 
(nach einer von Latzel erhaltenen Type). 


Fig. 19. Sehr schlankes Vorderblatt. 
Fig. 20. Hinterblatt. 


Fig. 21—23. Brachyiulus (Heteroiulus) intermedius Brölemann. 


Fig. 21. Vorderblatt mit Nebenlappen 1 und Flagellum f, von hinten gesehen. 

Fig. 22. Primäres Hinterblatt nebst Tracheentasche. 

Fig. 23. Gnathochilarium. stg. = stipites gnath,, hy = hypostoma, me. = 
mentum, 11 = lamellae linguales, ma e= mala exterior, ma i = mala 
interior, lo. = lobus lingualis, x = Zwischenläppchen. 


Fig. 24—26. Julus (Cylindroiulus) Verhoeffii Brölemann. 


Fig. 24. Vorderblatt von hinten gesehen. 

Fig. 25. Mittelblatt von vorne gesehen. 

Fig. 26. Hinterblatt. s — Chitinsehnen, vb = laterale Verbindungshaut, 
p = basale hintere Platte, q = basale vordere Platte. Die Samen- 
rinne schimmert durch. 


Fig. 27—28. Brachyiulus austriacus Latz. subsp. projectus Verh. 


Fig. 27. Ende eines Vorderblattes von der Rückseite. 

Fig. 28. Dasselbe von der Vorderseite. 

Fig. 29. Brachyiulus austriacus Latzel. Ende eines Vorderblattes. 

Fig. 30. Brachyiulus austriacus Latz. subsp. carniolensis Verh. n. subsp. 
Ebenso. (Von mir bei Adelsberg aufgefunden.) 

Fig. 31. Schizophyllum (Bothroiulus) mediterraneum Latzel. Mittel- 
blatt mit 3 Zähnen, c, d, e. 


Fig. 32-35. Tachypodoiulus albipes ©. Koch. 


Fig. 32. Die beiden balkenartigen, hinteren Ventralplatten und das linke 
Mittelblatt, welches sich mit dem Innenast I an den Vorderrand x 
des zugehörigen Balkens anlehnt. 

Fig. 33. Ein Hinterblatt von vorne gesehen, nebst den Endstücken der balken- 
artigen hinteren Ventralplatte, in der Linie y daranstossend. d= 
zahnartiger Vorsprung über der Basis der Samenrinne Sr, an der 
Stelle, wo dieselbe in die flache Fovea (Fo) einmündet. Sp = Sperma- 
ballen in der Foveamuldee m = Muskel, welcher zum Stützenende 
des Mittelblattes abgeht. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Dr. Carl Verhoeff: 


ig. 34. Grund eines Vorderblattes (A) nebst der zarten, vorderen Ventral- 


platte (V.) und der gelenkig abgesetzten Tracheentasche. x = Median- 
winkel zwischen den beiden Vorderblättern. 


. 35. Ansicht eines Vorderblattes von hinten, nebst Muskulatur. ] = vor- 


springendes kleines Femoralglied, z= basaler Muskelzapfen. mi be- 
wegt das Blatt nach innen, m3 nach aussen, m2 nach vorn, m6 nach 
hinten. (Die Stütze ist durch die Muskeln m, m4, m5, m6 verdeckt.) 
36. Polydesmus tridentinus Latzel. Copulationsfus, H = Hüft- 
hörnchen, m = Femoralmuskel, ml = Hörnchenmuskel. 
36a. var. bigeniculatus Bröl. (aus der Lombardei, Nesson.) 


Fig. 37—38. Brachydesmus superus Latzel. 
Copulationsfüsse verschiedener Individuen. 


37. Ansicht von hinten, das Polster (p) und der Samengang durch- 
schimmernd. 
38. Ansicht von vorne. beide deutlich sichtbar. r = zarte Randlamelle. 


Fig. 39-43. Craspedosoma Canestrinii Fedrizzi. 

39. Coxa eines 1. Beines des 8. Rumpfdoppelsegmentes. Innen mit aus- 
gestülptem Coxalsäckchen cs. 

40. Ansicht von vorne auf die hintere Ventralplatte des Copulationsringes. 
nu hinterer, seitlicher N kücen 
hm = hinterer, mittlerer 

vm = vorderer, mittlerer 1 ati 

vs = vorderer, seitlicher f 

s = Sehnen des Seitenmuskels der Ventralplatte. 
sl = Sehnen des Seitenmuskels der Tracheentasche. 

41. Rechter Greifhaken des vorderen Segmentes des Copulationsringes, 
von hinten gesehen. s und sl = Sehnen der Bewegemuskeln des 
Greifhakens. 

42. Linker Spermalapparat, welcher seitliche Differenzirungen der vorderen 
Ventralplatte des Copulationsringes vorstellt. psf = Pseudoflagellum 
mit Samenrinne. — Grundbehälter für das Sperma. x = Neben- 
fortsatz zwischen den Grannen (g), welche hauptsächlich in 3 Reihen 
stehen und ungefähr ein Dreieck einschliessen. 

43. Ende einer Granne bei sehr starker Vergröss. 


Fig. 44—45. Craspedosoma Rawlinsii (Leach) Latzel 

subsp. simile Verh. nach einem Exemplar vom Eisackufer bei Bozen. 

44. Haupttheil der vorderen Ventralplatte des Copulations!inges. pr = 
oberer, pr1 = unterer Processus. ] = medianer, etwas auf die Seite 
gedrängter Lappen. 

45. Ansicht von vorne auf die hintere Ventralplatte des Copulationsringes. 
g = Gelenkstreifen. x = proximale Tracheen - Einmündungsstelle. 
Pr. = hintere Prostata (Ausführungskanal). (Bezeichnung sonst wie 
bei Fig. 40.) 

46. Dieselbe, nach einem Exemplar aus Bonn a. Rhein. Endrand des 
“ıinteren, vorspringenden Kammes der hinteren Ventralplatte mit den 
bekannten Höckern. 


Fig. 


ig. 47. 


ig. 48. 


Fig. 


49. 


ig. 59. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 239 


Fig. 47—48. Oraspedosoma Rawlinsii (Leach) Latzel. 

Ausicht von vorne auf die hintere Ventralplatte des Copulationsringes. 
< = vorspringende Kante. Pr. = Prostata. Nach einem Exemplar 
aus der Koschinluka-Doline bei Adelsberg (Krain). 

Ein Stück derselben Ansicht nach einem Ex. aus Laibach. 


49—53. Crasp. Rawlinsii (Leach) Latz. subsp. simile Verh. 
Fig. 49—52 nach einem Exemplar aus Bonn. 

Ein Theil der vorderen Ventralplatte des Copulationsringes, mit dem 

linken Spermalapparat. bl = häutige Spermablasen, w := Trennungs- 

wand von « und 3, psf = Pseudoflagellum, & = Grannen. Der 

Spermalapparat ist etwas zur Seite gelegt und die Ventralplatte von 

x bis y aufgerissen. c = Rand des oberen Processus derselben. 

Theil der hinteren Ventralplatte. Das Gelenk am vorderen Seiten- 

höcker ist nicht mehr vorhanden. 

Ende des hinteren Mittelhöckers von einem andern Exemplar. 

Ende eines Greifhakens. «, £, y Fortsätze, d Lappen desselben. 

Dasselbe, nach einem Exemplar von Bozen. 

Craspedosoma Rawlinsii (Leach) Latzel. Ende eines Greifhakens 

von einem Exemplar aus der Koschinluka-Doline bei Adelsberg. 

Craspedosoma dentatum Brölemann. Eine Traclhıeeniasche des 

hinteren Segmentes des Copulationsringes. 


Fig. 56-58. Attemsia stygium & Latz. Verh. 
Greifhaken und Ventralplatte des vorderen Segmentes des Cop.-R. 
z = spitzer Greifzahn, L = stumpfer Nebenlappen. 
Rudimente (R) der hinteren Anhänge des 7. Rumpfsegmentes. 
Das 7. Bein mit sehr langem ÜCoxalfortsatz (Pr... Von dem Bein 
selbst ist nur das Grundstück gezeichnet. W — warziger Coxalzapten, 
der auf dem Ringe x sitzt. 


Fig. 59-62. Craspedosoma alticolum Verhoeff. 


Aufsatzgebilde einer Seite der vorderen Ventralplatte des 7. R. 
Vorderer Mittelhöcker der hinteren Ventralpl. des 7. R. von vorne 


gesehen. 
Hintere Ventralpl. des 7. R. von hinten ges. hz = hinterer Zwischen- 
höcker. 
Linker Greifhaken von hinten gesehen. z = Muskelzapfen. s und 
sl = Sehnen der Bewegemuskeln des Greifhakens. r —= Rudiment 


eines Trachealhohlraumes der Tracheentasche. 


Fig 63 und 64. Craspedosoma Latzeli Verh. subsp. gallicum Verh. 
Fig. 63. Hintere Ventralplatte des 7. Rumpfsegmentes von hinten gesehen. 


- 


R und r = Reste der hinteren Extremität des 7. R. 


Fig. 64. Vordere Ventralplatte des 7. R. mit Grannen (g) tragendem Aufsatz 


und daneben einem Greifhaken. 


240 


Fig. 65. 


Fig. 66. 


Fig. 67. 


Fig. 68. 
Fig. 69. 


Fig. 70. 


Fig. 71— 


Rierszl. 


Fig. 72. 


Fig. 73. 


Fig. 74. 


Dr. Carl Verhoeff: 


Fig. 65—70. Microchordeuma gallieum Latz. 


Ventrale Theile des hinteren Segmentes des 8. Ringes von oben ge- 
sehen. s = Sehnen der Muskeln, welche die Coxae mit den schräg 
gegenüberliegenden Tracheentaschenenden verbinden. 

ho = Trachealhohlräume der Tr. 

vm = vorderer Mittel- | 
VB ige Seiten- f 
Ventrale Theile des vorderen Segmentes des 8. Ringes. Rundr = 
Beinrudimente, pr = Fortsätze derselben. Cos = Coxalsäckchen. Das 
Stigma liegt in einer Vertiefung der V. 

Ansicht von hinten auf die vordere Ventralplatte und rechte Extremität 
des vord. Segınentes des 7. Ringes. 

Eine metamorphosirte Extremität des hinteren Segmentes des 7. Ringes. 
Die Basis ebenderselben und die zugehörige Ventralplatte, welche mit 
ihren Tracheentaschen verschmolzen ist. 

Theile der hinteren Extremität, besonders stark vergrössert. Links 
ein Rinnenfortsatz, rechts das Ende eines Spiessfortsatzes. 


Höcker, hs = hinterer Seitenhöcker. 


74. Craspedosoma Rawlinsii (Leach) Latz. subsp. simile Verh. 
(nach Exemplaren aus Rheinpreussen). 


Ansicht von hinten und oben auf die Theile des vorderen Segmentes 
des Copulationsapparates in situ. x — Randlinie einer Vertiefung. 
y = die 3 Zwischenwände zwischen den Lappen der Spermablase. 
gk = Kante, auf welcher ein Theil der Grannen aufsitzt, welche 
rechts nur mit ihren Spitzen vorschauen, bei g ist ein Theil des ge- 
drängteren Grannenbüschels zu sehen. Die Platte P ist dasselbe wie 
der Lappen b in Fig. 49. a= Vorder-, ce = Hinterende der Median- 
kante des Stammstückes der vorderen Ventralplatte, welche bei b zur 
abgekehrten Strecke umbiegt, k = Kante an der Hinterseite der 
Knickungsstelle des Greifhakens. Hier setzt sich der Muskel mi an, 
welcher zu den Seiten der hinteren Ventralplatte zieht. m = Muskel 
zwischen Mediankante des Stammstückes und vorderer Tracheentasche. 
(Er ist der Deutlichkeit halber horizontal gezeichnet, liegt aber in 
Wirklichkeit so, dass er nach unten allmählich verschwindend zu 
denken ist. Auch zieht er etwas schräg, von aussen vorne nach innen 
hinten.) 

Theil eines Grannenapparates. P die Hauptplatte desselben. Die 
Grannen liegen hinter derselben und stehen auf der Kante gk, nur 
die Enden gi ragen hervor (es sind nur 2 eingezeichnet). Bei g be- 
findet sich die gedrängt stehende Grannengruppe. _ kn = Knopf- 
fortsatz. po, pol und po2 = mit feinen Papillen besetzte, polster- 
artige Vorsprünge. 

Basalhälfte eines Greifhakens.. hb — Fortsatz an der Aussenseite, 
welcher als Hebel dient für die Muskeln m2, welche sich in näherem 
und m3, welche sich in weiterem Abstande an den Seiten des Dorsal- 
ringes anheften. (m1 wie in Fig. 71.) 

Prostatadrüse dr, welche in den Quergang (Qu) einmündet. Dieser 
tritt bei x in die Spermablase ein. 


Beiträge zur Kenntniss paläarktischer Myriopoden. 241 


Fig. 75. Microchordeuma gallicum Latzel. 28- segmentirtes junges &: 


Vordere Ventralplatte des 7. Rumpfsegmentes von oben (innen) ge- 
sehen. R = Beinrudimente. i = Innenast, ho = Hohlraum der linken 
Tracheentasche. 


Fig. 76. Orthochordeuma germanicum Verhof. Umgewandeltes Bein 


des hinteren Segmentes des 6. Rumpfdoppelringes. Der Fortsatz des 
Coxalgliedes (Co.) ist fortgelassen. g = Gelenk, K = klappenartiges 
Femoralglied, x = Hals desselben. R = Rudiment eines Tibialgliedes. 


Fig. 77. Julus (Leptoiulus) alemanicus Verhoeff. Endhälfte eines Hinter- 


blattes von vorn gesehen, nach einem Exemplar vom Monte Baldo. 


Fig. 78 und 79. Julus (Leptoiulus) nigrofuscus Verhoeff. 


Fig. 78. Hinterblatt eines & vom Monte Baldo, von vorne ges. 
Fig. 79. Hinterblatt eines & aus der Lombardei (Pavia) von hinten ges. 


Fig. 80 und 81. Julus (Leptoiulus) trilineatus ıC. Koch.) Latzel. 


Von einem Exemplar aus der Umgebung Fiumes. 


Fig. 80. Velum-Anhang (d) vom Hinterblatt. 


Fig 


Fig. 


Fig. 
Fig. 
Fig. 
Fig. 
Fig. 


81. 


82. 


83. 
83a. Zahn (Z, des Hinterblattes von einem andern Exemplar. 

84 und 85. Julus (Cylindroiulus) Molleri Verhoeff. (aus Portugal.) 
84. 
85. 


Grundgegend eines Vorderblattes mit der von Poren umgebenen Fe- 
nestra (fen.) in welcher ein Gliedrudiment sitzt. 


Fig. 82 und 83. Julus (Cylindroiulus) allobrogicus Bröl. 
Nach Exemplaren aus Zermatt. 
Endhälfte eines Vorderblattes von hinten gesehen. b = Bucht, in 
welche ein Zahn des Mittelblattes eingreift. 
Hinterblatt von vorne gesehen. Das Grundstück ist z. T. fortgelassen. 


Vorder- und Mittelblatt von der Seite gesehen. 
Hinterblatt von hinten gesehen. — 


Systematische Uebersicht der in den Tafeln durch Abbildungen 


vertretenen Arten. 
Polydesmidae. 


Polydesmus tridentinus Latzel — Fig. 36. 
Brachydesmus superus Latz. — Fig. 37, 38. 


Chordeumidae. 
Craspedosoma Canestrinii Fedri. — Fig. 39 —43. 
# Rawlinsii Latzel — Fig. 47, 48, 54. 
= Rawlinsii Latz. simile Verh. — Fig 44—46, 49 —53, 71—74. 
e Latzeli Verh. gallieum Verh. — Fig. 63, 64. 
A dentatum Brölemann. — Fig. 55. 


„ alticolum Verhoeff — Fig. 59—62. 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. I. H.3. 16 


242 - Dr, Carl Verhoeff: Beiträge etc. 


Attemsia stygium Latzel. — Fig. 56—58. 
Michrochordeuma gallieum Latzel — Fig. 65—70, 75. 
Orthochordeuma germanicum Verhoeff — Fig. 76. 


Julidae. 
7 Julus (Leptoiulus) germanicus Verhoeff — Fig. 1-5. 
Tai: n brevilobatus Verhoeff — Fig. 11—13. 
rn = Braueri Verh. — Fig. 14—16. 
> 3 Brölemanni Verh. — Fig. 17—18. 
er a trilineatus Latzel — Fig. 19, 20, 80, 81. 
+ ss alemannicus Verhoeff — Fig. 77. 


nigrofuscus Verh. — Fig. 78, 79. 
Tulee es Verhoeffii Brölemann — Fig. 24—26. 
» n allobrogieus Bröl. — Fig. 82, 83. 
Molleri Verh. — Fig. 84, 85. 
17 Lepterkrlen austriacum Verhoeff — Fig. 6, 7. 
3; styricum Verh. — Fig. 8—10. 
Brachyiulus (Heteroiulus) intermedius Bröl. — Fig. 21—23. 
Brachyiulus (Chromatoiulus) austriacus Latzel — Fig. 29. 
n 5 austriacus Latz. projectus Verh.—Fig.27, 28. 
T j r austriacuslLatz. carniolensisVerh.—Fig.30. 
Schizophyllum mediterraneum Latzel. — Fig. 31. 
Tachypodoiulus albipes ©. Koch. — Fig. 32—35. 
[Neu sind die Arten, welchen ein Kreuz f vorgesetzt wurde.] 


Bonn. Mitte August 1896. 


1 — 


Beiträge 
Kenntniss der Trematoden. 
Aus dem Zoologischen Institut der Universität Königsberg. 


Von 
cand. med. Paul Mühling. 


Hierzu Tafel XVI-—XIX. 


Einleitung. 


Im Sommer 1895 übergab mir Herr Prof. Dr. M. Braun ver- 
schiedene Distomenarten, die er grösstentheils selbst gesammelt 
hatte, zur Untersuchung; die betreffenden Exemplare waren alle in 
Sublimatlösung fixirt, in Alcohol gehärtet und in diesem aufbewahrt 
worden; einige waren gefärbt und als Totalpräparate in Canada- 
balsam auf Objectträgern eingeschlossen. Das Distomum hians be- 
zogen wir aus der Naturalienhandlung von Dr. Adolf Lendl in 
Budapest. 

Meine Aufgabe war es, die Arten durch genauere Untersuchung 
zu bestimmen; da sich der grösste Theil derselben als noch unge- 
nügend bekannt, einige als neu erwiesen, so möge ein Bericht über 
meine Funde als Beitrag zur Kenntniss der Distomen folgen. Zur 
sicheren Bestimmung war in manchen Fällen der Vergleich mit den 
Originalexemplaren nothwendig, welche in den zoologischen Museen 
in Berlin und Greifswald aufbewahrt werden und die von denDirectoren 
dieser Anstalten, den Herren Geheimrath Prof. Dr. K. Moebius 
und Prof. Dr. Müller, in liebenswürdigster Weise zur Verfügung 
gestellt worden sind; den genannten Herren spreche ich für diese 
Förderung meiner Untersuchungen, sowie meinem verehrten Lehrer, 
Herrn Prof. Dr. M. Braun für seine Anregung und Unterstützung 
bei meiner Arbeit an dieser Stelle den wärmsten Dank aus. 

Ausser der im Texte citirten Litteratur wurden selbstverständ- 
lich die Angaben Creplin’s, Cobbold’s, Diesing’s, Linstow’s 

16* 


244 Paul Mühling: 


u. a.m. berücksichtigt, deren Zusammenstellung hier wegbleiben 
kann, da sie in den Arbeiten von Stossich !) enthalten ist. 

Die auf den Tafeln beigefügten Abbildungen sind sämmtlich 
vom Verfasser gezeichnete Originale; die Vollbilder sind nach in 
toto conservirten Exemplaren angefertigt, mit Ausnahme von 
Figur 4 und 7, welche durch Uebereinanderzeichnen von Frontal- 
schnittserien gewonnen sind. Die Abbildungen der weiblichen 
Genitalien (Figur S—-13 und 15) sind mittelst des Zeichenapparates 
aus Sagittalschnittserien kombinirt; die Figuren 16 und 17 dagegen 
wurden nur in unwesentlichen Punkten aus anderen Schnitten ergänzt. 


1. Distomum flexuosum Rud. 


(aus dem Dünndarm von Talpa europaea L., gefunden in Königs- 
berg im August 1894 von Herrn Professor Dr. M. Braun.) 


(ef. Fig. 1 und 8.) 


In seiner ÖOriginalbeschreibung giebt Rudolphi?) für diese 
Species folgende charakteristischen Merkmale an: Der Körper der 
einen halben Zoll langen und über eine halbe Linie breiten 
Thiere ist platt, in der Mitte breiter, hier und dort etwas einge- 
schnürt, der Rand verdickt uud gewellt. Der subterminale Mund- 
saugnapf ist klein und besitzt eine ebenfalls sehr kleine Oeffnung; 
der an der Grenze des etwa ein Drittel des Körpers in Anspruch 
nehmenden „Halses“ gelegene Bauchsaugnapf ist noch kleiner; dicht 
vor ihm liegt eine den kurzen Cirrus enthaltende Erhebung, um 
ihn herum (?) und hinter ihm der „Ovidukt“ mit seinen quer ver- 
laufenden Windungen; die Eier sind oval spindelförmig. Im Uebrigen 
ist der Körper des Thieres, um mit Rudolphis Worten zu reden, 
mit Eiern gleichmässig vollgestopft, es handelt sich wohl dabei um 
die in irrthümlicher Weise gedeuteten, mächtig entwickelten Dotter- 
stöcke. 

Dujardin?®) berichtigt und ergänzt diese Angaben. Er giebt 
genaue Maasse für einzelne Organe an, erwähnt die langen und 
schlanken Darmschenkel, die beiden in 8—10 Lappen ausgezogenen 
Hoden, welche hinter einander in der Medianlinie des Körpers 
liegen, und beschreibt auch die Exeretionsblase. 

Die zu unserer Untersuchung verwandten fünf Exemplare fanden 
sich bei der Section von fünf Maulwürfen sämmtlich in einem 
Individuum; ihre Charaktere stimmen in allen Punkten mit den 
Originalangaben überein. 

Das Distomum fleeuosum, welches nach Dujardin der zweiten 
Section des Subgenus Dicrocoelium angehört, hat einen langgestreckten 
platten Körper von elliptischem Querschnitte, dessen Vorderende 


1) Stossieh: „I Distomi degli Mammiferi.“ Trieste 1892. — „I Distomi 
degli Uecelli.“ Trieste 1892. 

?) Rudolphi: „Entoz. histor. nat.“ 1809. Vol. II. Pars I. pag. 389. 

®) Dujardin: „Histoire naturelle des Helminthes,“ 1845. pag. 398. 


. 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 245 


vom Bauchsaugnapfe, dessen hinteres Ende vom hinteren Hoden 
ab sich verschmälert. Die breiteste Stelle misst zwischen 1,25 bis 
2mm. Die Länge der hiesigen Exemplare betrug nur 9mm, Du- 
Jardin giebt 12—17 mm an. 

Der für die Grösse des Thieres recht unansehnliche Mund- 
saugnapf liegt subterminal; seine Oeffnung ist von Rudolphi als 
kreisrund, in einem anderen Falle als halbmondförmig beschrieben 
worden; bei unseren Exemplaren war dieselbe schlitzförmig quer- 
gestellt. Der Durchmesser beträgt 0,36 mm, nach Dujardin 0,43 mm. 
Der Bauchsaugnapf ist ebenfalls sehr klein (Durchmesser: 
0,287 mm); er liegt im Niveau des Körpers, 3—4 mm hinter dem 
Mundsaugnapf ungefähr auf der Grenze des vorderen und mittleren 
Körperdrittels. Der Mundsaugnapf zeigt, von innen nach aussen 
aufgezählt, folgende Schichten: Die unbestachelte, ziemlich ver- 
schmächtigte Cuticula, eine einschichtige Lage von Aequatorial- und 
Meridionalmuskeln, sowie Radiärfasern, welche ziemlich dicht stehen; 
zwischen ihnen liegen zahlreiche sehr grosse Ganglienzellen von 
ovaler Gestalt und scharf contourirtem Kern; derselbe hat eine 
Länge von 0,0075—0,01 mm und eine Breite von 0,00625 bis 
0,00725 mm; dann folgen Aequatorial- und Meridionalfasern, welch’ 
letztere namentlich auf der Ventralseite des Organs gut entwickelt 
sind; zu äusserst liegt wieder eine Schicht äquatorial verlaufender 
Muskelfasern, welche am Hinterende des Saugnapfes zu einem 
sphineterähnlichen Muskelring verstärkt sind. 

Die Cuticula ist völlig strukturlos, dicht ENT und 
0,015 mm breit. Auf der Ventralseite ist sie etwas schmäler 
(0,01 mm). Die Länge der Stacheln beträgt je nach der Grösse des 
Thieres 0,022—0,033 mm; ihre Gestalt ist mit einem schiefen Kegel 
zu vergleichen, ihre Spitze nach dem Hinterende gerichtet. Sie 
sind gleichmässig über Dorsal- und Ventralseite des Körpers ver- 
theilt und fehlen nur in der nächsten Umgebung der Saugnäpfe. 
Die Stacheln durchsetzen die Cuticula in schräger Richtung und 
nehmen die ganze Dicke derselben ein; über ihrer Spitze ist letztere 
ein wenig emporgehoben; niemals jedoch ragen die Stacheln aus 
der Epidermis heraus. 

Die drei Lagen des Hautmuskelschlauches sind zwar 
sämmtlich nur einschichtig, jedoch in gleichmässiger Weise ziemlich 
kräftig entwickelt. 

Der kurze Oesophagus ist 0,45 mm lang und hat ein enges 
Lumen, seine Wandung besteht aus einer dünnen Cuticula, welche 
durch eine einschichtige Ring- und Längsmusculatur verstärkt wird. 
Der Pharynx ist mit dem Mundsaugnapf durch eine nur schwach 
entwickelte Pharynxtasche verbunden, deren cuticulare Aus- 
kleidung breiter ist als beim Oesophagus und nach aussen durch 
eine einschichtige Lage ceirculärer Muskelfasern verstärkt wird. Der 
Pharynx selbst hat eine ovale Gestalt und enthält zu innerst feine 
einschichtige Meridionalfasern, darauf folgend stärkere Aequatorial- 
fasern, dann Radiärmuskeln, welche den grössten Antheil des 


246 Paul Mühling: 


Organs ausmachen; nach aussen zu schliessen sich wieder gut ent- 
wickelte Aequatorial- und zuletzt schwach ausgebildete Meridional- 
fasern an. Die Länge des Schluckapparates beträgt 0,275 mm, die 
Breite 0,212 mm. Die gleichlangen Darmschenkel verlaufen nach 
hinten bis über den zweiten Hoden hinaus zwischen den Dotter- 
stocksfollikeln einer- und Hoden und Uterusschlingen andererseits. 
Die Darmepithelien zeigen verschiedene Form; wir begegnen hier 
ziemlich flachen Zellen mit fein granulirtem Protoplasma und scharf 
contourirtem, rundem, an der Basis gelegenem Kern; in anderen 
Fällen entsenden die Zellen einen kolbigen Fortsatz in das Darm- 
lumen hinein. Die Darmmuseularis setzt sich in typischer Weise 
aus einer circulären inneren und longitudinalen äusseren Schicht 
zusammen. 

Die Exeretionsblase ist birnförmig und wird nie von den 
Dotterstöcken verdeckt. 

Die Hoden liegen hintereinander in der Medianlinie, jenseits 
der Schlingen des Uterus; sie sind hinten und seitlich von den 
Dotterstöcken umschlossen. Die Organe stellen platte, scheiben- 
förmige Körper dar, deren Rand stark gelappt ist (8—10 Lappen), 
deren Flächen jedoch ebenfalls eine Andeutung einer, wenn 
auch schwächeren Lappung zeigen. Die Breite der Testikel ist 
ziemlich beträchtlich (c. 0,8 mm), sodass sie den Raum zwischen den 
Darmschenkeln vollkommen ausfüllen. Die Vasa efferentia gehen 
in der Mittellinie von der Dorsalfläche beider Hoden, jedoch mehr nach 
vorne, zwischen zwei Lappen ab, Das Vas efferens des hinteren 
Hodens biegt, sich schwach schlängelnd, im Bogen nach links, ver- 
läuft dorsalwärts vom vorderen Hoden, wendet sich dann nach der 
Ventralseite, um schliesslich, zwischen Uterusschlingen und Ovarium, 
also ventralwärts von letzterem, sich hinziehend, in den Cirrus zu 
münden. Das Vas efferens des vorderen Hodens hat einen ent- 
sprechenden Verlauf, nur liegt es auf der rechten Körperseite. Der 
Cirrus, in welchen die beiden Kanäle gesondert münden, reicht 
vom Ovarium bis vor den Bauchsaugnapf, sich in leichtem Bogen 
rechts um denselben herumwindend. Das kleine Genitalatrium, in 
welches er gemeinsam mit dem Uterus mündet, liegt in unmittel- 
barer Nähe des Bauchsaugnapfes, etwas nach links von der Median- 
linie. Der Cirrusbeutel beherbergt die Vesicula seminalis, die Pro- 
stata und den Cirrus. Die Vesicula seminalis hat eine lang- 
gestreckte, etwa birnförmige Gestalt. Ihre dünne Wand besteht aus 
einer homogenen, doppelt contourierten Membran, deren Innenfläche 
spärliche Plattenepithelien anliegen, welche durch einen scharf be- 
grenzten, ovalen Kern ausgezeichnet sind. Die nun folgende Pars 
prostatica ist bedeutend enger. Ihre Wandung besteht aus unregel- 
mässig gestalteten, nach dem Lumen zu Fortsätze aussendenden Zellen, 
deren Plasma stark granuliert und deren Kern an der Basis gelegen 
ist. Dann folgt eine einschichtige circuläre und zu äusserst eine 
longitudinal verlaufende Muskellage. Die Zellelemente der Prostata- 
drüsen, welche in den eben geschilderten Kanal münden, sind ver- 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 247 


hältnissmässig gross (0,013 —0,02 mm), langgestreckt birnförmig; ihr 
Protoplasma erscheint vacuolisiert; der rundliche Kern liegt in 
der Mitte oder häufiger an der Basis der Zelle. Der Cirrus im 
engeren Sinne besteht zu innerst aus einer ziemlich breiten, glatten 
Cuticula, einer wohlentwickelten inneren Ring- und äusseren Längs- 
musculatur. In seiner Umgebung finden sich zahlreiche, in Längs- 
reihen dicht nebeneinander liegende Zellen mit sich lebhaft färben- 
den Kernen, welche wohl als Drüsenzellen aufzufassen sind und deren 
Ausführungsgänge in den Cirrus zu münden scheinen. Der Cirrus- 
beutel endlich setzt sich aus inneren circulär und äusseren longi- 
tudinal verlaufenden kräftigen Muskelelementen zusammen. 

Das Ovarium liegt vor den Hoden in der Medianlinie, von 
denselben durch einige Uterusschlingen getrennt, und zwar ziemlich 
genau in der Mitte zwischen Bauchsaugnapf und vorderem Hoden. 
Nach vorne grenzt es an den Cirrus. Seine Gestalt ist wechselnd: 
streng kreisrund oder mehr oval, auch schwach gelappt. Es hat 
einen Durchmesser von 0,26—0,3 mm, ist also bedeutend kleiner 
als die Testikel. Die peripheren Zellen des Keimstockes schliessen 
lückenlos aneinander und sind erheblich kleiner als die centralen, 
durch grob granulirtes Protoplasma und kleinen Kern ausgezeichneten, 
welche einen Durchmesser von 0,05 mm haben und zwischen sich 
zahlreiche Spalten frei lassen. Der Ovidukt tritt vom hinteren 
Pole des Ovariums ab und verläuft in leicht S-förmiger Krümmung 
nach hinten. Seine ziemlich dicke, radiär gestreifte Wandung weist 
verhältnissmässig grosse Zellkerne auf. Bald nach seinem Abgange 
aus dem Eierstock münden in ihn dorsalwärts dicht nebeneinander 
der Laurer’sche Kanal und das Receptaculum seminis. Letzteres 
stellt eine ganz kurz gestielte, ovale oder birnförmige Blase dar, 
deren Durchmesser 0,07” mm und deren Länge 0,15 mm beträgt. 
Die Wandung ist radiär gestreift, enthält spärliche Kerne und 
besitzt ausserdem eine Muscularis. — Die dorsale Mündung des 
Canalis Laureri liegt in der Höhe des Hinterendes des Ovariums. 
Der stark geschlängelte Kanal besitzt eine homogene Cuticula, 
welche direkt in die Bekleidung des Körpers übergeht, sehr derbe 
Ringmuskulatur und in seiner ganzen Umgebung chromatophile 
Zellen. Als Inhalt fanden sich reife Eizellen und Spermatozoen. 
In weiterem Verlaufe nimmt der Ovidukt ebenfalls auf der Dorsal- 
seite den unpaaren Dottergang auf. Die Dotterstöcke sind in 
einer für das Thier ganz charakteristischen Weise entwickelt; nach 
vorne reichen sie etwa bis an das erste Fünftel der Gesammtlänge, 
nach hinten bis fast an das Ende des Körpers. In der Gegend 
zwischen Bauchsaugnapf und hinterem Hoden liegen sie vorzugs- 
weise seitlich von den Darmschenkeln; vor und hinter dieser Region 
jedoch nehmen sie fast die ganze Breite und Dicke des Thieres ein. 
Die reifen Dotterzellen sind sehr gross (0,015—0,025 mm Durch- 
messer), besitzen einen rundlichen Kern und sind polyedrisch ab- 
geflacht. Die paarigen Dottergänge gehen in der Höhe des Ovariums 
aus Longitudinalkanälen hervor. Das Ootyp ist langgestreckt oval 


248 Paul Mühling: 


und besitzt eine dicke, ziemlich kernreiche Wandung. Die nach 
dem diffusen Typus gebaute Schalendrüse enthält sehr grosse 
Zellelemente von 0,04 mm Länge, deren Protoplasma stark vacu- 
olisirt, deren Kern rund ist und einen Durchmesser von 0,0088 mm 
aufweist. Die Uterusschlingen begeben sich zunächst nach hinten 
bis an den vorderen Hoden, biegen dann nach vorne um und ver- 
laufen dann bis zum Bauchsaugnapf, sich links um ihn windend 
und unmittelbar vor demselben zusammen mit dem Cirrus in das 
oben erwähnte Genitalatrium einmündend. Die Windungen des 
Uterus verlaufen vorzugsweise in querer Richtung. Die Eier sind 
lang gestreckt, oval; ihre Länge beträgt 0,04—0,05 mm, ihre Breite 
0,015— 0,025 mm. Während der Uterus dünnwandig ist und nur 
spärliche, sich in das Lumen vorbuckelnde Kerne aufweist, findet 
sich in seinem Endabschnitte, dem Metroterm, eine homogene, 
radiär gestreifte und oft mit feinen, dicht stehenden Papillen ver- 
sehene Cuticula mit einer einschichtigen inneren circulären und 
äusseren longitudinalen Muscularis. In seiner ganzen Ausdehnung 
ist das Metroterm von einem Kranze dicht gedrängt stehender 
chromatophiler Zellen begleitet. — 


2. Distomum longieauda Rud. 


(aus der Gallenblase von Corvus cornix L., gefunden in 
Rostock am 21. Februar 1887 von Herrn Prof, M. Braun.!) 


(ef. Fig. 2 und 9.) 
Die erste Beschreibung dieser Art rührt wiederum von 


Rudolphi?) her; nach den Angaben desselben sind die Haupt- 
merkmale des Thieres ungefähr folgende: Der Körper ist platt, 
oblong, das Hinterende zugespitzt, der „Hals“ schmal. Die Oeffnung 
des Mundsaugnapfes ist kreisförmig, diejenige des Bauchsaugnapfes 
länglich. Letzterer ist zweimal so gross als ersterer, der Rand 
beider erhaben. Der Cirrus liegt in nächster Nähe des vorderen 
Saugnapfes. Vom Bauchsaugnapf ziehen bis an das Hinterende des 
Thieres „Gefässe“ in geschlängeltem Laufe (das sind wohl die 
Schlingen des Uterus), durch welche diese Partie des Körpers roth- 
bräunlich gefärbt erscheint. — In der „Synopsis“ desselben Autors) 
finden wir eine mit der oben wiedergegebenen völlig identische Be- 
schreibung unter dem Namen Distomum macrourum. Dieser Name ist 
also als synonym mit der früher aufgestellten Benennung Distomum 
longicauda zu streichen. 
Von anderen Synonymen wäre ausser Distomum macrourum noch 

zu nennen Distomum albicolle Rud. und nach Dujardin*) Distomum 

') M. Braun: „Verzeichniss von Eingeweidewürmern aus Mecklenbnrg“ 
Arch. d. Fr. d. Naturg. i. M. 1891. pag. 101. 

?) Rudolphi: „Entoz. hist. nat.‘ 1809. Vol. II. Pars I. pag. 372. 

®) Rudolphi: „Synopsis“ 1819. pag. 98. 

*) Dujardin: „Hist. nat. des Helm.‘ 1845. pag. 392, 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden, 249 


attenuatum; allerdings ist letzteres bedeutend kleiner (3—4 mm) als 
unsere Species. 

Sehr genaue Notizen über unser Thier finden wir dann noch 
bei Linstow!). Dieser Autor giebt für die in der Leber von 
Pica caudata gefundenen Exemplare eine Länge von 6,7 mm und 
eine Breite von 0,24 mm an. Der Mundsaugnapf hatte einen 
Durchmesser von 0,15 mm, der Bauchsaugnapf einen solchen von 
0,25 mm. Letzterer liegt im vorderen Zehntel des Körpers, 
während die Dotterstöcke im dritten Sechstel desselben liegen. 
Die unreifen Eier werden von Linstow als hellbraun, die reifen 
als schwarzbraun beschrieben. Ihre Maasse betragen 0,049 mm 
in der Länge und 0,029 mm in der Breite. Auch aus Corvus cornix 
stammende Eubnnilare von Distomum longicauda hat Linstow unter- 
sucht. Dieselben besassen jedoch eine Länge von 10 mm und eine 
Breite von 0,48 mm; bei frischen Exemplaren war die vordere Hälfte 
des Körpers weisslich oder schwarz, die hintere gelb. Der Mund- 
saugnapf hatte 0,42 mm, der Bauchsaugnapf 0,54 mm im Durch- 
messer. 

Die von uns zur Untersuchung verwandten Thiere stammen aus 
der Gallenblase eines in der Umgegend von Rostock gefangenen 
Exemplars von Corvus cornix und lassen keinen der oben angeführten 
Rudolphischen Charaktere vermissen. 

Im System ist unser Thier unter die erste Section des Sub- 
genus Dicrocoelium unterzubringen, weil die Hoden vor dem Keim- 
stock gelegen sind. 

Das Distomum longicauda ist ein sehr langgestreckter Wurm, 
den man fast als fadenfärmig dünn bezeichnen kann, da der Quer- 
schnitt meist rundlich oder nur sehr wenig abgeplattet erscheint. 
Das Vorderende verschmälert sich etwa von der Gegend des Bauch- 
saugnapfes ab; etwas stärker verschmächtigt sich das Hinterende; 
daher erscheint der Körper im grossen und ganzen spindelförmig. 
Die Länge des Thieres wird von Dujardin auf 11,25—13,15 mm 
angegeben, die Breite auf 0,23—0,5 mm; unsere Exemplare waren 
nicht so stark ausgestreckt und hatten nur Maasse von 6,5—7,5 mm 
Er 0,95 mm. Die breiteste Stelle liegt um den Bauchsaugnapf 

erum. 

Der subterminal gelegene Mundsaugnapf besitzt, wie schon 
erwähnt, eine kreisrunde Oeffnung; sein Durchmesser beträgt 
0,4 mm. Histologisch besteht das Organ aus sieben Schichten. 
Zu innerst finden wir eine ziemlich dünne Cuticula, darauf ein- 
schichtige, kräftige Aequatorialmuskeln, sodann vereinzelte, oft sehr 
spärliche, mehrschichtig angeordnete Meridionalfasern. Dieselben 
dringen mehr oder minder tief in die die Hauptmasse des Organs 
bildenden Radiärmuskeln ein, auf welche nach aussen zwei äqua- 
torial verlaufende Muskelschichten folgen, welche durch eine ein- 


ı) Fedtschenko: „Reise in Turkestan“ Band II. 'Theil V. „Rund- und 
Saugwürmer“ bearb. v. Linstow. Moskau. 1886. pag. 34, 


2350 Paul Mühling: 


schiehtige Lage meridional angeordneter Elemente getrennt sind. — 
Der grosse Bauchsaugnapf (Durchmesser 0,75 mm) ragt weit 
über das Körperniveau hervor und ist auch schon mit‘ blossem 
Auge, namentlich in Profilansicht, als stark vorspringendes Knöpf- 
chen erkennbar. Er liegt genau an der Grenze der ersten beiden 
Fünftel der Körperlänge. Seine Ränder sind etwas aufgerichtet, 
seine Oeffnung ist schlitzförmig, longitudinal gestellt. Der micro- 
scopische Bau ist viel einfacher als der des Mundsaugnapfes. Ab- 
gesehen von der das Lumen auskleidenden Cuticula haben wir 
innen wie aussen dünne Meridionalfasern, welche eine einschichtige 
continuirliche Lage bilden; daran schliesst sich eine Aequatorial- 
schicht, deren innerer Theil kräftig entwickelt ist, namentlich gegen 
den Rand hin, wo ein direkter Uebergang in die äussere Schicht 
stattfindet. Der übrige Raum wird von mässig ausgebildeten 
Radiärfasern erfüllt, die zahlreiche, mit Parenchym erfüllte Lücken 
zwischen sich frei lassen. — Die gleichmässig in beiden Saugnäpfen 
vertheilten Ganglienzellen besitzen eine unregelmässige Gestalt, ihr 
Durchmesser beträgt 0,018—0,02 mm, derjenige der sehr grossen 
Kerne 0,0075 mm. 

Die Cuticula ist homogen, sehr dünn (0,005 mm breit) und 
unbestachelt. 

Der im Verhältniss zur Grösse des Thieres gering entwickelte 
Hautmuskelschlauch ist im Vorderende etwas stärker ausgebildet. 
Am kräftigsten ist noch die Longitudinalmusculatur; erst in zweiter 
Linie rangiren die Circulärfasern. Die Diagonalmusculatur bildet 
sehr zarte, weitmaschige Netze; ebenso spärlich sind dorsoventral 
verlaufende Elemente. 

Der Oesophagus ist ziemlich kurz und eng; er verläuft — 
manchmal durch die Contraktion der Körper- und seiner Eigen- 
musculatur verlagert — dorsalwärts vom Cirrus und gabelt sich 
etwa in der Gegend der Mitte des letzteren. Das Organ ist von 
Cuticula ausgekleidet und mit einer inneren circulär und äusseren 
longitudinal verlaufenden Muscularis versehen. Der kuglige oder 
mehr ovale Pharynx schliesst ohne Vermittlung einer Pharynx- 
tasche unmittelbar an den Mundsaugnapf an. Seine Musculatur ist 
folgendermassen angeordnet: Die innerste Schicht bilden Longitudinal- 
muskeln, daran schliessen sich Circulär-, dann Radiärfasern: in die 
äusseren Enden der letzteren senken sich kräftige Ringmuskeln, an 
welche sich zu äusserst längs verlaufende Elemente anlegen. Um 
das Hinterende des Pharynx herum und in der ganzen Ausdehnung 
des Oesophagus liegen zahlreiche, sich intensiv färbende Zellen, 
deren morphologische Bedeutung infolge der mangelhaften Con- 
servirung sich nicht mehr ermitteln liess, die aber wohl der Lage 
nach als Speicheldrüsen anzusprechen wären. Die Länge des 
Pharynx beträgt 0,175 mm, seine Breite 0,155 mm. Die langen, 
schmächtigen Darmschenkel reichen bis an das Hinterende des 
Körpers. Sie verlaufen dorsal vom Bauchsaugnapf, seitlich von 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 251 


Hoden und Ovarium zwischen Uterusschlingen und Dotterstöcken, 
mehr dorsalwärts von letzteren gelegen. 

Die beiden Hoden liegen vor dem Keimstock hinter einander, und 
zwar liegt der vordere Testikel mehr auf der linken, der hintere auf 
der rechten Seite des Körpers; sie folgen unmittelbar hinter dem 
Bauchsaugnapf; seitlich werden sie von den Darmschenkeln und 
Dotterstöcken begrenzt, ventralwärts zum Theil von Uterusschlingen 
verdeckt. Ihre Gestalt ist rundlich, ihr Durchmesser beträgt 0,45 mm. 
Die Vasa efferentia treten vom vorderen Pol der Hoden ab, und 
zwar verläuft der Ausführungsgang des vorderen Testikels rechts 
von der Medianlinie und dorsalwärts vom Bauchsaugnapf auf 
kürzestem Wege zum Cirrus. Das Vas efferens des hinteren Hodens 
begiebt sich ebenfalls, sich rechts von der Mittellinie zwischen Darm- 
schenkel und Uterus hinziehend und dann wieder dorsal über den 
Bauchsaugnapf verlaufend, zum Cirrusbeutel. — Der Cirrus liegt 
zwischen den beiden Saugnäpfen, zum grössten Theil links von der 
Medianebene. Er ist verhältnissmässig kurz und oft ausgestülpt. 
Seine mit dem Uterus gemeinschaftliche Mündung liegt dem Mund- 
saugnapf ziemlich nahe, ventralwärts vom Pharynx. Die Länge des 
Organs beträgt etwa 0,55 mm. Die im Cirrus gelegene Vesicula 
seminalis stellt einen stark gewundenen Kanal dar, dessen Lumen 
bei starker Füllung mit Spermatozoen recht weit erscheint. Die 
Wandung der Samenblase besteht aus einer homogenen Membran 
mit feinen, dicht stehenden, stachelförmigen Fortsätzen, deren Innen- 
fläche vereinzelte platte Zellen mit ovalen, stark in das Lumen vor- 
springenden Kernen anliegen. Der eigentliche Cirrus zeigt eine eben- 
falls mit feinen Häkchen versehene Cuticula, welche von einer in- 
neren Ring- und einer äusseren, sehr starken Longitudinalmuskulatur 
umhüllt wird. Um ihn herum liegen zahlreiche Zellen mit rundem, 
sich dunkel färbendem Kern. — Der Cirrusbeutel setzt sich aus einer 
gut entwickelten inneren circulären und äusseren Längsmusculatur 
zusammen. 

Das Ovarıum liegt hinter den Hoden und hat eine rundliche 
Gestalt. Es ist kleiner als die Testikel (sein Durchmesser beträgt 
0,15 mm) und überall von den Schlingen des Uterus begrenzt. Während 
die peripheren Zellen des Organs — wie gewöhnlich — klein sind 
und dicht nebeneinander liegen, fallen die centralen Zellen durch 
ihre beträchtliche Grösse (0,01—0,0125 mm) und den sehr grossen 
rundlichen Kern in das Auge, der nur einen sehr schmalen Proto- 
plasmasaum freilässt. Der Ovidukt tritt vom hinteren Pole des 
Eierstocks ab, wendet sich zunächst, an das Ovarium sich haltend, 
nach der Dorsalseite, biegt dann plötzlich nach der Ventralseite ab, 
um schliesslich in das Ootyp überzugehen. Die Wandung des Kanals 
besteht aus einer homogenen, kernhaltigen Membran; das Lumen 
ist verhältnissmässig eng. Das Receptaculum seminis liegt 
links von der Medianebene; es ist nicht gross und von ungefähr 
kugliger Gestalt. Der Laurersche Kanal ist kurz, aber stark ge- 
schlängelt. Seine dorsale Mündung liegt ungefähr, in der Höhe der 


252 Paul Mühling: 


Mitte des Ovariums; in den Ovidukt mündet der Kanal an der Stelle 
der stärksten Convexität des letzteren. Die Wandung besteht aus 
einer dicken Cuticula und einer circulären Muscularis; in der Um- 
gebung finden sich wieder zahlreiche chromatophile Zellen. Sehr 
bald nach der Einmündung des Laurerschen Kanals nimmt der Ovidukt 
auf seiner Dorsalseite den unpaaren Dottergang auf, dessen 
Wandung aus einer dicken, doppelt contourirten, kernhaltigen Mem- 
bran besteht. Die langgestreckten Dotterstöcke sind schmal; nach 
vorne reichen sie bis an die hintere Begrenzung des vorderen Hodens, 
nach hinten bis an das Ende des mittleren Körperdrittels. Sie 
liegen — wie schon oben erwähnt wurde — zum grössten Theil 
ventralwärts, zum kleinen Theile lateral von den Darmschenkeln und 
bestehen aus einer grossen Anzahl ovaler oder langgestreckter Fol- 
likel, deren grosse Achse mit der dorsoventralen des Körpers zu- 
sammenfällt. Die Dotterzellen sind sehr gross (0,015 mm) und 
polyedrisch abgeflacht. Die paarigen Dottergänge gehen in der Höhe 
des Keimstocks oder etwas mehr nach hinten von demselben ab und 
vereinigen sich mittelst eines Dotterreservoirs zum unpaaren Dotter- 
gang. Die diffuse Schalendrüse ist gut entwickelt, und nimmt 
fast den ganzen Dorsoventraldurchmesssr des Thieres ein. Ihre 
Zellelemente sind gross (0,015 mm Längsdurchmesser), spindel- oder 
birnförmig und besitzen grosse, runde Kerne. Das Ootyp ist kurz, 
oval und kernhaltig. 

Der Uterus ist beim geschlechtsreifen Thiere mächtig ent- 
wickelt und sehr stark gewunden. Seine Schlingen verlaufen zu- 
nächst nach hinten bis an das äusserste Ende des Körpers, biegen 
dann nach vorne um, gelangen wiederum bis zum Ovarium, den 
Raum zwischen diesem und dem hinteren Hoden erfüllend, bilden 
dann, zwischen den Testiceln sich hinziehend, eine S förmige Figur 
und begeben sich links um den Bauchsaugnapf herum zum Genital- 
atrium. Die Wandung des Uterus wird durch eine dünne kern- 
haltige Membran gebildet. Die ovalen sehr zahlreichen Eier sind 
0,0435 mm lang und 0,015—0,025 mm breit. 

Das Metroterm zeigt eine mit Papillen versehene Cuticula, um 
welche sich sehr kräftige circuläre Muskelfasern herumlegen. In 
ihrem Endabschnitt ist sie von chromatophilen Zellen begleitet. 


3. Distomum hians. Rudolphi 
(gefunden im Oesophagus von Ciconia albaL; aus der Na- 
turalienhandlung des Herrn Dr. Adolf Lendl in Budapest). 
(ef. Figur 3 und 10.) 

In seiner Historia naturalis !) giebt Rudolphi folgende Original- 
beschreibung unserer Species: Die Thiere sind platt, von ungefähr 
elliptischer Gestalt; das Vorder-, weniger das Hinterende ist ver- 
schmälert. Die beiden Saugnäpfe sind kreisrund; der Mundsaug- 


!) Rudolphi: „Entoz. hist. nat.“ 1809. Vol. II. Pars I. p. 359, 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 253 


napf ist subterminal, halb so gross als der Bauchsaugnapf; ihre 
Oeffnung klafft sehr weit; nach dieser Eigenthümlichkeit hat Ru- 
dolphi dem Thiere den Speciesnamen „hians“ gegeben. Der in 
der Nähe des Mundsaugnapfes gelegene Cirrus ist schmächtig. — 
Sodann wird vom Autor noch der Verlauf der Darmschenkel be- 
schrieben und die verwandtschaftliche Beziehung unserer Species zu 
Distomum cucumerinum Rud. erwähnt. 


Dujardins!) Angaben sind bereits viel vollständiger. Er be- 
schreibt den Pharynx, die Pharynxtasche („bulbe oesophagien .. 
rattache & la ventouse par une membrane enveloppante“), den 
schmalen Oesophagus, die stark gelappten Hoden und, vor denselben ge- 
legen, „une vesicule seminale, lob&e“ womit wohlnur dasOvarium gemeint 
sein kann. Ausserdem erwähnt der französische Autor die Lage des 
Genitalporus vor dem Bauchsaugnapf und hinter der Gabelung des 
Darmes, sodann die Dotterstöcke und endlich den Uterus, welcher 
durch die elliptischen, 0,088—0,092 mm langen Eier gelbbräunlich 
gefärbt erscheint. Ferner stellt Dujardin die Behauptung auf, dass 
unsere Species mit Distomum complanatum und Dist. heterostomum 
identisch ist. 


Weiterhin finden wir bei van Beneden?) eine kurze, jedoch 
nichts Neues enthaltende Beschreibung von Distomum hians, welcher 
eine allerdings nicht sehr getroffene Abbildung beigegeben ist. 


Willemoes-Suhm 3) beschreibt die Embryonalentwickelung 
unserer Species. 


Die von uns untersuchten drei Exemplare stammen, wie in der 
Einleitung schon bemerkt wurde, aus Budapest und sind im Oesophagus 
von Ciconia alba L. gefunden worden. 


Das Distomum hians hat einen platten und dabei ziemlich breiten 
Körper von ovaler Gestalt. Wegen der recht guten Transparenz 
des Thieres ist es möglich, selbst macroscopisch eine Reihe von 
Organen, wie die Saugnäpfe, den Pharynx, die Dotterstöcke, 
Oesophagus und Darmschenkel zu erkennen. Die Ränder sind hier 
und dort etwas eingezogen und dünner als der übrige Körper, so- 
dass das Thier wie von einem flachen Saum umgeben erscheint. 
Die Länge varürt innerhalb ziemlich weiter Grenzen: Dujardin giebt 
5,7”—13,5 mm, van Beneden 10—12 mm an; das abgebildete 
Exemplar maass 8,2 mm in der Länge und 2,5 mm in der Breite; 
die anderen zwei hatten ungefähr dieselbe Grösse. Der Mund- 
saugnapf liegt subterminal und ist rund. Nach Rudolphi soll er 
halb so gross als der Bauchsaugnapf sein; jedoch trifft dieses Ver- 
hältniss nicht immer zu; auch van Beneden beschreibt den Mund- 
saugnapf nur „un peu plus petite que la ventouse ventrale“. Die 


1) Dujardin: „Hist. nat. des Helminthes“ 1845. p. 399. 

2) van Beneden: ‚Sur la cicogne blanche et ses parasites.“ Bullet. de 
l'acad. royale de Belgique. 2 Ser. T. XXV. 1868 pag. 299. 

®) Willemoes Suhm: Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie. XXI. pag. 337. 


254 Paul Mühling: 


Oeffnung des Porus anticus ist kreisförmig, sein Durchmesser beträgt 
0,82 mm (Dujardin). 

Der Bauchsaugnapf ist ungefähr 3 mm vom Mundsaugnapf 
entfernt, liegt also auf der Grenze des ersten und zweiten Körper- 
drittels. Er ragt nicht über das Niveau der Oberfläche hervor, hat 
eine kreisrunde Form und eine ebenso gestaltete, weite Oeffnung. 
Der Durchmesser des Organs beträgt nach Dujardin 1,1 mm (bei 
unserem Exemplar nur 0,85 mm). 

Histologisch findet man in den Saugnäpfen zu innerst die Cuticula, 
dann aequatorial verlaufende Muskelfasern, welche zwischen der 
Radiärmusculatur eingebettet sind. Letztere zeigt namentlich beim 
Bauchsaugnapf grosse, von Parenchym ausgefüllte Lücken, beim 
Mundsaugnapf sind noch vereinzelte Aequatorialfasern eingeschaltet. 
Die in dieser Schicht gelegenen Ganglienzellen sind rund oder oval; 
ihr Protoplasma ist grob granulirt, der Kern hellglänzend, oval, 
scharf contourir. Nach aussen hin schliessen sich dann mehr- 
schichtige breite Meridional- und endlich Aequatorialmuskeln an, 
welche gegen den Pharynx hin zu einer Art kleinen Sphincters ver- 
dickt erscheinen. Beim Bauchsaugnapfe sind die beiden letztge- 
nannten Muskellagen innig durch einander geflochten; die Aequatorial- 
schicht ist speciell am Pole des Organs schwach, am Rande da- 
gegen besonders stark ausgebildet. 

Die Cuticula, welche eine Breite von 0,025 mm im Mittel be- 
sitzt, zeigt eine feine radiäre Streifung, welche im allgemeinen die 
ganze Dicke derselben durchsetzt, an einzelnen Stellen jedoch nach 
der Oberfläche zu undeutlich wird und in eine mehr gekörnelte 
Lage übergeht. Ausserdem finden sich in der Cuticula vereinzelte 
Hohlräume von elliptischer oder auch ganz unregelmässiger Gestalt, 
welche durch starke Lichtbrechung ausgezeichnet sind. Zu einem 
Aufschluss über die Natur dieser Bildungen zu gelangen, war bei 
der Art der Conservirung unmöglich. Die Cuticula unseres Thieres 
ist ferner bestachelt; die Bewaffnung fehlt jedoch auf der ganzen 
Dorsalseite, an den äussersten Enden des Wurmes und in der 
nächsten Umgebung der Saugnäpfe und des Genitalporus. Man 
kann die Bestachelung schon mit blossem Auge an einer feinen, 
aus diagonal sich kreuzenden Linien bestehenden Zeichnung der 
Ventralseite erkennen. Die Stacheln selbst sind sehr derb und 
haben die Gestalt breiter, dreieckiger, etwas gekrümmter Schüppchen, 
ihre Basis ist abgerundet, die scharfe Spitze nach hinten gerichtet, 
zuweilen auch hakenförmig umgebogen. Die Substanzmasse der 
Stacheln zeigt eine grobe Längsstreifung. Die Cuticula wird von 
der Spitze des Stachels hoch emporgehoben, sodass ihre Contouren 
auf dem Sagittalschnitte ziekzackförmig erscheinen. An die Basis 
tritt häufig ein kleines Muskelbündel, das, seiner Richtung nach zu 
schliessen, als Arrector des Stachels zu funetioniren scheint. Grösse 
und Vertheilung der Stacheln schwankt in den verschiedenen Ge- 
genden des Körpers ein wenig. Im vorderen Drittel, also etwa 
zwischen den Saugnäpfen, sind sie dicht gedrängt und 0,055 bis 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 255 


0,075 mm lang und an der Basis 0,012—0,02 mm breit. In hinteren 
Körperdrittel stehen die Stacheln verhältnissmässig etwas spärlicher, 
erreichen jedoch hier das Maximum ihrer Länge, nämlich 0,102 bis 
0,115 mm; im mittleren Drittel, zwischen Bauchsaugnapf und vor- 
derem Hoden, ist ihre Anzahl wieder grösser, die Grössenverhält- 
nisse sind etwa die mittleren. Selbstverständlich finden sich zwischen 
diesen Extremen mannigfaltige Uebergänge. Die Anordnung der 
Stacheln ist eine gewöhnliche quincunxförmige. 

Der Hautmuskelschlauch ist bei Distomum hians mächtig 
entwickelt. Unmittelbar unter der Cuticula oder meistens von der- 
selben durch eine Parenchymschicht getrennt, liegt die Schicht der 
eirculär verlaufenden Muskelfasern; dieselbe besteht aus zahlreichen 
Bündeln von etwa 0,025 mm Durchmesser, die ungefähr 10—14 ein- 
zelne Faserelemente enthalten. Die darunter liegende Longitudinal- 
faserschicht ist bedeutend stärker entwickelt und scheint auf der 
Ventralseite noch etwas mehr ausgebildet zu sein als auf der dor- 
salen Seite. Auch hier sind die Muskelfasern zu dicken Bündeln 
angeordnet, die sich ihrerseits wiederum aus kleineren, secundären 
Bündeln zusammensetzen. Die Diagonalmusculatur ist ebenfalls auf 
der Ventralseite am stärksten entwickelt, wo sie an Mächtigkeit 
selbst die Ringmuskeln übertrifft. In den Seitentheilen des Körpers 
nehmen die Muskelelemente aller drei genannten Schichten erheb- 
lich an Zahl ab. Schliesslich wären noch zu erwähnen die eben- 
falls sehr zahlreichen und kräftigen Dorsoventralmuskelzüge und 
zahlreiche Faserbündel, welche, unregelmässig der Länge und der 
Quere nach verlaufend, das Parenchym durchziehen. Die mit dem 
Contractionszustand des Thieres natürlich sehr wechselnde Dicke 
der drei Schichten des Hautmuskelschlauches beträgt 0,1—0,15 mm. 

Der Oesophagus ist schmal, verhältnissmässig lang (0,72 mm; 
nach Dujardin 0,8 mm) und verläuft in gerader Richtung in der 
Mittellinie. Nur ein kleiner Abschnitt derselben hinter dem Pharynx 
ist von Cuticula ausgekleidet, zeigt also das typische Verhalten, 
der grösste Theil besitzt ungewöhnlicherweise bereits das charakte- 
ristische Darmepithel. Die Muscularis besteht aus inneren circulär 
und äusseren longitudinal verlaufenden, sehr kräftigen Fasern. Der 
Pharynx ist oval, 0,6 mm lang und 0,5 mm breit; er besteht aus 
einer das Lumen auskleidenden Cuticula, einer schwach entwickelten 
inneren circulären, darauf folgenden radiären, dann einer äusseren 
mehrschichtigen eirculären und endlich einer einschichtigen longi- 
tudinalen Muskelschicht. Mit dem Mundsaugnapf steht das Organ 
in Verbindung durch eine bereits von Dujardin erwähnte Pharynx- 
tasche, welche aus Cuticula und einer mehrschichtigen, zu Bündeln 
angeordneten Ringmusculatur sich zusammensetzt. 

Ungefähr in der Mitte zwischen den Saugnäpfen liegt die Ga- 
belungsstelle des Oesophagus in die beiden Darmschenkel. Letztere 
sind schmal, reichen bis dicht an das Hinterende des Körpers und 
werden von keinem anderen Organe verdeckt. Sie verlaufen zwischen 


256 Paul Mühling: 


den Dotterstöcken einer- und Uterusschlingen und Hoden anderer- 
seits. Die Muscularis des Darmes ist der des Oesophagus gleich. 

Die Excretionsblase ist langgestreckt und immer deutlich 
sichtbar. 

Die beiden Hoden stellen vielfach zerschlitzte platte Organe 
dar, welche dicht hinter einander liegen, und nach vorne an die 
Windungen des Uterus, seitlich an die Darmschenkel grenzen. Die 
Lappung ist nicht nur in frontaler, sondern auch in sagittaler 
Richtung zu constatiren. Der Durchmesser der Testikel beträgt 
ungefähr Imm. Die Vasa efferentia entspringen merkwürdiger- 
weise von der ventralen Seite der Hoden, ungefähr aus der Mitte 
des Organs. Der Ausführungsgang des hinteren Testikels wendet 
sich zunächst nach der rechten Seite, verläuft dann umbiegend 
ventralwärts von dem anderen Hoden und den Uterusschlingen nach 
vorne. In ganz analoger Weise zieht das Vas efferens des ersten 
Hodens auf der linken Seite nach vorne. Beide Kanäle schlagen 
sich dann dorsalwärts über den Bauchsaugnapf und vereinigen sich 
etwa in der Höhe der Mitte derselben zu der im Cirrus gelegenen 
Vesicula seminalis. Die Wandung der Vasa efferentia wird von 
einer strukturlosen Membran gebildet. — Der Cirrus ist verhält- 
nissmässig kurz und mündet eine kleine Strecke vor dem Bauch- 
saugnapf vermittelst eines in der Medianlinie gelegenen Genital- 
atriums gemeinsam mit dem Metroterm nach aussen. Die Vesicula 
seminalis hat eine sehr unregelmässige Gestalt; ihre Wandung 
liegt bei starker Füllung direkt dem Cirrusbeutel an und besteht 
aus einer homogenen Membran. Der eigentliche Cirrus hat ein 
ziemlich weites Lumen, in welches von der auskleidenden Cuticula 
lange Fortsätze hineinragen. Die Musculatur setzt sich — wie ge- 
wöhnlich — aus inneren der Quere und äusseren der Länge nach 
verlaufenden Elementen zusammen. Die Musculatur des Cirrus- 
beutels ist im Gegensatz zum sonstigen Muskelreichthum des Thieres 
sehr wenig entwickelt. 

Das Ovarium ist unregelmässig rundlich gestaltet und wird 
ventralwärts zum grossen Theil von den Uterusschlingen überlagert. 
Es liegt vor dem vorderen Hoden, in einer Entfernung von etwa 
0,2 mm in der Medianlinie und ist im Verhältniss zu den Testikeln 
sehr klein (der Durchmesser beträgt nur 0,26 mm). Die peripheren 
Zellen des Keimstocks sind ausserordentlich klein gegenüber den 
centralen reifen Eizellen, welche polyedrisch abgeflacht sind und 
einen Durchmesser von 0,01 mm aufweisen. Ihr Protoplasma- ist 
blass, die Kerne zeichnen sich durch ihre Grösse und scharf begrenzte, 
ovale Gestalt aus. Der Ovidukt tritt vom hinteren Ende des 
Ovariums, etwas mehr dorsalwärts, ab, verläuft dann in vorzugs- 
weise dorsaler Richtung ein wenig nach vorne und biegt dann ziemlich 
plötzlich in spitzem Winkel nach hinten um. Eine kurze Strecke 
vor der Umbiegungsstelle nimmt der Eileiter innerhalb des Bezirkes 
der Schalendrüse das Receptaculum seminis und den Laurerschen 
Kanal auf. Letzterer ist ziemlich stark geschlängelt und verhältniss- 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 257 


mässig sehr lang (vgl. Figur 10). Die Ausmündungstelle des Kanals 
auf der Dorsalseite liegt ungefähr in der Höhe der Mitte desOvariums. 
Histologisch finden wir in ihm eine ziemlich dicke Cuticula, Ring- 
muskeln und kleine, aber sehr zahlreiche chromatophile Zellen. Das 
Lumen ist im Verhältniss zu demjenigen der anderen Kanäle des 
weiblichen Genitalapparates sehr weit. 

Das Receptaculum seminis war bei dem untersuchten 
Exemplar kaum gefüllt und deshalb nur als ganz kleine Blase von 
birnförmiger Gestalt zu beobachten. — Kurz vor dem Uebergange 
in das Ootyp nimmt der Ovidukt auf seiner Dorsalseite den un- 
paaren Dottergang auf. Die Dotterstöcke sind langgestreckte 
Örgane, welche lateral von den Darmschenkeln liegen. Nach vorne 
dehnen sie sich bis in die Gegend des Bauchsaugnapfes aus, nach 
hinten reichen sie ganz bis an das Körperende. Die aus Longitudinal- 
kanälen entspringenden paarigen Dottergänge gehen etwa in der 
Höhe zwischen Ovarıum und vorderem Hoden ab, kreuzen dann die 
Darmschenkel, ventralwärts von ihnen verlaufend; der unpaare 
Dottergang ist kurz. Das verhältnissmässig kleine Ootyp ist kern- 
reich und radiär gestreift. Die umfangreiche Schalendrüse 
repräsentirt den compacten Typus; ihre Elemente sind 0,015 mm 
lang. Der Uterus erfüllt mit seinen transversal verlaufenden, oft 
sinuös ausgebuchteten Schlingen den von vorderem Hoden, Bauch- 
saugnapf und seitlich von den beiden Darmschenkeln begrenzten 
Raum. Ausser den recht zahlreichen Eiern enthält er in seiner 
ganzen Ausdehnung eine feinkörnige, moleculare Masse. (Sper- 
matozoen?). Das Metroterm verläuft dorsal vom Bauchsaugnapf 
links vom Cirrus und mündet neben letzerem — wie oben erwähnt -—- 
in ein flaches Genitalatrium. Histologisch finden wir hier eine mit 
langen, papillenartigen Fortsätzen versehene Cuticula, eine darauf 
folgende innere circuläre und äussere longitudinale Musculatur. Die 
Eier sind oval, bis 0,1 mm (nach Dujardin 0,088--0,092 mm) lang 
und im Maximum 0,055 mm breit. 


4. Distomum tenuicolle Rud. 


(aus der Leber eines im December 1893 im frischen Haff 
gefangenen Halichoerus grypus. M. Braun leg.). 


(ef. Fig. 4 und 11). 


Die Originalbeschreibung dieser Species finden wir erst in 
Rudolphis „Synopsis“!). Der Autor schildert hier das Distomum 
tenurcolle als ein plattes, oblong gestaltetes Thier, dessen Farbe im 
allgemeinen weiss, in der Mitte jedoch gelbbräunlich ist. Der 
vordere der halbkugligen, mittelgrossen Saugnäpfe ist etwas kleiner 
als der Bauchsaugnapf. Der als Hals bezeichnete Abschnitt ver- 
schmälert sich erheblich nach vorne zu. Die äusserste Spitze des 
Hinterendes beschreibt Rudolphi als papillenförmig oder durchbohrt. 


!) Rudolphi: Synopsis. 1819. pag. 93 und 365. 
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bad.I, H.3. 17 


258 Paul Mühling: 


Sodann erwähnt er die durchscheinenden Darmschenkel, die mit 
kleinen elliptischen Eiern vollgestopften Schlingen des Uterus, welche 
auf den Bauchsaugnapf folgen und im hinteren Theile der Median- 
linie einige „maculae orbiculares (?) sive ovaria vacua“, womit die 
Hoden gemeint sein müssen, obwohl dieselben gewöhnlich vier- 
respective fünflappig sind, wie es auch bei dem betreffenden Original- 
präparat der Fall ist (s. u.). An den Seiten des Thieres liegen die 
bräunlichen, kurz verästelten Dotterstöcke. Bei einem einzigen 
Exemplar glaubt Rudolphi einen dünnen, fadenförmigen Cirrus ge- 
sehen zu haben, eine Beobachtung, welche, wie wir unten sehen 
werden, sicher unrichtig ist. — Dujardin!) fügt dieser Beschreibung 
nichts Wesentliches hinzu. Dagegen giebt M. Braun?) eine durch 
genaue Maassangaben ergänzte Beschreibung nebst einer nach dem 
Öriginalexemplar angefertigten Abbildung und hebt zugleich die nahe 
verwandtschaftliche Beziehung des Distomum tenuicolle mit Distomum 
felineum Riv. hervor. Die zur Untersuchung benutzten Thiere wurden 
in der Leber eines aus Pillau stammenden Exemplares von Halichoerus 
grypus gefunden. Sie stimmen in allen Punkten mit der Ru- 
dolphischen Beschreibung und den uns zur Verfügung stehenden 
Originalpräparaten überein mit alleiniger Ausnahme der Grösse. Die 
Länge des allerdings ad maximum ausgestreckten Originals beträgt 
nämlich 6,5—7 mm, Dujardin giebt sogar Zahlen von 8--10,2 mm, 
Stossich?) 7--10 mm an. Unsere Exemplare dagegen sind nur 2,5 
bis 3,0 mm lang. Da jedoch eine Verwechselung mit anderen in 
Halichoerus grypus und verwandten Pinnipediern gefundenen Distomen- 
arten?) wegen der wesentlichen Unterschiede der letzteren ausge- 
schlossen ist, so dürfte die Identificirung der gefundenen Exemplare 
mit Distomum tenuicolle trotz der abweichenden Grösse gerechtfertigt 
erscheinen, besonders wenn man berücksichtigt, dass das sehr nahe 
verwandte, ja nach unserer Ansicht identische Distomum felineum Riv. 
(s. u.) ebenfalls ähnliche Grössendifferenzen (zwischen 10—18 mm) 
aufweist. 

Der Körper des Distomum tenuicolle ist langgestreckt, der Hals- 
abschnitt verschmälert, spitz auslaufend. Natürlich wechselt dieses 
Verhältniss des Halses zum übrigen Körper, welchem unsere Art 
ihren Namen verdankt, je nach dem Contractionszustande des Wurmes 
ungemein. Das Hinterende ist mehr stumpf abgerundet. Die Breite 
des Thieres beträgt 0,5—1,0 mm, der Querschnitt bildet ein lang- 
gestrecktes Oval. | 

Der Mundsaugnapf ist klein, subterminal, seine Mündung 
rundlieh; der Durchmesser beträgt 0,03 mm. Der gleich grosse 


!) Dujardin: „Hist. nat. d. Helm.“ 1845. pag. 440. 

2) M. Braun: ‚Die Leberdistomen der Hauskatze (Felis catus domestica) 
und verwandte Arten“. Centralbl. f. Bact. u. Par. XIV. 1893. pag. 426. 

3) Stossich: „I Distomi dei Mammiferi. Trieste. 1892. pag. 18. 

*) In Betracht käme nur das Distomum acanthoides Rud., welches jedoch 
infolge seiner eigenthümlichen Bestachelung zu den Echinostomen zu rechnen ist. 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 259 


Bauchsaugnapf liegt auf der Grenze des vorderen und zweiten 
Viertels des Körpers. Die Musculatur beider Organe ist sehr zart. 
Der Bauchsaugnapf ragt ein wenig über das Niveau der Körper- 
oberfläche hervor, seine Oeffnung hat eine kreisförmige Gestalt. 

Die Cuticula ist structurlos, sehr schmal (0,0125—0,0115 mm 
breit), überall gleichmässig dick und unbestachelt.e. Der Haut- 
muskelschlauch zeigt die drei typischen Schichten, jedoch sehr 
schwach ausgebildet. Die Länge des Oesophagus schwankt je 
nach der Contraction der Eigenmusculatur; meistens ist er kurz (bis 
0,16 mm). Seine Wandung besteht aus der hier sehr dünnen Cuticula, 
einer inneren Circulär- und äusseren Longitudinalmusculatur. Der 
Pharynx ist meistens oval, seltener kuglig und steht mit denı Mund- 
saugnapf durch eine gut entwickelte, mit cireulärer Musculatur aus- 
gerüstete Pharynxtasche in Verbindung. Das Lumen des Schluck- 
apparats ist im Querschnitt schmal spaltförmig; die Länge beträgt 
0,1 mm, die Breite 0,75 mm. Um Oesophagus und Pharynx herum 
liegen zahlreiche, in das Parenchym eingebettete Drüsenzellen, die 
sich mit Farbstoffen sehr lebhaft tingiren. — Die gleichlangen Darm- 
schenkel sind schon macroscopisch oft als feine helle, zwischen 
Uterus und Dotterstöcken verlaufende Linien sichtbar; sie reichen 
bis an das Hinterende des Körpers. Ihre Breite ist sehr wechselnd, 
oft sind sie sinuös ausgebuchtet. Das typische Epithel besitzt ovale 
Kerne und entsendet lange blasse Fortsätze in das Darmlumen. Die 
Musculatur verhält sich ebenso wie beim Oesophagus. 

Die langgetreckte Excretionsblase zicht sich als heller 
S-förmig gewundener Kanal, dessen Hinterende zu einer Blase von 
ovaler Gestalt ausgebuchtet ist, zwischen den beiden Hoden hin. 
Vor dem vorderen Testikel findet die Teilung in die beiden, nach 
den Seiten divergirenden Hauptexcretionsstämme statt, welche sich 
zwischen Dotterstöcken und Darmschenkeln weit nach vorne ver- 
folgen lassen. 

Die beiden Hoden liegen hintereinander, der erste links, der 
zweite rechts von der Medianlinie, im hinteren Körperdrittel, seitlich 
von den Darmschenkeln begrenzt. Der vordere Testikel ist vier- 
lappig, der hintere dagegen fünflappig, abgesehen von secundären, 
nie tief gehenden Einkerbungeu. Hin und wieder waren infolge 
starker Ausdehnung des Excretionsapparates die Hoden durch 
Compression auf das hochgradigste deformirt. Der Durchmesser der 
Organe beträgt 0,25—0,33 mm. Die Vasa efferentia entspringen 
aus der Mitte der Dorsalfläche der platten Testikel. Der Ausführungs- 
gang des hinteren Hodens verläuft auf der rechten Seite dorsal über 
das Receptaculum seminis, den paarigen Dottergang und die Uterus- 
schlingen; das Vas efferens des vorderen Hodens zieht dorsal über 
das Ovarium, ventral vom linken paarigen Dottergang, dann wieder 
dorsal vom Uterus nach vorne. Hier vereinigen sich beide Kanäle 
zum Vas deferens, das physiologisch bei unserer Specins als Ve- 
sicula seminalis functionirt. Dieselbe ist stark geschlängelt, das 
Lumen erweitert, prall mit Spermatozoen gefüllt. Das Vas deferens 


10% 


260 Paul Mühling: 


biegt dann rechts um den Bauchsaugnapf und mündet unmittelbar 
vor demselben nach aussen. Histologisch bestehen die Vasa efferentia 
aus einer ziemlich dicken, homogenen, doppelt kontourirten Membran 
ohne Kerne; das Vas deferens dagegen ist kernhaltig und in seinem 
Endabschnitte von chromatophilen Zellen umgeben. 

Das vielgestaltige Ovarium liegt in der Medianebene, dem 
vorderen Hoden ziemlich nahe; es kann ellipsoidisch, rundlich, in 
die Quere verzogen, selbst leicht gelappt sein. Die Grösse des Keim- 
stocks beträgt 0,25 mm. Der Unterschied zwischen peripheren und 
centralen Zellen ist nicht unerheblich; die Kerne der letzteren haben 
0,005 mm Durchmesser. Der Ovidukt, welcher vom hinteren Ende 
des Keimstockes abgeht, ist kurz und schlägt sich dorsalwärts in 
leichtem Bogen über das Ovarium herüber; die Wandung des Ei- 
leiters stellt eine ziemlich dicke, doppelt contourirte, kernhaltige 
Membran dar. Etwa in der Mitte seiner Länge münden in den 
Ovidukt das Receptaculum seminis von der rechten und der Lau- 
rersche Kanal von der linken Seite kommend. Das Receptaculum 
seminis ist in einer für unsere Art sehr characteristischen Weise 
entwickelt. Es besteht aus einer langgestreckten, sackartigen oder 
auch mehr kugligen, sehr grossen Blase von c. 0,24 mm Länge, 
welche lang gestielt ist und auf der rechten Körperseite liegt, vom 
Övarium, Excretionsgefässstamm, Darmschenkel und paarigen Dotter- 
gange eingeschlossen. Die Wandung des Samenbehälters wird von 
einer dicken, structurlosen und nicht kernhaltigen Membran gebil- 
det. — Der Canalis Laureri verläuft ziemlich stark geschlängelt. 
Seine dorsale Mündung liegt in der Mittellinie in der Höhe des 
Vorderendes des ersten Hodens; sein Durchmesser beträgt 0,0075 mm. 
Er enthält eine homogene Cuticula, eine eirculär verlaufende Mus- 
cularis von grosser Zartheit und begleitende chromatophile Zellen. 
Die Dotterstöcke liegen etwa im mittleren Drittel des Körpers 
lateral von den Darmschenkeln und bestehen aus gewöhnlich acht 
Gruppen von kleinen, meist der Quere nach verzogenen Acinis; selten 
findet man neun oder gar nur sieben solcher Häufchen. Die einzelnen 
Acini sind durch einen Longitudinalgang verbunden, häufig aber so 
nahe an einander gerückt, dass die ursprüngliche Grenze schwierig 
oder gar nicht zu erkennen ist. (Eine Andeutung davon findet sich 
auf der rechten Seite der Figur 4 an den vier vordersten Acinis). 
Die paarigen Dottergänge gehen in der Regel aus dem Ver- 
bindungsstück der beiden letzten Acini des Dotterstockes hervor und 
ziehen in schräger Richtung, dorsalwärts von den Darmschenkeln 
sich hinziehend, nach dem Ovarium hin, um sich in der Medianebene 
zu einem kurzen unpaaren Dottergang zu vereinigen, der bald 
nach dem Laurerschen Kanal in den Ovidukt mündet. Die relativ 
kleinen Dotterzellen haben eine Grösse von 0,05 bis höchstens 
0,075 mm. Die Schalendrüse ist diffus, sehr umfangreich; ihre 
Zellelemente haben birnförmige Gestalt und sind 0,005 mm lang. 
Das Ootyp ist kurz, von ovaler Gestalt und weist Kerne auf; 
ausserdem zeigt es eine fein radiäre Streifung. Der in seinem An- 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 261 


fangstheil immer leere Uterus ist stark gewunden nnd füllt den 
Raum zwischen Ovarium und Bauchsaugnapf, seitlich die Darm- 
schenkel nicht verdeckend, aus. Seine Windungen verlaufen in der 
Regel quer; er ist dünnwandig und lässt an seiner Innenfläche 
spärliche, schüppchenförmige Epithelien erkennen. Die sehr zahl- 
reichen Eier sind oval, 0,025—0,0275 mm lang, 0,0125 mm breit. 
Das Metroterm enthält kleine Papillen, eine starke Ringmuskulatur 
und sich lebhaft färbende Zellen in seiner Umgebung. Es geht im 
Bogen links um den Bauchsaugnapf herum und mündet vor dem- 
selben neben dem Vas deferens. — 

Die auffallende Uebereinstimmung der topographischen Ver- 
hältnisse unserer Exemplare von Distomum tenwicolle mit dem schon 
oben erwähnten Distomum felineum Riv. veranlasste den Verfasser 
zu einem genaueren mikroskopischen Vergleiche. Auch hierbei 
stellte sich eine vollkommene Gleichheit der Structur beider Thiere 
heraus. Danach erscheint trotz der geringen Grösse der von uns 
zur Untersuchung verwandten Exemplare von Distomum tenwicolle 
die Vermuthung gerechtfertigt, dass die beiden in Rede stehenden 
Formen identisch sind. Eine wesentliche Stütze findet diese Annahme 
dadurch, dass auch eine andere, aus der Katze stammende Species, 
nämlich das Distomum albidum Braun, von letzterem ebenfalls in 
Halichoerus grypus gefunden worden ist, sowie dass Distomum trun- 
catum (Rud.) in Katzen, Hunden etc., sowie in Seehunden lebt. 
Hier ist die Uebereinstimmung eine so vollkommene, dass ein Zweifel 
an der Richtigkeit der Bestimmung unmöglich ist. Ist meine An- 
sicht von der Identität des Dist. tenuicolle mit D. felineum richtig, 
dann muss letzterer Name als synonym zu D. tenwicolle eingezogen 
werden. 

Eine vor zwei Jahren erschienene Arbeit von Henry 
Wardt), in welcher interessante Unterschiede zwischen den euro- 
päischen und den in Lincoln gefundenen Exemplaren von Distomum 
felineum mitgetheilt wurden, war die Veranlassung, die aus hiesigen 
Katzen stammenden Exemplare auf ihre individuelle Variation hin 
zu untersuchen. Dabei stellten sich auch bei den einheimischen 
Formen einige, noch nicht beachtete Abweichungen heraus, die ich 
kurz zusammenstellen will. Von den beiden, wenn typisch ent- 
wickelt, vier- respective fünfstrahligen Hoden scheint der hintere 
am variabelsten zu sein: Unter 60 Exemplaren besass er nur 48 Mal, 
also in 80°, der untersuchten Fälle fünf Lappen. Bei sieben In- 
dividuen hatte er nur vier Lappen; in je zwei Fällen waren ein, 
respective zwei Lappen ganz rudimentär, während bei einem Exemplar 
dasOrgan derart deformirt war, dass dieGestalt nicht mehr zu erkennen 
war. Der vordere Hoden dagegen zeigte in 93°, das normale 
Verhalten, in je einem Falle war er dreilappig oder vierlappig mit 
dem Rudimente eines fünften Lappens, bei zwei Exemplaren stark 


!) Henry Ward: „The parasitic worms of man and the domestic animals.“ 
Report of the zoologist. 1894, pag. 239 ff. 


2362 Paul Mühling: 
entstell. Das Ovarium war in der Hälfte der Fälle mehr oder 
minder stark gelappt, bei 26 Individuen, also in 43,3 °/, der unter- 
suchten Fälle, rundlich, bei den übrig bleibenden vier Exemplaren 
nicht deutlich zu erkennen. Die Zahl der Trauben der Dotterstöcke 
betrug in 90 °/, acht, in einem einzigen Falle nur sechs, wobei die 
einzelnen Trauben an Grösse bedeutend zugenommen hatten, in fünf 
Fällen sieben (bei einem Exemplar fehlte z.B. der erste Follikel, 
während das zu ihm gehörige Stück des Longitudinalkanals noch 
vorhanden und auch mit Dottermaterial gefüllt war); ein Individuum 
besass rechtsseitig sogar neun Trauben. — In der Mehrzahl der 
Fälle, nämlich 88 °/, geht der paarige Dottergang aus dem longi- 
tudinalen Verbindungsstück der beiden hintersten Acini hervor. In 
neun Fällen entsprang derselbe jedoch aus dem entsprechenden 
Verbindungsstücke der beiden vorletzten, also in der Regel des 
sechsten und siebenten Acinus. In vier Fällen gesellte sich zu dem 
in typischer Weise abgehenden Dottergang ein aus dem drittletzten 
Acinus entspringender Kanal. Bei einem einzigen Individuum end- 
lich entstand der paarige Dottergang erst durch das Zusammen- 
treten zweier Kanäle, von denen der eine aus dem Verbindungs- 
stücke der beiden letzten Acini, der andere direkt aus dem letzten 
Acinus entsprang. 


5. Distomum eirratum. Rud. 


(Aus dem Darm von Corvus corone, gefunden im Juni 1893 
in Königsberg von Herrn Prof. M. Braun.) 
(ef. Fig. 5 und 12.) 


Rudolphi!) führt für diese Species folgende Merkmale an: 
Die Thiere sind von ovaler Gestalt, vorne punctirt; die Oeffnung 
des grösseren Mundsaugnapfes ist oblong, diejenige des Bauchsaug- 
napfes kreisförmig. Die Gestalt des Körpers und die Verhältnisse 
der Saugnäpfe sind dieselben wie bei Distomum elegans Rud. Der 
Hals ist bei den abgetödteten Exemplaren nicht als besonderer Ab- 
schnitt vom übrigen Körper abgesetzt. Der Cirrus ist sehr gross, 
übertrifft an Länge den Hals und zeichnet sich durch seine Dünnheit 
aus. Rudolphi fand ihn bei seinen Exemplaren immer in aus- 
gestülptem Zustande, wobei sich zeigte, dass die Spitze knopfartig 
verdickt ist (vgl. auch Rudolphi’s Abbildung Tab. VI. Fig. 7). 
Besonders betont dann der Autor die nahen verwandtschaftlichen 
Beziehungen unserer Species zu dem schon erwähnten Distomum 
elegans (darüber s. u.). Als einzigen Unterschied beider Arten führt 
Rudolphi die Punctirung des Halses an, welche bei Distomum 
elegans fehlen soll. 

Dujardin?) giebt die Länge des Distomum cirratum mit 2,25 mm, 


!) Rudolphi: „Entoz. hist. nat.“ Vol.II. P.I. pag. 376. 
®) Dujardin: „Hist. nat. des Helm.“ 1845, p. 413. 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 263 


die Breite mit 0,75mm an, sodass also das Thier im allgemeinen 
dreimal so lang als breit ist. Die Punctirung des Vorderendes, 
welche schon Rudolphi erwähnt, deutet er mit Recht als eine feine 
Bestachelung. Sodann behauptet er die Identität unserer Species 
mit Distomum maculosum Rud. und mit Distomum globocaudatum 
Crepl. Die von Creplin!) angegebenen Merkmale dieser Art stimmen 
mit den Rudolphischen Charakteren von Distomum eirratum und 
elegans auffallend überein, wie Creplin selbst eingestehen muss. 
Was ihn dennoch zur Aufstellung einer besonderen Species bewog, 
war ein eigenthümliches Gebilde am Hinterende, welches der Autor 
beim lebenden, niemals am conservirten Objecte beobachtete und 
folgendermassen beschreibt: „Cauda vermium recentium in appen- 
diculam subglobosam a se strietura discretam abibat; in vermibus 
spiritu servatis autem strietura evanuit et caudam obtusam terminari 
vides.“ Sicherlich handelt es sich, wie auch Stossich?) meint, 
einfach um einen durch Muskelcontraction hervorgerufenen Effect. 
Stossich giebt ferner Längenmaasse von 2—3,5 mm und eine Breite 
von 0,65—1 mm an. Seine Angabe, dass der Körper unseres 
Thiers „inerme“ sei, stimmt nicht mit den wirklichen Verhältnissen 
überein. 

Linstow?) giebt von Distomum globocaudatum eine Länge von 
13 mm und eine Breite von 1,5 mm an. Die Eier sind verhältniss- 
mässig gross, nämlich 0,13 mm lang und 0,075 mm breit. Die Be- 
schreibung der turkestanischen Form weicht erheblich von den unten 
an den Original- und unseren einheimischen Exemplaren consta- 
stirten Verhältnissen ab. 

Hinsichtlich des Vorkommens des Distomum eirratum sei noch 
bemerkt, dass dasselbe von Herrn Professor Braun im Jahre 
1894 auch im Darme von Motacilla alba L. gefunden worden ist. 
Die zu unserer Untersuchung benutzten Exemplare stammen aus dem 
Darme eines Corvus corone aus der Umgegend von Königsberg. 


Der systematischen Stellung nach gehört unsere Species 
zum Subgenus Brachylaimus, welche durch das Fehlen des Oesophagus 
charakterisirt ist; und zwar reiht Dujardin das Distomum cirratum 
in die dritte Section dieses Subgenus ein, deren Vertreter durch einen 
ovaloblongen Körper, vor dem Bauchsaugnapf liegende, einander 
genäherte Genitalöffnungen und durch die vor oder zwischen den 
Uterusschlingen liegenden Hoden gekennzeichnet sind. 


Die Thiere haben eine Länge von 2—2,5 mm, selten von 3 mm; 


1) Creplin: „Observationes de entozois.“ Pars I. Gryphiswaldiae 1825, 
pag. 49. 

2) Stossich: „I Distomi degli uccelli.“ Boll. dell Soc. Adriat. Trieste. 
Vol. XIII. P. I. 1892, pag. 11. 

3) Fedtschenko: ‚Reise in Turkestan.“ Band II. Theil V. „Rund- und 
Saugwürmer“, bearb. v. Linstow. Moscau 1886. pag. 31. 


264 Paul Mühling: 


das abgebildete, allerdings stark ausgestreckte Exemplar (vgl. Fig.:5) 
war sogar 3,5 mm lang. Die Breite beträgt 0,75 mm. Der Körper 
ist platt, mehr oder minder gestreckt und, da Vorder- wie Hinter- 
ende spitzer auslaufen, spindelförmig. Der Querschnitt des Tieres 
hat eine flachovale Gestalt. 

Der Mundsaugnapf endigt subterminal; seine Oeffnung ist 
längsgestellt oval. Der Durchmesser des Organs schwankt zwischen 
0,2 und 0,32 mm. Mieroscopisch weist der Saugnapf folgende sechs 
Schichten auf: Zu innerst liegt die Cuticula, dann folgen eine ein- 
schichtige schwache Meridional- und eine ebenfalls einschichtige, 
aber stärkere Aequatorialfaserschicht. Die Hauptmasse des Organs 
wird von Radiärfasern gebildet, in deren peripherer Zone zahlreiche 
Ganglienzellen liegen. Nach aussen hin schliessen sich mehrschich- 
tige, in die Radiärfasern eingreifende, sich einander durchflechtende 
Meridional- und Aequatorialfasern an. Der Bauchsaugnapf ist 
kleiner als der Mundsaugnapf und hat einen Durchmesser von nur 
0,17 mm. Er liest vom Vorderende um etwas weniger als ein 
Drittel der Körperlänge entfernt im Niveau der Oberfläche. 


Die Cuticula ist fein radiär gestreift und enthält hin und wieder 
scharf begrenzte, lichtbrechende Hohlräume von ovaler Gestalt; ihre 
Dicke beträgt nur 0,005 mm. Sie ist von kleinen, nicht sehr dicht 
neben einander stehenden Stacheln durchsetzt, welche sehr zierlich, 
0,01 mm lang und schachbrettartig angeordnet sind; ihre nach hinten 
gerichtete Spitze wölbt die Cuticula nur unmerklich hervor. Auf 
der Ventralseite stehen die Stacheln am dichtesten in der Region 
zwischen den beiden Saugnäpfen; in der nächsten Umgebung der- 
selben fehlen sie; nach dem Hinterende zu werden sie spärlicher. 
Auf der Dorsalseite finden sich Stacheln nur vorne bis zur Gegend 
des Ovariums, von wo ab sie ganz aufhören. 


Der Hautmuskelschlauch ist sehr schwach entwickelt und 
besteht nur aus Ring- und Längsmuskeln; Dorsoventralmuskelzüge 
sind auch nur spärlich vertreten. 


Ein Oesophagus ist nicht vorhanden. Die Pharynxtasche ist 
gut ausgebildet und besteht aus einer sehr dünnen Cuticula, welche 
von einer feiner Ringmusculatur umgeben ist. Der Pharynx hat 
eine kuglige Gestalt; sein Durchmesser beträgt 0,15 mm; sein Lumen 
ist mässig weit. Die Darmschenkel sind gleichlang, ziehen bis 
an das Hinterende des Körpers und verlaufen zwischen den Dotter- 
stöcken einerseits und Ovarium, Uterusschlingen und Hoden anderer- 
seits; ventralwärts werden sie zum grössten Theil von den Dotter- 
stöcken überlagert. Das typische Darmepithel besitzt ovale, meist 
an der Basis gelegene Kerne und entsendet sehr lange, blasse, 
granulirte Fortsätze in das Lumen. 

Die ovalen Hoden liegen hintereinander, der vordere auf der 
linken, der hintere auf der rechten Seite des Körpers innerhalb der 
beiden Darmschenkeln; zwischen ihnen hindurch verläuft in Sförmiger 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 265 


ad 


Windung der Uterus. Der grösste Durchmesser der Testikel beträgt 
0,38—0,45 mm, der kleinste 0,3 mm. Die Vasa efferentia treten 
von der vorderen Begrenzung der Organe, jedoch mehr dorsalwärts 
ab. Der Ausführungsgang des vorderen Hodens ist sehr kurz und 
verläuft in gerader Richtung, zum Theil dorsal vom Complex der 
Schalendrüse gelegen, zum Cirrus. Das Vas efferens des hinteren 
Testikels verläuft dorsalwärts von den Uterusschlingen in gerader 
Richtung am rechten Dotterstocke vorbei bis zum Ovarium; hier 
biegt es in scharfem Bogen nach links und strebt dann dem Cirrus 
zu. Die Ausführungsgänge stellen die directe Fortsetzung der dünnen 
bindegewebigen Tunica propria des Hodens dar, sind also struktur- 
los und besitzen keine Kerne. Die Vesicula seminalis, zu der 
sich die beiden Vasa efferentia im Cirrusbeutel vereinigen ist lang- 
gestreckt oval und besteht gewöhnlich aus zwei durch eine Schnür- 
furche getrennten Abschnitten, von denen der distale 0,3 mm 
lang ist, der proximale ungefähr nur '/,—'/, dieser Länge besitzt. Die 
im übrigen homogene Wandung der Samenblase enthält spärliche 
Kerne und liegt infolge der meist starken Füllung dem Cirrusbeutel 
an. Der Cirrusbeutel beherbergt ausser der Vesicula seminalis noch 
die Prostata und den Cirrus i. e. S. Das Begattungsorgan ist 
ungemein lang und bildet ein wesentliches Characteristicum unserer 
Species. Es biegt in weitem Bogen von der linken Seite des Körpers, 
wo es in der Höhe des Ovariums beginnt, zwischen Keimstock und 
Bauchsaugnapf hinziehend, um letzeren herum, um schliesslich vor 
demselben, jedoch links von der Medianlinie nach aussen in das 
Genitalatrium zu münden. Die Pars prostatica ist lang, spiralig 
zusammengerollt, die Prostatadrüsen bilden Packete von meist birn- 
förmigen Zellen mit rundem, scharf abgegrenztem, fein granulirtem 
Kern. Die Wandung des Canalis prostaticus wird von einer ziemlich 
dicken Cuticula gebildet. Der Cirrus besteht aus einer breiten 
doppelt contourirten Cuticula; die Verhältnisse seiner Eigenmusculatur 
liessen sich infolge ungenügender Öonservirung nicht klar legen. 
Der Cirrusbeutel scheint nur longitudinale Fasern zu besitzen. 

Das Ovarium hat eine rundliche oder auch ovale Gestalt und 
liegt vor den Hoden, zum grössten Theile rechts von der Median- 
linie; links vorne grenzt es an den Cirrus, rechts an den Dotter- 
stock und Darmschenkel. Der Durchmesser beträgt im Mittel 
0,175 mm. Der Grössenunterschied zwischen peripheren und cen- 
tralen Keimzellen ist ziemlich erheblich, die letzeren haben einen 
Maximaldurchmesser von 0,0102 mm. Der Oviduct entspringt aus 
der linken Seite des Keimstocks, verläuft, demselben ziemlich nahe, 
nach der Dorsalseite zu, biegt dann scharf ventralwärts ab, um in 
das Ootyp überzugehen. Der Kanal besteht aus einer doppelt 
contourirten kernhaltigen Membran, der direkten Fortsetzung der 
durch Verdichtung des Parenchyms gebildeten, bindegewebigen 
Tunica propria des Keimstocks. Der Laurersche Kanal ist relativ 
enge (Durchmesser: 0,0053 mm); auf der Dorsalseite entspringt er 


266 Paul Mühling: 


in der Höhe der Mitte des Ovariums und mündet an der Umbiegungs- 
stelle des Oviducts in letzteren ein. Der Laurersche Kanal scheint 
eine zarte Ringmusculatur zu besitzen. Ein Receptaculum 
seminis war bei den untersuchten Exemplaren nicht zu finden. 
Die Dotterstöcke liegen zum grössten Theile seitlich von den 
Darmschenkeln, umgeben dieselben jedoch auch von der Ventral- 
und Dorsalseite. Vorne beginnen sie ungefähr in der Mitte zwischen 
den Saugnäpfen und reichen nach hinten gewöhnlich bis an das 
Ende des Körpers, aber auch bei geschlechtsreifen Thieren findet 
man gelegentlich, dass sie schon früher aufhören; bei starker Ent- 
wickelung confluiren die Dotterstöcke vor dem Bauchsaugnapf, so- 
dass eine Trennung hier unmöglich erscheint. Sie bestehen aus 
einzelnen rundlichen oder ovalen Acinis von 0,05—0,075 mm Durch- 
messer; durch dieselben erscheinen, wie Creplin sich treffend aus- 
drückt, „latera vermium opaca granulata“. Die Dotterzellen selbst 
besitzen einen Diameter von 0,015 mm. Die paarigen Dotter- 
gänge entspringen infolge der Lage des Keimstocks ziemlich weit 
nach vorne, vereinigen sich dann, dorsalwärts sich haltend, in der 
Medianlinie zu dem unpaaren Dottergang. Das Ootyp ist lang- 
gestreckt und besitzt ein verhältnissmässig enges Lumen; seine 
Längsachse verläuft in dorsoventraler Richtung. Die Schalendrüse 
ist sehr gross und unter günstigen Umständen schon bei in toto 
conservirten und schwach gefärbten Präparaten mit geringer Ver- 
grösserung sichtbar. Sie nimmt den Raum zwischen vorderem Hoden, 
Ovarium und Dotterstöcken ein und reicht zum Theil dorsalwärts 
hoch an die linke Seite des Keimstocks hinauf. Die Zellelemente 
des nach dem diffusen Typus gebauten Organs sind gross (Durch- 
messer 0,0272 mm), birnförmig oder oval und durch einen sich leb- 
haft tingirenden runden Kern ausgezeichnet. Der Uterus wendet 
sich zunächst nach hinten, mit einer Sförmigen Krümmung sich 
zwischen den beiden Testikeln hindurchwindend; am Hinterende an- 
gelangt, biegt er um, wiederholt denselben Weg und geht in das 
lange Metroterm über. Seine Wandung ist dünn, doppelt contourirt 
und enthält vereinzelte ovale Kerne mit scharf umgrenzender Kern- 
membran. Die sehr zahlreichen Eier haben eine ovale Gestalt; 
ihre Länge beträgt 0,0375—0,04 mm, ihre Breite 0,0187 mm. Das 
Metroterm kreuzt den Cirrus, ventralwärts von ihm verlaufend 
und zieht links um den Bauchsaugnapf, in den anderen Fällen 
dorsalwärts von demselben zum Genitalatrium. Das Lumen dieses 
Endabschnittes des Uterus ist sehr weit; die Wandung wird von 
einer doppelt contourirten, recht breiten Cuticula gebildet. deren 
Innenseite zahlreiche feine Papillen trägt. Nach aussen hin schliesst 
sich eine kräftige, aus inneren circulären und äusseren longitudinalen 
Elementen zusammengesetzte Musculatur an. In der Umgebung des 
Metroterms endlich finden sich sehr zahlreiche chromatophile Zellen. 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 267 


6. Distomum platyurum n.sp.') 
(Aus dem Darm von Harelda glacialis L., gefunden am 
24. März 1893 in Pillau von Herrn Prof. M. Braun.) 
(ef. Fig. 6 und 13—14.) 


Diese Species, von welcher neun Exemplare gefunden wurden, 
lässt sich mit keiner der zahlreichen, bei Anasarten und der nahe 
verwandten Familie der Fuligılae entdeckten Formen identificiren. 
Um ganz sicher zu gehen, verglich ich die Beschreibungen der 
übrigen Vogeldistomen mit der gefundenen Species, erzielte jedoch 
auch dabei kein Resultat. Daher glaube ich die Aufstellung einer 
neuen Species, für dieich den Namen Distomum platyurum vorschlage, 
rechtfertigen zu können. 

Das Exterieur unserer Thiere hat eine auffallende Aehnlichkeit 
mit dem gut bekannten, ebenfalls in zahlreichen Arten von Anas 
gefundenen Distomum echinatum Zed. Der platte Körper ist kurz, 
dabei relativ breit (die Länge beträgt wenig über 3 mm, die Breite 
l1mm) und hat eine annähernd ovale Gestalt; die Enden des Körpers 
sind abgerundet. Der Querschnitt hat eine ovale Form. Konstant 
ist der „Hals“ des Thieres durch eine auch macroscopisch bemerk- 
bare Einschnürung, die hinter dem Bauchsaugnapfe liegt, gegen den 
übrigen Körper abgegrenzt; im Uebrigen sind die Ränder glatt. 

Der Mundsaugnapf ist gross (Durchmesser: 0,35 mm), liegt 
subterminal und hat eine kuglige Gestalt. Seine quergestellte Oeff- 
nung ist schlitzförmig, sein geräumiges Lumen entspricht der äusseren 
Configuration des Organes. Dasselbe wird von einer sehr dünnen 
Cuticula ausgekleidet, auf welche eine kräftige einschichtige Aequa- 
torialmuskelschicht und dann die Radiärschicht folgt. Nach aussen 
schliessen sich eine am Rande stärkere, am Grunde schwächere 
Aequatorialfaserschicht, dann Meridionalmuskeln und zuletzt wiederum 
Aequatorialfasern an, welche am Grunde des Saugnapfes besonders 
zahlreich und sehr kräftig sind. Der Bauchsaugnapf ist ebenso 
gross wie der Mundsaugnapf, ragt ein wenig über das Niveau des 
Körpers hervor; seine Mündung hat ebenfalls eine schlitzförmige 
Form und ist quergestellt. Er liegt auf der Grenze der beiden 
vorderen Drittel des Körpers. Von der Ventralseite aus erscheint 
das Organ kuglig, im Sagittalschnitt ist es mehr birnförmig. Micro- 
scopisch bietet der Bauchsaugnapf, wie die Figur 14 veranschaulicht, 
eine interessante Abweichung vom typischen Bau dar. Innen ist 
er wie gewöhnlich von der dünnen Körpercuticula ausgekleidet, auf 
welche schwache Meridional- und starke Aequatorialfasern folgen. 
Im Bereiche der Radiärfasern findet sich nun aber am Rande ein 


!) In meiner vorläufigen Mittheilung über diese Arbeit (Centralbl. f. Bact. 
u. Par. XX. 16/17 1896. p. 590) wählte ich irrthümlicherweise für diese Speeies 
‘ den Namen Distomum laticolle, indem ich leider übersehen hatte, dass derselbe 
schon von Rudolphi vergeben war. Herr Dr. v. Linstow und Mr. Stiles hatten 
die Güte mich brieflich auf meinen Irrthum aufmerksam zu machen. 


268 Paul Mühling: 


mächtiger, aus dicken cireulären Muskelbündeln zusammengesetzter 
Sphincter, welcher scharf gegen die Nachbarschaft abgegrenzt 
ist. Nach aussen zu findet man nicht sehr zahlreiche Aequatorial- 
fasern und zuletzt Merilionalmuskeln. Von letzteren zweigen sich 
mehrere, nach hinten zu verlaufende Muskelbündel ab, welche zu- 
nächst eine Strecke parallel der Körperoberfläche verlaufen und 
dann in die Longitudinalfasern des Hautmuskelschlauches übergehen. 
Ein dickes vorderes Bündel geht vom Bauchsaugnapf senkrecht 
durch den Körper zur Dorsalseite. Diese sehr kräftigen Muskel- 
züge functioniren als Oeffner des Saugnapfes. 

Die Cuticula ist ziemlich breit (0,0625 —0,075 mm) und un- 
bestachelt. Ueberall findet man in ihr eine feine radiäre Streifung, 
nach aussen jedoch einen schmalen, structurlosen, doppelt con- 
tourirten Saum, welcher das Licht stark bricht. 

Der Hautmuskelschlauch ist auf der Dorsalseite etwas 
schwächer ausgebildet als auf der Ventralseite; namentlich stark 
ist die Longitudinalmusculatur, die aus langen, dünnen, 2—4 Muskel- 
fasern enthaltenden Bündeln besteht. 

Ein Oesophagus ist nicht vorhanden. Der grosse kuglige 
Pharynx hat ein sehr weites Lumen; sein Durchmesser beträgt 
0,2mm. Die Pharynxtasche ist gut entwickelt und besteht aus 
einer ziemlich breiten Cuticula, welche mit einer circulären Muscu- 
latur versehen ist, deren Elemente zu je zwei ein Bündel bilden. 
Am Grunde des Pharynx finden sich zahlreiche, kleine Drüsenzellen. 
Die Darmschenkel, welche, wie bereits erwähnt, sich unmittelbar 
an den Pharynx anschliessen, sind gleichlang und reichen bis an 
das Hinterende des Körpers; sie verlaufen zwischen Dotterstöcken 
einer- und Geschlechtsdrüsen andererseits; theilweise werden sie 
ventralwärts von den Dotterstöcken verdeckt. Das Darmepithel 
zeichnet sich durch seine Grösse und grosse, runde, granulirte Kerne 
aus. Die Musculatur des Darmes besteht aus einer inneren circulär 
und einer sehr derben äusseren longitudinal verlaufenden Schicht. 

Die beiden Hoden liegen im hinteren Theile des Körpers 
zwischen den Darmschenkeln dicht hinter einander in der Median- 
linie; vor ihnen befinden sich die Schlingen des Uterus. Es sind 
unregelmässig kuglig gestaltete Gebilde, deren Durchmesser im 
Mittel 0,406 mm beträgt, deren relative Grösse etwas zu schwanken 
scheint (so ist im abgebildeten Falle der hintere Hoden grösser als 
der vordere). — Das Vas efferens des hinteren Testikels geht 
von der vorderen Begrenzung desselben, jedoch weit nach rechts, 
ab, verläuft dann ventralwärts vom ersten Hoden und den Schlingen 
des Uterus, rechts am ÖOvarium vorbei zum Cirrus. Der Aus- 
führungsgang des vorderen Hodens entspringt aus letzterem an der 
entsprechenden Stelle auf der linken Seite und strebt, ventralwärts 
von Uterus, Schalendrüse und Ovarium sich hinziehend, zum Cirrus. 
Die Vasa efferentia haben ein ziemlich weites Lumen; ihre Wan- 
dung besteht aus einer homogenen, doppelt contourirten Membran. 
Beide Kanäle münden gesondert in den Cirrus. — Der Cirrusbeutel 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 269 


ist, ähnlich wie beim Distomum cirratum, besonders gross und hat 
eine Länge von 0,65 mm. Er beginnt in der Mitte zwischen Ovarium 
und Bauchsaugnapf, zieht um letzteren in einem leichten, nach 
rechts concaven Bogen herum und mündet ungefähr in der Mitte 
zwischen Pharynx und Mundsaugnapf dicht neben dem Metroterm 
in das Genitalatrium. .In dem Cirrusbeutel liegen die Vesicula se- 
minalis, die Prostatadrüsen und derCirrus. DieSam enblase ist, eben- 
falls wie bei Distomum eirratum Rud.,durch eine ringförmig verlaufende 
Schnürfurche in zwei Abschnitte geschieden, jedoch nicht so lang 
wie bei dieser Species, ihre Wandung wird von einer homogenen 
Membran gebildet. Canalis prostaticus und Cirrus gehen ohne 
scharfe Grenze in einander über. Die Drüsenelemente der Prostata 
sind sehr zahlreich und stellen langgestreckte oder rundliche kleine 
Zellen dar, welche ein grosses Färbungsvermögen besitzen. Der 
enge und ziemlich gerade verlaufende Cirrus besteht aus einer dicken, 
homogenen Cuticula, die infolge der Muskeleontraction häufig eine 
starke Faltung aufweist, und einer kräftigen Muskulatur, die sich 
aus inneren feineren Ring- und äusseren gröberen Längsfasern zu- 
sammensetzt. Der Cirrusbeutel ist, entgegen der sonstigen guten 
Ausbildung des Begattungsorganes, nur sehr dünn. 

Das Ovarıum liegt in der Medianlinie vor den beiden Hoden, 
etwa in der Mitte zwischen vorderem Testikel und dem Anfang des 
Cirrusbeutels und stellt der Gestalt nach eine Ellipse dar, deren 
grosse Achse in der Querrichtung des Körpers liegt. Das Organ ist ver- 
hältnissmässig klein (der grösste Durchmesser beträgt nur 0,15 mm). — 
Die kleinsten Keimzellen liegen am linken Pole des Organs, die grössten 
am rechten. Letztere haben den beträchtlichen Durchmesser von 
0,02 mm und zeichnen sich durch sehr grosse ovale scharf begrenzte 
Kerne aus. Der Ovidukt geht von der hinteren Begrenzung des 
Keimstocks, mehr dorsalwärts ab und verläuft dann leicht gewunden 
nach der Ventralseite. Eine ganz kurze Strecke nach seinem Ab- 
gange nimmt er das Receptaculum seminis und den Laurerschen 
Kanal auf. In der Mitte zwischen der Einmündung des letzteren 
und dem Beginn des Ootyps liegt die Eintrittsstelle des unpaarigen 
Dotterganges. — Die Wandung des Eileiters wird von einer kern- 
haltigen, doppelt contourirten Cuticula gebildet. Das Receptaculum 
seminis ist nur klein, und liegt an der rechten Seite des Ovariums; 
seine Gestalt ist eine langgestreckte, ungefähr birnförmig, seine 
Länge misst ca. 0,06 mm. Die Wandung wird von einer ziemlich 
dicken, scharf begrenzten Membran gebildet, welche Kerne aufweist. — 
Die dorsale Mündung des Laurerschen Kanals liegt über der 
Mitte des Keimstocks; die ventrale Mündung der Eintrittsstelle des 
Receptaculum seminis gegenüber. Der Kanal verläuft ziemlich stark 
geschlängelt. Die stark entwickelten Dotterstöcke, deren Aus- 
sehen ebenfalls an diejenigen von Distomum echinatum erinnert, 
reichen von der oben erwähnten halsartigen Einschnürung ab bis 
an das Hinterende. Sie liegen seitlich und ventralwärts von den 
Darmschenkeln, letztere zum geringen Theil verdeckend. Häufig 


270 Paul Mühling: 


sind sie vorne, immer hinten vom zweiten Hoden ab verbreitert; ja 
am Hinterende stossen sie in der Medianlinie zusammen, sind jedoch 
immer noch deutlich von einander zu trennen. Die Dotterzellen 
haben einen Durchmesser von 0,035 mm im Maximum. Sie sind zu 
grossen, dicht nebeneinander liegenden Acinis zusammengeordnet, 
welche oval, rundlich oder durch Druck polyedrisch abgeflacht er- 
scheinen. Die paarigen Dottergänge treten in der Höhe des 
Vorderendes des ersten Testikels ab und vereinigen sich in der 
Medianlinie zu einem Dotterreservoir. Der unpaare Dottergang 
ist kurz, durch starke Füllung mit Dottermaterial oft mächtig auf- 
getrieben. Das weite Ootyp hat eine ovale Gestalt und eine radiär 
gestreifte, kernreiche Wandung. Die Schalendrüse ist nach dem 
diffusen Typus gebaut; ihre zahlreichen ovalen Zellelemente besitzen 
eine Länge von 0,015 mm. Der Uterus macht nur wenige Windungen, 
welche in dem Zwischenraum zwischen vorderem Hoden und Cirrus 
liegen, ventralwärts von den hier befindlichen Organen. Zum Theil 
verdeckt er das Ovarium. Er besteht aus einer dünnen homogenen 
Wandung, deren Innenfläche in das Lumen vorspringende, ovale 
Kerne anliegen. Die Eier sind selbst bei auf der Höhe der ge- 
schlechtlichen Reife stehenden Exemplaren in begrenzter Zahl (etwa 
bis zu fünfzig) vorhanden. Vielleicht beruht diese geringe Zahl darauf, 
dass die Thiere beim Abtöten den grössten Theil ihrer Eier aus- 
stossen. Sie sind ziemlich gross und haben eine Länge von 0,1125 mm, 
während die Breite bis 0,0625 mm erreicht. Die Gestalt der Eier 
ist eine ovale. Das Metroterm biegt links um den Bauchsaugnapf 
herum und mündet ebenfalls links dicht neben dem Cirrus in ein 
Genitalatrium. Es liegt, je nach den wechselnden Verhältnissen der 
Contraction des Thieres, links seitlich oder ventralwärts vom Be- 
gattungsapparate. Ausgezeichnet ist das Metroterm durch eine sehr 
starke Musculatur, deren Zusammenziehung das Lumen an Stellen, 
wo keine Eier liegen, oft ganz zum Verschwinden bringt. Die 
Mündung des Endabschnitts des Uterus wird durch einen besonderen, 
sehr ansehnlichen Sphincter verschlossen, welcher eine Länge von 
0,085 mm und eine Breite von 0,065 mm besitzt. — 


7. Cyathocotyle prussica n. gen. n. Sp. 


(Aus dem Darm von Harelda glacialis L., gefunden in 
Pillau am 30. März 1893 von Herrn Prof. M. Braun.) 


(ef. Figur 7 und 15—17.) 


Am 30. März 1893 wurden im Darm einer aus Pillau stam- 
menden Anas glacialis eine grosse Zahl dieser sehr kleinen, 1 mm 
langen distomenähnlichen Parasiten gefunden. 

Die Thiere besitzen einen im allgemeinen breit ovalen oder 
kreisrunden Körper von platt ovalem Querschnitt. Das Vorderende 
ist gewöhnlich zugespitzt, das Hinterende meist stumpf, selten eben- 
falls zu einer kleinen Spitze ausgezogen. Die Ränder sind glatt; 
der Sagittalschnitt zeigt oft höchst unregelmässige, eckige Con- 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 71 


touren, die sich schwer beschreiben lassen. Die Länge der Thiere 
beträgt gerade Ilmm, die Breite 0,65 mm. 

Der Mundsaugnapf ist klein, seine Oeffnung rundlich, sub- 
terminal; der Durchmesser beträgt 0,12—0,13mm. Der Bauch- 
saugnapf ist etwa halb so gross (Durchmesser: 0,06—0,08 mm) 
und springt als kleiner Knopf über das Niveau der Körperoberfläche 
hervor. Seine Oeffnung ist rund, sein Lumen sehr flach; die 
Ganglienzellen der Saugnäpfe sind 0,0075 mm lang, 0,005 mm breit, 
oval gestaltet und scharf begrenzt. Die Entfernung der beiden Saug- 
näpfe von einander beträgt 0,15 mm. Ausserdem besitzt das Thier 
einen characteristischen Haftapparat von rundlicher Gestalt und 
elliptisch quergestellter oder auch kreisrunder Oeffnung. Auf den 
ersten Blick ähnelt er am intacten Thiere ausserordentlich einem 
gewöhnlichen Saugnapfe und kann auch am lebenden Objecte, weil 
der eigentliche Bauchsaugnapf verdeckt ist, leicht mit letzterem ver- 
wechselt werden. Das übrigens auch macroscopisch deutlich sicht- 
bare Organ reicht von der Gegend des Bauchsaugnapfes bis etwa 
zur Grenze des vierten und letzten Fünftels des Körpers, bisweilen 
prävalirt es jedoch an Grösse derart, dass der Körper nur als 
kleiner Appendix des Haftapparates erscheint. Mitunter ist infolge 
Muskelcontraction der Rand desselben durch radiär verlaufende 
Furchen eingekerbt, die aber bei Erschlaffung der Musculatur ebenso 
gut fehlen können und deshalb nicht mit den konstanten Papillen im 
Haftapparat der Diplostomeae zu vergleichen sind. (Eine Andeutung 
dieser Einkerbungen zeigt die Figur 7.) Des besseren Verständ- 
nisses wegen wollen wir am Haftorgane den wallartig prominirenden 
Rand von dem Grunde des Apparates unterscheiden. Der Rand ist 
ziemlich dick und von normaler Cuticula bedeckt, welche im äusseren 
Theile des Walles noch bestachelt, im inneren Abschnitte da- 
gegen glatt ist. Unter der Cuticula constatiren wir die typischen 
Elemente des Hautmuskelschlauches, die hier meridional und aequa- 
torial verlaufen (Fig. 17. 1und 2). Am Fusse des Randwalles finden 
sich radiär gestellte lange Muskelbündel (Fig. 7 und 17. 4.), deren 
Anordnung namentlich aus Frontalschnitten ersichtlich ist. Endlich 
ziehen zwischen der äusseren und inneren cuticularen Auskleidung 
des Randes zarte Muskelfasern senkrecht durch die ganze Dicke des 
Randwalles(Fig. 17.5). Ausserdem finden wir hier besonders zahlreiche 
Drüsenzellen, deren Ausführungsgang die innere Wand des Walles 
durchbrechend, in das Lumen des Haftapparates mündet. Auch der 
Grund des Haftorganes zeigt eine unbestachelte Cuticula, die sich 
kreuzenden, hier sehr kräftigen Elemente des Hautmuskelschlauches 
und zahlreiche, in das Lumen mündende Drüsenzellen. Dazu kommen 
dann noch für die Function des ganzen Apparates sehr wichtige, 
in der Medianebene verlaufende, ungemein kräftige Muskelfasern 
(Fig. 17. 3), die an der linken Seite des rechten Testikels und am 
Cirrus vorbei nach der Dorsalseite des Thieres hinstreben; die 
mittleren dieser Fasern verlaufen genau dorsoventral, die vorderen 
und hinteren dagegen divergiren nach dem Vorder- respective Hinter- 


272 Paul Mühling: 


ende des Thieres. Insgesammt bilden also diese Fasern eine median 
liegende durchbrochene Muskelplatte, zwischen deren Lücken zahl- 
reiche Drüsenzellen eingelagert sind, deren Ausführungsgänge eben- 
falls nach dem Lumen hin führen. Die Drüsenzellen sind birn- 
förmig oder mehr oval; durch ihre zahlreichen, dicht nebeneinander 
liegenden Ausführungsgänge erscheint das Parenchym in der Um- 
gebung des Haftapparates fein radiär gestreift. Die Länge der 
Drüsen beträgt bis 0,01 mm, ihre Breite 0,006 mm. Auf zahlreichen 
Schnitten gelang es, zwei extreme Contractionszustände unseres Organs 
festzustellen. Ist der Haftapparat eingezogen (vgl. Fig. 17.), so ist das 
Lumen sehr geräumig, die wulstigen Ränder convergiren zu ein- 
ander, fallen also nach aussen schräg ab. Der Grund ist infolge 
maximaler Contraction der medianen Muskelplatte in Form einer 
tiefen longitudinalen Rinne eingezogen. Das andere Extrem der 
weitesten Ausstülpung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Fundus 
des Organs weit vorgewölbt ist und mit den nach aussen um- 
gebogenen Rändern in demselben Niveau steht, sodass das Lumen 
völlig verschwunden ist. Schliesslich verschwindet selbst die Falte, 
welche noch die Grenze zwischen Randwall und Grund des Organes 
bildete, ebenfalls, wie es im hinteren Theile der Fig. 16 der Fall 
ist, während hier noch die vordere Falte deutlich zu erkennen ist. 
Auf Grund dieses anatomischen Befundes könnte man sich das Spiel 
der Muskeln folgendermassen construiren: Durch die Erschlaffung 
der Medianmuskeln und energische Contraction der aequatorialen 
und meridionalen Musculatur, vielleicht auch unter Mitwirkung des 
(resammtmuskelschlauches wird der Fundus nach aussen vorgetrieben 
und legt sich innig an die Darmwand des Wirthes an. — Durch 
Erschlaffung der Muskulatur des Grundes und starke Zusammen- 
ziehung der Dorsoventralfasern wird der Fundus von der Unterlage 
abgehoben und, da gleichzeitig der Rand das Gewebe wie mit einem 
elastischen Ringe fest umschnürt, durch die so bedingt Schaffung 
eines luftleeren oder stark luftverdünnten Raumes die Darmwand des 
Wirthes in das Lumen des Haftapparates hineingezogen. Auf die- 
selbe könnten dann die — wie Brandes!) meint — ätzend wirkenden 
Absonderungen der Drüsenzellen besonders leicht und kräftig ein- 
wirken, da sie, in ihrer Circulation behindert, äusseren Schädlich- 
keiten einen viel geringeren Widerstand wird entgegensetzen können 
wie unter normalen Verhältnissen. 

Die Cuticula ist structurlos und schmal (0,0025—0,0037 mm 
breit), besonders dünn auf der Ventralseite. Unter günstigen Ver- 
hältnissen findet man, und zwar vorzugsweise auf der Dorsalseite, 
zwei Schichten in der Cuticula, deren oberflächliche schmäler ist 
und sich von der tiefer liegenden durch doppelte Contourirung und 
stärkeres Lichtbrechungsvermögen unterscheidet. Schliesslich finden 
wir noch äusserst feine und dicht stehende, aber ungleichmässig 


!) „Die Familie der Holostomiden“ von Dr. G. Brandes. Zoolog. Jahrbücher. 
Bd. V. p. 556. 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 273 


vertheilte Stacheln von nur 0,0025 mm Länge, die in Quincunx ge- 
stellt und etwas gekrümmt sind; ihre scharfe Spitze ist, wie ge- 
wöhnlich, nach dem Hinterende zu gerichtet. Die Bestachelung 
beschränkt sich auf die Ventralseite, wo sie nur im Lumen der 
Saugnäpfe und des Haftapparates fehlt (am Aussenrande des letz- 
teren jedoch schon vorhanden ist), und auf den vorderen Abschnitt 
der Dorsalseite etwa bis zur Gegend des Beginns der Darmschenkel 
(vergl. Fig. 16). 

Der Hautmuskelschlauch ist, soweit er nicht im Haftapparat 
liegt, sehr gering entwickelt; es sind zwar alle drei Schichten des- 
selben vorhanden, aber die Muskelelemente sind sehr zart und stehen 
weit von einander entfernt. 

Ein Oesophagus fehlt bei unserem Thiere. Der Pharynx ist 
kuglig, besitzt ein mässig geräumiges Lumen und einen Durchmesser 
von 0,07—0,08 mm; am Grunde des Organs finden wir Drüsen- 
zellen. Die Ganglienzellen des Pharynx sowohl wie die der Saugnäpfe 
sind oval gestaltet, 0,0075 mm lang und 0,0038 mm breit. Die Pharynx- 
tasche ist nur schwach ausgebildet. Die Darmschenkel reichen bis 
an das Hinterende des Körpers, wo sie einander zustreben und sind 
von den übrigen Organen, namentlich von den Dotterstöcken, derart 
umlagert, dass sie am in toto conservirten Exemplar niemals sicht- 
bar sind. Der linke Darmschenkel verläuft dorsal oder zwischen 
den Acinis des Dotterstockes, dann theils dorsal theils seitlich vom 
Keimstock am linken Hoden vorbei nach hinten. Der rechte Darm- 
schenkel liegt ventralwärts und theilweise lateral vom rechten Hoden 
und vom Cirrus. Das Lumen des Darms ist sehr wechselnd, oft 
durch fein gekörnelte Inhaltsmassen stark erweitert. Die Epithel- 
zellen sind nicht gross; in ihrem, meist kolbig aufgetriebenen Ende 
liegt der grosse, meist ovale, scharf umrandete Kern. Die Musku- 
latur ist mässig entwickelt. 

Die Gestalt der beiden oft schwach gelappten Hoden ist im allge- 
meinen oval; die grosse Achse des Ovals liegt in der Längsrichtung des 
Thieres. Indessen können durch den Druck der Nachbarorgane die 
Testikel die mannichfaltigsten und unregelmässigsten Formen an- 
nehmen. Ebenso wechselnd wie ihre Gestalt ist auch ihre Lage. 
Wie zwei kleine Skizzen zeigen, welche Herr Professor Braun nach 
lebenden Exemplaren gezeichnet hatte, liegen die Organe neben ein- 
ander rechts und links von der Medianlinie, und zwar entweder in 
gleicher Höhe oder der rechte lag mehr nach vorne als der linke. 
Durch starke Contractionen können die Testikel aus dieser typischen 
in die etwas abnorme Lage gebracht werden, welche die aus Frontal- 
schnitten combinirte Fig. 7 zeigt. Dieselben Lageverschiebungen 
betreffen auch die anderen Organe, so namentlich den muskulösen 
Cirrus, der bald rechts, bald links von der Medianlinie zu finden 
war. Der Längendurchmesser der in der Regel platten Organe beträgt 
0,2—0,25 mm, die Breite 0,15 mm, die Dieke 0,125 mm. Die Hoden 
liegen innerhalb der Darmschenkel, der rechte dorsalwärts von den 
Dotterstöcken, vom Uterus und z. T. vom Cirrus, der linke dorsal von 

Arch, f. Naturgesch. Jahrg.1896. Bd. 1.H, 3. 18 


274 Paul Mühling: 


Ovarium und Uterus. Die Vasa efferentia entspringen aus der Mitte 
der Vorderfläche der Testikel als eine directe Fortsetzung der Tunica 
propria testiculi; ihre Wandung besteht demnach aus einer doppelt 
contourirten Membran. Die Ausführungsgänge streben geradeswegs 
zum Cirrusbeutel. Derselbe enthält die Vesicula seminalis, Prostata 
und den Cirrus und liegt gewöhnlich auf der rechten Seite im hinteren 
Theile des Körpers, kann jedoch auch auf die linke Seite verlagert 
sein. Im Verhältniss zur Körperlänge ist der Cirrusbeutel auffallend 
gross; seine Achse verläuft gewöhnlich schräg von aussen lateral 
nach innen medianwärts. Der Cirrus mündet zusammen mit dem 
Metroterm, dorsalwärts von letzterem, in ein Genitalatrium, das 
am Hinterende des Körpers dorsal vom Excretionsporus ausmündet. 
Die Vesicula seminalis ist mächtig entwickelt und wie bei Disto- 
mum cirratum Rud. (s. 0.) durch eine Einschnürung in zwei Ab- 
schnitte getheilt. Ihre Wandung besteht aus einer homogenen, dem 
Cirrusbeutel eng anliegenden Membran, welche platt-ovale Kerne 
enthält. Die Pars prostatica wird durch einen spiralig einge- 
rollten Kanal repräsentirt, der ein sehr enges Lumen besitzt und 
von einer homogenen Cuticula ausgekleidet ist. Die Drüsenelemente 
der Prostata liegen dicht neben einander wandständig dem Cirrus- 
beutel an und haben eine Länge bis 0,01 mm. Ihre Gestalt ist oval, 
diejenige der sich lebhaft tingirenden Kerne rund. Der Cirrus ist 
nicht sehr lang und mit einer inneren circulären und äusseren longi- 
tudinalen Muskelfaserschicht versehen. Der Cirrusbeutel besteht 
ebenfalls aus einer inneren, sehr feinen Ringmuskulatur und einer 
auffallend starken Längsmuskulatur, deren einzelne Fasern blattartig 
breit sind und namentlich auf dem Querschnitt durch ihre strahlen- 
förmige Anordnung dem Cirrus ein höchst charakteristisches Aus- 
sehen verleihen. 

Die Topographie der weiblichen Geschlechtsorgane stellt Fig. 15 
dar; Abweichungen vom typischen Verhalten der Distomen finden 
sich hier nicht. Das Ovarium liegt auf der linken Seite, von den 
Enden des Körpers gleichweit entfernt, ventral vom linken Hoden, 
seitlich und zum Theil auch bauchwärts von Dotterstocksfollikeln 
begrenzt; an der medialen Seite des Keimstocks liegt der Uterus. 
Die Gestalt des Ovariums ist langgestreckt oval, der grosse Durch- 
messer misst 0,11—0,12 mm, der kleine 0,08 mm. Die peripheren 
kleinen Zellen sind namentlich am vorderen Pole des Organes an- 
gehäuft; die centralen sind sehr gross (0,0125—0,02 mm), polyedrisch 
abgeflacht; die Kerne sind rund oder oval, scharf begrenzt und 
hellglänzend. Ihr mittlerer Durchmesser beträgt 0,0075 mm. Der 
in seinem Beginn etwas erweiterte Oviduct geht aus dem Hinter- 
ende des Keimstocks hervor und verläuft im Bogen dorsalwärts 
über letzteren sich schlagend. Bald nach seinem Abgang aus der 
Geschlechtsdrüse münden in ihn dicht neben einander das Re- 
ceptaculum seminis und der Laurer’sche Canal. Ersteres ist 
eine birnförmige Blase von etwa 0,05 mm Länge, welche dorsal und 
mehr rechts vom Ovarium liegt und deren Längsachse dorsoventral 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden, 275 


gerichtet ist. Der sehr lange Laurersche Canal verläuft von 
seiner dorsalen Mündung im Bogen um das Hinterende des linken 
Hodens herum, dann ventralwärts von demselben und mündet neben 
dem Receptaculum seminis. Zahlreiche chromatophile Zellen be- 
gleiten den Canal. Die Dotterstöcke sind stark entwickelt und 
stellen mit ihren grossen Acinis zwei breite, den Körperumrissen 
angepasste Halbringe dar, welche zum grossen Theil die Genitalien 
und den Darm verdecken. Vorne beginnen sie in der Höhe des 
Pharynx, hinten erreichen sie das Ende des Körpers meistens nicht; 
sie nehmen also fast die ganze Längenausdehnung des Thieres ein. 
Die Acini umhüllen die Darmschenkel ventral und seitlich oder 
vollkommen, liegen dann lateral oder selbst dorsalwärts vom Ovarium 
und verdecken Cirrus und Hoden von der Ventralseite. Die ein- 
zelnen Follikel sind sehr gross, häufig langgestreckt derart, dass 
ihre grösste Ausdehnung in die Dorsoventralachse fällt und polyedrisch 
abgeflacht. Die Dotterzellen haben eine Grösse von 0,015—0,02 mm. 
Den unpaaren Dottergang fanden wir in der Mehrzahl durch 
Inhaltsmassen zu einem sehr grossen Reservoir aufgetrieben, sodass 
es zuweilen unmöglich war, die Stelle seiner Mündung in den Ovi- 
duct aufzufinden. Dieselbe liegt, wie in Fig. 15 angegeben, näher 
der Mündung des Canalis Laureri als dem Beginn des Ootyps. 
Die Eibereitungsstätte ist langgestreckt oval, sehr geräumig, 
etwa 0,lmm lang und 0,028 mm breit. Die Längsachse des Ootyps 
liegt entweder dorsoventral (wie in Fig. 15) oder parallel der Dor- 
salseite des Ovariums. Die Schalendrüse ist diffus; ihre ovalen 
oder birnförmigen Zellelemente sind nicht sehr zahlreich, aber re- 
lativ gross (die Länge beträgt 0,018 mm). Sie liegt ventralwärts 
vom Hoden (vgl. auch den Querschnitt Fig. 17), niemals, ebenso wie 
das Ootyp, zwischen den beiden Hoden, wie es für die übrigen 
Holostomiden characteristisch ist.) Der Uterus ist kurz und geht, 
nachdem er einige in der Mitte liegende Windungen gemacht hat, 
bald in das Metroterm über; in ihm findet sich häufig eine mole- 
culäre, wohl als Spermatozoen aufzufassende Masse. Die Wandung 
besteht aus einer feinen kernhaltigen Membran. Der Uterus ent- 
hält wenige (manchmal nur 3—4), aber relativ grosse Eier, deren 
Länge zwischen 0,0975—0,1025 mm, deren Breite zwischen 0,065 
bis 0,068 mm schwankt. Das Metroterm ist ebenfalls kurz, liegt 
ventralwärts vom Cirrusbeutel; sein Lumen ist meist durch Muskel- 
contraction stark verengt, nur an Stellen, wo Eier liegen, aufgetrieben 
(Fig. 16). Histologisch besteht der Canal aus einer Cuticula und 
einer sehr dichten Ring- und Längsmuscularis; in der Umgebung 
haben wir zahlreiche chromatophile Zellen. — — 

Aus der oben gegebenen Beschreibung ersehen wir, dass in 
diesem merkwürdigen Thiere gewisse Charaktere der Holostomiden 
und Distomiden vereinigt sind, sodass dasselbe eine Mittelform 
zwischen diesen beiden Familien darstellt. Infolge einer oberfläch- 


!) Brandes: „Die Familie der Holostomiden“ pag. 564. 
18* 


276 Paul Mühling: 


lichen microscopischen Untersuchung, die sogleich am lebenden 
Objecte angestellt wurde, hielten wir anfänglich unser Thier für 
Distomum concavum Creplin, da Fundort und Beschreibung gut zu 
stimmen schien. Die Greifswalder Originalexemplare belehrten uns 
jedoch eines Besseren. Allerdings waren diese Objecte stark ge- 
schrumpft, sodass eine eingehende Untersuchung der feineren Ver- 
hältnisse selbst auf Schnitten ein Ding der Unmöglichkeit war, 
dennoch liess sich die Frage der Identität mit unseren Thieren 
sicher verneinen. — Bei dieser Gelegenheit möchte ich zum Vergleich 
das wenige über Distomum concavum Bekannte mit Beifügung einiger 
Ergänzungen hier zusammenstellen. Die in Anas Hornschuchü ge- 
fundenen Originalexemplare sind 0,78—1,05 mm lang, 0,6—0,85 mm 
breit, sehr platt, die Ränder des Thieres gelegentlich nach der 
Ventralseite etwas umgebogen, die Gestalt ist unregelmässig birn- 
förmig. Der 0,062—0,087 mm im Durchmesser haltende subterminale 
Mundsaugnapf hat eine kreisförmige Oeffnung. Der Bauchsaugnapf 
ist etwa 0,25—0,3 mm breit, quergestellt oval oder kreisförmig und 
über die Hälfte der Körperlänge vom Mundsaugnapf entfernt; seine 
Oeffnung ist variabel, oft, nach Creplin’s!) eigener Angabe, un- 
bestimmt. Die Cuticula ist bestachelt?); der Hautmuskelschlauch 
besteht aus ziemlich kräftigen, aber nicht sehr zahlreichen Ele- 
menten. Der Oesophagus ist 0,095 mm lang, der Pharynx, welchen 
Creplin offenbar mit dem Genitalporus verwechselt, wie aus seiner 
Abbildung hervorgeht, ist oval, 0,0625 mm lang, 0,05 mm breit. 
Die sehr breiten, immer sichtbaren Darmschenkel reichen bis an 
das Hinterende, wo sie einander zustreben. Die ovalen, unregel- 
mässig gelappten Hoden liegen neben einander im hintersten Ab- 
schnitt des Körpers und sind 0,3 mm lang und 0,175 mm breit. 
Vor denselben befindet sich ein vielfach gelapptes Organ, das viel- 
leicht als Ovarium gedeutet werden könnte. Das „organon glo- 
bosum dubium“ Creplin’s scheint das ziemlich grosse Recepta- 
culum seminis zu sen. Wo die Genitalien ausmünden, vermag ich 
nicht anzugeben; Creplin’s Behauptung, dass der Genitalporus an 
dem Hinterende des Mundsaugnapfes zu finden sei, ist, wie oben 
angegeben, als irrig zu bezeichnen. Die lateral von den Darm- 
schenkeln gelegenen Dotterstöcke beginnen ungefähr auf der Grenze 
der beiden vorderen Viertel des Körpers und reichen bis ans Hinter- 
ende. Die paarigen Dottergänge gehen auf der Grenze der beiden 
hinteren Viertel des Körpers ab und bilden in der Medianlinie ein 
grosses Reservoir. Die Uterusschlingen verlaufen quer hinter dem 
Bauchsaugnapf, seltener seitlich von ihm mehr nach vorne reichend; 
die sehr zahlreichen Eier haben eine Länge von 0,0375 mm und 
eine Breite von 0,016 mm. Der im Verhältniss zum Mundsaugnapf 
recht grosse Bauchsaugnapf des Distomum concavum erreicht 


!) Creplin: „Observationes de entozois.“ Pars I. Gryphiswaldiae 1825. 
pag. 46. 


>) Kowalewski: „Studya Helmintologiezne“ I. Krakau 1895, pag. 2. 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. DIN 


niemals die auffallende Grösse des Haftapparates unseres Thieres, 
mit welch ersterem ich das Organ anfänglich identificirte. Die Dotter- 
stöcke sind ferner bei der Creplin’schen Art viel spär- 
licher ausgebildet und verdecken nicht in solchem Maasse 
die übrigen Organe, wie es bei Uyathocotyle prussica der Fall 
ist. Am auffallendsten war vor Allem die grössere Anzahl der 
Eier und die Kleinheit derselben bei Distomum concavum. — Das 
Vorhandensein des Haftapparates, welches später constatirt wurde, 
machte es zweifellos, dass unsere Form zu den Holostomiden ge- 
stellt werden müsse. Dafür spricht ausserdem der wenig gewundene, 
kurze Uterus mit den spärlichen, aber verhältnissmässig ziemlich 
grossen Eiern und die Ausmündung der Genitalien am Hinterende 
des Körpers, dorsalwärts vom Porus excretorius. Letzteres Factum 
an sich würde ja allerdings nicht zur Aufstellung einer neuen, von 
den Distomen zu trennenden Gattung berechtigen, da Distomum 
macrostomum bekanntlich ähnliche Verhältnisse aufweist, gewinnt 
jedoch im Verein mit den übrigen Merkmalen eine wesentliche Be- 
deutung. Andererseits finden wir aber bei der Uyathocotyle prussica 
bemerkenswerthe Abweichungen von den /lolostomiden und Anklänge 
an die Distomen, die es uns unmöglich machen, dasselbe unter eine 
der drei Unterfamilien der Holostomiden unterzubringen. Am 
nächsten würden noch die Diplostomeae stehen, deren Diagnose 
Brandes in seiner oben eitirten Arbeit (pag. 580) folgendermaassen 
formulirt: 

„Holostomiden mit stark abgeflachtem Vorderkörper. 
Bauchsaugnapf stets deutlich sichtbar, grösser als der Mund- 
saugnapf. Haftapparat in Form einer mehr oder minder tiefen, 
mit kleinen oder grossen Papillen ausgekleideten Höhlung. 
Unterhalb derselben stets eine deutliche Drüse.. Ausmündung 
der Geschlechtswege neben einander auf dem Genitalkegel. 
Ausserdem hier noch die Ausmündung einer oft ziemlich an- 
sehnlichen Prostata. Bursa oft unsymmetrisch, Oeffnung dem 
Rücken zu gerichtet. In der Bursa und zuweilen auch auf 
dem Rücken saugnapfartige Gebilde. — In Krokodilen und 
Vögeln“. 

Wie man aber aus dem Vergleich unserer Beschreibung und der 
Brandes’schen Diagnose ersehen kann, fehlt bei unserer Species 
die starke Abflachung, überhaupt irgend welche Differenzirung des 
Vorderkörpers; der Bauchsaugnapf ist kleiner als der Mundsaugnapf 
und häufig durch die wulstig vorspringenden Ränder des Haft- 
apparates verdeckt (vgl. Fig. 16.); Papillen sind in letzterem nicht 
vorhanden, ebenso vermisst man die compacte Drüse unterhalb des 
Haftapparates; die Prostata ist bei den Diplostomeae ganz abweichend 
gebaut. Annäherungen an die Distomen sehen wir andererseits in 
dem, in typischer Weise Vesicula seminalis, Prostata und Cirrus 
enthaltenden Cirrusbeutel und in der allgemeinen Form des Körpers. 
— Infolge dieser angeführten Verschiedenheiten ist es wohl ge- 
rechtfertigt, eine neue Gattung, für welche wir den Namen Cyathocotyle 


378 Paul Mühling: 


vorschlagen, aufzustellen und sie zum Vertreter einer neuen Familie 
zu erheben, deren Stellung mit Sicherheit erst nach Kenntniss ihrer 
Entwickelung zu fixiren sein wird. Die Diagnose der Familie 
Öyathocotyleae würde lauten: 

Holostomiden von Distomenähnlicher Körpergestalt; Bauch- 
saugnapf gewöhnlich vom Haftapparat verdeckt, der eine ge- 
räumige, sich in der Mitte in eine longitudinal gestellte Rinne 
fortsetzende Höhlung besitzt. Compacte Drüse unterhalb des 
Haftorgans fehlend. Ausmündung der Genitalien hinten ober- 
halb des Excretionsporus in ein mehr dorsalwärts gerichtetes 
Genitalatrium. Cirrusbeutel wie bei den Distomiden Vesicula 
seminalis, Prostata und Cirrus enthaltend. 


Erklärung der Tafeln. 


Abkürzungen. 

B Bauchsaugnapf, | Mt Metroterm, 

C Cirrus, Oe Oesophagus, 

Cb Cirrrusbeutel, Ov Ovarium, 

©.L Canalis Laureri, Ovd Ovidukt, 

D Darm, Par Parenchym. 

Dr Dotterreservoir, P. Dg Paariger Dottergang, 
Dst Dotterstock, Ph Pharyıx, 

Ebl Exeretionsblase, Pr Prostatadrüsen, 
Exg Exeretionsgefäss, R. s Receptaculum seminis, 
Ep Epidermis, Schd Schalendrüse, 

G Genitalatrium, St Stacheln, 

Gl Drüsenzellen, U.Dg Unpaariger Dottergang, 
H Hoden, Ut Uterus, 

Hf Haftapparat, V.d Vas deferens, 

L Longitudinalrinne desselben, V.e Vas efferens, 

Mundsaugnapf, V.s. Vesicula seminalis, 


Meridionale \ Muskeln 


M 

1 

: Aequatoriale. J des Haftapparates von Cyathocotyle 
4 

5 


Dorsoventralmuskelplatte 
| prussica n. 8. n. Sp. 


Radiärmuskeln 
Dorsoventralfasern des Walles 


Tafeln. 


Fig. 1. Distomum fleeuosum Rud. 
Fig. 2. Distomum longicauda Rud. 


Fig. 3. Distomum hians Rud. 

Fig. 4. Distomum tenuicolle Rud. von der Ventralseite gesehen. 
Fig. 5. Distomum ceirratum Rud. 

Fig. 6. Distomum platyurum n. sp. 

Fig. 7. Cyathocotyle prussica n. 9. n. Sp. 


et ae Be ee ee 


Beiträge zur Kenntniss der Trematoden. 279 


Fig. 8. Schematischer Sagittalschnitt durch die weiblichen Genitalien von 
D. fleguosum. 

Fig. 9. Schematischer Sagittalschnitt durch die weiblichen Genitalien von 
D. longicauda. 

Fig. 10. Schematischer Sagittalschnitt durch die weiblichen Genitalien von 
D. hians. 

Fig.11. Schematischer Sagittalschnitt durch die weiblichen Genitalien von 
D. tenuicolle. 

Fig. 12. Schematischer Sagittalschnitt durch die weiblichen Genitalien von 
D. eirratum. 

Fig.13. Schematischer Sagittalschnitt durch die weiblichen Genitalien von 
D. platyurum n. sp. 

Fig. 14. Sagittalschnitt durch den Bauchsaugnapf von D. platyurum n. sp. 

Fig.15. Schematischer Sagittalschnitt durch die weiblichen Genitalien von 
Oyathocotyle prussica n. g. n. Sp. 

Fig. 16. Medianschnitt durch Cyathocotyle prussica n. g. n. sp. zur Demonstration 
der Ausmündung der Genitalien. 

Fig. 17. Querschnitt durch Oyathocotyle prussica n.g. n.sp. in der Höhe des 
Beginns des Cirrusbeutels. 


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Gedruckt in 
Kroll’s Buchdruckerei, Berlin S., 
Sebastianstrasse 76. 


ARCHIV 


FÜR 


NATURGESCHICHTE, 


GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN, 
FORTGESETZT VON 


W.F. ERICHSON, F.H. TROSCHEL, 
E. VON MARTENS UND F. HILGENDORF. 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


Prof. Dr. W. WELTNER, 
CUSTOS AM KÖNIGL. ZOOLOG. MUSEUM ZU BERLIN. 
ZWEIUNDSECHZIGSTER JAHRGANG. 


UI. BAND. 


Berlin 1896. 


NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG 
R. STRICKER. 


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URKUNDEN 


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Inhalt des zweiten Bandes. 


Erstes Heft. 
(Ausgegeben im December 1904.) 


C. E. Hellmayr, Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der nn 
Vögel während des Jahres 1895. 
I. Allgemeines, Geschichte, Museologie, Taxidermie u; 1 
II. Anatomie, Physiologie und Extwicklung. . . . Bun: 5 
III. Fuss- und Schnabelform, Federn, Farben, Mauser, Flug . 5 8 
IV. Spielarten, Bastarde, Hahnfedrigkeit, Missbildungen . . . 10 
V. Paläontologie. . . - a Lu 5402 ee 12 
VI. Verbreitung, Wanderung, Thiergebiete Au SEAT UN 2 PER 13 
VII Lebensweise . . . . DR SNIEGTLENLERSEET AN az, 50 
VEIT. Jagd, Schutz... =..,'. ARTE 55 
IX. Pflege, Hausgeflügel, Krankheiten. au N na 153 3 BERNBE 56 
X. Systematik . . . . et  ERSAFRAUDEHL N 9.2, 59 


Dr. Franz Werner in Wien. Bericht über die Leistungen in der 
Herpetologie im Jahre 1894. 
OR ea ae ee Ne ee EBD 
Litteratur. Museen und zoologische Gärten. Geschichte, Sage. 
Technische Hilfsmittel, Methoden. Anatomie, Integument. 
Östeologie und Myologie. Nervensystem und Sinnesorgane. 
Darmkanal. Blutgefässsystem. Urogenitalsystem. Ontogenie. 
Physiologisches. Biologie. Palaeontologisches. 


Faunistisches . . . 2 RN A TEN ER 94 
Einzelne echeilunsen 

Sauamata (Bacertilia, Ophidia) .. ... . ,..resiece. eis „ı 18 
li N ARTEN HRBESL AH BENSEHNG? IRARAENe, Pr 1 
Euiydesaurjanyg 25 vide norscnhenteiihe: werde Atiarendg ine 1 
VDEROSSREIn a 1 a aa sh 
TCHERVORSIETRER N ae I EN Re ae er TAG 
PIERIOSAUFTAG SH Ra ae a a TAT 
Thecodontiage Bar. CE SE a re TA 
Khynchocephaliar 2% u Cyan a an En a HR HAAR 
IANOMOHONDIR TE ee ER N er AO 
Eireachin. ur ee ee a es LO 


Integument. Osteologie und Myologie. Nervensystem. Urogenital- 
apparat. Ontogenie. Biologie. 
EI DEDE AR UN) a 3 np Aka BMA SE 1 =; 


IV 


Seite 
Einzelne Abtheilungen. 
Ecaudata . 159 
Caudata 172 
Apoda . 180 
Stegocephala . 181 
Incertae sedis u 
Dr. Heinrich Ledermann (Berlin). Bericht über die wissenschaftlichen 
Leistungen in der Naturgeschichte der Sängethiere während des 
Jahres 1894. 
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen . . . . 2 2 2..2..2..18 
II. Uebersicht nach dem Stoff . I 257 
Stimme . 257 
Sinnesorgane. . . el anal VOL 
Verdauungsorgane En Teibeshöhle . re er ee 
Rumpf nng./Gliedmaassen, .. -.14.2388F)» »amläinsnieh- ea 
Schädel und Gebiss 261 
Skelett . & 269 
Haut und Hautgebilde u rt a ae A 
Muskeln, Bänder u. Gelenke . . .. .- »alscJjaluaalsa ers 
Cirkulationssystem . ak 288 
Respirationsapparat 289 
Secretion . ee) „ahead Ass 
Harn- und ee asia As 
Nervensystem k 291 
Lebensweise . 3 292 
Nutzen und Schaden . s un en en ware Da RR Pe 
Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen, Varietäten und 
Bastarde . } lo, 
Gefangene und nn "Thiere eu... ©: 
Hausthiere 299 
Vulgär-Namen . . . 299 
Jagd- und Jagdschutz a a a ee ee 2 nl. 
Ontogenetische Fintwicklung . 7... a0, RER a0 
Phylogenetische Entwicklung. -. . . .»... 22 2 2... 801 
Faunistische Arbeiten a 301 
III. Uebersicht nach den Arten. 317 
Inhaltsübersicht . i 383 
Dr. W. Kobelt, Bericht über Er an rn: vortt ie Ei 
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im 
Jahre 1895. 
Verzeichniss der Publikationen 385 
I. Geographische Verbreitung . 399 
II. Systematik . r 406 
II. Biologie, Verwendung ee 427 


Der Bericht über die Anatomie, Physiologie und Entwicklung der 
Meolluskenm für 1894 ist mir leider nicht zugegangen. 

Der Bericht über die Fische für 1893 muss infolge der Krankheit und 
des Todes des Herrn Professor Hilgendorf ausfallen. 


Dr. W. Weltner. 


Tr or ER 


Zweites Heft. 
(Ausgegeben im December 1898.) 


Seit 
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Kinto- oh 
moiogie während des Jahres 189. 
Insecta. 
Allgemeines. Von Dr. Robert Lucas. 
Webersicht nach. demjSste®f. AAIrH!T. : -» ala... 1 
Verzeichniss der Publikationen . . ee ce 2 
Apterygogenea von Dr. Robert a un AUBEOEN: 59 
Dermatoptera (Forficulidae) von Dr. Robert Lucas ALL u ZEN) 
Brhemeridservon ’DrRobert Lucas II EIWER, 62 
Osensta von Dr Robert Lueas . 2% „small 64 
Pleeoptera von Dr: Robert Lucas. . . . .. + »arısaaiels 69 
Orckoptera von Dr, Robert Lucas .. ini Ina eikihays 69 
Thysamoptera von. Dr. Robert Lucas! .. . „neluinannnsn.‘ 99 
Corrodentıs.von.Dr. Bobert Lucas-. . . . . zmöotämas!! 108 
Rhynehota von Dr. Robert Lucas . . . tan 108 
Homoptera und Hemiptera von Dr. Robert area URN 
Newropters von Dr. Kobert luucas... ... x -1.%2.0 0% „301 
Panorpataeıyon Der Robert Bucas . . .... .... . 4158 
Trieckoptersa von Dr. Robert Ducas.. . „. . „nn 4’. 153 
Lepidoptera von Dr. Robert Lucas. . . . 154 
Anhang zu vorstehenden Abtheilungen von Dr. Ro b er t Eu cas... 299 
Bymenoptersa von.DrH Stazdelmannı.. "2... 2, 303 
PipterarvomDr. Benno Wandolleck.. ... “ . „m... 7361 
NpRanıptera von Dr. Benno Wandolleck. ‘. '-'..... ..... "425 
Elespberanvonr HUJ Rohe md. Belenhle uar 427 
Verzeichniss der Publicationen . . . 427 
Litterarische Hülfsmittel, Bibliographie, Nemenelakur m 
lungen . . . insel 
Anatomie, Morholese Beate Bere Te 475 
Metamorphose, Verwandlungsstadien, Copulation, Eiablage, Bint 
BT Pe Rent inte ee er rain ABB 
Biologie. ....... ER RE ne ae MASO 
Beziehungen zur Demane E ersehen DR a A 
Phaenologie . . . a Be 1a 0 CR SEAL 
Zoogeographie und Famistik . Ve ep Ser en ner 2) 
Paläontologie. . . 2 SURDERRT IN EN BEREIT, | 513 
Systematik, Ealene etc, Be a We RAHMEN. -5L5 
Biographieen von Coleopterologen . . » . 2 2 22.2.2... 516 
Spezielle Systematik der Familien . . . . 2. 2 2.2.2.2. 516 
Miysiapoda von Dr. Carl Verhoetf!. Dr... 172927 665 
Verzeichniss der Pußliesuonen! I Dim... Een. »*655 
Uebersicht der Nova a ee na ee MORE BT A 


Schlussbemerkungen . . . » ne Ne ANERIR LER RENZZ 


VI 


Seite 

Arachnoidea von Dr. Robert Lucas . . . 2. 2 2 2 2202. ..679 
Verzeichniss der Puhlikahionen 2.2 2... 2 a0. 2 SD En 
Systematik. . .."o*, 717 


Der Bericht über Güstäden für die J a 1895 _ 97 Be: im 3. Heft 
des 63. Jahrganges (1897), welches im December 1904 zur Ausgabe gelangt. 


Drittes Heft. 
(Ausgegeben im Juli 1903.) 


Dr. von Linstow in Göttingen. Bericht über die wissenschaftlichen 
Leistungen in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1897. 


Allgemeimen ne 2 ERNEUTE sl or EIERERE 1 
Nematoden. . . . IE LITE A Re Se 3 
Gordiiden und We en read Me 20 
Acanthocephälen, . . Kaum. LIadusi:ad ira iTelEREHE 22 
Trematoden 2 rn ara Iso ker BIS 23 
Gestodemi I m Sr a rede. al er AI 29 


Dr. von Linstow in Göttingen. Bericht über die wissenschaftlichen 
Leistungen in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1898. 


Algonfeines. ug. Gy. ee a 38 
Nemiatedenz Annie A ea en Br te re ae ai 40 
Gorduden. und. Mermis.. .. eek una a 54 
‚Kcanthocephalen.. A, ldap Sr At ae ae DE 56 
Trematoden; is: 1%. "2... vera [ea r Sauer). 2 Me 57 
Gestoden: Nas-dae Sarah ra a er. var san WR 65 


Dr. von Linstow in Göttingen. Bericht über die wissenschaftlichen 
Leistungen in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1899. 


ANBEMEMER" Sauer . KNEELETEDRIEINE, SDR NE RÄENLE. (SA EA FRE 12 
Nematoden. . . . EN We BL En, 79 
Gordiiden und Mermis EB OL AM E NEESIRUT TUNG,  PARHNRERESEEEE 96 
Artanthaeephalen. nl A EHDENIATTEES VI PAPIER 98 
Trematoden, so 0 a N ee ne 98 
Bestoden: 4 u nu ne u, 


Dr. Maximilian Meissner. Bericht über die Brachiopeden- 
Litteratur des Jahres 1894. 


Verzeichniss der Publikationen 22... Se ee 12.9 
Kaunistikh He ZEN RENNER: ale er Se a 0 
Systematik... We > alarehnaln ne ee 


Dr. Anton Collin (Berlin). Bericht über die Rotatorien- und 
Gastrotrichen-Litteratur im Jahre 1895. 
I. Verzeichniss der Publikationen mit Inhaltsangabe . . ... . 131 
IT. "Faunistik 7. 1... 5% Teer Zen ylentatr. Seel 
III. "Systomaßikr. 07.207. NE LT Re te re er 


Dr. Oskar Carlgren in Stockholm. Jahresbericht über die Anthozoen 


für die Jahre 1892 und 1893. 
Liste der Arbeiten . 
Entwicklung. Regeneration 
Morphologie, Anatomie, Histologie 
Biologie, Physiologie ä 
Systematik, Faunistik . : 
Neue Tribus, Familien, Genera und oe. 
Fossilia . 
Riffbildung . 


Dr. W. Weltner. Bericht über die ann in er Sponsieicer: 


während der Jahre 1899—1901. 
Recente Spongien. 


Litteraturverzeichniss . 

Allgemeines . 

Methode ; 
Schwammzucht und Sams 
Anatomie und Histologie 
Nadelnomenclatur . 

Physiologie 2 
Parasiten und omneralen ö 
Ontogenie . 

Phylogenie. ; 

Systematik nnd Ranierik 


Litteratur über fossile Spongien . 


Dr. S. Prowazek. Protozoendbericht für das Tal 1889. 


Allgemeines 
Faunen . 
Rhizopoda . 


. Mastigophora , 


Sporozoa 


. Ciliata . OR 2 Te DL Ne N en Be en. ee 
Dr. S. Prowazek. Protozoenbericht für das Jahr 1890. 


Allgemeines 
Rhizopoda . 
Foraminifera . 
Heliozoa 
Radiolaria . 
Sporozoa 
Flagellata . 


. Ciliata . 
. Suctoria 


vu 


Seite 


145 
149 
155 
163 
167 
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178 


182 
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195 
198 
203 
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211 
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214 
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227 
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259 
263 
263 
265 
267 
268 


271 
275 
278 
278 
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280 
283 
287 
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Bericht 


über 
die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel 
während des Jahres 1895. 


Von 
C. E. Hellmayr. 


I. Allgemeines, Geschichte, Museologie, Taxidermie. 


A. Andreae. Führer durch die Eiersammlung des Roemer- 
Museums in Hildesheim. Hildesheim 1895, 8°, 12 pg. 

F. Anzinger. Unsere Vogelnamen und ihre Entstehung. Mitth. 
ornith. Verein Wien XIX p. 71— 74. 

Giebt eine Anzahl interessanter Erklärungen der Vulgärnamen 
der Vögel und Hinweis auf die Forschungen der Brüder Grimm u. A. 

E. Baldamus. Nachruf, Auk XI p. 9. 

E. Baumann. Nachruf, Orn. Monber. III p. 168. 

F.E. Beddard. A Text-book of Zoogeography. Cambridge 1895. 

Auch die Verbreitung der Vögel wird mehrmals berührt. Be- 
richtigungen dazu Ibis (7) I p. 489. 

Ueber Boucards Vogelsammlung. Ibis (7) I p. 509. 

E. E. Brewster berichtet über einen Apparat zum Ausblasen 
der Eier. Auk XII p. 196—198. 

J. S. Cairns. Todesanzeige, Auk XII p. 315. 

J. Coburn. On the Hepatic Plumage of the Cuckoo. Zool. 
XIX p. 321—-325. 

Verfasser beschreibt zwei Exemplare von Ü. hepaticus, welche 
im Mai erlegt worden sind, und meint, dass diese Färbungsphase 
das Uebergangskleid des jungen 2 im folgenden Frühjahr darstelle; 
das seltene Vorkommen der Form in England sei dadurch zu er- 
klären, dass die Vögel bereits umgefärbt sind, wenn sie hier im 
Frühjahr eintreffen. 

E. Coues. Gätke’s Heligoland. Auk XII p. 322—346. 

Ch. Dixon. The Migration of British Birds, including their 
Post Glacial Emigration, as Traced by the Application of a Law of 
Dispersal. London 1895. 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 1 


E 


[SS 


C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Die Enthüllungsfeier des Brehm-Schlegel- Denkmals zu 
Altenburg am 30. Sept. 1894. Altenburg 1895. 

Enthält den Festbericht von O. Koepert und eine Darstellung 
des Lebens und der wissenschaftlichen Thätigkeit der beiden Brehm 
und H. Schlegel von R. Blasius. 

H. Gätke. Heligoland as an Ornithological Observatory, the 
Results of fifty years Experience Translated by R. Rosenstock. 
Edinburgh 1895. 

W.R. Ogilvie-Grant. A Handbook to the Game Birds. Vol. I. 
Sandgrouses, Partridges, Pheasants. (Allen’s Naturalists Library) 
London 1895, 8°, 308 pe. 

Eine monographische Behandlung der Hühnervögel in volks- 
thümlicher Darstellung. 21 Tafeln in Farbendruck. Kurze Beschrei- 
bung der Arten mit Angabe der wichtigsten Synonymie und der 
Verbreitung. 

Desselben, Reise nach den Selvages Inseln. Orn. Monb. 
II p. 68. 

E. Hargitt. Todesanzeige, Auk XII p. 315; Nachruf, Ibis (7) 
I p. 302. 

J. E. Harting. On the Hepatic Plumage of the Cuckoo. Zool. 
XIX p. 257—263. 

Verfasser weist nach, dass Cuculus rufus Bechst. nicht mit C. 
hepaticus Sparrm. identisch ist. Ersterer beschreibt den jungen 
Vogel im Herbstkleid mit weissen Flecken auf dem Rücken, Sparr- 
mann das Kleid mit schwarz und rotbraun gebändertem Rücken 
ohne weisse Flecken. Verf. meint, dass dieses Kleid aus dem ersten 
Jugendkleide durch Verfärbung gewonnen werde und dann im 
folgenden Frühling durch Mauser in das graue Alterskleid übergehe. 
Wahrscheinlich kommt es nur beim Weibchen vor. 

G. Hartlaub. Ein Beitrag zur Geschichte der ausgestorbenen 
Vögel der Neuzeit sowie derjenigen, deren Fortbestehen bedroht 
erscheint. Abhandl. naturw. Ver. Bremen XIV HeftI p. 1—43 und 
Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 152—154. — 19 Arten sind bereits 
ausgestorben und 16 weiteren droht dasselbe Schicksal. Der 
schlimmste Feind der Vogelwelt ist die Cultur. 

F. W. Headley. The Structure and Life of Birds, with 
seventy-eight Illustrations.. London & New York 1895. 

Das Buch soll dem Vorworte nach eine Darstellung der Ent- 
wicklung der Vögel von ihren reptilienartigen Vorfahren und der 
Veränderuug ihres anatomischen Baues geben. Es bespricht ferner 
die physiologischen Vorgänge des Vogelkörpers, die Erscheinungen 
der Lebensweise, Instinet, Gesang, Flug und Wanderung und be- 
handelt die Grundsätze der ornithologischen Systematik. 

R. Holland. Herdenvögel in der griechischen Mythologie. Mit 
einem Anhange über Diomedes in Italien. Programm. Leipzig 1895. 
Th. H. Huxley. Todesanzeige, Orn. Monber. III p. 135. 

J. W. Jenks. Nachruf, Auk XIl p. 94. 

F. A. Jentink vgl. C D. Sherborn. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 189. 3 


G. N. Lawrence. Nachruf von H. Schalow. Orn. Monber. IIl 
p. 103. 

Derselbe. Nachruf von P. L. Sclater. Ibis (7) I p. 411—412. 

M. Lessona. Storia naturale illustrata. Parte II: Gli Uccell. 
Milano 1895, 8°, 935 S. c. incisioni. 


K. Th. Liebe. Ornithologische Schriften. Gesammelt und 
herausgegeben von Ö. Hennicke. Ergänzungsband. Gera 1895, 8°, 
46 8. 

W. Marschall. Der Bau der Vögel. Mit 229 in den Text 
gedruckten Abbildungen. Leipzig 1895, Kl.8°%, VI u. 4628. — 
Nach einer kurzen Einleitung über den Bau der Vögel behandelt 
der Verfasser in 8 Capiteln Skelett, Muskulatur, Nervensystem und 
Sinnesorgane, Haut und Hautgebilde, Verdauungstractus, Athmungs- 
organe, Blut- und Circulationsapparat, Harn- und Geschlechtsorgane. 
Eine grosse Zahl guter Abbildungen erläutert den Text. 


A. G. More. Nachruf von H. Saunders. Ibis (7) I p. 410—411. 


G. S. Morris. Notes and Extracts from a letter of Edward 
Harris. Auk XII p. 225—231. 


Leon Olphe-Galliard. Nachruf von R. Blasius. Orn. Jahrb. 
p. 1—7. — Biographie und Schriftenübersicht des verdienstvollen, 
französischen Ornithologen. 

R. Peck. Todesanzeige, Orn. Monber. III p. 86. 

G. Radde. Bericht über das Kaukasische Museum und die 
öffentliche Bibliothek in Tiflis für das Jahr 1894 und 1895. Tiflis 
1895. — Schilderung der Reise des Verf. in das östliche Steppen- 
gebiet am Fusse des Kaukasus und das dahinter lagernde Gebirge. 
Bericht über die Vermehrung der Sammlungen des Museums und 
der Bibliothek. 

R. H. Read. The nature, distribution and uses of the colours 
of birds. N.-Staff. Nat. Field Club 1895 p. 53—78. 

John H. Sage. On Historic Letter. Auk XI p. 359-362. — 
Ein Brief an Alexander Wilson. 

Schenkling-Prevöt. Die Ornis in der materia medica. Orn. 
Monber. III p. 21—24, 37—40. — Behandelt die Verwendung der 
Vögel in der Heilkunde der Vorzeit. 

P.L. Selater. Ueber das Museum in Zürich. Ibis (7) I p. 168. 

A. Forbes Sealy. Todesanzeige. Ibis (7) I p. 301. 

A. Seebohm. Classification of Birds; an attempt to Diagnose 
the Subelasses, Orders, Suborders and Families of existing Birds. 
Supplement. London 1895. — Ergänzungen und Berichtigungen zu 
der 1890 erschienenen Abhandlung des Verfassers. Die Classe ist 
in 5 Subelassen getheilt: Spheniscomorphae, Pelargomorphae, Co- 
raciomorphae, Aegithomorphae und Dromaeomorphae. Diese Sub- 
classen sind in 31 Suborders eingetheilt. 

C. D. Sherborn & F. A. Jentink. On the Dates of the Parts 
of Siebolds „Fauna japonica“ and Giebels „Allgemeine Zoologie“ 
(first edition). Proc. zool. Soc. London 1895 p. 149 —150. 


1* 


4 C. E. Hellmäyr: Bericht über die Leistungen 


A. C. Smith. Memoirs of Mr. John Legg, of Market Lavington, 
Wilts: an advanced Ornithologist of the 18th Century. Wiltshire 
Archaeol. & Nat. Hist. Mag. XXVIH p.5ff. — Gegenstand dieser 
kleinen Abhandlung ist ein ganz in Vergessenheit geratener Orni- 
thologe, der sich besonders mit der Frage des Vogelzuges beschäftigte. 

D. Le Souef. A Trip to North Queensland. Viet. Natur. XI 
p. 3. — Expedition zur Beschaffung lebender Thiere für den zoo- 
logischen Garten in Melbourne. 

W. Stone. The Priority of the Names Calliste, Aglaia and 
Calospiza and their Use in Ornithology. Proc. Ac. N. Sci. Philad. 
1895 p. 251—252. — Calliste ist von Poli 1791 als Callista für 
Mollusken, Aglaia von Renier 1804 für Würmer vergeben. Die 
Tanagridengattung muss daher Calospiza Gray 1840 heissen. 

A. v. Stryek. Verzeichniss estnischer Vogelnamen. Sitzber. 
Naturf. Ges. Univ. Dorpat X (1895) p. 473—483, 553 — 597. 

The Museum. A Journal devoted exclusively to research in 
Natural Science. Albion, New York 1895. — Die Zeitschrift, heraus- 
gegeben von W.F. Webb, ist in erster Linie dazu bestimmt, den 
Tausch- und Kaufverkehr naturwissenschaftlicher Sammler zu ver- 
mitteln. 

The Pheasant. Natural History, by the Rev. H. A. Macpher- 
son; Shooting, by A. J. Stuart Wortley; Cookery, by Alex. Innes 
Shand. With Illustrations. London 1895, 8°, 265 8. 

E. Schäff. Ormnithologisches Taschenbuch für Jäger und Jagd- 
freunde. Mit 18 vom Verfasser gezeichneten Abbildungen. Zweite 
Auflage, 1896 (Oktober 1895 erschienen!), 8°, 193 8. 

d’A. W. Thompson. A Glossary of Greek Birds. Oxford 1895, 
8°, 2628. — Erklärung der in der altgriechischen Litteratur vor- 
kommenden Vogelnamen nebst Anführung erläuternder Stellen aus 
verschiedenen Autoren. 

H. B. Tristram. On Use and Abuse of Generic Terms. Ibis 
(7) Ip. 130— 133. — Wendet sich gegen allzu weitgehende Gattungs- 
zersplitterung. 

V. von Tschusi zu Schmidhoifen. Was ist Cyanecula .orien- 
talis Chr. L. Br.? Orn. Jahrb. VI p. 269—271. — Führt die „Form“ 
auf ein Verfärbungsstadium von ©. swecica zurück. 

R. Vögler. Der Präparator und Conservator. Eine praktische 
Anleitung zum Erlernen des Ausstopfens, Konservirens und Skelet- 
tirens von Vögeln und Säugethieren. Mit 34 Abbildungen im Text. 
Magdeburg 1895. 

E. Zimmermann. Nekrolog auf K. Th. Liebe, mit Schriften- 
übersicht. Jahrb. Geolog. Landesanstalt Berlin 1895, 8°, 668. mit 
Porträt. 

Zuwachs der ornithologischen Sammlung des Museums in 
Berlin. Orn. Monber. III p. 103 — 104. 

Zuwachs der ornithologischen Sammlung des Brit. Museums. 
ebenda p. 51. 


es 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 5 


II. Anatomie, Physiologie und Entwicklung. 


6. Albini. Sull’ acqua di sdoppiamento e d’ossidazione or- 
ganica della Civetta (Strix noctua). Atti Inst. Napoli (2) VII p. 1—11 
und Arch. ital. Biol. XXIV p. 161—173. 

Derselbe. Parallelo fra le perdite invisibili di peso, notturno 
e diurne, del Parus major e del Parus (Poecile) palustris. Rend. 
Ac. Napoli (3) I p.31—38. 

D. Barfurth. Versuche über die parthenogenetische Furchung 
des Hühnereies. Mit 2 Tafeln. Arch f. Entwicklgsmech. I p. 303 
— 8351. 

P. Bartheis. Beitrag zur Histologie des Oesophagus der Vögel. 
Zeitschr. wissensch. Zool. LIX p. 655—689, mit 2 Tafeln. 


J. Bernstein. Ueber das angebliche Hören labyrinthloser 
Tauben. Arch. ges. Phys. LXI p. 113 —122. — Wenn Schallreac- 
tionen eintreten, so werden sie durch die sensiblen Organe der 
Haut vermittelt. 

G. Buchet. Note preliminaire sur certains mouvements auto- 
matiques de la main des Oiseaux. Bull. Soc. Philomat. VII p.5—8. 


R. y Cajal. Sobre unos corpüsculos especiales de la retina de 
las aves. Anal. Soc. Espan. Hist. Nat (2) IV (24) Actas p. 128—130. 

A. Dehler. Beitrag zur Kenntniss des feineren Baues der 
rothen Blutkörperchen beim Hühnerembryo. Mit 1 Tafel. Arch. f. 
mikrosk. Anat. XLV p. 412—430. 

6. Durand. Disposition des muscles dans l’iris des oiseaux. 
Compt. rend. Soc. Biol. Paris (9) V p. 137—140. 

Derselbe. Döveloppement des muscles de l'iris chez l’embryon 
de poulet. 1. c. p. 242—243. 

G. Fabani. La temperatura degli Uccelli. Boll. Nat. Collett. 
(Riv. Ist. Sc. Nat.) XV p. 36—37. 

Derselbe. Il senso musicale negli Ueccelli. ibid. p. 17—19. 

Ch. Fere. Le poids de l’oeuf de poule envisage au point de vue 
de la töratog&nde experimentale. ©. R. Soc. Biol. Paris X p. 839—840. 

Derselbe. Note sur les effets difförents sur l’&volution de 
l’embryon du poulet d’une möme substance, suivant les doses. 1. c. 
p. 673—677. 

Derselbe. Note sur l’influence de l’exposition prealable des 
oeufs de poule aux vapeurs de phosphore sur l’&volution de l’em- 
bryon. 1. c. p. 677—678. 

Derselbe. Note sur les difformites congenitales des membres 
inferieurs chez les oiseaux. |. c. p.309—-311. 

A. Fischel. Zur Entwicklung der ventralen Rumpf- und der 
Extremitätenmuskulatur der Vögel und der Säugethiere. Morphol. 
Jahrb. XXIII p. 544—561. 

A. J. Gabrielides. Recherches sur l’embryologie et l’anatomie 
comparee de l’angle de la chambre anterieure chez le poulet et 
’homme. Muscle dilatateur de la pupille. Paris 1895, 46 S, 


6 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


H. Gadeau de Kerville. Sur l’existence de trois coecums 
chez des Oiseaux monstrueux. Avec 2 fisg. dans le texte. Compt. 
Rend. 23. sess. Assoc. franc. Avanc. Sci. Caen 1894 p. 652—656 (Paris 
1895, 8°). 

T. Garbowski. Zur Beurtheilung vertebraler Regionen bei 
Vögeln. Anat. Anz. XI p. 444—454. — Verfasser versucht den 
Nachweis, dass an der Wirbelsäule der Vögel nur vier (nicht fünf) 
Regionen, nämlich Hals, Brust-, Kreuz- und Schwanzregion zu unter- 
scheiden sind. Für ihre Bestimmung ist nur die endgültige Aus- 
bildung des Axenskeletts massgebend. 

Derselbe. Ein Fall sternosacraler Scoliose bei Tetrao [tetrix 
g]. Zool. Anz. XVII p. 491—49. 

E. A. Goeldi. Opisthocomus cristatus besitzt in seiner Jugend 
(und bloss dann) ein Krallenpaar an jedem Flügel. Orn. Monber. 
III p. 69—71. | 

W.R. Ogilvie-&rant macht auf das Vorhandensein von Supra- 
orbital Knochen bei Arboricola aufmerksam, welche bei Tropicoperdix 
fehlen. Bull. Brit. Club IV p. XXIII. 

S. Kaestner. Ueber künstliche Kälteruhe von Hühnereiern 
im Verlauf der Bebrütung. Arch. Anat. & Phys. 1895, Anat. Abth. 
p. 319—338. 

F. A. Lucas. Deep flexor Tendons of Macropteryx. Ibis (7) 
I p. 300—301. 

Derselbe. The Deep Plantars in the Trochilidae. 1. c. p. 298 
—299. 

Derselbe. The Weapons and Wing of Birds. Rep. U. S. Mus. 
for 1893 (1895) p. 653—663 t.1. — Ueber den Sporn am Flügel- 
bug der Charadriiden, Parriden, Chauna u. s. w. Eigenthümlich ist 
das Auftreten von Hautlappen am Schnabel, die um so grösser sind, 
je stärker der Sporn entwickelt ist. So haben z. B. die asiatischen 
und afrikanischen Parra-Arten, welche bloss verkümmerte Sporen 
zeigen, keine Hautlappen, dagegen sind letztere sehr wohl ausge- 
bildet bei den amerikanischen Arten, welche auch mit starkem 
Flügelsporn bewaffnet sind. Als Waffe dienen sie kaum, sind also 
wohl als vererbte Eigenthümlichkeit anzusehen. 

Derselbe. Additional Characters of the Macropterygidae. 
Auk XII p. 155—157. — Anatomische Unterschiede zwischen Macro- 
pterygidae und Micropodidae werden erörtert und durch Text- 
abbildungen erläutert. 

Derselbe. [The Tongues of Birds. Auk XII p. 186—-187. 

Derselbe vgl. auch J. Beal, Vlld S. 54. 

R. Marchesini. De sanguinir genesi in ossium avium medulla. 
Zool. Res. Romae ann. I, 1895, p. 41—48, cum 1 tab. 

Js. Martin. Contribution & l’etude de la structure interne de 
la melle epiniere chez le Poulet et chez la Truite. Avec 2 planch. 
La Cellule XI p. 55—80. 

A. B. Meyer. Abbildung von Vogelskeletten. Herausgegeben 
mit Unterstützung der Generaldirektion der Kgl. Sammlungen für 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 7 


Kunst etc. in Dresden. Lief: XIX—XXI p.55—92, t. CLXXXI 
— COX. 

P. Chalmers Mitchell. On the Anatomy of Chauna chavaria. 
Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 350—358. — Eingehende Beschreibung 
der anatomischen Verhältnisse von C. chavaria. 

Derselbe. On the Proventricular Crypts of Pseudotantalus 
ibis. Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 271— 273, t. 17. 

St. George Mivart. On the Hyoid Bone of certain Parrots. 
l. c. p. 162—174. — Beschreibung und Abbildung der Hyoidea von 
7 Species. Bei den Loriidae geschlossene Parahyalbogen, bei Psit- 
tacus und Strigops sind diese nur durch kurze Fortsätze angedeutet. 

Derselbe. The Skeleton of Lorius flavopalliatus compared 
with that of Pittacus erithacus. Part. I. Proc. zool. Soc. London 
1895 p. 312-337; part IL, 1. c. p. 365—399. — Eingehende, durch 
Holzschnitte im Text erläuterte Beschreibung der Abweichungen 
zwischen den Skeletten von Psittacus und Lorius. 


J. E. S. Moore. On the Spermatogenesis in Birds. Rep. 65. 
Meet. Brit. Ass. Ipswich, 1895, p. 735—736. 


N. W. Nassonow. Zur Entwicklungsgeschichte des afrikanischen 
Strausses (Struthio camelus L.). Theil II, Arb. zool. Cab. Univ. 
Warschau 1895 p. 49)—88 mit 3 Tafeln (Russisch!). 

Derselbe. Ueber das Operculum der Embryonen von Struthio 
camelus L. Zool. Anz. XVIII p. 487—489. 

W. v. Nathusius. Einschluss eines Hühner-Eies, Knorpel-, 
Knochen- und Bindegewebe enthaltend. Arch. mikrosk. Anat. XLV 
p-654— 692. — Nach eingehender Erörterung des vorliesenden Falles 
und Besprechung von ähnlichen, früher beschriebenen Eieinschlüssen 
gelangt der Verfasser zu dem Schlusse, dass „solche bisher als Räthsel 
erschienenen Eieinschlüsse wahrscheinlich Fälle parthenogenetischer 
Entwicklung von Zwillings-Eizellen oder Doppel-Eiern und ihrem 
Wesen nach dasselbe, als die merkwürdigen Ovarial-Cysten des 
menschlichen Weibes seien“. 

A. Oppel. Ueber die Muskelschichten im Magen der Vögel. 
Anat. Anz. XI p. 167—172. 

F. R. Rowley. Casae of Suppression of the fore-limb in the 
common fowl. Zool. Anz. XVII p. 6—7. 

R. W. Shufeldt. On the Osteologie of certain Cranes, Rails, 
and their Allies, with Remarks upon their Affinities. Journ. Anat. 
& Physiol. XXIX p. 21—34. — Verfasser theilt die Paludiolae in 
die Superfamilien: Gruoideae mit den Familien Gruidae und Ara- 
midae (incl. Psophia) und Ralloideae mit der Famile Rallidae. 

J.M. Soum. Deuxi&me note sur les sacs aeriens des oiseaux. 
Ann. Soc. Linn. Lyon (2) XLIII p. 149— 161. 

V. Thebault. Note sur le nerf intestinal des Oiseaux. Avec 
1 figure. Bull. Mus. Hist. nat. Paris 1895 p. 203—205. 

Derselbe. Sur le nerf de la voix chez les oiseaux. |. c. 
p- 237—238. 


8 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Derselbe. Nerfs cordiaques sympathiques des oiseaux. 1. c. 
p. 270— 271. 

K. F. Wenckebach. Die Follikel der Bursa fabrieii. Anat. 
Anz. XI p. 159—160. 


III. Fuss- und Schnabelform, Federn, Farben, 
Mauser, Flug. 


E. Alix. Le vol saut& ou Theorie du vol saute, precedee d’une 
etude sur l’appareil locomateur du martinet, de l’hirondelle et de 
V’engoulevent. Paris 1895, 8°, VII und 139 S. mit 51 fig. 


H. Barrett-Hamilton. [Notes on Astur palumbarius]. Ibis 
(7) I p. 166. — Ueber das Halten der Fänge des fliegenden Habichts. 


St. Cherne! von Chernelhäza. Fängehaltung des fliegenden 
Circus aeruginosus L. und Asio otus L. Orn. Monber. II p. 26—27. 
— Beide Arten halten im Fluge die Beine nach rückwärts gestreckt 
in den Unterschwanzdecken verborgen. 

H. L. Clark. The Pterylography of certain American Goat- 
suckers and Owls. Proc. U. S. Nat. Mus. XVII (May 1895) p. 551 
—572. — Verfasser behandelt die Pterylose von Phalaenoptilus, 
Antrostomus, Nyctidromus und Chordeiles in Ausführlichkeit, ebenso 
werden die pterylographischen Verhältnisse von Asio accipitrinus 
und Megascops asio besprochen. Auf Grund seiner Untersuchungen 
kommt Verfasser zu dem Schlusse, dass die Caprimulgiden mit den 
Striges verwandt seien. 

C. Floerieke. Wie halten fliegende Vögel ihre Beine. Orn. 
Monber. III p. 140—141. — Auch die Ringeltaube hält die Beine 
nach hinten ausgestreckt, die Schneeammer hingegen lässt sie lange 
herabhängen. 

M. Fürbringer. Untersuchungen zur Morphologie und Syste- 
matik der Vögel. Ausz. von f. Helm. 18. Stück ; Biol. Centralbl. XVI 
p. 472—480; 19. Stück; 1. ec. p. 497 — 511. 

J. H. Gurney. On the Effect of Westerly Wind on the flight 
of Gulls (Laridae) and other Birds. Ibis (7) I p. 423—431. 


E. Hartert. Nochmals Beinhaltung des fliegenden Raubvogels 
und anderer Vögel. Orn. Monber. III p. 24—26. — Wirft u. A. die 
Frage auf, wie die Hühnervögel im Fluge ihre Beine halten. 

Derselbe. Further remarks on the mode of carriage of the 
legs in the birds of Prey. Ibis (7) I p. 133—139. 

J. E. Harting. The Speed of Homing Pigeons, with one 
diagr. Zool. XIX p. 441—446. 

E. W. H. Holdsworth. On the Position of the feet of Birds 
during flight. Ibis (7) I p. 479-—-484. — Alle beobachteten Arten 
halten die Beine nach rückwärts ausgestreckt. 

A. v. Homeyer. Wie hält Corvus cornix die Füsse im Fluge. 
Orn. Monber. III p. 71--72. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 9 


G. Meade Waldo. [On Mr. Harterts opinion on the mode of 
carriage of the legs in the birds of prey]. Ibis (7) I p. 167. 

J. C. H. de Meijere. Ueber die Anordnung der Federn der 
Vögel. Vorläufige Mittheilung. Zool. Anz. XVII p. 56—57. 

Derselbe. Ueber die Federn der Vögel, insbesondere über 
ihre Anordnung. Mit 20 Figuren im Text. Morphol. Jahrb. XXI 
p. 562—591. — Beschreibt die verschiedenen Formen von Faden- 
federn im Vogelgefieder. Diese schaaren sich in wechselnder An- 
zahl um die Konturfedern, finden sich aber auch häufig bei Dunen- 
federn. Bezüglich der Bedeutung und Entstehung ist Verfasser der 
Ansicht, dass die Vögel einer früheren geologischen Epoche eine 
gleichmässigere und reichere Befiederung besessen hätten als jetzt. 
Die Federn waren in Gruppen geordnet, in denen eine in der Mitte 
stehende Feder von den anderen nicht verschieden war. Später 
nahmen diese Mittelfedern auf Kosten der übrigen an Grösse und 
Manmnigfaltigkeit zu und jetzt bilden die Fadenfederchen nur Reste 
eines üppigen Federwuchses. Zuletzt wird die Befiederung ver- 
schiedener Arten beschrieben mit Berücksichtigung der Formen der 
einzelnen Federn. 

C. Milla. Die Flugbewegung der Vögel. Mit 27 Abbildungen. 
Leipzig & Wien 1895. 

Derselbe. Ueber die Schnelligkeit des Wanderfluges der 
Vögel Mittheil. orn. Ver. Wien XIX p. 40—42, 56—58. 

N. Nassonow. Ueber Pterylosis der Embryonen von Struthio 
camelus. Mit 8 Figuren im Text. Zool. Anz. XVIII p. 277—280. 

W. Nauwerk. Wie hält der fliegende Raubvogel seine Beute. 
Orn. Monber. IH p. 111—112. — Die Beute wird in den gerade nach 
rückwärts ausgesteckten Fängen getragen. 

W.P. Pyeraft. On the Pterylography of the Hoatzin, Opistho- 
comus cristatus. Ibis (7) I p. 345—373, t.9—11. — Genaue Be- 
schreibung und bildliche Darstellung der Pterylose von O. hoazin. 

Derselbe. A contribution to the Pterylography of the Tinami- 
formes. 1. c. p. 1-21, t. 1—3. — Pterylographie von Calodromus 
elegans, Rhyrichotus rufescens und Nothura maculosa. — Berichti- 
gung zu dem Aufsatz. 1. c. p. 507—509. 

A. Reichenow. Gabelweih im Fluge kröpfend. Orn. Monber. 
II. p. 126— 127. 

0. Roeper. Das elastische Ruder. Ein Beitrag zur Theorie 
des Vogelfluges. (Als Manuskript gedruckt.) Hamburg 1895. — 
Hauptsächlich physikalischen Inhalts. Beachtenswerth ist die Ver- 
muthung des Verfassers, dass das Kreisen der Vögel ohne Flügel- 
schläge durch Schwingungen der Schwanzfedern ermöglicht werde. 

Ram Bramha Sänyäl. On the Moulting of the Great Bird of 
Paradise, with brief Notes upon its Habits in Captivity. Proc. zool. 
Soc. Lond. 1895 p. 541—542. — Bei einem Exemplar von Paradisea 
apoda im Calcutta zoologischen Garten begann die Mauser der 
Schmuck- und Schwanzfedern um Mitte Februar, erst Mitte Mai 
hatte es alle verloren mit Ausnahme des drahtförmigen, mittelsten 


10 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Schwanzfederpaares, die gar nicht gewechselt wurden, sondern in 
der Mitte abbrachen. Die samtartige Befiederung des Kopfes, Halses 
und der Kehle wurde Ende Juli gewechselt. Erst Mitte October 
war die Mauser völlig beendet. 

Schenkling - Prevöt. Vom Vogelflügel und Vogelflug. Orn. 
Monber. IH. p. 105—111, 121—124. — Verfasser versucht die Phy- 
logenie des Vogelflügels nnd die Entwickelung des Vogelfluges dar- 
zustellen und beschäftigt sich endlich noch eingehend mit den Flug- 
maschinen. 

J. Talsky. Wie hält der fliegende Raubvogel seine Beine? 
Orn. Monber. IH. p. 40--42. 

V. Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen. Ständerhaltung 
im Fluge. Orn. Jahrb. III. p. 59 — 60. 

E. Ziemer. Wie die fliegenden Raubvögel ihre Fänge halten. 
Orn. Monber. II. p. 89—94. — Alle beobachteten Arten hielten die 
Beine nach hinten unter den Stoss ausgestreckt. 


IV. Spielarten, Bastarde, Hahnfedrigkeit, 
Missbildungen. 


A. W. Anthony berichtet über einen Albino von Regulus ca- 
lendula. Auk XH p. 181. 

E. Arrigoni degli Oddi. Sopre einque hibridi selvatici del 
genere Fringilla colti in Italia. Atti Soc. ital. Sci. nat. XXXV 
. 33—40. 

A. Banchi. Sopra due case die Mostruositä doppia in giovane 
Embrioni di Pollo, Con 1tav. Monit. Zool. Ital. ann. VI. p. 126—136. 


A. Trevor-Battye bespricht eine weisse Varietät der Bernicla 
trenta von der Kolgujeff Insel. Bull. Brit. Club IV. No. 26. 


W. L. Buller beschreibt Albinos von Stringops habroptilus und 
Apteryx oweni; Trans. N. Z. Inst. XXVII. p. 134 ff. 

A. &. Butler. Supposed Hybrid between Blackbird and Thrush; 

Zool. XIX. p. 233. 
a F. Cipolla. Metacromatismo di Emberiza citrinella L. Atti 
R. Ist. Venet. Se. lett. ed. arti (6.) VI. disp. 8&—9. 

R. Collett. On a melanistic phase of Uria grylle. Christ. Vid. 
Selsk. Forh. No. 1 1895. — Eine schwarze Varietät der Art wird 
beschrieben und festgestellt, dass sich die Namen U. motzfeldti 
Benicken und U. unicolor Fab. auf solche Stücke gründen. 

0. Haase. Albino von Turdus merula im Berliner Thiergarten. 
Orn. Monber. III p. 44. 

K. G. Henke. Noch einmal Kackelwild und Hahnenfedrigkeit 
(als Erwiderung auf Herrn Lorenz’ Rechtfertigung). J. f. Orn. XLHI 
p. 247—248. — Wendet sich gegen die Ausführungen Th. Lorenz’ 
(siehe Bericht 1894 p. 10) bezüglich der Auffassung und Beurteilung 
des Kleides des Rackelwildes. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 189. 11 


S.D. Judd. An an pes of Columba livia. With one 
plate. Amer. Natur. XXIX p.5 

0. Koepert. Über eine ik von Turdus merula L. 
Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 70—71. — Eine graue, ins Hellbraune 
spielende Aberration wird besprochen. 

T. Lilford. Exhibition of and remarks upon a skin of a Duck 
believed to be a hybrid between the Mallard (Anas boschas) and 
the Teal (Querquedula crecca). Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 2—4. 
—— Verfasser hält auch A. bimaculata Penn. für einen solchen Bastard. 

G. Martorelli. Notizie ornithologiche sopre osservazione fatte 
nell’ anno 1894—95. Atti Soc. Ital. Sc. nat. XXXV p. 183—190. — 
Berichtet über einen Bastard von Ara macao J' u. A. militaris 9. 

J. A. North. Note on a Semi-Albino Specimen of Dacelo gigas. 
Rec. Austr. Mus. II p. 87—88. 

P. Pavesi. Sull’ importanza del melanismo uegli Uccelli. Atti 
Ac. Agiati. Rovereto 1895 (3) I fasc. 1. 35p. — Ülassification der 
Farbenabänderungen. 

E. Rey berichtet über ein auffallend gefärbtes Exemplar von 
Anas boschas. Orn. Monber. III p. 77. 

W. Rothschild. The white Swallows of Aylesbury. Nov. Zool. 
II p. 484. 

F. R. Rowley. Case of Impression of the left fore-limb in the 
common fowl, mit Textabbildung. Zool. Anz. XVII p. 6—7. 

H. Saunders berichtet über einen Bastard von Mareca penelope 
und Chaulelasmus streperus (bezw. Dafila acuta oder Querquedula 
crecca). Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 401. 

E. Schmitz berichtet über einen Albino von Sylvia atricapilla. 
Orn. Monber. III p. 98. 

A. Suchetet. Les Hybrides des Oiseaux et des Mammiferes 
rencontres A l’&tat sauvage. Ü. R. trois. Congr. scient. internat. tenue 
a Bruxelles du 3.—8. Sept. 1895. Bruxelles 1895. 8°. 24 p. — Nach 
einer Einleitung über den Hybridismus berichtet der Verfasser über 
die zu seiner Kenntniss gelangten Fälle, in welchen eine grössere 
Anzahl in den Arbeiten des Autors noch nicht angeführter Daten 
erwähnt werden. 

Derselbe. Les Oiseaux hybrides rencontres & l’&tat sauvage, 
Part. V. (Addition, Corrections et Examens d’apres nature). Lille 1895. 
— Der Theil schliesst die Arbeit ab und enthält neben Berichtigungen 
und Nachträgen eine Gesammtübersicht über die aufgeführten und 
beschriebenen Bastardarten. 

Derselbe. Sur un Turdus du Musee de Carlisle. Bull. Soc. 
zool. France XX p. 84—86. — Ueber einen Bastard von T. torquatus 
u. T. merula. 

W. Tegetmeier berichtet über Farbenvarietäten von Corvus 
frugilegus. Proc. zool. Soc. London 1895 p. 401. 


I C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


V. Palaeontologie. 


F. Ameghino. Sur les oiseaux fossiles de Patagonie. Bol. 
Inst. Geogr. Argent. XV p. 1—104, fig. 1—44. — Bericht über die 
grossen Funde fossiler Vogelreste in den argentinischen Pampas. 
Ausser der genauen Beschreibung der bereits früher publicirten Arten 
Phororhacos inflatus und P. longissimus werden noch die folgenden 
neu beschrieben n. sp.: Phororhacos modieus, Pelecyornis tabulatus, 
Brontornis platyonyx; n. g. Liornis floweri, Callornis giganteus, 
Physornis fortis, Cladornis pachypus (zugleich typus einer eigenen 
Familie), Palaeospheniscus robustus, Eoneornis australis, Eutelornis 
patagonicus, Loxornis clivus, Leptornis hesternus, Thegornis pata- 
gonicus (u. T. debilis n. sp.) und Badiostes patagonicus. 

C. W. Andrews. On some Remains of Aepyornis in the Hon. 
Walter Rothschild’s Museum at Tring. Nov. Zool. II p. 23—25. — 
Beschreibung von Aepyornisresten aus S. W. Madagascar. Ein Tarso- 
metatarsus und zwei femora werden auf A. titan gedeutet. Ein 
Metatarsus ist vermuthlich von Müllerornis rudis, welche Art so 
sehr von den andern Angehörigen dieses Genus abweicht, dass sie 
zum Typus der neuen Gattung Flacourtia erhoben wird. 

J. Hamilton. On the feathers of a small Species of Moa 
(Megalapteryx) found in a cave at the head of the Waikaia River, 
with a notice of a Moa-hunters Camping-place on the Old Man 
Range. Trans. N. Z. Inst. XXVII p. 232—238. — Ueber das Auf- 
finden von Federn einer kleinen Moa-Art, D. didinus und Be- 
schreibung eines Rastplatzes von Moajägern. 

Derselbe. Further contributions towards a bibliography of 
the Dinornithidae, the great extincet birds of New Zealand, usually 
called Moas. Suppl no.1; l.c. p. 228—231. 

F. W. Headley. The Claws of Archaeopteryx. Nat. Sci. VIp. 72. 

C.H. Hurst. The Structure and Habits of Archaeopteryx. 
Nat. Sei. VI. p. 112—122, t.1; p. 180—186, t.2; p. 244—248. — 
Skelett und Federn werden beschrieben. Verfasser meint, dass 
Archaeopteryx wegen seiner beweglichen Wirbelsäule kaum imstande 
gewesen sein dürfte, sich auf dem Boden aufrecht zu erhalten, viel- 
mehr zum Klettern befähigt gewesen sei. (Dagegen spricht doch 
wohl die Form der Füsse!) Er ist auch geneigt, der Archaeopteryx 
ein beschränktes Flugvermögen zuzuerkennen. 

F. W. Hutton. On the axial Skeleton in the Dinornithidae; 
Trans. N. Zeal. Inst. XXVII p. 157— 173. — Genaue Beschreibung 
des Skelettes der Moas. 

Derselbe. On the occurrence of a pneumatic foramen in the 
femur of a Moa. 1. c. p. 173—174, t. 9. 

T. J. Parker. On the Cranial Osteology, Ülassification and 
Phylogeny of the Dinornithidae. Trans. Zool. Soc. Lond. XIII pt. 11 
p- 373—431 t. 56—62. — Vergleichende Beschreibung des Schädels 
der verschiedenen Dinornisformen unter einander und mit dem der 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 13 


Ratiten. Hinsichtlich der Systematik gelangt der Verfasser zu 
folgender Gruppirung: 

l. Fam. Dinornithidae 

Subf. Dinornithinae Gen. 1. Dinornis. 
Subf. Anomalopteryginae. 
Gen. 2. Pachyornis, 3. Mesopteryx, 
4. Anomalopteryx 
Subf. Emeinae Gen. 5. Emeus. 

Phylogenetisch nimmt er drei Zweige an, die einem gemeinsamen 
Stamme entspringen: Rhea, Struthio und die übrigen Ratitae, von 
dem sich zuerst Dromaeus mit Casuarius abtrennt, während derselbe 
sich sodann in zwei Ausläufer spaltet: Dinornithidae und Apteryx. 

Th. Studer. Die Thierreste aus den pleistocaenen Ablagerungen 
des Schweizersbildes bei Schaffhausen. Denkschr. schweiz Naturf. 
Ges. XXXV. Basel 1895. 

T. White. On the Moa Bird and its aliases. Tr. New Zeal. 
Inst. XXVL. p. 262— 273. 


VI. Verbreitung, Wanderung, Thiergebiete. 
Europäisch-Sibirisches Gebiet. 
Europa im Allgemeinen. 


R. Blasius. Der Tannenheher. Siehe diesen Absatz unter 
„Deutschland“ S. 14. 

H. E. Dresser. A History of the Birds of Europe, including 
all the species inhabiting the Western Palaearctic Region. Supple- 
ment. Parts I—-VI. 1895. 4°. 

J. Hegyfoky. Theoretische Bestimmung des Rauchschwalben- 
zuges und der gleichzeitigen Lufttemperatur. Aquila II p. 111—151. 
-—- Verfasser weist nach, dass zwischen dem Schwalbenzuge und 
der Lufttemperatur ein gewisser Zusammenhang bestehe. Die 
Schwalben erscheinen früher in niedrig als in höher belegenen 
Gegenden, weil in ersteren auch die Isotherme früher einzutreffen 
pflegt als in jenen. Sie erscheinen in einer und derselben Gegend 
in einem Jahre früher, im anderen später, weil auch die Isotherme 
nicht immer gleichzeitig auftritt. Der Schwalbenzug kann nur in 
Luftschichten stattfinden, deren Wärmegrad über Null ist. 

0. Herman. Der Zug des Storches vom universalen Stand- 
punkte, Aquila IH p. 167—171. 

P. Prazäk. Beiträge zur Ornithologie der paläarctischen Re- 
gion. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 104-108. — Kritische Be- 
merkungen über 16 interessante oder weniger bekannte Vogelformen. 

Derselbe. Ornithologische Notizen, I. (Systematisches). Orn. 
Monber. II p. 143—144. — Neu werden beschrieben: Alauda arbo- 
rea cherneli von Südungarn und Sturnus vulgaris intermedius von 
Mittel-Europa. 


14 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Deutschland. 


B. Altum. Verschieben der Verbreitungsgrenze der Nebel- und 
Rabenkrähe von Ost nach West. Orn. Monber. II p. 157--138. — 
Die Nebelkrähe (Corvus cornix) hat sich in den letzten fünf De- 
cennien weiter nach Westen verbreitet. 


v. Berg. Ornithologische Beobachtungen aus Elsass-Lothringen 
1885—1892. Ornis VIII p. 253—332. —- Zugbeobachtungen über 
34 Arten. Eine Karte der Reichslande mit den eingetragenen Be- 
obachtungsstationen ist beigegeben. 

v. Besserer. Ornis der Umgebung von Dieuze in Lothringen. 
Ornis VIII p. 1—32. — Beobachtungsdaten über 153 Arten. 


R, Blasius. Vogelleben an den deutschen Leuchtthürmen. Ornis 
VII p. 33—138. — Beobachtungen aus dem Frühjahr und Herbst 
1891— 1893. 

Derselbe. Der Tannenheher in Deutschland im Herbst und 
Winter 1893/94, mit Berücksichtigung des gleichzeitigen Vorkommens 
in Russland, Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien, Luxemburg 
und der Schweiz. Ornis VIII p. 223—255. — Der Wanderzug des 
sibirischen Tannenhehers erstreckte sich über den grössten Theil 
Europas. Die Hauptmasse scheint durch Polen und Norddeutschland 
gewandert zu sein, im Westen hat der Zug in Holland und Belgien 
seinen Abschluss gefunden. Die ersten Vögel wurden am 29. August 
in der Provinz Hannover beobachtet, die Hauptmasse erschien im 
October, vereinzelte bis Januar. Ein Rückzug konnte nicht fest- 
gestellt werden. Meist wurden kleinere Trupps gesehen, niemals 
grosse, zusammenhängende Schwärme. In dem Magen der erlegten 
Exemplare wurden auffallend viel Ebereschen gefunden. Als Ur- 
sache der Wanderung wird das Missraten der Zirbelnüsse im Jahre 
1893 in Sibirien festgestellt. 

H. Bünger. Neuer Fundort für Muscicapa parva in der Mark. 
Orn. Monber. III p. 142. 

Derselbe. Cinclus merula im Harz; ebenda p. 142. — Trotz 
anscheinend günstiger Wohnplätze fehlt die Art im Harz gänzlich. 


6. Clodius. Der grosse Säger (Mergus merganser) nicht 
seltener Brutvogel in Mecklenburg. Monatsschr. Ver. Schutz. Vogelw. 
XX p. 31—35. 

6. Floerieke. Neues von der Kurischen Nehrung. Orn. Mon- 
ber. III p. 124—126. 

Derselbe berichtet über den Herbstzug der Vögel auf der 
Kurischen Nehrung; ebenda p. 160—161. 

Derselbe. Erster Nachtrag zur Ornis der Kurischen Nehrung. 
Mitt. orn. Ver. Wien XIX p. 3. — Den bisher bekannten 214 Arten 
werden 12 weitere als inzwischen nachgewiesen hinzugefügt. Be- 
merkenswerth sind Parus borealis (nur beobachtet!), Strix dasypus 
und Larus glaucus. 

G. v. Gaal. Versuch einer Darstellung des Lokalzuges der 
Rauchschwalbe im Königreich Sachsen. Aquila II p. 158—163. — 


u 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 15 


Auf Grund der „Jahresberichte der Beobachtungsstationen im König- 
reiche Sachsen“ von A. B. Meyer & F. Helm bearbeitet. Verfasser 
kommt zu dem Schlusse, dass ein ständiger Zusammenhang zwischen 
der Frühjahrs-Ankunft der Rauchschwalbe und der geographischen 
Lage der Beobachtungspunkte nach dem vorliegenden Material zur 
Zeit für Sachsen nicht nachweisbar ist. 


H. Gätke. Heligoland as an Ormithological Observatory, the 
Result of fifty years Experience. Translated by R. Rosenstock. 
Edinburgh 1895. 

0. Haase. Ornithologische Notizen aus „St. Hubertus“ (Jan. 
— Juni 1895). Orn. Monber. III p. 172—179. -- Auszüge aus der 
Jagdzeitschrift „St. Hubertus“ über Erlegung und Beobachtung 
seltener Arten und Farbenvarietäten. 


Br ariche kin Rackelhahn bei Jena. Zool, Can XXX VI 


p. 92—93. 
A. Henning. Merops apiaster in Thüringen. Orn. Jahrb. VI 
p- 126. — Ein J’ ad. wurde bei Sondershausen in Thüringen erlest. 


v. Homeyer-Murchin. Stercorarius longicauda in Pommern 
erlegt. Orn. Jahrb. VI p. 126. 

R. Junghans. Veränderungen in der Vogelfauna der Um- 
gegend von Cassel. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 35 — 97. 

Derselbe. Serinus hortulanus bei Cassel. Orn. Monber. III 
p. 12. — Die Art wurde vom Verfasser bereits 1882 als Brutvogel 
nachgewiesen. 

0. Koepert. Zur Einwanderung des Girlitz (Serinus hortu- 
lanus) in Ostthüringen. Orn. Monber. III p. 98. 


P. R. Kollibay. Ormnithologisches aus Oberschlesien. J. f. 
Orn. XLIII p. 15—29. —- Motacilla boarula Brutvogel bei Neisse, 
Loxia bifasciata wurde wiederholt in der Gegend gefangen. Ruti- 
cilla titis cairei dürfte kaum eine besondere Form darstellen. 


H. Landois berichtet über Merops apiaster in Westfalen. 
22. Jahresb. Westfäl. Ver. 1895 p. 20—21. 

0. Lehmann. Unsere Vögel. Kurze Schilderung unserer 
wichtigsten einheimischen Vögel. Nebst Anhang über Vogelzucht 
und Pflege von M. Kohler. Stuttgart 1895, gr. 8° XII und 100 S., 
mit 12 Farbendrucktafeln. 

A. Nehring. Endytes arcticus Brutvogel in Westpreussen. 
Orn. Monber. II p. 185—187. — Ein junges Exemplar wurde am 
1. August auf dem Navionneck-See erbeutet, wodurch das Brüten 
der Art dortselbst wahrscheinlich gemacht wird. Ferner werden 
einige biologische Daten mitgetheilt. 

C. Parrot. Der Halsbandfliegenschnäpper (Muscicapa albi- 
collis) als Brutvogel bei München. J. f. Orn. XLIH p.1—14. — 
Ausser genauen Daten über Vorkommen werden auch eingehende 
Beobachtungen über Lebensweise und Gesang mitgetheilt. 

C. Pogge. Ornithologisches aus dem Schwarzwalde. Orn. 
Jahrb. VI p. 261-—-267. 


16 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


A. Reichenow. Ueber den ostpreussischen Kleiber. Orn. Mon- 
ber. III p. 141. — Vermutet die Identität von Sitta caesia homeyeri 
Seeb. mit S. advena Brm. 

6. Sachse. Ornithologische Beobachtungen vom Westerwald. 
Monatsschr. Ver. Vogelw. XX p. 42—49. 

A. Szielasko. Mergus serrator, regelmässiger Brutvogel im 
Binnenlande von Ostpreussen. Orn. Monber. III p. 53—58. — Die 
Art wird als regelmässiger Brutvogel im Seengebiete Masurens, 
Rgbz. Gumbinnen, festgestellt. Gleichzeitig giebt der Autor Be- 
obachtungen über das Benehmen am Nistplatze. 

Derselbe. Interessante Erscheinungen der ostpreussischen 
Ornis während des Herbstes und Winters 1894/95. Orn. Monber. 
III p. 139 —140 und Orn. Jahrb. VI p. 243—245. — Notizen über 
20 Arten. 

W. Techler. [Ueber Erlegung seltener Arten in Ost-Preussen]. 
Orn. Monber. III p. 77 —78. — Emberiza nivalis, Buteo „desertorum*, 
Bombyecilla garrula, Archibuteo lagopus. 

V. von Tschusi zu Schmidhoffen. Ornithologische Collec- 
taneen I. Orn. Monber. III p. 1—7. — Veröffentlicht Daten über 
die Erlegung und das Vorkommen ungewöhnlicher Erscheinungen 
in Deutschland nach Mittheilungen in Jagdzeitschriften. 

W. Zigaun. Die Wirbelthierfauna des Wehlauer Kreises. 
Theil 2, Vögel, Abtheilung 2. Wehlau 1895, 8°. 

Th. Zimmermann. [Ueber zwei seltene Erscheinungen in Ost- 
preussen]. Orn. Monber. II p.43. — Ueber die Schneeeule und 
Aquila chrysaätus bei Ortelsburg. 


Oesterreich-Ungarn. 


G. v. Bikkessy. Ornithologische Notizen aus Ung.-Altenburg 
und Umgebung. Aquila II p. 178—181. -- Notizen über 14 Arten. 

A. Bonomi. Notizie ornithologiche raccolte nel Trentino du- 
rante il 1894. Boll. Natur. coll. (Riv. Ital. Sci. nat.) XV p. 26—27. 

Derselbe. Quarta contribuzione alla Avifauna tridentina, 
(XXVIU. Public, fatta per cura del Mus. Civico di Rovereto 1895. 
Progr. Ginn. Sup. dello Stato in Rovereto. Anno scol. 1894 - 95). — 
340 Arten werden aufgeführt, darunter Acredula irbi, Oreocincla 
varia und viele nordische Arten. 

W. Capek. Das erste Erscheinen der Zugvögel in den Jahren 
1893 und 1894 bei Oslawan, Mähren. Mitt. orn. Ver. Wien XIX 


p. 19—20. 
St. Chernel von Chernelhäza. [Ueber seltenere Arten vom 
Velenczeer See in Ungarn]. Orn. Monber. III p. 44. — Anas marmo- 


rata, Phalaropus hyperboreus, Anthus cervinus, Colymbus. glacialıs, 
C. arcticus, Larus fuscus, Squatarola helvetica werden aufgeführt. 

Derselbe. Coloman Chernel von Chernelhäza’s Daten und 
Serien über den Zug der Vögel. Aquila II p. 163—166. — Phäno- 


logische Notizen von Közseg (Güns) im Eisenburger Comitat. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895, 17 


J. v. Csat6. Ueber das Vorkommen der Casarca rutila Pall. 
in Ungarn. Aquila II p. 183-185. — Bisher liegen nur zwei 
sichere Daten über das Vorkommen der Rostgans in Ungarn vor; 
das eine Stück wurde im Comitat Feher, das andere in Siebenbürgen 
erlegt. 

E v. Czynk. Vogelleben im Winter in den Karpathen. Mitth. 
orn. Ver. Wien XIX p. 70—72, 83—84. 

Derselbe. Sommervogelleben in den Karpathen. ebenda p. 118 
—119, 137—139. 

Derselbe. Seltene Erscheinungen im Aluta-Thale. Orn. Jahrb. 
VI p. 271-274. 

R. Eder. Notizen aus Neustadtl (Böhmen) 1894. Orn, Jahrb. 
VI p. 275. — Notizen über 6 Arten. 

G. v. Gaal. Der Vogelzug in Ungarn während des Frühjahrs 
1894. Mitgetheilt von der Ungar. ornith. Centrale. Aquila II p. 3 
—81. — Die Arbeit zerfällt in 2 Theile. Der erste behandelt die 
Liste der Beobachter sowie Mittheilungen über die Beobachtungs- 
stationen. Der zweite behandelt das eingelaufene Material. 170 Arten 
werden besprochen. 

Derselbe. Drei seltene Vogelarten für die Ornis Ungarns. 
Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 161—162. — Beobachtung von Squata- 
rola helvetica, Limosa lapponica und Tringa canuta am Plattensee. 


W. Graf Gleispach. Ornithologisches aus der Steiermark. 
Orn. Jahrb. VI p. 165. — Ueber einen Semialbino von Passer do- 
mesticus, über Erlegung von Picus leuconotus und Balzen von Tetrao 
tetrix im Herbst. 

H. Glück. Die Vogelwelt des Praters. Mitth. orn. Ver, Wien 
XIX p. 122—126, 139—143, 155—157. — Eine anschauliche 
Schilderung des ehemals so reichen Vogellebens des Praters bei 
Wien mit Aufzählung der vorkommenden Arten. 

0. Haase. Ornithologische Notizen aus „St. Hubertus“ (Jan. 
—Juni 1895). Orn. Monber. III p. 172—179. — Auszüge aus der 
Jagdzeitschrift „St. Hubertus“ über seltenere Arten, Bastarde und 
Farbenvarietäten. 

0. Herman. Die Elemente des Vogelzuges in Ungarn bis 1891. 
Mit einer Uebersichtskarte, vier Detailkarten und vier Tabellen. 
Schrift. II. internat. Ornith. Congr. Budapest 1895, IV und 2128. — 
Nach einem geschichtlichen Ueberblick über die Beurtheilung der 
Erscheinungen des Vogelzuges und die Maassnahmen zur Ergrün- 
dung desselben von Linne bis zur Gegenwart geht der Verfasser 
auf die Bearbeitung des Gegenstandes in Ungarn ein. Der spe- 
cielle Theil enthält die Ergebnisse der in den Jahren 1890—91 in 
Ungarn angestellten Beobachtungen, eine kritische Beleuchtung der- 
selben und eine Zusammenstellung der in früheren Jahren ge- 
sammelten Daten. Eine Karte des Gebietes mit den eingetragenen 
Beobachtungspunkten nnd mehrere Detail-Karten sind der Arbeit 
beigegeben. 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1596. Bd. II. H.1. 2 


18 C. E. Helimayr: Bericht über die Leistungen 


C. Heyrowsky. Die schwarzschwänzige Uferschnepfe, Limosa 
aegocephala, Brutvogel in Böhmen. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 127 
— 128. 

H. Hüttenbacher. Larus argentatus in Böhmen geschossen. 
Orn. Jahrb. VI p. 126. 

L. v. Kenessey. Ornithologisches aus Ungarn vom Jahre 1894. 
Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 69—70. 

K. Knezourek & J. P. PraZäk. Ornithologische Beobachtungen 
aus der Umgebung von Caslau und dem Eisengebirge in Ostböhmen. 
ebenda XVIII (1894) p. 137”—139, 153—156, 169—174, 185—188; 
XIX p. 3—6, 20—22, 39—40, 51—56, 74—78, 87—90. — 200 Arten 
werden behandelt, meist nach ihrem Vorkommen in dem beregten 
Gebiete. Pra?äk macht verschiedentlich Mittheilungen über „Sub- 
species“ des alten Brehm. 

J. Knotek. Zwei seltene Vogelarten aus Mähren. Orn. Jahrb. 
VI p. 125—126. — Bemerkungen. über Pastor roseus und Totanus 
fuscus. 

S. Medreezky. Loxia bifasciata und L. rubrifasciata in Ungarn. 
Aquila II p. 85—86. 

A. v. Mojsisovies. Die Vögel des Drauecks und der angren- 
zenden Gebiete. Orn. Jahrb. VI p. 151—162. — Aufzählung von 
207 Arten, einige seltenere von kritischen Bemerkungen begleitet. 

M. ©. K. Ornithofaunistische Beiträge. Aquila II p. 187—188. 
— Notizen über weniger häufige Arten in Ungarn mit Erlegungs- 
daten und Angabe der Oertlichkeit. 

E. Rosonowsky. Aasgeier in S.-Ungarn. Orn. Jahrb. VI p.245. 

E. C. F. Rzehak. Circaötus gallicus in Mähren. Orn. Monber. 
Ill p. 12. — Ein Exemplar wurde auf dem Gute Bochtitz in Mähren 


erlegt. 
Derselbe. Die erste Grosstrappe, Otis tarda L., in Oesterreich.- 
Schlesien. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p.17—18. — Ein 2 wurde 


im Dittershofer Revier bei Freiwaldau erlegt. 

Derselbe. Plectrophanes nivalis in Oest. Schlesien. Orn. 
Monber. III p. 12. — Ein Pärchen wurde bei Gross-Glockersdorf am 
16. Nov. 1894 erlegt. 

Derselbe. Der mittlere Ankunftstag der Feldlerche auge 
arvensis) für Mähren. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 97—101. 
Eingehende Beobachtungen von 1881—1890. Frühestes Aue 
datum 11. Januar, spätestens 24. März. Schwankung 74 Tage, Mittel 
16. Februar. 

Derselbe. Der Frühlingszug der Rauchschwalbe. Aquila II 
p. 172—174. — Daten von den Jahren 1879— 1894 aus einigen 
mährischen und schlesischen Beobachtungsgebieten. 

Derselbe. Die Verbreitung der Rohrsänger in Oesterreich- 
Schlesien. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 1—2. — Die Rohrsänger 
finden sich nur in den östlichen Theilen des Landes, im Flussgebiete 
‚der Olsa und Weichsel. Nachgewiesen werden die fünf Acrocephalns- 
Arten, Locustella naevia und L. fluviatilis. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 19 


Derselbe. Der Frühlings- und Herbstzug des grauen Kranichs 
(Grus einerea L.) in Oesterreich-Ungarn. Mitth. orn. Ver. Wien XIX 
p. 130—137. — Der Frühjahrszug beginnt Anfang März und endet 
Mitte April, der Herbstzug währt vom September bis November. 

Derselbe. Flamingos (Phoenicopterus roseus Pall.) in Oester- 
reich-Schlesien und in Mähren. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 151. 


Derselbe. Ueber den Frühlingszug des Kukuks (Cuculus 
canorus). Monatsschr. Ver. Vogelw. XX p.—. — Aus den in den 
„Verhandlungen des naturforschenden Vereins in Brünn“ erschei- 
nenden, phänologischen Beobachtungen aus Mähren und Schlesien 
hat Verfasser die auf den Kukuk bezüglichen Daten von 1887— 1894 
bearbeitet. 

Derselbe. Einige ornithologische Seltenheiten in Oesterreich- 
Schlesien. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 117—118. — Ueber Aquila 
chrysaätus, Ardea purpurea, Aquila clanga und Pandion haliaötus. 


Derselbe Zwei neue Möven für Oesterr.-Schlesien. Orn. 
Jahrb. VI p. 164 -165. — Stercorarius pomarinus und Larus argen- 
tatus werden zum erstenmale für das Kronland nachgewiesen. 


Derselbe. Das Vorkommen von Monticala saxatilis L. in 
Oesterr.-Schlesien. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 113—114. — Ein 
junges 9’ wurde bei Gross-Glockersdorf unweit Troppau erlegt und 
damit das Vorkommen der Art innerhalb der Grenzen des Kronlandes 
zum erstenmale festgestellt. 

Derselbe. Die Vogelwelt des Troppauer Stadtparkes. ebenda 
p. 24—27. 

F. Schulz. Verzeichniss der in Krain beobachteten Vögel vom 
Jahre 1890—1895. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 81—83, 103—104, 
114—117. — Aufzählung von 173 Arten mit Angaben der Zeit der 
Beobachtung, bezw. Erlegung. Biologische Beobachtungen, Notizen 
über Brüten. Syrnium uralense Brutvogel. Anser albifrons und 
Oidemia fusca bei Laibach erlegt. 


V. von Tschusi zu Schmidhoffen. Der Tannenheher in 
Oesterreich-Ungarn im Herbst und Winter 1893— 1894. Ornis VIII 
p- 213—222. — Der 1893er Zug war räumlich ausgedehnt, aber 
nicht individuenreich. Für die nördlichen und mittleren Theile der 
Monarchie fällt der Hauptzug in das zweite und dritte Drittel des 
Oktober, für die südlichen Theile in das erste und zweite Drittel 
des November. In den Mäsen der Schlankschnäbler findet man 
hauptsächlich Käfer, selten Haselnüsse, offenbar da sie diese nicht 
zu bearbeiten verstehen; denn diese Früchte wachsen nicht in seiner 
Urheimat. 

Derselbe. Ornithologische Collectaneen. Oesterreich-Ungarn, 
III, 1894. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 34—35, 49—50. — Ent- 
hält Angaben über Beobachtung und Erlegung seltener Arten nach 
Mittheilungen in Jagdzeitschriften. 

Derselbe. [Fringilla nivalis bei Hallein erlegt]. Orn. Monber. 
III p. 44. 


9% 


2 


20 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


E. Urban. Otis tarda in Oesterr.-Schlesien. Orn. Jahrb. VI 
p- 169. 

A. v. Wachenhusen. Pastor roseus L. — Der Rosenstaar. 
Aquila II p. 185—187. — Im Jahre 1876 hielt sich eine Schaar von 
200—300 Stück einige Zeit bei Neusohl, Ober-Ungarn, auf. 


J. Zeliska. Kuttengeier in Oesterr.-Schlesien. Orn. Jahrb. VI 
p. 245. 


Balkanhalbinsel. 


C. Floerieke. Vogelleben am Utovo blato. Wissensch. Mit- 
theil. Bosnien & Hercegovina III, 1895, p. 657—660. 


L. v. Führer. Produsena posmatranja no ornitholoskom polu 
u Crnoj godine 1895. (Weitere Beobachtungen auf ornithologischem 
Gebiete in Montenegro im Jahre 1895). Glasnik VIII p. 241—258. 

Derselbe. Daten über den Frühjahrszug 1895 an der Küste 
Montenegros. Mittheil. orn. Ver. Wien XIX p. 86—87. — Zugnotizen 
über 90 Arten. 

J. Knotek. Die Verbeitung des Birkwildes auf der Balkan- 
halbinsel. Oesterr. Jagd- & Forstzeitung 1895 p.—. — Zusammen- 
stellung der Verbreitung von Tetrao tetrix anf der Balkanhalbinsel. 
Die Art kommt hauptsächlich im nordwestlichen Theile Bosniens 
vor, fehlt dagegen in den übrigen Theilen des Landes ebenso wie 
in der Hercegovina gänzlich. Aus Dalmatien sind bloss zwei Fälle 
über Vorkommen bekannt, dagegen findet sie sich in Montenegro. 
In Griechenland fehlend, über Vorkommen in der Türkei und in 
Serbien mangeln alle Nachrichten. In Bulgarien nur in der Gegend 
von Ruscuk. 

0. Reiser. Einige bemerkenswerthe Vogelarten aus Monte- 
negro. Mitth. orn. Ver. Wien XIX p. 129—131. — Notizen über 
seltenere Arten des Landes. Bemerkenswerth sind Otocorys peni- 
cillata, Budytes melanocephalus, Montifringilla nivalis u. A. 

Derselbe. Neue und seltene Arten der Vogelwelt Bosniens 
und der Hercegovina (gesammelt in den Jahren 1891—1895). Orn. 
Jahrb. VI p. 249—261. — Notizen über 16 seltene oder für das in 
Rede stehende Gebiet neue Arten. 

Derselbe. Materialien zu einer Ornis Balcanica. II. Bulgarien 
(einschl. Ost-Rumeliens und der Dobrudscha). Mit 3 Tafeln in 
Farbendruck und einer Karte. Wien 1894. — Mit dieser gründ- 
lichen Arbeit ist eine Basis für die Ornithologie Bulgariens ge- 
schaffen. Der Verfasser hat auf mehreren Sammelreisen fast 
1000 Bälge in 233 Arten und 247 Eier heimgebracht. Mit den von 
anderen Beobachtern für das Fürstenthum nachgewiesenen Vögeln 
beläuft sich die Zahl der nunmehr für Bulgarien bekannten Arten 
auf etwa 300. Beachtenswerth ist das Vorkommen einer Reihe von 
Arten, welche bisher nur aus Kleinasien bekannt waren und vom 
Verfasser zum Theile zum erstenmale für Europa nachgewiesen 
wurden. So Ruticilla erythrogastra, Saxicola amphileuca, Sturnus 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. > 


menzbieri, Dendrocopus syriacus. Emberiza schoeniclus intermedia 
und Turtur turtur decaocto werden genau gekennzeichnet. Auf den 
3 Tafeln sind Buteo „desertorum“, Saxicola amphileuca und S. 
stapazina, Passer hispaniolensis und Otocorys penicillata, letztere 
sammt Ei dargestellt. 


Europäisches Russland. 


A. Brauner. Bemerkungen über die Vögel des Gouvernements 
von Cherson. Schrift. Neuruss. Naturf. Ges. XIX p.39 —93 (Russisch!). 

0. v. Löwis. Unsere baltischen Singvögel. Reval 1895, 8°. 

H. Baron Loudon. Die Brutvögel der Östseeprovinzen. Cor- 
respondenzbl. naturf. Ver. Riga XXXVIH p. 45—54. — 202 Arten 
werden aufgezählt. 

N. Sioevzoff. Vertebrata des Tjumen’schen Kreises. Material. 
Kenntn. Russ. Reiches. Zool. Abth., Heft I, Moskau 1895 (Russisch!). 

N. Ssomoff. Astur brevipes Sew., mit 1 Taf. Mat. Kenntn. 
Russ, Reich. Zool. Abth., Heft I, Moskau 1895 (Russisch). 

K. E. Stenroos. Zoologiska, särskilät ornitologiske excursioner 
i Karelia pomorica sommaren 1894. Meddel. Soc. fauna flora fenn. 
XXI p. 25—33. 

P. Susehkin. Die Vögel des Gouvernements Tula. Mater. 
Kenntn. Russ. Reich. Zool. Abth., Heft 1, Moskau 1895 (Russisch!). 


Dänemark, Island. 


Knud Andersen. Diomedea melanophrys in the Faero& Islands. 
Communicated by W. Eagle Ularke, sn requested. Proc. Roy. Phys. 
Soc. Edinburgh XHI p. 91—114 .2u.3 (vel. Bericht 1894 p. 19). 

J. Collin. Faunistiske og Biologiske Meddelelser om Danske 
fugle. Udgivet som 3. Supplement til „Skandinaviens fugle*. Kjoben- 
havn 1895. — Die Arbeit bezieht sich als Nachtrag auf ein Werk 
des Verfassers, betitelt „Skandinaviens fugle, med saerligt Heusyn 
til Danmark og de nordlige Bilande*, eine Neubearbeitung von 
Kjärbölling’s Danmarks fugle#. Das erste Supplement war betitelt: 
„Örnithologiske Bidrag til Danmarks fauna® ‚ das zweite: „Bidrag 
til Kundskaben om Danmarks fuglefauna“. Das vorliegende dritte 
Supplement enthält vorwiegend " Einzelbeobachtungen über Vor- 
kommen einzelner Arten in Dänemark, aber auch biologische No- 
tizen und Beschreibung von F arbenabweichungen. 

J. Gunnlaugsson. Ornithologische Beobachtungen aus Reykjanes 
in Island; Ornis VIII p. 343—344. — Beobachtungen über 10 Arten. 

H. J. u. C. E. Pearson. On Birds observed in Iceland in 1894, 
with a List of the Species hitherto recorded therefrom; Ibis (7) I 
p. 237—249. — Excursion in die südlichen Theile Islands. Bisher 
sind 108 Arten für die Insel nachgewiesen, davon 72 als Brutvögel. 
Vologische Notizen über 16 Arten werden mitgetheilt. 

H. H. Siater. Ivory Gull [Pagophila eburnea] and Dusky Shear- 
water [Puffinus griseus] in Iceland; Zool. (3) XIX p. 23— 24, 


2) C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


R.H. Traquais. Remains of the Great Auk (Alca impennis) 
in the Edinburgh Museum; Ann. Scott. N. H. IV p. 196— 197. 

H. Winge. Fuglene ved de Danske fyr i 1894; Vidensk. Meddel. 
naturh. foren. Kjeb. 1895 p. 1—66, mit Karte. — 66 Arten in 
514 Exemplaren wurden von 37 dänischen Leuchtthürmen in das 
Museum in Kopenhagen eingeliefert. Viele biologische Beobachtungen, 
besonders über die Zugverhältnisse werden mitgetheilt. Von Island 
wurden Fulica atra, Vanellus eristatus und Larus canus eingeliefert; 
aus Grönland: Tadorna casarca, Anser segetum, Somateria v.-nigra, 
Coceystes americanus, Dendroeca maculosa, Myiodioctes canadensis, 
Hirundo rustica, Dendroeca pennsylvanica, Sciurus novaeboracensis 
u. Scolecophagus ferrugineus, 6 Arten davon neu für Grönland. 


Schweden und Norwegen. 


J. Benson. Ornithological Notes from Norway; Zool. (3) XIX 
p. 286 —292. 

A. Carlson. Sveriges Foglar. Korta Beskrifningar jämte redo- 
görelse för deras Lefnadssätt, Förekomst, Häckzoner och Flyttning- 
stider. Lund 1895. 8°. XTIH u. 386 S. mit 228 Abbildungen. 

R. Collett. Om 4 for Norges fauna nye Fugle fundne i 1890 
bis 1894; Christ. Vidensk. Selsk. Forh. 1895 no.2. — Pratincola 
rubicola, Sylvia nisoria, Oedemia perspicillata u. Puffinus griseus 
neu für Norwegen nachgewiesen. 

A.S. Davies. In quest of Birds on the Muonio River; Zool. 
(3) XIX p. 326—335. — Beobachtungen über die Vogelwelt des 
Flusses Muonio an der Grenze von Schwedisch -Lappland und 
Finnland. 

0. Herman. Der Vogelberg Svaerholt. Aus meinem nor- 
wegischen Tagebuche; Aquila II p. 97”—110. — Eine anschauliche 
Schilderung des genannten Vogelberges. Verfasser veranschlagt 
die auf demselben lebenden Möven auf 2!/, Millionen, davon etwa 


360 000 brütende Paare. 


Grossbritannien. 


P. Adair. Wigeon (Mareca penelope) breeding in Selkirkshire; 
Ann. Scott. N. H.IV p. 231—233. 

0. V. Aplin. On Birds observed in South Wales; Zool. (3) XIX 
p. 13—18. — Notizen über 54 Arten. 

6. E. H. Barrett-Hamilton. Sabine’s Snipe, Gallinago coelestis 
var. sabinii. Irish Natur. IV p. 12—17. — Von den 55 Exemplaren 
wurden 31 in Ireland, 22 in England, 1 in Schottland und 1 auf 
dem Continente erlegt. 

H. Blackburn. Birds from Moidard and elsewhere. Drawn 
from nature by Mr. Hupt. Blackburn. Roy. 8°. Edinburgh 189. 
— Biologische Schilderungen und Beobachtungen. 

S. W. Bradshaw. Ornithological Notes from Sussex; Zool. (3) 
XIX p. 25. — Notizen über 5 Arten, 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 23 


A. Briggs. The White-winged Crossbill in Orkney; Ann. Scott. 
N. H. IV p. 54. 

Derselbe. Some further Bird Notes from North Ronaldshag; 
Ann. Scott. N. H. IV p.82. — Beobachtungen von der nördlichsten 
Insel der Orkneygruppe. Sterna cantiaca zum erstenmale als Brut- 
vogel daselbst nachgewiesen. 

T.E. Buckley. The Pied Flycatcher breeding in Inverness- 
Shire; Ann. Scott. N. H. IV p. 54. 

Gampell. The distribution of birds included in the Avifauna 
of Pertshire; Trans. Pertshire Soc. II p. 101—119. 

H. J. Charbonnier. Shore Lark (Otocoris alpestris) and Black 
Redstart (Ruticilla tetys) in Gloucestershire; Zool. (3) XIX p. 67—68. 

E. W. Eagle Clarke. [On the recent visitation of the Little 
Auk (Mergulus alle) to Scotland. With one plate (map); Ann. 
Scott. N. H. IV p. 97—108. 

S. Cordeaux. Rare British Birds in the Humber District; Zool. 
(3) XIX p. 56—59. 

Derselbe. Bird Notes from the Humber Distriet in the autumn 
of 1894; Natur. 1895 p. 1—6. 

Derselbe. Bird Notes from the Humber Distriet, 189495; 
ebenda p. 117 - 122. 

H. S. Davenport. Nestling of the Dunlin in Wales; Zool. (3) 
IX 19.5275. 

Ch. Dixon. The Migration of British Birds including their 
Post Glacial Emigration as Traced by the Application of a New 
Law of Dispersal, being a Contribution to the study of Migration, 
geographical Distribution and Insular Faunas. London 1895. 8°. 
320 S. mit Karten. 

Derselbe. The Game Birds and Wild Fowl of the British 
Islands, being a Handbook for the Naturalist and Sportsman. With 
coloured Ilustrations by A. T. Elwes. London 1895. 8°. 484 S. 

H. M. Drummond Hay. Bird life within the banks of the Tay, 
from Kenmore to Invergowrie; Trans. Pertshire Soc. II p. 62—77. 

L. Dunbar. The Black-tailed Godwit in Orkney; Ann. Scott, 
INEIF TBV .p..96. 

N S. van Dyke. Game Birds at home. London 1895. 8°. 
220 8. 

J. St. Elliott. Observations on the Fauna of St. Kilda; Zool. 
(3) XIX p. 281— 286. 

P. H. Emerson. Birds, Beasts and Fishes of the Norfolk Broad- 
land. Illustrated with Sixty-eight Photographs by T. A. Cotton. 
London 1895. 8°, 396 8. 

W. Evans. Ornithological Notes made in the Island of Bute 
in Midwinter; Ann. Scott. N. H. IV p. 137—148. 

Derselbe. The Fulmar Petrel off Dunbar; ebenda p. 57—58. 

Derselbe. The Hoopoe in Peeblesshire; ebenda p. 123. 

W. W. Fowler. Summer-studies of birds and books. London 
1935..80. VII u. 2858, 


24 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Derselbe. Date of Arrival in England of the Marsh Warbler; 
Zool. (3) XIX p. 304. 

J.H. Gurney. Ornithological Notes from Norfolk; Zool. (3) 
XIX p. 95—102. — Phaenologische Notizen. Phylloscopus super- 
ciliosus wurde am 1. October erlesgt. 

Derselbe. On the recent abundance of the Little Auk (Mer- 
gulus alle); Trans. Norf. Norw. Natur. Soc. (6) I p. 67—70. 

J. Caton Haigh. The Black Guillemot in Merionetshire; Zool. 
(3) XIX p. 22. 

Derselbe. The Water Pipit at Tetney Haven; ebenda p. 348. 

J. E. Harting. The Ruff (Machetes pugnax in Sussex in Winter; 
Zool. (3) XIX p. 150—151. 

Derselbe. Brünnich’s Guillemot on the Yorkshire Coast; 
ebenda p. 70. 

Derselbe berichtet über Erlegung eines Coccygus americanus 
in England; ebenda p. 376. 

J. A. Harvie-Brown. The Starling in Scotland, its increase 
and distribution. With one map. Ann. Scott. N. H. IV p. 2—22. — 
Genaue Darstellung der Verbreitung und des Vorkommens des 
Stares in Schottland. 

Derselbe. The Marsh Tit in Scotland. Tr. Pertsh. Soc. I 
p. 97—100. — Ueber die Verbreitung der Sumpfmeise in Schottland. 

Derselbe. Rockall. Proc. Phys. Soc. Edinb. XTII p. 63 ff. — 
Abdruck der Beschreibung der Insel Rockall aus „Narrative of a 
Voyage of discovery to the arctic regions in H. M. Ship Heckla and 
Griper in the years 1819 u. 1820“, ergänzt durch ornithologische 
Mittheilungen von J. Cordeaux. 

J. M. Hayward. Birds Notes. Edited by E. Hubbard. London 
1895. 8°. 192 S. with frontispiece and illustrations. 

S. W. Hinxmann. Report on the Movements and Occurrence 
of Birds in Scotland during 1894. Ann. Scott. N. H. IV p. 207—220. 
— Bericht über den Vogelzug in Schottland während des Jahres 1894. 

W.H. Hudson. British Birds. With a Chapter of Structure 
and Classification by F. E. Beddard. London 1895. 363 S. with 
8 col. plates, 100 fig. and 3 illustr. from photographs. — Ein popu- 
läres Handbuch der in England vorkommenden Vögel, hauptsächlich 
mit Rücksicht auf Stimme, Zug und Lebensweise. In der Einleitung 
eine kurze und klare Zusammenfassung alles Wissenswerthen über 
Bau und Eintheilung der Ülasse. 

L. H. Irby spricht über zwei in Yorkshire erlegte Exemplare 
von Pyrrhula maior. Proc. zool. Soc. London 1895 p. 691. 

R. Kearton. British Bird Nests; how, where and when to find 
and identify them. With Introduction by R.B. Sharpe. Illustr. 
from photographs by C. Kearton. London 1895. 8°. 388 8. 

J. Ripley Ker. The Green Sandpiper in Dumbartonshire. Ann. 
Scott. N, H. IV p. 56—57. 


u en 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 35 


H. Lewis. Notes on birds observed in Hertfordshire during 1893. 
Trans. Hertfordshire Soc. VIII p. 49—56; during 1894; ebenda 
p. 147—154. 

T. Lord Lilford. Notes on the Birds of Northamptonshire 
and Neishbourhood. Illustrated by Messrs. Thorburn and G. E. Lodge. 
2 vols. London 1895. — Bemerkungen über 227 Arten, die nach- 
gewiesenermassen in dem beregten Gebiete vorkommen. Die Ab- 
bildungen sind hervorragend schön. 

Derselbe. Notes on the Ornithology of Northamptonshire and 
Neighbourhood. Zool. (3) XIX p. 46—56. 

Derselbe. Coloured Figures of the Birds of the British Islands. 
Parts XXX a. XXXI. London 1895. Roy. 8°. — Folgende Arten 
sind auf hervorragend schönen Tafeln abgebildet: Linota hornemanni, 
Nyctala tengmalmi, Falco gyrfalco, Clangula albeola, Cosmonetta 
hirtrionica, Aquila naevix, Pandion haliactus, Somateria stelleri u. 
spectabilis, Oedemia perspicillata, Mergus cucullatus, Harelda glaci- 
alis, Columba livia, Aegjalitis cantiana u. A. curonica, Phalaropus 
hyperboreus, Scolopax gallinula u. S. gallinago, Fulica atra, Oedi- 
cnemus scolopax, Tringa temmincki, Totanus hypoleucus, Larus 
melanocephalus u. Lestris richardsoni. 

A Guide to the Natural History of Loch Lomond and Neigh- 
bourhood.. Mammals and Birds by James Lumsden. Reptiles 
and Fishes by Alfred Brown. Glasgow 1895. 8°. 1038. 

M. A. Mathew. Pembrokeshire Birds in 1603. Zool. (3) XIX 
p. 241— 247. 

F. 0. Morris. History of British Birds. Furth edition, revised. 
corrected and enlarged. Vol.1. 3268. with 62 hand coloured plates. 
London 1895 roy. 8°. 

6. Muirhead. The Birds of Berwickshire, with Remarks on 
their Local Distribution, Migration and Habits, and also on the 
Folk-lore, Proverbs, Popular Rhymes, and Sayings connected with 
them. Vol.2. Edinburgh 1895. 8%. 4048. — Neben biologischen 
Schilderungen wird auf die Bedeutung hingewiesen, welche die 
Vögel in der Dichtung und im Volksmund der Landbewohner spielen. 

J. Paterson and J. Robertson. List of the Birds of East 
Renfrewshire. Ann. Scott. N. H. IV p. 220 -231. 

J. H. Salter. Observations on Birds in Mid-Wales. Zool. (3) 
XIX p. 129—143, 178--184, 221 —224, 249—257. 

W. Serle. The Roller in Aberdeenshire. Ann. Scott. N. H. IV 
p- 123. 

R. Service. The Starling in Solway; ebenda p. 92—96. 

R. B. Sharpe. A Handbook to the Birds of Great Britain. 
vol. 2 London 1895. 8°. 3088. with t.32—58. (Allen’s Naturalists 
Library, edited by R. B. Sharpe.) — Ausser den wissenschaftlichen 
und englischen Namen werden die wichtigsten Synonyme undLiteratur- 
nachweise gegeben. Dann folgt eine kurze, treffende Kennzeichnung 
beider Geschlechter und des Jugendkleides jeder Art, ihre Ver- 
breitung in Grossbritannien und ausserhalb der britischen Inseln, 


26 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


eine kurze Skizze der Lebensweise nebst Beschreibung von Nest 
und Ei. Ebenso werden die Gattungscharaktere kurz angegeben. 
Die Abbildungen sind im Farbendruck dargestellt. 

Derselbe. A chapter on birds.. Rare british Visitors, with 
eighteen col. plates. Soc. Promot. Christ. Knowledge. London 1895 
8°. XIIu. 1248. 18 Tafeln. — Volksthümliche Schilderung seltener 
Gäste auf den britischen Inseln, von denen 18 von Keulemans gut 
dargestellt sind. 

P. Seott Skirving. Carrion Crow, Hen Harrier and Eagles in 
Islay. Ann. Scott. N.H. IV p. 53—54. 

S. M. d’Urban and A. Mathew. Supplement to the Birds of 
Devon. London 1895. 8°. 31 S. — Ein Nachtrag zu der 1893 er- 
schienenen Arbeit der Verfasser. Mehrere für Devon seither neu _ 
nachgewiesene Arten werden aufgeführt, so: Tadorna casarca und 
Coceygus americanus. 

R. J. Ussher. On Ornithological Exploration in Donegal, Fer- 
managh, Sligo and Roscommon. Irish Natur. IV p. 142—150. 

Derselbe. Report on the Breeding range of Birds in Ireland. 
Proc. Irish Ac. (3) III p. 401—414 (Dec. 1894). — 134 Arten werden 
abgehandelt. 

J. T. Tristam-Valentine. London Birds and Beasts. With a 
Preface by F. E.Beddard. London 1895. 8°. 3328. 

R. Warren. The Breeding Birds of Loughs Conn, Carra and 
Mask. Irish Natur. IV p. 117—121. 

Derselbe. Birds observed breeding on the coasts of Sligo 
and Mayo; ebenda p. 180—184, 198— 206. 

H. F. Witherby. The Bass Rock and its winged inhabitants. 
Knowledge no. 112 p.41—44. — Biologische Mittheilungen über 
Sula bassana. Mit vier Zinkätzungen nach Photographien. 

F. B. Whittock. Bird Notes from the Mid-Trent Valley for 
1894. Natur. 1895 p. 63—68. 

Wild Fowl and Sea Fowl of Great Britain. By a son of the 
marshes. Edited by J. A. Owen. London 1895. 8°. 332 S. with 
illustr. 


Schweiz. 


L. v. Besserer. Einige Beobachtungen vom Vierwaldstätter 
und Luganer See. Orn. Jahrb. VI p. 267—269. 

T. Bühler-Lindermeyer. Katalog der schweizerischen Vogel- 
fauna im naturhistorischen Museum zu Basel. Basel 1895. 8°. 628. 
mit Holzschnitt. 

H. Fischer-Sigwart. Ornithologische Beobachtungen vom Jahre 
1894. Schweiz. ornith. Bl. 1895 p. —. — Bemerkungen über 
114 Arten. Neben faunistischen und Zugsdaten auch biologische 
Beobachtungen. 

Th. Studer. Fauna helvetica. 9. Heft: Vögel. Bibliographie 
der schweizerischen Landeskunde. Fasc. IV, 6 Bern 1895. — Eine 
Uebersicht der Literatur der schweizerischen Vögel bis zur Gegen- 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 27 


wart. Der Stoff ist in vier Abtheilungen gesondert; 1. Allgemeines 
und Biologie. 2. Schriften, welche die Fauna der Vögel im All- 
gemeinen behandeln. 3. Schriften über besondere Gebiete, in 11 
den von Fatio u. Studer in dem Kataloge der schweizerischen Vögel 
aufgestellten Regionen entsprechende Bezirke eingetheilt. 4. Mono- 
graphien und Notizen über einzelne Vogelarten, systematisch nach 
den einzelnen Ordnungen gruppirt. Jede Arbeit ist mit genauem 
Titel, Jahreszahl, Format und Seitenanzahl aufgeführt. 


Belgien. 


E. van Beneden. Un Court-vite, Cursorius isabellinus Meyer, 
tire en Belgique. Bull. Ac. Belgique (3) XXIX p. 346—352. 


Frankreich. 


W. Eagle Clarke. On the Ornithology of the Delta of the 
Rhone. Ibis (7) I p. 173—211. — Einer eingehenden Schilderung 
der Camargue folgt eine Aufzählung der gesammelten oder beob- 
achteten Arten. Cisticola cursitans u. Panurus biarmicus stellen- 
weise sehr häufig, Aegithalus pendulinus gemein, Fuligula rufina u. 
Recurvirostra avocetta Brutvögel. Eingehende Mittheilungen über 
das Brutgeschäft und die Nahrung des Flamingo. Als Nahrung 
dient den Vögeln hauptsächlich Artemia salina, mit dem Brüten 
beginnen sie erst im Juni. 

d’Hamonville. Passage des Oiseaux a Manonville. Aquilall 
p. 175—178. — Notizen über den Frühjahrzug von 73 Arten. 

Derselbe. Les Oiseaux de la Lorraine. (Meuse, Meurthe, 
Moselle et Vosges). Mem. Soc. zool. France VIII p. 244—346. — 
Das Beobachtungsgebiet umfasst das alte Lothringen, also den 
französischen wie den deutschen Theil. Seltenere Arten werden 
aufgeführt wie Pelecanus onocrotalus, Sula bassana, Buphus ornatus, 
Faleinellus igneus im Moselthale u. s. w. 

X. Raspail. Changements observes dans l’habitat de quelques 
oiseaux au point de vue de leur nidification. Bull. soc. zool. France 
XX p. 138—141. — Veränderungen in der Vogelwelt im Departement 
Oise. 9 Arten werden besprochen. 

R. Saint-Loup. Les Oiseaux de Basse-cour. Avec 105 fig. 
intercaldes dans le texte. Paris 1895. 368 8. 


Italien und Malta. 


P. Angelini. Alcune note nell’ Avifauna marchigiano. Boll. 
Soc. Roman. St. Zool. IV p. 75—78. 

E. Arrigoni Degli Oddi. Materiali per la Fauna Padovana 
dei Vertebrati. Atti. Soc. Veneto-Trent. (2) II Uecelli p. 7—19. 

Derselbe. Sopra ceinque ibridi selvatici de genere Fringilla 


colti in Italia. Atti Soc. Ital. Sci. Nat. XXXV p. 33—40. 


I8 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


R. Blasius. Ornis von Malta und Gozo und den umliegenden 
Inseln. Ornis VIII p.139—211. — Verfasser führt 288 Arten auf, 
einige freilich noch von unsicherem Vorkommen, und vermuthet, 
dass Malta im Süden eine ähnliche Bedeutung für den Vogelzug 
habe wie Helgoland im Norden. 


6. Falconieri di Carpegna. Sulla catture dell’ Ortolono grigrio 
(Emberiza caesia Bp.) nel Agro Romano. Boll. Soc. Roman. Stud. 
Zool. IV p. 162 — 163. 


Derselbe. Nuova cattura presso Roma di un Ciuffolotto scar- 
latto (Carpodacus erythrinusKaup) in abito adulto; ebenda p. 290— 292. 


G. Damiani. Sul Syrrhaptes paradoxus Pall. e Utamania torda 
L. (Note corologiche). Ric. Ital. Sci. nat. XV p. 105—108. 

C. dal Fiume. Il Calcarius lapponicus L. nel Veneto. Atti 
Soc. Ital. Sci. nat. XXXV p. 27—32, 41—42. 

G. Gioli. Uceelli e Caccie piu communi del Pisani e del Livor- 
nese. Livorno 1895. 16°. 2008. fig. 


6. Martorelli. Monografia illustrata degli Uecelli di rapina 
in Italia. Con 45 fotoincis e 4tav. sincrom. Mem. Mus. Civ. Milano 
V (n. ser. I) p. 1—215, tav. 1-4. — Aufzählung der Raubvögel und 
Eulen, die in Italien vorkommen. 50 Arten werden behandelt. 
Holzschnitte und farbige Tafeln von Aquila heliaca, A. nipalensis, 
A.pomarina, Falco barbarus (ad. et juv.) u. F. feldeggi (ad. a juv.) 
sind beigegeben. 

Derselbe. Notizie ornithologiche sopra osservazioni fatte nell’ 
anno 1894—95. Atti Soc. Ital. Sci. nat. XXXV p. 183—190. — 
Aquila chrysaötus mehrmals in der Lombardei erlegt. Bemerkungen 
über ein melanistisches Exemplar von Lanius maior. [Ueber einen 
Bastard von Ara macao J' und Ara militaris 2]. 

P. Pavesi. Calendario ornithologico Pavese 1893—1895. Boll. 
scient. Pavia XVII p. 46— 52. 

G. Riggio und T. de Stefani. Appunti e note di ornitologia sicili- 
ana. Natur. Sicil. XIV p. 1—13, 29—39, 75—83, 128—132, 140— 
157. — Ueber seltene und für die Fauna Siziliens neue Vogelarten. 

T. Salvadori. Notizie intorno al Gypaetus barbatus. Boll. 
Mus. Torino X no. 207. — In den letzten Jahren wurde der Bart- 
geier mehrmals im Gebiete der Seealpen erlegt. 


G. Vallon. Contributioni allo studio sopra aleuni uccelli delle 
nostre paludi e della mare. Boll. Soc. adriat. Sci. nat. XVI 1895 
728. con 6tav. — Bildet den zweiten Theil der vom Verfasser (in 
derselben Zeitschrift 1893) begonnenen Publication. 9 Arten werden 
behandelt. Nebst den Namen in den Hauptsprachen und den 
lateinischen Synonyma sind bei jeder Art ihre Kennzeichen, eine 
ausführliche Beschreibung ihrer verschiedenen Kleider und ihre 
Maasse angegeben, darauf folgen genaue Verbreitungs- und biolo- 
gische Daten. Auf den 6 beigegebenen Tafeln sind die Arten in 
verschiedenen Kleidern, meist mit dem Ei abgebildet. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 29 


Spanien und Portugal. 


R. Blasius. Ornithologische Leuchtthurmbeobachtungen aus 
der Strasse von Gibraltar. Ornis VIII p. 339—342. — Beobachtungen 
von Gibraltar und von Spartel in Marocco werden mitgetheilt. 

H. L. Irby. The Ornithology of the Straits of Gibraltar. 
Second edition, revised and enlarged. With an appendix, containing 
a list of the Lepidoptera of the Neighbourhood. London 1895. 
326 S. — Das Buch enthält neben Angaben über das Vorkommen 
und die Verbreitung eine Kennzeichnung der einzelnen Arten. Eine 
Anzahl prachtvoller Buntdrucktafeln sind beigegeben, auf welchen 
Gypaötus barbatus, Vultur cinereus, Aquila chrysaötus, A, adalberti 
und A. pennata, Falco punicus und Turnix sylvaticus dargestellt 
werden. 

A. de Larinna. Ornithologische Beobachtungen aus S. Sebastian 
in der Provinz Guipuzcoa in Spanien. Ornis VIII p. 333 - 338. — 
Beobachtungen über 50 Arten. 

W. C. Tait. Aves de Portugal. Annaes Sci. nat. Porto Il 
p- 17—24, 117—122, 155—162, 215— 222. Uebersicht der Vögel 
Portugals (Anfang vgl. Bericht 1894 p. 25). 

H.M. Wallis. Notes on the Birds of the Central Pyrenees. 
Ibis (7) I p. 64—85. — 79 Arten werden besprochen. 


Nordafrika. 


Em. Anfrie. Sur la Pic de Mauritanie (Pica mauritanica). 
Avec 4fieg. Feuille jeun. Natur. (3) XXV p. 44—45. 

E. Hartert. Ueber die nordafrikanischen Garrulus-Arten. Orn. 
Monber. III p. 169—172. — Verfasser behandelt eine Häherform 
aus Marocco, welche er mit (@. minor Verr. identifieirt, und führt 
den Nachweis, dass diese Form keine Subspecies von G. glan- 
darius sei, wie Kleinschmidt annimmt, sondern dem G. cervicalis am 
nächsten stehe. 

Derselbe. Ueber Mieropus Koenigi. Orn. Monber. III p.63—64. 

Derselbe. On Micropus affınis (Gray et Hardw.). Nov. Zool. II 
p. 57—58. — In beiden Artikeln wird der Nachweis geführt, dass 
M. Koenigi Rchw. mit M. galileiensis (Ant.) zusammenfalle. 

A. Koenig. Beiträge zur Ornis Algeriens. J. f. Ornith. XLIII 
p. 113— 238, 257—321, 361—457, t. 1—13. — Eine kurze Einleitung 
und eine anziehende Schilderung des Forschungsgebietes, welches 
in drei getrennten Abschnitten: I. Batna, II. Biskra, III. Die alge- 
rische Sahara behandelt wird, gehen dem speciellen Theile vorauf. 
Dieser beschäftigt sich mit 108 Arten, die in erschöpfender Weise 
besprochen werden. Ausser der auf das Beobachtungsgebiet be- 
züglichen Literatur sind bei den meisten Arten genaue Angaben 
über das Vorkommen, eingehende Beobachtungen über Lebensweise, 
Aufenthalt und Nistweise mitgetheilt. Beschreibung der Eier von 
vielen Arten. Werthvolle Notizen finden sich über Falco feldegsi, 
Parus ledouei, Pica mauritanica, Drymoeca saharae, Melizophilus 


30 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


deserticolus, Pratincola moussieri, die Saxicola-Arten, Rhamphocorys 
clot-bey u. viele Andere. — Abgebildet sind: Saxicola seebohmi 
(g’ad., J'juv. u. Qad.), S. lugens (d'Q ad, 2 perad.), Pteroclurus 
senegalus, Sylvia deserti u. S. nana, Melizophilus deserticolus, Ga- 
lerita isabellina, Fringillaria saharae, Dromolaea leucura (3 2, Nest 
mit Ei), Ammomanes algeriensis u. A. cinctura, Otocorys bilopha 
(32, Nest mit juv.), Drymoeca saharae (Nest u. Ei), Rhamphocorys 
clot-bey (2 u. Ei). 

A. Reichenow. [Ueber Caccabis spatzi n. sp. von S. Tunis]. 
J. f. Ornith. XLIII p. 110. 

T. W.H. Spatz. [Beobachtungen über tunesische Vögel]; ebenda 

.110—111. 

r Derselbe. Notizen aus Tunis. Orn. Monber. III p. 60—62. 
— Schildert einen Besuch der an der tunesischen Küste gelegenen 
Knais-Inseln. Haematopus ostrilegus wird zum erstenmal für Tunis 
nachgewiesen. Ein Brutplatz von Larus leucophaeus wird be- 
schrieben. . 

Jos. Whitaker. Additional Notes on Tunisian Birds. Ibis (7) 
I p. 85—106. — Ergänzung zu einer früheren Arbeit. (Siehe Bericht 
1894, S.25). Bemerkungen über Saxicola stapazina u. S. melano- 
leuca, Chersophilus margaritae u. ©. duponti, sowie über die Galerida- 
Formen des Landes. Alauda ceristata pallida wird neu beschrieben. 


Madeira, Kanaren. 


6. Baring and W.R. Ogilvie-&rant. An Expedition to the 
Salvage Islands. Zoolog. (3) XIX p. 401—417. — Schilderung der 
Reise mit zahlreich eingestreuten, ornithologischen Beobachtungen. 
Oceanodroma eryptoleucura Ridgw. für Europa neu nachgewiesen. 

W. Rothschild u. E. Hartert. Further Notes on the Houbara 
Boustard. Nov. Zool. II p.54. — H. fuertaventurae kommt auch 
in Marocco vor. 

E. Schmitz. Notizen von Madeira. Orn. Monber. III p. 189 
— 190. — Otus brachyotus neu für Madeira nachgewiesen. 

Derselbe. [Sturnus vulgaris auf Madeira]; ebenda p. 45. 


Siidwestasien. 
H.E. Dresser. Notes on several rare Palaearctic Birds. Proc. 
zool. Soc. London 1895 p. 311-312. — Gecinus gorii Harg. fällt 


mit G. flavirostris Menzb. zusammen; Bemerkungen über Picus minor 
var. quadrifasciatus Radde u. Lanius minor var. obscurior Radde. 
Museicapa semitorquata Hom. ist eine gute Art, wird auch für die 
Türkei und für Persien festgestellt. 

M. Kathariner u. ©. Escherich. Zur Kenntniss der Avifauna 
Central-Kleinasiens. Zool. Anz. XVII p. 476 - 478. — Schilderung 
der Vogelwelt in der Umgebung von Angora. Der Wiedehopf nistet 
dort in Steinhaufen, der Storch oftmals bloss 2—3m hoch auf 
Pappeln. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 31 


Max Noska u. Vietor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen. 
Das kaukasische Birkhuhn (Tetrao mlokosiewiezi Tacz). Eine mono- 
graphische Studie. Orn. Jahrb. VI p. 100—125, 129—150, 169 — 182, 
209—243. Mit 1 Tafel. — Erschöpfende Monographie der Art. 
Alle Kleider werden ausführlich beschrieben, Lebensweise, Aufenthalt, 
Nahrung, Brutgeschäft und Jagd eingehend geschildert. Auf Tafel 1 
sind gu. 2, S'juv. und pullus abgebildet. 

P. Suschkin. Lanius elaeagni n.sp. Bull. Soc. Nat. Moscou 
1895 p. 41—52. — Die neue Art stammt von Kok Dschida, an der 
Mündung des Tamir in die Emba. Die Unterschiede von L. bog- 
danowi u. L. raddei werden besprochen. 

N. Zarudnoi. Materialien zur ornithologischen Fauna des nörd- 
lichen Persien. Vögel des Ortschik Thales. Mater. Kenntn. Fauna 
u. Flora russ. Reich. Zool. Abth. Heft1. Moskau 1895. (Russisch!) 

Derselbe. Ornithologische Fauna des Kaspischen Gebietes; 
ebenda Heft 2. (Russiseh!). — Behandelt Nordpersien, den Kaspi- 
district, die Oase Chiwa und Buchara. 


Mittelasien. 


E. Blanc. Sur l’utilisation des oiseaux de proie en Asie cen- 
trale. Rev. sci. nat. appl. Paris (4) III p. 737—145. 

H. Johansen. Ornithologische Beobachtungen in Tomsk während 
des Jahres 1894. Orn. Jahrb. VI p. 183—206. — Beobachtungen 
über 115 Arten. 


Aethiopisches Gebiet. 


J. V. Barboza du Bocage. Aves de Benguella da exploracao 
Anchieta. Journ. Sc. Math. Phys. Nat. Lisböa (2) IV p. 21—23. — 
22 Arten aus Benguella werden aufgeführt. 

Derselbe. Subsidios para a fauna da Ilha de Fernao do Po. 
Aves; ebenda p. 7—12. — 26 Arten wurden von F. Newton auf der 
Insel erbeutet, weitere 17 beobachtet. 

E. Hartert. On some birds from the Congo Region. Nov. 
Zool. II p. 55—56. -—- Neu: Lophoceros granti, nahe L. hartlaubi u. 
Onycognathus intermedius. 

H. Kuschel. Abriss einer Beschreibung von Vogeleiern der 
äthiopischen Region. Journ. Ornith. XLIII p. 80—98, 321—354. — 
Die Eier von 423 Arten werden beschrieben. 

J. G. Millais. A Breath from the Veldt. With Illustrations 
by the Author, and a frontispiece by Sir J.E. Millais. London 1895. 
Folio. — Bilder aus der Natur, dem Thier- und Volksleben Süd- 
afrikas mit begleitendem Text. Prächtige Zeichnungen in Lichtdruck 
dargestellt. Zahlreiche Bilder aus dem Vogelleben, welche z.T. 
ganz neue biologische Thatsachen darbieten. Eingehend wird das 
Betragen des Honiganzeigers geschildert und die Mittheilungen von 
Sparrmann u. s. w. bestätigt. 

0. Neumann, siehe Reichenow. 


32 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


C. W.J. Nolte. Strausse und Straussenzucht in Südafrika, 
Journ. Ornith. XLIII p. 44—79. — Unterschiede der drei Straussen- 
arten und ihrer Eier. Die Lebensweise des Struthio australis und 
die Straussenzucht in Südafrika werden eingehend geschildert. 

A. Reichenow. Zwei neue Vögel vom "Kilima Ndscharo. Orn. 
Monbr. III p. 187—188. — Neu beschrieben: Nigrita kretschmeri 
(fällt mit Atopornis diabolica Rehw. u. Neum. zusammen, ist somit 
als Nigrita diabolica zu führen) und Andropadus marwitzi, nahe 
A. virens. 

Derselbe. Eine neue Xenocichla. Nov. Zool. II p. 159. — 
Neu: X. harterti nahe X. simplex, von Sierra Leone bis Liberia. 

Derselbe. Neue afrikanische Vogelformen im Tring Museum; 
ebenda p. 159 — 160. — Neu: Bathmocercus vulpinus und B. murinus, 
beide vom Aruwimi Fluss, Kongo; Andropadus gracilirostris liberi- 
ensis von Liberia. 

Derselbe. Neue Arten aus Afrika. Orn. Monber. III p. 96—97. 
— Neu beschrieben: Callene albigularis, Mirafra intercedens, Phyllo- 
strephus baumanni, Camaroptera chloronota und Astur sparsim- 
fasciatus. 

Derselbe. Neue Arten von Kamerun; ebenda p. 112—113. — 
Neu beschrieben: Agapornis zenkeri, Bathmocercus n.g. rufus, 
Apalis binotata u. A. cervicalis, Cassinia zenkeri. 

Derselbe. Ueber Onycognathus intermedius: ebenda p. 62—63. 
— Identisch mit O. hartlaubi. 

A. Reichenow und O0. Neumann. Diagnosen neuer, von Oskar 
Neumann in Ost- und Central-Afrika entdeckter Vogelarten; ebenda 
p. 73—76. — Neu beschrieben werden: Campothera taeniolaema, 
Atopornis diabolicus, Parisoma orientale, Hyphantospiza kilimensis, 
Xenocichla striifacies, Pyllostrephus kretschmeri, Callene pyrrhoptera, 
Bradypterus rufoflavidus, Burnesia melanops, Apalis porphyrolaema 
Apalis griseiceps, Camaroptera dorcadichroa und Tarsiger guttifer. 

Dieselben. Ein neuer Falk von Ost-Afrika; ebenda p. 114. — 
Falco fasciinucha n. sp. 

C. W. Richmond. Diagnosis of a new Genus of Trogon (Hete- 
rotrogon), based on Hapaloderma vittatum of Shelley; with a des- 
cription of the female of that species. P. U. S. Nat. Mus. XV. 
(Mai 1895) p. 601—603. — Heterotrogon n. g., typus: Hapaloderma 
vittatum Shell. @ ad. u. 2 juv. werden beschrieben. 

R. B. Sharpe. On a collection of Birds made by Dr. A. 
Donaldson Smith during his recent Expedition in Western Somali 
Land. Proc. Zool. Soc. London 1895 p- 457—520, t. 27 u. 28. — 
181 Arten werden aufgezählt. Neu beschrieben: Spizocorys perso- 
nata, nahe S. curvirostris; Alaudula somalica, nahe A. minor; 
Dryoscopus rufinuchalis, nahe D. ruficeps; Nilaus minor, nahe N. 
brubru; Bradyornis pumilus, nahe B. murinus; Melaenornis schistacea, 
nahe M. atra; Eremomela flavierissalis, nahe E. flaviventris; Cisticola 
somalica, nahe Ü. haesitata. Saxicola somalica, nahe S. morio; 
Argya saturata von Zanzibar; Pycnonotus dodsoni, nahe P. layardi; 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 33 


Phyllostrephus pauper, nahe P. strepitans; Lophoceros medianus, 
nahe L. damarensis. — Abgebildet sind: Serinus donaldsoni u. 
S. macnlicollis, Turacus donaldsoni. 

Yngve Sjöstedt. Die Vögel des nordwestlichen Kamerun- 
gebietes. Mitt. deutsch. Schutzgeb. VIII. p. 1—36. — Verfasser 
giebt einen geschichtlichen Abriss der Erforschung des Kamerun- 
gebietes, schildert sodann den nordwestlichen Theil der Colonie in 
landwirthschaftlicher Hinsicht und das Vogelleben daselbst und 
fühıt endlich die von ihm und zwei anderen Herren gesammelten 
Arten auf, wobei die bisher nicht beobachteten (81, darunter 10 neue) 
kurz beschrieben werden. Eine hübsche Uebersichtskarte des Schutz- 
gebietes ist der Arbeit beigegeben. 

Derselbe. Zur Ornithologie Kameruns nebst einigen Angaben 
über die Säugethiere des Landes. Mit 10 colorirten Tafeln. Svenska 
Vetensk. Ak. Handl. XXVII p. 1—118, t. 1—10. — Verfasser be- 
handelt in der umfangreichen Arbeit die von ihm selbst und den 
Herren Knutsen und Valdau zusammengebrachten Sammlungen. 
Nach einer Schilderung der Naturverhältnisse des bereisten Gebietes 
werden im speciellen Theile 212 Arten abgehandelt. Am Schluss 
giebt Verfasser eine Liste der 316 bisher für Kamerun nach- 
gewiesenen Arten. Neu beschrieben: Symplectes auricomus (p. 86). 
Auf den beigegebenen Tafeln wird eine Anzahl seltener oder durch 
den Verfasser neu entdeckter Arten recht hübsch dargestellt. 

Derselbe. Die Kamerun-Form der Columba arquatrix Temm., 
Orn. Monber. III. p. 156—158. — Die Form stellt anscheinend eine 
Mittelform zwischen der typischen Art und C. a. thomensis Boc. dar. 

H. B. Tristram. Description of a new species of finch of the 
genus Crithagra from South-east-Africa; Ibis (7) I. p. 129—130. — 
Neu: Crithagra rendalli aus Transvaal. 


Madagassisches Gebiet. 

A. Milne Edwards et A. Grandidier. Sur des ossements 
d’oiseaux provenant des terrains recents de Madagascar. Bull. 
Mus. Paris 1895 p. 9—11. 

GC. W. Richmond. Description of a new Plover from the East 
Coast of Madagascar. Proc. Biol. Soc. Wash. X. p. 53—54. — 
Neu: Aegialitis thoracica. 

W. Rothschild. A new Species and Genus of Rollers. Nov. 
Zool. UI. p. 479. — Neu: Uratelornis chimaera, nahe Atelornis 
crossleyi, von Madagaskar. 


indisches Gebiet. 

E. Stuart Baker. The Birds of North Cachar. Part IV with 
Plate D. J. Bombay Soc. X p. 1—12, t.D. 

Derselbe. Notes on the nidification of some Indian Birds not 
mentioned in Hume’s ‚Nests and Eggs’; Ibis (7) I. p.41—64, 217—236. 
— Beschreibung des Brutgeschäftes von 33 Arten. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 3 


34 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


E. Bartlett. A new Species of the genus Philentoma. Sarawak 
Gaz. 1895 und J. Straits Branch Asiat. Soc. 1895 p. 96. 

H. v. Berlepsch. Description of two new species of the 
Genera Phoenicophaes and Spilornis, with a note on Oriolus conso- 
brinus Rams. Nov. Zool. U. p. 70—75. — Neu: Phoenicophaes 
microrhinus, nahe P. erythrognathus, von Borneo und Natuna- 
Inseln; Spilornis salvadorü, nahe S. pallidus, von der Insel Nias. 
Das vermutlicheg‘ ad. von O.consobrinus wird zum ersten Male bekannt 
gemacht. — Die Phoenicophaesarten unterscheiden sich fast bloss 
durch die Form und Gestaltung der Nasenlöcher. Diese Thatsache 
ist sehr beachtenswerth, da sie beweist, dass unter Umständen 
Färbungscharaktere als Ausdruck verwandtschaftlicher Beziehungen 
grössere Bedeutung haben als structurelle Kennzeichen, die in andren 
Gruppen zur generischen Sonderung benutzt werden. 

W. T. Blanford. The Fauna of British India, including Ceylon 
and Burma. Birds vol. III. London 1895. 8° 450 S., 102 fig. im 
Text. — Der dritte Band des grossen Werkes behandelt die Eury- 
laemi, Pici, Hypodactyli, Anisodactyli, Macrochires, Trogones, 
Coceyges, Psittaci, Striges und Accipitres. Ueber 100 Figuren, 
meist Köpfe charakteristischer Arten zur Kennzeichnung der 
Gattungen sind in den Text eingedruckt. 

J. Büttikofer. On Phasianus ignitus and its nearest allies. 
Not. Leyd. Mus. XVII. p. 169—196, — Verfasser unterscheidet 
vier Arten: Lophura ignita, L. nobilis, L. sumatrana u. L. vieilloti 
und giebt deren ausführliche Beschreibung, Synonymie und Ver- 
breitung. Am Schlusse Besprechung der einschlägigen Litteratur. 

A. @&. Cardew. Notes on some Nilgiri Birds. J. Bombay 
Soc. X. p. 146—149. 

R. P. Fr. Casto de Elera. Catälogo sistemätico de toda la 
fauna de filipinos conocido hasta el presente, y a la vez el de la 
coleceion zoolögica de Museo de PP. Dominicos del Colegio-Uni- 
versidad de Santo Tomas de Manila. vol. I. Vertebrados. Manila 
1895. — Auf S. 52—398 ist eine Uebersicht der bisher bekannten 
Vögel der Philippinen gegeben. Es werden 900 Arten mit Syno- 
nymie und Verbreitung aufgezählt. 

W. Eagle Clarke. On some Birds from the Island of Negros, 
Philippines; Ibis (7) I. p. 472—479. — Bemerkungen über 13 Arten. 

A. H. Everett. A List of the Birds of the Island of Baläbac, 
with some notes and additions to the Avifauna of Paläwan; Ibis (7) 
I. p. 21—39. — Von Balabac werden 68 Arten aufgezählt, das 2 
von Siphia lemprieri ist zum erstenmale bekannt gemacht. Die 
Arbeit erweitert die Liste von 157 auf 167 Arten. 

W. R. Ogilvie-Grant. On a new Species of Babbler (Turdi- 
nulus guttaticollis) from the Miri Hills to the North of Assam; 
Ibis (7) I. p. 432—433. — Neu: Turdinulus guttaticollis, nahe 
T. roberti. 

Derselbe. On the Birds of the Philippine Islands. — Part. III. 
The Mountains of the Province of Isabella, in the extreme North- 


ve 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 189. 35 


east of Luzon; Ibis (7) I. p. 106—117 t.4 u. 5. — Behandelt eine 
weitere Sammlung John Whiteheads. Oriolus isabellae und Zoster- 
ornis striatus werden beschrieben. Verfasser versucht die Ver- 
schiedenheit von Aleyone cyanipectus und A. philippinensis nach- 
zuweisen. (Vgl. dazu Worcester u. Bourns). Ptilocolpa carola und 
P. griseipectus sind verschiedene Geschlechter einer Art. Abgebildet 
sind Zosterornis striatus, Dendrophila mesoleuca, Aethopyga flavi- 
pectus und Eudrepanis jefferyi. 

Derselbe. On the Birds of the Philippine Islands. — Part. IV. 
The Province of Albay, South-east Luzon, and the adjacent Island 
of Catanduanes. With Field Notes by John Whitehead. — Ibis (7) 
I. p. 249—267. — Beschrieben: Callaeops periophthalmica, Cinnyris 
excellens und Zosterops luzonica. Bemerkungen über die Zunge 
von Rhabdornis, Arachnothera, Climacteris, Certhia und Salpornis. 


Derselbe. On the Birds of the Philippine Islands. — Part. V. 
The Highlands of the Province of Lepanto, North Luzon. With 
Field Notes by John Whitehead. Ibis (7) I. p. 433—472, t. 12— 14. 
— DBehandelt eine weitere, grosse Sammlung von J. Whitehead. 
Neu beschrieben: Collocalia whiteheadi, nahe C. lowi. Bemerkungen 
über Pitta kochi und Ptilopus marchei, von welchen Exemplare 
beider Geschlechter erbeutet wurden. d' und 2 der letzteren Art 
werden genau beschrieben. Abgebildet sind: Brachypteryx polio- 
gyna, Rhinomyias insignis, Pseudotharrhaleus caudatus und Pyrrhula 
leucogenis. 


J. H. Gurney berichtet über ein Exemplar von Alcedo beavani 
aus Ceylon. Proc. zool. Soc. London 1895 p. 339. 


E. Hartert. List of a second collection of Birds from the 
Natuna Islands. Nov. Zool. II p. 466—478. — 93 Arten werden 
aufgeführt, davon 55 für die Inselgruppe neu nachgewiesen. Die 
Fauna enthält sehr viele Borneoformen, so dass sie im Grossen und 
Ganzen ein Gemisch von Borneo- und Malakka-Elementen darstellt. 
Neu beschrieben: Macropteryx comata maior und Graucalus suma- 
trensis diffieilis. Stachyris davisoni natunensis wird wieder ein- 
gezogen. 

Derselbe. A new Prionochilus from the Philippines and Note 
on an Anthreptes.. Nov. Zool. II p. 64—65. — Neu: Prionochilus 
inexpectatus von Luzon u. Mindoro.. Bemerkungen über Anthreptes 
griseigularis. 

Derselbe. On a small collection of Birds from Mindoro. Nov. 
Zool. II p. 485—488. — 38 Arten werden besprochen, darunter 16 
bisher für die Insel nicht bekannte. 

M. Kuschel. Zur Oologie Javas. Orn. Monber. III p. 153—156. 
— Die Eier von 18 Arten werden beschrieben. 


H. W. Lake and H.J. Kelsall. Journey on the Sembrong 
River from Kuala Sudan to Batu Sahat with lists of mammals, birds 
and plants collected or observed during the trip. J. Straits Branch. 
Asiat. Soc. no. XXVI p. 1—%. 


3* 


36 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


John D. de La Touche. Notes on South Formosa and its 
Birds. Ibis (7)I p. 305—338. — Einer Schilderung der Excursionen 
im Jahre 1893 und 1894 folgt die Aufzählung der gesammelten 
Arten. 74 Species werden aufgeführt. Notizen über Vorkommen 
und einzelne biologische Beobachtungen. 


Walter R. Lawrence. The Valley of Kashmir. London 1895. 
— Enthält in einem Kapitel (S. 107—155) eine Liste der Vögel 
von Kaschmir mit Beobachtungsnotizen. 208 Arten werden behandelt. 


E. Oustalet. Note sur la faune ornithologique du Setchuan. 
Bull. Mus. Paris 1895 no. VII p. 268— 270. 

A. Reichenow. Ueber einige javanische Timalien. J. Ornith. 
XLIlI p. 355—356. — Bemerkungen über Myiothera lepidopleura, 
Macronus trichorrhos, Myiothera epilepidota. Neu: Mixornis ery- 
thronota, von Java, nahe M. erythroptera. 

W. Rothschild. On a new Parrot (Palaeornis intermedia). 
Nov. Zool.II p.492. — Neu: Palaeornis intermedia, vermuthlich 
von Bombay. 


H. Seebohm. On some new and little-known Species of Birds 
from Formosa. Ibis (7) I p. 211—213, t.6. — Neu beschrieben: 
Parus holsti und Rallina formosana, ersterer auf Taf. 6 abgebildet. 
Bemerkungen über seltenere Arten wie Merula albiceps, Pitta nympha 
und Scops hambroecki. 


A. G. Vorderman. DBijdrage tot de Kennis der Avifauna van 
het Eiland Noordwachter (Java See); Natuurk. Tijdschr. Nederl. 
Ind. LIV p. 317— 326. — Die Insel Noordwachter liegt etwa 50 See- 
meilen nördlich von Batavia. 24 Arten werden von dort aufgeführt. 

Derselbe. Lombok-Vogels; ebenda p. 327—353. — 51 Arten 
von der Ostküste der Insel werden besprochen, von denen 21 von 
Wallace nicht gesammelt worden waren. Die Zahl der nunmehr 
von der Insel bekannten Arten beläuft sich auf 83. Neu beschrieben: 
Pelargopsis sasak n. subsp., nahe P. floresiana. 

L. A. Wandell. A List of Sikhim Birds. The Gazetteer Sikhim, 
Calcutta 1894 p. 198 — 234. 

J. L. Weyers. Notes biologiques: Oiseaux et singes des foröts 
de Sumatra. Rev. Biol. Nord France VII p. 125-138. 

D.C. Worcester and F. S. Bourns. [On the Identity of Ceyx 
cyanopectus u. C. philippensis]. Ibis (7) I p. 403—406. — Entgegen 
den Ausführungen Grants’ beweisen die Verfasser, dass die beiden 
vermeintlichen Arten nur verschiedene Geschlechter einer u. derselben 
Art darstellen. 


Australisches Gebiet. 

J. Büttikofer. Einige Bemerkungen über neuangekommene 
Paradiesvögel. Not. Leyd. Mus. XVII. p. 36—40. — Bemerkungen 
über Parotia carolae und Beschreibung einer Varietät von Craspe- 
dophora magnifica. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 37 


A. J. Campbell. Notes on Birds. Proc. Soc. Victoria (N. S.) 
(2) VII. p. 201. — Calidris arenaria in Australien erlegt; ein Ei 
von Cuculus pallidus im Nest von Grallina picata gefunden. 

Derselbe. The Gymnorhinae or Australian Magpies, with a 
description of a new Species. Proc. Soc. Victoria (N. S.) (2) VH. 
p- 202—213. — 4 Arten werden behandelt. Neu: Gymnorhina 
dorsalis. (Vgl. auch Le Soußf). 

R. Hall. Notes on the Bird fauna of the Box Hall District. 
Viet. Natur. XII. p. 127— 134, 143—146. 


E. Hartert. Some new and other rare Birds from Fergusson 
Islands. Nov. Zool. II. p. 61. — Die Insel gehört zur D’Entre- 
costeaux-Gruppe südöstlich von Neu-Guinea Neu beschrieben 
werden: Cyclopsittacus virago, nahe C. aruensis; Loriculus aurantü- 
frons meeki und Ptilopus lewisii vicinus. 

Derselbe. Description of a new flycatcher from the Salo- 
mons Islands; ebenda p. 485. — Neu: Pomarea ribbei, nahe P. 
erythrosticta, von der Munia Insel. 

Derselbe. On a supposed new Species and some Varities of 
Goura; ebenda p. 67-68. — Ueber Abändern der G. coronata. 
Neu: Goura cinerea vom Arfakgebirge. 

H. Kendall.e. Some natural History notes from Townsville, 
Queensland, Victor. Natur. XII. p. 6—7, 15—19. 


P. S. Mead. The Birds of New Guinea (Miscellaneous); Amer. 
Natur. XXIX. p. 1-9, 409—417, 627—636, 1056—1065. — 
Auffallende Arten der Vogelfauna der Insel werden besprochen. 


A. B. Meyer. Zwei neue Paradiesvögel. Mit zwei colorirten 
Tafeln und 17 Figuren im Text; Abh. u. Ber. Mus. Dresden 1894 
—95, No.5 p. 1—11, t. 1 u. 2. — Pteridophora alberti und Parotia 
carolae werden beschrieben und abgebildet. 

Derselbe. Ueber das Ei einer unbekannten Chlamydodera 
von Deutsch Neu-Guinca; ebenda No. 10 p. 1—2, t. 1. — Chlamy- 
dodera recondita n. sp., auf ein Ei begründet! Dasselbe gleicht 
bis auf geringe Abweichungen dem von Ch. maculata aus Australien. 
Beschrieben und abgebildet. (Es bedarf wohl nicht erst des be- 
sonderen Hinweises, dass der obige neu aufgestellte Name als 
blosses nomen nudum zu behandeln ist). 

Derselbe und L. W. Wiglesworth. Eine zweite Sammlung 
von Vögeln von den Talaut Inseln; ebenda No. 9 p. 1—9. — Die 
Sammlung stammt von den Inseln Karkellang und Salibabu (auch 
Lirung genannt) und umfasst 36 Arten, von denen 10 in der ersten 
Abhandlung (vgl. Bericht 1894 S. 33) nicht aufgeführt waren. Im 
Ganzen sind bisher 58 Arten von der Inselgruppe bekannt, davon 
10 endemisch. Neu beschrieben werden: Tanygnathus talautensis, 
nahe T. luzonensis; Edoliisoma talautense, nahe E. salvadorii, 
Dicaeum talautense, nahe D. sangirense, und Zosterops babelo. 

Dieselben. Bericht über die von den Herren P. u. F. Sarasin 
in Nord Celebes gesammelten Vögel; ebenda No. 8 p. 1-20. — 


38 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


152 Arten werden besprochen. Neu beschrieben: Myza n.g. sara- 
sinorum und Phyllergates riedeli. . 

A. J. North. Note on the Occurrence of Spatula clypeata and 
Urodynamis taitensis in the Gilbert Group; Proc. Linn. Soe. N. S. 
Wales (2) IX. p. 584. 

Derselbe. Note on the Nest of Petroeca leggii Sharpe; Rec. 
Austral. Mus. II. p. 89, t. 20. 

Derselbe. Notes on Chlamydodera orientalis. Vict. Natural. 
XII. p. 104--107; Supplementary Notes; ebenda p. 139. 

Derselbe. Preliminary Descriptions of a new Genus and of 
five new Species of Central Australian Birds. Ibis (7) I. p. 339 
— 342. — Neu: Spathopterus n. g. (typus S. alexandrae Gould), 
Rhipidura albicauda, Xerophila nigricineta, Ptilotis Keartlandi, 
Climacteris superciliosa und Turnix leucogaster. 

E. Oustalet. Note sur le Psitteuteles diadema. Bull. Mus. 
Paris 1895 p. 101—103. 

Derselbe. Sur quelques Paradisiers remarquables de la 
Nouvelle Guinse. Avec 1 figure; ebenda p. 47—50. — Pteridophora 
alberti ist abgebildet. 

R. C. L. Perkins. Notes on some Hawaian Birds. Ibis (7) 
I. p. 117—129. — Biologische Beobachtungen und Berichtigungen 
zu einer früheren Arbeit. (Ibis (6) VI. p. 105). 

W. Rothschild. Note on the Loxops of Oahu. Nov. Zool. I. 
p. 54. — L. wolstenholmei Rothsch. identisch mit L. rufa (Blox.). 

Derselbe. A new Species of Rail; ebenda p. 481. — Neu: 
Hypotaenidia owstoni, von Guam, Mariannen-Inseln. 

Derselbe. A new Species of Bower Bird; ebenda p. 480. — 
Neu: Amblyornis flavifrons, nahe A. subalaris und A. inornata, von 
Holländisch Neu Guinea. 

Derselbe. A new Bird of Paradise; ebenda p. 59—60, t.5. — 
Neu: Astrapia splendidissima, von Holländisch Neu-Guinea. 

P. L. Selater. On the Bower Bird recently described by Mr. 
C. W. de Vis as Cnemophilus mariae. Ibis (7) I. p. 343— 344, t. 8. 
— Cnemophilus mariae ist identisch oder jedenfalls sehr nahe ver- 
wandt mit Loria loriae Salvad. & und 2 sind abgebildet. 

D. Le Souäf. Description of some Australian Bird’s Eggs and 
Nests collected at Bloomfield, near Cooktown Queensland. Proc. 
Roy. Soc. Victoria (N. S.) (2) VII. p. 10-24. Appendix: A. J. 
Campbell, Notes on a new Species of Arses; ebenda p. 25—26. — 
11 Arten werden behandelt. Neu beschrieben: Arses terrae-reginae. 

Derselbe. Notes on Birds found Nesting on Albatross Island 
in Bass Strait, Australia. Ibis (7) I. p. 413—423. — Beobachtungen 
über 11 Arten. 

H. B. Tristram. Further Notes on Birds from Bugotu, Salomon 
Islands with description of a new Species. Ibis (7) I. p. 373 
—876. — Behandelt eine kleine Sendung von 12 Arten. Neu: 
Calornis maxima. Als neuer Name wird C. döchroa für C. minor 
Rams. nec Bp. in Vorschlag gebracht. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 39 


C. W. de Vis. Description of a new Flycatcher presumably 
new. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) X. p. 171. — Neu be- 
schrieben: Arses lorealis von Kap York, Nordaustralien. 


Neuseeländisches Gebiet. 


W.L. Buller. Notes on the Ornithology of New Zealand; with 
an exhibition of rare specimens. — Trans. N. Z. Inst. XXVI. 
p- 104—126. — Ueber Verbreitung, Variation, Lebensweise und 
Eier neuseeländischer Arten. 

Derselbe. On the Occurrence of the Nankeen Kestrel of 
Australia (Cerchneis cenchroides) in New Zealand; ebenda XXVII. 

. 399. 
5 Derselbe. Notes on New Zealand Ornithology with an 
Exhibition of specimens; ebenda p. 326—358. — Bemerkungen über 
neuseeländische Arten. Beschreibung von Xenicus insularis. 

Derselbe. Illustrations of Darwinism; or the Avifauna of 
New Zealand considered in relation to the fundamental Law of 
Descent with Modification; ebenda XXVII. p. 75—104. — Verfasser 
liefert den Beweis für die Thätigkeit der natürlichen Zuchtwahl 
an den Modificationen, welche die Vögel Neu Seelands in den 
vicariirenden Formen auf der Nord- und Südinsel, sowie auf den 
Chatham-, Auckland-, Antipoden-, Snares- und Kermadec-Gruppen 
darbieten. 

Derselbe. Notes on the flightless Duck of the Auckland 
Island (Nesonetta aucklandica); ebenda p. 128—129. — Mit der 
Verkümmerung der Flügel hat sich bei der Art ein ungewöhliches 
Klettervermögen herausgebildet, für das Verfasser einige Beispiele 
anführt. 

Derselbe. Notes on Phalacrocorax colensoi, of the Auckland 
Island, and on Phalacrocorax onslowi of the Chatham Island; ebenda 
p- 129—132. 

Derselbe. On an new Species of Fern Bird (Sphenoeacus) 
from the Snares Islands, with an Exhibition of specimens; ebenda 
p. 127—128. — Neu: Sphenoeacus caudatus nahe S. punctatus. 

Derselbe. Note on Oestrelata neglecta, with an exhibition 
of specimens; ebenda p. 132—134. — Oestrelata leucophrys ist das 
g' ad. von O. neglecta. 

Derselbe. Some Curiosities in Bird-life; ebenda p. 134—142. 
— Nestor esslingi ist bloss eine individuelle Abänderung von N. 
meridionalis. Ferner werden Albinos von Stringops habroptilus und 
Apteryx oweni besprochen. 

Derselbe. On a new Species of Xenicus from an Island off 
the Coast of New Zealand. Ibis (7) I. p. 236—237, t. 7. — Neu: 
Xenicus insularis (fällt mit Traversia lyalli Rothsch. zusammen. 
Vgl. Bericht 1894, S. 61). 

Derselbe. Notes on the Auckland-Island Shag (Phalacro- 
corax colensoi). Ibis (7) I. p. 899 —40. 


40 ©. E Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


A. Hamilton. Notes on a Visit to Macquarie Island. Trans. 
N. Z. Inst. XXVI. p. 569—575. 

W. Rothschild. Note on the Stephens Island Rock-Wren, 
Traversia lyalli Rothsch. Nov. Zool. II. p. 81. — Xenicus insularis 
Bull. identisch mit Traversia lyalli. Kurze, biologische Notiz, 

T. White. The Kea (Nestor notabilis), a sheep-eating Parrot. 
Trans. N. Z. Inst. XXVI p. 262—273. 

Derselbe. On the Habits of the Kea, or Mountain Parrot of 
New Zealand. Zool. (3) XIX. p. 293—301. — Eingehende Mit- 
ee über Aufenthalt, Lebensweise, Nahrung und Brüten 

er Art. 


Nordamerikanisches Gebiet. 


Charles C. Abbott. The Birds about Us. Philadelphia 1895. 
12° 288 S. — Volksthümliche Schilderung der Lebensweise der 
häufigeren Arten der Vereinigten Staaten. 

Franeis H. Allen. Notes on the Summer Birds of Central 
Berkshire County, Mass. Auk. XII. p. 87—89. — Notizen über 
27 Arten. 

A. W. Anthony. Birds of San Fernando, Lower California; 
ebenda p. 134—143. — Bemerkungen über 65 Arten. 

Derselbe. Description of a new Pipilo from Southern and 
Lower California; ebenda p. 109—112. — Neu beschrieben: Pipilo 
fuscus senicula. 

Derselbe. The Status of Heleodytes affınis, ebenda p. 230. — 
H. affinis ist bloss unterartlich von H. brunneicapillus zu trennen. 

Derselbe. New Races of Colaptes and Passerella from the 
Pacific Coast; ebenda p. 347 - 349. — Neu beschrieben werden: 
Colaptes chrysoides brunnescens und Passerella ilica stephensi. 

Derselbe. The Fulmar of Southern California; ebenda p. 100 
— 109. — Neu beschrieben: Fulmarus glacialis columba von der 
Küste Südcaliforniens. 

Derselbe. A new Subspecies of Harporhynchus from Lower 
California; ebenda p. 52—53. — Neu beschrieben: Harporhynchus 
cinereus mearnsi. 

Derselbe. A new Species of Thryothorus from the Pacific 
Coast; ebenda p. 5l—52. — Neu: Thryothorus leucophrys, nahe 
T. spilurus, von S. Clemente Insel, Cala. 

W. B. Barrows and E. A. Schwarz. The Common Crow of 
the United States. U. S. Dept. Agric. Div. Ornith. und Mammal. 
Bullet. No.6 p. 1-98, cum tab. — Untersuchungen über die 
Nahrung des Corvus americanus und die daraus gewonnenen Re- 
sultate in ökonomischer Beziehung. 

Abby F. C. Bates. A Swallow Roost at Waterville, Maine. 
Auk. XI. p. 48—51. 

Ch. Bendire. The Cow Birds. Rep. U. S. Nat. Mus. for 1893, 
p- 987--624 with plates 1—3. Washington 1895. — Monographie 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 189). 41 


der Gattung Molothrus. Nebst sorgfältigen Angaben über Ver- 
breitung der einzelnen Arten, bietet die Arbeit eine reiche Fülle 
biologischer Beobachtungen, namentlich über die Art und Weise 
der Fortpflanzung. Die meisten Kuhvögel verhalten sich wie unser 
Kukuk, und legen ihre Eier in die Nester kleiner Singvögel. M. 
badıus hingegen eignet sich die Nester von Anumbius acuticaudatus 
an und füttert sie mit Pferdehaaren aus. Nun legen oft mehrere 
Weibchen ihre aus 5 Eiern bestehendes Gelege hinein. Ob nun ein 
oder mehrere Weibchen sich an der Bebrütung betheiligen, ist noch 
nicht festgestellt. 

Derselbe. Note on the ancient Murrelet (Synthliborhamphus 
antiquus), by Chase Littlejohn. With annotations (by C. Bendire). 
Auk. XII p. 270—278. — Beobactungen über Vorkommen, Aufenthalt 
und Lebensweise nebst Beschreibung der Eier. 

L. B. Bishop. [Aythya marila or A. marila nearctica?]. Auk 
XH. p. 293—295. — Ueber Variiren der Schwingenfärbung bei der 
genannten Art, das die Haltbarkeit der amerikanischen Form in 
Frage stellt. 

W. Brewster. A remarkable Plumage of the Prairie Hen 
(Tympanuchus americanus). Auk XII. p. 99—100, tab. 2. — Eine 
auffallende, vermuthlich erythristische Färbungsvarietät wird be- 
beschrieben und abgebildet. 

Derselbe. A remarkable flight of Pine Grosbeaks (Pinicola 
enucleator); Auk XII. p. 245—256. — Ueber einen Wanderflug 
der Art im Winter 1892/93. Auf zwei Karten sind Verlauf und 
Ausdehnung derselben dargestellt. 

Derselbe. Notes on certain flycatchers of the Genus Empi- 
donax; Auk. XU. p. 157—163. — Der richtige Name für Empi- 
donax acadicus auct. ist E. virescens (Vieill.), ebenso wird an Stelle 
von E. pusillus auct. die Bezeichnung E. trailli (Audub.) gesetzt 
und die Form der östlichen vereinigten Staaten als &. trallii alnorum 
neu beschrieben. 

Vgl. auch Minot. 

Frank L. Burns. The American Crow (Corvus americanus). 
With Special Reference to its Nest and Eggs; Bullet. No.5 Wilson 
Ornith. Chapt. Agassiz Assoc., Ohio, March. 1895. 41 S. — Ueber 
die Brutplätze von C. americanus. Nach einleitenden Bemerkungen 
über Lebensweise und Nahrung der Raben im Allgemeinen wird die 
Nistweise und das Brutgeschäft des amerikanischen Vertreters ein- 
gehend geschildert. 

A. W. Butler. Observations on Faunal Changes; Bull. Brook- 
ville Soc. 1895, (Aves) p. 10—13. 

M. Chamberlain. Some Canadian Birds. A Brief Account of 
Some of the Common Birds of Eastern Canada. First series: Birds 
of field and grove. Toronto 1895. 12°. X. und 96 8. 

Frank M. Chapman. Handbook of Birds of Eastern North 
America, with Keys to the Species and Description of their Plu- 
mage, Nests and Eggs, their Distribution and Migrations, and a 


42 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


brief Account of their Hounts and Habits, with Intraductory 
Chapters on the Study of Ornithology, how to identify Birds and 
how to Collect and Preserve Birds, their Nests and Eggs. New 
York. 1895. 8°. XIV. und 421 S., 20 taf. — Nach einer allgemeinen 
Einleitung giebt der Verfasser eine Anleitung zum Sammeln der 
Vögel sowie ihrer Nester und Eier, dann folgt die Behandlung der 
östlich vom 90. Meridian vorkommenden Arten mit kurzer Kenn- 
zeichnung jeder einzelnen, ihrer Verbreitung, Nistweise u. Brutzeit. 

Check-List of North American Birds. Prepared by a 
Commitee of the American Ornithologists Union. Second and revised 
Edition. New York 1895. — Zusätze und Verbesserungen zu der 
ersten, 1856 ausgegebenen Arbeit. Die Zahl der aufgeführten 
Formen beträgt 768, die Verbreitung wird diesmal genauer und 
ausführlicher dargestellt als in jener. 


H. W. Congdon. [Some Notes from Pennsylvania. Auk XD. 
p. 189— 190. 

W. W. Cooke. The Summer Range of Colorado Birds. Auk 
XI. p. 150—155. 

R. Deane. [Additional Records of the Passenger Pigeon in 
Illinois and Indiana]; ebenda p. 298—300. — Ueber Vorkommen 
der Wandertaube. 


James 0. Dunn. [Notes on Some Birds from Northeastern 
Illinois]; ebenda p. 393 —395. — Notizen über 10 Arten. 


Jonathan Dwight. The Ipswich Sparrow (Ammodramus 
princeps Maynard) and its Summer Home. Mem. Nutt. Club I. 
56 S. with a colored plate. — Monographie der seltenen Art. 
Verfasser besuchte den Brutplatz auf Sable Island, Neu Schottland 
und beschreibt nun Lebensweise, Fortpflanzung, Eier etc. sehr aus- 
führlich. 

D. G. Elliot. North American Shore Birds. A History of the 
Snipes, Sandpipers, Plovers and their Allies, inhabiting the Beaches 
and Marshes of the Atlantic and Pacific Coasts, the Prairies and 
the Shores of the inland Lakes and Rivers of the North American 
Continent; their Popular and Scientific Names, together with a 
full Description of their Mode of Life, Nesting, Migration, and 
Dispersions; with Descriptions of the Summer and Winter Plumages 
of Adults and Young so that each Species may be readily identi- 
fied. A Reference Book for the Naturalist, Sportsman and Lover 
of Birds. With Seventy-four plates. London und New York 1895. 
8°. XVI. und 277 S. — Eine volksthümliche Darstellung der nord- 
amerikanischen Schnepfenvögel und Regenpfeifer. Jede Art ist in 
Lichtdruck gut abgebildet. Der Text umfasst eine ausführliche 
Beschreibung jeder Art, genaue Angabe ihrer Verbreitung und ein 
. anschauliches Bild ihrer Lebensweise, Nest, Kennzeichnung der Eier. 
Eine Erklärung der Terminologie des Vogelkörpers und ein Schlüssel 
zum Bestimmen der Gattungen und Arten sowie der höheren Gruppen 
sind beigegeben. 


2 ee ee 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 189. 43 


Ralph Hofmann. [Notes on the Winter Birds of Cape Üod, 
Mass.]. Auk. XII. p. 188—189. — Fünf Arten werden zum ersten- 
male als Wintervögel für Neu England aufgeführt. 


Lynd Jones. Report of the Work for 1893 and 1894 on the 
Mniotiltidae. Bulletin No. 4. Wilson Ornith. Chapter Agassiz Assoc., 
Oberlin, Ohio 1895. 22 S. — Bericht über das Vorkommen und 
Erscheinen von 45 Arten der Familie, hauptsächlich aus dem oberen 
Mississippithal und New England. 

Derselbe. Bird Migration at Grinnell, Jowa. I. Spring 
Migration. Auk XH. p. 117—134; I. Fall Migration; ebenda p. 231 
— 237; II. Bird Migration at Oberlin, Ohio, for 1894; ebenda 
p- 237—244. 

F. H. Kennard. [January Occurrence of the „Sapsucker“ in 
Brookline, Mass... Auk XI. p. 301—302. 

F. €. Kirkwood. A List of the Birds of Maryland giving Dates 
of the Arrival, Departure and Nesting Periods of our Regular 
Birds; also including Straglers and such others as no doubt occur 
but are not recorded. Trans. Maryland Acad. Sci. 1895 p. 241 
— 882. 

Leverett M. Loomis. California Water Birds. Proe. Calif. 
Ac. Sci. (2) V. p. 177—224 with one map. — Bemerkungen über 
die Wasservögeil um Monterey, Californien, während der Zeit von 
Juni bis Ende August. Brachyrhamphus hypoleucus and Stercorarius 
longicaudus zum erstenmale für Californien nachgewiesen. 


T. Me. Iiwraith. The Birds of Ontario: being a concise 
account of every Species of Bird known to have been found in 
Ontario, with a Description of their Nests, Eggs etc. Second edition, 
enlarged and revised; with illustr. London 1895. 


G. H. Mackay. The Terns of Muskeget Island, Massachussets. 
Auk XI. p. 32-48. — Die Brutkolonie von Sterna hirundo, 
St. dougalli, S. paradisaea und S. antillarum wird geschildert. 

Derselbe. The 1894 Migration of Charadrius dominicus in 
Massachussets; ebenda p. 78—79. 

Derselbe berichtet über einige seltene Erscheinungen in 
Massachussets; ebenda p. 310. 


E. A. Mearns. Description of a new Heron (Ardea virescens 
anthonyi) from the arid Region of the Interior of North America. 
Auk XII. p. 357—359. — Neu: Ardea virescens anthonyi von der 
Coloradowüste, Nieder Californien. 

C. Hart Merriam. The Geographie Distribution of Animals 
and Plants in North America. Yearbook U. S. Dep. Agric. for 
1894 p. 203—214, Washington 1895. — Berührt auch die Ver- 
breitung der Vögel. 

Derselbe. The Leconte Thrasher, Harporhynchus lecontei. 
Auk XI. p. 54—60, taf. 1. — Bemerkungen über Aufenthalt, 
Lebensweise, Verbreitung und Variation in der Schnabelform nach 
dem Alter. Auf Tafel 1 ist die Art prächtig dargestellt. 


44 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


H. D. Minot. The Land Birds and Game-Birds of New 
England, with description of the Birds, their Nest and Eggs, their 
Habits und Notes, with Illustrations. Second edition, edited by William 
Brewster. Boston und New York 1895. 8°. XXIV. und 492 S. 
mit Porträt. — Anmerkungen zu dem Orginaltext von W. Brewster. 
In einem Anhange werden die 28 Arten aufgeführt, welche seit 
dem Erscheinen der ersten Ausgabe des Werkes (1877) für Neu 
England nachgewiesen worden sind. Ferner giebt der Herausgeber 
eine Biographie von Turdus aliciae bicknelli und tabulirt die 
Unterschiede der vier im Staate vorkommenden Jagdfalken-Formen. 
Eine kurze Biographie und das Porträt des Verfassers sind bei- 
gegeben. 

E. L. Moseley. The white Headed Eagle (Haliaetus leuco- 
cephalus) in Northern Ohio. Amer. Nat. XXVII. p. 168—170. 

Natural History Survey of Illinois, State Laboratory of 
Natural History. S. A. Forbes, Director. The Ornithology of 
Illinois Part. I. Descriptive Catalogue, by R. Ridgway. Vol. I, 
part. I. Springfield, Ill. 1895. Roy. 8%, 282 S. 22 Taf. — Be- 
handelt werden in dem vorliegenden Halbband die Hühner- und 
Wasservögel, 139 Arten. Im Ganzen sind für den Staat Illinois 
350 Arten nachgewiesen. 

H. E. Parkhurst. The Birds Calendar: a study of the Bird- 
life of each Month of the Year. With Illustrations. New York 
18992 12% 

P. B. Peabody. On the Nesting of Krider’s Hawk (Buteo 
borealis krideri) in Minnesota. Auk XII. p. 11—16. — Eingehende 
Beobachtungen über das Brutgeschäft der Art mit Beschreibung 
von Nest und Eiern. 

H. Piers. Notes on Nova Scotian Zoology. Proc. Nova Scot. 
Inst. (2) I. (Birds) p. 396 —410. 

William W. Price. The Nest and Eggs of the Olive Warbler 
(Dendroeca olivacea). Auk XI. p. 17—19. — Beschreibung von 
Nest und Eiern. 

S. N. Rhoads. Contributions to the Zoology of Tennessee. 
No. 2. Birds. Proc. Ac. Philad. 1895 p. 463—501. 

C. W. Richmond. On the Status of Bischoff’s Song Sparrow 
(Melospiza insignis Baird). Auk XU. p. 144—150. — Die Ver- 
schiedenheit von M. insignis und M. cinerea wird eingehend dar- 
gelegt. Nebst Synonymie und Massen der beiden Arten werden 
auch die Eier beschrieben. 

R. Ridgway. On Fisher’s Petrel (Oestrelata fisheri). Auk 
XII p. 319— 322, t. 4. — Beschreibung und Abbildung der bis 
heute nicht wieder gefundenen Art. 

Vgl. auch unter Natural History of Illinois. 

W. E. Rotzell. Birds of Narberth, Pa. and Vicinity. Narberth, 
Pa. 1895. — 108 Arten werden für das Gebiet aufgeführt. 

J. H. Sage. [Notes on some Connecticut Birds. Auk XI. 
p. 310—311. — Vier Arten besprochen. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 45 


Derselbe. [A Swallow Roost near Portland, Conn.]; ebenda 
. 83. 
A J. Savage. [Notes from western New York]; ebenda p. 39. 
— 3 Arten besprochen. 

Derselbe. [Some rare Birds of Recent ÖOcceurrence near 
Buffallo, N. Y.]; ebenda p. 312—314. — Notizen über 13 Arten. 

Seventh Supplement to the American Ornithologists Union 
Check-List of North-American Birds. Auk XII. p. 163 —169. 

F. Stephens. [Notes on the Californian Vulture]; ebenda 
p. 81—82. — Ein Schwarm von -26 Pseudogryphus californianus 
gelangte zur Beobachtung. 

Derselbe. Description of two new Subspecies of California 
Birds; ebenda p. 371—372. — Neu beschrieben: Callipepla gambeli 
deserticola und Speotyto cunicularia obscura. 

Widmer Stone. The Birds of Eastern Pennsylvania and New 
Yersey. With intraductory Chapters on geographical Distribution 
and Migration. Prepared under the Direction of the Delaware 
Valley Ornithological Club. Philadelphia 1894. 

Platte M. Thorne. List of Birds observed in the Vieinity of 
Fort Keosh, Montana, from July, 1888, to September, 1892. Auk 
XI p. 211—219. — Notizen über 137 Arten. 

GC. C. Trowbridge. Hawk flights in Connecticut; ebenda 
p- 239 —270. 

Carl Tuttle. [Some Uncommon and Rare Birds of Erie 
County, Ohio]; ebenda p. 190—191. 

0. B. Warren. [Notes from the Upper Peninsula of Michigan]. 
Auk. XIL p. 191—192. 

A. T. Wayne. Notes on the Birds of the Wacissa and Ancilla 
River Regions of Florida. Auk XII. p. 362—367. — Aufzählung 
von 161 und Bemerkungen über 8 Arten. 

0. Widmann. A Winter Robin Roost in Missouri and other 
ornithological Notes; ebenda p. 1—11. — Schildert einen Winter- 
rastplatz von Turdus migratorius in der Nähe von St. Louis, 
Missouri. Es ist eine weite Ebene, die grösstentheils von 5 Fuss 
hohem Schilfgrase bewachsen ist. In diesem Grase übernachten die 
Wanderdrosseln zu Tausenden. Während des Tages ist von ihnen 
keine Spur zu sehen. 1—2 Stunden vor Sonnenuntergang kommen 
einzelne an, aber kurz vor der Dämmerung erscheint die Masse, 
nicht allmählich, sondern die ganze Luft ist plötzlich erfüllt von 
ihnen, die aus allen Richtungen herbeigeflogen kommen und sich 
in das Schilf stürzen. Bei Tagesanbruch verlassen sie in gleicher 
Weise ihren Schlafplatz, um sich nach allen Richtungen hin zu 
zerstreuen. — An diese Schilderung schliessen sich biologische 
Beobachtungen über einige andere Arten. 

Derselbe. Swainson’s Warbler an inhabitant of the Swampy 
Woods of Southeastern Missouri; ebenda p. 112—117. 

Derselbe An Hour with Baird’s and Leconte’s Sparrows 
near St. Louis, Missouri; ebenda p. 219— 225. 


46 C, E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Derselbe. The Brown Creeper nesting in the Cypress Swamp 
of Southeastern Missouri; ebenda p. 350—355. 

N. H. Woodworth berichtet über auffallende Erscheinungen in 
St. Albans, Vermont; ebenda p. 311—312. 

M. 0. Wright. Birdcraft, a field Book of two hundred Song, 
Game and Water Birds. With full-page Plates containing 128 birds 
in the Natural colours and other illustrations. New York und 
London 1895. XVI. und 317 S. — Ein volksthümliches Handbuch 
der nordamerikanischen Vögel. Die wichtigsten Arten werden mit 
Rücksicht auf Verbreitung. Nist- und Zugzeit und Lebensweise be- 
handelt. Abbildungen in Farbendruck beigegeben. 


Südamerikanisches Gebiet. 


6. Baur. The Differentiation of Species on the Galäpagos 
Islands and the Origin of the Group. Biological Lecture delivered 
at the Marin Biological Laboratory of Wood’s Hole, Summer Session 
of 1894. Reprint. Boston 1895. 8%. — Ursprünglich hingen die 
Inseln des Archipels zusammen und bildeten einen einzigen grossen 
Complex, der in noch früherer Zeit in Verbindung mit den Continent, 
vermuthlich mit Westindien, stand. Erst als diese grosse Insel in 
Trümmer ging, bildeten sich durch Isolirung aus der ursprünglich 
einzigen Art von Nesomimus, Üerthidea etc. auf den einzelnen 
Inseln besondere Formen aus. 

W. Brewster und F. M. Chapman. Notes on Birds observed 
in Trinidad. Trinid. Field Natur. Cl. II. p. 258—260, 266—272 
und Auk XH. p. 201—211, taf. 3. — Biologische Beobachtungen, 
besonders über den Ruf von Nyctibius jamaicensis. 

A. B. Carr. The „Poor me one“ (Nyetibius jamaicensis Gm. 
Trinid. Field Nat. Cl. II. (Dee. 1894) p. 137—138. 

F. M. Chapman. Notes on Trinidad Birds with a description 
of a new species of Synallaxis. Trinid. Field Nat. Cl. II. p. 272—276 
und Bull. Amer. Mus, VII. p. 321—326. — Neu beschrieben: 
Synallaxis carri, nahe S. terrestris, sowie Notizen über 12 Arten. 

G. K. Cherrie. [North American Bird-Notes from Costa Rica]. 
Auk XD. p. 87. 

C. B. Cory. Description of two new Species of Birds from 
S. Domingo, ebenda p. 278—279. — Neu beschrieben sind; Elainea 
cherriei, nahe E fallax, und Hyetornis fieldi. 

Ulysses 0. Cox. A collection of Birds from Mount Orizaba, 
Mexico; ebenda p. 356—359. — Notizen über 28 Arten. 

H. O0. Forbes. Notes on the Dendrocolaptine Species „Den- 
drexetestes capitoides* of Eyton. Nature 1895 p. 619. — Verfasser 
hält D. capitoides für verschieden von D. temmincki (Lafr.). 

F. D. Godman und 0. Salvin. Biologia Centrali-americana, 
or contributions to the Knowledge of the Fauna and Flora of 
Mexico and Central-America. Aves vol. II. parts: 120, 123, 125 
p. 401—480, tab. 59, 59a, 60. — Die vorliegenden Lieferungen 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 47 


enthalten die Spechte, Momotidae, Eisvögel und den Anfang der 
Trogoniden. Prionornis wird als neuer Name für Prionorhynchus 
(bei Crustaceen verbraucht) vorgeschlagen. 

E. A. Goeldi. Opisthocomus cristatus besitzt in seiner Jugend 
(und bloss dann) ein Krallenpaar an jedem Flügel. Orn. Monber. 
II. p. 69—71. 

Derselbe. Aves do Brazil. Primeira parte. Parä 1895. 12°. 
311 S. — Ein populäres Handbuch der Vögel Brasiliens, mit be- 
sonderer Berücksichtigung der Biologie, von der zum Theil neue 
Beobachtungen mitgetheilt werden. 

Derselbe. Opithocomus cristatus. A Cigana Resenha ornitho- 
logica. Bolet. Mus. Para H. Nat. Ethn. I. p. 167—184, mit Tafel. 
— Ueber die Flügelkrallen und die Lebensweise des jungen 
Schopfhuhns. 

R. J. L. Guppy. The birds of Trinidad. Proc. Viet. Inst. 
Trinidad 1895 p. 81—98. 

E. Hartert. Description of a new Humming Bird. Nov. 
Zool. II. p. 484-485. — Neu: Heliangelus claudia aus Bogotä- 
Sammlungen. 

Derselbe. Notes on Humming Birds; ebenda p. 68—70. - - 
Bemerkungen über Selasphorus flammula, Urostiete ruficrissa und 
einige Eriocnemis-Arten. Neu: Eriocnemis derbyi longirostris aus 
Bogotä-Sammlungen. 

A. H. Holland. Field Notes on the Birds of the Estancia 
Santa Elena, Argentine Republic with Remarks by P. L. Selater. 
Ibis (7) I. p. 213—217. — Notizen über Zug- und Brutzeit, Lebens- 
weise, Nisten und Eier von 15 Arten, 

J. Koslowsky. Faunas locales Argentinas. II. Enumeracion 
sistemätica de las Aves de Chilecito (Provincia de la Rioja, Re- 
publica Argentina). Rev. Mus. La Plata VI. p. 277 — 287. 

F. Lataste. La question de l’affraye du Chili: „Strix perlata“ 
Licht. ou „Strix flammea“ L. Act. Soc. Seient. Chili IV. 4. p. 165 
—176. — Die Verschiedenheit der genannten Arten wird betont. 

C. A. Lloyd berichtet über den Besuch eines Brutplatzes von 
Rupicola crocea, auf welchem auch die Eier erbeutet werden. 
Timehri (2) IX. (1895) p. 231ff. 

Derselbe. Some Guiana Parrots; ebenda p. 270ff. — Beob- 
achtungen über die Papageien Brit. Guianas, mit besonderer Berück- 
sichtigung der Nistweise. Die Brotogerys-Arten legen ihre Eier 
mit Vorliebe in die verlassenen Termitennester. Zum Schlusse wird 
eine Liste der 31 nachweisslich in der Kolonie vorkommenden 
Papagei-Arten gegeben. 

L. v. Lorenz-Liburnau. [Ueber einen neuen Dendrocolaptiden 
von Parä. Dendrexetastes paraensis n. sp.|. Verh. zool. bot. Ges. 
Wien XLV. p. 363-364. — Neu: Dendrexetastes paraensis, nahe 
D. temmincki, von Parä. 

E. Oustalet. Sur quelques fringillides (Loxigilla) des Antilles. 
Bull. Soc. zool. France XX. p. 182—184. — Neu: Loxigilla 


"48 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


chazaliei, nahe L. noctis und L. propingua, von Barbuda, Kleine 
Antillen. 

Derselbe. Note sur une espece remarquable de la famille 
des Trogonides (Pharomacrus xanthogaster Turati und Salvad.). 
Nouv. Arch. Mus. Paris (3) VI. p. 229—231, taf. 8. — Beschreibung 
und Abbildung des von O. Grant irrthümlich mit P. auriceps zu- 
sammengeworfenen Pharomacrus xanthogaster (Trogon hargitti Oust.). 
Die Unterschiede der beiden Arten werden erörtert. 

Carlos E. Porter. Tinochorus orbignyanus se encuentra en 
Chaüareillo, S. E. de Copiapo. Act. Soc. Sci. Chili IV. 4. p. COXVI. 

Charles W. Richmond. A contribution to the Life History 
of Porzana cinereiceps Lawrence, with critical Notes on some of its 
allies. Auk. XH. p. 19—32. — Beobachtungen über Lebensweise 
und Brutgeschäft der Art in Nicaragua. Beschreibung der ver- 
schiedenen Kleider und Bemerkungen über das Variiren nach Alter 
und Geschlecht. Porzana leucogastra Ridgw. und P. alfaroi Ridgw. 
sind mit P. cinereiceps identisch. Die Unterschiede zwischen der 
genannten Art und der nächstverwandten P. albigularis Lawr. 
werden ausgeführt nebst ausführlicher Angabe der Synonymie. 

Derselbe. Description of three new Birds from the Island of 
Margarita, Venezuela. Auk XI. p. 367— 371. — Neu beschrieben: 
Amazilia aliciae, nahe A. feliciae, Doleromyia pallida, nahe D. fallax, 
und Üarduelis robinsoni, nahe Ü. phoeniceus, 

R. Ridgway. Preliminary Descriptions of some new birds- from 
the Galäpagos Archipelago. Proc. U. S. Mus. XVII. p. 293 — 294. — 
Neu beschrieben: Geospiza pachyrhyncha, Tower Insel.; G. fatigata, 
Indefatigable Insel; Camarhynchus bindloei, Bindloe Insel; ©. com- 
pressirostris, Jervis Insel; C. incertus, James Insel. 

Derselbe. Description of a new Species of Ground Warbler 
from Eastern Mexico. Proc. U. S. Mus. "XVII p. 119—120. — 
Neu beschrieben: Geothypis flavo-velata von Ostmexico. 

W. Robinson. A fiying Trip to the tropies. A Record of a 
Ornithological Visit to the U. S. of Columbia, S. A. and to the 
Island of Curacao, West Indies, in the year 1892. Cambridge, 
Mass. 1895. 8°. 194 S. mit 108 Illustr. — Schildert eine Reise nach 
Columbien und Curacao, mit zahlreichen, eingestreuten, ornitho- 
logischen Beobachtungen. Beigegeben ist ein Verzeichniss der ge- 
sammelten Vogelarten (cap. 8), ferner eine Uebersicht der Litteratur 
über Colombia und Curacao. Abgebildet sind: Rhamphastos citreo- 
laemus, Pittacula conspicillata, Eupsychortyx leucotis und Icterus 
xanthornus curasoensis. 

W. F. H. Rosenberg. List of Humming Birds collected at 
Cali and Rio Dagua, Columbia. The Humming Bird V. p.5—7. 

W. Rothschild. A new Species of Tanager. Nov. Zool. II. 
p. 481. — Neu beschrieben: Rhamphocoelus dunstalli, vermuthlich 
von Panama. 

T. Salvadori. Ueccelli raccolti nel Paraguay, nel Mattogrosso, 
nel Tucuman e nella Provincia di Salta. Viaggio del dott. Alfredo 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 49 


Borelli nella Republica Argentina e nel Paraguay XVI. Boll. Mus. 
Torino X. No. 208 p. 1—24. — 190 Arten werden besprochen. 
Neu beschrieben sind: Spermophila plumbeiceps von Tucuman, 
Hypotriorchis ophryophanes, nahe H. rufigularis von Paraguay und 
Columba tucumana, von Tucuman, nahe (Ü. fasciata and C. albilinea. 

0. Salvin. On Birds collected in Peru by Mr. O. T. Baron. 
Nov. Zool. H. p. 1—22, taf. 1 und 2. — Ueber eine Sammlung aus 
Nordperu. 134 Arten werden aufgeführt und die folgenden als neu 
beschrieben: Basileuterus nigrivertex, Buarremon baroni und B. rufi- 
genis, Poospiza alticola, P. rubecula, Haemophila laeta und H. 
personata, Pachyrhamphus similis, Siptornis baroni, S. hypochon- 
driaca, Phacelodomus dorsalis, Scytalopus unicolor, Oreotrochilus 
stolzmanni, Psittacula xanthops, Columba oenops und Leptoptila 
decolor. Abgebildet sind: Buarremon baroni, B. rufigenis, Cyano- 
lesbia griseiventris und Psittacula xanthops. 

F. de Schaeck. Reise der Yacht „Chazalie“ nach den Antillen. 
Ornithologische Beobachtungen. Mitth. orn. Ver. Wien XIX. p. 162 
— 163, 177—179. 

P. L. Selater. Dendrexetastes capitoides. Nature XLIH. 
No. 1362 p. 102—103 — Der Typus von capitoides ist ein alter, 
das im brit. Museum befindliche Exemplar von D. temmincki ein 
junger Vogel, beide gehören aber zu ein und derselben Art. 

C. H. Townsend. Birds from Cocos and Malpelo Island, with 
Notes on Petrels obtained at Sea. Bull. Mus. Harvard XXVI. 
p. 121—126, taf. 1 und 2. — Die Cocos Insel liegt auf der Strecke 
zwischen Costa Rica und dem Galäpagos Archipel. Von Landvögeln 
wurden 6 Arten erbeutet u. a. auch zwei Exemplare des der Insel 
eigenthümlichen Kukuks, Coccyzus ferrugineus. Dendroeca aureola 
identisch mit Stücken von den Galäpagos Inseln. Neu beschrieben 
werden: Cocornis (n. g.) agassizi und Nesotriecus (n. g.) ridgwayi. 
Auf der Malpelo Insel, die nahe bei der Bai von Panama gelegen 
ist, wurde Creagrus furcatus, auf der Seereise der seltene Sturm- 
vogel, Halocyptena microsoma erbeutet. 

E. Waugh e F. Lataste. Une semaine de chasse, au mois de 
juin, dans la hacienda de San Alfonso (dept. de Quillote). Act. 
Soc. Sci. Chili IV. 4. p. CLXVII-CLXXII. (1894). — 45 Vögel- 


arten werden besprochen. 


Nordpolargebiet. 


D. Bruun. Ornithologiske Jagd tagelser fra Sydgrönland i 
Sommeren 1894. Vidensk. Medd. naturhist. Foren. 1895 p. 175 
—187. — 30 Arten werden abgehandelt. 

H. W. Feilden. A fiying Visit to Spitzbergen. Zool. (2) 
XIX. p. 81—90. — Viele ornithologische Beobachtungsdaten. 

F. 6. Jackson. The great frozen Land. Edited from his 
journal by Arthur Montefiore. London 1895. — In einem Anhange 
wird eine ziemlich kritiklose Aufzählung der gesammelten Vögel 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bad. II. H. 1. 4 


50 GC. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


gegeben (vgl. dazu Seebohm, Nature LII. p. 385 und Ibis (7) I. 
. 497). 

R H. Schalow. Ueber eine Vogelsammlung aus Westgrönland. 
J. f. Ornith. XLII. p. 457—481. — Nach einer Uebersicht der 
wichtigsten Litteratur des beregten Gebietes werden 28 Arten be- 
sprochen und Bemerkungen über die Eier einzelner Arten mitgetheilt. 

W. Stone. List of Birds collected in North Greenland by the 
Peary Expedition of 1891—92 and the Relief Expedition of 1892. 
Proc. Ac. Philad. 1895 p. 502—503. 

A. Trevor-Battye. Icebound on Kolguev: a Chapter in the 
Exploration of Arctic Europe to which is added a Record of the 
Natural History of the Island. With numerous illustrations by 
J. T. Nettleship, Charles Whymper and the author, and three maps. 
London 1895. Roy. 8°. XXIX. und 458 S. — Verfasser schildert 
seinen dreimonatlichen Aufenthalt auf der Insel Kolgujeff von Juni 
— September 1894, der vorzugsweise ornithologischen Beobachtungen 
gewidmet war. 45 Arten werden für die Insel nachgewiesen, die 
Eier von Tringa minuta und Squatarola helvetica gesammelt. Mit- 
theilungen über eine eigenthümliche Fangmethode der Brenta 
bernicla. 


Südpolargebiet. 


G. E. Verrill. On some birds and eggs collected by Mr. Geo. 
Comer at Gough Island, Kerguelen Island, and the Island of South 
Georgia, with Extracts from his Notes, including a meteorological 
record for about six months at Gough Island. Trans. Conn. Acad. 
IX. p. 430— 478. — Unter den 20 Arten, welche gesammelt werden, 
befand sich eine auffallende fluglose Ralle, welche bereits von 
J. A. Allen als Porphyriornis comeri beschrieben worden war. Nun 
wird noch ein neuer Albatross, Thalassogeron eximius, nahe T. 
chlorhynchus, ebenfalls von der Gough Insel, beschrieben. 


VII. Lebensweise. 


a) Lebensweise im Allgemeinen. 


A. F.C. Bates. A Swallow Roost at Waterville, Maine Auk 
XI. p. 48—51. 

G. Buck. Einiges aus dem Seelenleben der Vögel. Zool. Gart. 
XXXVI p. 65—71. 

R. Deane. [Strange Habits of the Rusty and Crow Blackbirds)]. 
Auk XII. p. 303—304. 

W. H. M. Duthie. The home of the Dipper. Tr. Pertsh. 
Soc. II. p. 120—123. 

M. S. Evans berichtet über Befruchtung von Pflanzen durch 
Vermittlung der Vögel, Nature LI. p. 235. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 51 


Derselbe berichtet über Aenderung der Lebensgewohnheiten 
von Gyps Kolbii und eines Papageien. Nat. Sci. VII. p. 80. 

C. Floericke. Noch eine Bemerkung über den Sumpfrohr- 
sänger. Aquila Il. p. 84—85. — Diese bloss auf biologischen 
Merkmalen beruhende Form wird als Subspecies von Acr. palustris 
betrachtet. 

W. W. Fowler. Sommer Studies of Birds and Books. London 
1895. 8°. 288 8. 

E. A. Goeldi. Der schwarze Urubu-Geier (Cathartes atratus 
s. foetens).. Schweiz. Blätt. f. Ornith. 1895 p. 40, 50, 62, 72. — 
Biologische Schilderung. 

Chr. Mangold. Das Leben der Auerhühner. Zool. Gart. 
XXXVl. p. 171—178. 

J. Pfennigberger. Ueberwinterung der Rauchschwalbe. Aquila 


II. 87—88. 

X. Raspail. Singuliere manifestation de l’amour maternel chez 
un oiseaux. Bull. Soc. zool. france XX. p. 153—155. — Ruticilla 
phoenicura. 


C. W. Richmond. A contribution to the Life History of 
Porzana cinereiceps Lawr. with critical notes on some of its Allies. 
Auk XII. p, 19—32. — Schilderung der Lebensweise. 


Schenkling-Prevöt. Die Meisen, Paridae. Eine Studie. Zool. 
Gart. XXXVI p. 83—83, 103—109, 136—140. — Biologische 
Schilderung der einheimischen Meisenarten. 

A. Walter. Trägt die Waldschnepfe, Scolopax rusticula, ihre 
Jungen bei Gefahr in den Ständern fort? Orn. Monber. III. 
p: 72—173. 

T. White. On the Habits of the Kea or Mountain Parrot of 
New Zealand. Zool. XIX. p. 2933—301. — Eingehende Schilderung 
der Lebensweise des Kea. 

0. Widmann. A Winter Robin Roast in Missouri, and other 
ornithological Notes. Auk XII. p. 1—11. — Schildert einen Winter- 
rastplatz von Turdus migratorius in Missouri. 

B. Wiemeyer. Der grosse Raubwürger. Zool. Gart. XXXVI. 
p- 89. 


b) Nisten, Eier. 


A. Andreae. Führer durch die Eiersammlung des Roemer- 
Museums zu Hildesheim. Hildesheim 1895. 8°. 12 8. 

C. Stuart Baker. Notes on the nidifications of some Indian 
Birds, not mentioned in Hume’s Nests and Eggs’. Ibis (7) IL. p. 41 

64, 217-236. — Beschreibung des Brutgeschäftes und der Eier 

von 33 Arten. 

R. W. Bauer. Ueber das Verhältniss von Eiweiss zu Dotter 
und Schale in Vogeleiern. Biol. Centralbl. XV. p. 448. 

F. E. Blaauw berichtet über das Brüten des Hahnes bei 
Rhynchotus rufescens. Bull. Brit. Club IV. p. 42—43. 


4* 


52 C. E. Hellmayr: Berieht über die Leistungen 


W. E. Brooks. Nesting of Geocichla naevia in British 
Columbia. Ibis (7) I. p. 512--513. 

W. €. J. Butterfield. Cuckoo’s Egg in Wren’s Nest. Zool. (3) 
XIX. p. 223— 229. 

A.B. Call. [Breeding Habits of Terns. Auk XI. p. 178. — 
Sterna hirundo und St. paradisaea legen oft in ein gemeinsames Nest. 

C. G. Danford. Notes on Nucifraga caryocatactes. Aquila 1. 

. 155. — Ein Nest mit Eiern wurde am 5. April, ein anderes mit 

voll befiederten Jungen am 8. Mai gefunden, beides späte Daten. 

W. R. Ogilvie-Grant spricht über ein auffallend gefärbtes 
Gelege von Sylvia hortensis. Bull. Brit. Club IV. p. 22. 


C. E. Hellmayr. Ueber die Blendnester der Sylvia curruca. 
Mitt. orn. Ver. Wien XIX. p. 164. 


K. Junghans. Weisse Eier von Sylvia hortensis. Orn. Monber. 
Il. p.,49:; 

R. Kearton. British Birds Nests: how, where and when to 
find and identify them. Introduction by R. B. Sharpe. Ill. from 
photographs by C. Kearton. London 1895. 388 8. 


6. W. Kerr. Nesting of the Alpine Accentor in Germany. 
Natur. Journ. IV. p. 255. 

M. Kuschel. Abriss einer Beschreibung von Vogeleiern der 
äthiopischen Region. J. f. Orn. XLIII. p. 80—98, 321—354. — 
Die Eier von 423 Arten werden kurz beschrieben. 

Derselbe. Zur Oologie Javas. Orn. Monber. III. p. 153 
—156. — Die Eier von 18 javanischen Vogelarten werden be- 
schrieben, bezw. Ergänzungen zu Bernsteins Mittheilungen gegeben. 


A. Letellier. Sur certains nids d’hirondelles. Bull. Soc. Linn. 
Normandie (4) VIII. p. 172—174. 
6. H. Mackay. The Terns of Muskeget Island, Mass. Auk 
XH. p. 32—48. — Schilderung der Brutkolonie von Sterna hirundo, 
St. dougalli, St. paradisaea und St. antillarum. 


W. L. Maris berichtet über ein ungeflecktes Gelege von 
Spizella socialis. Auk XII. p. 182—183. 

A.B. Meyer. Ueber das Ei einer unbekannten Chlamydodera 
von Deutsch-Neuguinea. Ber. Mus. Dresden 1894—95 No 10 p. 1 
—2. t. 1. — Eine neue Art, Chlamydodera recondita wird 
daraufhin begrlindet. j 

A. Milne-Edwards. Sur lincubation des Casoars Emeus & la 
Menagerie du Museum. Bull. Mus. Paris 1895 p. 237. — Die Be- 
brütung der Eier währte vom 23. Jan. bis 19.—23. März, wo vier 
Junge ausschlüpften. 

A. T. Mitchell berichtet über Nisten von Regulus cristatus in 
Epheu. Zool. XIX. p. 385. 

6. Müller. Die Entstehung der Färbung der Vogeleier. Zool. 
Gart. XXXVI. p. 18—24. — [Referat über Wickmanns gleich- 


namiges Buch, 1893]. 


in der Naturgeschichre der Vögel während des Jahres 1895. 53 


A. J. North. Oological Notes. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) 
X. p. 215—220. — Die Eier von 4 Arten australischer Vögel 
werden besprochen. 

Derselbe. Notes on the Nesting of Calyptorhynchus banksi 
and Erythrodryas rosea. Victor. Natur. XII. p. 136 -139. 

Derselbe. Notes on a Nest of Petroeca leggii Sharpe. Rec. 
Austral. Mus. I. p. 89, t. 20. 

J. Paterson berichtet über das Nisten von Hirundo rustica in 
Tunnels. Ann. Scott. N. H. IV. p. 54—55. 

P. B. Peabody. On the Nesting of Kriders Hawk (Buteo 
borealis Krideri) in Minnesota. Auk XII. p. 11—16. — Beschreibung 
von Nest und Eiern. 

H J. und C. E. Pearson. On Birds observed in Iceland in 
1894, with a List of the Species hitherto recorded therefrom. 


Ibis (7) p. 237 —249. — Oologische Notizen über 16 isländische 
Vogelarten. 

F. Poynting. Eggs of British Birds. Limicolae. (Plovers, Snipes, 
Sandpipers).. London 1895. 4°. Parts I-IlI. — Die Eier von 


38 Arten werden prachtvoll abgebildet und mit einem kurzen Text 
erläutert. Parts I.: Eudromias morinellus, Charadrius pluvialis, 
C. dominicus, Haematopus ostralegus, Recurvirostra avocetta, Himan- 
topus candidus, Scolopax rusticola, Tringa maculata, striata, rufescens 
Bartramia longicauda, Totanus ochropus und fuscus. Part. II.: 
Cursorius gallicus, Charadrius fulvus, Vanellus vulgaris, Strepsilas 
interpres, Gallinago coelestis, Macrorhamphus griseus, Limicola 
belgica, Numenius phaeopus. — Part. III.: Aegialitis hiaticula und 
curonica, A. cantiaca, A. vocifera, Phalaropus fulicarius, P. hyper- 
boreus, Gallinago gallinula, Tringa fuscicollis und minutilla, Machetes 
pugnax, Numenius arquata, N. borealis. 

W.W. Price. The Nest and Eggs of the Olive Warbler 
(Dendroeca olivacea). Auk XII. p. 17—19. 

X. Raspail. Examen comparatif de l’oeuf de l’effraye (Strix 
perlata) du Chili. Act. Soc. scient. Chili, Santiago 1895, p. 

Derselbe. Durde de l’incubation de l’oeuf du Coucou et de 
l’education de jeune dans le nid. M&m. Soc. zool. France VIII. 
p- 151—163. — Als Bebrütungszeit werden 11—12 Tage, für die 
Aufzucht des jungen Kukuks bis zum Verlassen des Nestcs 16 bis 
19 Tage ermittelt. 

A. Reichenow. [Ueber die Eier von Ortygometra bailloni und 
O. pusillal. Orn. Monber. III. p. 28. — Unterschied im Gewicht 


festgestellt. 

E. Rey. Eier des Haussperlings.. Orn. Monber. III. p. 179 
—180. — Die helleren Eier in Sperlingsnestern sind die zuletzt 
gelegten. 


Derselbe. Gleiche Weibchen, gleiche Eier; 1. c. p. 190. 

Derselbe. Merkwürdige Eier von Crex pratensis; 1. c. p. 190. 

Derselbe. Beobachtungen über den Kukuk bei Leipzig aus 
dem Jahre 1894. J. f. Orn. XLII. p. 30—43. — Angaben über 


54 0. E. Hellmeyr: Bericht über die Leistungen 


die Brutzeit, Grösse und Schwere der Kukukseier. Zum erstenmale 
wird Turdus iliacus als Brutpfleger nachgewiesen, ein blaues Ei 
wurde bei Sylvia sylvia gefunden, ein weisses bei Monticola saxatilis. 

Derselbe. Was ist der Grund für die grosse Variabilität der 
Kukukseier. Monatsschr. Ver. Schutz. Vogelw. 1895 p. 1-3. — 
Die Verschiedenheit der Färbung der Vogeleier ist auf Abweichungen 
in den chemischen und physikalischen Eigenschaften des Blutes zurück- 
zuführen. Die Hauptursache dieser Differenzen ist die Nahrung, 
welche beim jungen Kukuk entsprechend den verschiedenen Pflege- 
eltern auch sehr verschiedenartig ist. Dadurch ist die Mannig- 
faltigkeit der Färbung der Kukukseier erklärlich. Wahrscheinlich 
hat unser Kukuk, ehe er Brutparasit wurde, einfarbig blaue Eier 
gelegt, wie es seine nordamerikanischen Verwandten heute noch thun. 

Derselbe. Der Müller’sche Kukuk brütet immer noch. Orn. 
Monber. III. p. 8-10. — Wendet sich gegen die Behauptung der 
Gebrüder Müller über ausnahmsweises Selbstbrüten eines weiblichen 
Kukuks. 

S. N. Rhoads. [Unseasonable Nesting of the Ground Dove in 
Florida. Auk XII. p. 79—80. — Ueber Brüten im Oktober. 

E. C. F. Rzehak. Kolonieweises Nisten des Haussperlings 
(Passer domesticus L.) auf Bäumen. Orn. Monber. III. p. 27. 

S. Schönland. [Ueber das Nisten von Lophoceros melano- 
leucus]. Orn. Monber. III. p. 145. — Der Vogel verwendet seinen 
eigenen Kot zum Vermauern der Nisthöhle. Beide Eltern betheiligen 
sich daran. Wenn ‘die Jungen etwas herangewachsen sind, ver- 
lässt das 2 das Nest, welches wieder zugemauert wird, worauf sich 
beide Eltern in die Fütterung der Jungen theilen. 

D. Le Souöf. Notes on Birds Found Nesting on Albatross 
Island in Bass Strait, Australia. Ibis (7) I. p. 413—423. — Giebt 
Mittheilungen über das Brutgeschäft von 11 Arten. 

A. Szielasko. Einiges über Aquila pomarina Br. während 
des Brutgeschäftes. Orn. Jahrb. VI. p. 163—164 und Orn. Monber. 
III. p. 94—95. 


c) Stimme, Gesang. 


C. W. Benson. Song of the Cirl Bunting [Emberiza cirlus] 
Zool. (3) XIX. p. 231—232. 


d) Nahrung. 

W. B. Barrows and E. A. Schwarz. The Common Crow of 
the United States. U. S. Dept. Agric. Div. Ornith. u. Mamm. Bull. 
No. 6 p. 1—98, cum tab. Washington 1895. — Untersuchungen über 
die Nahrung von Corvus americanus und die daraus gewonnenen 
Ergebnisse in ökonomischer Beziehung. 

E. L. Beal. Preliminary report on the Food of Woodpeckers, 
U. S. Dept. Agric. Divis. Ornith. u. Mamm. Bull. No.7 p. 1—34. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 5) 


Anhang: F. &. Lucas. The Tongues of Woodpeckers; Relation of 
the form of the tongue to the character of food; p. 35—39, t. 1—3. — 
Washington 1895. — Schilderung des Lebens der nordamerikanischen 
Spechte. Von 7 Arten wurden 679 Magen untersucht, wobei sich 
herausstellte, dass auch Vegetabilien bei der Nahrungsaufnahme 
eine grosse Rolle spielen. Bezüglich der Insektennahrung über- 
wiegen Hymenopteren, dagegen wurden sehr wenig Käferreste 
gefunden. — Im Anhange bespricht Lucas die Zungen der Spechte. 
Auf 3 Tafeln werden die Zungen der 7 nordamerikanischen Specht- 
arten abgebildet. 

Derseibe. The Crow Blackbirds (Quiscalus quiscala aeneus) 
and their Food. Yearbook U. S. Dep. Asric. 1894 (1895) p. 232 
— 248. 

Ch. Bendire, vgl. unter VI, Nord-Amerika, S. 40. 

F. Helm. Kropf- und Mageninhalt einiger einheimischen Vogel- 
arten. Biol. Centralbl. XV. p. 295--298. — Der Mageninhalt von 
Auer-, Birk- und Haselwild und der Ringeltaube wird besprochen. 

E.C.F. Rzehak. Zur Wasseramselfrage. Mitth. orn. Ver. 
Wien XIX. p. 69. — Verfasser fand keine Spur von Fischresten im 
Magen erlegter Exemplare. 

Derseibe. Allerlei Ueberbleibsel vom Speisetische des roth- 
rückigen Würgers (Lanius collurio L.); 1. c. p. 50—51. 


VIIi. Jagd, Schutz. 


M. Bartels. Zwei bemerkenswerthe Arten des Thierfanges in 
Bosnien und der Herzegovina. Sitz. B. naturf. Fr. Berlin 1895 
p- 147—152. — Berichtet über die Falkenbeize in Bosnien. 


E. Blanc. Sur Vutilisation des oiseaux de proie en Asie 
centrale. Rev. Sec. nat. appl. Paris (4) III. p. 737—745, avec 
gravures. 

J. B. Blume. Die Vogeikojen und der Entenfang auf den 
nordfriesischen Inseln. Verh. Ver. naturw. Unterhalt. Hamburg 
VII. p. 70—73. 

0. Crawfurd. A Year of Sport and Natural History: Shooting, 
hunting, coursing, falconry and fishing. With chapters on birds 
of prey, the nidification of birds and the habits of british wild 
birds and animals. London 1895. 4° with numerous illustrations. 

A. Filastori. Falconeria moderna. Guida practica per 
addestrare alla caccia le principali specie di falconidi. Torino 1895. 
80%. 136 S. con 13 illustr. 

0. Finsch. Ueber Vertretung von Vogelschutz und Fischerei- 
Interessen durch eine Centrale ökonomischer Ornithologie. Mitth. 
orn. Ver. Wien XIX. p. 101— 103. 

A.K. Fisher. Hawk and Owls from the standpoint of the 
Farmer. Yearb. U. S. Dep. Agric. for 1894 (1895) p. 215—232. 


56 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


E. H. Forbush. Birds as Protectors of Orchards; Mass. Crop 
Rep. for the month of July 1895. Series of 1895. Bull. No. 3. p. 20 
— 52. Boston. — DBetont den hervorragenden Nutzen der Vögel 
bei Raupenplagen. 

A. Grunack. Wachtelfang. Orn. Monber. III. p. 188—189. 

C. Hartlaub berichtet über die Lummenjagd auf Helgoland. 
Orn. Monber. III. p. 144. 

€. R. Hennicke. Einiges über den Vogelfang zur Zeit des 
dreissigjährigen Krieges und sein Verhältniss zum Krammetsvogel- 
fang unserer Zeit. Zool. Gart. XXXVI. p. 178—182, 206—210. 

Die Hüttenjagd mit dem Uhu. Vom Hüttenvogel. Mit einer 
Tabelle zum Ansprechen der in Deutschland vorkommenden Tag- 
Raubvögel. Mit 1 Titelbild und vielen in den Text gedruckten 
Illustrationen. Neudamm 1895. 8°. 40 S. und Tabelle. 

C. Ohlsen. Rapporto sulle misure a prendere per una rego- 
lamentazione internazionale circa la protezione degli uccelli di passo. 
Roma 1895. 8°. 30 8. 

X. Raspail. La destruction des oiseaux utiles & l’agriculture. 
Mem. Soc. Zool. France XX. p. 143 — 144. 


IX. Pflege, Hausgeflügel, Krankheiten. 


F. Anzinger. Unsere Kreuzschnäbel im Freien und in der 
Gefangenschaft. Ein Lebensbild aus der deutschen Vogelwelt. 
Ilmenau 1895. Kl. 8°. 61 pg. mit 4 Holzschnitten. 

B. Arago. Tratado practico de la Cria y Multiplicacion de 
las Palomas. Historia, razas, enfermedadas, educacion y aplicacion 
de las Palomas mensageras. Madrid 1895. 8°. 232 S. 

E. Bade. Die Stubenvögel. Die Pflege, Abrichtung und Zucht 
der hauptsächlichsten in- und ausländischen Sing- und Ziervögel. 
Mit besonderer Berücksichtigung der Krankheiten, deren Verbreitung 
und Heilung. Berlin 1895. 8%. Daraus einzeln: 

Der Kanarienvogel, seine Pflege, Abrichtung und Zucht. Berlin 
1895. 8°. 44 S., mit Abbildungen und 4 Tafeln. 

Die Papageien, ihre Naturgeschichte, Pflege, Zucht und Ab- 
richtung. Berlin 1895. 8°. 250 S. mit Abbildungen und 6 Tafeln. 

Der Vogelfreund. Die Pflege, Abrichtung und Zucht der haupt- 
sächlichsten in- und ausländischen Sing- und Ziervögel. Berlin 1895. 
8°. 134 S. mit Abbildungen und 7 Tafeln. 

J. M. Bechstein. Natural History of Cage Birds. New edition. 
London 1895. 8°. 312 8. 

C. Cornevin. Trait& de Zootechnie speciale. Les Oiseaux de 
Basse-conr. Cygnes, Pies, Canards, Paons, Faisans, Pintades, Dindons, 
Cogs, Pigeons. Paris 1895. 8%. 322 S. avec 4 planches col. et 116 fig. 

C. Beck-Corrodi. Der Harzer Sänger. Praktischer Wegweiser 
für Zucht, Pflege und Ausbildung des Harzer Kanarienvogels nebst 
einem Anhang über die Zucht und Pflege der Gestalts- und Farben- 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 57 


kanarien sowie die Bastardzüchtung. Zweite ganz neu bearbeitete 
Auflage. Zürich 1895. 8°. 194 S. 

H. Bibow. Einträgliche Geflügelzucht im Grossen. Praktische 
Anleitung zur Betriebs-Einrichtung und Durchführung. Mit Original- 
Bauplänen. Berlin 1895. 8°. 66 8. 

F. E. Blaauw berichtet über Aufzucht von Rynchotus rufescens. 
Bull. Brit. Orn. Club IV. p. XLOI-—XLIV. — Der Hahn brütet 
allein und verlässt das Nest nur, um zu fressen. 

W. Boeker, Der Kanarienvogel. Geillustreerd Handboekje voor 
de verzorging en verpleging von den Kanarienvogel. Naar het 
Hoogd. door J. H. Beckman. 1895. 8°. 175 S. mit 1 11. 

Derselbe. Beiträge zur Kenntniss der Kanarien mit besonderer 
Berücksichtigung der Zucht und Pflege der Harzer Edelroller. 
10. Auflage. Ilmenau 1895. 8°. 193 S. 

E. Brinkmeier. Kurzer Abriss der Hühnerzucht und Auf- 
besserung des echt deutschen Landhuhns. 2. Auflage. Halberstadt 
und Leipzig 1895. 

A.6. Butler. Foreign Finches in Captivity. London 1895. 4°. 
pts. I—VI., p. 29—196, t. 7—37. 

P. Dechambre. Nouveaux principles de classification des 
races gallines. Mem. Soc. zool. France VIII. p. 353—362. 

Finckler. Züchtung der Königsfasanen als Jagdwild. — 
Mitth. orn. Ver. Wien. XIX p.78. — In Oberschlesien wurden 
Königsfasane 1889 ausgesetzt und mit Erfolg gezüchtet. 

J. Forest. 1’Autruche, son importance &conomique depuis 
l’antiquit® jusq’au dix neuviöme siecle, son avenir en Algerie au 
point de vue francais. Rev. Sci. Nat. appl. XLII. p. 145—161, 
289 — 302. 

C. 6. Friderich. Geflügelbuch. Naturgeschichte, Zucht und 
Pflege sämmtlicher Hühner- und Taubenrassen sowie der übrigen 
Hausvögel, wie Enten, Gänse, Truthühner etc., welche als Haus- 
thiere gehalten werden. Vierte bedeutend vermehrte Auflage. 
Stuttgart 1895. Lieferung 1 und 2 (p. 1—64 mit 2 Taf.), 3 und 4 
(vg. 65—128 mit je 2 Tafeln). 

F. Gelbert. Der Hühnerhof. Eine vollständige, praktische 
Anweisung zur Aufzucht, Pflege uud Wartung der Hühner. Elfte 
vollständig umgearbeitete Auflage. Ilmenau 1895. 8°. 96 S. 

Goedde’s Fasanenzucht. Dritte Auflage, neu bearbeitet von 
Staffel. Mit (12) Textabbildungen. Berlin 1895. 8°. 1608. 

C. R. Hennicke. Der Graupapagei (Psittacus erithacus) in der 
Freiheit und in der Gefangenschaft. Mit einem Buntbild von Prof. 
A. Goering. Gera 1895. 8°. 658. [= Ornithologische Schriften, 
herausgegeben vom Vorstande des deutschen Vereins zum Schutze 
der Vogelwelt No. I]. 

M. Klittke. Versuche, Lagopus scoticus auf den Plateaus der 
Ardennen heimisch zu machen. Zool Garten XXXV. p. 30—31. 

0. Koepert. Einbürgerung wilder Truthühner bei Altenburg. 
J. f, Ornith. XLIH. p. 105—108 und Orn. Monber. III. p. 98. 


58 C©. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


A. Labbe. Sur les parasites endoglobularies de sang de 
l’Alouette. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris (9) V. p. 739—741. 


J. B. Leal. Ein in Freiheit gezähmtes Paar von Falco tinnun- 
culus madeirensis Kg. Orn. Monber. III. p. 158—160. 


W. Liebeskind. Der Hühner- oder Geflügelhof, enthaltend 
praktische Anleitung zur rationellen Haltung und Zucht der Hühner, 
Truthühner, Perlhühner, Gänse, Enten und Tauben, sowie des Zier- 
geflügels, der Pfauen, Fasanen, Schwäne etc. mit ausführlicher Be- 
schreibung der Rassenmerkmale. S. verbesserte Auflage. Mit 45 
Illustrationen und einem Titelkupfer. Weimar 1895. 8%. 1978. 


J.C. Llacer. Manual del Pajarero. Arte de cazar, criar y 
educar toda clase de aves y de disecarlos con perfeccion. Obra 
especial con dos extensos trabajos sobra la cria y educacion del 
canario y del ruisenor. Barcelona 1895. gr. 8°. 195 S. 

W. Löbe. Die Geflügelzucht in ihrem ganzen Umfange. Zucht, 
Fütterung, Mast, Krankheiten. Dritte Auflage, herausgegeben von 
R. Briesenbach. Leipzig 1895. 8°. 149 8. 


R. Saint Loup. Les Oiseaux de parc et de faisandries. Avec 
48 figg. dans le texte. Paris 1896 (erschienen Oct. 1895). 354 8. 


W. Martin. Kennzeichen der Taubenrassen. Leipzig 1895, 
quer 4°, 318. 

0. Müller-Liebenwalde. Das neue Vogelhaus des Berliner 
Zoologischen Gartens. Mit 3 Abbildungen. — Zool. Gart. XXXV. 
p- 225 — 232. 

Derselbe. Zur Therapie des Wurmhustens der Fasanen. — 
l. e. p. 269— 271. 

A. u. @. Ortleb. Der Taubenfreund. Eine übersichtliche und 
leichtfassliche Beschreibung der beliebtesten in- und ausländischen 
Tauben-Arten nebst Anleitung zu deren rationeller Zucht, Pflege 
und Verwerthung nach einer 36 jährigen Praxis und unter Benutzung 
der besten Werke dargestellt. Kindelbrück. 1895. 8°. 143 8. 

Dieselben. Der "Kanarienvogel sowie die beliebtesten in- und 
ausländischen Singvögel. Zucht und Pflege. Mit 24 Abbildungen. 
Oranienburg 1895. 8° XII. und 189 S. 

E. Perzina. Der Gelbsteiss - Bülbül (Pyenonotus nigricans). 
Mittheil. Orn. Ver. Wien XIX. p. 108—109. 

K. Reiss. Die praktische Hühnerzucht. Allerlei Erprobtes für 
Freunde und Züchter des Geflügels. Leipzig 1895. 8°. 358. 

W. Roeder. Die Brieftaube und die Art ihrer Verwendung 
zum Nachrichtendienst. Mit 15 Abbildungen im Text. Zweite Aus- 
gabe. Heidelberg 1895. 8°. 508. 

K. Russ. Die fremdländischee Stubenvögel. Band II. Lief. 10. 
(p. 369-—415). Magdeburg 1895. 8°. 

K. Schinke. Fütterung und Aufzucht der Stubenvögel. (Uni- 
versal-Bibliothek für Thierfreunde No. 21). Leipzig 1895. EraHleN 
IV. und 708. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 59 


M. Schuster. Einträgliche Geflügelzucht. Anleitung zur nutz- 
bringenden Zucht der Hühner, Gänse, Enten, Truthühner und Tauben 
ete. Oranienburg, 1895. 8°. 1288. 

Derselbe. Der Taubenfreund oder auf Erfahrung gegründete 
Belehrungen über das Ganze der Taubenzucht. 15. Auflage. Ilmenau 
und Leipzis. 1895. 8°. 

M. Schwarziese. Die künstliche Brutmethode im Dienste der 
Rasse- und der Sport-Hühnerzucht. Mit 26 Abbildungen. Ilmenau 
LEIHIEITIENS. 

L. Walter, Innsbruck. Die Kanarienzucht. Anleitung zur 
Zucht zwischen unseren einheimischen Finken und Kanarienweibchen. 
Mit 2 kolorirten Tafeln und 3 Holzschnitten. Ilmenau 1895. 78. 

H. Weller. Unsere bekannten einheimischen Stubenvögel. 
Zweite verbesserte und vermehrte Auflage von C. Wahl. Halber- 
stadt und Leipzig. 1895. 8°. 1058. 

F. Wirtb. Die Hühnerzucht in ihrer volkswirthschaftlichen 
Bedeutung. Ein kurzer Wegweiser zur rationellen Zucht und Pflege 
der Nutzhühner in der Schweiz. Auf Veranlassung des ornitho- 
logischen Vereins in Zug verfasst. 2. Auflage. Zug 1895. 8°. 328. 


X. Systematik. 


Aepyornithidae. 
Vgl. oben Palaeontologie S. 12. 
Flacourtia n. g. typus: Müllerornis rudis Milne Edw.; ©. W. Andrews, 
Nov. Zool. II. p. 25. 


Dinornithidae. 
Vgl. oben Palaeontologie S. 12. 


Struthionidae. 


T. Salvadori. Catalogue of the Ratitae in the collection of the British 
Museum. Vol. XXVL. p. 570—612. London 189. 
Vgl. auch Nolte. S. 32. 


Alcidae. 


Mergulus alle, in Schottland; W. Eagle Clarke, Ann. Scott. N. H. IV. 
p. 97--108, t. 3. 

Uria brünnichii, an der Küste von Yorkshire: J. E. Harting, Zool. XIX. 
p. 70; in Cambridgeshire, Lilford, 1. ce p. 109. 

Uria grylle, in Merionetsbire; J. H. Caton Haigh, Zool. XIX. p. 22. 

Uria lomvia, in Michigan erlegt; Barrows, Auk XII. p. 387; in Oneida 
County; Johnson, Auk XII p. 177. 

Uria motzfeldi Benicken und Uria unicolor Fak. sind auf Melanismen von 
U. grylle zurückzuführen; R. Collett, Christiania Vedensk. Selsk. Forhdlg. 
No. 1. 1895. 


60 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Podiecipidae. 


Podicipes cristatus in Wigtownshire; E. Maxwell, Ann. Scott. N. H. IV. 
p. 58. 


Procellariidae. 

Aestrelata fisheri, beschrieben und abgebildet; R. Ridgway, Auk XI. 
p. 320 t 4. 

Diomedea cauta, brütend auf Albatross Insel. D. Le Souäf, Ibis (7) I. 
p. 413—418. 

Fulmarus glacialis, bei Dunbar erlegt. W. Evans, Ann. Scott. N. H. IV. 
p. 57; bei Naim. T. E. Buckley, 1. c. p. 58. 

Fulmarus glacialis columba n. subsp., nahe F. g. glupischa, Küste von 
S. Californien; A. W. Anthony, Auk X. p. 105. 

Oceanodroma socorroensis, bei San Diego, Californien; A. W. Anthony, 
Auk XI. p. 387. 

Oestrelata leucophrys ist g\ von O. neglecta. W. Buller, Trans. N. Zeal. 
Inst. XX VII. p. 132—134. 

Puffinus griseus, neu für Norwegen. R. Collett, Christ. Vidensk. Selsk. 
Forhälg. 1895 No. 2. 

Thalassogeron eximius n. sp., nahe T. chlororhynchus, Gough Insel. G. E. 
Verrill, Trans. Connect. Ac. IX p.440 t.8f.1u. 2. 


. Cladornidae. 
Charaktere der neuen Familie angegeben. F. Ameghino, Bol. Inst. Geogr. 
Argent. XV. p. 85. 
Cladornis n. g. (fossil), typus C. pachypus n. sp., Miocän? Patagonien; id. 
l. ce. p 86—88 t. 35. 


Spheniseidae. 
Eudyptula minor und E. undina, brütend auf Albatross Insel. D. L. Suuef, 
Ibis (7) I. p. 419, 420. 
Palaeospheniscus robustus, n. sp. Miocän? Patagonien. F. Ameghino, Bol. 
Inst. Geogr. Argent. XV. p. 90—91, fig. 36. 


Laridae. 

Vgl. G. H. Mackay, S. 43. 

Larus melanocephalus, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. Birds, pt. XXXI. 

Lestris richardsoni, abgebildet; id. ibid. pt. XXXI. 

Micranous n. g. typus M. tenuirostris (Terum.). H. Saunders, Bull. Brit. 
Cl. IV. p. XX. 

Pagophila eburnea, in Island. H. H. Slater, Zool. XIX. p. 24. 

Rissa tridactyla pollicaris, in S. Diego, Cala. A. W. Anthony, Auk XII. 
a rare 

Rhimchops intercedens n. sp., S. Brasilien u. Argentinien. H. Saunders, 
Bull. Brit. Cl. IV. p. XXV.; Rh. nigra und R. melanura, Verbreitung; id. 1. c. 
p. XXV - XXVL 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 61 


Stercorarius pomatorhinus, Verbreitung im Sommer. W. Feilden, Zool. 
XIX. p 152; bei Carlisle erlegt. H. A. Macpherson, ]. ce. p. 22. 

Sterna vittata, von den Bounty Inseln. W. Rothschild, Bull. Brit. Cl. IV. 
p-XXX VI. 


Anatidae. 


T. Salvadori. Catalogue of the Birds in the British Museum. XXVI. 
London 1895. — Catalogue of the Chenomorphae (Palamedeae, Phoenicopteri, 
Anseres), Crypturi and Ratitae in the collection of the British Museum. — Die 
Chenomorphae sind in 3 Unterordnungen: Palamedeae, Phoenicopteri und Anseres 
getheilt, letztere mit der einzigen Familie Anatidae, welche in 11 Unterfamilien 
zerfällt. 

Anas bimaculata ist Anas bochas x Querquedula creecca. T. Lilford, 
P. Z. S. Lond. 1895 p. 2-4. 

Anas clypeata, in Wigtownshire. H. Maxwell, Ann. Scott. N. H. IV. p.55. 

Anas penelope, in Indiana erlegt. R. Deane, Auk XII. p. 292. 

Anser albifrons in St. Kilda. A. Macpherson, Zool. XIX. p. 348. 

Anser neglectus n. sp, nahe A. brachyrhynchus. Suschkin, Bull. Brit. 
E-V..p: VE: 

Asacornis n. g., typus Anas scutulata Sal. Müll., Salvadori, Cat. of B. 
XXVL. p. 59. 

Aythıya marila nearctica, Bemerkungen über die Kennzeichen. L. B. Bishop, 
Auk. p. 293 — 295. 

Clangula albeola, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXX. 

Olangula hyemalis in Colorado. R. Deane, Auk XI. p. 292; in S. Carolina. 
A. T. Wayne, ]. c. p. 293. 

Cosmonetta histrionica, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXX; 
brütend in Island. H. J. u. C. E. Pearson, Ibis (7) I. p. 243 - 244. 

Dafila eatoni, abgebildet. Salvadori, Cat. of B XXVIL t. 3. 

Dendrocygna guttulata, abgebildet; id. ]. e. t. 1. 

Elasmonetta n.g. typus: Anas chlorotis Gray; id. l. ce. p. 287. 

Eoneornis n. g. (fossil), typus E. australis, Miocän? Patagonien. F. Ame- 
ghino, Boll. Inst. Geogr. Argent. XV. p. 95 fig. 39. 

Erismatura aequutorialis n. sp., nahe E. ferruginea, W. Ecuador; Salvadori, 
Cat. of B. XX VI. p. 450. 

Eutelornis n. g. (fossil), typus E. patagonicus n. sp., Miocän? Patagonien; 
F. Ameghino, Boll. Inst. Geogr. Argent. XV. p. 96—97, fig. 40. 

Harelda glacialis, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXX, 
brütend in Island. Pearson, Ibis (7) I. p. 244—245, 

Heteronetta n. g. typus H. atricapilla (Vieill.), Salvadori, Cat. of Birds 
XXVLI. p. 325. 

Mareca americana, in England. T. Lilford, Proc. Zool. Soc. Lond. 1895. 
p. 273. 

M. penelope, brütend in Selkirkshire. P. Adair, Ann. Scott. N. H. IV. 
p. 231—233, 

Merganetta armata, abgebildet. Salvadori, Cat. of B. XXVIL. t.5 fig. 2. 

Merganetta frenata n. sp, nahe M. armata, Chili. Salvadori, 1. c. p. 458; 
abgebildet, 1. c. t. 5, fig. 1. 


62 C. E. Helimayr: Bericht über die Leistungen 


DMerganser comatxs nom. nov. pro M. orientalis auet. (nec Gould). Salvadori, 
l. c. p. 475. 

M. cucullatus, abgebildet. Dresser, Suppl. Birds Europe t. 696; Lilford, 
Col. fig. Brit. B. pt. XXXI. 

M. serrator, regelmässiger Brutvogel in Ostpreussen. A. Szielasko, Orn. 
Monber. III. p. 53—58. 

Nesochen n. g., typus: Anas sandvicensis Vig.; Salvadori, Cat. of B. 
XX VL). p. 126. 

Nesonetta auklandica, Bemerkungen über. W. Buller, Trans. N. Zeal. 
Inst. XXVI. p. 128 - 129. 

Nettion albigulare (üg. 1) und N. gibberifrons (fig. 2), abgebildet. T. Salva- 
dori, Cat. of Birds XXVI. t. 2. 

Nomonyx dominicus, am unteren Rio grande erlegt. Fisher, Auk XH. p. 297. 

Nyroca innotata, abgebildet. Salvadori, 1. e. t. 4. 

Oidemia perspieillata, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXXI; 
neu für Norwegen; R. Collett, Christ. Vidensk. Selsk. Forhandl. No.2 1895; ein 
abweichendes Kleid des 2 beschrieben; L. Bishop, Auk XI. p. 295—297. 

Pteronetta n. g., typus: Querquedula hartlaubi Cass. Salvadori, Cat. of B. 
XXVIM. p. 63. 

Salvadorina waigiuensis, abgebildet. Rothschild, Nov. Zool. II. t. 3. 

Somateria mollissima, in Elsass erlegt. Sartorius, Oın. Monber. III. p.13, 

Spatula clypeata, auf Big Makin Insel, Gilbert Gruppe. A. J. North. 
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) IX. p. 584; auf Borneo erlegt. R. B. Sharpe, 
Bull. Brit. Cl. IV. p. XXIII. 


(zenus incertae sedis. 


Loxornis celivus n.g. et sp. Miocän? Patagonien; F. Ameghino, Boll. Inst. 
Argent. XV., 97—98, fig. 41. 


Palamedeidae. 
Vgl. Ch. Mitchell, Anatomie 8.7. 


Phalacrocoracidae. 
Leptornis hesternus n.g. et sp. [fossil], Miocän? Patagovien; F. Ameghino, 
l.c. p. 99—100. 
Phalacrocoraa colensoi und P. onslowi, besprochen, P. carunculatus ver- 
schieden von P. imperialis. W. Buller, Trans. N. Zeal. Inst. XX VII. p. 129—132; 
Ph. rcthschildi Forbes identisch mit P. colensoi. Buller, Ibis (7) 1. p. 39. 


Charadriidae. 

Aegialitis cantiana und A. curonica, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. 
B. pt. AR. 

Aegialitis thoracica n. sp., Ostküste von Madagaskar. C. W. Riehmond, 
Proe. Biol. Soc. Wash. X. p. 53. 

Charadrius pluvialis und C. dominicus, Ei abgebildet. F. Poynting, Eggs 
Brit. B. pt: L 

C. fulvus, Ei abgebildet; id. ibid. pt. LI. 


BE 0 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 63 


Cursorius gallicus, Ei abgebildet. Poynting, ]. ce. pt. II. 

Cursorius isabellinus, in Belgien: v. Beneden, Bull. Ac. Belgique (3) XXIX. 
p. 346 - 352. r 

Eudromias morinellus, Ei abgebildet Poynting, ]. ce. pt. I. 

Haematopus ostralegus, Ei abgebildet; id. ibid. pt. 1: im Tunis. P. Spatz, 
Orn. Monber. III. p. 61. 

Himantopus candidus, Ei abgebildet; id. ]. ce. pt. 1. 

Oedienemus scolopax, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXXT. 

Recurvirostra avocetta, Ei abgebildet. Poynting, Eggs Brit. B. pt. I. 

Strepsilas interpres, Ei abgebildet; id. 1. e. pt. II. 

Vanellus vulgaris, Ei abgebildet; id. ]. e. pt. LI. 


Scolopacidae. 

Bartramia longicauda, Ei abgebildet. F. Poynting, Eggs Brit. B pt. 1. 

Calidris arenaria, Ei abgebildet; id. ]. e. pt. II.; in Australien. A. Campbell, 
Proc. Soc. Vietoria (2) VII. p. 201. 

Gallinago coelestis abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXXIT; Ei 
abgebildet. F. Poynting, Eggs Brit. B. pt. Il; @. coelestis var. sabinei, Be- 
merkungen über. G. Barrett-Hamilton, Irish Nat. IV. p. 12—17. 

Limicola platyrhyncha, Ei abgebildet. F. Poynting, Eggs Brit. B. pt. II. 

Limosa belgica, Ei abgebildet; id. ]. c. pt. Il.; in Orkney. L. Dunbar, 
Ann. Scott. N. H. IV. p 56. 

Machetes pugnaa in Sussex Harting, Zool. XIX. p. 150—151. 

Diacrorhamphus yriseus, Ei abgebildet. F. Poynting, Eggs Brit. B. pt. II. 

Numenius phaeopus, Ei abgebildet; id. 1. e. 

Pelidna alpina, brütend in Merionetshire. H. Davenport, Zool. XIX. p. 275. 

Phalaropus fulicarius, abgebildet. L. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXX. 

Scolopax gallinula, abgebildet. Lilford, 1. e. pt. XXX. 

Scolopax rustieula, Ei abgebildet. Poynting, Eggs Brit. B. pt. 1. 

Totunus fuscus und T. ochropus, Ei abgebildet; id.1.c. pt. I.; T. macularıus 
und T. calidris, Ei abgebildet; id. l. c. pt. IL; T. Aypoleucus, abgebildet. 
T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXXI; T. ochropus, in Dumbartonshire. 
J. Ripley Ker, Ann. Scott. N. H. IV, p. 56—57. 

Tringa alpina, Ei abgebildet. Poynting, Eggs Brit. B. pt. I.; T. bairdi, 
in Costa Rica. G. K. Cherrie, Auk XII. p. 87; T. maculata und T. striata, Ei 
abgebildet. Poynting, l.c. pt. I.; T. temmincki, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. 
Brit. B. pt. XXXL 

Tryngites rufescens, Ei abgebildet. Poynting, 1. ce. pt. i. 


Turnicidae. 
Turnix leucogaster n. sp., nahe T. velox und T. pyrrhothorax, Central- 
australien. J. A. North, Ibis (7) I. p. 342. 


kRallidae. 
Fulica atra, abgebildet. T'. Lilford, Col. fig. Brit. Birds pt. XXXI. 
Hypotaenidia owstoni n. sp, Guam, Mariannen Ins. W. Rothschild, Nov. 
Zool. Il. p. 481. 


64 C. E. Hellmayr: Bericht über dıe Leistungen 


Podica camerunensis, g'\ beschrieben und abgebildet. Y. Sjöstedt, Svenska 
Vet. Ak. Handl. XXVI. No.1, p.29, t.1. 

Porzana cinereiceps,;, Synonymie und Beziehungen zu den verwandten 
Arten. ©. W. Richmond, Auk XII. p. 19—32; verschieden von P. albigularis; 
id..1.je.'p. 31-32. 

Porzana leucogastra Ridgw. und P. alfari Ridgw. identisch mit P cinereiceps. 
Richmond, 1. e. p. 30—31. 

Rallina formosana n. sp., nahe R. sepiaria Stejn., Formosa. Seebohm, 
Ibis (7) I. p. 212. 

Rallus aquaticus, brütend bei Glasgow. R H. Read, Ann. Scott N.H. 
IV. p. 56. 


Gruidae. 


Grus sharpei n. sp., nahe G. antigone, Burma. W. T. Blanford, Bull. 
Brit. Club V. p. VL. 


FPhororhacosidae. 


Brontornis platyony& n.sp. [fossil], Miocän? Patagonien; F. Ameghino, Boll. 
Inst. Geogr. Argent. XV. p. 69—72, fig. 25. 

Callornis giganteus n. g. et sp., eod.; id. 1. ec. p. 76—78, fig. 28, 29, 

Liornis floweri n. g. et sp. [fossil], eod.; id. 1. ce. p. 72—76, fig. 26, 27. 

Pelecyornis tabulatus n. sp. [fossil]. eod.; id. 1. ec. p. 62 fig. 22. 

Phororacos inflatus, beschrieben uud abgebildet; id 1. ec. p. 10—39, fig. 1 
—9; P. longissimus beschrieben und abgebildet; id. 1. ec. p. 39 —47, fig. 10-14; 
P. modicus n. sp. [fossil], Miocän?, Patagonien; id. ]. c. p. 50 -5l, fig. 15. 

Physornis fortis n. g. et sp. [fossil]. eod.; id. I. ec. p. 78—79. 


Ardeidae. 

R. B. Sharpe giebt eine Liste der bekannten 97) Arten der Familie. Bull. 
Brit. Cl. V. p. X—XIU. 

Ardea virescens anthonyi n. subsp., Coloradowüste, Niedercalifornien; 
E. Mearns, Auk XI. p. 257. 

Ardetta neoxena, in Michigan Watkins, Auk XII. p. 77. 

Ardetta riedeli ist auf das Jugendkleid von A. eurythma zurückzuführen. 
A. B. Meyer und L. W. Wiglesworth, Berichte und Abh. d. Mus. Dresden 
No. 8, 1894/95. 

Heterocnus n. g., typus: H. cabanisi (Heine); Sharpe, Bull. Brit. Cl. V. 
p. XIV. 

Melanophoy.c vinaceigula n. sp, nahe M. ardesiaca, Transvaal, Sharpe, 
A 

Notophoyx n. g., typus: N. novae-hollandiae. Sharpe, l. ce. p. XIII. 

Nycticorax minahassae ist auf N. manillensis zurückzuführen. A. B. Meyer 
und L. W. Wiglesworth, Ber. und Abh. Mus. Dresden No.8, 1894/95. 

Tigriornis n. g. typus: T. leucolopha (Jard.); Sharpe, Bull. Brit. Club V. 
p. XIV. 

Tigrisoma bahiae n. sp., nahe T. lineatum, Bahia. Sharpe, 1. c. p. XIV. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 65 


Columbidae. 


Chalcophaps stephaniae mortoni n, subsp., Salomon Ins. W. Rothschild, 
Nov. Zool. II. p. 64. 

Columba argquatria von Kamerun, Bemerkungen über; Y. Sjöstedt, Orn. 
Monber. III. p. 156—158. 

C. livia, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXX; C. oenops 
n. sp., nahe C. inornata und C. flavirostris, N. Peru; O. Salvin, Nov. Zool. II. 
p- 20; ©. tucumana n. sp., nahe C. albilinea, S. Pablo, Tucuman. T. Salvadori, 
Boll. Mus. Torino X. No. 208, p. 22. 

Goura cinerea n. sp. Arfak Geb., Neuguinea. E. Hartert, Nov. Zool. I. 
p. 67; über G@. coronata; id. 1. c. p. 67—68. 

Leptoptila decolor n. sp., nahe L. megalura, N. Peru. O. Salvin, Nov. 
Zool. DM. p. 21. 

Ptilopus marchei, &, 2 und juv. beschrieben. Ogilvie-Grant, Ibis (7) I. 
p. 468—469. 

Ptilopus lewisii vicinus n.subsp., Fergusson Ins., D’Entrecosteaux Gruppe; 
Hartert, Nov. Zool. II. p. 61. 


Pieroclidae. 
Pteroclurus senegalus, abgebildet. König, J. f. Orn. XLII. t. 12. 


Opisthocomidae. 


Opisthocomus cristatus, über die Flügelkrallen von; E. A. Goeldi, Orn. 
Monber. III. p. 69—71; Ei und juv. abgebildet; id. Boll. Mus. Paraense I. p. 167 
—184, t. 1, fig. 1—5; Pterylose beschrieben. W. P. Pyeraft, Ibis (7) I. p. 345 
— 373 t. IX—XI. 


Tinamidae. 


T. Salvadori. Catalogue of the Crypturi in the collection of the British 
Museum. XXVII p. 494—569, t. VI-XIX. 

Calodromas elegans, Pterylose beschrieben. W. P. Pycraft, Ibis (7) I. 
p- 2—8, t. I-II. 

Orypturus balstoni, abgebildet; Salvadori, Cat. of Birds XXVIL. t. 13; 
C. bartletti, abgebildet; id, l.c. t. 11; CO. castaneus, abgebildet; id. l.c. t.9; 
C. columbianus n.sp., nahe ©. boucardi, Antioquia; id. 1. ce. p. 545; CO. dissimilis 
n. sp., nahe C. noctivagus, Brit. Guiana; id. l.c. p. 541; @. erythropus, ab- 
gebildet; id. 1. c. t. 10; C. griseiventris n. sp., pahe C. obsoletus und ©. castaneus, 
Santarem, Unteramazonas; id. 1. c. p. 521; ©. mexicanus n.sp., nahe ©. boucardi, 
N. O. Mexico; id. 1. c. p. 545; C. occidentalis n. sp., nahe C. mexicanus N. W.- 
Mexico; id. 1. c. p. 546; C. salvini n.sp., nahe CO. variegatus, O. Ecuador, id. 
l. e. p. 537; C. scolopax, abgebildet; id. 1. c. t. 12; C. simplex n. sp., nahe 
C. adspersus, Rupurumi R., Brit. Guiana; id. 1. e. p. 531. 

Nothocercus intercedens n. sp., nahe N. bonapartei und N. frantzii, Antio- 
quia; Salvadori, I. c. p 513; N. nigricapillus, abgebildet; id. 1. c. t. 8. 

Nothoprocta coquimbica n. sp., nahe N. perdicaria, Coquimbo, Chili; id. 1. e. 
p. 554, t.15; N. ornata, abgebildet; id. 1. e. t. 17; N, pentlandi, abgebildet; id. 
Irerb210: 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1856. Bd. II. H.1. 5 


66 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Nothura boliviana n sp, nahe N. maculosa. Bolivia; id. 1. ec. p. 561; 
N. darwini, abgebildet; id. 1. ec. t. 19; N. macuiosa, Pterylose beschrieben. 
W. P. Pycraft, Ibis (7) I. p. 13; N. marmorata, abgebildet: Salvadori, Cat. of 
Birds XXVL. t. 18; N. nigroguttata n. sp., nahe N. maculosa, Central Pampas, 
Argentinien; id. 1. ce. p. 560. 

Rhynchotus maculicollis, abgebildet; id. l. c. t. 14; R. rufescens, Pterylose 
beschrieben. W. P. Pycraft, Ibis (7) I. p. 9—10. 

Tinamus castaneiceps n. sp., nahe T. ruficeps, Chiriqui; Salvadori, Cat. of 
Birds XXVI. p. 507, t.6; T. fuscipennis n. sp, nahe T. robustus, Nicaragua; 
d. I. c. p. 500; T. latifrons n. sp., nahe T. suberistatus, W. Eeuador; id. ]. ce. 
p.506; T. solitarius, abgebildet; id. 1. e. t 7. 


Tetraonidae. 


Vgl. auch O.-Grant, I. S. 2. 

Max Noska und Victor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen: Das kau- 
kasische Birkhuhn (Tetrao mlokosiewiezi Tacz.). Eine monographische Studie. 
Orn. Jahrb. VI. p. 100—125, 129—150, 169—182, 209—243, t. 1. — Eine 
erschöpfende Monographie der Art. Alle Kleider werden eingehend beschrieben. 
Lebensweise, Verbreitung, Nahrung und Jagd ausführlich geschildert. g' ad., 
g juv., @ ad. und pull. sind auf t. 1 abgebildet. 

Lagopus scoticus, über Wanderung im Winter. Harting, Zool. XIX. p. 69, 
108—109. 

Tympanuchus americanus, rothe Phase, abgebildet und beschrieben. 
W. Brewster, Auk XD. p. 99, t. 2. 


Phasianidae. 

Vgl. O.-Grant, I. S.2. 

Arboricola und Tropidoperdix sind gut unterschiedene Gattungen. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XXIII. 

Caccabis spatzi n.sp., nahe C. petrosa, S. Tunis. Reichenow, J. f. Ornith. 
XLII. p. 110. 

Callipepla gambeli deserticola n. subsp., Californien. Stephens, Auk XH. 
p. 371, C. squamata in Colorado. W. P. Lowe, Auk XII. p. 298. 

Eupsychorty.c leucotis, abgebildet. W. Robinson. A fiying Trip to the 
Tropies, t. 3. 

Francolinus hubbardi n. sp., nahe F. coqui, Nassa, S. O. Vietoria Nyansa. 
Ogilvie-Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XX VI. 

Lophortyya leucoprosopon n. sp. hab. ign. Reichenow, Orn. Monber. III. 
p. 10—11; abgebildet, id. 1. e. p. 97. 

Lophura nobilis, verschieden von L. ignita. J. Büttikofer, Not. Leyden 
Mus. XVII. p. 169 - 196. 

Rhizothera dulitensis n. sp., nahe R. longirostris, Sarawak. Ogilvie-Grant, 
Bull. Brit. Club IV. p. XXVI. 

Vgl. ferner „The Pheasant“, sub1. S.4. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 67 


Aceipitres. 
G. Martorelli. Monografia illustrata degli Ueccelli di rapina in Italia. 
Mem. Soc. Ital. Sei. Nat. Milano (2) I. p. 1—180, t. I—V. 
Flug siehe II. 


Vulturidae. 
Cathartes aura, in New Jersey. St. A. Kram, Auk XII. p.80. 


Falconidae. 


Aceipiter badius, abgebildet. H. E. Dresser, Suppl. Bird Europe t. 693. 

Aquila naevia, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXXT; A. heliaca 
juv.: t.1 f.1), A. nipalensis (t.1 f.2) und A. pomarina (t.2 abgebildet); Mar- 
torelli, Mem. Soc. Ital. Sci. Nat. Milano (2) I. p. 75—89. 

Astur sparsimfasciatus n. sp., nahe A.tachiro, Zanzibar. Reichenow, Orn. 
Monber. III. p. 97. 

Buteo desertorum, abgebildet. O. Reiser, Ornis Balcan. II. Bulgarien, t. 1. 

Buteo borealis krideri, brütend in Minnesota. T. B. Peabody, Auk XL. 
p. 11-16, 

Falco barbarus (t.3) und Falco Feldeggüi (t. 4), abgebildet. G. Martorelli 
Mem. Soc. ital. Nat. Sei. Milano (2) I. p. 158-164; Falco fasciinucha n. sp. 
Teita. Reichenow und O. Neumann, Orn. Monber. III. p. 114; F. gyrfalco, ab- 
gebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXX; F. islandus in New England. 
Brewster, Auk XII p. 180. 

Hypotriorchis ophryophanes n. sp., nahe H. rufigularis, Paraguay. T. Salva- 
dori, Boll. Mus Torino X. No. 208 p. 20. 

Pandion haliaötus, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. B. p. XXXI. 

Spilornis salvadorii n. sp., nahe S. pallidus, Insel Nias. H. v. Berlepsch, 
Nov. Zool. II. p. 73. 

Thegornis musculosus n. g. et sp. [fossil] Miocän?, Patagonien. F. Ameghino. 
Boll. Inst. Geogr. Argent. XV. p. 100-102, fig. 43; T. debilis n. sp., Miocän? 
Patagonien; id. 1. c. p. 102, fig. 43a. 


Strigidae. 

G. Martorelli. Monografia illustrata degli Uecelli di rapina in Italia 
Mem. Soc. Ital. Sei. Nat. Milano (2) I. p. 181—211. 

Asio otus, brütend in Indien. B. A. G. Shelley, J. Bomb. Soc. X. p. 149. 

. Badiostes patagonicus n.g. etsp. [fossil], Miocän? Patagonien. F. Ameghino, 

Boll. Inst. Geogr. Argent. XV. p. 102—104 fig. 14. 

Bubo ascalaphus, abgebildet. H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 692. 

Bubo doerriesi n. sp., nahe B. blakistoni, Amurmündung. H. Seebohm, 
Bull. Brit. Club V. p. IV. 

Glaucidium sjöstedti, beschrieben und abgebildet. Y. Sjöstedt, Svenska 
Ak. Handl. XXVII p. 42°t.2. 

Megascops asio cineraceus nom. nov. für M. asio trichopsis auet. nec Wagl. 
R. Ridgway, Auk XII. p. 390. 

Nyctala tengmalmi, abgebildet. T. Lilford, Col. fig. Brit. Birds pt. XXX. 


Sr 


68 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Nyctea scandiaca bei Oranienburg erlegt. K. Schubert, Orn. Monber. 
111.978: 

Scops brucii, abgebildet. H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 691. 

Scops hambroeki, zweites Exemplar. H. Seebohm, Ibis (7) I. p. 213. 

Scops maccallii Cass. gleichbedeutend mit S. trichopsis Wagl. Ridgway, 
Auk XII p. 389. 

Scops whiteheadi n. sp. nahe, $S. everetti, N. Luzon. Ogilvie-Grant, Bull. 
Brit. Club IV. p. XL. 

Speotyto cunicularia obscura n. subsp., Californien; Stephens, Auk XII. 
p. 372. 

Strix perlata, Bemerkungen über; Lataste, Act. Soc. Scient. Chili IV. 
p- 165—176. 


Psütacidde. 


Vgl. G. Mivart. sub II Anatomie. 8.7. 

Agapornis zenkeri n. sp., nahe A. swinderniana, Kamerun; A. Reichenow, 
Orn. Monb. LI. p. 104, 112. 

Cacatua gymnopis, in Australien; J. A. North, Proc. Linn. Soc. N. S. 
Wales (2) IX. p. 37—38. 

Cyelopsittacus virago n. sp., nahe Ü. aruensis, Fergusson Insel, D’Entre- 
costeaux-Gruppe; E. Hartert, Nov. Zool. II. p. 61. 

Loriculus aurantüfrons meeki n. subsp., ebendaher; E. Hartert, l. ec. p. &2. 

Nestor esslingi ist individuelle Abänderung von N. meridionalis; L. W. 
Buller, Trans. New Zeal. Inst. XXVL. p. 134. 

Oreopsittacus grandis n.sp., Owen Stanley Geb., S. O. Neu Guinea; Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club V. p. XV. 

Palaeornis intermedia n. sp., vermuthlich von Bombay; W. Rothschild, 
Nov. Zool. I. p. 492. 

“ Pezoporus fairchildii, Bemerkungen über; J. Hector, Trans. New Zeal. 

Inst. XX VL. p. 285. 

Prioniturus montanus n. sp., nahe P. verticalis, N. Luzon; Ogilvie-Grant, 
Bull. Brit. Club. IV. p. XLI. 

Psittacula conspicillata, abgebildet; W. Robinson, flying Trip Tropies, t.2. 

Psittacula xanthops n. sp., nahe P. coelestis, N. Peru; O. Salvin, Nov. 
2001. IL. 2.19, 1.2 £.2. 

Psitteuteles diadema, Bemerkungen über; E. Oustalet, Bull. Mus. Paris 
1895 p. 101—103. 

Spathopterus n. g., typus: S. alexandrae Gould; J. A. North, Ibis (7) I. 
p. 339. 

Tanygnathus talautensis n. sp., nahe T. luzonense, Talaut Ins.; A. B. Meyer 
und L. W. Wiglesworth, Abh. Ber. Mus. Dresden No. 9 p. 2. 


Musophagidae. 
Corythaeola cristata, Ei beschrieben; A. Reichenow, Orn. Monber. III. p. 180. 
Turacus chalcolophus n.sp., nahe T. schalowi, D.-Ostafrika; ©. Neumann, 
Orn. Monb. III. p. 87. 
Turacus donaldsoni n. sp., Meo, W. Somaliland; R. B. Sharpe, Bull. Brit. 
Club IV. p. XXXII., abgebildet; Sharpe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1895 t. 28. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 69 


Cucenulidae. 


Cueulus aurivillü, & beschrieben und abgebildet; Y. Sjöstedt, Svenska Ak. 
Handl. XXVII. p.47, t.3; C. canorus, Bemerkungen über das Brutgeschäft; 
E. Rey, Orn. Monber. p. 8-10 und J. f. Ornith. XLIII. p. 30—43; C. hepaticus 
Sparrm., Bemerkungen über; J. Coburn, Zool. XIX. p. 321—325; CO. hepaticus 
und C. rufus Bechst., Bemerkungen über; J.E. Harting, Zool. XIX. p. 257—263. 
Coccygus americanus in Dorsetshire; J. E. Harting, Zool. XIX. p. 376 —377. 

Hwyetornis fieldi n. sp., S. Domingo; ©. B. Cory, Auk XII. p. 278. 

Phoenicophaes microrhinus n. sp., nahe P. erythrognathus, Borneo und 
Natuna Ins.; H. v. Berlepsch, Nov. Zool. II. p. 70. 


Capitonidae. 


Stactolaema woodwardi n. sp., nahe S. olivacea, Zulu-Land; G. Shelley, 
Bull. Brit. Club V. p. II. 

Tricholaema ansorgüi n. sp., nahe T. hirsutum, Uganda; id. l.c. p. III; 
T. gabonense n. sp., nahe T. hirsutum, Gabon; id. 1. e. p. III. 


Picidae. 


Anatomie vgl. Lucas, VII d. 8.55. 

Campothera taeniolaema n. sp., Massai Ld.; A. Reichenow und O. Neu- 
mann, Orn. Monber. III. p. 73; C. tullbergi 9, beschrieben und abgebildet; 
Y. Sjöstedt, Svenska Ak. Handl. XXVII. p. 55 t. 4 fige.l. 

Chloronerpes auricularis, abgebildet; Salvin u. Godman, Biol. Centrali- 
Americ. Aves II. t.59a f. 2; C. callopterus, abgebildet; iid. 1. c. t.59 f. 1; C.god- 
mani, abgebildet, iid. 1. ce. t.59a f.1; ©. simplex, abgebildet, iid. 1. e. t.59, f. 2. 

Colaptes chrysoides brunnescens n, subsp , Nieder-Californien; A. W. Anthony, 
Auk XI. p. 347. 

Dendropicus reichenowi, & beschrieben und abgebildet; Y. Sjöstedt, Svenska 
Ak. Handl. XXVI. ».57, t.4 £.1. 

Gecinus flavirostris, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 690: 
@. gorü Harg. gleichbedeutend mit @. flavirostris Menzb.; H. E. Dresser, Proc- 
zool. Soc. London 1895 p. 311. 

Melanerpes chrysauchen, abgebildet; Salvin und Godman, Biolog. Centrali- 
Americ. Aves II. t.60; M. wagleri nom. nov. für M. tricolor (Wagl.); id. 1.c. 
p. 416. 

Picus danfordi, Kopf abgebildet; H. E. Dresser. Suppl. Birds Eur. t. 689; 
P. leucopterus, abgebildet; id. 1. ce. t. 687; P. mauritanus, Kopf abgebildet; id. 
l. c. t.689; P. minor var. quadrifasciatus Radde, ist bloss subspeeifisch zu 
trennen; H. E. Dresser, Proc. zool. Soc. London 1895 p. 311; P. numidicus, 
Kopf abgebildet: Dresser, Suppl. Birds Europe t. 689; P. poelzami, abgebildet; 
Dresser, 1. e. t. 688. 

Thriponazx hargitti, Bemerkungen über; W. Eagle Clarke, Ibis (7) I. p. 474 
—476. 


Trogonidae. 


Heterotrogon n. g. (typus: Hapaloderma vittatum Shell.), Q ad. und 2 juv, 
beschrieben; ©. W. Richmond, Proc. U. S. Nat. Mus. XVII. p. 602—603, 


70 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Pharomacrus xanthogaster Tur. und Salvad. (Trogon hargitti Oust.) be- 
schrieben und abgebildet, verschieden von P. auriceps; E. Oustalet, Nouv. Arch. 
Mus. Paris (3) VO. p. 229—231. t. 8. 


Rhamphastidae. 


Rhamphastos citreolaemus, abgebildet; W. Robinson, Flying Trip Tropies 
1895, t.1. 


Alcedinidae. 
Alcedo beavani, in Ceylon; J. H. Gurney, Proc. zool. Soc. London 1895 p. 339; 
A. philippensis, verschieden von A. cyanopectus; W. R. Ogilvie-Grant, Ibis (7) 
I. p. 112—114; sind verschiedene Geschlechter einer und derselben Art; D. C. 
Worcester und F. A. Bourns, 1. ec. p. 403—406. 
Pelargopsis sasak subsp. n., nahe P. floresiana, OÖ. Lombok; G. A. Vorder- 
man, Natuurk. Tijdschr. Nederl. Indi& LIV. p. 334. 


Bucerotidae. 
Lophoceros granti n. sp., nahe L. hartlaubi, Aruwimi Fluss, Kongo; 
E. Hartert, Nov. Zool. II. p.55; L. medianum n. sp., nahe L. damarensis, 
Somali Land; R. B. Sharpe, . Proc. zool. Soc. London 1895 p. 498; L. sibbensis 
n. sp, nahe L. deckeni, W. Somali Land; id. Bull. Brit. Club IV. p. XXX. 


Momotidae. 


Prionornis nom. nov. für Prionirhynchus; Salvin und Godman, Biol. 
Centrali-americ. Aves II. p. 467. 


Coraciidae. 
Coracias garrula, in Aberdeenshire; W. Evans, Ann. Scott. N. H.IV.p. 123. 
Uratelornis chimaera n. g. et sp., Madagaskar; W. Rothschild, Nov. Zool. 
II::p.429, 


Podargidae. 
Batrachostomus microrhynchus n. sp., nahe B. septimus und B. menagei, 
N, Luzon; W. R. Ogilvie-Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XLI 
Podargus intermedius n. sp., nahe P. ocellatus, D’Entrecosteaux Inseln; 
E. Hartert, 1. c. V.p.X. 


Caprimulgidae. 

Caprimulgus donaldsoni n. sp., nahe C, fervidus, Somali Land; Sharpe, 
Bull. Brit. Club IV. p.XXIX; 0. rosenbergi n. sp., nahe Ü. ocellatus, R. Dagua, 
S. W. Colombia; E. Hartert, l. c. V. p.X. 

Nyctibius jamaicensis, abgebildet; W. Brewster und F. M. Chapman, 
Auk XI. t III; Bemerkungen über den Ruf; A. B. Carr, Trinidad Field Club 
II. p. 137. 


- 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. Mi 


Macropterygidae. 


Vgl. Anatomie, Lucas, S. 6. 

Collocalia whiteheadi n. sp., nahe ©. lowi, Luzon; W. R. Ogilvie-Grant, 
Ibis (7) I. p. 459. 

Macropterya comata maior n. subsp., Natuna Inseln; E. Hartert, Nov. Zool. 
112 1.'473, 

Micropus Koenigi, identisch mit M. galileiensis, der höchstens subspeeifisch 
von M. affınis getrennt werden kann; E. Hartert, Orn. Monb. III. p. 63 und 
Nov. Zool. II. p. 57-58; verschieden von M. galileiensis; A. Reichenow, Orn. 
Monber. III. p. 43. 


Trochtlidae. 


A. Boucard, Genera of Humming Birds (Schluss) in: The Humming Bird 
V. 1895 p. 203—412. — W.F.H. Rosenberg, List of Humming Birds collected 
at Cali and Rio Dagua, Colombia; The Humming Bird V. p. 5—7. 

Alcidius n. g., typus: Orthoryncehus estella Orb. u. Latr.; Boucard, Hum, 
B. V. ». 345. 

Amazilia aliciae n. sp, nahe A. feliciae, Margarita Insel; ©. W. Richmond, 
Auk XII. p. 368. 

Anthocephala berlepschi, im äussersten Süden des Magdalenenstromes; 
Sclater, Proc. zool. Soc. London 1895 p. 521. 

Cyanolesbia griseiventris, abgebildet; Salvin, Nov. Zool. II. t. 2 £.1. 

Doleromyia pallida n.sp., nahe D. fallax, Margarita Insel; C. W. Richmond, 
Auk XII p. 369. 

Eremita whitelyi n.sp., Brit. Guiana: A. Boucard, Humming Bird V. p. 390. 

Eriocnemis derbyi longirostris n. subsp., Bogotä-coll.; E. Hartert, Nov. 
Zool. II. p. 69. 

Eriocnimis lugens und E. seguamata, Geschlechter einer und derselben Art, 
id. 1. ce. p. 69. 

Glaueis columbiana n. sp., nahe G. hirsuta, Dagua Fluss, S. W. Colombia; 
A. Boucard, Humming Bird V. p. 402; @. rojasi n. sp., nahe G. melanura, 
Caracas; id. l. c. p. 364; @. roraimae n. sp, Brit. Guiana; id. 1. c. p. 364. 

Heliangelus claudia n. sp., Bogotä-coll.; E. Hartert, Nov. Zool. II. p. 484. 

Hylocharis rostrata n. subsp. (Berlepsch Ms.), Peru; A. Boucard, Hum. B. 
V. p. 400. 

Oreotrochilus stolzmanni n. sp., nahe O. leucopleurus, N.-Peru; O. Salvin, 
Nov. Zool. I. p. 17 (= O. bolivianus Boue.). 

Polyerata rosenbergi n. sp., nahe P. amabilis, Dagua Fluss, S. W. Colombia; 
A. Boucard, Hum. B. V. p. 399. 

Selasphorus flammaula, ad. beschrieben; E. Hartert, Nov. Zool. II. p. 68—69. 

Threnetes hauxcwelli n. sp.?, Pebas, N. O. Peru; A. Boucard, Hum. B. V. 
p. 371. 

Urosticte ruficrissa, von Bogotä-coll.; E. Hartert, Nov. Zool. II. p. 69. 

Warszewiezia n.g. (typus: Heliothrypha viola Gould); A. Boucard, Hum. B. 
V.p. 224, 


72 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Tyrannidae. 

Elainea cherriei n. sp. nahe E. fallax, S. Domingo; C. B. Cory, Auk XI. 
p. 279. 

Empidona:x traillii alnorum n.subsp., Maine; W. Brewster, Auk XII. p. 161; 
E. cineritius, in S. Diego, Cala.; A. W. Anthony, Auk XII. p. 390; E, traillii, 
anzuwenden für E. pusillus auct., E. virescens (Vieill.), der richtige Name für 
E. acadiceus auct.; W. Brewster, Auk XII. p. 157—158. 

Nesotriccus ridgwayi n. g. et sp., nahe Eribates magnirostris (Gd.), Cocos 
Insel; ©. H. Townsend, Bull. Mus. Harvard XXVII. p. 124 t. 2. 


Cotingidae. 
Pachyramphus similis n. sp., nahe P. albogriseus, Nord-Peru; O. Salvin, 
Nov. Zool. II. 13. 


Dendrocolaptidae. 

Dendreaetastes capitoides, verschieden von D. temmincki; H. O. Forbes, 
Nature 1895 p. 619; ist das Alterskleid von D. temmincki; P. L. Selater, 1. c. 
XLIII. No. 1362 p. 102—103; D. paraensis n. sp., nahe D. temmincki, Parä; 
L. v. Lorenz, Verhandl. zool.-bot. Ges. Wien XLV. p. 363. 

Phacelodomus dorsalis n. sp., nahe P. striaticollis, N.-Peru; O. Salvin, Nov. 
Zool. II. p. 14. 

Siptornis baromi n.sp., nahe S. antisiensis, N. Peru; id. l.c. p. 14; S. hy- 
pochondriaca n. sp. N. Peru; id. 1. c. p. 14. 

Synallaxis carri n. sp., nahe S. terrestris, Trinidad; F. M. Chapman, Bull. 
Am. Mus. N. H. VII. p. 321 und Trinidad Field Cl. II. p. 272. 


Pteroptochidae. 

Sceytalopus wunicolor n. sp., nahe S. magellanicus, N. Peru; O. Salvin, Nov. 
Zool. I. p. 15. 

Pittidae. 

D. G. Elliott. A Monograph of the Pittidae or family of Ant-Thrushes. 
Second edition, revised and enlarged. London. Part V. 1895. — Beschreibung 
und Abbildung von folgenden Arten: P. strepitans, mackloti, vigorsi, palliceps, 
nympha, cyanota, oreas, forsteni, propinqua, soror und inspeculata. 

Pitta kochi. Beschreibung des bisher unbekannten 2 und Jugendkleides; 
Ogilvie-Grant, Ibis (7) I. p. 457—459. 

Pitta nympha, Bemerkungen über; H. Seebohm, 1. p. 213. 


Xenicidae. 
Xenicus insularis n. sp., Stephens Insel, Cook Strasse, Neu Seeland 
W. L. Buller, Ibis (7) I. p. 236 t. 7; identisch mit Traversia lyalli; W. Roth- 
schild, Ibis (7) I. p. 407 und Nov. Zool. II. p. 81. 


Hirundinidae. 
Cotile riparia, in Borneo; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Club IV. p. XXIII. 
Stelgidopteryx serripennis, brütend in Massachussets; W. Faxon, Auk XI. 
p. 392. 
Tachycineta thalassina, in Costa Rica; G. K. Cherrie, Auk XII p. 87. 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 13 


Museicapidae. 

Alseonax obscura, beschrieben und abgebildet; Y. Sjöstedt, Svenska Ak. 
Handl. XXVIL. p. 73, t. 5. 

Arses lorealis n. sp., Cap York; De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) 
RenTlzle 

Atopornis diabolicus n. g. et sp., Kilima Ndscharo; A. Reichenow und 
O. Neumann, Orn. Monber. III. p.74 (ist Jugendkleid von Nigrita kretschmeri, 
muss daher als Nigrita diabolica [Rchw. u. Neumn.] stehen). 

Callaeops periophthalmica n. g. et sp., nahe Arses, Luzon; W.R. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Ciub IV. p. XVII. 

Cassinia zenkeri n. sp., nahe C. finschi, Kamerun; A. Reichenow, Or. 
Monber. III. p- 113. 

Erythrodryas rosea, Bemerkungen über Brutgeschäft; J. A. North, Viet. 
Natur. XII. p. 137—139. 

Hemichelidon cinereiceps Sharpe, identisch mit H. ferruginea; A. H. Everett, 
Ibis.(Zy T. p. 35. 

Muscicapa semitorquata, Bemerkungen über; Vorkommen in der Türkei 
und in Persien festgestellt; H. E. Dresser, Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 311 
—312. 

Parisoma, siehe Paridae. 

Petroeca leggei, Nest abgebildet; J. A. North, Rec. Austral. Mus. II. t.XX. 

Pomarea ribbei n. sp., nahe P. erythrostieta, Munia, Salomon Ins.; E. Hartert, 
Nov. Zool. II. p. 485. 

Rhinomyias insignis n. sp., nahe R. gularis, N. Luzon; W. R. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XL; abgebildet; id. Ibis (7) I. t. 12, f. 2. 

Rhipidura albicauda n. sp., nahe R. albiscapa, ©. Australien; J. A. North, 
lbis (7) I. p. 340. 

Siphia enganensis n. sp., nahe $S. pallidipes, N. Luzon; W. R. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club V. p. II; S. lemprieri, 2 beschrieben; A. H. Everett, 
Ibis (7) I. p. 25. 

Tarsiger vgl. Timeliidae. 

Trochocereus albiventris, beschrieben und abgebildet; Y. Sjöstedt, Svenska 
Ak. Handl. XXVL. p. 71—172, t. 6. 


Campophagidae. 
Edoliisoma talautense n. sp., nahe E.salvadorii, Talaut' Inseln; A. B. Meyer 
und L.W. Wiglesworth, Ber. und Abh. zool. Mus. Dresden 1894/95 No.9 p.D. 


Graucalus sumatrensis difficilis n. subsp., Natuna Inseln; E. Hartert, Nov. 
Zool. LI. p. 473. 


Ampelidae, 
Ampelis garrulus, in Sussex; J. E. Harting, Zool. (3) XIX. p. 69. 


Laniidae. 


Bradyornis pumilus n.sp., nahe B. murinus, Somali Land; R. B. Sharpe, 
Proc. zool. Soe. London 1895 p. 480; B. woodwardi Sharpe, identisch mit Sylvia 
simplex; id. Bull. Brit. Club V. p. II. 


74 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Dryoscopus rufinuchalis n. sp, nahe D. ruficeps, Somali Land; R. B. Sharpe, 
Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 479. 

Gymnorhina dorsalis n. sp. W. Australien, A. J. Campbell, Proc. Roy. 
Soc. Vietoria (2) VII. p. 202—213. 

Lanius bogdanowi, verschieden von L. raddei; P. Suschkin, Bull. Soc. 
Nat. Moscou 1895 p. 41—52; L. elaeagni n. sp., nahe Otomela bogdanowi, Kok 
Dschida, Mündung des Temir in den Emba, P. Suschkin, 1. c.; L. funereus, 
L. grimmi, L.leucopterus, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 667 u. 
668, 666, 668; L. minor var. obscurior Radde, identisch mit L. minor; id. Proc. 
zool. Soc. Lond. 1895 p. 311; L. raddei, abgebildet; id. Suppl. B. Eur. t. 669. 

Melaenornis schistacea n. sp., nahe M. atra, Somali Land; R. B. Sharpe, 
Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 481. 

Nilaus minor n. subsp. (!), nahe N. brubru, Somali Land; id. 1. e. p. 479. 


Corvidae. 


Corvus americanus, über die Nahrung von; W. B. Barrows u. E. A. Schwarz, 
U. S. Dep. Agrie. Div. Ornith. u. Mamm. Bull. No.6. p. 1-98, cum tab,; 
©. cornia und C. corone, über Verbreitung von; B. Altum, Orn. Monber. III. 
p- 134-138; C. edithae n. sp., nahe C corone, N. Somali Land; E. Lort Phillips, 
Bull. Brit. Club IV. p. XXX VL 

Dendrocitta frontalis, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. p. 41—42. 

Garrulus hyrcanus, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 686; 
@G. minor ist keine Subspecies von G. glandarius, sondern nahe verwandt mit 
G. cervicalis; E. Hartert, Orn. Monber. III. p. 169—172. 

Pieicorvus columbianus, in Kansas; J. Bryant, Auk XI. p. 82. 

Podoces panderi, abgebildet; Dresser, Suppl. Birds Eur, t. 685. 


Paradiseidae. 


R. B. Sharpe. Monograph of the Paradiseidae, or Birds of Paradise, 
and Ptilonorhynchidae, or Bower Birds. Part IV. u. V London. 1895. 

Abgebildet sind pt. IV.: Aeluroedus arfakianus, A. bukkoides, A. melanotis, 
Cnemophilus macgregorii, Diphyllodes chrysoptera, Drepanornis brujni, D. cervini- 
cauda, Lophorhina superba, Phonygama Keraudreni und Uranornis rubra. Part V.: 
Aeluroedus geislerorum, A. maculosus, Diphyllodes hunsteini, Drepanornis 
albertisi, Lophorhina minor, Lycocorax morotensis, Parotia sexpennis, Semioptera 
wallacii, Sericulus melinus, Trichoparadisea gulielmi. 

Vgl. auch Büttikofer, VI. S. 36. 

Aeluroedus jobiensis n. sp., nahe A. melanocephalus, Insel Jobi; W. Roth- 
schild, Bull. Brit. Club IV. p. XXVI. 

Amblyorı.is flavifrons n. sp., nahe A. subalaris und A. inornata, Holländ. 
Neu Guinea; W. Rothschild, Nov. Zool. I. p. 480; A. inornata, 5 ad. be- 
schrieben; A. B. Meyer, Bull. Brit. Club IV. p. XVII. 

Astrapia splendidissima n. sp., Charles Louis Gebirge, Holl. Neu Guinea; 
W. Rothschild, Nov. Zool. II, p. 480, 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 7 


Chiamydodera orientalis, Bemerkungen über; J. A. North, Viet. Nat. XII. 
p. 104-107, 139; C. recondita n. sp., auf ein Ei begründet (!), Deutsch Neu 
Guinea; A. B. Meyer, Abh. Mus. Dresden 1894/95 No, 10 p. 1—2, t.1. 

Cnemophilus mariae Vis, identisch oder sehr nahe verwandt mit Loria 
loriae Salvad.; P. L. Sclater, Ibis (7) I. p. 343, t.8 (ZJ'Q abgebildet). 

Drepanornis albertisi, &Q abgebildet; G. S. Mead, Amer, Natur. XXIX. t.7. 

Parotia carolae, 3‘ beschrieben und abgebildet; A. B. Meyer, Abh. Mus. 
Dresden 1894—95, No. 5 p. 8—11 t.2; & juv. beschrieben; W. Rothschild, Bull. 
Brit. Club IV. p. XLII.; Bemerkungen über; J. Büttikofer, Notes Leyd. Mus. 
XVII. p. 36-40. 

Pteridophora alberti, g‘ beschrieben und abgebildet; A. B. Meyer, Abh. 
Mus. Dresden 1894—95 No.5 p.4—7 t. 1; Bemerkungen über; E. Oustalet, 
Bull. Mus. Paris 1895 p. 47—50. 


Oriolidae. 


Oriolus consobrinus, das vermuthliche Z ad. beschrieben; H. v. Berlepsch, 

Nov. Zool. II. p. 74-75. 
Sturnidae. 

Calornis dichroa nom. nov. für C. minor Sharpe nec Ranıs.; H.B. Tristram, 
Ibis (7) I. p. 376; C. maxima n. sp., Bugotü, Salomon Ins.; id. ]. ce. p. 375. 

Onycognathus intermedius n. sp., nahe ©. hartlaubi u. OÖ, fulgidus, Aru- 
wimi R., Kongo; E. Hartert, Nov. Zool. II. p. 56; identisch mit O. bartlaubi; 
A. Reichenow, Orn. Monber. IIl. p. 62. 

Sarcops lowi, verschieden von 8. calvus; W. R. Ogilvie-Grant, Ibis (7) I. 
p. 258—260. 

Sturnus vulgaris, Verbreitung in Schottland; J. A. Harvie-Brown, Ann. 
Seott. N. H. IV. p. 2—22, mit Karte; $. vulgaris intermedius n. subsp., Mittel- 
Europa: J. P. Pra5äk, Orn. Monber. III. p. 144. 


Ploceidae. 


A. G. Butler. Foreign finches in captivity. London, 4°, pts. IV, V, VI. 

Abgebildet sind, Part IV: Granatina granatina, Lagonosticta caerulescens 
und L. minima, Sporaeginthus amandava, S. melpodus und S. subflavus, Sticto- 
spiza formosa; Part. V: Aegintha temporalis, Emblema picta, Estrilda astrild, 
E. cinerea, E, phoenicotis, Neochmia phaeton, Pytelia afra und P. phoenicoptera. 
Zonaeginthus bellus; Part VI: Amadina fasciata, Erythrura prasina und 
E. psittacea, Poöphila cineta, P. gouldiae und P. mirabilis, Steganopleura 
guttata und Taeniopygia castanotis. 

Hyphantospiza kilimensis n. sp., Kilima Ndscharo; A. Reichenow und 
O. Neumann. Orn. Monber. III. p. 74. 

Malimbus racheliae, 9 beschrieben und abgebildet; Y. Sjöstedt, Svenska 
Ak. Hand!. XXVI. p.83 t.7. 

Nigrita kretschmeri n. sp., Kilima Ndscharo; A. Reichenow, Orm. Monber. 
III. p. 189 (Ist Alterskleid von Atopornis diabolica; die Art muss daher als 
Nigrita diabolica (Rehw. u. Neum.) stehen). 

Ploceipasser donaldsoni n.sp., Ostafrika; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Club V. 
P-AIYV. 


76 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Symplectes auricomus n. sp., Kamerun; Y. Sjöstedt, Svenska Ak. Handl. 
XXVL. p. 86, t.8; S. eroconotus, & beschrieben und abgebildet; id. l.c. p.88t.9. 


Ieteridae. 
Icterus zanthornus curacoensis, abgebildet; W. Robinson, Flying Trip 
Tropies t. 4. 
The Cow Birds; Monographie der Gattung Molothrus; C. Bendire, Rep. U. 
S. Nat. Mus. p. 587—624, t. 1—3. 


Fringillidae. 

G. A. Butler, Foreign finches in captivity. London 1895, 4°. pts. II—IV. 

Abgebildet sind, Part II: Alario alario, Chrysomitris ieterica, Corypho- 
spingus ceristatus und C. pileatus, Cyanospiza eiris und ©. eyanea, Serinus flavi- 
ventris, S. ieterus and S. leucopygius; Parts III: Cardinalis cardinalis, Guber- 
natrix cristata, Paroaria capitata, P. eucullata und P. larvata, Spermophila 
albigularis und S. caerulescens; Part IV: Phonipara canora. 

Acanthis hornemanni, abgebildet; T. Lilford, Col. fig. Brit. B. pt. XXX. 

Ammodramus princeps, Monographie von: J. Dwight, Mem. Nutt. Orn. 
Club No. 2 p. 1-56. 

Bucanetes mongolicus und B. obsoletus, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. 
Birds Eur. t. 676, 675. 

Calcarius lapponicus, in Venetien; C.Fiume, Atti Soe. Ital. XXX V, p.27—32. 

Camarhynchus bindloei n. sp., Bindlo& Insel, Galäpagos; R. Ridgway, 
P. U. S. Mus. XVII. p. 294; C. compressirostris n. sp., Jervis Insel; id. 1. c. 
p. 294; C. incertus n. sp., James Insel; id. l. c. p. 294. 

Carduelis caniceps, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Europe t. 670. 

Cardinalis robinsoni n. sp., nahe C. phoeniceus, Margarita Insel; C. W. 
Richmond, Auk XII. p. 370. 

Coccothraustes carneipes, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Europe 
t. 671. 

Cocornis agassizi n. g. et sp., Cocos Insel; C. H. Townsend, Bull. Mus. 
Harvard XXVI. p. 123—124, t. 1. 

Critkagra rendalli n. sp., Transvaal, H. B. Tristam, Ibis (7) I. p. 130; 
identisch mit C. crassivostris Ptrs.; @. Shelley, Bull. Brit. Orm. Club IV. 
p- XX VII. (vgl. Reichenow, Om. Monber. IH. p. 83). 

Emberiza cioides, E. huttoni, E. luteola und E. saharae, abgebildet; 
H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 683, 681, 680 und 682. 

Fringilla palmae, abgebildet; id. 1. ce. t. 674. 

Fringillaria saharae, SQ abgebildet; König, Journ. f. Omith. XLII. t. 11. 

Geospiza fatigata n. sp., Indefatigable Insel, Galäpagos; R. Ridgway, 
P. U. S. Mus. XVIII. p. 293; @. pachyrhımcha n. sp., Tower Insel; id. l. c. p. 293. 

Haemophila laeta n. sp., nahe H. pulchra, N.-Peru; O. Salvin. Nov. Zool. 
II. p.8; H. personata n. sp., nahe H. pulchra und H. laeta, N.-Peru; O. Salvin, 
Nov. Zool. D. p. 8. 

Junco phaeonotus Wag]. der richtige Name für J. cinereus Sw.; R. Ridgway, 
Auk XII. p. 391; J. hiemalis shufeldti, in Nieder Kalifornien; A. W. Anthony, 
Auk XII. p. 183, 


- 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 21 


Loxia bifasciata, in Orkney; A. Briggs, Ann. Scott. N. H. IV. p.54; 
L. pityopsittacus, nur subspecifisch von L. curvirostra zu trennen; ©. Floericke, 
Orn. Monber. III. p. 58—60; L. rubrifasciata, abgebildet; H.E. Dresser, Suppl. 
Birds Eur. t. 679. 

Loxigilla chazaliei n. sp., nahe L. noctis u. L. propinqua, Barbuda, Kleine 
Antillen; E. Oustalet, Bull. Soc. zool. France XX. p. 184. 

Melospiza insignis, verschieden von M. einerea; ©. W. Richmond. Auk XI. 
p. 144—150; M. insignis und M. cinerea, Eier beschrieben; id. 1. e. p. 148. 

Montifringilla alpicola und M. nivalis, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. 
Birds Eur. t. 673. 

Passer ammomendri, abgebildet; id. 1. c. t. 672; P. hispaniolensis, abgebildet; 
Reiser, Ornis Balcanica II, Bulgarien t. 3. 

Passerella iliaca stephensi n. subsp., nahe P. i. megarhyncha, Kalifornien; 
A. W. Anthony, Auk XI. p. 348. 

Pinicola enucleator, über einen Wanderflug von; W. Brewster, Auk XI. 
p. 245—256, mit 2 Karten. 

Pipilo fuscus senicula n. subsp., Nieder Kalifornien; A. W. Anthony, 1. c. 
pr 

Poospiza alticola n. sp., nahe P. hydochondriaca und P. rubecula n. sp., 
nahe P. erythrophrys, Nord-Peru; O. Salvin, Nov. Zool. II. p. 7, 8. 

Pyrrhula cassini, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 677; 
P. leucogenis n. sp., N. Luzon;, W. R. Ogilvie-Grant, Bull. Brit. Club IV. 
p. XLI; abgebildet (s. n. P. leucogenys); id. Ibis (7) I. t.14; P. maior, in 
Yorkshire; L. H. Irby, Proc. zool. Soc. Lond. 1895. p. 691. 

Serinus domaldsoni n. sp., nahe S. capistratus und S. maculicollis n. sp., 
Somali Land; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Club IV. p. XLI; abgebildet; id. Proc. 
zool. Soc. Lond. 1895 t. 27. 

Spermophila plumbeiceps n. sp., nahe S. palustris, Tucuman; T. Salvadori, 
Boll. Mus. Torino X. No, 208, p. 5. 

Spermophilopsis nom. nov. für Drepanorhynchus Dubois (nec Fisch. und 
Rchw.); W. Rothschild, Bull. Brit. Club IV. p. XXXVIH. (Auch Spermo- 
philopsis ist bereits vor Langem von J. H. Blasius für ein Nagethier-Genus 
verbraucht und müsste deshalb durch eine andere Bezeichnung ersetzt werden, 
“ doch erscheint die generische Abtrennung der betr. Arten von Sporophila völlig 
überflüssig). 

Uragus sibiricus, abgebildet; Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 678. 

Zonotrichia querula, in Britisch Columbia; W. Brewster, Auk XII. p. 182. 


Drepanidae. 


Loxops wolstenholmei, identisch mit L. rufa (Blox.); W. Rothschild, Nov. 
Zool. U. p. 54. 


Tanagridae. 


Buarremon baroni n. sp, nahe B. comptus u. B. tricolor, N.- Peru; 
O. Salvin, Nov. Zool. II. p.5 t.1f.1; B. rufigenis n. sp., nahe B. semirufus, 
N.-Peru; id. 1. e: p.5 t.1 fig. 2: 


S C. E. Hellmayr: Bericht üher die Leistungen 


nn] 


Calospiza, ist statt Calliste u Aglaia zu verwenden; W. Stone, Proc. Ac. 
Philad. 1895 p. 251— 252. 
Rhamphocoelus dunstallin.sp., Panama (2); W. Rothschild, Nov. Zool. I. p.481. 


Mniotiltidae. 

Basileuterus nigrivertex n. sp., nahe B. nigrieristatus, Nord-Peru; O, Salvin, 
Nov. Zool. HD. p.3. 

Dendroeca olivacea, Nest und Ei beschrieben; W. Price, Auk XII. p. 17—19. 

Geothlypis flavo-velatus n. sp, O. Mexico; R. Ridgway, P. U. S. Mus, 
VEN: p. 119, 

Helminthophila leucobronchialis, in Connecticut; J. Sage, Auk XII. p. 307 
—308; in Maryland; C. W. Richmond, ]. ec. p. 307. 


Motaeillidae. 

Anthus cervinus, bei Hastings erlegt; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Club 
No.XXXI p.XV.; A.similis, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Europe t. 665. 

Motacilla personata, abgebildet; id. l. ce. t. 663; M. xanthophrys, abgebildet; 
id. 1. e. t. 664. 

Alaudidae. 

Alauda arvensis, brütend auf Long Insel; Proctor, Auk XII. p. 390; 
A. arborea cherneli n. subsp., Deliblater Wüste, S. Ungarn; J. P. PraZäk, Orn. 
Monber. III. p. 143; A. gulgula«, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. 
t. 684; A. eristata pallida n. subsp., Tunis; J. Whitaker, Ibis (7) I. p. 100. 

Alaudula somalica n. sp., nahe A. minor, Somali Land, R. B. Sharpe, 
Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 472. | 

Ammomanes algeriensis, abgebildet; A. Koenig, J. f. Orn. XLII. t. 8; 
4A. cinctura, abgebildet; id. 1, ce. t.9. 

Chersophilus margaritae, verschieden von C. duponti; J. Whitaker, Ibis (7) 
I. p. 98. 

Galerita isabellina, abgebildet; A. König, J. f. Ornith. XLIIL t. 7. 

Mirafra gilletti n. sp., nahe M. naevia und M. sabota, Galla Land; 
R. B. Sharpe, Bull. Brit. Club IV. p. XXIX.; M. intercedens n. sp., nahe 
M. sabota u. M. gilletti, Massai Land; A. Reichenow, Orn. Monber. III. p. 96. 

Otocorys penicillata balcanica n. subsp., Balkan; A. Reichenow, Orn. Monber. 
III p. 42; O. bilopha, JR und Nest mit juv. abgebildet; A. König, J. f. Ornitb. 
XLIII. t.10; O. penicillata, Vogel und Ei abgebildet; O. Reiser, Ornis Bale. 
II. Bulgarien t.3; O. alpestris praticola, brütend in Massachussets; W. Faxon, 
Auk XI. p. 39. 

Rhamphocorys clot-bey, @ und Ei abgebildet; A. König, J. f. Ornith. 
XLIM. t. 14. 

Spizocorys personata n. sp., nahe S. eurvirostris, Somali Land, R. B. Sharpe, 
Proc. zool. Soc. London 1895 p. 471. 


Pyenonotidae. 
J. Büttikofer. On the Genus Pyenonotus and some allied Genera, with 
Enumeration of the specimens in the Leyden Museum; Notes Leyd. Mus. XVII. 
p. 225—252. 


in der Natnrgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 9 


Andropadus gracilirostris liberiensis n. subsp., Liberia; A. Reichenow, 
Nov. Zool. II. p. 160; A. marwitzi n. sp., nahe A. virens, Kilima Ndscharo; id. 
Orn. Monber. III. p. 188. 

Alcurus striatus, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. 
p. 227—229. 

Centrolophus n. g., typus: Brachypus leucogenys Blyth.; J. Büttikofer, 
Not. Leyd. Mus. XVII. p. 230. 

Chloropsis aurifrons, Nest u. Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. 
p. 222-224: C. hardwicki, Nest und Ei beschrieben; id. l. ce. p. 224. 

Gymnoerotaphus n. g., typus: Brachypus tygas Bp.; Büttikofer, Not. Leyd, 
Mus. XVII p. 245. 

Hemixus flavala, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. 
p- 226— 227. 

Hypsipetes fugensis n.sp.. nahe H. pryeri, Fuga Insel, Philippinen; W. R. 
Ogilvie-Grant, Bull. Brit. Club V. p. I. 

Jole virescens, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. 
p- 232— 234. 

Mesolophus n. g., typus: Vanga flaviventris Tick; J. Büttikofer, Not. Leyd. 
Mus. XVII. p. 247. 

Mierotarsus cinereiventris, Nest beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. 
p. 235—236; M. melanocephalus, Nest und Ei beschrieben; id. 1. ec. p. 234—235. 

Pachycephalopsis n. g., typus: Museicapa sinensis Gm., J. Büttikofer, Not. 
Leyd. Mus. XVII. p. 241. 

Phyllostrephus baumanni n. sp., nahe P. cabanisi, Misahöhe, Togo Land; 
A. Reichenow, Orn. Monber. III. p. 96; P. kretschmeri n. sp., Kilima Ndscharo; 
A. Reichenow u. ©. Neumann, Ormn. Monber. III. p. 75; P. pauper n. sp., nahe 
P. strepitans, Somali Land, R. B. Sharpe, Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 489. 


Pycnonotus dodsoni n. sp., nahe P. layardi, Somali Land; R. B. Sharpe, 
Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 488; P. gabonensis = P. trieolor und P. barbatus; 
P. minor Heugl., identisch mit P. trieolor Hartl., J. Büttikofer, Not. Leyd. 
Mus. XVII. p. 000 (vgl. dazu Reichenow, Orn. Monber. IV. p. 145). 

Spiziaus canifrons, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 1. 
p- 231— 232. 

Stictognathus n. g., typus: Pyenonotus taivanus Styan ; J. Büttikofer, Not. 
Leyd. Mus. XVII. p. 242. 

Xanthiaus flavescens, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. p. 229—231. 

Xenocichla clamans, Q abgebildet; Y. Sjöstedt, Svenska Ak. Handl. XX VII. 
p. 97 1.10; X. harterti n. sp., nabe X. simplex, Sierra Leone — Liberia; 
A. Reichenow, Nov Zool. II. p. 159; X. strüfacies n. sp., Kilima Nscharo; 
A. Reichenow u. OÖ. Neumann, Orn. Monber. III. p. 74. 


Meliphagidae. 


Anthreptes griseigularis, Bemerkung über; E. Hartert, Nov. Zool. II. p. 65. 


Melipotes atriceps n. sp., nahe M. gymnops, Owen Stanley Gebirge. 8.0. 
Neu Guinea; W. R. Ogilvie-Grant, Bull. Brit. Club V. p. XV. 


80 C. E. Hellmayr: Bericht über dıe Leistungen 


Myza sarasinorum n. g. et sp., N.-Celebes; A. B. Meyer u. L. W. Wigles- 
worth, Abh. Mus. Dresden 1894—95 No. 8 p.11. 
Ptilotis Keartlandi n.sp., Zentral Australien; J. A. North, Ibis (7) I. p. 340. 


Zosteropidae. 

Zosterops aureiloris n. sp, nahe Z. luzoniea, N. Luzon; W, R. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XL; Z. babelo n. sp., Talaut Inseln; A. B. Meyer 
u. L. W. Wiglesworth, Abh. Mus. Dresden 1894—95 No.9 p. 6; Z. luzonica 
n. sp., nahe Z. nigrorum, Luzon; W. R. Ogilvie-Grant, Bull. Brit. Club IV. 
p- XXI; Z. simplex, Nest beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. p. 222. 


Nectariniidae. 

Aethopyga flavipectus, abgebildet; W. R. Ogilvie-Grant, Ibis (7) I. t.5 £.1; 
A. minuta, identisch mit A. flavipectus; D. C. Worcester und F. S. Bourns, 
l. ec. p. 405. 

Arachnothera longirostris, abgebildet; H. Stuart Baker, J. Bombay Soc. 
X.t.-D. 

Cinnyris excellens n. sp., nahe C. guimarascensis, Luzon; W. R. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XVIII. 

Eudrepanis jefferyi, abgebildet; id, Ibis (7) 1. t.5 £. 2. 

Nectarinia Kilimensis, auf dem Ronssoro Gebirge; Scott. Elliot, Proc. 
zool. Soc. Lond. 1895 p. 342. 


Dicaeidae. 
Dicaeum talantense n. sp., nahe D. sanghirense, Talaut Inseln; A. B. Meyer 
und L. W. Wiglesworth, Abh. Mus. Dresden 1894—95 No.9 p.5. 
Prionochilus inexcpectatus n. sp., Luzon und Mindoro; E. Hartert, Nov. 
Zool. I. p. 64. 


Paridae. 

J. P. Prazäk. Versuch einer Monographie der palaearktischen Sumpf- 
meisen (Poeeile Kaup). Orm. Jahrb. VI. p. 8-59, 65—99. — Die umfangreiche 
Arbeit behandelt die palaearktischen Graumeisen in grosser Ausführlichkeit. Zum 
erstenmale wird hier versucht, in die verworrene Synonymie Licht zu bringen 
und die einzelnen Formen auseinanderzuhalten. Wenn dies dem Verfasser 
auch nicht ganz gelungen ist, so hat die Arbeit doch das Verdienst, zum 
weiteren Studium der so schwierigen Gruppe angeregt zu habeu. 

Acredula caucasica und A. macedonica, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. 
Birds Eur. t. 655. 

Melanochlora sultanea, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. 224—226. 

Paradoxornis flavirostris, Nest und Ei beschrieben; id. 1. c. p. 42—44. 

Parisoma orientale n. sp., Kibuesi, S. Ukamba; A. Reichenow u 0. Neu- 
mann, Orn. Monber. III. p. 74. 

Parus bokharensis, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 655 f. 2; 
P. einereus, abgebildet; id. l. ec. t.056 f.1; P. cypriotes, abgebildet; id. 1. e. 
t. 658; P. holsti n. sp., Formosa; H. Seebohm, Ibis (7) I. p. 211 t 6; P. om- 
briosus, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 661; P. palmensis, ab- 
gebildet; id. 1. c. t.660 f.1; P. palustris, in Schottland; J. A. Harvie-Brown, 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 81 


Trans. Pertsh. Soc. II. p. 97”—100; P. phaeonotus, abgebildet; Dresser, 1. e. t. 657; 
P. pleskei, abgebildet; id. 1. ce. t. 659; P. tenerijfae, abgebildet; id. 1. c. t.660, f.2, 

Suthora atrisuperciliaris, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis 
(”)Ip 4-45. 

Sittidae. 

Dendrophila mesoleuca, abgebildet; W. R. Ogilvie-Grant, Ibis (7) I t.4 f.2. 

Sitta caesia homeyeri, identisch mit S. advena Brm.; A. Reichenow, Om. 
Monber. III. p. 141 (Hat sich als irrthümlich herausgestellt); S. whiteheadi, ab- 
gebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 662. 


Certhiidae. 

Certhia americana, brütend in S. O. Missouri; ©. Widmann, Auk XL. 
p. 350—55; C. familiaris alticola nom. nov. für ©. mexicana Glog. (nec Gm.); 
G. S. Miller, Auk XII. p. 186. 

Climacteris superciliosa n. sp., nahe C. erythrops, Zentral-Australien; J. A. 
North, Ibis (7) I. p. 341. 

Tichodroma phoenicoptera, bei Moulins; E.Olivier, Rev.Sci. Bourbonn.VIIL.p.15. 
i Xerophila nigricineta n. sp., nahe X. pectoralis, Zentral-Australien; J. A. 
North, Ibis (7) I. p. 340. 

Timelidae. 

J. Büttikofer. A Revision of the Genus Turdinus and Genera allied to 
it, with an enumeration of the Specimens contained in the Leyden Museum; 
Not. Leyd. Mus. XVII. p. 65-106. 

Apalis binotata n.sp., Kamerun; A. Reichenow, Orn. Monber. III. p. 104, 
113; A. cervicalis n.sp, Kamerun; id. l. c. p. 104, 113; A. griseiceps n. sp., 
Kilima Ndscharo; A. Reichenow u. O. Neumann, ]. ce. p. 75; A. porphyrolaema 
n. sp., Mau, O. Afrika; iid. I. ce. p. 75. 

Argya saturata n. sp., Zanzibar, nahe A. rufula; R. B. Sharpe, Proc. zool. 
Soc. Lond. 1895 ». 488; A. squamicep von 8. Arabien, verschieden ven 
A. chalybea (Bp.) aus Palästina; id. Bull. Brit. Club IV. p. XXX VI. 

Bathmocercus rufus n. g. et sp, Kamerun; A. Reichenow, Orn. Monber. 
III. p. 104, 113; B. vulpinus n. sp. und B. murinus n. sp., Aruwimi, Kongo; id. 
Nov. Zool. II. p. 159. 

Brachyptery® poliogyna u. sp., nahe B. erythrogyna, N. Luzon; W. R. 
Ogilvie-Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XL; Q abgebildet; id. Ibis (7) I. t.12£.1. 

Bradypterus rufoflavidus n. sp., Kilima Ndscharo; A. Reichenow und 
O. Neumann, Orn. Monber. III. p. 75. 

Burnesia melanops n.sp., nahe B. bairdi, Mau, Z. O. Afrika; id. 1. e. p. 75 

Callene albogularıs n. sp., Uluguru, O. Afrika: A. Reichenow, Orn. Monber. 
III. p.87, 96; C. pyrrhoptera n. sp, nahe C. anomala, Mau, Z. ©. Afrika; 
A. Reichenow u. OÖ. Neumann, Orn. Monber. III. p. 75. 

Camaroptera chloronota n. sp., uahe ÜC. olivacea, Misahöhe, Togo Land; 
A. Reichenow, Orn. Monber. III. p. 96; C. dorcadrichroa n. sp., Kilima 
Ndscharo und Mau; A. Reichenow u. O. Neumann, Orn. Monber. III. p. 76. 
(Ist eine Oryptolopha: Musecicapidae). 

Cisticola dodsoni n. sp., nahe ©. subruficapilla, Galla Land; R. B. Sharpe, 
Bull. Brit. Club IV. p. XXIX; C. somalica n. sp., nahe C. haesitata, Somali 
Land; id. Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 483. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. 1I. H.1. 6 


82 C. E. Hellmayr: Bericht über die Leistungen 


Corythoeichla striata, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. p. 57—58. 

Crateropus smithiüi n.sp., nahe C. hartlaubi, W. Somali Land; R.B. Sharpe 
Bull. Brit. Club IV. p. XLI. 

Drymocataphus tickelli, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. p. 55—57. 

Drymoeca saharae, Nest und Ei abgebildet; A. König, J. f. Ornith. 
NIIT. 1.19: 

Dryodromas smithi n. sp., nahe D. rufifrons, Galla Land; R. B. Sharpe, 
Bull. Brit. Club IV. p. XXIX. 

Dryonastes sannio, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. p. 45. 

Eremomela flavierissalis n. sp., nahe E. flaviventris, Somali Land; R. B. 
Sharpe, Proc. zool. Soc. Lond. 1895 p. 481. 

Gampsorhynchus rufulus, Nest beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. p.53. 

Garrulax gularis, Nest und Ei beschrieben; id. ]l. c. p. 46—48, 

Grammatoptila austeni, Nest und Ei beschrieben; id. ]l. e. p. 49 

Lanioturdinus n. g., typus: Corythocichla cerassa Sharpe; J. Büttikofer, 
Not. Leyd. Mus. XVII. p. 72. 

Lioptila annectens, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. 
p. 217—218. 

Macronus trichorrhos Tem. von Java, verschieden von der Malakka-Form; 
A. Reichenow, J. f. Orn. XLII. p. 355. 

Malacopteron palawense nom. nov. für Trichostoma rufifrons Tweed. (nec 
Cab.); J. Büttikofer, Not. Leyd. Mus. XVII. p. 104. 

Miaornis erythronota n. sp., nahe M. pyrrhoptera und M. bicolor, Java; 
A. Reichenow, J. für Omith. XLIII, p. 356. 

Mülleria n. g. (typus: Napothera bivittata Bp.); J. Büttikofer, Not. Leyd. 
Mus. XVII. p. 96. 

Myiothera epilepidota und M.lepidopleura, Bemerkungen über; A. Reichenow, 
J. f. Omith. XLIL. p. 355. 

Ophrydornis n. g., typus: Setaria albigularis Blyth.; J. Büttikofer, Not. 
Leyd. Mus. XVII. p. 101. 

Orthotomus chloronotus n. sp., nahe O. derbianus, N. Luzon; W.R. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club V. p. 1. 

Paradoxornis, vgl. Paridae. 

Pellorneum ignotum und P. palustre, Nest und Ei beschrieben, H. Stuart 
Baker, Ibis (7) I. p. 53--55. 

Phyllergates riedeli n. sp., nahe P. ceinereicollis, S. Celebes; A. B. Meyer 
und L. W. Wiglesworth, Abhdl. u. Ber. Mus. Dresd. 1894—95 No.8 p. 13. 

Pomatorhinus macclellandi, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, 
Ibis (7) I. p. 52; P. phayrii, Nest und Ei beschrieben; id. 1. c. p. 51—32. 

Proparus austeni n. sp., nahe P. vinipectus, Manipur und Naga Berge; 
W. R. Ogilvie-Grant, Bull. Brit Club V. p. III. 

Pseudotharrhaleus caudatus n. g. et sp., nahe Androphilus, N. Luzon; id. 
l. c. IV. p. XL; abgebildet; id., Ibis (7) I. t. 13. 

Schoeniparus mandelli, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. p. 60—62, 


in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1895. 83 


Seotocerca inquwieta und S. saharae, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. 
Birds Eur. t. 653. 

Sittiparus cinereus, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) I. 
p. 62—64. 

Sphenoeacus caudatus n. sp., nahe S. punctatus, Snares Inseln, Neu Zee- 
land; W. Buller, Trans. New Zeal. Inst. XX VI. p. 127. 

Stachyridopsis rufifrons, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis 
(7) I. p.59—60. 

Stachyris assimilis, Nest und Ei beschrieben; id. 1. c. p. 58—59. 

Stactocichla merulina, Nest und Ei beschrieben; id. ]. ce. p. 50-51. 

Staphidia castaneiceps, Nest und Ei beschrieben; id. l. c. p. 218—220. 

Suthora, vgl. Paridae. 

Tarsiger guttifer n. sp., Kilima Ndscharo; A. Reichenow u. O. Neumann, 
Orn. Monber. III. p. 76 (= T. orientalis juv.). 

Trochalopterum virgatum, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis 
(7) I. p. 48—49. 

Turdinulus guttaticollis n. sp., nahe T. roberti, Miri Berge, Assam; W. R. 
Ogilvie-Grant, Ibis (7) I. p. 432. 

Yuhina nigrimentum, Nest und Ei beschrieben; H. Stuart Baker, Ibis (7) 
I. p. 220— 222. 

Zosterornis dennistouwni n. sp., Luzon; W. R. Ogilvie-Grant, Bull. Brit. 
Club V. p. I; Z. striatus, abgebildet; id. Ibis (7) L. t.4 £.1. 


Troglodytidae. 

Heleodytes affinis ist bloss subspecifisch verschieden von H, brunneicapillus ; 
A. W. Anthony, Auk XI. p. 280. 

Thryothorus leucophrys n. sp., nahe T. spilurus, S. Clemente Insel, Kali- 
fornien; id. 1. c. p. 52. 

Mimidae. 

Harporhynchus lecontei, besprochen und abgebildet; C. Hart Merriam, Auk 
XI. p. 54--60, t.1; H. cinereus mearnsi n. subsp., Nieder-Kalifomien; A. W. 
Anthony, Auk XII. p. 53. 

Mimus polyglottos, brütend in OÖ. Massachussets; C. W. Batchelder, Auk 
XII. p. 308-309. 

Sylviidae. 

Accentor atrigularis und A. fulvescens, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. 
Birds Eur. t. 654, 

Acrocephalus horticolus ist Subspecies von A. palustris; ©. Floericke, 
Aquila II. p. 84-85. 

Bradyornıs woodwardi, vgl. Muscicapidae. 

Cossypha donaldsoni n. sp., nahe ©. subrufescens, Galla Land, R. B. Sharpe, 
Bull. Brit. Club IV. p. XX VII. 

Oyanecula orientalis Bm. (©. dichrosterna Cab.) ist ein Umfärbungsstadium 
von C. suecica; V. von Tschusi, Orn. Jahrb. VI. p. 269 - 271. 

Daulias hafızi, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 645. 

Dromolaea leucura, ZZ, Nest und Ei abgebildet; A. König, J. f. Orn. 
XLII. t. 6. 


6* 


84 C. E. Hellmayr. 


Erithacus hyrcanus, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Suppl. t. 654. 

Geocichla naevia, brütend in Brit. Columbien; W. E. Brooks, Ibis (7) I. 
p. 512—513; @. sibiria, verschieden von @. davisoni; H. Seebohm, Bull. Brit. 
Club IV. p. XIX. 

Locustella straminea, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. t. 652. 

Lusciniola seebohmi n. sp., nahe L. mandelli, N. Luzon; W.R. Ogilvie- 
Grant, Bull. Brit. Club IV. p. XL. 

Melizophilus deserticolus, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. Birds Eur. 
t. 649; 1, 2, juv. abgebildet; A. König, Journ. f. Orn. XLII. t. 2. 

Merula albiceps, Bemerkungen über; H. Seebohm, Ibis (7) I. p. 211—213; 
M. ludovieiae n. sp., nahe M. simillima und M. nigropileus, N. Somali Land; 
E. Lort Philipps, Bull. Brit. Club IV. p. XXXV1. 

Myrmecocichla yerburyi n. sp., nahe M. melanura, Palästina; R. B. Sharpe, 
Ixe. IV. P-XZAXUITE 

Phylloscopus neglectus, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 650 £.1. 
P. nitidus, abgebildet; id. l. c. t. 651 f.2; P. proregulus, abgebildet; id. 1. ce. 
t. 650 f.2; P. viridanus, abgebildet; id. 1. c. t. 651 £.1. 

Pratincola caprata, abgebildet; Dresser, Suppl. B. Eur. t. 651; P. dacotiae, 
abgebildet; id. l. c. t. 650; P. rubicola, neu für Norwegen; R. Collett, Christ; 
Vid. Selsk. Forhdlg. 1895 N. 2. 

Ruticilla erythronota, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 643; 
R. ochrura, abgebildet; id. 1. ce. t. 642. 

Saxicola albonigra, abgebildet; id. l. c. t. 638 f.2; 5. amphileuca, ab- 
gebildet; O. Reiser, Ornis Balcan. II. Bulgarien t. 2; 8. chrysopygia, abgebildet; 
H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 638 f. 1; S. lugens, 52 ad., jun., abgebildet; 
A.König, J. f. Orn. XLII. t. 4 u. 5, f.1; S. picata, abgebildet; H. E. Dresser, 
Suppl. B. Eur. t. 639; 8. seebohmi, abgebildet; id. 1. c. t. 636 und A. König, J. f. 
Orn. XLIIL. t.3 u.5, f.2; $. somalica n. sp., nahe S. morio, Somali Land; 
R. B. Sharpe, Proc. zool. Soc. Lond. 18395 p. 486; 5. stapazina, abgebildet; 
OÖ. Reiser, Ornis Balcan. II. Bulgarien t. 2; $. stapazina u. SS. melanoleuca, 
Bemerkungen über; J. S. Whitaker, Ibis (7) I. p. 93; 8. vittata, abgebildet; 
H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 637. 

Sylvia althaea, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 646 f. 2; 
S. deserti, ZQ abgebildet; A. König, J. f. Orn. XLIL. t. 1 f. 1, 2; $. minus- 
cula, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 646 f. 1; 8. mystacea, ab- 
gebildet; id. 1. c. t. 647; S nana, abgebildet; id. 1. c. t. 648; & ad. abgebildet; 
A. König, J. f. Omith. XLIU. t.1 f.3; $. nisoria, neu für Norwegen; 
R. Collett, Christ. Vid. Selsk. Forhandl. 1895 No. 2. 

Turdus aliciae bicknelli brütend in Massachussets; W. Faxon, Auk XU. 
p. 392; T. alpestris, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. B. Eur. t. 635; T. pallasü, 
abgebildet; id. 1. e. t. 634 f. 1; T. fuscescens salicicolus, in Nordost-Illinois; 
B. T. Gault, Auk XII. p. 85; T. swainsonii, abgebildet; H. E. Dresser, Suppl. 
B. Eur. t. 634 f. 2. 


Bericht 


über 
die Leistungen in der Herpetologie im Jahre 1894. 


Von 


Dr. Franz Werner 
in Wien. 


Reptilla. 


Litteratur. Den Bericht über Wirbelthiere im „Zoologischen 
Jahresbericht für 1894, herausgegeben von der Zool. Station in 
Neapel, redigirt von Paul Mayer, Berlin 1895, R. Friedländer & Sohn, * 
250 pgg. lieferten M.v. Davidoff, C. Emery und E. Schoebel. 
Den Bericht in S. Sharp’s Zool. Record für 1894, London 8°, Bd. 31 
des „Record of Zool. Litterature“ (Reptilia and Batrachia p. 1—44) 
erstattete G. A. Boulenger, von dessen synonymischen Bemerkungen 
ebenso wie die der späteren Jahrgänge der Ref. Gebrauch machte. 

OÖ. Taschenberg, Bibliotheka Zoologica U. Verzeichniss der 
Schriften über Zoologie, welche in den periodischen Werken ent- 
halten und vom Jahre 1861—80 selbständig erschienen sind, mit 
Einschluss der allgemein-naturgeschichtlichen, periodischen und pa- 
laeontologischen Schriften. Bd.4 (..... Amphibia und Reptilia) 
Leipzig 1894, 8°, pagg.5, 2761—3648. 

Das Datum der Herausgabe des: „Tableau Encyclopedique et 
Methodique des Trois Regnes de la Nature, Erpetologie par Bonna- 
terre, pgg. XXVIM. 70, 43 Taf.“ ist nach C.D. Sherborn &B.B. 
Woodward 1789. — Proc. Zool. Soc. London 1893 p. 584. 

Museen und zoologische Gärten. H. Ude beschreibt 
die Eidechsen des Provinzial-Museums in Hannover, welche aus 
9 Geekoniden, 4 Agamiden, 3 Iguaniden, 2 Anguiden, 1 Varaniden, 
1 Tejiden, 2 Amphisbaeniden, 4 Lacertiden und 6 Scinciden, sowie 
3 Chamaeleontiden besteht; da die Thiere durchwegs gemeine Arten 
repräsentieren, so hätte eine einfache Aufzählung auf einer einzigen 
Druckseite genügt. Die angegebenen Fundorte bringen keine Be- 
reicherung unserer Kenntnisse von der geographischen Verbreitung 
der aufgezählten Arten, dagegen ist die von Amboina (p. 96) auf- 
geführte C. nıgrilabris Ptrs. nicht diese Art, sondern C. cristatellus 
var. moluccana Less. — 42/43. Jahresber. Naturhistor. Ges. Hannover 
für 1891/92, und 92/93 (1894) p. 91 —106. 


86 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


A. Römer hat die Skelettsammlung des Wiesbadner Museums 
katalogisirt. Reptilien sind 11 (darunter ein Gavialschädel von 
88 cm), Batrachier 4 verzeichnet. Jahrb. Nassau. Ver. f. Naturk. 
Wiesbaden 46. Jahrg. p. 129—130. 

Ein Auto-Referat über Boettger, Catalog der Rept.-Sammlg. 
im Senckenberg. Museum (s. Ber. f. 1893 p. 71) findet sich im Zool. 
Centralbl. 1. Jahrg. 1894 p. 249. 

A. Smith-Woodward & A. Davies Sherborn geben eine 
Schilderung des neu eröffneten |Rothschild-Museums zu Tring, 
England. Erwähnt werden Ichthyosaurus- und Steneosaurus-Reste 
aus dem Lias, der Panzer von Testudo grandidieri aus Madagascar 
und die Whitehead-Sammlung aus Palawan und Borneo. Nat. 
Science Bd. 2 p. 57—63, 2figg. (1893). 

Ueber die Aufstellung von Objekten im Oxford University 
Museum nach E.S. Goodrich Mittheilungen. Das Arrangement 
der Ichthyosauria, Plesiosauria und Chelonia ist auf Taf. 2 abgebildet. 
— Natural Science Bd.5 p. 128—131, Taf. 1—3. 

Im Hamburger Zoologischen Garten befanden sich nach Bolau 
im Jahre 1893 Testudo radiata Shaw, 2 Boa madagascariensis (DB), 
2 Metopocerus cornutus Kuhl; der Frankfurter Zoologische Garten be- 
herbergte um diese Zeit 2 Tiliqua gigas von Neuguinea, Trachysaurus 
rugosus, Amphibolurus barbatus, Varanus griseus und varıus, sowie 
2 Rana catesbyana. — Zool. Garten, 34. Jahrg. 1893, p- 188—189. 

Bolau hat die ältesten Thiere des Hamburger zoologischen 
Gartens zusammengestellt. Darunter befinden sich mehrere Schild- 
kröten, Krokodile und Schlangen, die über 5 Jahre, ein Alligator 
mississippiensis, der 13'/, Jahre, ein Megalobatrachus, der fast 11Jahre 
in Gefangenschaft daselbst sich befindet. — Zool. Garten, 34. Jahrg. 
(1893) p. 283. 

lm Frankfurter zoolog. Garten befanden sich 1893 an neuen 
Reptilien eine AHydromedusa, Tropidonotus ordinatus und fasciatus, 
Uromastix spinipes und hardwickii, Zonurus giganteus und Seincus 
offieinalis. — Zool. Garten, 34. Jahrg. 1893 p. 287. 

Die Liste der Erwerbungen im zoolog. Garten zu London 
nennt p. 761 Sphenodon punctatus von Stephen’s Island, Cook’s 
Strait, Neuseeland, pag. 762 Clemmys punctularia von Guayana, 

'oluber exwimius von Tennessee, Naja haje u. Coronella cana von 
Victoria West, Capland, pag. 673 Nicoria spengleri von Okinawa- 
shima, Liu-kiu Inseln, p. 674 Phrynosoma orbiculare von San Diego, 
Cal., pag. 675 Ahaetulla liocerca und Dipsas cenchoa von Trinidad, 
pag. 768 Aydrops triangularis von Demerara, pag. 769 Elaps fulvius 
von Florida, p. 770 Chamaeleoa parvilobus von Barberton, Transvaal, 
und /guana delicatissima von den Caicos-Inseln, W.Indien, pag. 771 
Testudo tabulata von Trinidad, Seps ocellatus von Malta und Corallus 
cookei von Grenada, W. Indien, pag. 773 Coluber boddaerti eben- 
daher und Herpetodryas carinatus ebendaher, Alytes obstetricans aus 
Belgien, pag. 775 Cyelemys flavomarginata: u. Ocadia sinensis von 
Formosa, pag. 776 Lacerta muralis var. tiliguerta von Triest, pag. 777 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 87 


Tupinambis nigropunctatus, Scytale coronatum, Corallus hortulanus, 
Leptognathus nebulatus und Coluber boddaerti von Trinidad, pag. 780 
Bujo vulgaris von Jersey und pag. 781 Ciniwys belliana von Mombasa, 
O. Afr. — Proc. Zool. Soc. London 1893. 

Der Report of the Council of the Zool. Soc. London for 1893 
nennt p. 43 Uyclemys flavomarginata Gray von Formosa, Physignathus 
desueuri Gray von N. S. Wales, Corallus Cookii Gray von Grenada, 
W. Indien, Aydrops triangularıs Wgl. von British Guyana, Deipsas 
cenchoa L. und Leptognathus nebulatus L. von Trinidad, W. Indien, 
und Elaps fulvius L. von Florida. 

Geschichte, Sage. C.Grevö gibt zur Veranschaulichnng 
der herpetologischen Kenntnisse in der Mitte des 17. Jahrhunderts 
einen Auszug aus J. Sperlingii Zoologia, ex rec. G. C. Kirchmajer, 
Wittebergiae 1669, über Giftschlangen, Drachen und Nattern. — 
Zool. Garten 34. Jahrg. (1893) p. 56—57. 

In einer Interpretation gewisser Verse des ersten Kapitels der 
Genesis im Lichte der Palaeontologie nimmt H. C. Chapman das 
hebräische Wort „tnimm“ für Reptili« und das Wort „shrtz“ für Pro- 
reptilia in Anspruch. — Proc. Ac. Nat. Sc. Philad. 1893 p. 68—74. 

E. v. Marenzeller, Die grosse Seeschlange. Wien 1894, 12°, 
30 p. (aus Schrift. Ver. Verbr. nat. Kenntn. Wien Bd. 34). 

Technische Hilfsmittel, Methoden. A. Granger, Le 
Manuel du Naturaliste.e Paris 1894, E. Deyrolle fils, 8°, 326 p. 
257 figg. enthält Winke für das Sammeln, Präpariren und Ausstopfen 
auch von Reptilien und Batrachiern. 

Eine Notiz über das Skeletiren von Reptilien und Batrachiern bringt 
A. Granger. — Le Naturaliste (Deyrolle) 16. Jahrg. p. 193und 202. 

R. W. Shufeldt, Scientific Taxidermy for Museums. Smithson. 
Instit. Report. U. S. Nat. Mus. for 1892 p. 369—436, Taf. 15—96. 
Washington 1894. — Ref. in: Nat. Science Bd.5, p. 58—60, Suppl. 
p. 1 Taf. 3 (Crotalus adamanteus) und Taf. IV (Tupinambis teguixin). 

F. Lataste empfiehlt für Chile, kleine und empfindliche Skelete 
durch die Larven der dort häufigen Paludicola bibroni herstellen 
zu lassen. — Act. Soc. Scientif. Chili Bd. 2 Proc. Verb. p. 148. 

Einen günstigen Bericht über Formol als Conservirungs- und 
Härtungsmittel bringt G. Bergonzoli, Boll. Scientif. (Maggi) Jahrg. 16 
p- 15—21. — Auch F. Blum hat eine Notiz über denselben Gegen- 
stand in: Anat. Anz. 9. Bd. p. 229—231 und Hoyer jun. in Verh. 
Anat. Ges. Strassburg 8. Vers. 1894 p. 236—238. 

Eine Notiz über die Injektionstechnik mit alkoholischer Schellak- 
lösung für Darstellung des Arteriensystems von Fröschen und 
anderen Thieren, die in Alkohol aufbewahrt werden sollen, bringt 
A. Schuberg. — Zool. Anz. 16. Jahrg. (1893) p. 142—144. 

OÖ. Zoth, Zwei Methoden zur photographischen Untersuchung 
der Herzbewegung bei Kaltblütlern. — Jena, G. Fischer 4°, 22 p. 
2 Tafeln (Aus Festschr. f. A. Rollett). 

Werke allgemeinen Inhaltes. H. Jung, G. v. Koch und 
F. Quentell, Neue Wandtafeln für den Unterricht in der Natur- 


s8 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


geschichte. Zoologie. Darmstadt 1893. 60 Tafeln Fol., mit Text, 
8°, Lief.2 enthält Taf. 12 Pelias berus, Tafel 13 Coluber natrix und 
Taf. 14 Emys europaea. 

A. Brinkmann, Naturbilder. Bremen, Heinsius Nachflgr. 1893 
No. 17. Die Thierwelt des nordwestlichen Deutschlands p. 90 —122. 
Darin p. 99-100 Reptilia und Batrachia. 

O. v. Linstow, Die Giftthiere und ihre Wirkung auf den 
Menschen. — Berlin 1894, 8°, 4, 147 p. 54 figg. 

S. G. Mivart, Types of animal Life (... Bullfrog, Rattlesnake . .) 
London 1895. 8°, 8, 374 p. 104 fieg. 

F. True, Useful aquatic Reptilia and Batrachia of the United 
States. Washington (Fisheries and Fish. Ind. N. S.) 1893, 8°, 22 p. 

Einzelheiten über dem Bau der Lurche gibt A. Brass auf 
Tafel 26, der Kriechthiere auf Taf. 27 in seinem Atlas zur allgemeinen 
Zoologie und vergl. Anat. 30 Taf., 19 Bogen. Leipzig 1893, Renger- 
sche Buchhälg. 4%. — Referat von Spengel, worin auch einige Punkte 
bei der Behandlung dieser beiden Gruppen bemängelt sind in Zool. 
Centralbl. I. Jahrg. p. 343— 344. 

Anatomie; Integument. Boas beschreibt in seiner Arbeit 
über die Morphologie der Wirbelthierkralle auch die Krallen der 
Reptilien (Batrachier: Onychydactylus, Xenopus nicht erwähnt). Die 
Kralle bei Schildkröten und Krokodilen verhält sich sehr ähnlich 
wie der Hornmantel der sogenannten Kegelschuppe der Reptilien. 
Das Wachsthum geschieht durch Bildung neuer Hornschichten an 
der Innenseite (vom Rete Malpighii aus), aussen dagegen wird sie 
mehr weniger abgenützt. Von den Kegelschuppen unterscheidet sie 
sich aber dadurch, dass sie nicht rund herum rund, sondern auf 
einer (der unteren) Seite abgeplattet und concav ist. Der obere 
Theil wird Krallenplatte, der untere Krallensohle genannt, dieser 
besteht aus mehr lockerer Hornmasse. Der Krallenwall, die ring- 
förmige Hautfalte um die Krallenbasis liegt dorsal der Krallenplatte 
dicht aus, ist dagegen ventral durch eine Spalte von der Krallen- 
sohle getrennt. Die Krallenwand ist distal am dicksten, an der 
Basis am dünnsten, nur aus der- jüngsten Hornschicht bestehend. — 
Die Kralle der Eidechsen Varanus, Iguana, Uromastie, Lacerta, 
aber auch bei Hatteria) verhält sich merkwürdigerweise verschieden 
von der der Krokodile und Schildkröten und ist der der Säugethiere 
analog gebaut. Die Arbeit zerfällt in einen allgemeinen und einen 
mehr speciellen Theil, in welchem die Krallen von Crocodilus, Alli- 
gator, Emys, Testudo und der obenerwähnten Saurier beschrieben 
sind. — Morph. Jahrb. 21. Bd. 1894 p. 281-311, 3figg. Taf. X 
—XI. — Referat in Zool. Centralbl. II. p. 85—86. 

Osteologie und Myologie. Goette findet eine doppelte 
Anlage des oberen Bogen an den Schwanzwirbeln von Zacerta und 
eine doppelte Anlage der Querfortsätze bei Anguis, welche bei 
Lacerta unvollständig ist indem der hinteren Anlage ein Band ent- 
spricht. Der hintere obere Bogen von ZLacerta wird aber durch 
ein Knorpelstück angelegt und verschmilzt später mit dem vorderen, 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 89 


Eine ähnliche Doppelanlage der oberen Wirbelbogen wurde auch 
bei Sphenodon, Geckoniden, Coronella und Salamandra, nicht aber 
bei Crocodilus gefunden. Die Intervertebralringe erhalten sich bei 
der Verknöcherung länger knorpelig, schliessen sich an den vorher- 
gehenden Wirbel an und schnüren die Chorda ein. Bei Zacerta 
und Anguis bleibt zwischen den Basen der vorderen und hinteren 
Bogenhälfte eine Lücke, der entsprechend die Chorda durch einen 
queren Knorpel getheilt wird (ein ähnlicher Knorpel auch bei 
Geckonen an der Einschnürungsstelle der Chorda). Sphenodon hat 
Intervertebralscheiben, welche die Chorda einschnüren, aber keine 
amphicoelen Wirbel. — Zoolog. Anzeiger XVII p. 359—363. 

L. Calori hat eine Arbeit über die Zusammensetzung der 
Condyli occipitales in den verschiedenen Wirbelthierklassen und 
über die Homologie der dritten Condylus beim Menschen mit dem 
einfachen der Sauropsiden. Verf. weist darin nach dass dieser 
beim Menschen bisweilen vorkommende unpaare Condylus dem der 
Sauropsiden nicht gleichwerthig ist. — Mem. Accad. Sc. Istit. Bologna 
(5) Bd.4 p.283—296, Taf. — Ref. in Monit. Zool. Ital. Jahrg. 5 p. 118. 

H.C. Chapman, Homologies ofthe Alisphenoid and Petromastoid 
bones in Vertebrates. — Proc. Acad. Philad. 1894 p. 32—5l, figg. 

G. Baur hat Bemerkungen über die Osteologie der Schläfen- 
gegend der höherer Wirbelthiere. — Anat. Anz. X 1894 p. 315—3380. 

N. Iwanzoff untersuchte die Gehörknöchelchen von Amphibien 
und Reptilien. Der Stapes gehört dem Schädel an und muss des- 
halb von der Columella, die aus dem Hyoidbogen entstanden ist, 
unterschieden werden; die ©. besteht aus drei Theilen (Inter-, Medio- 
und Extra-Columellare). Die Verhältnisse der Trommelfellhöhle und 
die Lage der Columella wird bei Rana, Bufo, Hyla, Alytes, Bom- 
binator, Pelobaies (letztere beide ohne Trommelhöhle), Siredon, 
Triton (dieser ohne Columella), ZLacerta, Monitor, Alligator, Hatteria 
besprochen. Bei den zwei letzteren ist der Zusammenhang der 
Columella mit dem Hyoidbogen besonders zu erkennen. — Anat. 
Anzeiger 9. Bd. p. 578—684. 

K. v. Bardeleben giebt ein sehr ausführliches Referat über 
alle neueren Arbeiten, die im Laufe des letzten Jahrzehntes über 
Hand und Fuss erschienen sind. Er giebt die älteren Anschauungen 
über Carpus und Tarsus wieder, berührt die Praepollex- und Prae- 
hallux-Frage, geht auf die Hexa-, Hepta- und Polydactylie näher 
ein, sodann auf die Homologie der Muskeln. Die Arbeit referirt 
auch alle einschlägigen Arbeiten über Skeletbau und Muskelsystem 
von Hand und Fuss der Batrachier und Reptilien. — Verh. anat. 
Ges. 8. Vers. Strassburg i. E., 1894 p. 257—337, 6 figg. 

Nervensystem und Sinnesorgane. Burckhardt führt 
aus, dass sich die am Medianschnitt des Gehirnes niederer Wirbel- 
thiere nachweisbaren Abschnitte mit gewissen Modificationen auch 
am Sauropsidengehirn wiederfinden lassen und diese Modificationen 
dürften unter dem Einflusse des bei dem Sauropsiden mächtig sich 
entwickelnden Vorderhirnes, besonders seines hinteren Abschnittes, 
zu Stande gekommen sein. — Anat. Anz. 9. Bd. p. 320—324, 3 figg. 


90 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Weitere Mittheilung über die Faserung aus dem Stammganglion 
Corpus striatum und überhaupt über seine Beziehungen zum Zwischen- 
hirn bei den Reptilien bringt L. Edinger. Er beschreibt dabei 
auch ein neues Fasersystem "als Radiatio striothalamica. — Verh. 
anat. Ges. 8. Vers. Strassburg i. E. 1894 p. 53—60, 4 fige. 

P.RamödonCajal,Investigaciones microgräficos en el encephalo de 
los batraceos y reptiles. Cuerpos geniculaodos y tuberculos cuadrigemi- 
nos de los mamiferos. Zaragoza, Tip. La Derecha, 4°, 88 pagg., 35 figg. 

Herrick giebt eine Topographie und Histologie des Gehirnes 
gewisser Reptilien, die dem Ref. nicht zugänglich war. — Journ. 
Comp. Neur. Cineinnati, Vol. IV p. 119—140, Taf. 15--20. 

F. K. Studnicka bestätigt, dass die Cranioten zwei von ein- 
ander unabhängige Parietalorgane besitzen |[vergl. Beraneck im Ber. 
f. 1893 p. 124.) u. nennt das hintere Pinealorgan (im rudimentären 
Zustand Epiphyse), das vordere (Parietalauge) Parapinealorgan. 
Er hat an jüngeren Embryonen von Lacerta den Parapinealnerven 
gefunden und beschreibt das Pinealorgan u. die Lage der Paraphyse 
von T’ropidonotus. Schliesslich wendet sich Verf. gegen die Ver- 
suche einer Homologisirung der Parietalorgane der Wirbelthiere mit 
dem unpaaren Auge der Tunicaten. — Vistnik (Sitz.-Ber.) Kräl. 
spol. nauk v Praze 1893 12 p. Taf. XIX (1894) (&ech.). — Ref. 
in: Zool. Centralbl. Jahrg. 1 (1894) p. 289 — 290. 

Ueber die Herkunft des Pinealauges macht W. A. Locy Mit- 
tneilungen; er sucht nachzuweisen, dass es ursprünglich wirklich 
ein unpaares Auge war. — Anat. Anz. Bd. 8 p. 169—180, fig. 8. 

P. Francotte hat eine Arbeit über das Parietalauge, die Epi- 
physe und Paraphyse, sowie die Choroidalplexus des dritten Vertikels. 
Die Paraphyse, welche zuerst auf Kosten des Vorderhirns gebildet 
wird, wird secundär ein Abschnitt des Zwischenhirns. Sie existirt 
im Embryonalstadium in der ganzen Wirbelthierreihe und entsteht 
in der Form eines Divertikels vom Aussehen einer eiförmigen Blase. 
Bei der Blindschleiche erscheint zuerst das Parietalauge, dann die 
Paraphyse. Das Schwinden des Epiphysenstiels geht erst dann vor 
sich, wenn die Parapophyse als vollständig selbstständige Blase 
entwickelt ist. Es werden auch die Arbeiten über denselben Gegen- 
stand von Leydig, Böraneck und Klinkowström besprochen. — 
Bull. Ac. R. Sc. Bele. (3) Bd. 27 p. 8s4—109—112, 3 Tafeln. 

Beraneck, E. Lindividualit6 de Voeil pineal. Reponse & 
Mr. Klinkowström. Anat. Anz. VII 1893 p. 669—677. 

S. Ramon y Cayal, Die Retina der W irbelthiere. Uebersetzt 
von R. Greeff. — Wiesbaden 1894, 8°, 9, 179 p., 3figg., 7 Tafeln. 

Krause, Die Retina (III. Amphibien, IV. Reptilien) in: Internat. 
Monatsschr. f. Anatom. u. Physiol. Bd. 10 1% 12—31, 33—62, 65 
—84, 3 Tafeln. 

G Retzius, Die Endigungsweise der en bei den 
Reptilien. — Biol. Unters. (2) VI 1893 p. 46—47, T. XXI f. 1—7. 

Die kritischen Betrachtungen A. Ruffini’s (über die neueren 
Untersuchungen am Nervenapparat der Muskelspindeln bei den 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 91 


Reptilien wenden sich namentlich gegen Kerschner. — Anat, Anz. 
Bd. 8 p. 80—88. 

Darmkanal. C. Röse. Dental ridge and „egg-teeth* in 
Sauropsida. Abstr. in: Journ, R. Micr. Soc. London 1893 p. 23—24. 

Blutgefässsystem. A.Langer behandelt die Entstehung 
der Klappen des Bulbus cordis (Conus arteriosus Gegenbaur) bei 
Salamandra, Rana und Lacerta. Bei Salamandra bilden sie sich 
dadurch, dass sich die distalen Enden der Bulbuswäülste, unter dem 
Drucke des sich rückstauenden Blutes, von der distalen Seite her 
aushöhlen. Der Bulbus der Salamanderlarve wird von dem der 
Dipnoör abgeleitet, der auch dieselbe Knickung zwischen dem distalen 
und proximalen Abschnitt aufweist; der proximale ist bei Rana sehr 
reducirt, so dass die aus dem Ventrikel in den Bulbus führende 
Oeffnung dicht an das untere Ende der Spiralfalte gerückt erscheint. 
Bei Lacerta-Embryonen wird der proximale Bulbus-Abschnitt zur 
Bildung des Ventrikels herangezogen, der distale dagegen theilt sich 
in die 3 Arterienstämme. Weiteres im Original. — Morpholog. Jahr- 
buch 21.Bd. p.40—67, 22 figg. — Referat im Zool. Centralbl. II p. 86. 

H. Martin, Recherches anatomiques et embryologiques sur les 
Arteres coronaires du Coeur chez les Vertebres. — Paris 1894, 8°, 
97 p., 39 figg. 

Urogenitalsystem. R. Disselhorst bei seinen Unter- 
suchungen über den Harnleiter der Wirbelthiere auch Emys, Tropi- 
donotus, Anguis, Lacerta, Salamandra, Bufo und Rana benutzt. — 
Anat. Hefte 1. Abth. 4. Bd. p. 127—191, Taf. 13—15. 

Ontogenie. In einer zusammenfassenden Besprechung über 
die neueren Arbeiten von Will und Mitsukuri über Keimblatt- 
entwickelung bei Amnioten führt Will aus, dass beim Gecko wie 
bei der Schildkröte eine typische Gastrula invagination von solchem 
Umfange vorkommt, dass sich der Urdarm unter dem gesammten 
Embryonalkörper hin erstreckt und daher der ganzen Chorda den 
Ursprung geben kann. Aus einem Vergleich mit Vögeln und Säugern 
ergiebt sich dann aber der Schluss, dass der Kopffortsatz der 
Embryonen höherer Amnioten als das Rudiment einer Urdarm- 
einstülpung anzusehen ist. Beim Gecko wie bei der Schildkröte 
wird die gesammte dorsale Urdarmwand zur Bildung des gastralen 
Mesoderms und der Chorda aufgebraucht. Aus der axialen Ver- 
dickung der dorsalen Mesodermwand, der Mittelplatte, geht die 
Chorda, aus den gesammten seitlichen Theilen das gastrale Mesoderm 
hervor. Verf. entwirft sodann eine Skizze über die Art, wie er die 
Mesodermfrage ihrer Lösung entgegenzubringen hofft, behandelt die 
theilweise abweichenden Ansichten Hertwigs und Mitsukuri’s 
und vertheidigt seine Anschauungsweise. Das Auftreten eines Sichel- 
stadiums ist bei Chelonia noch nicht constatirt, doch hält Verf. auch 
hier sein Auftreten für sehr wahrscheinlich. Dagegen kann Mitsu- 
kuri’s Nachweis, dass unterhalb der Primitivplatte und der Inva- 
gination keine weitere Zellschicht vorhanden ist, dazu verwerthet 
werden, anzunehmen, dass wir in den Schilkröten Formen vor uns 


92 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


haben, von denen die einen — die Seeschildkröten — noch ein ein- 
heitliches Entoderm wie die Anamnia besitzen, während bei Emys die 
Gliederung sich bereits vollzieht wenn auch vielfach etwas später als bei 
Lacerta und Tarentola. — Zool. Centralbl. 1.Jahrg. p. 129—135, l5figg. 

B. Lwoff, Die Bildung der primären Keimblätter und dieEnt- 
stehung der Chorda und des Mesoderms bei den Wirbelthieren. — 
Bull. Soc. Moscou 1894 p. 56—137 und 160—256, 6 Tafeln vergl. 
Ber. f. 1893 p. 138). 

Physiologisches. L. Fredericq, L’autotomie ou la muti- 
lation active dans la regne animal. In: Bull. Ac. R. Bele. (3) Bd. 26 
p. 758—774. Der Verf. kommt auf Grund der ihm vorliegenden That- 
sachen zu dem Schlusse, dass die Autotomie (z. B. bei Eidechsen) 
zuerst eine freiwillige und absichtliche war und erst später eine 
reine Reflexerscheinung wurde. 

R.H. Vincent weist nach,dass dasTodtstellen,welches auch beiAm- 
phibien und Reptilien vorkommt, keineSimulation ist, sondern auf einer 
Störung der Bluteirculation im Gehirn beruht. — Nature Bd.51 p.223. 

Marey hat die Bewegung einer Schlange und eines Geckos 
photographirt und giebt Reproductionen der erhaltenen Bilder. — 
CR. Ac. Se. Paris Bd. 117, p. 355—359. 

Biologie. L. Cu£önot stellt in einer Mittheilung, betitelt: „Le 
rejet de sangcorum moyen de defense chez quelques col&opteres“ 
fest, dass Ooceinelliden wegen ihres scharfen Blutsaftes weder von 
Eidechsen, noch von Batrachiern gefressen werden. — CR. Ac. Sc. 
Paris Bd. 118, 1894 p. 875—877. 

E Fleck sammelte in Deutsch-Südwestafrika 4 Schildkröten, 
16 Eidechsen, 2 Chamaeleons, 6 Schlangen in mehreren Varietäten 
und 3 anure Batrachier, über die er kurze Bemerkungen in Betreff 
des Aufenthaltsorte und der Lebensweise macht. Hervorzuheben 
wären namentlich die Mittheilungen über die Kehlzeichnung der 
Agamen die nicht tintenschwarz, sondern hellblau ist; über die 
gesellige Lebensweise der Jungen von Zremias lugıbris, die Nahrung 
von Psammophis sibilans welche aus Eidechsen und Vögeln besteht. 
Vor den Bissen der zahlreichen Giftschlangen schützt die Ein- 
geborenen ihr scharfsichtiges Auge. Python findet sich heute nicht 
mehr südwärts vom Ngami-See. Die Eingeborenen essen die grossen 
Arten von Schildkröten, Eidechsen und Schlangen wie diese alle 


seltener geworden sind. — Reiseausbeute aus Südwest-Afrika I. 
Vorkommen und Lebensweise der Reptilien und Batrachier. Ber. 
Senckenberg naturf. Ges. 1894 p. 83—87. — Referat im Zool. 


Centralbl. II. p. 182. 

F. Werner bespricht in Beiträgen zur Reptilien-Psychologie 
eine Anzahl von selbst beobachteten Fällen, in denen eine selbst- 
ständige, wenn auch noch so geringe Verstandesthätigkeit bei Rep- 
tilien zu bemerken war, und sucht den Beweis zu liefern, dass die 
zwischen den Vögeln und Reptilien in Beziehung auf das Seelen- 
leben angeblich bestehende Kluft kaum merklich ist. Er weist 
nach, dass Reptilien Erfahrungen sammeln, meint auch, dass sie im 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 93 


Stande sind bestimmte Personen zu erkennen. Ihr Gedächtniss ist 
nicht sehr bedeutend, ‘doch immerhin merklich. Bei der Erlegung 
ihrer Beute zeigen sich die Reptilien in ihren geistigen Fähigkeiten 
den Beutethieren gewachsen; auch richten sie ihren Kraftaufwand 
genau nach der Art und Grösse des zu bewältigenden Thieres ein. 
Ferner werden Mittheilungen über Fälle besonderer Intelligenz 
bei Uromastie und Varanus, über Zähmbarkeit und freiwilliges 
Hungern in der Gefangenschaft. Weitere Mittheilungen beziehen 
sich auf das Benehmen der Reptilien ihren Mitgefangenen gegenüber 
u. das der säugethierfressenden Schlange gegen ihre Beute, sowie 
auf die Sorge für die Nachkommenschaft und die Brutpflege. 
Daran schliessen sich Bemerkungen über Schonung der Zähne 
bei den Schlangen im Gegensatz zu den Eidechsen und über das 
Verhalten von auf Tische oder hohe Gegenstände gesetzten Reptilien. 
Den Schluss bilden Bemerkungen über Ortsgedächtniss, Art 
des Nahrungserwerbs u. Liebesleben der Rept. Von Schlangen hält 
er Aeskulapnatter und Vierstreifennatter für höchstbegabt, Tropi- 
donotus für psychisch tiefstehend, von Eidechsen Lacerta wridıs, 
die Varaniden und Uromastix für hoch, Anguwis und Ophisaurus für 
wenig begabt. Auch die übrigen Reptilgruppen werden in dieser 
Hinsicht kurz besprochen. — Zoolog. Garten 35. Jahrg. p. 174—179, 
207—213, 266—270. — Referat im Zool. Centralbl. II p. 59—61. 
E. Haase erwähnt in seinen Untersuchungen über Mimiery 
p. 149 auch einen von O. Boettger mitgetheilten Fall von mime- 
tischer Anpassung von Batrachiern an Reptilien (Phryniscus in 
Paarung ähnlich Zlaps) und p. 150—151 verschiedene mimetische 
Anpassungen bei Reptilien. — Bibliotheca Zoologica Bd. VIII 1892. 
Vergl. auch noch: Biologie nordamerikanischer Reptilien: 
Lönnberg p. 17, der Schlangen von Trinidad Urich & Mole 
pa nNa: 


Palaeontologisches. 


K.A. Zittel, Traitö de Pal&ontologie, Traduit par ©. Barrois, 
avec la collaboration de C. Gueva et A. Six. Pt. 1. Tome III. Verte- 
brata (.. Amphibia, Reptilia...) Munich 1893. 8°, 12, 894 p. 719 figg. 

F. Bernard, Elöments de Pal&ontologie, 2. Partie, 8°, Paris, 
Baillere & Sons 1895 (1894) p. 529—1168 und 1—8 behandelt auch 
die fossilen Reptilien und Batrachier. 

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Entdeckungen in Bezug 
auf die fossilen Reptilien und Batrachier bringt A. Smith-Wood- 
ward. — Nat. Science Bd. 2 p. 132--153. 

H. N. Hutchinson, Extinet Monsters; a popular account of 
some of the larger forms of animal life. London 1893, 8°, 270 p., 
figg. — Creatures of other days, London 1894, 8°, 24, 270 p. figg. 
(Letztere Arbeit enthält auch eine Besprechung der Restauriring 
der Stegocephalen und Anomodonten, sowie von Pariasaurus. — 
Ref. in: Nat. Science Bd. 5 p. 60—64. 


94 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Faunistisches. 


Ueber neue Resultate der Verbreitung der Reptilien berichtet 
J. Palacky. — Verh. Ges. deutsch. Naturf. LXV 1894 p. 129—133. 


Europa. L.Köhnke. Ein Beitrag zur Reptilien- & Amphibien- 
fauna der Umgebung Salzwedels. Wissenschaftl. Beigabe z. Jahres- 
ber. d. Kgl. Gymnas. z. Salzwedel. Salzwedel Ostern 1893. 4°, 
12p. nennt von Salzwedel Emys (?), Lacerta agilis mit var. rubra, 
L. vivipara, Anguis, Tropidonotus natrix, Vipera berus, von Zichtau 
Coronella. Ref. in Zeitschr. f. Naturw. (Halle) Bd. 66 p. 107. 

Ein Referat über Wolterstorff, die Reptilien und Amphibien 
der nordwestdeutschen Berglande (vergl. Ber. f. 1893 p. 77—78) 
bringt Boettger in: Zool. Centralbl. 1. Bd. p. 34—35. 

Von G. N. Douglass „On the Herpetology ofthe Grand Duchy 
of Baden“ („Zoologist“, 1891, s auch Ber. f. 1891 p. 97) ist ein 
Sonderdruck mit Correcturen 1894 erschienen (8°, 62 p.). 

Fr. Dahl der die Reptilien von Schleswig-Holstein behandelt, 
bespricht zuerst die systematische und biologische Stellung der 
Reptilien im Allgemeinen, beschreibt kurz die Arten Schleswig- 
Holsteins und zeigt, in welcher Weise die einzelnen Arten an ganz 
bestimmte Lebensverhältnisse angepasst sind. Verf. verzeichnet aus 
Schleswig-Holstein Umys orbicularıs L. von Eckernförde (ein Stück) 
Lucerta vivipara Jacq., agilis L. von Neumünster, Sylt, Plön, Anguis, 
Vipera, Tropidonotus natrix L. und Coronella austriaca Laur. von 
Pinneberg und aus dem Eppendorfer Moor. Tabellarisch werden 
die Unterschiede in der Lebensweise und namentlich in der Nahrung 
zusammengestellt. — Die Heimat, Monatsschr. z. Pflege d. Natur- 
u. Landeskunde in Schleswig-Holstein, 4. Jahrg. p. 1—8, 4 figg. 
— Ref. in Zool. Centralbl. Bd.1 p. 718. 

E. Schulze u. Fr. Borcherding bringen auch eine Fauna der 
Reptilien N. W. Deutschlands. Das Literaturverzeichniss geht bei 
den Reptilien bis auf das Jahr 1685. Aufgezählt, mit Diagnose 
versehen und abgebildet werden die 5 Schlangen, 5 Eidechsen und 
1 Schildkröte des Gebietes. Fauna Saxonica. Amphibia et Reptilia: 
Verzeichniss der Lurche u. Kriechthiere des Nordwestl. Deutsch- 
lands. Jena 1893, 8°. Rept. p. 1—47, 25 figg. 

A. Dubois, Les animaux nuisibles de la Belgique. .. Re- 
ptiles ... Histoire de leurs moeurs et de leur propagation. Ac- 
compagne de la liste complete des Vertebres observes en Belgique. 
Bruxelles 1893, 8°, 203 p. figg. 

C. Bamps, Faune des reptiles et des batraciens de la province 
de Limbourg, avec des tableaux dichotomiques pour arriver A la 
determination des toutes les &speces belges. Hasselt 1894, 8°, 28 p. 

M.C.Cooke. Our reptiles and batrachians. Plain and easy 
account of the lizards, snakes, newts, toads, frogs and tortoises 
indigenous to Great Britain. New rev. edit. London 1893, 8°, 
Tafeln, figg. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 95 


O0. P. Cambridge, Reptiles of Dorset. — P. Dorset Club XV 
1894 p. 90—102, Tafel. 

L. W. Hinxman and W.E. Clarke theilen in einer „Contri- 
bution to the Vertebrate fauna of West-Ross-shire“ mit, dass in 
diesem Theil N. W. Schottlands drei Reptilien (Lacerta vivipara, 
Anguis, Vipera berus) vorkommen. Ebenda p.415. 

W.Evans erwähnt aus dem Edinburgh Distriet abgesehen von 
Chelona imbricata und Dermochelys coriacea, die nur gelegentlich 
die britischen Küsten besuchen nur drei der 6 Reptilien Gross- 
britaniens (Lacerta vivipara, Anguis und Vipera berus). Von allen 
Arten werden Mittheilungen über Färbung und Maasse und ebenso 
ausführliche Fundortsangaben gemacht, sowie auch die Gründe an- 
geführt, welche ihn veranlassen, Tropidonotus natrie nicht als 
jetzigen Bewohner Schottlands zuzulassen. — Proc. Roy. Phys. Soc. 
Edinburgh Vol. 12 1893—1894 p. 490—526. 

R. Martin & R. Rollinat haben die wildlebenden Wirbelthiere 
des Departement de l’Indre zusammengestellt. Paris 1894, 8°, 455 p. 

J. Chalande. Contribution & l’histoire des Reptiles. Faune 
del a rögion sous-pyreneenne. Bull. Soc. Aude V. 1894 p. 96—143. 

J. v. Bedriaga bringt einen Nachtrag zu seiner Arbeit über 
die portugiesischen Reptilien, in dem er neue Fundorte für Tarentola 
mauritanica L., Hemidactylus turcicus L., Anguwis, Blanus, Lacerta 
ocellata Daud., viridis var. schreiberi Bedr. und muralis var. fusca 
Bedr., Psammodromus algirus L. und hispanicus Fitz., Acanthodactylus 
vulgaris D. B., Chalcides lineatus Leuck. und bedriagae Bosca, T'ropt- 
donotus natrix L. und viperinus Latr., Rhinechis scalaris Schz., von 
der Verf. ein monströses Stück p. 28 beschreibt, Coelopeltis mons- 
pessulana Herm., Zamenis hippocrepis L. mit Beschreibung, Vipera 
latastei Bosch und Clemmys caspia subsp. leprosa Schweigg. giebt. 
— Instituto, Coimbra 1893. Sep.-Abdr. p. 24—31. 

E. Sequeira, Liste des Amphibiens et Reptiles du Portugal. 
CR. Ass. Franc. XXIL p. 611—615 (1894). 

K. Escherich nennt von der Insel Linosa Lacerta muralis var., 
Hemidactylus tureicus (L.), und eine braune Spielart von Chalcides 
ocellatus Forsk typ. — Naturalista Siciliano, 12. Jahrg. p. 248, 272, 
2795— 276. 

E. Arrigoni degli Oddi, Materiali per la Fauna Padovana 
dei Vertebrati. Parte I: Mammiferi, Rettili, Anfibi e Pesci. — 
Führt folgende Arten mit Angabe der Volksnamen aus dem Gebiete 
von Padua an: p.30 Cistudo europaea, Zootoca vivipara (Mt. Venda, 
Euganeen), p. 31 Lacerta viridis (sehr häufig), Podarcıs muralis 
(var. flaviventris und campestris, letztere = serpa Ref.), Anguis 
fragilis, Coronella austriaca (nicht häufig), ©. gerundica (selten, im 
Hügellande), Zamenis viridıflavus (gemein sowohl im Gebirge als 
auch in der Ebene; auch var. carbonaria), Elaphis aesculapei 
(ziemlich häufig); Tropidonotus natrix (mit var. bilineata), pP. 32 
T. tessellatns (besonders häufig im Aestnarium); Pelias berus (ver- 
breitet, aber selten; findet sich auch an wasserreichen Orten, schwimmt 


96 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


gut); Vipera asyyis nicht häufig, aber sowohl im Hügellande (Rocca 
di Monselice, Colle Cero und Venda in den Euganeen) als auch 
in der Ebene vorkommend. Bemerkenswert ist, dass von Coluber 
aesculapii, der den Volksnamen „Saettone“ (vergl. den neugriechischen 
Namen „Saitturi* für Zamenis Dahlit) trägt und wie alle Schlangen 
und überhaupt fast alle Reptilien für sehr giftig gelten, genau das- 
selbe gesagt wird, wie auf den jonischen Inseln von der Blind- 
schleiche: „Se bua da l’anzä, tote un bail e vanga“ („Wenn du von 
der Anza [auch ein Name für diese Art] gebissen wirst, so 
bleibt dir nichts übrig, als einen Spaten zu nehmen und dein Grab 
zu bereiten“). — In: Atti Soc. Ven.-Trent. Sc. Nat. Padova 1895, 
80 SLp- 

OÖ. Schneider nennt von San Remo, Ober-Italien Tarentola 
mauritanica L., Anguis, Lacerta muralis Laur.typ., ocellata Daud., und 
Coronella girondica Daud. — San Remo und seine Thierwelt im 
Winter in: Abh. Ges. Isis Dresden 1893 No.1 p. 24. 

Aus Istrien erwähnt Werner: Vipera ursinii Bp. und V. ammo- 
dytes L., sowie Zurbophis und Coluber leopardinus von der Insel Veglia; 
Coluber aesculapii von Triest; ferner aus W. Oroatien Zamenis gemo- 
nensts Laur. var. carbonarius, Coluber aesculapü, Algiroides nigro- 
punctatus D. B., Lacerta muralis und littoralis von Fiume; ferner 
noch Tarbophis und Coluber leopardinus. — Verh. Zool. bot. Ges. 
Wien XLIV 1894 p. 237. 

Werner berichtet nach eigenen Erfahrungen über die Reptilien- 
fauna der jonischen Inseln. Testudo graeca L. wurde auf Corfu 
gefunden, soll aber auf allen 5 Inseln vorkommen; Ülemmys caspica 
Gmel. var. rivulata Val. wurde auf Corfu, Cephallonia und Zante, 
Emys orbicularis L. auf Corfu, Cephallonia und Sta. Maura gefangen. 
Tarentola mauritanica L. (Cephallonia, Ithaka, Zante) ist neu für 
ganz Griechenland, Gymnodactylus Kotschyi Stedhr. (Cephallonia) 
neu für die jonischen Inseln. Agama stellio L. fehlt bestimmt und 
ist vielleicht Tarentola, die von Erhard, (Fauna der Öycladen) für 
die jonischen Inseln nicht erwähnt wird, von ihm für diese Art 
gehalten worden. Lacerta peloponnesiaca Bibr. Bory (ist nicht diese 
Art, sondern Lacerta jonica Lehrs 1902 — Ref.) wurde auf allen 
Inseln mit Ausnahme von Sta. Maura gefunden, lebt auf Cephallonia 
theilweise am Meeresstrand und flüchtet verfolgt ins Wasser; Pho- 
lidose und Färbung ausführlich beschrieben. Zacerta veridis Laur. 
var. major Blngr. wird von Corfu, St. Maura, Cephallonia und Ithaka 
erwähnt, Algirordes nigropunctatus DB. von Corfu, St. Maura und 
Cephallonia (fraglich auf Ithaka), Algirodes moreotieus Bibr. Bory 
von Cephallonia (fraglich auf Ithaka) erwähnt, Anguis fragılis L. von 
allen Inseln mit Ausnahme von Ithaka (auf Corfu und St. Maura 
var. graeca Bedr., auf Cephallonia und Zante var. cephallonica n.), 
Ablepharus pannonicus Fitz. (auf allen Inseln mit Ausnahme von 
Corfu erbeutet), Tropidonotus natrix var. persa Pall., Coluber leo- 
pardinus Bp. (Cephallonia), Coluber quatworlineatus Lac. (Cephallonia, 
neu für die Inseln), Coelopeltis lacertina Wagl. (Zante), Vipera 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 97 


ammodyies L. (Ithaka). Biologische Angaben, sowie solche über 
Pholidose sind bei den meisten Arten gemacht. — Verh. zool. 
bot. Ges. Wien, XLIV. Bd. 1894 p. 225—236. — Referat in Zool. 
Centralbl. II. p. 122--123. 

F. Werner vermisste auf Santa Maura, Jonische Inseln, ZLacerta 
muralis, häufig ist L. viridis, selten Algirordes nigropunctatus. Ausser- 
dem fand er Emys europaea, Rana esculenta und Molge vulgaris 
meridionalis. — Zool. Garten 35. Jahrg. p. 125. 

O.v. Tommasini hat unter dem Namen „Skizzen aus dem 
Reptilienleben Bosniens und der Herzegovina“ fesselnde Schilderungen 
der Biologie der behandelten Arten gegeben; aber auch in fau- 
nistischer Beziehung bringt das Werk wesentliche Beiträge zu 
unserer Kenntniss der herpetologischen Fauna der beiden Länder. 
Verf. nennt nur Lacerta muralis und Vipera ammodytes über das 
ganze Gebiet gleichmässig und wirklich zahlreich verbreitet. Bosnien 
unterscheidet sich wesentlich von der Herzegowina darin, dass es 
fast nur mitteleuropäische, letztere aber in den tieferen Thälern die 
südeuropäischen Formen der österreichischen Küstengebiete beherbergt. 
Der Süden Bosniens ist reptilienärmer als der Norden. In Bosnien 
finden sich (nach der Häufigkeit ihres Vorkommens im Allgemeinen 
geordnet): Lacerta muralis, viridis, Vipera amodytes, Tropidonotus 
natrıx (var. murorum Bp. viel häufiger als die typische Form und 
ebenso häufig 7". tesselatus); dann Callopeltis aesculapiü, Lacerta agılis, 
Coronella laevis; Cistudo lutaria nur in Nordbosnien, aber dort fast 
in jedem Wiesenbache und selbst in Strassengräben massenhaft; 
Pelias berus nicht häufig; Zamenis trabalis nur einmal (bei Banjaluka) 
gefunden. — In der Herzegowina fand der Verf.: Lacerta muralis 
nebst campestris und olivaceu (diese beiden = littoralis Wern. und 
deren einfarbige Varietät, ferner Lacerta viridis, Testudo graeca, 
Pseudopus apus;, die Tropidonotus-Arten massenhaft in den Narenta-, 
Krupa-, Trebizat- und Bregavaniederungen, sonst im Lande nicht 
häufig; ebenda in Menge Cistudo Iutaria. Emys caspia wurde nicht 
gefunden, wird aber für die Sutorina vermuthet (wo sie thatsächlich 
vorkommt. — Ref.); ebenso häufig wie T’ropidono’us findet sich, 
wenn man von den Sumpflandschaften absieht, Coelopeliis lacertina. 
Daran reihen sich nach der Häufigkeit Zacerta o.rycephala, Zamenis 
gemonensis, dahlir, Tarbophis vivax, Elaphis cervone, Callopeltis aes- 
culapiüi und Coronella laevis; (letztere in den höheren Lagen häufiger 
als in den warmen Gegenden alle die vorstehenden südlichen Nattern 
zusammen (kann Ref. bestätigen), aber in den warmen Landes- 
theilen selten;) ferner Vipera ammodytes, Coelopeltis lacertina, Callo- 
peltis leopardiaus. Pelias berus findet sich nur im Hochland; ebenso 
Anguis; Algiroides nigropunctatus wurde nur bei Fatnica gefunden; 
ferner wird eine neue Zacerta-Art von Korito beschrieben und ZL. 
Koritan« genannt, die aber mit ZL. mossorensis Kolomb. identisch 
ist. Auf die Einzelbeschreibungen der Arten einzugehen, welche 
eine Fülle von interessanten und werthvollen biologischen und 
faunistischen Beobachtungen enthalten, welche der Verf. bei einem 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. 1. H.1. 7 


98 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


mehrjährigen Aufenthalte im Lande angestellt hat und welche durch- 
wegs zuverlässig erscheinen (da Verf. Vipera ursinii! Bp. noch nicht 
kennt, so unterscheidet er sie nicht von berus, so dass seine Fund- 
ortsangaben dieser Art sich theilweise auf erstere beziehen — das 
ist die einzige Einschränkung dieses Urtheils, die man machen 
könnte und welche dem Verf. nicht zur Last fällt) muss sich der 
Ref. leider versagen. Niemand, der sich mit der Herpetologie dieser 
Gebiete befasst oder der die Biologie der südosteuropäischen Reptilien 
studiren will, wird das Werk entbehren können. Ein Kapitel über 
Sammeln und Gefangenhalten bringt soviel Beherzigenswertes, dass 
dieses Kapitel für sich manches Buch über Reptilienpflege zu er- 
setzen im Stande ist. — Wiss. Mitth. aus Bosnien und der Herze- 
gowina Il 1894 p. 560—661. — Ausf. Referat in: Zool. Centralbl. 
Bqa.I, 1894 p. 715—717. 

M. Ruszky. Note preliminaire sur les Amphibiens et les 
Reptiles du Gouv. Kazan et des endroits voisins. — Protok. Kazan 
Univ. 1893/94, No. 139, 8 p. 

Nach G. Schweder, „Die Wirbelthiere des Baltischen Gou- 
vernements, mit Angabe der in den Sammlungen des Rigaer Natur- 
forscher-Vereines vorhandenen Exemplare“ kommen im Gouvernement 
folgende Reptilien vor, deren einheimische (lettische) Namen und 
Fundorte angegeben sind: p. 26 Emys europaea (im südlichen Kur- 
land?), Lacerta agilis (Livland), 7. wvipara (Hellenorm und Sunzel), 
Anguis fragilis (Livland), Vipera berus (Livland: Oesel, Kemmern, 
Zigra, Tuckum; auch var. prester); Tropidonotus natrix L. (Livland: 
Oesel. Riga), Coronella austriaca (Livland: Kemmern, Kaugern; nur 
südlich von der Düna). — K.B. Ver. Riga XXXVI 1894 p. 1—33. 

Ueber die Mittheilung von Sarauw über Coronella, Coluber 
und Lacerta viridis, von denen erstere in Dänemark fehlt und mit 
Coluber aesculapii verwechselt wurde, findet sich ein Referat im 
Zoolog. Centralbl. 1. Jahrg. p. 578. 

Asien. v. Mehely bringt Beiträge zur Herpetologie Trans- 
kaukasiens und Armeniens. Er beschreibt ausser einer n. var. von 
Phrynocephalus helioscopus Pall. (s. Agamidae) noch T'yphlops vermi- 
cularis Merr., Eryx jaculus L., Tropidonotus natrix L. var. persa Pall., 
tessellatus Laur., Zamenis gemonensis (Laur.) var. cuspius Jwan, Ra- 
vergieri Men., alles von Eriwan; Cyelophis modestus (Mart.) von Tiflis, 
Clemmys caspica Gmel. (typisch) von Eriwan und von Aralich am 
Fusse des Ararat. — Zool. Anz. 1894 p. 78 und 81—86. 

Bemerkungen über einige Reptilien aus Transcaspien macht 
auch P. A. Warenzoff (russ.). Verf. erwähnt Naia oxianra Eichw. 
die er auf der Vogeljagd beobachtete, ferner einen T'rigonocephalus 
sp.? (wohl Ancistrodon halys Pall.) welcher sehr giftig ist und ein 
Lagomys rufescens in 2 Stunden 33 Minuten tödtete (allerdings 
kein Beweis für grosse Giftigkeit), ebenso eine Vipera zwanthina 
in 2 Stunden, eine Zamenis fedtschenkoi in 31 Minuten. Psammo- 
saurus caspius (= Varanıs griseus Daud.) lebt von kleinen Eidechsen 
und Fröschen, sowie namentlich von Eiern und noch nicht flüggen 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 99 


Jungen von Vögeln. — Izv. Obshch. Moskov. LXXXVI 1894 
. 26— 27. 

n Zander erhielt von Beljassmoar und Lenkoran (p. 61) Emys 
lutaria (ein Exemplar mit horngelbem Rückenschild), Clemmys 
caspica, Lacerta viridis (var. strigata Eichw. .), L. muralis 
und einen Gecko ((rymnodactylus), aus dem Talysch-Gebiete (p. 78) 
Clammys caspica, Ophiops elegans und (Gymnodactylus caspius und 
erbeutete selbst (p. 113) bei Bacharden und Nuchur (Transcaspien), 
Testudo horsjieldt, ae j.ipiens (?), Fymnodactylus sp., Agama 
caucasica und sanguinolenta, Phrynmocephalus heloscopus, raddıı ); 
interscapularis und mystaceus, Eremias fasciata, arguta, Scapteira 
grammica, Lygosoma sp. (wohl Ablepharus deserti — Ref.), Eryx 
jaeulus, laphrometopon lineolatum und Echis arenicola. — K.B. 
Naturf. Ver. Riga XXXVII. 1895. 

M.G.Peracca zählt aus Dr. E. Festa’s Ausbeute in Syrien 
39 Arten Reptilien auf, nämlich 19 Eidechsen, 1 Chamaeleon, 1 Schild- 
kröte und 17 Schlangen, alle mit genauen Fundorten. Von Eidechsen 
erwähnt er: Ophisaurus apus Pall. von Es-Salt; Stenodactylus guttatus 
Cuv. von Jerusalem, Hemidactylus tureicus L., Agama ruderata Ol. 
vom Hermon, Coelesyrien, Sanamein, A. pallida Rss. von Damascus; 
A. stellio L. von Jerusalem, vom Hermon (3000 m), von Üoelesyrien, 
vom Nordufer des Huleh-Sees, von Beirut; Lacerta viridis Laur. 
var. strigaia Eichw. von Beirut, Ferzol (Libanon), und vom Hermon 
(1500 —- 3000 m); ZL. laevis Gray von Beirut; Acanthodactylus boskianus 
Daud. von Jericho; A. pardalis Licht. von der Umgebung des Sees 
Bahr-el-Ateibech (östl. von Damascus); A. tristami Gthr. von Coele- 
syrien; Ophiops elegans Men. von vielen Fundorten; Premias guttulata 
Licht. von Jericho und E. brrevirostris Blanf. von "Coelesyrien: Ma- 
buia vittata Ol. vom Libanon (1900 m), von Schtora, Üoelesyrien, 
Es-Salt (Ost-Jordanland), Dscherasch, Beirut; Eumeees Schneideri 
Daud. von Es-Salt und Dscherasch, Chaleides ocellatus Forsk. von 
Jericho und vom Todten Meer und ie In.sp. und subsp. (s. Gecko- 
nidae, Scincidae). — Von Chamaeleons wird Ch. vulgaris Daud. von 
Beirut und Jericho, von Schildkröten Testudo ibera Pall. erwähnt; 
von Schlangen 7 'yphlops vermieularis Merr. von Jerusalem und vom 
Hermon (1500 m) und T. simoni Bttgr. von Jericho; T'ropidonotus 
natrix L. var. bilineata vom See von Homs, T. tessellatus Laur. eben- 
daher, vom See von Huleh und von Beirut: Zamensis gemonensis 
Laur. var. asiana Bttgr. von Es-Salt; Zamenis dahlii Fitz., Z. raver- 
gieri Men. vom Gipfel des Hermon, Z.nummifer Rss. von Ferzol 
(Libanon), Z. diadema Schleg. von Jericho; Homalosoma coronella 
Schl. von Jericho, MH. modestus Mart. (Her mon und Ferzol im Libanon. 
— Da Verf. die zweifellos verschiedenen Arten Contia decemlineata 
DB. und collaris Men. = modesta Mart. nicht trennt und andererseits 
collaris Men. für verschieden von modesta Mart. hält, so ist nur 
zu vermuthen, dass sowohl die unter ersterem Namen genannten, 
als die als ceollaris M6n. bezeichneten Exemplare von Es-Salt 
zur selben Art gehören. — Ref.); Turbophis vivax Fitz. von Scheich- 


7x 


100 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Moskin (Hauran), Psammophis sibilans L. von Fik Dscholan (See 
Tiberias) (wohl P. schokari Forsk. — Ref.), Echis colorata Gthr. von 
Jericho. — Neu für Syrien sind Zremias brevirostris Blfd. und Echis 
colorata Gthr. — Boll. Mus. Zool. Anat. Comp. Torino Bd.9 No. 167 
20 pagg. — Ref. in Zool. Centralbl. I. Jahrg. p. 915. 

Ein Referat über Werner, Reptilien aus dem trop. Asien etc. 
findet sich in: Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 449. 

Boettger erwähnt aus Chantaboon, Siam Draco taeniopterus 
Gthr., aus Bangkok Lygosoma chalcides L. und Dryocalamus davi- 
sonii Blanf. nebst dem schon im Jahresber. f. 1593 erwähnten neuen 
Draco haasei (= maculatus Gray nach Boulenger). — Zool. Anz. 1893 
p. 430 (16. Jahrg.). 

Oudemans zählt von Java 14 von Semon gesammelte Eidechsen 
auf die mit Ausnahme von Calotes tympanistriga und Lygosoma 
sanctıım DB. durchwegs wohlbekannte und häufige Arten sind. — 
In: Semon, Zool. Forsch. Austr. V. 1. 1894 p. 129—146. 

Boettger zählt mit Bemerkungen über Färbung und Pholidose 
die von Semon auf Java gesammelten Schlangen (19 Arten von 
Buitenzorg, eine von Batavia, 6 von Tjibodas) auf; bemerkenswerth 
sind davon nur Distira cyanocincta (Daud.) (Batavia) die neu für 
Java zu sein scheint und Calamaria modesta DB. var. bogorensis Lioth. 
(Tjibodas); die anderen sind bereits unzählige Male von Java er- 
wähnt, so dass Ref. sich deren Aufzählung erlassen zu können 
glaubt. — In: Semon, Zool. Forsch. Anstr. V. 1. 1894 p. 122—126. 

J. Whitehead, Exploration of Mt. Kina Balu, N. Borneo. With 
an Appendix giving full desceriptions of the various species of... 
Reptiles ... collected by the author in Borneo, Palawan and 
Eastern Java. London 1893 4°, 317 p. fieg. Tafeln. 

Boulenger hat die von Dr. E. Modigliani auf Sereinu (Sipora), 
Mentawei Inseln, erbeuteten Reptilien bearbeitet. Es sind: eine 
Schildkröte (Uyclemys dhor Gray), ferner 12 Eidechsen: (ronatodes 
kandiunis Kel., Draco volans L, haematopogon Boie, Aphaniotis acuti- 
rostris Modigliani, (Fonyocephalus chamaeleontinus Laur., grandis Gray, 
Calotes ceristatellus Kuhl, Mahwia rugifera Stol. und rudis Blngr., 
Lygosoma relietum Vinciguerra und 2 nn. spp. (s. Seincidae), schliess- 
lich 11 Schlangen, nämlich: Python reticulatus Schn., Tropidonotus 
trianguligerus Boie, chrysargus Schleg., Dendrelaphis candolineatus 
Gray, Simotes purpurascens Schleg., Dipsas eynodon Boie, Dryophis 
prasinus Boie, Chrysopelea ornata Shaw, rubescens Gray, Üerberus 
rhynchops Schn., T'rimeresurus formosus Schleg. — Ann. Mus. Genova 
Serie 2a, Vol. XIV (XXXIV) 1894 p. 615—616. 

Boulenger kann auf Grund eines reichen, von Everett auf 
Palawan und Balabac gesammelten Materials von Reptilien und 
Batrachiern dessen Ansicht bestätigen, dass diese Inseln dem indo- 
malayischen Faunengebiete (speciell Borneo) in ihrer Thierwelt näher 
stehen, als den Philippinen. Er führt folgende Arten an: Cyelemys 
dhor Gray (Palawan, Balabac), Hemidactylus platyurus Schn. (B.), 
(recko verticillatus Laur. (P., B,), monarchus DB. (von Mocquard 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 101 


Nouv. Arch. Mus. (3) II 1890 von Palawan erwähnt), Draco volans 
L. (P.), Calotes eristatellus Kuhl (P., B.), Varanus salvator Laur. (P.), 
Mabuia multifasciata Kuhl (B.); Tropidonotus spilogaster Boie (P.) 
chrysargus Schleg. (P., B.), Coluber erythrurus DB. (P.), o@ycephalus 
Boie (B.), Dendrophis pietus Gmel. (B.), Dendrelaphis caudolineatus 
Gray (P., B.), Calamaria everetti Blngr. (P.), Dipsas dendrophila Schleg. 
(P.), Psammodynastes pulverulentus Boie (P., B.), Cerberüs rhynchops 
Schneid. (P.), Naia tripudians Merr. (P.), Adeniophis bilineatus Ptrs. 
(P., B.), Amblycephalus boa Boie (P., B.), Trimeresurus form osus Schleg. 
(P.), subannulatus Gray (P.). Sowohl bei den einzelnen Arten, als 


am Schlusse tabellarisch wird die Verbreitung angegeben. — Ann. 
Mag. N. H. (6) XIV 1894 p. 81—85. — Referat in: Zool. Centralbl. 
II. p. 124. 


Boulenger erwähnt von Damma Island (zwischen Timor und 
Timor-Laut) folgende 5 Eidechsenarten: (Gecko verticillatus Laur., 
Calotes eristatellus Kuhl, Lygosoma striolatum M. Weber, fuscum DB., 
Ablepharus boutoni var. furcata M. Weber; die beiden Weber’schen 
Species waren erst aus Flores bekannt. — Ann. Mag. N. H (6) XIV 
1894 p. 58—59. 

F. Müller erwähnt von Üelebes aus den Sammlungen der 
Vettern Sarasin folgende Reptilien: (p. 825) Z'yphlops braminus 
(Minahassa), Cylindrophis rufus (Minahassa), p. 826: Xenopeltis 
unicolor (Kema), Python reticulatus (Kema), Calamaria modesta 
(Boelawa-Gebirge, 1000 m), p. 828: Coluber erythrurus DB. (Kema), 

.829 ©, janseni Blkr. (bläst nach Sarasin im gereizten Zustand 
Kehle und Hals auf; Fundort Ajermadidi, Kema, Bolang Monpondo 
bei Kotabangam; Bona Thal); p. 831 Tropidonotus callistns Gthr. 
(Ob. Bona-Thal, Kema); Hypsirhina plumbea (Kema), Cerberus 
rhynchops (Kema). Dendrophis pictus (Kema), p. 832 Chrysopelea 
rhodopleuron Reinw. (Kema; neu für Üelebes), Dryophis prasinus 
(Kema), Psammodynastes pulverulentus (O. Bona-Thal; Gipfel des 
Vulkans Soudara 1350 m), Chersydrus granulatus (Kema), Dipsad 
dendrophila (Kema), D. irreqularis (Kema), Trimeresums waglerı 
(Bona-Thal); ferner von Eidechsen: (Gecko stentor (Kema; neu für 
Celebes); Hemidactylus frenatus DB. (Kema), Gehyra mutilata (Kema), 
p. 835 Gymnodactylus marmoratus (Kema), p. 834 Draco lineatus 
(Kema), spilonotus Gthr. (mit gelben oder rothen Flughäuten, mit 
nacktem oder beschupptem Trommemfell (Kema); p. 835 Calotes 
celebensis Gray (Rotabangoen Bolang Mogondo, Kema; Artselbst- 
ständigkeit bezweifelt); Yaranus salvator, Mabuia multifasciata und 
rudis, Lygosoma cyanurum (alles von Kema), L. atrocostatum Less. 
(Küste bei Malibagoe), Z. infralineolatum Gthr. (Kema, Domogo 
besar Duludus), Z. nigrilabre Gthr. (Wald am Soudara und Klabat 
600 m) und schliesslich p. 839 eine Schildkröte (Cyelemys am- 
boinensis, von Kema). Ausserdem mehrern nn. spp. (s. Geckonidae 
Seincidae, Colubridae). — Verh. naturf. Ges. Basel X. 1894. 

0. Boettger bringt in seinen „Materialien zur herpetologischen 
Fauna von China III“ weitere wertvolle Beiträge zur Erweiterung 


102 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


unserer Kenntnisse über diese Fauna. Er zählt von Hainan nebst 
einer neuen Schildkröte (s. Testudinidae) noch auf: Hemidactylus 
frenatus DB., Calotes versicolor (Daud.),’ Liolepis bellü (Gray), Mabuia 
multifasciata (Kuhl), söamensis (Gthr.) und Eumeces chinensis (Gray), 
Typhlops braminus Daud., Python molurus (L.) (nach Boulenger), 
Tropidonotus piscator Schn. var. B. Blngr. stolatus (L.), tigrinus Boie 
(nach Boulenger), Dinodon rufozonatus (Cant ) (ebenfalls nach Bler.), 
Zamenis korros (Schleg.), mucosus (L.), einen neuen Simotes (s. Colu- 
bridae), Hypsirhina bennetti Gray, chinensis Gray, plumbea (Boie), Naia 
tripudians Merr., Hydrophis gracilis(Shaw), Distira eyanocincta(Daud.), 
viperina (Schmidt), T'rimeresurus gramineus (Shaw); von Hongkong 
Tropidonotus piscator Schn., Chrysopelea ornata (Shaw), Hypsirhina 
plumbea (Boie), Naja tripudians Merr., von Formosa Ocadia sinensis 
(Takao, S. Formosa) und Coluber tueniurus (Südcap), von Hankow 
Damonia reevesii Gray, von Kiukiang (Lüshan-Gebirge) dieselbe 
Schildkrötenart nebst Tachydromus septentrionalis Gthr., T’ropidonotus 
tigrinus Boie, Zaocys dhumnades UGand., Ablabes maior (Gthr.), 
Coluber rufodorsatus Cant.; von Wuhu Alligator sinensis Fauv.; von 
Shanghai und Umgebung Damonia reevesii Gray, Trionyx sinensis 
Wiegm., (recko japonicus DB., Eumeces chinensis Gray, Zaocys dhum- 
nades (Cant.), Coluber rufodorsatus (Cant.), taeniurus (Cope), von 
Ningpo und Umgebung Damonia reevesii (Gray) (Chapoo), Tachy- 
dromus septentrionalis Gthr., (Dalanshan-Gebirge u. Chinhai) Zygo- 
soma (Hinulia) indicum (Gray) (Dalanshan), Z. (Liolepisma) laterale 
(Say) (Chapoo), Eumeces chinensis (Gray) (Dalanshan und Chinhai), 
E. elegans Blngr. (Chapoo), Tropidonotus annularis Hall. (Chinhai), 
T.tigrinus Boie (Dalanshan), Coluber rufodorsatus Cant. (Chinhai); 
schliesslich T’ropidonotus tigrinus Boie von Weiheiwei und Tschifu 
und Coluber dione Pall. von Tschifu. — Ber. Senckenbg. naturf. 
Ges. 1894 p. 129—152, Taf. 3; Referat in: Zool. Centralbl. I. 
p- 181—182. 

A. Fritze erwähnt von der Liu-Kiu-Insel Okinawa folgende 
Reptilien: p. 859 Nicoria spengleri Gmel., Tachydromus smaragdinus 
Bingr. (häufig, auf Gebüsch); p. 860: Lygosoma pellopleurum Hall., 
Eumeces marginatus Hall., Japalura polygonata (häufig, Bewegung 
sprungweise, dabei Schwanz etwas nach aufwärts gerichtet), Gecko 
japonicus Gthr. (gemein), Pfychozoon homalocephalum Crev. (selten, 
nicht selbst gefunden), Bothrops flavoviridis Hall. (nicht häufig; frisst 
auch Frösche), Trimeresurus riukiuanus Hilgd. (= flavoviridis Hall. 
— Ref.) (unter dem Namen „Habu“ bekannt, die Geissel der Liu- 
Kiu-Inseln; massenhaft auf Amami-Oshima); p. 861: T. okinaoensıs 
Blngr. (nicht selbst gesammelt); Callophis japonicus Gthr. (angeblich 
nicht gefunden, aber nach Blngr. identisch mit dem (. boettgeri Fritze); 
p- 862: Tropidonotus pryeri Blngr., T. spec., Ablabes semicarinatus 
Hall. — Anschliessend wird eine Uebersicht der geographischen 
Verbreitung gegeben, woraus ersichtlich ist, dass 10 japanische 
Reptilienarten auf Okinawa fehlen, zwei (Zumeces, (ecko) vorkommen, 
dagegen 13 (in Wirklichkeit, da zwei Arten in die Synonymie fallen, 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 103 


dafür aber Zachesis luteus Bttgr. hinzukommt, 12) nur auf Okinawa ° 
sich finden. Auf Yoyeyama-Shima kommt Emys (Cyclemys) am- 
boinensis vor, auf Miyako-Shima ein 7'yphlops, auf Amami-Oshima von 
den Okinawa-Arten sechs, nämlich Tachydromus, Lygosoma, Eumeces, 
Japalura, Trimeresurus riukiuanus und Ablabes. — Zool. Jahrb. Syst. 
VII 1894 p. 859—865. — Referat in: Zool. Centralbl. II p. 123—124. 

Th. W. van Lidth de Jeude macht Mittheilungen über die 
Reptilien der Timor-Gruppe. Er nennt 1 Schildkröte (Chelodina 
novaequineae Blngr. von Rotti), 12 Eidechsen (Hemidactylus frenatus 
DB. von Sumba, Rotti, Adunara und Groot-Bastard, //. platyurus 
Schn. von Sumba und Groot-Bastard, (sehyra mutilata Wgm. von 
Rotti, Gecko vertieillatus Laur. von Timor, Rotti, Sumba und Adunara, 
Draco timorensis Kuhl und Varanıus timorensis Gray von Timor und 
Rotti, Lygosoma florense Web. von Groot-Bastaard, Flores und Adu- 
nara, L. variegatum von Timor u. Samao, Aru-Inseln, Batanta, Sala- 
watti, Guebek und Mefoor, ZL. smaragdinum Less. von Rotti und 
Timor, L. cyanurum Less. von Groot-Bastaard, sowie je einen neuen 
Hemidactylüs und Lygosom«) und 7 Schlangen (T'yphlops braminus 
Daud. von Timor und Sumba, Klaphis subradiatus Schleg., Dendro- 
phis pietus Boie u. Bothrops erythrurus Cant. von Timor und Rotti, 
Cerberus rhynchops Schnd. und ZLycodon aulieus L. var. von Rotti 
und Sumba, Psammodynastes pulverulentus Boie von Flores u. Sumba. 
Der auf Sumatra so häufige Bothrops gramineus Shaw fehlt auf der 
Timorgruppe. (Nn. spp. s. @eckonidae, Scincidae.) — Notes Leyden 
Museum Bd. 16, 1894 p. 119—127. 

Australien. Oudemans bearbeitete die Eidechsen und Schild- 
kröten der Semon’schen Ausbeute. Von Ambon, Molukken sind 7, 
bereits bekannte Arten, von Neu-Guinea 13 Arten (2 nn. spp. s. (recko- 
nidae, Scincidae), von Thursday Island 3 Arten (Diporophora bilineata 
Gray, Egernia major Gray, Lygosoma novae-guineae Meyer) von 
Queensland und zwar von Cooktown 5 Arten (1.n. sp. s. Scinceidae). 
vom Burnett-River-Distriet 24 Arten (1n. sp. s. Scincidae) aufgezählt. 
Beschreibungen finden sich bei Heteronota derbiana Gray (Burnett 
River) (p. 132), Oedura tiryoni De Vis (Cooktown), Hemidactylus fre- 
natus DB. (Ambon), Gehyra variegata DB. (B.R.) marginata Blngr. 
(= jischeri Strauch) von Ternate p. 134, Gonyocephalus boydii Macleay 
p. 185, Egernia whitii Lac. (B.R.) p. 138, Tiliqua gigas Schn. v. 
Keyensis n. (Key-Inseln), /emisphaeriodon gerrardi Gray (B.R.) p. 136, 
Lygosoma tenue Gray und elegantulum Ptrs. & Doria (B. R.) p. 140, 
smaragdinum Less. (Neu Guinea) p. 141, fuscum DB. (Neu-Guinea, 
u. Burnett R.) p. 142, bicarinatıım Macleay (Neu Guinea), pectorale 
De Nis (B. R.), novae guineae Meyer (Thursday-Island) p. 143, mivarti 
Blngr. (Neu Guinea, neu für die Insel) p. 144, Ablepharus burtoni 
(N. Guinea) p. 145, Emydura kreffti Gray (Burnett R.), p. 145, Emy- 
dura latisternum Gray (B.R.) p. 146. — In: Semon, Zool. Forsch. 
Austral. V. 1. 1894 p. 129—146. 

Boettger hat die Schlangen der Semon’schen Reisebeute be- 
arbeitet. Er bemerkt, dass die Schlangenfauna Australiens ein be- 


104 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


sonders alterthümliches Gepräge besitzt 1. durch das Vorkommen 
von zahlreichen Pythoninen, die als geologisch älteste Schlangen- 
gruppe anzusehen sind, 2. durch das Auftreten zahlreicher Schlangen 
mit Giftzähnen. Die wenigen Colubrinen, Dipsadinen und Homa- 
lopsinen sind als Einwanderer aus Neu-Guinea aufzufassen. Er 
führt mit mehr weniger ausführlichen systematischen Notizen an: 
vom Burnett River District, Queensland p. 117 Typhlops wiedi Ptrs., 
p- 118 ligatus Ptrs., Python spilotes Lac. (var. variegata Gray), Tropi- 
donotus picturatus Schleg., Dendrophis punctulat s (Gray), Dipsas 
fusca (Gray), Diemenia olivacea Gray, p.119 Brachysoma diadema 
(Schleg.); von Cooktown, N. Queensland Aspidites melanocephalus 
Krefft (neu für Queensland); schliesslich für den S. ©. von Neu 
Guinea, welche Insel trotz zahlreicher malayischer Gattungen und 
Arten doch noch für einen wesentlich australischem Character be- 
sitzt, p. 120 Python amethystinis (Schn.). Chondropython viridıs 
(Schleg.), (farbig abgebildet auf Taf. V fig. 3), Enygrus carinatus 
(Schn.), Stegonotus modestus (Schleg.), Dendrophis punctulatus Gray 
(wohl calligaster Gthr. — Ref.) p.121, Dipsas irregularis (Merr.), 
Diemenia mülleri (Schleg..), ann colubrinus (Schn.). — In: Semon, 
Zool. Forsch. Australien V 1. 1894 p. 117—121. 

C. Hedley bemerkt in seiner Skizze über die Beziehungen der 
Fauna und Flora von Australien zu der von Neuseeland, dass das 
Vorkommen von Notaden bennetti, Lygosoma monotropis, Pseudonaia 
nuchalis und SToplocephalus nigriceps im ganzen Innern Australiens 
eine feinere Eintheilung Australiens in gesonderte Thierprovinzen 
verbiete. — Nat. Science Bd.3 p. 189 (1893). 

Afrika. E. Olivier hat einen „Catalogue raisonne des Reptiles 
et des Batraciens observes jusquäa ce jour en Algerie* verfasst. In 
demselben sind 61 Arten von Reptilien und 9 Batrachiern verzeichnet. 
Von den fünf Schildkrötenspecies wird die Lederschildkröte als selten 
bezeichnet, T’'halassochelys erreicht 77 cm Panzerlänge. Von Eidechsen 
sind 23 genres (wohl „especes“) vertreten, vorwiegend Lacertiden 
und Seinciden, von Schlangen 11, davon Zryx jaculus, Naia haia, 
Vipera ammodytes (ist latastii Bosca — Ref.) und lebetina, 2 Cerastes 
und Zchis carinata. Von Lurchen findet sich Salamandra maculosa, 
zwei Triton-Arten (poireti u. hagenmuelleri) und sechs Anuren. — 
Mem. Soc. Zool. France 1894 p. 

Werner bringt eine Arbeit über von ihm gesammelte Reptilien 
aus Ostalgerien. Er erwähnt Testudo ibera Pall. (p. 75) von Constantine 
und Lambesa, (fehlt südlich von El Kantara, ebenso wie Lacerta, 
Psammodromus und Uphiops), Stenodactylus guttatus Cuv. (ist St. petrii 
Anders. -— Ref.) p. 77, von Tuggarth und Mraier, Ptyodactylus lobatus 
Geoffr. var. oudryi Lat. (Djebel Sfah bei Biskra), Hemidactylus turcicus 
L. p. 77 (Mont Edough bei Böne), Tarentola mauritanica L. (Philippe- 
ville, Böne, Lambesa: var. deserti von Tuggurth), 7. neglecta Strauch 
(Tuggurth u. Mraier; ist wie Agama tournevillü characteristisch für 
die ostalgerische Sahara); Agama inermis Ros. p. 78 (Sahara zwischen 
Tuggurth und Temacin); A. aspera Wern. (= inermis Rss. var. — 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 105 


Ref.) von Biskra bis Tuggurth; A. tournevillii Lat. (Tuggurth); Uro- 
mastix acanthinurus Bell p. 79; Varanus griseus Daud; Lacerta pater 
Lat.; (Lambesa, Philippeville, Böne, Batna; ausführliche Beschreibung 
mit Tabelle); Z. muratis fusca Bedr. p. 81 (Rumelschlucht bei Con- 
stantine), Psammodromus blanci Lat. (Lambesa); Psammodromus 
algirus L. (Philippeville, Constantine, Lambesa); Acanthodactylus 
boskianus Daud. p. 82 (Hammam Salahine bei Biskra); A. scutellatus 
Aud. (Biskra bis Temacin, zwei Formen, kleinere von Biskra bis 
Mraier, wohl exigua Lat., grössere, reticulirte von Mraier bis Temacin); 
A. pardalis Licht. (Biskra bei Chegga; auch bei Batna); Kremias 
guttulata Licht. (Biska, Chegga), Ophrops occidentalis Blngr. (Lambesa, 
Batna), Mabuia vittata Oliv. p. 83 (Biskra), Scineus offieinalis Laur. 
(zwischen Tuggurth und El Oued), Cholcides ocellatus Forsk. (var. 
Iiligugu, Philippeville bis Biskra; typische Form von Biskra südwärts); 
Ch. tridactylus Laur. p. 84 (Lambesa); Ch. sepoides And. (var. bou- 
lengeri Anders. — Ref.), (Tuggurth); Zamenis olgirus Jan (Biskra), 
Tropidonotus viperinus Latr. p.85 (Philippeville bis Temacin; ge- 
streifte Varietät fehlt in der Sahara); Macroprotodon eucullatus Geoffr. 
(Constantine); Coelopeltis lacertina Wagl. (Batna), ©. producta Gerv. 
(Oase Chetma bei Biskra; Mzab-Gebiet, Steinwüste nördlich von 
Tuggurth), Cerastes vipera L. p. 86 (Tuggurth), €. cornutus Forsk. 
(Kef-el-Dhor; Mraier; zwischen Tuggurth und Temaein; grösstes 
Exemplar 75 cm lang). — Bei den meisten Arten sind Angaben 
sowohl biologischen als auch systematischen Inhaltes und über die 
Verbreitung gemacht. — Verh. Zool. bot. Ges. Wien Bd. XLIV 1894. 

Günther zählt von der Expedition von Dr. Gregory zum Kenia 
folgende Reptilien auf; p. 85: Testudo pardalis, Ciniwys bellian« Gray, 
Sternothaerus sinuatus Smith, Pelomedusa galeata Schoepff, Zlemi- 
dactylus mabuia Moreau, Hemidactylus brookili Gray, p. 86 Lygodactylı:s 
pieturatus Ptrs., Agama doriae Blenr., p. 87 Monitor nmilotieus L., 
all.ogularis Daud., Mabuia maculilabris Gray, Sepacontias modestus 
Gthr., Latastia longicaudata Rss., Chamaeleon roperi Blenr., Chamae- 
leon bitaeniatus Fisch. (hoehnelii Steind), Rhampholeon kerstenüi Ptrs., 
Typhlops punct«tus Leach, T. unitaeniatus Ptrs., Uriechis capensis 
Smith, Amplorhinus nototuenia Gthr, Coronella olivacea var. dume- 
rilii Gthr., Dasypeltis scabra L., Rhagerrhis tritaeniata Gthr., p. 88 
oxyrhynchus Rhdt., Psammophis sibilans L., biseriatus Ptrs., Ahue- 
tulla neglecta Ptrs., punctata Ptrs., Boodon lineatus DB., Lycophidium 
horstockii Schleg., Leptodira rufescens Gm., Dipsas obtusa Rss. (ist 
Tarbophis guentheri Anders. — Ref.), Causus jacksonii Gthr., Naia 
nigrieollis Rhdt., Dendraspis polylepis Gthr., Clotho arietans Merr. 
und 2 nn. spp. (Ss. (reckonidae, Agamidae). — Wegen der genaueren 
Fundortsangaben muss auf die Originalarbeit verwiesen werden. — 
Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 84—88. 

Ueber Pfeffer, ostafrikanische Reptilien (vergl. Ber. f. 1893), 
referirte Boettger im Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 616—617 
über Stejnegers Arbeit über denselben Gegenstand ebenda p. 714 
--715. 


106 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


O. Boettger verzeichnet aus Dr. E.Fleck’s Reptilienausbeute 
aus Deutsch-Südwestafrika folgende Arten: Homopus signatus (Walb), 
Testudo tentoria Bell, smithii Blngr. (Rehoboth), Pelomedusa galeata 
(Schöpff) (Rehobother Gebiet), Pienopus garrulus Smith, Pachy- 
dactylus laevigatus J. G. Fischer (Rehoboth, 'Uqua in der Kalacharı), 
Rhoptropus afer Ptrs. (Hereroland); Agama aculeata Merr. (Rehoboth 
und Gross-Namaland), planiceps Ptrs. (!Kuisib), Zonurus polyzonus 
Smith (Rehoboth): Varanus albogularis (Daud.) (Rohobother Gebiet); 
Ichnotropis squamulesa Ptrs. (Rehoboth), Nucrus tessellata (Smith) 
(Rehobother Gebiet), Eremias lugubris Smith (Rohoboth und Gross- 
Namaland), Eremias undata Smith (Rehoboth), Mabura striata (Ptrs.), 
(Rehobother Gebiet), wahlbergi Ptrs. (Gross-Namaland), oceidentalis 
(Gross-Namald.), Acontias meleagris (L.) (Rehoboth), T'yphlosaurus 
lineatus Blngr. (Gross-Namaland); Chamaeleon parvilobus Blenr., 
namaquensis Smith (Rehobother Gebiet und Gross-Namaland); ferner 
von Schlangen: Coronella cana (L.) (Hereroland und Kalachari), 
Rhamphiophis multimaculatus (Smith) (Hereroland), Psammophis 
sibilans L. (Rehoboth u. Damara- und Namaland), Naja haje L. 
(Rehoboth und Hereroland), Vrpera caudalis Smith (Gross-Namaland 
und Kalachari), V. arictans Merr. (Rehobother Gebiet), also 4 Schild- 
kröten, 16 Eidechsen, zwei Chamaeleons und 6 Schlangen. Bei den 
meisten Arten sind Angaben über Färbung und Pholidose gemacht. 
— Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 1894 p. 88-93. 

Boettger erwähnt von der Südspitze von Madagascar nebst 
zwei nn.spp. (8. Ahiptoglossa und (reckonidae) Hemidactylus frenatus 
DB., H. mabouia Mor., Lygodactylus madagascariensis (Bttgr.), Cha- 
larodon madagascariensis Ptrs., Tracheloptychus madagascariensis Ptrs. 
und Mabuwia elegans (Ptrs.). — Zool. Anz. 1894 p. 139. 

In Zusätzen zu seiner Arbeit über die Batrachier und Reptilien 
der Insel St. Thome [vergl. Ber. f. 1893 p. 84.] hält J. v. Bedriaga 
Hemidactyles mabuia var. molleri Bedr. auf Grund seiner "kleinen 
Anzahl (6) von Praeanalporen aufrecht, stellt die Anzahl der Poren 
bei //. greeffi fest, erwähnt des Vorkommens einer Süsswasserschild- 
kröte, die leider nicht erbeutet werden konnte und polemisirt sodann 
gegen die Kritik Barboza du Bocages. — Instituto, Coimbra 1893. 
Sep. Abdr. p. 32—37. 

W.L. Abbott erwähnt in „Notes on the Natural History of 
Aldabra, Assumption and Gloriosa Islands, Indian Ocean“ (Proc. 
U. S. Nat. Mus. Bd. 16 p. 759—764) auch einige Reptilien (vergl. 
Stejneger 1. c., Ber. f. 1893 p. 82). 

Amerika. S. Garman, erwähnt in: Bull. Essex Inst. 
XXVI 1894 p. 1—63 als Bewohner von Kentucky p. 34 Cistudo 
carolinaL., Chelydra serpentina L., Aspidonectes spinifer (Ohio River), 
nuchalis (Cumberland- u. Tennessee-River), Amyda mutica (Ohio 
River), Sceloporus undulatus, Ophisaurus ventralis (Westen), Eumeces 
fasciatus, p.35 Oligosoma laterale (nicht sehr häufig, im Westen), 
Thamnophis sirtalis, Nerodia sipedon (var. fasciata und erythrogaster 
bei Lexington), Regina leberis (Lexington), Storeria occipitomaculata 


in.der Herpetologie im Jahre 1894 107 


(Mammouth Cave), Philophyllophis aestivus, Coluber constrietor, Ila- 
phis obsoletus (besonders ım Gebirge) Ophibolus triangulus, O. getulus 
(Midland), p. 36 Heterodon platyrhinus, Carphophis amoenus und 
helena (letztere sehr häufig), Ürotalus horridus und adamanteus, 
Agkistrodom contortrix (Osten, im Gebirge), A. piscivorus (im Westen; 
gemein im Reelfort-See). Die volksthümlichen Namen sind überall 
angegeben. — 

J.Hurter, Catalogue of Reptiles and Batrachians found in the 
Vieinity of St. Louis, Mo. Transact. Ac. St. Louis VI 1893 p. 251 
bis 261. 

Cragin, F. W., Herpetological Notes from Kansas and Texas. 
— Colorado College Studies, V. 1894 p. 37—39. 

Ch. H. Townsend, Reptiles from Clarion and Socorro Islands 
and the Gulf of California. — Proc. U. S. Nat. Mus. XV p. 143—144. 

A. Gaines erwähnt von Vincennes, Indiana, die folgenden 
Schlangen: Carphephis amoena (Say) (unter überhängenden Felsen), 
Farancia abacura (Holbr.) (in Sümpfen), Bascanium constrietor L. 
(zahlreich), Diadophis punctatus (L.) (in vermoderndem Holze, selten), 
Liopeltis vernalis (Dekay) (zahlreich), Cyclophis aestivus (L.) (zahl- 
reich), Storeria dekayi Holbr. (in hohem Gras in Sümpfen), St. occi- 
pitomaculata (Storer) (auf steinigem Grund), Coluber vulpinus (B. & G.) 
(bissig, wird mit abergläubischer Furcht betrachtet), ©. guttatus (L.) 
(auf staubigen Strassen; kommt bei Nacht in Gärten), C. obsoletus 
(Say) (nur auf Bäumen gefunden, zischt stark, frisst Sperlinge, aber 
keine Mäuse oder Eier), Natrüx leberis (L.), kirtlandi (Kenn.) (selten), 
sipedon (L.) (kann den Kopf und Hals aufbreiten; extreme Farben- 
varietäten kommen in einem Wurf vor), Heterodon platyrhinos Latr. 
(frisst Kröten; kreuzt sich mit der schwarzen Varietät), Ophibolas 
doliatus (L.) (gemein), getwlus (L.) (weniger häufig), Kutaeniua saurita 
L., radıx, sirtalis. Natrix sipedon wird von den Bewohnern fälsch- 
lich als „Water-Mocassin“ bezeichnet, Giftschlangen scheinen selten 
oder ganz ausgerottet zu sein. — American Naturalist XXVHI 
1895 p. 958—959. 

Referat über L. Stejneger, Report on Death Valley Expedition, 
in. Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 539 — 540. 

E. Lönnberg bringt Mittheilungen über die von ihm in Florida 
1892—93 gesammelten Reptilien. Er erwähnt: Platypeltis ferox 
(Schn.) (häufig in allen Seen und Sümpfen, sehr wild und bissig, 
wird mit Netz und Angel gefangen), Dermochelys coriacea (L.) (sehr 
selten bei Key West, ein Exemplar in Florida (St. Augustine) ge- 
sehen), Chelonia mydas (L.) (gemein an der Küste von S. Florida, 
aber der Ausrottung entgegengehend; Gewicht bis 800 Pfund), 
Eretmochelys imbricata (L.) (nicht häufig bei Key West, wegen des 
Panzers theuer bezahlt; selten bis 200 Pfund schwer); T’halassochelys 
ce retta (L.) (häufig an der ganzen Küste von S. Florida aber eben- 
falls der Ausrottung entgegengehend, da das Fleisch zwar selten, 
die Eier aber allenthalben gern gegessen werden; wird nicht schwerer 
als 300 Pfund); Deirochelys reticulata Latr. (nicht häufig; Clarcona, 


108 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Orange Country); Pseudemys rubriventris Lec. (an verschiedenen 
Orten, nicht nur in Flüssen, sondern auch in kleinen Seen; Plastron 
manchmal einfarbig roth); Pseudemys coneinna Lec. (sehr gemein: in 
allen Flüssen und Seen); Malaclemmys centrata Latr. (Salzsümpfe 
längs der Ostküste; Hillsboro River, bei New Smyrna, Volusia 
County); Terrapene carolina 1. (nicht häufig in S. Florida; Apopka 
und Clarcona Orange County); Gopherus polyphemus Daud. (gemein 
in den trockenen Wäldern von S. Florida; über Lebensweise vergl. 
auch Hubbard, Jahresber. f. 1893 p. 000), Kinosternon Baurii Garm. 
(Fern Creek bei Orlando, Apopka und Oviedo; neu für Florida); 
K. pennsylvanie«m Gmel. (gemein in kleinen Seen und Bächen, z.B. 
im Fern Creek bei Orlando); Aromochelys odorata Daud. p. 320 
(gemein in Sümpfen und Bächen von S. Florida, z. B. Fern Creek; 
abnormes Plastron mit 14 Platten wird beschrieben); Chelydra 
serpentina L. (nicht sehr häufig; St. John’s River, Apopka-See, 
Oviedo, Orange County); Anolis prineipalis L. (häufig in S. Florida, 
oft in Häusern, gern auch zwischen Disteln, des Schutzes wegen); 
Sceleporus undulutus Daud., (sehr gemein in S. Florida in Nadel- 
wäldern, an Eichen, an alten Zäunen und Häusern etc., Farben 
wechsel beschrieben); Ophisaurus ventralis L. (nicht selten; wird 
fälschlich für eine Giftschlange gehalten); Cnemidophorus  ser- 
Iineatus L. p. 321 (überall häufig, besonders aber auf Key West; 
sehr schnell); Eumeces fasciatus L. (ziemlich häufig in S. Florida; 
unter modernden Baumstüpfen u. dergl. wird „Scorpion“ genannt 
und für sehr giftig gehalten); Ziolepisma lateraleSay (sehr gemein 
unter abgefallenem Laub, meist an feuchten Stellen); Rhineura flori- 
dana Baird (nicht selten an sandigen Stellen in Orange County; 
wird oft beim Graben oder Pflügen gefunden); Cemophora coccinea 
(Blumenb.) (Variationen in Beschilderung werden beschrieben; relativ 
selten, da wühlende Lebensweise führend); Farancia abacura Holbr. 
p- 322 (Orange County), Abaotor erythrogrammus Daud. (bei St. 
Augustine); Contiu pygaea Cope p.323 (wasserbewohnend, an ver- 
schiedenen Stellen in Orange County gefunden); Stilosoma extenuatum 
Brown (Lake Charm bei Oviedo und Oakland, Orange County; aus- 
führliche Beschreibung von wesentlichen Abweichungen vom Typus); 
Lampropeltis getulus L. p. 324 (nicht bissig, sehr muskelkräftig, rasselt 
mit dem Schwanz); Osceola elapsoidea Holbr. p. 325 (Key West und 
Torento, Orange Co.; Bemerkungen über grosse Aehnlichkeit mit 
Elaps fulvius); Diadophis punetatus L. (nicht häufig; Apopka, Orange 
Co.); Opheodryas aestivus L. (in ganz S. Florida bis Key West auf 
Sträuchern und Orangenbäumen, niemals auf dem Grund; vertheidigt 
sich, wenn gefangen, in keiner Weise); Bascanion constrictor L. 
p: 326 (gemeinste Schlange in S. Florida; junges Exemplar in Ueber- 
gangsfärbung beschrieben); B. fagellum Staw. (nicht so häufig, wie 
vorige; in trockenen Nadelwäldern, wo auch Eichen wachsen; ge- 
mein bei Packland); Callopeltis guttatus L. (an verschiedenen Orten 
gefunden; rasselt mit dem Schwanz, wenn angegriffen; Färbung 
wird beschrieben; Uebergänge zu (. sellatus und rosaceus Cope); 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 109 


Callopeltis quadrivittatus Holbr. p. 327 (an verschiedenen Orten in 
Orange County gefunden; oft auf Bäumen und wie vorige Art in 
Häusern auf der Rattenjagd; die Jungen sind gefleckt; wird fast 
2 Meter lang); Spelotes corais couperi Holbr. (nicht sehr häufig; 
Orlando, Orange Co., wird bis 10 Fuss lang); Pituophis melanoleucus 
Daud. p. 328 (trockene, sandige Nadelwälder in Orange Co., wird 
über 2m lang; zischt laut, wenn gefangen, rasselt mit dem Schwanz, 
beisst aber nicht); Heterodon platyrhinos Latr. (sehr gemein in 
S. Florida; nicht bissig, aber als giftig gefürchtet; Grund vielleicht, 
dass das Gift von verzehrten Kröten, das an den langen Oberkiefer- 
zähnen anklebt, in die Wunde kommt; schwarze Varietät bei Orlando, 
breitet in Erregung nur Kopf und Hals, nicht aber den Rumpf auf, 
hält dabei Kopf in die Höhe); Thamnophis sirtalis L. häufig an 
feuchten Orten in S. Florida: Hillsboro, Orange und Osceola Co.; 
sehr bissig; ein 2 brachte 40 Junge zur Welt); Thamnophis sackeni 
Kenn. (characteristisch für Florida: Oviedo, Orlando, Apopka in 
Orange Co., alle im Gras an feuchten Orten gefangen; wird nur 
als südliche Varietät von 7’. saurita betrachtet); Ziodytes allen: 
Garm. p. 320 (in einem Ancistrodon piscivorus ein eben verschlungenes 
Exemplar gefunden; Kissimmee, Osceola County; selten; Färbung 
und Pholidose beschrieben); Natrix compressicauda Kenn. (Mangrove 
Sumpf auf Key West; Färbung beschrieben, Name var. obscura dafür 
vorgeschlagen); Natrix fasciata L. p. 331 (sehr variabel; einige 
Farbenvarietäten beschrieben, ebenso Lebensweise), Natrix cyclopion 
DB. p. 332 (Orange Co., sehr selten; Beschilderung beschrieben); 
Natrix tasispilota Holbr. (Lake Apopka, Orange Co., Pholidose 
beschrieben); Storeria dekayi Holbr. (Kissimmee, Osceola Co.; Färbung 
beschrieben; 15 Schuppenreihen; Hay’s S£. vecta von Oklawaha River, 
Florida ist daher zweifelhafte Art); St. occipitomaculata Stor. p. 333 
(Oklawaha River, Marion Co.; Färbung beschrieben); Tantilla coro- 
nata B.&G. (Oakland und Apopka, Orange Co.; Beschreibung); 
Elaps fulvius L. p. 334 (grösstes Exemplar von Oakland, 1 Meter 
lang; sehr gefährliche Giftschlange); Sestrurus miliarius L. p. 335 
(Orange und Hilloboro Co.; letztere Exemplare dunkler; liebt trockenen 
Boden); Crotalus adamanteus Beauv. (im Innern des Landes spärlich, 
häufiger längs der Küste und auf einigen der Florida Key’s; da sie 
das Wasser durchaus nicht scheut, kreuzt sie sogar das Meer, von 
einem der Key’s zum andern übersetzend. Bissfälle sind wegen 
des Klapperns, des starken Geruches, und der Trägheit der Schlange 
selten; die Art ist leicht in Gefangenschaft zu erhalten und frisst 
gern Kröten); Agkistrodon contortriw Lac. (rasselt mit dem Schwanz, 
was nicht als Mimikry zu deuten ist, da die Schlange ja selbst 
höchst giftig ist). Zum Schlusse eine Zusammenstellung der beob- 
achteten Schlangenarten nach der Lebensweise: 7—8 schwimmende, 
ebensoviel grabende, 3 kletternde, 4 kriechende Arten; 7 Arten Florida 
eigenthümlich. Die Arbeit bietet so viel biologisch interessante 
Daten, dass sie jedermann, der sich mit der Biologie nordameri- 


110 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


kanischer Reptilien befasst, sehr zum Studium zu empfehlen ist. — 
Proc. U. S. Nat. Mus. 1894 p. 317—337. 


S. A. Forbes, A preliminary report on the aquatic invertebrate 
Fauna of the Yellowstone National Park and of the Flathead region 
of Montana. — In: Bull. U. S. Fish Comm. for 1891 (1893), 50 p. 
6 Taf. — Gefunden wurden im Shoshone-See, 7740‘, ein Frosch 
und ein kleiner Salamander. 


A.Duges, Lista da algunos reptiles y batracios de Tabasco 
y Chiapas. Verf. zählt mit Angabe der Vulgärnamen folgende von 
J. N. Rovirosa gesammelte Arten auf: p.375 Cinosternum eruentatum 
A. Dum. (aus Tepetitän), lewcostomum A. Dum. (Ocuiltzapotlän und 
Tamulte), Staurotypus triporcatus Wagl. (Ocuiltzapotlän; erreicht 
über 1,6 m Carapaxlänge); Claudius ungustatus Cope (Tabasco); 
Pseudemys ornata Bell (Chiapas); Dermatemys mawii Gray (San 
Juan Batista; Veracruz?); ferner von Eidechsen Anolis humilis 
Peters von Tlacotalpa, ? A. sagrae Cocteau von San Juan Bautista, 
A. sallaei Gthr. und Mabuja agılıs Raddi von Macuspana, p. 376 
Eumeces rovirosae Duges (s. Ber. f. 1893 p. 95) von Santa Fe, Chiapas, 
Ameiva festiva Licht. von Istacomitän, Chiapas und schliesslich von 
Schlangen Coluber flavirufus Cope von Chiapas (auch von Huazteca 
Potosina), Drymobius margaritiferus (DB.) von Macuspana, S. Juan 
Bautista; auch im Colima, S. Blas, Michoacän ete.; Spilotes poecilo- 
notus Gthr. (Santa Fe, Chiapas), Sp. auribundus Cope (S. Juan B.; 
auch in Orizaba); Natrix rhombifera Hall. (Macuspana), N. fasciuta 
transversa Hall. (Tepetitän) (wird für giftig gehalten, wie ihr Name 
Nauyac, der für Lachesis gilt, beweist); Hutaenia proxima Bd. &G. 
(Coatepec u. Macuspana); Ninia diademata Bd. &G. (Tabasco; auch 
Orizaba); N. atrata (Hall.); Tabasco u. Zacualpan in Chiapas; auch 
Yucatan; Xenodon angustirostris Ptrs. (Tabasco u. Chiapas); Ery- 
throlamprus imperialis Bd. & G. und jissidens Gthr. sowie Ophibolus 
pyrrhomelas Cope von Tabasco, Plöocercus elapoides Cope (Macuspana), 
Henicognathus vittatus Jan. (Tabasco; auch in Guadalajara [Barranca 
de Ibarra], S. Juan del Rio, Mora Leon und Tanganzicuaro), Adel- 
phicus quadrivirgatus Jan. (Tabasco); Oxwybelis acuminatus Wied. 
(Zacualpan, Chiapas); Sibon annulatum L. (Macuspana, Cornal- 
calo). Findet sich auch in Orizaba, Cördoba, Guadalajara, 
Colima, Chiapas, Huazteca Potosina, S. Blas und Michoacän. Wird 
als „Madre de las hormigas“ (Mutter der Ameisen) bezeichnet, weil 
man glaubt, dass sie in Ameisenhaufen lebt; dem entspricht auch 
genau der mexikanische Name Tzicatlinan. Schliesslich Bothrops 
atrox L. aus Tabasco, Macuspana und Sante Fe, Chiapas. Der 
einheimische Name Nauyaca cola de huesa oder cola blanca deutet 
auf den weissen Schwanz hin (hueso = Knochen) Nauyaca = 4 Nasen- 
löcher, weil man die beiden Praeoculargruben für Nasenlöcher hält. 
— Naturaleza (2) II 1894 p. 375—377. 


Ein Referat über Blatchley, Collection from Mt. Orizaba findet 
sich in: Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 448-449; über Boettger 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 1ll 


„Reptilien und Batrachier aus Venezuela* und „Ein neuer Beutel- 
frosch“ ebenda p. 196. 

E. D. Cope verzeichnet in einer zweiten Liste von Reptilien 
und Batrachiern aus Costa Rica (P. Am. Phil. Soc. XXXI 1894 
p: 333— 347) folgende Eidechsen: p. 341 Gymnophthalmus laevw- 
caudus Cope (Terraba), Ameiva quadrilineata Hall. (Buenos 
Ayres, Lagarto, Boca Sacate), jestiva Licht. (Boruca), Celestus 
Steindachneri Cope, p. 343 Ütenosaura sp. jung, /guana tuberculata 
Laur., p. 344 Anolis intermedius Ptrs. (San Jose) und trochilus Cope 
(Palmar, Sierpe), Basiliscus vittatus Wiegm. (Sierpe) und 3 nn. spp. 
(s. Scincidae, Teiidae, Iguanidae); ferner von Schlangen: Colobognathus 
hoffmanni Ptrs. (San Jose), Rhadinaea ignita Cope (Boruca), Dry- 
mobius rhombifer Ptrs. (Palmar), coeruleus Fisch. (Boruca), Oxybelis 
acuminatus Wied. (Terraba) und Hlaps nigrocinctus Gir. (Buenos Ayres, 
Boruca) nebst In. gen, 2nn.spp., In. subsp. (s. Colubridae, Agly- 
phae und ÖOpssthoglyphae). — Proc. Amer. Phil. Soc. XXXI 1894 
p. 344— 347. 

Cope erwähnt als von der westindischen Expedition der Penn- 
sylvania-Universität 1890/91 auf den Bahamas und anderen Inseln 
gesammelten folgende Reptilien und zwar: von New Providence: 
anolıs principalis L., sagrae DB., distichus Cope und 1n. sp. (Ss. /gua- 
nidae), Ameiva thoracica Cope, Ungualia maculata DB., Alsophis 
vudii Cope, von Elenthera: Anolis principalis L., sagrae DB., Ungalia 
maculata DB.; von Crooked Islands: Ziocephalus carinatus Gray und 
eine n.subsp. von Anolis principalis L. (s. Iguanidae); von Great 
Inagua: Liocephalus sp., Ungalia cana Cope und 3 nn. spp. (Ss. /gua- 
nidae, Tejidae) und schliesslich von Jamaica: Xiphocercus valen- 
ciennesii DB., Anolis grahamii Gray, Anolis sagrae DB., Aristelliger 
praesignis Hall. und 2 nn. spp. (s. /guanidae, Geckonidae); von Grand 
Cayman: Anolis grahamü conspersus Garm., Liocephalus varius Garm., 
Aristelliger praesignis Hall., Alsophis angulifer caymanus Garm. Es 
sind zahlreiche biologische Notizen des sammelnden Zoologen, P. 
Moore beigegeben. -— Proc. Acad. Philad. 1894 p. 429—442. 

Boulenger erwähnt von Antigua, Westindien 7yphlops lum- 
bricalis, Thecadactylus rapicauda, Anolis Leachüi und 1n. sp. (s. /gua- 
nidae). — Ann. Mag. N.H. (6) XIV 1894 p. 375. 

R. R. Urich u. F.W. Mole geben sehr anziehende Schilderungen 
der Lebensweise einiger Schlangenarten Trinidad’s in Gefangenschaft 
und im Freien. Behandelt werden: Epierates cenchris p. 499, Corallus 
cooküi var. ruschenbergi p. 501, Boa constrictor p. 502, Eunectes mu- 
rinus p. 504, (reophis lineatus und Liophis melanotis p. 506, L. reginae, 
cobella und Coluber boddaerti p. 507, Coluber corais p. 508, Spelotes 
vartabilis p. 509, Herpetodryas carinatus, Ahaetulla liocercus, Oxybelis 
acuminata p.510, Dipsas cenchoa p. 5ll, Leptodira annulata, Seytale 
coronatum p.512, HElaps rüsei p.513, lemniscatus p. 514, Lachesis 
muta p. 516, Bothrops atrow p.517. Es ist unmöglich die zahl- 
reichen Einzelbeobachtungen in gedrängter Form hier wiederzugeben 
und muss auf die Originalarbeit oder wenigstens auf das ausführliche 


112 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Referat Boettger’s im Zool. Centralbl. II. p. 224 verwiesen werden. 
— Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 499 -—517. 

Urich und Mole bringen im Anhang an diese biologischen 
Notizen über die Schlangen von Trinidad eine vorläufige Liste der 
von dort bekannten Schlangenarten. Ausser den oben erwähnten 
werden noch T’yphlops reticulatus L., (Glauconia albifrons Wagl., 
Epierates conchris L. var. fısca Gray (neu für Trinidad), Corallus 
cookiı Gray var. melanea Gray (var. ruschenbergi neu f. T.), Boa 
divinıloqua Laur., Streptophorus atratus Hall. (neu f. T.), (reophis 
lineatus DB., Spilotes poecilostoma Wied. (neu f. T.), Pethalognathus 
nebulatus L. (neu f. T.), Aomaloeranium melanocephalum L. (neu 
f. T.), Oxyrhopus plumbeus Wied., Elaps corallinus L. erwähnt. 
Auch ZLachesis muta L. und Bothrops atrox L. sind neu für die 
Insel. — Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 517—518. 

Urich und Mole nennen von Trinidad 6 Schildkröten, 
25 Eidechsen und 33 Schlangen. Es sind dies: Nicoria punciu- 
laria Daud., Testudo tabulata Walb., (ausserdem die 3 gewöhn- 
lichen Seeschildkröten), Hydraspis gibba Schweigg., Caiman selerops 
Schn. (neu für die Insel), (ronatodes vittatus Licht., ocellatus Gray 
(neu f.d.I.), ferrugineus Cope, Thecadactylus rapicaudus Hoult., 
Hemidactylus mabouia Mor., Anolis alligator DB., biporcatus Wem., 
chrysolepis DB. (neu f. d.1.), Polychrus marmoratus L., Liocephalus 
herminieri DB., Uraniscodon plica L., Iguanı tuberculata Laur., Tupr- 
nambis nigropunctatus Spix, Üentropyx striatus Daud. (neu f.d. 1.), 
Ameiva surinamensis Laur., punctata Gray, Unemidophorus murinus 
Laur., lemniscatus Daud., Scolecosaurus cuweri Fitz (neu f.d.1.), 
Amphisbaena fulginosa und alba L., Mubuia aurata Schn. und agelis 
Raddi, sowie die bereits erwähnten Schlangen und In. sp. die von 
Boettger beschrieben ist (s. (reckonidae). — Journ. Field Nat. Club 
Trinidad Vol. II No. 3, 1894 p. 77--87. — Referat in: Zool, 
Centralbl. II. p. 182— 183. 

R. R. Mole nennt p. 260 Elaps lemniscatus L. und E. rüisei Jan 
die einzigen Elaps-Arten von Trinidad, F. W. Urich verzeichnet 
p. 261 die Anschwemmung eines 12° 10‘ langen Orinocokrokodils 
bei Port of Spain auf Trinidad, wohin auch schon der grosse Orinoco- 
kaiman und die Anakonda lebend angespült wurden; T. W. Larr 
p- 270, Coluber (Spilotes) corais Cuv. und p. 272, Lachesis muta von 
7‘ 10° Länge aus Trinidad. — Journ. Field Naturalist’s Club Trinidad 
Bd. 1, 1893 (1894). 

F. W. Urich nennt als gelegentliche Bewohner von Ameisen- 
nestern auf Trinidad Amphisbaena alba L. und fuliginosa L. und 
T'yphlops reticulatus L. und als weitere Bewohner Trinidads Lachesis 
muta und atrox. — Journ. Field Nat. Club Trinidad Bd. 1 p. 294 
und 294. 

Boettger erwähnt von Sorata, Bolivia an Schlangen: Tantilla 
melanocephala (L.), Liophis reginae (L.), Coluber (Spilotes) coratz 
(Cuv.), Xenodon severus (L.), Ahuetulla marginata (Cope), Philodrya, 
viridissimus (L.), Oxyrhopus petolarius (L.) typ., Dipsas (Eudipsas, 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 113 


leucocephala (Mik.), Oxybelis fulgida (Daud.), Elaps maregravi DB., 
Bothrops atrox (L.). — Zool. Anz. 1894 p. 118—119. 


Squamata. 


Laeertilia. 


A. Milani hat die Lunge der Eidechsen untersucht. Sie ist 
der Anlage nach paarig, beide Lungen sind ei- oder sackförmig, 
von gleicher Grösse; bei schlangenartigen Eidechsen ist sie lang- 
gestreckt, schlauchförmlg, die eine mehr weniger rückgebildet, bis 
zum völligen Schwunde. Die Trachea fehlt niemals, geht entweder 
mit zwei Oeffnungen direkt in die Lungen über, oder es sind zwei 
meist kurze Bronchien vorhanden, beide auf der Ventralseite der 
Lunge und ziemlich weit vorn; der vor der Einmündung der Bron- 
chien oder den Bronchialöffnungen gelegene, kleinere Theil der 
Lunge läuft meist in einen Zipfel aus. Die Lungen besitzen einen 
centralen Hohlraum und werden durch ein System höherer und 
niederer, von der Wand senkrecht vorspringender Leisten, in grössere 
(Alveolen) und kleine polygonale (Krypten) Abtheilungen getheilt, 
die alle in den centralen Raum ausmünden Die Leisten sind nicht 
glattwandig, sondern mit ziekzackförmigen Falten versehen. Verf. 
unterscheidet vier Typen der Eidechsenlunge. Der ursprünglichste, 
dem Batrachiertypus zunächststehende, der Sphenodon-Typus, der 
auch bei Tejiden und Amphisbaeniden sowie bei Anguiden, An- 
elytropsiden und der Mehrzahl der Scinciden angetroffen wird, 
stellt einfache Säcke dar, deren Innenrand entweder vollständig 
oder mit Ausnahme des hintersten Abschnittes mit Alveolen und 
Crypten bedeckt erscheint. Der zweite oder Lacerta-Typus, der 
sich bei Trligua, Geckoniden, Zonuriden, Lacertiden, Calotes vorfindet, 
ist dadurch ausgezeichnet, dass an der inneren Lungenwand entweder 
von der Dorsal- oder Ventralseite aus oder von beiden Seiten eine 
grösse Zahl wohlausgendildeter Septen vorspringt. Eine höhere 
Ausbildung zeigt der dritte oder /guana-Typus, dem die Agamiden 
und Iguaniden angehören; die Septen sind hier in beträchtlicherer 
Anzahl und ansehnlicherer Grösse vorhanden. Der vierte, höchste 
Typus ist der Varanus-Typus, der nur bei der Varanidenfamilie 
vorkommend und bei welchem die Bronchien sich nicht nur als 
geschlossene Röhren in die Lunge hinein erstrecken, wie bei den 
vorigen Typen, sondern sich daselbst noch in je zwei Aeste gabeln, 
deren einer sich nach dem vorderen, einer sich nach dem hinteren 
Lungenabschnitt hin fortsetzt. Eine weitere Complication wird noch 
dadurch hervorgerufen, das von den Bronchialästen und deren Ver- 
zweigungen weitere Gänge aus, die sich im ganzen Innern der Lunge 
in der verschiedenartigsten Weise verästeln. Die Lunge von Cha- 
maeleon, Heloderma und Phrynosoma stellen Nebentypen vor. Luft- 
säcke wie bei Chamaeleon kommen auch bei Uroplates und Polychrus, 
in geringerer Entwicklung auch noch bei den Varaniden vor. — 

Arch. f, Naturgesch, Jahrg, 1896. Bd. II. H.1. 8 


114 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Zool. Jahrb. (Anat.) VII 1894 p. 545—592, 18 fieg. Taf. 30—32. 
Referat in Zool. Centralblatt II. p. 65—67. 

Prenant beschreibt zwei Arten von granulirten Zellen bei 
Reptilien (Arguis und Lacerta). Die eine fand er im Bindegewebe 
der Plexus chorioidei, in der Cutis etc. vor, die andere in der Epi- 
dermis der Schuppen (in der Epitrichialschicht Kerbert’s). Näheres 
im Original. — Internat. Monatsschrift Anat. Physiol. 11. Bd., p. 405 
bis 422, Taf. 18. 

Nach Tellyesniczky sind die Ebner’schen Spermatoblasten 
in den Samencanälchen des Eidechsenhodens nichts anderes, als 
die Vereinigung des Plasmas von zerfallenen und zur Intercellular- 
substanz gewordenen Sertoli’schen Zellen mit Samenfädengruppen, 
verursacht durch die auf räumliche Verhältnisse zurückführbare 
Anordnung der Elemente. — Verh. Anat. Ges. 8. Vers. Strassburg 
i. E. 1894 p. 232—236. 

Strahl fand Reste des Dottersacks noch bei älteren Exemplaren 
von Lacerta agilis in Form eines pigmentirten kleinen Anhanges 
am Mesenterium und ebenso liess sich noch eine Arterie in den 
Dottersackstiel hineinverfolgen. Bei Anguis erhält sich der Dotter- 
sack mindestens noch in dem Jahre nach der Geburt; statt Pigment 
führen die Zellen hier gelbe Dotterschollen. — Anat. Hefte I. Abth. 
3 Bd. p. 519—526, Taf. XXIV. 

Eine Notiz über die Form des Penis bei ZLacerta und Varanus 
bringt G. Brandes. — Corr. Bl. Nat. Ver. Sachsen u. Thür. (Halle). 
1892 p. 86 (1893). 

A.C. Oudemans, Hagedissen, bij welke de staart op ongewone 
wijze hersteld heeft. — Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereen. (2) Bd. 4, 
Versl. p. 3. 

Beobachtungen über Schmetterlingsnahrung von Geckonen und 
Calotes auf Ceylon theilt A. Seitz mit. Jahrb. Nassau. Ver. f. 
Naturk. Wiesbaden, 46. Jahrb. 1893. p. 58. 


Geckonidae. 
Gymnodactylus fumosus n. sp. vom Boelawa-Gebirge, Celebes. — F. 
Müller, Verh. Ges. Basel X 1894 p. 833, fig. 
Gonatodes oxwycephalus n.sp. aus Ecuador. — Werner, Zool. Anz. 1394 


p. 413—414. 

Gonatodes kandianus Kel. von Sereinu (Sipora) Mentawei-Inseln erwähnt 
von Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 613. 

Oedura nivaria n. sp. von den Drakensbergen, S. W. Natal. — Boulenger, 
Proc. Zool. Soe. London 1894 p. 608—609, und p. 726, Taf. XLVI fig.1. — 
Referat in: Zool. Centralbl. II. p. 476. 

Bunocnemis n.g. verw. Hemidactylus aber Rückenschuppen geschindelt und 
Subdigitallamellen meist ungetheilt für B. modestus n. sp. von Ngatana, Brit. 
Centr. Afrika. — Günther, Proc. Zool. Soc. London 1894 p.85, Taf. VII. 

Hemidactylus tenkatei n. sp. Insel Rotti, Timorgruppe. — Lidth de Jeude, 
Notes Leyden Mus. Bd. 16 p. 121. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 115 


Ueber einen Hemidactylus gleadowii Murray mit gabelig regenerirtem 
Schwanz berichtet H. H. Brindley in: J. Bombay Soc. IX 1894 p. 30-33, 
2 Tafeln. 

Gehyra interstitialis n. sp. von Neu-Guinea. — Oudemans in: Semon, 
Zool. Forsch. Austr. V 1. 1894 p. 134. 

Bemerkungen über Rhoptropus afer Ptrs. (Krallen scheinen zu fehlen) 
macht O. Boettger in: Ber. Senekenberg. naturf. Ges. 1894 p. 88. 

Elasmodacetylus n. g. (Finger und Zehen stark erweitert, mit ungetheilten 
queren Subdigitallamellen und alle mit kleiner Kralle, die in einen Ausschnitt 
der Endlamelle passt; Oberseite mit ungleichgrossen Tuberkeln; Pupille vertica]) 
(verw. Rhotropus Ptrs. = Dactychilikion Thominot) für E. tubereulosus n.sp. vom 
unteren Congo. — Boulenger, Proe. Zool. Soc. London 1894 p. 726 - 727, 
Taf. XLVII fig. 2. 

Ptyodactylus lobatus Geoffr. typ. neu diagn. Peracca, Boll. Mus. Zool. 
Torino Bd. 9 No. 167, p.2. — Pt. lobatus var. syriaca n. Dscherasch, ©. Jordan- 
Gebiet, Syrien. Peracea, ]l.c. p.3 [= bischoffsheimi, montmahoni, barroisi und 
puiseuxi Boutan s. Ber. f. 1893 p. 90. Siehe auch Ref. in Zool. Centralbl. 1. Jahrg. 
1894 p. 375 —377]. 

Bemerkungen über Pachydactylus laevigatus J. G. Fischer aus Deutsch- 
Südwestafrika macht ©. Boettger in: Ber. Senekenberg. naturf. Ges. 1894 p. 88. 


Phelsuma brevipes n. sp. von Süd-Madagascar. — Boettger, Zool. Anz. 
1894 p. 137—138. 
Sphaerodactylus goniorhynchus n. sp. von Jamaiea. — Cope, Proc. Acad, 


Philad. 1894 p. 440, 
Sphaerodactylus molei n. sp. verw. Sph. glaucus Cope von Caparo, Trinidad. 
— Boettger, Journ. Trinidad. Field Nat. Club Vol. II No. 3, 1894 p.80. 


Uroplatidae. 
Uroplates alluaudi n.sp. von Mt. d’Ambre, Madagascar. — Mocquard, 
CR. Somm. Seanc. Soc. Philom. Paris No. 9, 1894 p.3. 
Referat über Siebenrock, das Skelet von Uroplates fimbriatus 
in: Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 718. 


Agamidae. 


Ueber Intelligenz von Uromastix spinipes berichtet J. Delboeuf; 
die Eidechse erkannte fremde, aber geniessbare Blumen sofort. — 
Zool. Garten 35. Jahrg. p. 319— 320. 

J. Perez hat Notizen über das Gefangenleben von Agama 
stellio. — Act. Soc. Bordeaux (5) VII 1894 p. 264 — 270. 

Draco timorensis Kuhl. von Timor, Rotti u. Samao. Bemerkungen über 
relative Grössenverhältnisse und Pholidose von Th. W. Lidth de Jeude. — 
Notes Leyden Mus. Bd. 16 p. 122. 

Gonyocephalus boydii Macleay beschrieben und abgebildet von OQudemans 
in: Semon, Zool. Forsch. Austr. V, 1. 1894 p. 135 — 136. 

Calotes versicolor für Hainan erwähnt von Uope, in: Proc. Acad. Philad. 
1894 p. 428. 


8* 


116 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Aphaniotis acutirostris Mod. aus Sereinu (Sipora), Mentawei-Inseln erwähnt 
mit Bemerkungen über Schnauzenlänge. — Boulenger, Ann. Mus. Genova, 
1894 p. 613. 

Agama gregoryi n. sp. (verw. A. cyanogaster) von Mkonumbi, Brit. Central- 
Afrika. — Günther, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 86. 

Phrimocephalus arabicus n. sp. verw. Ph. luteoguttatus Blngr., aus der 
Hadramaut, Arabien. — Anderson, Ann.Mag.N.H. (6) XIV 1894 p. 377—378. 

Phrynocephalus helioscopus Pall. var. horvathi n. von Aralich am Fusse des 
Ararat. — M&hely, Zool. Anz. 1894 p. 79—82. 

Aporoscelis benti n. sp. von Makulla, Hadramaut. — Anderson, Ann. 
Mag. N.H. (6) XIV 1894 p. 376. 

Liolepis bellü (Gray) wird nach Boettger auf Hainan gegessen. — Ber. 
Senckenberg. naturf. Ges. 1894 p. 131. 


Iguanidae. 


Ritter fand bei Phrynosoma coronatum ein Parapinealorgan, 
welches vor und etwas seitlich vom Pinealorgan gelegen, grösser 
und ganz anders gebaut ist als dieses, insbesondere ohne Differenzirung 
der Wand in Retina und Linse, ohne Pigment, mit grösserer Dicke 
der dorsalen Wand im Vergleich zur ventralen. Verf. spricht sich 
über das Verhältniss des Organs zum Pinealauge nicht weiter aus, 
möchte aber das letztere als ursprünglich paarig angesehen wissen 
(vergl. Ber. f. 1893 p. 92 u. 124). — Anat. Anz. IX p. 766—772, fig. 

Von W.Leche’s „Entwicklung der Zähne bei /guana“ (Ber. 
f. 1893 p. 88) findet sich ein Auszug in: Journ. R. Mier. Soc. London 
1894 p. 38. 

Anolis oligaspis n.sp. von New Providence, Bahamas. — Cope, Proc. Acad. 
Philad. 1894 p. 430, Taf. XI fig.5. 

Anolis principalis brunneus n. subsp. von Crooked Island, Bahamas. — 
Cope, ebenda p. 432, Taf. X fig. 3. 


Anolis moorei n.sp. von Great Inagua, Bahamas. — Cope, ebenda p. 433, 
Taf. XI, fig. 4. 
Anolis cinnamomeus n. sp. von Great Inagua, Bahamas. — Cope, ebenda 


p. 435, Taf. XII, fig. 6. 

Anolis flabellatus n. sp. von Jamaica. — Cope, ebenda p. 439, Taf. XII, fig. 7. 

Anolis rixii n. sp. von Chontales, Nicaragua. — Boulenger, Proc. Zool. 
Soc. London 1894 p. 727, Taf. XLVIL, fig. 1. 

Anolis rhombifer n.sp. ebendaher. — Boulenger, ].c.p. 728, Taf. XLVIII, 
fig. 2. 

Anolis Wattsi n.sp. von Antigua. Westindien, verw. A. Krugi Ptrs.. — 
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) XIV. 1894 p. 375. 

Anolis longipes n. sp. verw. bransfordi von Palmar und Boruca, Costa Rica 
— Cope, Proe. Amer. Phil. Soc. XXXI. 1894 p. 343, 

Anolis aequatorialis n.sp von Ecuador, verw. A. pachypus Cope, — Werner, 
Zool. Anz. 1894 p. 157. 

Urocentrum guentheri n. sp. von Yquitos, Peru. — Boulenger, Proc. Zool. 
Soc. London 1894, p. 729, Taf. XLVII. Fig. 3, 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 1517 


Uma scoparia n.sp.= Uma notata Cope 1866 non Baird, von Tucson, 
Arizona. — Cope, American. Naturalist XXVIII 1894 p. 434--435, Fig. 3—4; 
daselbst auch Bemerkungen über die Fransen an den Fingern und Zehen bei der 
Gattung Uma (wie bei Phrynocephalus und Ptenopus). 

Uta microscutata n.sp. von den S. Pedro Martir Mts., Nieder-Californien 
— Van Denburgh, Proc. Calif. Acad. Sc. (2) IV. 1894 p. 298. 

Uta mearnsin sp, Ostabhang von Coast Range, Grenze zwischen Cali- 
fornien und Nieder-Californien. — Stejneger, Proc. U.S. Nat. Mus. 1894, 
p- 589—591. 

Sceleporus bulleri n. sp. von Colonia Brizuela und La Cumbre de los Arro- 
strados, 8500‘, Jalisco. —- Boulenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 729, 
Taf. XLIII, Fig. 3. 

Sceleporus melanorhinus Bocourt von S. Domingo de Guzman, Mexico, neu 
beschrieben von Boulenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 730. 

Sceleporus heterolepis n. sp. vom Staat Jalisco, Mexico, 7800—8500'. — 
Boulenger, Proc. Zool. London 1894 p.731, Taf. XLVIII, Fig. 4. 

Phrynosoma frontalis n.sp. von Nord-Californien. — Van Denburgh, Proe. 
Calif. Acad. Se. (2) IV. 1894 p.296 (auch Unterscheidungsmerkmale von Ph. 
frontalis, coronatum Blainv., und blainvillüi Gray angeführt). 

Phrynosoma regale Gir. 1858 muss P. solare Gray (1845) heissen. Die Art 
kommt auch in Nieder-Californien (Los Animas Bay) vor. — Van Denburgh. 
Pree. Calif. Acad. Sc. (2) IV. 1894 p. 456. 


Zonuridae. 
Chamaesaura miopropus n. sp. von Twamba, Brit. Central-Afrika. — 
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 732. 
Eine Synopsis der bisher bekannten Arten von Ohamaesaura giebt Bou- 
lenger ebenda. 


Anguidae, 


N. Rüdinger macht Mitteilung über Bildung und Bau des 
Glaskörpers bei Angwis im Vergleich zu dem von Salamandra. Verh. 
anat. Ges. 8. Vers. Strassburg i. E. 1894 p. 177 - 178. 

A. Prenant, Les yeux parictaux accessoires d’ Anguis fragtlis 
sous le rapport de leur situation, de leur nombre et de leur fre- 
quence. — Nancy & Paris 1895, 8°, 7. pp. (vergl. Ber. f. 1893 p. ga): 

Lord Lilford erwähnt einen Fall von Cannibalismus bei 
Ophisaurus apus (Pseudopus pallasii). — Ann. Scott. Nat. Hist. 1893 
p- 46—47. 

Teich erwähnt Ophisaurus apus (Pseudopus pallasii) aus der 
Muganysteppe zwischen Aral- und Kaspi-See und der persischen 
Grenze. — KB. Naturf. Ver. Riga XXXVU. 1894 p. 69. 

Diploglossus bivittatus n. sp. von Hacienda Rosa von Jericho, Nicaragua. 
3250‘. — Boulenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 732, Taf. XLVII Fig. 5 

Celestus cyanochlorus n. sp. vom Vulcan von Jrazu, Costa Rica. — Cope 
Proc. Acad. Philad. 1894 p. 200. 

Anguis fragilis L. var. cephallonica n. von den Jonischen Inseln, speciell 
Cephallonia — Werner, Verh. Zool. Bot. Ges. XLIV. 1894, 


118 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Anniellidae. 


G. Baur behandelt ausführlich die Verwandtschaftsbeziehungen 
der Gattung Anniella. Nach Besprechung aller bisherigen Ansichten 
von Gray, Boulenger, Gill und Cope giebt er auf Grund 
eigener Untersuchungen des Skelettes eine eingehende Beschreibung 
desselben, worauf der zu dem Schlusse kommt, dass Anniella eine 
eigene Familie zunächst den Anguiden bilde (was ja schon Bou- 
lenger angenommen hat) und speciell Angus am nächsten steht. 
Er begründet dies durch folgende Punkte: 1. Es ist ein distinetes 
Epipterygoid (Columella) vorhanden, 2. ebenso ist ein wohl- 
entwickeltes Squamosale (Supratemporale Parker & Bettany, 
Cope) vorhanden, dagegen fehlt das Quadratojugale (Paroceipitale 
Cope). 3. Das Jugale ist vorhanden, aber rudimentär an seinem 
oberen Ende und mit dem Postorbitale nur durch Ligament ver- 
bunden. 4. Das Lachrymale ist vorhanden. 5. Die Caudalwirbel 
sind segmentirt, die Trennungsstelle in dem vorderen Theil des 
Centrums gelegen. 7. Osteodermalplatten sind vorhanden. Zum 
Schlusse wird eine neue Definition der Familie gegeben. — Proc. 
U. S. Nat. Mus. 1894. XVO. p. 345—351. — Referat in: Zool. 
Centralbl. II. p. 376. 


Teiidae. 

Ameiva leptophrys n. sp. von Buenos Ayres, Costa Rica. (verw. undulata) 
— Cope, Proc. Ann. Phil. Soc. XXXI. 1894 p. 341. 

Ameiva quadrilineata Hall, (= gabbiana Cope) gute Art bei A. undulata 
Cope, ebenda. 

Ameiva leucomelas n. sp. von Great Inagua, Bahamas. — Cope, Proc. Acad. 
Philad. 1894 p. 436, Taf. XII. Fig. 8. 

Cnemidophorus stejnegeri n. sp. von N. W. Nieder-Californien und S. Diego 
County, Californien. — Van Denburgh, Proc. Calif. Acad. Se. (2) IV 
1894. p. 300. 

Cnemidophorus amivoides n.sp. von La Carpintera, Costa Rica. — Cope, 
Proc. Acad. Philad. 1894 p. 198. 

Onemidophorus alfaronis n. sp. von San Mateo, Costa Rica. — Cope, Proc. 
Acad. Philad. 1894 p. 199. 

Verticaria beldingi n. sp., S.-Californien und Nieder-Californien, mit Aus- 
nahme der Cap-Region. — Stejneger, Proc. U. S. Nat. Mus. 1894 p. 17—18. 

Pantodactylus borellii n. sp. aus Paraguay. — Peracca, Boll. Mus. Torino 
IX. 1894 No. 176. 


Amphisbaenidae. 


Familie Euchirotidae für die Amphisbaenen mit Vorderextremitäten vor- 
geschlagen von Cope, Ann, Naturalist XX'VIII. 1894. 

Euchirotes n. g. (durch 5 bekrallte Finger von Bipes Lac. = Chirotes Cuv. 
unterschieden, bei dem ein Finger kürzer und krallenlos ist), für E. biporus n. sp. 
von Cape St. Lucas, Nieder-Californien. — Cope, Amer. Naturalist XX VII. 
1894 p. 436437, Fig. 5. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 119 


Hemichirotes n.g. (durch nur 3, durchwegs bekrallte Finger ausgezeichnet) 
für H. tridactylus n. sp. von Guerrero, Mexico. — Dug£s, bei Cope in Amer. 
Naturalist XX VIII. 1894 p. 436-437, Fig. 6 und in La Naturaleza, Mexico (2) 
II. 1894 p. 411, Taf. XX. Fig. 1. 


Lacertidae. 


Fr. Siebenrock, Das Skelett der Zacerta simonyi Stdcehr. u. 
der Lacertidenfamilie überhaupt, in: Anzeig. Akad. Wiss. Wien 1894 
pag. 51—53 und Sitzungsberichte CIH 1894 p. 205—292, Taf. I—IIl. 

An der Umschliessung der Cochlea nimmt das Basioceipitale 
nicht Theil. Der vordere Theil des durch das schlitzartige Foramen 
n. hypoglossi superius in zwei Hälften getheilte Pleuroceipitale bildet 
das Paroccipitale, nicht blos der Processus paroticus. Die lateralen 
Theile des Supraoceipitale sind die Epiotica Huxley’s. Das Pleroti- 
cum ist blos die Epiphyse des oberen Quadratumendes. Es findet sich 
ein wirkliches Supraorbitale; die Lamina supraciliaris ist also nicht 
dem Supraorbitale der Varaniden homolog. Im Carpus aller Arten 
findet sich ein wohlentwickeltes Intermedium. — Ausf. Referat in: 
Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 872—873. 

R. v. Lendenfeld bringt eine Mittheilung über die Farben der 
Lacerta agilis. Er suchte aus über 100 Exemplaren 24 heraus, 
die paarweise in Farbe und Zeichnung miteinander übereinstimmten; 
von diesen Paaren brachte er immer das eine in einen Käfig mit 
grüner Umgebung (frischer Rasen, grüner Käfig ete.), das andere 
in graue Umgebung (Flugsand, graue Steine, grauer Käfig). Sie 
verblieben hier vom 1. Juni bis 1. September und dann wurden 
die Paare wieder verglichen und noch immer übereinstimmend ge- 
funden; dagegen war das Grün der Bauchseite und überhaupt 
die lebhaften Farben stark abgeblasst. Autor hält danach eine 
Anpassung an die Umgebung in Bezug auf die Farbe für unwahr- 
scheinlich. — (Nach Ansicht des Ref. beweist das Experiment an 
einer nicht mehr des aktiven Farbenwechsels fähigen Thierform 
wie Lacerta agilis wegen der überaus kurzen Beobachtungszeit gar 
nichts. Das die Zeichnung im Keim präformirt ist, darüber kann 
kein Zweifel sein; die Färbung aber wird wohl in den ersten Jahren 
nach dem Ausschlüpfen erst ausgebildet und dürfte eine Anpassung 
an die Färbung des Aufenthaltsortes nur in dieser Zeit erfolgen. — 
Zool. Anz. XVII. p. 597—-398. 

R. di Milia hat das Centralnervensystem von Lacerta mit be- 
sonderer Berücksichtigung des Hirnmantels und der Neuroglia (und 
im Vergleich zu Scorpaena) untersucht. — Boll. Soc. Natur. Napoli 
Ann. 7, 1893 p. 14—28, Taf. II. 

G. B. Piana erwähnt, dass bei einer Lacerta mit seitlichem 
Schwanzstummel (Regenerat) nebeneinander zwei Anlagen der Wirbel- 
säule und des Rückenmarks mit Üentral-Canal vorhanden waren, 
von denen eine vom vorderen, eine vom hinteren Theile des nor- 
malen Schwanzes ausging. Ric. Lab. Anat. Roma Vol. 3 p. 68—71, 


120 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


F. Bayer beschreibt das Skelett der Lacerta vivipara Jacg. in 
SB. Böhm. Ges. 1893 No. 7, 23 pp:, 1 Taf. (1894) (tech.). 

Ueber die Verbreitung von Lacerta vivipara Jacq. in der Bre- 
tagne (Loire-Infericure) hat L. Bureau einen Aufsatz, der von einer 
Tafel begleitet ist. — Bull. Soc. Ouest France III. 1893 p. 59 - 62, 
Tall 

W. Kobelt beobachtet bei Battenberg a. d. Eder eine Eidechse, 
die bei Verfolgung ins Wasser lief und am Grunde eines Grabes 
das Weitere abwartete: Er nennt die Art ZLacerta agilis, (ist aber 
wohl Z. vivipara gewesen. — Ref.). — Zool. Garten 55. Jahrg. 

. 253. 
; F. Werner beobachtete auch bei /,. peloponnesiaca auf Ke- 
phallonia, dass sie sich bei Verfolgung ins Meerwasser zurückzog (war 
nicht diese Art, sondern L. jonica Lehrs. — Ref.) — Zool. Garten 
35. Jahrg. 312. 

Rollinat hat Bemerkungen über die Ueberwinterung von 
Lacerta viridis und muralis. — Bull. Soc. Zool. France XX. 1895 p. 58. 


Ueber das Vorkommen der ZLacerta viridis in Dänemark be- 
richtet Sarauw. — Naturen og. Mennesk XII. 1893 p. 269. 

Tachydromus septentrionalis (Gthr.) von Boettger nach Stücken aus dem 
Lünshan-Gebirge, Dalanshan-Gebirge und Chinhai beschrieben. — Ber. Sencken- 
berg. naturf. Ges. 1894 p.139 u. 145. 

Tachydromus formosanus n. sp. von Taiwanfu und Central-Formosa. — 
Boulenger, Ann. Mag. N.H. (6) XIV. 1894 p. 462. 

Tachydromus holsti n. sp. von Osen-Mt., Shimabara, Japan. — Boulenger, 
Proc. Zool. Soe. London 1894 p. 733, Taf. XLIX. Fig. 1. 

Lacerta agilis Bemerkungen über die Farben macht R. v. Lendenfeld in 
Zool. Anz. XVII p. 397—398 (siehe p. 119). 

Lacerta pater Lat; Bemerkungen über Exemplare aus Ost-Algerien hat 
F. Werner. — Verh. Zool bot. Ges. Wien XLIV. 1894 p.79. 

Lacerta jonica Lehrs von demselben irrthümlich als Lacerta peloponnesiaca 
Bibr. Bory beschrieben. — Verh. Zool. bot. Ges. XLIV. 1894 p. 78. 

Algiroides moreoticus Bibr. Bory nach Exemplaren aus Kephallonia aus- 
führlich beschrieben von Werner, Zool. Anz. 1894 p. 256—258. — Hierzu auch 
der heftige Angriff von J. v. Bedriaga ]. c. p. 455 und Werners Erwiderung 
1895 p. 104. 

M. G. Peracca giebt Maasse von Acanthodactylus pardalıs 
Licht. von Damaskus u. nennt A. tristrami Gthr. aus Üoelesyrien. 
Boll. Mus. Zool. Torino Bd. 9 No. 167 pag. 7. 


Das Jugendkleid von Eremias lugubrisSmith wird vonO.Boettger 
beschrieben. Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 1894 p. 90. 


Seincidae. 
Todaro hat die Entwickelung, Segmentirung und Keimblätter- 
bildung von Seps chalcides (Ch. tridactylus Laur.) studirt. Bei der 
Furchung bleibt die Bildung einer aequatorialen Furche aus. Ein 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 1291 


Theil des Entoderms entsteht dadurch, dass am Rande der Keim- 
scheibe mit Dotterkörnchen erfüllte Zellen unter den Keim gelangen. 
Es tritt ein, dem der Amphibien homologer Dotterpfropf auf, welcher 
dadurch entsteht, dass an der, dem hinteren Embryonalende ent- 
sprechenden Stelle des Keimes das Ectoderm einstülpt, wobei ein 
Theil seiner Zellen zu Grunde geht und das Entoderm freiliegt. — 
Monitore Zool. Ital. Anno 5, p. 75—76 und Arch. Ital. Biol. Tome XXI 
. 1-7. 

h S. Orlandi hat anatomische Notizen über Macroscincus Goctaei 
Bocage. Er behandelt darin Skelet, Muskulatur, grosse Gefässe, 
Eingeweide, äussere Form des Gehirns. — Atti Soc. Ligust. Se. Nat. 
Genova, Anno5, Fasc.2, 34 p., Taf. 19—30. Referat in Zool. 
Centralbl. 1. Jahrg. 1894 p. 872—875. 

Mittheilungen über Tiligua (Cyclodus) scincoides in der Gefangen- 
schaft bringt F. Werner. — Zool. Garten 35. Jahrg. p. 312-313. 

Tiliqua gigas Schn. var. keyensis n. von den Key-Insen. — Oudemans 
in: Semon: Zool. Forsch. Austr. V 1, 1894 p. 135—136. 

Hemisphaeriodon gerrardi Gray. Ein Stück von 80mm Länge, von den 
Kurrajong Hills bei Northfield, NS. Wales wird mit Bezug auf die Färbung 
beschrieben von E. R. Waite in: Proc. Linn. Soc. NS. Waies IX p. 187. 

Lygosoma (Keneuxia) acutirostre n. sp. von Saleyer, (südl. v. Celebes). — 
Oudemans in: Semon, Zool. Forsch. Austr. V 1, 1894 p. 141, fig. 


Lygosoma (Liolepisma) semoni n. sp. von Neu-Guinea. — Oudemans in: 
Semon, Zool. Forsch. Austr. V 1, 1894 p. 142. 
Lygosoma (Hinulia) luzonense n.sp. von Mt. Bengut, N.Luzon. — Bou- 


lenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p.733, Taf. XLIX, fig. 2. 

Liygosoma (Liolepisma) laeve n. sp. von Cooktown, Queensland. — Oudemans 
in: Semon, Zool. Forsch. Austr. V 1, 1894 p. 144. 

Lygosoma (Hinulia) decipiens n. sp. von Isabella, N.O. Luzon. — Bou- 
lenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 734, Taf. XLIX, fig. 3. 

L:.gosoma (Liolepisma) vittigerum n. sp. (verw. pulchellum Gray) von Sereinu, 
(Sipora) Mentawei-Inseln. — Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 615. 

Lygosoma florense Web. von Flores, Adunara, Groot-Bastaard, Samao und 
Timor; Mittheilungen über Variationen in der Pholidose macht Th. W. v. Lidth 
de Jeude, Notes Leyden Mus. Bd. 16 p. 123-124. 

Lygosoma (Hinulia) emigrans n.sp. verwandt tenue Gray, Inseln Sumba, 
Groot-Bastaard u. Samao, Timorgruppe. — Lidth de Jeude, Notes Leyden 
Museum Bd. 16, p. 125. 

Liygosoma (Hinulia) modiglianiü n.sp. (verw. malayanım Doria) von Sereinu 
(Sipora) Mentawei-Inseln. — Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 614. 

Lygosoma amabile n.sp. von Celebes,. — F. Müller, Verh. Ges. Basel X 
1894, p.835 (= nigrilabre Gthr. nach Blngr.). 

Lygosoma celebense p.836, inconspicuum p. 837, textum p. 838 nn. spp. von 
Celebes. — F. Müller l. c. 

Lygosoma striolatum M. Weber. Bemerkungen über Exemplare von Damma- 
Island macht Boulenger, Ann. Mag. N.H. (6) XIV 1894 p. 59. 

Mocoa cherriei n. sp. verw. assata, von Palmar, Costa Rica. — Cope, Proc. 
Amer. Phil. Soc. 1894, XXXI, p. 340. 


122 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Mabuia multifasciatus (Kuhl), neu für Hainan, von Boettger beschrieben. 
— Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 1894 p. 131. 

Mabuia rugifera Stol. Bemerkungen über Färbung von Exemplaren von 
Sereinu (Sipora) Mentawei-Inseln. — Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 613. 

Mabuia rudis Blngr. Bemerkungen über Pholidose und Färbung von 
Exemplaren von Sereinu (Sipora), Mentawei-Inseln. — Boulenger, Ann. Mus. 
Genova 1894 p. 614. 

Mabwia wahlbergi und occidentalis Ptrs. Bemerkungen über Exemplare 
aus Gross-Namaland macht O. Boettger, Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 
1894 p. 90. 

Mabuia vittuta Oliv. aus Syrien. Mittheilungen über Pholidose macht 
M. G. Peracca, Boll. Mus. Zool. Torino Bd.9 No. 167 p.8. 

Ablepharus burnetti n. sp. vom Burnett-River, Queensland, — Oudemans 
in: Semon, Zool. Forsch. Austr. V. 1. 1894 p. 145. 

Ablepharus carsonii n. sp. von Twambo, Brit. Central-Afrika. — Boulenger, 
Proc. Zool. Soc. London 1894 p.735, Taf. XLIX, fig. 4. 

Ablepharus festae n.sp. Es-salt u. Dscherasch, Syrien [= pannonicus Fitz. 
var. Ref.]. — Peracca, Boll. Mus. Zool. Torino Bd.9 No. 167 p. 8. 

Tropidophorus mocquardii n.sp. von Mt. Kina Baloo, N. Borneo. — Bou- 
lenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p.735 (= T. beccarii Moeq. non Pirs.). 

Eumeces chinensis (Gray). Bemerkungen über Stücke von Shanghai und 
Ningpo macht Boettger p. (143 u.) 146 in: Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 1894. 

Scelotes bellyi n. sp. von Madagascar. — Mocquard, CR. Soc. Philom. Prais 
1894 No.17 p. 3. 

Pygomeles braconnieri Grand. gehört nach Mocquard in die Gattung Ohal- 
cides. — CR. Soc. Philom. Paris 1894 No.17 p.4. 

Paracontias n. g. verw. Acontias Cuv. und Pseudacontias Boe., für P. brocchü 
n. sp. aus Madagascar. — Mocquard, CR. Soe. Philom, Paris 1894 No.17 p.5. 

Grandidierina n.g. verw. den vorigen, für Acontias rubrocaudatus Grand 
und Scelotes fierinensis Grand., von denen eine Beschreibung gegeben wird. — 
Mocquard, Ck. Soc. Philom. Paris 1894 No. 17 p. 6. 


Anelytropsidae. 

Typhlosaurus meyeri n.sp. verw. lineatus Blgr. Angra Pequena, Deutsch- 
S.-W.-Afrika. Boettger, Abh. u. Ber. Zool. Mus. Dresden 1892/93 No.5, 4p. 
— Auch separat: Eine neue Eidechse aus Südwest-Afrika. Berlin 1894, R. Fried- 
länder & Sohn, 4°, 


Rhiptoglossa. 
L. Kathariner hat eine sehr eingehende Arbeit über die Ana- 
tomie und den Mechanismus der Zunge bei Chamaeleon. — Aus- 


führliches Referat in: Jahresber. Zool. Stat. Neapel f. 1894, Vertebr. p. 
Ein Referat über Mocquard’s Mittheilung über die Achsel- 
taschen der Chamaeleons findet sich im Zool. Centralbl. 1. Jahrg. 
p. 377—378; über Siebenrock, Skelett von Brookesia ebenda 
p- 233— 294. 
E. Brücke, Untersuchungen über den Farbenwechsel des afri- 
kanischen Chamaeleons (1851 und 1852). Herausgegeben von M, 


in dar Herpetologie im Jahre 1894. 123 


v. Frey. Leipzig, W. Engelmann, 1893 (1894), 8° 64 p., I Taf. aus 
SB. Kais. Ak. Wiss. Wien in: Ostwald’s Klassiker der exacten Wissen- 
schaften No. 43. 

Im Report of the Council of the Zool. Soc. London für 1892, 
London 1893, 8° werden aufgeführt p. 42 Chamaeleon taeniobronchus 
Smith und p.43 Ch. parvilobus Blngr. für Natal. 

Chamaeleon ruspolüi n. sp. (= Ch. isabellinus Gthr.—= Ch. dilepis Leach var. 
isabellina). Ogadeen, Somaliland.. — Boettger, Zeol. Anz. 16. Jahrg. 1893 
p.116, 193 (wahrscheinlich doch gute Art — Ref.). 

Chamaeleon semicristatus n. sp. (verw. verrucosus Cuv ) von Süd-Madagascar. 
— Boettger, Zool. Anz. 1894 p. 138-140. 

Chamaeleon oustaleti n.sp. verw. verrucosus Cuv., von Betsileo und Diego 
Suarez, Madagascar. — Mocquard, Ck. Somm. Seanc. Soc. Philom. Paris No. 9. 
1894 p. 3. 

Brookesia stumpffüüi n. sp. —= B. superciliaris Bttgr. non Oh. superciliaris Kuhl, 
von Nossi Be. — Boettger, Zool. Anz. 1894 p. 182—184. 

Brookesia superciliaris (Kuhl) neu diagnostieirt nach Exemplaren von Ost- 
Madagascar (Wald von Ampassimpotsy) von Boettger, Zool. Anzeiger 1894 
p. 184. 

Brookesia tuberculata n.sp. von Madagascar. — Mocquard, Bull, Soc. 
Philom. Paris 1894 No. 17 p.3. 


Pythonomorpha. 


G. Baur. On the morphology of the Skull in the Mosusauridae. 

= Journ. of Morphol. (C. O. Whitman) Bd. 7 No. 1 p. 1—22, 
af. 1—2. 

J. C. Merriam (Ueber die Pythonomorphen der Kansas-Kreide.) 
hat das Skelet der Mosasauridae aus der Kansas-Kreise zum Gegen- 
stand einer Arbeit gemacht. Verf. findet mit den Lacertilia und 
speciell mit den Varanidae eine grosse Aehnlichkeit und offenbare 
Verwandtschaft, sie sind deshalb nicht als eine besondere Ordnung 
anzusehen. Das Quadratojugale und Parietale berühren sich und 
lassen in dem quadratoparietalen Bogen keinen Platz für das Squa- 
mosum, welches nach Cope die Schädelkapsel erreichen soll, übrig. 
— Stuttgart (Palaeontographica Bd.41) 1894, 4° p.1—39 fig., 
Taf. I-IV. — Speciell werden behandelt Formen der Gattungen 
Tylosaurus Marsh, Platecarpus Cope, ÜUlidastes Cope und Bapto- 
saurus Marsh. Davon neu die Folgenden: Platecarpus clüdastordes 
und oxyrhinus, Clidastes medius p. 34 und liodontus p. 35, Bapto- 
saurus onchognathus p. 37. 


Ophidia. 


C. Phisalix & F. Bertrand, Sur la presence des glandes veni- 
meuses chez la couleuvre (Tropidonotus natrix et viperinus) et la 
toxieit& du sang de ces animaux. — Nach Versuchen an Meer- 
schweinchen enthalten die Öberlippendrüsen und das Blut Gift 


124 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


(Echidnin). Die Immunität gegen Viperngift beruht auf dem Vor- 
handensein des Giftes im Blute, wahrscheinlich infolge einer internen 
Secretion aus den Speicheldrüsen. — C.R. Acad. Sc. Paris Bd. 118 
p. 76—79. Auszug in Rev. Scientif. (2) Bd. 1 p. 89. 

C. Phisalix & G. Bertrand, Attenuation du venin de la 
vipere par la chaleur et vaccination du cobaye contre ce venin. — 
Das Gift enthält zweierlei Substanzen: Echidnase und Echidnotoxin. 
Auf 75° erhitzt, verliert es seine Wirkung, abgekühlt tödtet es 
Meerschweinchen in 24—48 Stunden. Das erhitzte Gift erhält 
Eigenschaften, die es zur Impfung geeignet machen. Tödtliche 
Dosen des Giftes, die geimpften Thieren eingespritzt wurden, er- 
zielten nach 2—3 Stunden noch keine Wirkung. — CR. Ac. Sc. 
Paris Bd. 118 p. 288—291, Auszug in: Rev, Scientif. (4) Bd. 4 p. 185. 

C. Phisalix & G. Bertrand, Sur la propriete antitoxique du 
sang des animaux vaceines contre le venin de vipere. CR. Ac. Sc. 
Paris Bd. 118 p. 356—358. Das zur Impfung verwendete Echid- 
novaccin ist Viperngift das 5 Minuten auf 80° erhitzt wurde. Ver- 
mehrte Dosen erhöhen die Widerstandsfähigkeit. 

C.Phisalix et G. Bertrand, Sur la röclamation de Mr. Calmette 
ä propos du sang antitoxique des animaux immunises contre le venin 
des serpents. — CR. Ac. Sc. Paris Bd. 118 p. 1071—1072. — Ob- 
servations & propos de la note de Mr. Chalmels relative au venin des 
serpents. — Ebenda p. 935 — 936. 

A. Calmette. Proprietss du serum des animaux immunises 
contre le venin des serpents. 'T'herapeutique de l’envenimation. — 
CR. Ac. Sc. Paris Bd. 118 p. 720—722. 

S. Jourdain, Quelques observations & propos du venin des 
serpents. — CR. Ac. Sc. Paris Bd. 118 p. 207—208. Auszug in: 
Rev. Scientif (4) Bd.1 p.153. Natrix torguata, Tropidonotus vipe- 
rinus, Elaphis aesculapii, Coronella austriaca und Rhinechis sind 
immun gegen Viperngift. Der Autor ist überzeugt, dass diese 
Schlangen giftbereitende Apparate besitzen, und dass das Gift im 
Blute sich findet. Coelopeltis hat eine kleine Giftdrüse. Ob 
Viperngift auf Coelopeltis wirkt, ist unbekannt. — Referirt sind vor- 
stehende Arbeiten im Zool. Oentralbl. Jahrg. 1 p. 494, 620. 

Viaud-Grand-Marais bringt eine Mitteilung über die Nah- 
rung der Nattern. (Feuille des jeunes Naturalistes 23. Jahrg. 
p- 78). — Lombard, ebenda p. 93—94. 

G. Retzius, Die embryonale Entwicklung der Rückenmarks- 
elemente bei den Ophidiern. Biol. Unters. (2) VI. 1894 p. 41—45, 
Taf. XXI—XXU. 

G. Retzius, Die Riechzellen der Ophidier in der Riechschleim- 
haut und im Jacobson’schen Organ. — Biol. Unters. (2) VI. 1894 
p. 48-51, T. XXII. Fig. 8. 

Röse hat Entwicklung der Zähne bei der Kreuzotter unter- 
sucht. Der Eizahn ist paarig angelegt (ursprüngliches Verhalten), 
doch geht die linke Anlage bald zu Grunde; daneben finden sich 
noch weitere rudimentäre Anlagen von Praemaxillarzähnen (als 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 125 


welohe auch die Eizähne aufzufassen sind). Das Vorhandensein 
von Schmelz auf den Zähnen (Tomes) wird bestätigt. Der Gift- 
canal ist durch eine Epithelmasse erfüllt, deren innere Zellen nach 
Art der Schmelzpulpa (welche wie bei Crocodilen und Chamaele- 
onten aus Sternzellen besteht) sich ausbilden, während die äusseren 
keinen Schmelz bilden. Giftzahnanlagen wurden in weiter ent- 
wickelten Stadien bis 10 gefunden; die Zahnleiste bildet eine sieb- 
artig durchlöcherte Epithel-Platte. Die beiden gleichzeitig thätigen 
Giftzähne werden immer gleichzeitig gewechselt und haben stets 
die gleiche Entfernung von einander. — Anat. Anz. Bd.8 p. 439—451, 
10 Fig. 

fr Bisogni beschreibt eine neue Drüse, die sich auf der oberen 
Innenseite der Zungenscheide bei Vipera Redii und berus vorfindet. 
Sie besteht aus einer rechten und linken Hälfte, die durch Binde- 
gewebsbündel von einander getrennt und bei V. berus rosenkranz- 
förmig sind, bei V. Redii aber mehr ein geschlossenes Ganzes 
bilden. Die Drüsenschläuche besitzen eine Bekleidung von Cylinder- 
epithel, dessen Plasma je nach dem Umstande, ob die Drüse in 
Thätigkeit oder Ruhe ist, granulös oder homogen ist. Internat. 
Monatsschr. Anat. Physiol. 11.Bd.p 123—126, T. VI. 

E.D.Cope hat, um neue für die Systematik der Schlangen ver- 
werthbare Merkmale zu finden, die Lungen von 150 Arten aus fast 
allen Familien und Unterfamilien untersucht. Er findet, dass die 
Boiden auch in dieser Beziehung den Lacertiliern am nächsten 
stehen; sie haben mit Ausnahme von Ungalia zwei wohlentwickelte 
Lungen, von denen die kleinere ventral und rechts, die grössere 
dorsal und links gelegen ist. Bei den Colubriden ist die ventrale 
(rechte) Länge zwar meist vorhanden aber in reducirter Form (2 
—9 mm lang). Sie ist mit der grösseren Lunge durch eine den 
Tracheenknorpel durchbohrende Oeffnung verbunden. Trotz ihrer 
Kleinheit kann die rechte Lunge durch ein besonderes (bei Heterodon 
und Conophis sogar Knorpelringe besitzendes) Rohr mit der Trachea 
verbunden sein. Die dorsale Lunge kann nach vorn einen langen, 
bei Heterodon bis zum Kopfe reichenden Zipfel entsenden; dasselbe 
ist bei den Viperiden der Fall wo das Lumen dieses Fortsatzes aber 
seiner ganzen Länge nach mit der Trachea in Verbindung steht; 
sowie bei Platurus, Hydrus, Hydrophis und Ungalia der Fall; bei 
Chersydrus ist dieser vordere Lungenfortsatz, die Tracheallunge, von 
der Trachea getrennt, doch communicirt sie mit den Lungenzellen 
durch eine Reihe auf jeder Seite regelmässig angeordnete Oeffnungen 
und hat selbst kein Lumen. Die Tracheallunge von T’yphlops be- 
steht aus verschieden grossen Zellen, welche die Trachea umgeben 
uud welche weder mit dieser noch mit der Lunge communiren, 
sondern überhaupt keinen Ausführungsgang besitzen; sie reicht bis 
zur Gularregien und dürfte zur Athmung nicht in Betracht kommen. 
Bei den //ysirden liegt die rudimentäre Lunge zur Linken der 


126 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Dorsallunge; bei Typhlops ist ausschliesslich die rechte vorhanden, 
ebenso bei (rlauconia, doch fehlt hier eine Tracheallunge; sowohl 
bei 7'yphlops als bei Glauconia dürfte die Lunge der rudimentären 
Lunge der Colubriden entsprechen. Abgebildet sind in Umriss- 
zeichnungen Lage und Bau der Lunge von T'yphlops, Charina, 
Chersydrus, Coluber, Heteroden und Crotalus. — Proc. Am. Phil. 
Soc. Philad. Vol. 33, 1894 p. 217—224, Taf. 11—16. — Referat in: 
Zool. Centralbl. II. p. 67—69. 

J. Zennek hat eine Arbeit über die Anlage der Zeichnung 
und deren physiologische Ursachen bei Ringelnatter-Embryonen. 
Er findet bei jungen Embryonen zinnoberothe Streifen, welche in 
drei Paaren und einer unpaaren dorsalen Medianlinie (mit Ausnahme 
der dem Bauche nächsten) bis zur Schwanzspitze hinziehen und 
genau den von Eimer benannten Längsstreifen der Zeichnung ent- 
sprechen. Die Längslinien sind untereinander durch Querlinien ver- 
bunden und verschwinden mit dem Auftreten der Fleckenzeichnung, 
welche sich vorn zuerst zeigt; und zwar in 6 Längsreihen, den 
Streifen entsprechend. An Querschnitten zeigte es sich, dass an 
den Stellen, wo die rothen Längslinien verlaufen, Blutgefässe unter 
der Haut hinziehen und dass da, wo Blutbahnen aus dem Innern 
des Körpers in regelmässigen Abständen in die Längsgefässe ein- 
münden, die Pigmentflecken auftreten. Verf. meint, dass das Pigment 
auf bestimmte Bahnen aus dem Innern des Körpers, wo es zuerst 
auftritt, nach der Epidermis hingeführt wird und dass diese Bahnen 
mit dem Verlauf von Gefässen zusammenfallen, welche theils noch 
vorhanden, theils durch lockeres Bindegewebe ersetzt wird. — Zeit- 
schrift wiss. Zoologie 58 Bd. p. 364—393, Taf. XXIII. — Referat 
in: Zool. Centralbl. II. p. 184 und Biol. Uentralbl. XV. 1895 p. 345. 

Teich hat Bemerkungen über die Schlangen der Mugany- 
Steppe zwischen Aral- und Kaspi-See und der persischen Grenze. 
— KB. Naturf. Ver. Riga XXXVI. 1894 p. 69. 

C. Cobb. Do Snakes charm Birds? — Journ. Elisha Mitchell Se. 
Soc. (Chapel Hill, N. C.) Bd. 10 Pt.2 (1894) p.? (Nicht gesehen). 

G.A.Boulenger hat uns in Fortsetzung seiner bisher er- 
schienenen Cataloge der Reptilien des British Museums mit. den 
beiden ersten Bänden des „Catalogue of Snakes in the Collection 
of the British Museum“ beschenkt, welche den schwierigsten Theil 
der Reptiliensystematik mit gewohnter Meisterschaft behandeln. 
Der erste Band 1893 erschienen, 448 Seiten Text und 28 Tafeln 
Abbildungen enthaltend, bringt die Beschreibung der Gattungen und 
Arten in den Familien der 7’yphlopidae, Glauconüidae, Boidae, Ily- 
siidae, Uropeltidae, Xenopeltidae und eines Theils der Colubridae 
Aglyphae, nämlich die Acrochordinae und etwa dieHälfte der Colubrinae; 
der zweite Band, welcher 1894 erschienen ist, enthält auf 382 Seiten 
Text und 20 Tafeln den Rest der Colubrinae und die kleine, nur 
eine Gattung und Art umfassende Familie der Rrhachiodontinae. 

Was das vom Verf. eingeführte System der Schlangen anbelangt, 
so ist es in erster Linie auf osteologische Charactere gegründet, 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 127 


doch sind die darnach unterschiedenen Familien so natürlich, dass 
sie auch ohne deren Zuhilfenahme meist leicht erkannt werden 
können. Die Anzahl der Familien, die früher eine überaus grosse 
war, womit eine erhebliche Schwierigkeit der Abgrenzung derselben 
voneinander Hand in Hand ging, ist auf 9 reducirt und sie unter- 
scheiden sich, wie folgt. 

I. Kein Ektopterygoid (Transpalatinum); Pterygoid nicht bis zum 
Quadratum oder Unterkiefer reichend; kein Supratemporale; 
Praefrontale mit dem Nasale eine Sutur bildend; Coronoid 
vorhanden; Spuren eines Beckens vorhanden, 

Öberkiefer vertikal, lose befestigt, Zähne tragend; Unter- 
kiefer zahnlos; nur ein Beckenknochen jederseits 

1. Typhlopidae 

Oberkiefer den Mundrand bildend, durch Sutur mit dem 

Praemaxillare, Praefrontale und Frontale verbunden, zahnlos; 

Unterkiefer bezahnt; Pubis und Ischium vorhanden, letztere 

eine Symphyse bildend 2. Glaucomüidae 

II. Ectopterygoid vorhanden. Beide Kiefer mit Zähnen. 

A. Coronoid vorhanden; Praefrontale in Contact mit Nasale. 
1. Rudimente von Hintergliedmassen vorhanden; ebenso 
das Supratemporale. 
Supratemporale gross, das Quadratum daran aufgehängt 
3. Boidae 
Supratemporale klein, in die Schädelwand eingekeilt 
4. Ilysüdae 
2. Keine Spuren von Hinterextremitäten; kein Supra- 
temporale 5. Uropeltidae 
B. Coronoid fehlt; Supratemporale vorhanden 
1. Oberkiefer horizontal, Pterygoid das Quadratum oder 
den Unterkiefer erreichend. 
Praefrontale in Contact mit Nasale 6. Xenopeltidae 
Praefrontale nicht in Contact mit Nasale 7. Colubridae 
2. Oberkiefer horizontal, nach hinten gegen das Pala- 
tinum convergirend; Pterygoid weder Quadratum noch 
Unterkiefer erreichend 8. Amblycephalidae 
3. Oberkiefer vertical, am Ectopterygoid aufrichtbar; 
Pterygoid Quadratum oder Unterkiefer erreichend 
9. Viperidae 
Was die weitere Untertheilung anbelangt, so geschieht sie in 
erster Linie nach dem Gebisse, nach der Beschuppung, der Form 
der Pupille u.s. w. Die Doöidae werden in Pythoninae mit und 
Boinae ohne Supraorbitale, die Viperidae in Vrperinae ohne und 
Crotalinae mit Grube zwischen Nasenloch und Auge eingetheilt. — 
Besondere Meisterschaft hat Verf. m der Behandlung der überaus 
schwierigen und den grössten Theil aller jetzt lebenden Schlangen- 
arten umfassenden Familie der Colubridae bekundet. Statt der 
zahlreichen Familien früherer Autoren und den kaum weniger zahl- 
reichen, wenn auch auf andere Merkmale gegründeten Familien 


128 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Cope’s werden nur die drei alten Gruppen der Aglyphae, “pistho- 
glyphae und Proteroglyphae wieder restituirt und jede in eine aus- 
schliesslich aquatische und eine mehr weniger terrestische Section 
gegliedert; den beiden ersten Gruppen gehört auch noch je eine 
kleine, je eine Gattung und Art enthaltende Section an, welche 
eierfressende Schlangen von besonderem Bau des Verdauungs- 
apparates enthält. 


Die Colubrinae gliedern sich demnach folgendermassen: 
1. Aglyphae a) Acrochordinae (kleine, nur 5 Gattungen 
(aquatisch) mit ebensoviel [jetzt 6] 
Arten umfassende Grup- 
pe; 4 Gattungen indisch, 


eine centralamerika- 
nisch) 
b) Colubrinae (die grösste aller Ophi- 
(mehr weniger terrestrisch) diergruppen) 
c) Rhachiodontinae (Eierfresser) 
2. Opisthoglyphae a) Homalopsinae (kleine, nur lOGattungen 
(aquatisch) zählende Gruppe, rein 
indoaustralich) 


b) Dipsadomorphinae 
(fast ausnahmslos terrestrisch) 


c) Elachistodontinae (Eierfresser) 

3. Proteroglyphae a) Hydrophrüinae (relativ kleine, 10 Gat- 
(aquatischh fast tungen umfassende, fast 
ausnahmslos ma- ausschliesslich indo- 
rin) australische Gruppe) 

b) Elapinae 
(terrestrisch) 


Von den Colubrinae sind nach Boulenger zwei Gruppen zu 
unterscheiden, von denen die eine auf der Unterseite der Rumpf- 
wirbel auch in der hinteren Hälfte der Wirbelsäule einen mehr 
weniger hohen, schneidenden Kamm oder Kiel besitzt, während die 
andere an derselben Stelle höchstens eine niedrige Längsleiste er- 
kennen lässt. Nach diesen Merkmalen lassen sich Formen, welche 
man früher derselben Gattung zurechnete, wie z. B. die nord- 
amerikanischen Zleterodon- und die madagassischen Lioheterodon- 
Arten, leicht und mit Sicherheit trennen. Während im ersten Band 
des Catalogs sich von Colubrinen, wenn wir von den weitverbreiteten 
Gattungen Tropidonotus und Zamenis absehen, vorwiegend altwelt- 
liche Formen vertreten finden, enthält der zweite Band (wieder von 
Coluber und Coronella und einigen anderen Gattungen abgesehen) 
die Hauptmassen der amerikanischen Arten. Dass das monumentale 
Werk, welches im Jahre 1596, wie jetzt schon bemerkt werden 
möge, abgeschlossen ist, eine feste Grundlage für weitere Forschungen 
bildet und jedem Herpetologen unentbehrlich ist, braucht ja nicht 
besonders erwähnt zu werden. — Referat von Boettger im Zool. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 129 


Centralbl. Bd. I p. 124, Bd.2 p. 61; von Werner im Biol, Centralbl. 
Bd. XVI No. 18, 1896 p. 680. 

Portier hat eine Mittheilung über die Analsäcke bei Tropi- 
donotus, Coronella und Vipera, welche sowohl beim g' als beim 2 
vorkommen, bei ersterem an der dorsalen Seite des eingestülpten 
Penis gelegen sind und an der Basis des vom vorgestülpten Penis 
gebildeten Kegels ausmünden. Die Auskleidung der Innenwand 
wird von einem geschichteten Epithel gebildet, welches aussen von 
einer dichten Bindegewebsschicht umhüllt wird, während der ganze 
Sack von quergestreiften Längsmuskeln umgeben ist, die aber nur 
auf der Dorsalseite eine feste Verbindung mit der Wandung des 
Sackes eingehen. — OR. Ac. Sc. Tome 118 p. 662—663; Referat 
in Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 914. 

Cope giebt einen Ueberblick über die Classification der Schlangen 
und zwar mit Rücksicht auf den Bau der männlichen Copulations- 
organe (siehe Bericht für 1893 p. 101) und der Lungen (siehe oben); 
als Beispiel für ein auf diese Merkmale begründetes System führt 
er seine Gruppen der Xenodontinae und der Scytalinae an, von 
denen er analytische Tabellen giebt. — Amer. Naturalist XXVIII, 
1894 p. 831—844, Taf. XXVII—XXVIl 

H. E. Sauvage erwähnt einen Schlangenwirbel aus dem Gault 
von Portugal. Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 391. 


Typhlopidae. 


Typhlops batillus n.sp. von Wagga Wagga, N. S. Wales. — E.R. Waite, 
Proe. Linn. Soc. N. S. Wales IX. 1894 p.9 Taf. I fig. 1—3. 

Typhlops diversus n.sp. verw. braminus Daud., von Mowen, Central Rail- 
way, Queensland. — Waite, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales IX, 1894 p.10 Taf.I 
fig. 4—6. 

Typhlops unguirostris Ptrs. und affinis Blngr. — Notizen p. 11 und neue 
Diagnosen p. 12 u. 13. — Waite, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales IX, 1894. 

Typhlops wiedi Ptrs. abgebildet 1. c. Taf. I fig. 7”—9. 

Typhlops polygrammieus Schleg. — Waite nennt l.c p.13 ein Stück von 
717 mm Länge von Kempsey am Macleay River, N. S. Wales. 

Typhlops braminus Daud. für Ambon, Molukken nachgewiesen von Boettger 
in: Semon, Zool. Forsch. Austr. V, 1, 1894 p. 122. 

Typhlops beddomiüi Taf. I fig.3, leucomelas fig. 4, jerdoni fig.5, leucoproctus 
fig. 6, comorensis Taf. II fig.1, socotranus fig.2, oatesü fig. 3, torresianus fig. 4, 
reginae Taf. III fig. 1, exocoeti fig. 2, blanfordii fig.5, affinis fig. 3, cumingi fig. 4, 
inornatus fig.6 abgeb. bei Boulenger, Cat. Snakes I (189). 

Typhlops boettgeri p. 39, Taf. II fig. 6 von Madagascar und crossii p. 52 
Taf. III fig.5 von W. Afrika, nn. spp. — Ebenda. 


Glauconiidae. 


Glauconia affinis Blngr. Taf. III fig. 7 und G. emini Bingr. fig. 8 abgeb. 
bei Boulenger, Cat. Snakes I (1893). 
Arch. f. Naturge-ch. Tahrg. 1896. Bd. Il. H.]. 9 


130 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Boidae. 


Chondropython viridis Schleg. beschrieben und farbig abgebildet von 
Boettger in: Semon, Zool. Forsch. Austr. V. 1, 1894 p.120, Taf. V, fig. 3. 

Liasis childreni Gray und olivaceus Gray abgebildet Taf. IV fig.1 und 2 
bei Boulenger, Cat. Snakes I (1893). 

Aspidites melanocephalus Krefft beschrieben von Boettger in: Semon, 
Zool. Forsch. Austr. V. 1, 1894 p.119. 

Aspidites ramsayi Macleay, neu beschrieben und Kopf abgebildet von E. 
R. Waite, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales IX 1895 p. 715, T.1. 

F. Lataste vertheidigt seine (1879) und Blanchard’s (1882) 
über das Zwerchfell von Python ausgesprochenen Ansichten gegen 
G. W. Butler’s Kritik (1892). — Act. Soc. Scientif. Chili Bd. 2, 
Proc. Verb. p. 167—170. 

Rabl-Rückhard giebt eine ausführliche Beschreibung des 
Gehirnes von Python molurus. — Zeitschrift wiss. Zoologie 58. Bd. 
p- 694—717, Taf. XLI; und SB. Ges. naturf. Fr. Berlin 1894 p.45—46. 
(Eingehendes Referat in Jahresber. für 1894 Zool. Station Neapel, 
Vertebr. p. 175—176. 

Corallus cookii Gray abgeb. Taf. IV flg.3 bei Boulenger, Cat. Snakes I (1893). 

Eryx elegans Gray Taf. V fig. 1, muelleri iig.2, jayakari fig.3 abgeb. bei 
Boulenger ]. c. 

R. R. Mole erwähnt eine weibliche Boa constrietor von 11!/g' 
Länge, von Caparo, Trinidad, die 41 Eier enthielt. Die Art soll 
nach den Büchern 12‘, nach Waterton 14’ lang werden. — Journ. 
Trinidad Field Nat. Club Bd.1 p. 156. 

Ein Referat über G. Torossi, L’embrione del Boa constrictor 
(Vicenza, Tip. S. Giuseppe 1893) findet sich in: Revue Linneenne 
de Lyon 9. Jahrg. p. 53. 

A.D. Bartlett berichtet von einer 11 Fuss langen Boa constrietor 
im Reptilienhause der Zoological Society of London, welche eine 
nur um 2 Fuss kleinere verschlungen und vollständig verdaut hatte 
und nach 28 Tagen wieder Nahrung annahm. — Proc. Zool. Soc. 
London 1894 p. 669. 

In einer Notiz über die Grösse der Thiere kommt R. R. Mole 
auf die übertriebenen Angaben betreffs der Länge von Schlangen 
zu sprechen und führt für Boa constrictor, Eunectes murinus u. a. 
eigene Messungen an. — Journ. Trinidad Field Nat. Club Vol. 2, 1895 
p. 192—194. 


Uropeltidae. 


Rhinophis travancoricus n. sp. von Travancore. — Boulenger, Cat. 
Snakes 1 p. 143, Taf. IX fig. 3. 

Silybura getersii Taf. VI fig.1, maculata fig. 2, nitida fig. 3, dindigalensis 
Taf. VOL fig. 1, broughami fig.2, macrorhynchus Taf. VIII fig.1, rubrolineata 
fig. 2, myhendrae Taf. IX fig. 1, madurensis fig. 2 abgeb. bei Boulenger, Cat. 
Snakes I (1893). 

Pseudoplectrurus canaricus Bedd. abgeb. Taf.X fig. 1 bei Boulenger l.e. 


in den Herpetologie im Jahre 1894. 131 


Plectrurus davisonit Bedd. abgeb. Taf. X fig.2 bei Boulenger l.c.; P. 
aureus Taf.X fig. 3. 

Platyplecturtus trilineatus Taf. XI fig. 1 und madurensis Taf. XI fig, 2 abgeb. 
bei Boulenger l.c. 


Colubridae. Aglyphae. 


G. Mingaud erzählt als Beispiel von Intelligenz der Ringel- 
natter, (?— Ref.) dass ein Exemplar eine Eidechse herauswürgte, 
um aus ihrem Drahtkäfig entschlüpfen zu können, und ein anderes: 
zwei Kanarienvögel, die es in ihrem Bauer verzehrt hatte, dasselbe 
Verfahren einschlug, um wieder in Freiheit zu erlangen, ein Vor- 
gang, der sich aber auch anders erklären lässt. — Rev. Seientif. 
1893 p. 155. — Ref. in Natur (Müller) 43. Jahrg. 1893 p. 46 und 
Zoolog. Garten 35. Jahrg. p. 313— 314. 

F. Werner giebt eine Berichtigung zu der Bemerkung Min- 
gaud’s über Intelligenz der Ringelnatter in No. 10 des Zool. Gartens. 
Die dort genannte Schlange kann keine Ringelnatter gewesen sein. 
Zool. Garten 1894, 35. Jahrg. p. 350. 

A. Carruccio hat eine Arbeit über die giftlosen Schlangen der 
Provinz von Rom (I. Theil: Colubridae und Coronellidae). — Lo 
Spallanzani (2) 21. Jahrg. p. 35—53. 

L. Redon-Neyreneuf meldet nach Hörensagen einen Fall 
von Viviparität bei Tropidonotus natix L. — Revue Linneenne de 
Lyon 9. Jahrg. p. 53. 

Siehe auch Lönnberg p. 108 u. Peracca p.99 dieses Ber. 

Chersyydrus granulatus Schn. von Ennere angegeben von H. Warth, Admin. 
Report Govt. Central-Mus. Madras for 1892/93 p. 8. 

Polyodontophis bivittatus n. sp. von Palawan. — Boulenger, Ann. Mag. 
N.H. (6) XIV. 1894 p. 82—83 (imitirt anscheinend Adeniophis bilineatus Ptrs. 
von derselben Insel). 

Polyodontophis collaris Gray abgeb. bei Boulenger, Cat. Snakes I Taf. XII 
fig.1; bistrigatus Taf. XII fig. 2. 

Henicognathus venustissimus n.sp. von Nicaragua. — Günther, Biol. 
Centr.-Amer., Rept., p. 144 (1894) Taf. 51 fig. C. 

Dromicodryas n.g. für Herpetodryas bernieri und quadrilineatus DB. — 
Boulenger, Cat. Snakes I p. 189. 

Trimerodytes n. gen. (verw. Tropidonotus, aber Praefrontalia verschmolzen) 
für T. balteatus n. sp. von Hainan. — Cope, Proc. Acad. Philad. 1884 p. 426, 
Taf.X, fie. 2. 

Compsophis n.g. verw. Tropidonotus, für C. albiventris n.sp. von Mada- 
gascar. — Mocquard, Bull. Soc. Philom. Paris 1894 No.17 p.8. 

Tropidonotus nuchalis Bingr. abgeb. Taf. XIII fig. 1, parallelus fig. 2, 
khasiensis fig. 3, petersii Taf. XIV fig. 1, punctulatus fig. 2, modestus fig. 3, Sancti- 
Johannis Taf. XV fig.1, asperrimus fig.2, chrysargoides Taf. XVI fig.1, saravacensis 
fig.2, aurieulatus Taf. XVII fig. 1 abgeb. bei Boulenger l. ce. 

Tropidonotus godmani n.sp. von Guerrero, Mexico. — Günther, Biol. 
Centr.-Amer., Rept., p. 133 (1894). 


9* 


132 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Tropidonotus callistus Gthr. Bemerkungen über Pholidose und Färbung bei 
F. Müller, Verh. naturf. Ges. Basel X 1894. p. 831. 

Ampbhiesma stolatum L. von Hainan; Hemipenis beschrieben bei Cope, Proc. 
Acad. Philad. 1894 p. 425. 

Eutaenia butleri Cope gute Art (Indiana, Illinois). — Stejneger, Proc. 
U. S. Nat. Mus. 1894 p. 593— 594. 

Pseudoxenodon dorsalis Gthr. abgeb. bei Boulenger Taf. XVII fig. 2. 

Lioheterodon modestus Gthr. abgeb. bei Boulenger Taf. XVIII fig. 1. 

Helicops trivittatus Gray abgeb. bei Boulenger Taf. XVIII fig. 2. 

Opisthotropis andersonii Blngr. abgeb. bei Boulenger Taf. XVIII fie. 3. 

Trachischium guentheri Blngr. abgeb. bei Boulenger Taf. XIX fig. 1. 

Rhabdops olivaceus Bedd. abgeb. l. c. Taf. XIX fig. 2. 

Plagiopholis n. g. für P. blakewayi n. sp. von Burma. — Boulenger, 
l. ec. p. 301 Taf. XIX fig. 3. 

Oxyrhabdium leporinum Gthr. abgeb. 1. cc. Taf. XIX fig. 4. 

Xylophis stenorhynchus Gthr. abgeb. l.c. Taf. XX fig.1. 

Achalinus rufescens Blngr. abgeb. 1. c. Taf. XX fig. 2. 

Aspidura guentheri Ferg. abgeb. 1. c. Tat. fig. 3. 

Storeria occipito-maculata wird von Hamilton Co., N. Y., verzeichnet. Proc. 
Ac. Nat. Sc. Philad. 1893 p. 576 (1894). 

Lamprophis fuscus n.sp. vom Cap d. g. Hoffnung. — Boulenger, Cat. 
Snakes I p. 322 Taf. XX fig. 4. 

Micropisthodonn.g. verw. Lamprophis, für M. ochraceus n. sp. von Nossi 
Be. — Mocquard, CR. Soc. Philom. Paris 1894 No. 17 p.8. 

Gonionotophis n. n. für Gonionotus Mocq. non Gray. — Boulenger 
t. c. p. 323; @. grantiü abgeb, Taf. XXI fig. 1. 

Boodon infernalis Gthr. abgeb. Taf. XXI fig.1. — Boulenger ].c. 

Lycophidium meleagris n. sp. von Angola. — Boulenger, Cat. Snakes I 
p. 337 Taf. XXI fig. 2. 

L. jacksonii n.sp. von O. Afrika p. 340, Taf. XXI fg.3 und L. abyssinicum 
n. sp. von Abessynien p. 343, Taf. XXH fig. 1. — Boulengerl.c. 

L. fasciatum Gthr. und elapoides Gthr. abgeb. bei Boulenger |. ce. 
Taf. XXII fig. 2—3. 

Simocephalus nyassae Gthr. abgeb. bei Boulenger ]. c. Taf. XXIII fig. 2. 

Lycodon anamallensis Gthr. Taf. XXIV fig.1, laoensis fig. 2, travancoricus 
fig.3 abgeb. bei Boulengerl.c. 

Stegonotus heterurus n. sp vom Bismarek-Archipel. — Boulenger |. e. 
p. 367 Taf. XXV fig.1. 

Dryocalamus gracilis Taf. XXV fig. 2 und tristrigatus fig. 3 abgeb. bei 
Boulenger l.c. 

Pseudoxyrhopus ambreensis n.sp. Mt. d’Ambre, p. 4 und P. tritaeniatus n. sp. 
Betsileo, Madagascar p.4. — Mocquard, CR. Somm. Seance. Soc. Philom. Paris 
No.9, 1894. 

Zaocys dhumnades Cant. abgeb. Taf. XXVI fig. 1, Zuzonensis fig.2, carinatus 
Taf. XXVI fig. 1, fuscus fig.2 bei Boulenger ].c. 

Bascanion flagellum Shaw richtiger Name für die „Coachwip snake“ (Za- 
menis flagelliformis bei Boulenger Cat. Snakes IL). — Stejneger, Proc. U.S 
Nat. Mus. 1894 p.595—596. 

Zamenis arenarius Blngr. abgeg. bei Boulenger ].c. Taf. XXVII fig.2. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 133 


Trirhinopholis n.g. für T. nuchalis n. sp. von Burma. — Boulenger, 
ae 9.419, TU XXVINH de.1. 

Drymobius rhombifer Gthr., abgehildet von Günther in Biol. Centr. 
Amer., Rept., XLV. 1894. 

Caco calyx n.gen. für Drymobius percärinatus Cope. — Cope, Proc. Acad. 
Philad. 1894 p. 427. 

Drymobius paueicarinatus n. sp. von La Candelaria, Costa Rica. — Cope, 
Proc. Acad. Philad. 1894 p.202. — Beide spp.=D, dendrophis Schleg. (Bou- 
lenger, Rec. f. 1894 p. 28). 

Phrynonax poecilonotus Gthr. und argus Gthr. nec. Bocourt abgeb. von 
Günther in Biol. Centr. Amer. Taf. XLIII und XLIV (1894). — Ph. quentheri 
p.20, von Mexico, und eutropis p.22, T. I. Fig. 2 (Hab.?) nn. spp.; Boulenger, 
Cat. Snakes II. (1894). — Ph. eutropis lebt auf Trinidad; Boettger, Bull. 
Trinidad II 1894 p. 85. 

Coluber rufodorsatus (Cant.) frisst nach Boettger, dem ein Stück aus dem 
Sitai-See bei Shanghai zu kam, auch Frösche. — Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 
1894 p. 144. 

Coluber taeniurus Cope wurde von Schmacker im Oktober 1888 im Flusse 
bei Wusung schwimmend angetroffen. — Boettger in Ber. Senckenberg. naturf. 
Ges. 1894 p. 144. 

C. F. Lütken berichtet über das Vorkommen von Coluber aescu- 
lapii („Hasselsnogen“) in Dänemark. — Vid. Medd. 1894 p. 72—77. 

Coluber subradiatus Schleg., Mittheilungen über Pholidose und Färbung 
macht Th. W. van Lidth de Jeude. — Notes Leyden Museum Bd. 16 p. 126, 

Coluber (Gonyosoma) jansent Blkr. Bemerkungen über Pholidose und Färbung 
macht F. Müller in Verh. naturf. Ges. Basel X. 1894 p. 829—831. Abgeb. von 
Boulenger in Cat. Snakes II (1894) Taf. I fig. 2. — Coluber frenatus Gray 
abgeb. von Boulenger ebenda Taf. III fig. 1. — Coluber arizonae n. nom. für 
Arizona elegans Kenn. — Boulenger, ebenda p. 66. 

Spilotes megalolepis Gthr. abgeb. von Boulenger in Cat. Snakes II. 1894 
Taf! IT: 

Dendrophis bifrenalis Blngr. fig. 1 und grandoculis Blngr. fig. 2 abgeb. bei 
Bouienger, Cat. Snakes II, Taf. IV. 

D.gastrostielus n.sp. p.86, von Neu-Guinea; Boulenger, ebenda Taf. IV fig.3. 

Dendrelaphis modestus n. sp. von Ternate. — Boulenger, ebenda p. 91 
Taf. IV fig. 4. 

Chlorophis emini Gthr., fig. 1, hoplogaster Gthr. fig. 2 und Aeterolepidotus 
Gthr. fig 3, abgeb. bei Boulenger, ebenda Taf. V. 

Philotha’nnus nitidus Gthr. abgeb. bei Boulenger, ebenda Taf. V fig. 4. 

Eine Synopsis der bisher bekannten Leptophis-Arten giebt Cope 
in Proc. Acad. Philad. 1894 p. 203. 

Leptophis ultramarinus n. sp. von Pazu Azul, Costa-Riea. — Cope, Proc. 
Acad. Philad. 1894 p. 203. 

Leptophis modestus Gthr. abgeb. von Günther, Biol. Centr. Amer., Rept. 
Taf. XLVIII 1894. 

L. occidentalis Gthr. fig. 2 und nigromarginatus Gthr. fig. 3 abgeb. bei 
Boulenger, Cat Snakes II (1894) Taf. II. 

Monobothris n. g. für Dromicus chamissonis Auct. — Cope, Amer. Natu- 
ralist XX VIII. 1894 p.841. 


134 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Echinanthera n.g. für Aporophis cyanopleurus Cope. — Cope, Amer. 
Naturalist XX'VIII. 1894 p. 841. 

Trimetopon pliolepis n. sp. von San Jose, Costa Rica. — Cope, Proc. Acad. 
Philad. 1894 p. 201. 

J. E. Harting giebt englische Fundorte von Coronella austriaca 
an. The Zoologist (2) XVII. 1894 p. 229 — 230. 

F. Lataste. Adherence et progression des Ophidiens contre 
des parois verticales lisses. (Junge Coronella austriaca, die nass 
war, bewegte sich auf einer verticalen Glasfläche aufwärts und zwar 
abweichend vom gewönlichen Modus des Kriechens, nach Art eines 
Wurmes). — Act. Soc. Chili IV. 1894, Proc. Verb. p. 126—127. 

H. Nitsche beobachtete, dass eine Coronella eine Anguwis frass, 
die nur wenig kürzer und nur 4 g. leichter war als sie selbst. 
Zool. Garten 35. Jahrg. p. 254. 

A. Gaines macht Mittheilungen über einen Ophibolus getulus, 
Tropidonotus radix verschlang, länger als er selbst. — Amer. 
Naturalist 1894 p. 970, Ref, in Nat. Science 1894 Bd.6 p. 83—84. 

Ophibolus doliatus L. gehört zu Osceola. — Cope, Proc. Acad. Philad. 
1894 p. 428. 

Synchalinusn.g. (Zähne gleich, glatt; Schuppen mit 2 Poren; Körper 
seitlich zusammengedrückt, Bauchschilder scharf gekielt; Kopf deutlich abgesetzt; 
Pupille rund; Anale ungetheilt, Snbeaudalen zweireihig, Nasale und Frenale 
verschmolzen) für 8. corallioides n. sp. von Buenos Ayres, Costa Rica. — Cope, 
Proc. Amer. Phil. Soc. XXXI. 1894 p. 346. 

Ablabes major (Gthr.); Bemerkungen über Stücke aus dem Lüshan- 
Gebirge (Kiukiang) von Boettger in: Ber. Senckenbg. naturf. Ges. 1894 p. 140. 

Entechinusn.gen. für Cyclophis major Gthr. — Cope, Proc. Acad. Philad- 
1894 p. 427. 

Pseuderyx Fitz. neu diagnostieirt. Kopf wenig vom Hals abgesetzt, Rumpf 
ziemlich walzenförmig, Schwanz relativ kurz. Ein einziges vom Rostrale durch 
die Nasalen getheiltes Internasale. Nasenlöcher nach oben geöffnet. Frenale 
fehlend. Oberkieferzähne glatt, klein, von gleicher Grüsse. — Typus Coluber 
plicatilis L. — Hierher auch Ps. inagnitus n.sp. (= Homalopsis martiüi Schleg. 
non Elaps martii Wagl.) Cayenne, Surinam. — Bocourt, Le Naturaliste 
16. Jahrg. p. 155. 

Enulius torquatus (Günther) Bemerkungen über Hemipenis und Gebiss von 
Cope, Proc. Acad. Philad. 1894 p. 205. 

Hypsirhynchus ferox Gthr. abgebildet bei Boulenger, Cat Snakes I, 
T. VI fig.1. 

Liophis callilaemus Gosse, abgeb. bei Boulenger, Cat. Snakes II T. VI 
fig.3. — L. fraserin. sp. von Eeuador. — Boulenger, t.c. p.131, T. VI fig. 2. 

Xenodon guentheri n.sp. von Santa Catharina, Brasilien. — Boulenger, 
Cat. Snakes II p. 147, T. VOL fig. 1. 

Aporophis coralliventris Blngr. abgeb. bei Boulenger, Cat. Snakes II, 
Taf. VII fig.2. 


Dromicus miolepis Bttgr. = Rhadinaea occipitalis (Jan.) var. — Boettger 
in: Zool. Anz. 1894 p. 119 (nach Boulenger im Zool. Record for 1891, Rept. p. 11). 
Dromicus flavilatus Cope gehört zu Rhadinaea. — Cope, Proc. Acad. 


Philad. 1894 p. 428, 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 135 


Rhadinaea jaegeri Gthr. abgeb. beiBoulenger, Cat. Snakes II, T. VII fig. 3. 

Hypsiglena discolor Gthr. abgeb. bei Günther, Biol. Centr. Amer., Rept. 
Taf. XLIX fig. A (1894). — H.latifasciata n. sp. von S. Mexico: Günther, ebenda 
p. 138, T. XLIX flg.B. — H.affinis n.sp. von Mexico: Boulenger, Cat. Snakes 
II p.210, T. VIIL fig.1. 

Simotes formosanus Gthr. Taf. VIII fig.2, annulifer Blngr. fig.3, chinensis 
Gthr. T. IX fig.1, beddomii Bingr. fig. 2, theobaldi fig.3, cruentatus Gthr. T.X 
fig. 1 abgeb. bei Boulenger, Cat. Snakes II. 

Simotes purpurascens Schleg. Ein Riesenexemplar von 950 mm Länge, 
der grösste bisher bekannte Simotes überhaupt, (von Sereinu, [Sipora] Mentawei- 
Inseln) beschrieben von Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 616. 


Simotes hainanensis n. sp. von Hainan. — Boettger, Ber. Senckenberg. 
naturf. Ges. 1894 p. 133—134, Taf. III, Fig. 23—c (= formosanus Gthr. nach 
Boulenger Rec. f. 1894 p. 29. 

Holarchus dolleyanus n. sp. von Hainan. — Cope, Proc. Acad. 1894 p. 423. 
Taf. X, Fig. 1 (= Simotes swinhonis Gthr. nach Boulenger, Rec. f. 1894 p. 29). 

Oligodon travancoricus Bedd. Taf. X fig.2, modestus Gthr. fig. 3, everetti 
Blngr. T.XT fig. 1, vertebralis Gthr. fig. 2, waandersi Blkr. p.3 abgeb. bei Bou- 
lenger, Cat. Snakes I. 

Oligodon taeniurus n. sp. von Celebes. — F. Müller, Verh. Ges. BaselX 
1894 p. 126. 

Leptocalamus sclateri n. sp. von Südamerika. — Boulenger, Cat. Snakes 
IE p. 251, T.XII fig. 1. 

Arrhyton taeniatum Gthr. abgeb. bei Boulenger, Cat. Snakes I T.XII fig. 2. 

Contia angusticeps n.sp. von Balutschistan p. 262; C.taylori n.sp. von 
Texas und Mexico p. 265; Boulenger, Cat. Snakes II. 

Homalosoma shiranum n.sp. von Nyassaland p.276, T.XIII fig.1 und 
abyssinicum n.sp. von Abessynien p. 276, T. XIII fig.2; Boulenger, Cat. 
Snakes II (nach Tornier, Rept. D. O. Afrikas 1897 p.74 = AH. lutrix L.). 

Grayia smythii Leach, abgeb. bei Boulenger, Cat. II Taf. XIII fig. 3. 

Tropidodipsas dumerilüi Jan. und fasciata Gthr. abgeb. von Günther, Biol. 
Centr. Amer. Rept. (1893) Taf. L. — T. fischerin.n. für Virginia fasciata Fisch. ; 
Boulenger, Cat. Snakes II p.296; T. annulifera n.sp. (Fundort unbekamnt); 
Boulenger, ebenda p. 297, T. XIV fig.1. 

Dirosema n.g. für Geophis bicolor Gthr. (abgeb. T. XIV fig.2), — Bou- 
lenger, Cat. Snakes II p. 298, 

Atractus maculatus Gthr. abgeb. bei Boulenger, Cat. Snakes II T. XIV 
fig.3; A. reticulatus Blngr. abgeb. ebenda Taf. XV fig.3; A. modestus n. sp. von 
Ecuador ebenda p.304, T.XV fig. 1; A. vittatus n.sp. von Venezuela, ebenda 
p. 304, T.XV fig. 2. 

Geophis sallaei n. sp. von Mexico p. 318, T. XVI fig. 1. — @. petersii n. sp. 
von Mexico p.321, T.XVI fig.2. — @.championi n.sp. von Panama p. 321, 
T. X VI fig.3. — @. godmani n.sp. von Costa Rica, p. 322, T.XVI fig.4; Bou- 
lenger, Cat. Snakes II. 

Agrophis n.g. verw. Geophis für A.sarasinorum n.sp. von Celebes,. — 
F. Müller, Verh. Ges. Basel X 1894 p. 827, fig. 

Rhabdophidium n.n. statt Rabdion DB. nec Wallr. für Rh. forsteni DB. 
— Boulenger, Cat. Snakes II p. 328, 


136 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Calamaria modesta DB. var. bogorensis Jeude; Bemerkungen von Boettger 
in: Semon, Zool. Forsch., V 1894 p. 125. _ 

Calamaria baluensis Blngr. T.XVIL fig. 1, margaritifera Blkr. fig.2, everetti 
Blngr, T.XVIII fig. 1—2, rebentischi fig.3, borneensis T. XIX fig. 1, javanica 
Bingr. fig. 2, septentrionalis Blngr. T.XX fig. 1, lovii Bingr. fig. 2; abgeb. bei 
Boulenger, Cat. Snakes II. 

Calamaria brevis n. sp. unbekannten Fundorts. — Boulenger, Cat. Snakes 
II p.348, T. XIX fig 3. 

Typhlogeophis brevis Gthr. abgeb. bei Boulenger, Cat. Il Taf. XX fig. 3. 


Opisthoglyphae. 


Jourdain hat bei Coelopeltis insignitıs eine kleine Giftdrüse, 
deren Ausführungsgang mit den Furchenzähnen in Verbindung 
steht, nachgewiesen. — CR., Tome 118, p. 207—208. 

Mittheilungen über die Pholidose von Tachymenis vivax Fitz. 
und P/’sammophis sibilans L. (jedenfalls Ps. Schokari Forsk. — 
Ref.) aus Syrien bringt M. G. Peracca. — Boll. Mus. Zool. Torino 
Bd. 9 No. 167 p. 15—16. 

C. Greve berichtet über eine mit Farbholz nach Moskau ver- 
schleppte Leptodira annulata L. Obwohl das Thier 3 junge Rana 
temporaria frass, starb es vor Ablauf einer Woche. — Zool. Garten 
35. Jahrg. 1894 p. 176—180. 

Sibon septentrionale Kenn. subsp. rubricata n. von Boca Mala, Costa Rica. 
— Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XXXI. 1894 p. 347. 

Dipsas dightoni n. sp. von Pirmaad, Travancore. — Boulenger, Journ 
Bombay Nat. Hist. Soe. Bd 8, 1894 pag. 528, Taf. 

Dipsas forsteni von den Palmaner-Bergen, Katpadi, Nord-Arcot erwähnt 
(als Nahrung Fledermaus constatirt) von H. Warth in Admin. Report Govt. 
Central. Mus. Madras for 1892/93 p. 5. 

Liophallus n. gen. für Dipsas fusca Grey. — Cope, Proc. Acad. Philad. 
1894 p. 427. 

Himantodes DB. Eine Bestimmungstabelle der 9 Arten giebt Cope in 
Amer. Naturalist XX VIII. 1894 p. 613—614. 


Himantodes lentiferus n. sp. von Pebas und O. Ecuador. — Cope, Amer. 
Natnralist, p. 613. — H. semifasciatus n. sp. von Costa Rica und Nicaragua. — 
Cope, ebenda p. 614. — H. anisolepis n.sp. Monte Agmacate, Costa Rica. — 


Cope, ebenda p. 614. 

Lygophis n.g. für Dryophylax poecilosternus Cope. — Cope, Amer. Natu- 
ralist XX VIII. 1894 p. 842. 

Psammophis longifrons. Bemerkungen von F. Gleadow in J. Bombay 
Soc. VIII. 1894 p. 553. 

Pogonaspis .n.g. (verw. Tantilla) für P. ruficeps n.sp. von Jimenez, Costa 
Rica. — Cope, Proc. Acad. Philad. 1894 p. 204. 

Alluaudina n.g, an die Homalopsinen erinnernd, für A. bellyi n. sp. von 
Madagascar. — Mocquard, Bull. Soc. Philom. Paris 1894 No. 17 p. 9. 

Tachymenis decipiens n.sp. von Costa Rica. — Günther, Biol. Centr. 
- Amer. Rept., (1895) p. 163, Taf. LIII. Fig. A. (nach Boulenger, Cat Snakes III 
p- 204 zu Erythrolamprus). 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 131 


Homalocranium atriceps n. sp. von Nuevo Leon, Mexico, p. 146; H. jani 
n. sp. von Guatemala u. Nicaragua p. 148; A. boulengeri von Vera Cruz, Mexico 
p. 148; H. bocourti n. sp. von Guanajato, Mexico p. 149; H. breve n. sp. von 
Brit. Honduras, p. 150. — Günther, Biol. Centr. Amer. Rept (1895). 


Proteroglyphae. 


Mittheilungen über die giftigen Bestandtheile der Zahndrüse 
von Pseudechis porphyriacus Shaw macht C. J. Martin. Aus dem 
durch Alkohol gefüllten Proteidkörpern wurde durch Extraction mit 
schwacher Kochsalzlösung eine Flüssigkeit erhalten, die zwei ver- 
schiedene, sehr giftig wirkende Albumosekörper enthielt. Beide 
konnten isolirt werden. — Proc. Linn. Soc. N.S. Wales (2) Bd.” 
p. 319 —322. 

Die Giftigkeit des Blutes von Naja wurde von Calmette nach- 
gewiesen; die Galle zeigte jedoch, einem Kaninchen injieirt, keine 
Giftwirkung. — Ck. Sa. Biol. Paris (10) Tom. I. p. 11—12. 

Die im Ber. f. 1893 (p. 106) gegebene Notiz über die Nahrung 
der Korallenschlangen bezieht sich nicht auf Hlaps rüisei, sondern 
auf E. lemniscatus. Ersterer weicht nach O. Boettger darin von 
letzterem ab, dass er auch bei Tage Nahrung annimmt und das 


Baden mehr liebt; auch diese Art frisst Geophis lineatus. — Zoo). 
Garten 35. Jahrg. p. 190. 
Hoplocephalu waitiü n.sp. von N.S. Wales. — Douglas-Ogilby, Proc, 


Linn. Soc. N. S. Wales (2) IX. 1894 p. 261. 
Callophis boettgeri n. sp. von den Liu Kiu-Inseln, — Fritze, Zool. Jahrb. 
Syst., VII. 1894 p. 861 (nach Boulenger, Rec. f. 1894 p. 31= (. japonicus Gthr.). 


Amblycephalidae, 
Leptognathus annulatus Gthr. abgeb. bei Günther, Biol. Centr. Amer., 
Rept., T. XLIX. Fig. C. (1894). 
Pareas moellendorffii Bttgr. von Hainan. Bemerkungen über Hemipenis 
und Lunge bei Cope. Proc. Acad. Philad. 1894 p. 424. 


Viperidae. Viperinae. 

L. v. Möhely bringt unter unter dem Titel: „Vipera ursint 
Bonap., eine verkannte Giftschlange Europa’s“ neue Mittheilungen 
über diese Schlange, von welcher er ausführlich Grösse und Gestalt, 
(S' bis 427, 2 bis 500 mm) sowie Pholidose, Farbenkleid und geo- 
graphische Verbreitung beschreibt. Im Anschlusse bringt er auch eine 
briefliche MittheilungW erner’s an ihn, über 25 Laxenburger Exemplare 
zum Abdruck (p. 86—87). — Zool. Anz. 7. Jahrg. 1894 p. 57—61. 

F. Werner erwähnt Vipera ursinii Bp. von Castelmuschio auf 
der istrianischen Insel Veglia. — Verh. Zool. bot. Ges. XLIV 
1894 p. 237. 

0. Böttger hat die neuesten Forschungen über die palae- 
arktischen Vipern (Boulenger, v. Mehely, Kaufmann) in einem 
Referat zusammengestellt. — Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 1—3. 


138 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


J. Bettencourt-Ferreira, Remarques sur la „Vipere com- 
munes“ (Vipera latastii). Verf. macht auf die Schwierigkeit der 
Unterscheidung der europäischen Viperaformen aufmerksam. Die Zahl 
der Schüppchen in der Suprarostralgegend wechselt erheblich bei den 
einzelnen Arten oder Formen ab und ebenso die Gestalt des Rostrale. 
Das Vorkommen grösserer Syncipitalplatten hält er, ähnlich wie 
Camerano für einen Beweis einiger Verwandtschaft zwischen 
V. latastii über aspis zu berus hin, und das Auftreten des Nasen- 
aufsatzes für Verwandtschaft zwischen V. latastii und ammodytes 
andererseits. So will Verf. in der Reihe von V. berus zu ammodytes 
nur Subspecies oder einfache Varietäten einer einzigen Art an- 
erkennen. — Jorn. Sc. Lisboa (9) T. HI p. 167”—170. 

Nach A. v. Mojsisovics scheint Vrpera ammodytes nördlich 
von Cilli in den Richtungen nach Weilenstein, Bad Neuhaus und 
Wöllau hin entweder zu fehlen oder doch sehr selten zu sein und 
wenn sie auch im Bacherngebiete und im Matzelgebirge gelegentlich 
bemerkt wird, so ist die Hauptgrenze ihres massenhaften Auftretens 
in Steiermark doch in das Cillier, bezw. Sonngebiet zu verlegen. 
Vipera berus prester verbreitet sich dagegen vorwiegend in der 
Richtung Schwabengruppe, Meerauer Alpen; ob sie ausser den Kara- 
wanken auch in der Saualpe auftritt, ist wohl noch nicht erwiesen. 
— Ber. der II. Section für Zoologie Mittheil Naturw. Ver. f. Steier- 
mark f. 1893. Graz 1894 p. III—V. 

A. Caruccio, bringt Bemerkungen über Vipera berus L. subsp. 
aspis und ihre innerhalb eines Decenniums in der Provinz Rom ge- 
sammelten Varietäten. Boll. Soc. Rom. Zool. III. 1894 p. 77—92 

A. Seitz nennt Vipera berus L. aus den Mooren von Specken- 
büttel bei Bremerhafen. Jahrb Nassau. Ver. f Naturk. Wiesbaden 
46. Jahrg. p. 79. 

A. Nobre, Habitat de Vipera berus em Portugal. — Annaes 
Sc. Nat. Porto 1. Jahrg. p. 123 1894, 8° und J. Sc. Lisboa (2) 
III. 1894 p. 123—124. 

R. Service, Vipera useful in destroying voles. — The Zoolo- 
gist (3) Bd. 17 p. 460. 

Ueber Dimensionen von Vipera berus handelt eine Notiz im 
Zoologist (3) Bd. 17 p. 397. 

Eine Notiz über klinische Behandlung von Otternbiss (K. Alt’s 
Vorschlag von Anwendung der Magenspülung) bringt die Zeitschr. 
f. Naturw. (Halle) Bd. 66 p. 415—416. 

R. H. Ramsbotham berichtet über einen merkwürdigen Unfall, 
der einer Kreuzotter passirte, indem sie an einem Dorn eines 
Brombeerstrauches hängen blieb. — The Zoologist (3) Bd. 15 p. 64 
—65. 

Eine Notiz über Buttermilch als Volksmediein gegen den Biss 
der Kreuzotter bringt K. Knauthe. — Zool. Garten 35. Jahrg. 
p. 252. 

J. C. Mansell-Pleydell, An Assembley of Vipers, — The 
Zoologist (3) Bd. 18, p. 25. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 139 


Viaud-Grand-Marais, Sur les moeurs nocturnes des Viperes. 
— Feuille des jeunes Naturalistes (3) Bd. 23 p. 174—175. — Auch 
Piel de Churcheville ebenda (3) 24. Bd. p. 29. 

Ueber ein ausserordentlich grosses Exemplar von Fipera elegans 
Daud. (russelli Shaw.) berichtet F. G. Brook-Fox in: Journ. Bombay 
Soc. VIII 1894 p. 565. 

G. v. Radde erwähnt einen tötlichen Biss durch Vipera obtusa 
bei Eriwan. Ber. Kaukas. Mus. Tiflis (1892) p. 3. 

Nach Zeitschr. f. Naturwiss. (Halle) Bd. 67 p. 126 wird das Gift 
von Vipera ariötans, das die Athmung lähmt, als Pfeilgift verwendet. 

Mittheilungen über Unterscheidung von #chis carinata Schn, 
und colorata Gthr. aus Syrien bringt M. G. Peracca. — Boll. Mus. 
Zool. Torino Bd.9 No. 167 p. 16—17. 

A. Rzehak, Fossile Schlangengiftzähne. — Verh. Naturf. Ver. 
Brünn Bd. 31 1892 (1893) p. 30. 

W. Halliburton, Snake poison. — Science Progress 1894 
p. 1—9. 

Gaubert giebt eine Zusammenfassung der neueren Unter- 
suchungen über Schlangengift. Es verdankt nach dem Verf. seine 
Giftwirkung zwei Albuminosesubstanzen, der Protalbuminose und 
der Heteroalbuminose Kühne’s, eine dritte, beigemischte Albumin- 
substanz hat keine Giftwirkung. — Le Naturaliste (2) VIII p. 279 
— 280. 

C. Phisalix & G. Bertrand, Sur le sang et le venin de la 
Vipere. In: Rev. Scientif. (4) Bd.1 p.23 und: Sur les effets de 
V’ablation des glandes ä venin chez la Vipere (Vipera aspis). CR. 
Ac. Sc. (10) I. 1894 p. 747—749. (Siehe auch noch p. 123—124). 


Crotalinae. 

Bothrops erythrurus für Hainan erwähnt von Cope, in Proc. Acad. Philad. 
1894 p. 427. 

Crotalus pyrrhus Cope = (. mitchellii Cope. Ausführliche Bestätigung der 
bereits von Stejneger 1891 geäusserten Ansicht der Identität beider Formen auf 
Grund der Untersuchung von 10 Exemplaren in der Sammlung der Calif. Acad. 
of Science. — Van Denburgh, Proc. Calif. Acad. Se. (2) IV. 1894 p. 450—459. 

F. W. Urich & R. R. Mole, Notes on a South American 
Diamond Rattle Snake (Crotalus horridus L.) in Journ. Field Nat. 
Club Trinidad Bd.I p. 293—297. — Ref. in Zool. Garten 35. Jahrg. 
p. 215—217 und Zool. Centralbl. Bd. I p. 719720. 


Chelonia. 


Vaillant, L., Essai sur la classification generale des Cheloniens. 
In: Ann. Sc. Nat. Zool. (8) T.16, 1894 p. 331—345. — Der Verf. 
versucht, die Gattungen in natürliche Familien zu vereinigen und 
die Beziehungen derselben unter einander klarzustellen. Er be- 
spricht die Systeme von Cope, Boulenger und Baur und gelangt, 


140 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


in erster Linie den Bau der Halswirbel in Betracht ziehend, zu 
folgendem System: 


Unter-Ordnung Gruppe Unter-Gruppe Familie. 

. Testudinidae 
Emydidae 

. Platysternidae 
Emysauridae 
Dermatemydae 
Carettochelydae 
. Cheionidae 

. Sphargidae 

II. Chelydina III. Pleuroderinea { Re. 


Mecraspedota III. Trionychina IV. Ophioderinea 11. Trionychidae 


I. Cryptoderinea 


f 1. Euchelonia | 


IE | 
Craspedota 


jr 
SonmnoppwmH 


Abgesehen davon, dass die fossilen Formen ganz unberück- 
sichtigt bleiben, was bei einer „allgemeinen Classification“ doch wohl 
nicht angeht, ist namentlich die Trennung der Süsswasser- und Land- 
formen der Testudinidae als unhaltbar zu betrachten. Sowohl im 
Bau der Gliedmassen als in der Höhe der Panzerwölbung giebt es 
so zahlreiche Uebergangsformen, dass eine solche Trennung absolut 
undurchführbar ist. 


F. Werner hat die Zeichnung der Schildkröten untersucht. 
Die Trionychiden vergleicht er den Rajiden unter den Selachiern, 
deren meist scheibenförmiger Körper ganz ähnliche Zeichnungen 
aufweisen kann, wie der Rückenpanzer dieser Schildkröten (Raja, 
Torpedo — Trionyx leithi, hurum etc.). Im Allgemeinen ist auch 
bei den Schildkröten als ursprünglichste Zeichnung eine gleichmässige 
aber nicht in Reihen geordnete dunkle Fleckenzeichnung anzusehen, 
welche über die ganze Oberseite, sowohl Kopf und Gliedmassen, 
als den Panzer, sich ausbreitet. Durch starke Ausbreitung der 
dunklen Zeichnung kann die helle Grundfarbe ganz zurückgedrängt 
werden und dann selbst als helle Fleckenzeichnung auf dunklem 
Grunde erscheinen (beide Formen bei Emys orbieularis). Von Kopf- 
zeichnungen finden sich einfache Postocularbänder bei Trionyx-Arten 
und Platemys Iilarü; eine (nicht immer homologe) Interocular- 
zeichnung bei Hurdella thurgi, Chrysemys jieta, Trionyx hurum ete. 
Komplicirtere Kopfzeichnungen gehen aus einfacheren namentlich 
bei Chrysemys und Malacoclemmys durch Aufhellung der Mitte 
und Verdunklung der Ränder bei Längsstreifen und dergl. Zeich- 
nungen hervor, wodurch (bei den Streifen) eine Verdopplung, bei 
den Flecken eine Ocellenzeichnung hervorgeht, welche ihre höchste 
Ausbildung bei Triony& erreicht. Andere Zeichnungen, wie drei- 
eckige Flecken auf dem Scheitel und homologosirbare helle rund- 
liche Flecken an den Kopfseiten (drei Paare) werden ebenfalls be- 
handelt, wie auch die Ableitung der complieirteren Kopf- und Hals- 
zeichnungen aus der einfachen Fleckenzeichnung. Sekundäre Ein- 
farbigkeit im Alter ist bei Schildkröten nicht sehr häufig. Schliess- 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 141 


lich wird noch die radiäre Zeichnung der T’estudiniden besprochen, 
die auch in anderen Familien vorkommt, aber bei 7esiwdo und ihren 
nächsten Verwandten am vollendetsten (7. radiata, elegans, geome- 
trica etc.) auftritt. Andere Testuwdo-Arten haben die Schilder des 
Rückenpanzers mehr weniger schwarz gerändert und diese dunklen 
Ränder können sich so ausdehnen, dass von der hellen Grundfarbe 
nichts übrig bleibt (oft bei 7. marginata und tabulata), bei anderen 
ist gerade wieder die schwarze Zeichnung rückgebildet (7. calcarata 
etc.). Schliesslich wird noch der häufigen Hellfärbung der Kiele 
des Rückenpanzers (Dermochelys, Nicoria trijuga etc.) und der Hell- 
färbung der Ränder der Rückenschilder (Uhrysemys pieta — auch 
bei Damonia reevesii! Ref.) gedacht. — Biol. Oentralbl. Bd. XIV, 
1894, No.5 p. 201—206. 

E. Bartlett hat Bemerkungen über die Schildkröten Borneos 
und der benachbarten Inseln (Sarawak Gazette, Nov. 1, 1894 und 
Feb. 1, 1895) welche dem Ref. nicht vorgelegen haben. 

Dames, W. Die Chelonier der deutschen Tertiärformation. — 
Palaeont. Abh. (2) II 1894 p. 197—220, figg., Taf. 26— 29, 

S. W. Williston, Vertebrate Remains from the lowermost 
Uretaceous: a new Turtle from the Benton Cretaceous ete. — Kansas 
University Quarterly (Lawrence) Bd.3 p.1 ff. 

G. Ristori beschreibt einen neuen fossilen Chelonier aus dem 
Miocän von Malta. — Atti Soc. Toscano Sc. Nat. Pisa, 1894, 8°, 
17 pagg. 1 Tafel. 

E. Chevreux et J. de Guerne haben eine Mittheilung über 
Crustaceen und Cirripedien als Commensalen der Seeschildkröten 
des Mittelmeeres. — CR. Acad. Sc, Paris Bd. 116 (1893) p. 443 
—445, 

A. de Varigny, Les tortues comestibles aux Etats Unis. 
Rev. Scientif. (4) Bd. 1 p. 809— 810. 


Atheca. 


L. Bureau hat eine Notiz über den Fang einer Sphargis (Dermo- 
chelys) coriacea L. in der Bai von Audierne, Dept. Finisterre, Bretagne 


im April 1893. — Bull. Soc. Ouest France III 1893 p. 223—228, 
Taf. IV. 

Thecophora. 

Cryptodira. 


S. Garman, On Chelydra serpentina. — Seience (N. York) Bd. 21 
p. 106—107. 

Humphrey nennt das Gehirn von Chelydra serpentina das 
einfachste Reptiliengehirn; im Aeusseren oft an die Verhältnisse bei 
Amphibien erinnernd, zeigt es im Bau gleichwohl unverkennbare 
Kennzeichen höherer ÖOrganisationsstufe. — Journ. Comp. Neur, 
Cincinnati Vol.4, p. 73—116, T. 2—4. 


142 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


G. Baur giebt osteologische Notizen über den Schädel der 
Gattung Claudius Cope. — Amer. Naturalist 1893 p. 673, Anm. 

Kachuga borneensis (Schleg. & Müll.) zwei Stücke von Pontianak beschrieben. 
Schildlänge bis 76cm. Steht K. dhongoka Gray sehr nahe. (Boulengers Cat. 
Chelon. bei der Arbeit leider unbenützt geblieben. — Ref.). Lenz, in: Mitth. 
Geogr. Ges. u. Naturh. Mus. Lübeck (2) Heft 5, 1893 p. 93—94. | 


Kachuga brookii n.sp. von Sarawak. — E. Bartlett, Sarawak Gazette, 
Feb. 1, 1895 (nach Boulenger Ree. f. 1894 p. 34 = Callagur pieta Gray). 
Clemmys schmackeri n.sp. von Hainan. — Boettger, Ber. Senckenberg 


naturf. Ges. 1894 p. 129—131, Taf. III fig. 1a—b. 

Th. Barrois erwähnt p. 249 Emys (Clemmys) caspica vom See 
Phiala (Birket-er-Ram), p. 253 vom See Tiberias, und von den Seen 
von Houleh (p. 301) und Homs (p. 311), vom See von Houleh auch 
noch Cistudo europaea (Emys orbieularis). — Rev. Biol. N. France 
Bd. VI. 1894. 

Terrapene Merr. Eine eingehende systematische Bearbeitung der Gattung 
mit voller Berücksichtigung der Synonymie giebt W.E. Taylor. Es werden 
6 Arten anerkannt: T. major Ag. (Golfküste von Florida, Alabama, Louisiana 
und Texas); T. bauri n.sp. (Florida); T. carolina L. (östliche Vereinigte Staaten); 
T. mexicana Gray (Mexico), T. triunguis Ag. (Mississippi, Louisiana, Arkansas, 
Indianer-Territorium, S. Missouri und Kansas, Texas), T. ornata Ag. (östlich 
von den Felsengebirgen bis Wisconsin, ©. Illinois, Centrales Indianer-Territorium, 
O. Texas). Die Skelettverhältnisse, speciell Schädel und Phalangenzahl, sowie 
die geographische Verbreitung werden ausführlich behandelt. — Proc. US. Nat. 
Mus. 1894 p. 572—588, figg. 

Terrapene baurii n.sp. von Florida. — Taylor, Proc. US. Nat. Mus. 1894 
p. 576—577. 

Cragin berichtet über die Cistwdo-Arten von Kansas und Texas 
und beschreibt eine Ü. ornata Ag. var. cimarronensis von Kansas. — 
Colorado College Studies V 1894 p. 37. 

Nicoria spengleri von Okinawa-shima, Liu-Kiu-Inseln erwähnt von Bou- 
lenger. Proc. Zool. Soc. London 1893 p. 237. 

Geoemyda latinuchalis n.sp. verw. spinosa von Tonking. — Vaillant, Bull. 
Soc. Philom. Paris (8) Bd. 6 p. 68—69. 

H. Simroth erwähnt Emys orbicularis in einem Stück aus dem 
Pöplitzer Teich bei Altjessnitz zwischen Butterfeld und Dessau, und 
glaubt, dass die Art westlich der Elbe noch freilebend vorkomme. 
— Ber. Naturf. Ges. Leipzig 1892—93 p. 3 (S. A.). 

Mittheilungen über eine, offenbar verschleppte, Emys orbieularis 
L. bei Osnabrück, die Ende Juli 5 Eier legte, macht Staats v. 
Wacquant-Goezelles. — Zool. Garten 34. Jahrg. p. 110—113. 

L. Will hat auch in Arch. Fr. Nat. Mecklenbg. 47. Jahrg. Sitz. 
Ber. Nat. Ges. Rostock p. 10—12. Mittheilungen über die Ent- 
wicklungsgeschichte der Emys aus Menorca (vergl. Ber. f. 1893 
p. 111—112). 

E. Mehnert bringt eine ausführliche Arbeit über Entwickelung, 
Bau und Function des Amnion und Amnionganges bei Emys lutaria 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 143 


taurica, in: Morph. Arbeiten v. G. Schwalbe 4. Bd. p. 207—274, 
Taf. 9—12. — Ausf. Referat in Jahresb. f. 1894 d. Zool. Stat. Neapel 
Vertebr. p. 89—90 und Zool. Centralbl. II p. 539. 


W. Rothschild bringt von einer Abbildung nach einer Photo- 
graphie begleitete Mittheilungen über eine Riesenschildkröte, welche 
er für das letzte noch existirende Exemplar von Testudo indica 
A. Dum. hält und welche noch auf Mauritius lebt. Von der T. 
elephantina von Aldabra befindet sich ein Exemplar in Tring, welches 
in einem Jähre von 38‘ Länge (in der Luftlinie gemessen) bezw. 
43" (über die Wölbung gemessen) auf 38, bezw. 51’ herangewachsen 
und nunmehr 327 Pfund schwer ist. In einer späteren Mittheilung 
korrigirt er seine Bestimmung der Mauritius-Schildkröte, die er 
nunmehr als 7. sowmeirei Sauz. anspricht; glaubt aber ihre eigent- 
liche Heimath nicht auf Mauritius, sondern auf eine der kleineren 
ostafrikanischen Inselgruppen suchen zu müssen. Die geringen 
fossilen Riesenschildkrötenreste aus Mauritius, bei welchen ein 
paariges Gulare zu bemerken ist, vergleicht er mit der Gattung 
Colossochelys, während sie Gadow (s. Ber. f. 1893 p. 113) mit den 
Galapagos-Schildkröten verglichen hatte. — „On Giant Land Tor- 
trises“ (Novitates Zool. Tring Vol. I. p. 676--677, Taf. I); „Remarks 
and Corrections relating to the living giant tortoise of Mauritius“ 
ibid. p. 690-—696. 

Eine Notiz über 2 Testudo elephantina von Aldabra bringen 
Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 505—506. Dieselben befinden sich 
im Zoologischen Garten daselbst und das g' wiegt 177, das 2 
162 Pfund. Die Hauptmasse dieser auf etwa 50 Jahre geschätzten 
Exemplare werden angegeben. 


H. Bolau fand, dass eine über die Wölbung gemessene 49 cm 
lange Testudo nigrita DB. von den Galapagos-Inseln in 222 Tagen 
4 cm oder 8°, an Länge zugenommen hatte. — Zool. Garten 
35. Jahrg. p. 11. 


C. D. Sherborn bemerkt, dass das British Museum Reste der 
madagassischen (fossilen) Testudo grandidieri Vaill. kürzlich er- 
halten habe. Nat. Science Bd. 3 (1893) p. 194. 

C. J. Forsyth Major erwähnt Reste von Testudo grandidieri 
Vaill. aus einem Sumpfe der N.W.-Küste Madagascars. — Proc. 
Zool. Soc. 1893 p. 532. 

Referat über L. Vaillant, Tortues öteintes de Rodriguez, in: 
Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 493—494. Ueber Pantanelli, Testwdo 
amiatae ebenda p. 453; über Boulenger, Remains of Testudo 
grandidieri ebenda p. 6593. 

Die Arbeit von Gadow über Reste einiger Riesenlandschildkröten 
und einer ausgestorbenen Eidechse (vergl. Jahresber. f. 1893 p. 113) 
ist französisch, aber ohne die Tafeln in Ann, Sc. Nat. (7) XVII 
p. 247—266 erschienen. Referat in Zool. Centralbl. Bd. 1 p. 654. 

Testudo emys Schleg. & Müll. wird von E. Bartlett für Borneo angegeben, 
— Sarawak Gazette Noy. 1, 1894. 


144 Dr. Franz Werner. Bericht über die Leistungen 


Psendosphargis ». g. für Chelone ingens Koen. (foss.). — Dames, Palaeont. 
Abh. (2) II 1894 p.207 T. XXVI-XXVID. 

Ueber den Fang eines Exemplares von T’halassochelys careita L. 
an der Küste der Vendöe berichtet ©. Borgogne in Bull. Soc. 
Quest France IV 1894 p. 73 Taf. II 


Von Van Bemmelen’s Arbeit über die Entwicklung der 
Kiementaschen und Aortenbogen bei Chelonia (s. Ber. f. 1893 p. 112) 
ist ein Auszug im Journ. R. Micr. Soc. London 1894 p. 38. 


Mitsukuri hat nun auch seine ausführliche Arbeit über die 
Gastrulation von Chelonia (vergl. Ber. f. 1893 p. 112) veröffentlicht. 
Zu dem in der vorläufigen Mittheilung Gebrachten wird noch zu 
erwähnen sein: Die Primitivplatte ist ein im Centrum des Blastoderms 
liegendes, zu verschiedenen palingenetischen Vorgängen in Gebrauch 
kommendes Rohmaterial; dio Einstülpungshöhle ist ein Urdarm, als 
dessen Anhang oder Divertikel der Dottersack, in welchem festes 
oder flüssiges Nahrungsmaterial aufbewahrt wird, zu betrachten ist; 
dessen enorme Grösse ist die Ursache, dass er vom Urdarm ge- 
sondert entsteht und erst später mit ihm in Verbindung tritt. Nur 
die Lippen des Blastoporus von Chelonia entsprechen dem Primitiv- 
streifen der Vögel. Die Primitivplatte der Chelonia entspricht dem 
Primitivstreifen und dem Hansen’schen Knoten der Säugethiere. — 
Journ. Coll. Sc. Japan Vol.6 p. 227—277, figg. Taf. VI-VII. 


Pleurodira. 

Podocnemis madagascariensis Grand. von 41cm Länge, 31cm Breite des 
Panzers nennt A. Voeltzkow von Kemihukuk im Hinterlande von Soalala, 
N.W.-Madagaskar. — Zeitschr. Ges. Erdk. Berlin Bd. 28 p. 156. 

Chelodina novaeguineae Blgr.; Stücke aus Rotti, Timorgruppe beschrieben 
von Th. W. Lidth de Jeude. Notes Leyden Museum Bd. 16 pag. 120—121. 

Piesiochelys belviderensis n. sp. (foss.) aus dem Neocom von Kansas, — 
Cragin, Colorado College Studies V. 1894 p.71, T.II fig. 1—8. 

Chelyopsis holsaticus n.sp. (foss.) aus dem Oligocän von Itzehoe. — Dames, 
Palaeont. Abh. (2) II 1894 p. 200, T. XXVII—-XXIX. 


Trionyehoidea. 


Trionyx bei Hainesburg, Warren, Co., N.-York und Woodbury, N. Y. ge- 
fangen. — Johnston, Cope in Amer. Naturalist XX VIII 1894 p. 889. 

Triony& pecki n. sp. von Sarawak. — E. Bartlett, Sarawak Gazette, 
Feb. 1, 1895. 

F. Sacco beschreibt eocäne Trionychiden des Monte Bolca 
nach einem vollständigen und einem in weniger gutem Zustand be- 
findlichen Rückenpanzer und drei kleinen Rückenpanzerstücken. 
Diese Exemplare gehören alle zu einer mit 7. capellini Negri nahe 
verwandten Form, die Verf. T. e. conjungens n. nennt; sie sind aber 
auch in manchen Beziehungen dem 7. schaurothianus und affınis 
ähnlich und wahrscheinlich gehören nicht nur diese, sondern auch 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 145 


T. italicus Schaur. und yenellarioi Negri einer und derselben Art 
an. Die durch schöne photographische Abbildungen erläuterte 
Arbeit bildet einen wichtigen Beitrag zur Kenntnis der europäischen 
fossilen Trionychiden, von denen allein aus der europäischen älteren 
Trias gegen 30 sogenannte Arten bekannt sind. — Atti R. Accad. 
Sc. Torino Vol. 29, 1894 p. 654—662, 1 Taf. 


Emydosauria. 


Emery untersuchte die Anlage der Hautporen an Crocodilus 
nrloticus und biporcatus; bei ersterer Art besitzen sie eine un- 
verkennbare Aehnlichkeit mit der Haaranlage, bei letzterer dagegen 
sehen sie wesentlich anders aus, was sich vielleicht dadurch erklärt, 
dass wir es mit rudimentären Gebilden zu thun haben. Haare und 
Hautporen sind nicht direkt vergleichbar, aber gleichen Ursprungs. 
Die Papillen der Lippenschilder sind den Hautporen ähnlich, sind 
aber wenig hoch entwickelte Nervenendigungen, und den Poren 
homolog. Auch bei Alligator wurde einmal 1—2 Poren auf einigen 
Abdominalschildern gefunden. — Rend. Accad. Bologna 1893/94 
p. 119—120. 

H. G. ©. Swayne nennt Crocodilus nilotieus aus dem Flusse 
Webbe-Shabeyli in Somaliland. — Proc. Zool. Soc. London 1894 p.322. 

Referat über Voeltzkow, Biologie u. Embryonalentwicklung 
der Krokodile in: Zool. Centralbl. Bd.I p. 250. 

Alligator sinensis Fauv. nach zwei Exemplaren von Wuhu am unteren 
Yangdsy beschrieben von O. Boettger in: Ber. Sencekenberg. naturf. Ges. 1894 
p. 142-143. 

S. Devenish bringt Mittheilungen über Alligatorjagd auf 
Trinidad (bezieht sich auf Caiman sclerops). — Journ. Trinidad 


Field Nat. Club. Bd. 1 p. 142—147. 


Dinosauria (nur fossil). 


0.C. Marsh, bringt die Ornithopoda, von welchen er aus Amerika 
4 Gattungen (Cumptosaurus, Dryosaurus [s. unten], Laosaurus und 
Nanoseurus) kennt, in einer der vier Unterordnungen, in welche 
er die Dinosauria eintheilt, unter; diese enthält ausserdem noch 
die Stegosauria und Ceratopsia und wird als Praedentata bezeichnet, 
während die anderen die Sauropoda, Theropoda und? Hallopoda sind. 
The typical Ornithopoda of the American Jurassico Amer. Journ. Se. 
(3) XLVIII 1894 p. 85—90, T. IV— VI. -—- Ausführl. Referat in 
Zool. Centralbl. Bd. II p. 125— 127. 

Dryosaurus n. g. für Laosaurus- altus Marsh. — Marsh p. 86, T.VII. Fig. 2 
(Pubis). 

Laosaurus consors n. sp. aus den Atlantosaurus-Schichten von Wyoming. — 
Marsh. p. 87, T. V-VII. 

Seeley, On Euskelosaurus brownii (Huxley). — ebenda (6) XIV. 
1894 p. 317—340, Figg. 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H. 1. 10 


146 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Seeley, On Hortalotarsus skirtopodus, a new Saurischian 
Fossil from Barkly East, Cape Colony. — ebenda (6) XIV. 1894 
p. 411—419, Figg. 

Seeley, On the Type of the genus Massospondylus and on some 
Vertebrae and Limb-bones of M.? brownü, — Ann. Mag. N.H. (6) 
XII. 1895 p. 102— 125, Figg. (Die Skelettheile stammen aus dem Telle 
River in der Capcolonie). — Referat in Zool. Centralbl. II p. 599. 

Seely, On 7’hecodontosaurus and Palaeosaurus. — ebenda (6) 
XV. 1895 p. 154—163, Figg. — Referat in Zool. Centralbl. II p. 600. 

Die beide Genera werden vom Verf. für verschieden gehalten 
und verschiedene Reste beschrieben und abgebildet. 

Marsh ersetzt den praeoccupirten Namen Parasaurus Marsh 
durch Pantosaurus. — CR. Congr. Geol. Intern. 1891 p. 159 (1893). 

A. S. Woodward, Note on Megalosaurian teeth discovered 
by Mr. J. Alstone in the Portlandian of Aylesbury. — P. Geol. 
Ass. XIV. 1895 p. 31— 32. 

C. Ubaghs, Le Megalosaurus dans la craie superieure du 
Limbourgh. — Bull. Soc. Belg. G£ol., Pal. et. Hydr. Bd. 6, 1892 
(92/95), mit 1 Taf. 

Referat über die Mitteilungen Seeleys über den angeblichen 
2 wurzeligen Nuthetes- (wohl aber Trxconodon-) Zahn bringt Zool. 
Centralbl. 1. Jahrg. p. 79 und Nat. Science Bd. 3 p. 254. 

O0. C. Marsh, bemerkt in einem Aufsatze: Restauration of 
Camytosuurus, dass diese (sattung nahe dem europäischen /guanodon 
ist und diesen in Amerika vertritt. Die 5 Sacralwirbel sind nicht 
verschmolzen, sondern stehen in einer eigenthümlichen Gelenk- 
verbindung; Sternum nicht verknöchert; keine Spur von Claviculae 
wurde gefunden. — Amer. Journ. of Sc. (Silliman) (3) Bd. 47, 
p. 245—246, 1 Taf. 

R. Lydekker’s Mittheilungen über einen Wirbel, der ver- 
muthlich den Morosaurus brevis (Ow.) zugehört (Quart. Journ. Geol. 
Soc. XLIX. 1893 p. 276—280, 2 figg.) ist in Zool. Centralbl. Bd. 1 
p. 251 referirt; ebenda auch die Arbeit über Sarcolestes leedsi (ibid. 
p. 284—287, Taf. 11) und über die Dinosaurierzähne von Aylesbury 
(ibid. p. 566—568, 5 figg.) (vergl. Ber. f. 1893 p. 101-109). 

0.C. Marsh, Restoration of Anchisaurus. — Amer. Journ. Soc. 
New Haven 1893 2 pagg. 1 Tafel. 

O. C. Marsh, The Skull and brain of Ülaosaurus. — Amer. 
Journ. Sc. New Haven 1893. 6 pagg. 3 figg., 2 Tafeln. 


Ichthyosauria (nur fossil). 


Nach Fraas war Ichthyosaurus quadriseissus mit grossen Haut- 
anhängen auf dem Rücken ausgestattet, welche zweifellos als Flossen 
zu betrachten sind. Die Rückenflosse eines 1.19 m langen Thieres 
ist 0.12 m hoch und nahezu von der Form eines gleichseitigen Drei- 
ecks, hinter ihr folgen mehrere grössere Hautlappen, an die Kämme 
der Tritonen und gewisser Eidechsen erinnernd; die Basis der Flosse 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 147 


ist durch zahlreiche, (vielleicht verkalkte und als Flossenträger 
dienende) starke Sehnen ausgezeichnet. Der Ruderschwanz ist 
024m hoch und aus einem dorsalen Hautlappen entstanden zu 
denken. Der Verf. führt weiter auch aus, dass die mikroskopische 
Untersuchung der Haut eine reichliche Pigmentirung erkennen lässt 
und deutet dunkle Flecken in den Pigmentzellen als Kern, gewisse 
Zellgruppen (kleine Zellen um grosse angeordnet) als Hautdrüsen. — 
Jahreshefte Ver. f. Vaterl. Naturk. Stuttgart, 50. Jahrg. p. 495 —497, 
Taf. V. 

G. Baur hat Bemerkungen über die Palatingegend der /chthyo- 
sauria. Nach ihm fehlt ein Ectopterygoid vollständig, wie schon 
Lydekker angab und ebenso bestätigt Verf. die Richtigkeit des 
Ausspruches L.’s dass der Schädel im Bau der Palatingegend nur 
mit dem von Sphenodon vergleichbar ist. — Anat. Anz. X 1895 
p. 456—459, fig. 

F. E. Schulze hat Bemerkungen über die Bedeutung der dor- 
salen Lage der Schwanzflosse der Ichthyosaurier (im Vergleich zu 
den Selachiern mit ventraler Schwanzflosse.. Die Ichthyosaurier 
waren Oberflächenthiere und leichter als das Wasser, während die 
Selachier Bewohner der Meerestiefe, und schwerer als dieses sind. 
Die Bewegung erfolgt, wenn die untere Schwanzflossenkante durch 
die Wirbelsäule gefestigt ist, nach vorn und abwärts und es war 
daher eine abwärts treibende Kraft, die dem Auftrieb entgegen- 
wirkte, für die Ichthyosaurier ebenso von Nutzen, als die nach auf- 
wärts dem Körpergewicht entgegenarbeitende bei den Haien für 
diese. SB. Akad. Wiss. Berlin 1894, p. 1133—1134, fig. — Referat 
im Zool. Centralbl. Il p. 731. 

G. Brandes referirt über Form, Lebensweise und muthmass- 
liche Abstammung der /chthyosaurier. — Zeitschr. f. Naturw, (Halle) 
Bd. 68 p. 158— 140, fieg. 

Nach Lechien gehört die Schicht, in welcher der berühmte 
Ichthyosaurus von Arlon gefunden wurde, nach ihren übrigen Resten 
nicht zum unteren, sondern zum mittleren Lias. — Bull. Soc. Geol. 
Bruxelles 1894 pag. 

W. Dames, Ueber das Vorkommen von lIchthyopterygiern 
im Tithon Argentiniens (s. Ber. f: 1893 p. 115). Ausz. v. Döderlein 
in: Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 35—56. 

Zanclodon bavaricus n.sp. aus dem obersten Keuper von Unterfranken 
(keine Beschreibung). — Sandberger, N. Jahrb. f. Mineral. 1894, Band 1, 
p. 203—204. 


Plesiosauria (nur fossil). 


E. D. Cope. On the Structure of the Skull in the Plesio- 
saurian Reptilia and on two new Species from the Upper Cretaceous. 
P. Am. Phil. Soc. XXXII. 1894 p. 109—113, fig, Taf. X. 

Embaphias n.g. verw. Pliosaurus, für E. eirculosus n.sp. aus der oberen 
Kreide von Süd-Dakota p. 111. 

Elasmosaurus intermedius n. sp. aus der oberen Kreide von Süd-Dakota, p.112. 


10* 


148 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


F. W. Cragin. Vertebrata from the Neocomian of Kansas. — 
Colorado College Studies V. 1894. p. 69—73, T. I-L. 

Piesiosaurus rostratus Owen, p. 748. 

Mont. Browne. On some Vertebrate Remains not hitherto 
recorded from the Rhaetic Beds of Britain (Plesiosaurus, Tremato- 
saurus). — Rep. 63. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. p. 748—749. 

Plesiosaurus mudger n sp. p. 69, T.1 fig, 1—3. 

Hutton beschreibt einen neuen Plesiosaurier aus dem Waipara- 
Fluss, Neuseeland. — Transact. N. Zeeland Inst. Vol. 26, p. 354—358, 
Taf. XLU. 

Cimoliosaurus caudalis n.sp. Kreide von Waipara. 

Fritsch, K. v. Beitrag zur Kenntniss der Saurier des Halle- 
schen unteren Muschelkalkes. In Abh. Nat. Ges. Halle 20. Bd. p. 271 
— 302, fig. Taf. XVI—XVl. 

Cymatosaurus n. g., mit Pistosaurus, durch Verkümmern und seitlich ver- 
schobene Nasenbeine und Besitz eines vorderen Gaumenloches, sowie mit den 
Nothosauria (aber ohne seitliche Verbreiterung des Hinterhauptes) verwandt, aus 
dem Muschelikalk, für C. friderieianus n.sp. p. 280, Taf. XVI—-XVILH. 

Oligolycus n. subg. für Nothosaurus heckii n.sp. p. 277, Taf. XVI fig. 3. 

S. Williston berichtet, das Plesvosaurus Kieselsteine zu ver- 
schlingen pflegte. (Vom Ref. auch bei Coronella austriaca beobachtet.) 
— Amer. Naturalist Bd. 28 p. 50. — Aus: Trans. Kansas Acad. 
Bd. 12. 


Thecodontia (nur fossil). 
Beschreibung u. Abbildung von Erpetosuchus granti E. T. Newton 
(p, 574, T. LIIl) und Ornithosuchus woodwardi E. T. Newton (p. 586, 


T.LIV—LV]I) giebt E. T. Newton in Phil, Trans. CLXXXV 1894 
(vergl. Ber. f. 1893 p. 115). 


Rhynchocephalia. 


J. Berg beobachtete zwei lebende Stücke von Sphenodon 
punctatus, Er fand, dass die Tuberkel des Rückenkammes auf einer 
Hautfalte stehen und mit dieser willkürlich aufgerichtet werden 
können. Die Zunge ist mit ihrer ganzen unteren Fläche fest- 
gewachsen, wird daher nur in der Weise zum Auflesen von Nahrung 
benützt, dass sich ihre obere Fläche kissenartig vorwölbt und den 
Bissen aufnimmt. Das Thier ist halbaquatisch und erinnert in 
dieser Beziehung sowie wegen seiner quackenden Stimme an einen 
Alligator, ein Dämmerungsthier mit gut entwickelten Gesichtssinn 
und ein entschiedenes Raubthier welches in Gefangenschaft Eidechsen, 
Mäuse, Sperlinge und Mehlwürmer verzehrt. Die Häutung geht in 
Fetzen vor sich. Die Harnballen in den Excrementen sind vom 
Kothe nicht getrennt. — Zool. Garten 35. Jahrg p. 102—105, 146— 
150. Referat im Zool. Centralbl. I. p. 914, Il. p. 61. 

Perrin bringt Mittheilungen über die Knochen und Muskeln 
der Vorderextremitäten von Hatteria punctata. Die Muskeln bieten 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 149 


einfachere Verhältnisse dar, als bei den Sauriern. — CR. Ac. Se. 
Tome 119, p. 1278—1279. — Referent im Zool. Centralbl. II p. 732. 

F. Siebenrock’s Arbeit über die Osteologie des Hatteria-Kopfes 
(s. Bericht 1893 p. 116) ist in Uebersetzung in Ann. Mag. N. H. (6) 
XIII 1894 p. 297—311, Taf. XIV zu finden. Referat im Zool. 
Centralbi. I. Bd. p. 330. 

A. Pomel, Döcouverte de Champsosauriens dans les gisements 
de phosphorite du Suessonien de !’Aleerie.e — CR. Ac. Sec. Paris 
Bd. 118, 1894 p. 1309—1310. 


A. Pomel, Sur le Dyrosaurus thevestensis. — CR. Ac. Sc. Paris 
Bd. 118 1894 p. 1396. 

Der Autor beschreibt unter dem Namen Dyrosaurus n.g. the- 
vestensis n. sp. einen mit Uhampsosaurus Cope verwandten Rhyncho- 
cephalen aus dem Phosphorit von Tebesa (Ostalgerien), den er in 
der zweiten Abhandlung für identisch mit Crocodilus phosplaticus 
P. Thomas erklärt und demgemäss Dyrosaurus phosphaticus benennt. 


Anomodontia (nur fossil). 


H. Seeley. Researches on the Structure, organisation and 
classification of the fossil Reptilia. 

Part. VIII. Further evidences of the Skeleton of Denterosaurus 
and Rhopalodon from the Permian rocks of Russia. (Phil. Trans. 
CLXXXV. 1894 p. 663— 717 T. LX— LXI. 

Von beiden Formen werden verschiedene Skelettheile abgebildet 
und beschrieben (vergl. Ber. f. 1893 p. 117). 

Part. IX. Section 1. On the Therosuchia (ebenda p. 987-993, 
Taf. LXXXVIM). 

Verf. giebt auf p. 987—1001 ausführliche Beschreibungen der 
Theriodontia und Endothiodontia, sowie auf p.989—994, T.LXXXVINI 
fig. 1—2. Beschreibung und Abbildung der Owen’schen Gattungen 
(raleosaurus, .Ielurosaurus und Lycosaurus. In einer systematischen 
Uebersicht unterscheidet er p. 1013 neben den nur provisorisch zu 
den Anomodonten gestellten Mesosaurier, Nothosauria und Protoro- 
sauria zwei grosse Gruppen als T’herosuchia (mit den Unterordnungen 
der Pureiasauria, (orgonopsia, Dinocephalia, Deuterosauria, Therio- 
dontia, Endothiodontia und Theromora) und T'herochelonia (mit den 
Dieynodontia und Kistecephalia). 

Part. IX. Section 2. The reported Mammals from the Karroo- 
Formation of Cape Colony: (ebenda p. 994—1025, Taf. LXXXVIH 
bis LAXXIX.) 

Neu: Pristerognathus n.g. für P. polyodon n. sp. (Schnauzen- 
spitze) p.994 Taf. LXXXVIL fig. 3. 

Urypiocynodon n.g. für C.sömus n.sp. (Theil des Schädels) 
p- 1002, Taf. LXXXVIL fig. 4—5. 

Ferner Bemerkungen über T’heriodesmus Seeley, der in die Nähe 
von Pariasaurus gestellt wird (p. 1019, fig.) und Fritylodon longaevus 


150 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Owen, dessen Schädel auch abgebildet wird (p. 1025, Taf. LXXXIX 
fig. 15). 

Part. IX. Section 2. On Diademodon (ebenda, p. 1030-1037, 
Taf. LXXXIX). Diademodon n. g. aus der Cap-Colonie für D. tetra- 
gonus n. sp. p. 1030, D. mastacus n. sp. p. 1035 und D. browni n.sp. 
p. 1037, Taf. LXXXIX, fig. 14. 


Batrachia. 
(Siehe auch bei Reptilia p. 85-93). 


Integument. R. Klemensiewicz, Ueber Entzündung und 
Eiterung. Histologische Untersuchungen an der Amphibienhaut. 
Jena 1894, 4°, 61 pagg., 4 Tafeln. 

Ehrmann hat die Entwicklung des Pigmentes bei den Amphi- 
bien, speciell bei den Urodelen studirt. Er unterscheidet originär 
pigmentirte Eier, wie bei den Anuren (aber nicht allen! Ref.) und 
Siredon und originär nicht pigmentirte (Triton eristatus, Salamandra 
maculosa). An den ersteren sieht man sowohl bei den primären 
Entwicklungsvorgängen wie bei der Keimblätterbildung, dass eine 
Neubildung von Pigment nicht erfolgt, sondern das primäre Prigment 
überall hingelangt; im anderen Falle ist nicht nur das Ei sondern 
auch die weiteren Stadien bis zur Gastrula, die drei Keimblätter 
und die ersten Organanlagen pigmentlos. Als erste pigmentbildende 
Elemente treten spindelförmige Zellen auf, welche unter dem Ekto- 
derm auftreten und in welchen sich das Pigment zwischen den 
Dotterplättchen absondert, worauf sie Fortsätze ausbilden, in welchen 
sich dasselbe anhäuft. Ganz gleiche Verhältnisse finden sich auch 
bei den originär pigmentirten Eier auf gleichen Stadien; und nach 
theilweiser Bildung des subepithelialen Pigment dringen auch Melano- 
blasten in die Epidermis ein. — Centralbl. Physiol. 8. Bd. p. 2837—288. 

Rabl hat ebenfalls die Herkunft des Pigmentes in der Haut 
untersucht und zwar bei Salamandra maculosa. Nach ihm tritt 
Pigment zuerst in flächenhaft ausgebreiteten Bindegewebszellen der 
Cutis unter dem Epithel auf, welche keine Fortsätze in dasselbe 
entsenden. In den Epithelzellen erscheint es unabhängig von dem 
der Cutis nnd später als dieses. Verfasser beobachtete auch Wan- 
derungen des Pigmentes in den Epithelzellen, indem es in den 
ruhenden Zellen im Cuticularsaum sich vorfindet, vor Theilungs- 
vorgängen nach innen wandert und erst, wenn der Kern in das 
Ruhestadium getreten ist, sich wieder an die Oberfläche begiebt 
und dort die bleibende Anordnung erhält. — Anat. Anz. 10. Bd. 
p-. 12—17, fig. 

C. Hasse, Die Entwicklung der Wirbelsäule. 4 Theile (Leipzig, 
Zeitschr. wiss. Zool.) 1892—93, 8°, 57 pagg. 6 Tafeln (I. Triton 
taeniatus, 11. Ungeschwänzte Amphibien etc.). 

Osteologie und Myologie. Mitteilungen über das Fuss- 
gewölbe in seinen Hauptmodificationen macht G. Tornier. Bei 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 151 


den Batrachiern liegen die Metatarsalknochen noch alle in einer 
Ebene, der ganze Fuss liegt völlig fach auf dem Boden auf. SB. 
Ges. nat. Fr. Berlin 1894 p. 67—68, Fig. 1. 

In seiner Studie über die Phylogenese der Zunge bemerkt 
C. Gegenbaur, dass bei den Fischen die Zunge muskel- und 
drüsenlos sei und nur die Einführung der Nahrung leite, während 
bei den Batrachiern bereits im Epithel becherförmige Sinneszellen 
und eine mit dem Leben auf dem Lande zusammenhängende, oft 
mächtig entwickelte Drüsenmenge auftrete, die die Muskularisirung 
der Zunge bedinge. P’roteus hat noch keine Drüsen. Der Eintritt 
der neuen Leistung führt dann zur anatomischen Weiterbildung. — 
Morph. Jahrb. Bd. 21, p.1—18, 5 figg. Referat in Zool, Centralbl. 
I. p. 783. 

Göppert hat die Kehlkopfmusculatur der Amphibien ver- 
gleichend-anatomisch bearbeitet. Da die Arbeit viele Einzel- 
angaben enthält, so sei auf das ausführliche Referat im Jahres- 
bericht f. 1894 der Zool. Station in Neapel, (Vertebr. p. 227—228) 
verwiesen. — Morpholog. Jahrb. 22. Bd. p. 1—78, 9 figg., T. I—1U. 
Referat in Zool. Centralbl. II. p. 316. 

Barfurth hat Experimente über die Regeneration überschüssiger 
Gliedmassen bei Amphibien gemacht und kommt zu dem Schlusse, 
dass es für das Ergebniss gleichgiltig sei, ob die Amputation quer 
oder schräg vorgenommen wurde, dagegen nicht gleichgiltig, ob sie 
mehr distal oder proximal vorgenommen wurde, da Abnormitäten 
leichter entstehen, je höher (d. h. näher dem Schulter- oder Becken- 
gürtel zu) die Amputation erfolgte, also je complirter die regenera- 
tive Leistung ist. Künstlich lassen sich diese „superregenerativen 
Bildungen durch complicirte Amputationen, wie sie von den Axo- 
lotIn durch das gegenseitige Abbeissen der Beine ausgeführt werden, 
hervorrufen. Wo die Regenerationskraft am stärksten ist (Triton, 
Siredon), sind solche Bildungen am häufigsten, wo sie schwach ist, 
(Rana) fehlen sie. Die Regeneration kann, wie dies auch in der 
Öntogenie vorkommt, ganze überschüssige Extremitäten (Polymelia) 
oder bloss Theile von solchen hervorrufen (Polydactylie, Meromelie), 
so dass z.B. Phalangen, ganze Finger oder ganze Hände sich ver- 
doppeln können. Die Regeneration einer 5 fingerigen Hand, die 
beim Axolotl relativ häufig ist, wird als Atavismus (Rückkehr zur 
ursprünglich normal 5 fingerigen Amphibienhand) betrachtet. Wenn 
durch Superregeneration eine rudimentäre Nebenhand auftritt, so 
kann dadurch Polydactylie vorgetäuscht werden. — Arch. f. Ent- 
wicklungsmechanik I. Bd. p. 91—116, T. V. Referat in Zool. 
Centralbl. I. p. 868. 

Nervensystem. Von 0. S. Strong, The components of 
cranial nerves of Amphibia findet sich ein Auszug in: Trans. New 
York Acad. Sc. Bd. 12, 1892—93 p. 56—57. 

Lundborg, hat "die Entwicklung der Hypophysis und des 
Saceus vasculosus auch bei den Amphibien studirt. Zool. Jahrb, 
Anat. VII. 1894. p. 667—687, figg., Tafel XL—XLI, 


152 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Bawden, The nose and Jacobson’s Organ with Especial Refe- 
rence to Amphibia. Enthält nach einer allgemeinen Einleitung Be- 
schreibung der knorpligen Theile der Nase, des Nasenthränenganges 
und der Drüsen, ferner der Innervation und Histologie des Epithels 
bei Nase und Jacobson’schem Organ. Auch Phylogenie und Onto- 
genie des letzteren wird behandelt. — Journ. Comp. Neur. Cin- 
cinnati Vol. 4, 1894. p. 117—152, Taf. 5—12. 

J. Bernheim, Die Innervation der Harnblase beim Frosch und 
Salamander. — Arch. f. Anat. u. Phys. Abth. 1893. Suppl. Bd. 
p. 11—28, 1 Tafel. 

Urogenitalapparat. H.H.Field hat eine Arbeit über die Mor- 
phologie der Harnblase bei den Batrachiern; die verschiedene Aus- 
bildung lässt sich auf die Wirkung der Anpassung an gewisse ein- 
schränkende Bedingungen, wobei die Reduktion der Körpersomiten die 
Hauptrolle spielt, zurückführen. Die ontogenetische Entstehung konnte 
bei Amblystoma maculatum (?), einigen Triton-Arten, Sulamandra utra 
und maculosa, einigen Ranu-Arten, Bufo, Alytes obstelricans und 
Bombinator igneus untersucht werden. Bei Triton alpestris entsteht 
sie als solide Knospe an der hinteren Kloakenwand, wächst in die 
Länge und wird dadurch, dass das am proximalen Theil vorhandene 
Lumen hineinwächst, zu einem Rohr, welches erst bei Larven von 
29 mm Länge zweizipflig wird. Verf. unterscheidet vier Haupt- 
typen. 1. Blase langgestreckt, bei Proteus, Siren, Amphiuma, 
manchen (rymnophionen und den unmittelbaren Ahnen derselben. 
2. Die Blase ist sackförmig, ungetheilt (Amblystoma) — Anlage 
wie beim ersten Typus. 3. Die Blase ist zweizipflig (Rana, Bufo, 
Salamandra, Triton) -- durchläuft bei der Entwicklung die Stadien 
1 und 2. 4. Die Blase ist paarig (Bombinator, Alytes), durchläuft 
in ihrer Entwicklung die 3 vorher erwähnten Stadien. — Die 
Harnblase der Amphibien wird mit der der Amnioten homolog 
betrachtet und daher ist die der letzteren kein Produkt der Allantois. 
— Bull. Soc. Zool. France Vol. 19 p. 20—22 (vorläuf. Mittheilung); 
Morpholog. Arbeiten von G. Schwalbe, 4. Bd. p. 50—52, Taf. 1. — 
Referat im Zool. Centralbl. I. p. 248. 

Ontogenie. Holl, Ueber die Reifung der Eizelle bei den Am- 
pbibien. — SB. Akad. Wiss. Wien, Math. Naturw. Cl. Bd. 102 pag. 

J. P. Eismond, Ueber die Anlage der Keimblätter bei den 
Amphibien. — Arb. Zootom. Laborat. Univ. Warschau Bd. 7, 2 
pag. 9—31, 10 figg. (russ.). 

O. Schultze sucht den Nachweis zu führen, dass ohne die 
Wirkung der Schwerkraft eine Entwicklung des Eies der Batrachier 
unmöglich ist, da die fortwährende Gleichgewichtslage des thierischen 
Eies unter natürlichen Verhältnissen von jener abhängig sei. Verh. 
Anat. Ges. 8. Vers. Strassburg i. E. 1894 p. 117—132. — Dem 
widerspricht W. Roux ebenda p. 146—150. 

F. Braem weist darauf hin, dass die experimentell nach- 
gewiesene Wirkung des Druckes auf die Zelltheilung geeignet er- 
scheint, den Verlauf der normalen Eifurchung in wesentlichen 


in der Hervetologie im Jahre 1894. 153 


Punkten zu erklären. Die wechselnde Stellung der Furchungs- 
ebenen, die Furchungsfolge ist durch die im Ei vorhandenen Druck- 
kräfte mit bedingt. — Biol. Centralbl. Bd. 14 p. 340-353, 5 fige. 

Biologie. (S. auch Lönnberg p. 157). Unter den Thieren, 
die zur Verbreitung der Süsswassermuscheln beiträgen, nennt 
J. de Guerne auch Kröte und Molch. CR. Ssanc. Soc, Biol. (9) 
Bd.5, 10. Juni 1893. 3 pp. 2 figg. 

Eine kurze Notiz über britische Molche und Frösche im Winter 
in gefrorenen Sümpfen bringt H. Bromley in Science-Gossip, N. 8. 
Bd. 1 p. 43. 


Faunistisches. 


Europa. Köhnke nennt von Salzwedel Rana esculenta typ. und 
var. ridibunda, R. temporaria, arvalis, Pelobaies, Bufo vulgaris und cala- 
mita, Iyla, Molge eristata und vulgaris, von Zichtau, Salamandra. Bufo 
eirichs fehlt, Bombinator igneus ist noch nicht nachgewiesen. — 
Beitr. zur Rept.- u. Amph.-Fauna Salzwedels. Wissenschaftl. Bei- 
gabe z. Jahresber. d. Kgl. Gymnas. z. Salzwedel Ostern 1893, 4°, 
12p. — Ref. in Zeitschr. f. Naturw. (Halle) Bd. 66 p. 107. 

E. Schulze und Fr. Borcherding bringen eine Fauna der 
Reptilien und Batrachier Sachsens. Das Litteraturverzeichniss geht 
bis auf das Jahr 1784 zurück. Aufgezählt und mit Diagnosen be- 
schrieben werden die 5 Caudaten und (mit Ausnahme von Rana 
ridibunda Pall.) die I2 Anuren des Gebietes mit ihren zahlreichen, 
z. Th. neuen Fundorten. Mittheilungen über Lebensweise u. Laich- 
geschäft finden sich bei Molge vulgaris, Pelobates, Bufo vulgaris und 
Rana arvalis. Fauna Saxonica. Amphibia et Reptilia: Verzeichniss 
der Lurche und Kriechthiere des Nordwestl. Deutschlands. Jena 1893, 
8°, Batr. p. 1—47. 

K. Knauthe verzeichnet Molge alpestris Laur. vom Zobten, der 
Eule und dem zwischen beiden Gebirgsstöcken liegenden Hoch- 
plateau, ARuna arvalis Nilss. vom Zobtener Halt, und Runa ugilis 
Thomas von den Seewiesen bei Schlaupitz und aus Jentschwitz in 
Mittelschlesien. — Zeitschr. f. Naturw. (Halle) Bd. 67 p. 119—122. 

Nach K. Knauthe findet sich Rana esculenta L. var. ridibunda 
Pall. in der Gegend von Schlaupitz, Preuss. Schlesien. NMolge hel- 
vetica und Alytes obstetricans hat er im Zobtener Halt ausgesetzt. — 
Zool. Garten 35. Jahrg. p. 286. 

Aehnlich wie die Reptilien behandelt Fr. Dahl die Batrachier 
Schleswig - Holstens [vergl. oben p. 94]. Verf. verzeichnet aus 
Schleswig-Holstein Molge eristata Laur., M. alpestris Laur. von Wohl- 
dorf, M. vulgaris L., Bufo vulgaris Laur., D. variabilis Pall. am Ost- 
seestrande bei Niendorf, bei Dahme und Kiel, D. calamita Laur. 
von Föhr, Sylt, Wohldorf, Niendorf u. Dahme, /’elolates von Meimers- 
dorf bei Kiel, dem Eppendorfer Moor und von Ahrensburg, Bom- 
binator igneus Laur. als sehr wahrscheinlich vorhanden, yla, Rana 
esculenta L. typ., R. arvalıs Nilss. von Kiel und R, temporaria L. — 


154 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Die Heimat (Schleswig-Holstein) 4. Jahrg. p. 49—60, 13fig. — Ref. 
s. oben p. 713. 

W. Evans bemerkt, dass von den 7 britischen Batrachiern 6 in 
Edinburgh -District vorkommen, nämlich Rana temporarid, Bufo 
vulgaris, Molge eristata, vulgaris, palmata. Das Vorkommen von 
Bufo calamita in Schottland wird bestritten und Gründe dafür aus- 
einandergesetzt. Angaben über Färbung, Maasse, Fundorte, Laich- 
zeit werden gegeben, speciell aber wird der Häufigkeit und Ver- 
breitung von Mo/ge palmata gedacht. Von letzterer Art wird ein & 
von 88mm Totallänge erwähnt. — Proc. Roy. Phys. Soc. Edinburgh 
1893/94 Vol. 12 p. 490 — 526. 

L. W. Hinxman and W.E. Clarke fanden von Batrachiern 
in der Landschaft West-Ross-Shire in N. W. Schottland nur drei 
Batrachier (Rana temporaria, Bufo vulgaris, Molge palmata). Letztere 
Art findet sich also noch auf 57!/,° N. Br. (Loch Coire nan Faradt, 
Halbinsel Applecross; Strathcarron). — Ebenda p. 415. 

G. Schweder verzeichnet in den „Wirbelthieren des Baltischen 
Gouvernements“ folgende Batrachier mit genaueren Fundortsangaben 
und den lettischen Namen: Hyla arbore« L. (noch zweifelhaft); 
Rana fusca Rösel, arvalis Nilss., esculenta L., Pelobates fuscus Laur., 
Bombinator igneus Laur., Bufo calamita Laur., einereus Merr., vir- 
dis Laur., Triton ceristatus Laur. und t«eniatus Schn. (K. B. Naturf. 
Ver. Riga XXXVII. 1894 p. 28—29). 

A. Schiöttz macht Mittheilungen über das Leben der spanischen 
Batrachier im Herbste.. Um Cadix finden sich Rana hispaniolensis 
Mich. der auch brackische Gewässer an der Küste bewohnt 
(wie R. esculenta ridibunda auf Santa Maura, Jonische Inseln. — 
Ref.) und zweimal laicht, Discoglossrs pietus Otth, der häufige Pelo- 
bates cultripes Tsch., Bufo calamita Laur. und palmarum Schinz, 
Hyla, Pelodytes punetatus und Alytes obstetricans Laur. Quappen 
von Pelobates massen l4cm. In Nordspanien sind die häufigsten 
Arten Runa temporaria und Alytes; auch Discoglossus findet sich 
stellenweise. — Zool. Garten 34. Jahrg. (1893) p. 26—28. 

J. de Bedriaga giebt Zusätze zu seinen Arbeiten über die 
portugiesischen Batrachier, indem er neue Fundorte für Rana escu- 
lenta var. hispanica Michah., R. iberica Blngr., Bufo vulgaris und 
calamita Laur., Iyla arborea v. meridionalis Bttgr., Pelodytes pun- 
ctatus Daud., Alytes obstetricans v. boscai Lat., A. cisternasi Boscäa, 
Salamandıa maculosa var. molleri Bedr., Chioglossa lusitanica Boc., 
Molge marmorata Latr., waltlii Michah. und boscai Lat. aufzählt, 
auf die Grösse (141mm) des Bufo vulgaris von Gerez aufmerksam 
macht und viele Larven, z.B. die von Hyla arborea v. molleri Bedr., 
Pelobates cultripes Cuv., Pelodytes punctatus Daud. und Discoglossus 
pictus Otth beschreibt. Weitere Mittheilungen beziehen sich auf 
die Schwanzform der Larven von Pelobates und Pelodytes, die Verf. 
erst als Unterscheidungsmerkmale zweiten Ranges bezeichnet u. 
auf eine Kritik neuerer Arbeiten von Barboza du Bocage und Betten- 
court Ferreira. Er hält seine Zweifel über das Vorkommen von 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 155 


Molge palmata auf der Pyrenaeenhalbinsel aufrecht und bestreitet 
[mit Recht. — Ref.] das Vorkommen von M. usconüi, giebt aber 
zu, dass Molge, Pleurodeles und Euproctus vielleicht nach der Art 
der Begattung zu trennen sind, eine Beobachtung, die Verf. übrigens 
mit Recht als sein Verdienst in Anspruch nimmt. Istituto, Coimbra 
1893. Sep. Abdr. p. 1-24. 

OÖ. Schneider fand in San Remo, Ober-Italien, Bufo vulgaris 
Laur. und Ayla meridionalis Bttgr. — San Remo und seine '[hier- 
welt im Winter in: Abh. Ges. Isis Dresden 1893, No. 1 p. 29. 

Arrigoni degliOddi kennt aus dem Gebiete von Padua folgende 
Batrachier p.32: Hyla arborca L., Rana esculenta L. (bis 350 g. 
schwer) p. 33, R. agılis und lalastii Blngr. (gemein, werden aber 
nicht gegessen; R. muta fehlt), Dombinator igneus Laur. (gemein); 
Pelobates fuscus Laur. (selten); Dufo vulgaris und viridis Laur. 
(gemein), Sulumandra maculosa Laur. (nicht häufig, aber allgemein 
verbreitet), S. atra Laur. (Euganeen?), Triton cristatus Laur. (P’etro- 
ponia nigra ist ein Nigrino dieser Art); 7. alpestris (Monte Rua, 
Euganeen); T. taeniatus Schn. — Atti Soc. Venet. Trent Padova 1895. 

Von den Jonischen Inseln erwähnt W erner folgende Batrachier: 
Rana esculenta L. var. ridibunda Pall. (auf allen Inseln bis auf 
Ithaka angetroffen); Bufo vulgaris Laur. (Sta. Maura), B. viridis 
Laur. (Cephallonia), Ayla arborea L. (auf allen Inseln bis auf Ithaka 
angetroffen); Molge vulgaris L. var. meridionalis Blngr. (Corfu, Sta. 
Maura). — Verh. Zool. bot. Ges. Wien XLIV. Bd. 1894 p. 234— 236. 

Asien. M.G.Peracca zählt aus Dr. E. Festa’s Ausbeute in 
Syrien 5 Arten Batrachier auf, nämlich 4 Anuren und 1 Urodelen, 
Rana esculenta L. var. ridibunda Pall., Bufo viridis Laur., Hyla arborea 
L. subsp. savignyi Aud. Pelobates syriacus Bttgr., und Salamandra 
maculosa Laur., sämmtlich mit genauen Fundortangaben. — Boll. 
Mus. Zool. Torino Bd. 9 No. 167 p. 17—18. 


Th. Barrois hat in den Seen von Nord-Syrien nur zwei 
Batrachier-Arten (Rana esculenta und Bufo vulgaris) gefunden. — 
Rev. Biol. N. France 1894 p. 249—311. 


Boettger erwähnt Rana tigrina Daud. und ‚herohyla inornata 
Blngr. von Bangkok, Siam, desgleichen /chthyophis glutinosus L. — 
Zool. Anz. 16. Jahrg. (1893) p. 430. 


Boettger nennt in seinen „Materialien zur herpetologischen 
Fauna von China II* von Hainan (\wyglossus lima Tsch., Rana 
limnocharis Wgm., Ar. guentheri Blngr. (neu für die Insel), macro- 
dactyla (Gthr.), tigrina Daud., Rhacophorus leucomystax (Gravh.), 
Bufo melanostietus Schn,, Hyla arborea (L.) v. savignyi Aud.; von 
Hongkong Rana limnocharis Wem., guentheri Blngr., macrodactyla 
(Gthr.), tigrina Daud., Rhacophorus leucomystax (Gravh.), Mierchyla 
ornata (DB) und pwlchra (Hall.) und Bufo melanostictus Schneid.; 
von Ost-China Kana esculenta L. v. nıgromaculata Hall., R. limno- 
charis Wiegm. und plancyi Latr. (alle 3 von Hankow), dieselben 
Rana-Arten wie von Hankow (excl. lömnocharis, aber incl. japonica 


156 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Blngr.) sowie 4. arborea (L.) v. immaculata Bttgr., ferner MH. chi- 
nensis Gthr. und Leptobrachium monticola Gthr. (nach Boulenger L. 
boettgeri n. sp.) vom Lüshan-Gebirge bei Kiukiang, schliesslich die- 
selben Ran«-Arten wie von Hankow und Kiukiang, nebst Bufo 
vulgaris Laur. von Shanghai u. Umgebung, schliesslich Rana amu- 
rensis Blngr., martensi Blngr., japonica Bingr., esculenta v. nigro- 
maculata Hall., planeyr Lat. und ein neuer Rhacophorus (s. Ranidae), 
sowie Microhyla ornata (DB.), Bufo vulgaris Laur. u. Ayla chinensis 
Gthr. von Ningpo u. Umgebung. — Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 
1894 p. 129 — 152. 

A. Fritze fand auf der Liu-kiu-Insel Okinawa die folgenden 
Batrachier: Rana limnocharis Wiegm., Rhacophorus viridis Hall., 
Molge pyrrhogastra Boie var. ensicaudata Hall. Nicht gefunden 
wurden R. holsti Blngr., macropus Blngr., Ixalus Japemacus Halt. 
Mierohyla fissipes Blngr., T'ylotriton andersonii Bingr., welche, die 
Batrachierfauna der Insel vervollständigen. — Zoo! Jahrb. Syst. 
VII 1894 p. 865—866. 

E. Bartlett hat Bemerkungen über die Batrachier Borneos 
und der benachbarten Inseln (Sarawak Gazette, Dec. 1, 1894), welche 
dem Ref. nicht vorgelegen haben. 

Boettger erwähnt von Java 10 Batrachier, welche alle schon 
von dieser Insel wohl bekannt sind; herv orgehoben möge nur Rana 
mierodisca Bttgr. von Tjibodas werden, welche auf Taf. V fig. 2a—d 
abgebildet ist. — Semon, Zool. Forsch. Australien V. 1 1894 p. 113 
bis 114. 

F. Müller hat die von den Vettern Sarasin auf Celebes ge- 
sammelten Batrachier bearbeitet. Es sind die folgenden: p. 839 
Jtana tigrina Daud. (Kema), R. microdisca Bitter. (Boelaw a-Gebirge, 
1200 m), p. 840 R. chaleonota Schleg. (Kema und Bona- Thal), Rhaco- 
phorus leucomystax Gvavh. (Kema), p. 341 Callula baleata Gthr. 
(Kema, nährt sich von Ameisen), p. 842 Bufo celebensis Gthr. und 
2 nn. spp. (S. Ranidue, Engystomatidae). — Verh, naturf. Ges. Basel 
Bd. X 2. 1894 p 839—842. 

Boulenger erwähnt als Batrachier der Ausbeute von Dr. E. 
Modigliani auf Sereinu (Sipora), Mentawei-Inseln: Oxyglossus laevis 
Gthr., Rana kuhlii DB., macrodon DB., microdisca Bttgr., nico- 
bariensis Stol., labialis Bingr., Rhacophorus appendiculatus Gthr., 
pardalis Gthr., Phrynella Pulchra Blner., Calophrynus punctatus Ptrs., 
Nectophryne guentheri Blngr., Ichthyophis glutinosus L. — Ann. Mus. 
Genova, Serie 2a, Vol. xIV (XXI) 1894 p. 616—618. 

Bouleng er erwähnt von Palawan und Balabac folgende Ba- 
trachier: Oxyglossus laevis Gthr. (B.), Rana maer il DE. (PB, «B3), 
glandulosa Blenr. (P.), Staurois natator Gthr. (= Ixalus nubilus 
Mocq. 1890) (P.); Rhacophor us leucomystax Gravh. (P., nach Mocquard 
1890), macrotis Blngr. (P., B.), Bufo philippinieus Blngr. (P., B.), 
Leptobrachium hasselti Tsch. (P.), Megalophrys montana Kuhl (Pi) BA 
sowie 4 nn. sp. (s. Ranidae). — Ann. Mag. N. H. (6) XIV 1894 
p- 85—89, 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 157 


Australien. J. J. Fletcher bringt Beiträge zu einer genaueren 
Kenntniss der geographischen Verbreitung der australischen Batrachier. 
Er stellt die Fauna von verschiedenen Fundorten die zu 4 Gebieten 
(I. Küstengebiet von N. S. Wales, II. Nördliches Tafelland, III. Süd- 
liches Tafelland, IV. Ebenen) gehören zusammen und knüpft daran 
Bemerkungen über die Verbreitung einzelner Arten, über den Ein- 


fluss des periodischen Eintrocknens der Flüsse u.s. w. — Proc. Linn. 
Soe. N. S. Wales VII 1894 p. 524—533. — Ref. in Zool. Centralbl. 
HR pr: 92. 


Boettger zählt von Burnett-River-District, Queensland folgende 
von Semon gesammelte Batrachier auf mit Bemerkungen über Färbung 
und morphologische Merkmale: ZLimnodynastes salmini Stdehr., or- 
natus (Gray), Hyperolia marmorata (Gray), Chtroleptes australis (Gray), 
Pseudophryne bibroni Gthr., Hyla coerulea (White), peroni (Tsch.), 
rubella Gray, lesueuri DB., Aylella bicolor (Gray) ferner von Thurs- 
day-Island, Torresstrasse als erste von dort bekannte Anuren-Art: 
Limnodynastes ornatus (Gray), von 8.0. Neuguinea Rana papua 
Less., Ayla dolichopsis Gope, congenitu Ptrs. & Doria, Batrachopsis 
melanopyga (Doria) und eine n. sp. (s. Hylidae). — Semon, Zool. 
Forsch. Australien V. 1. 1894 p. 109—112, Taf. V, fig. 1a—Üd. 

Afrika. Werner erwähnt von Östalgerien Rana esculenta L. 
var. ridibunda Pall. (von Philippeville bis Tuggurth), Bufv veridis 
Laur. (Mraier, Tuggurth); B. mauritunicus Schleg. (Batna, Philippe- 
ville, Biskra; fehlt südlich von Biskra und wird durch vorige Art 
ersetzt); Discoglossus pictus Otth (Biskra, Lambesa). — Verh, Zool. 
bot. Ges. Wien 1894, XLIV p. 86—87. 

Boettger erwähnt von Dr. Fleck’s Reiseausbeute aus Deutsch- 
Südwestafrika die drei Batrachier Rana delalandii (Tsch.), R. ad- 
spersa (Isch.) und Aenopus laevis (Daud.). — Ber. Senckenberg. 
naturf. Ges. 1894 p. 93. 

Günther zählt die von Dr. Gregory auf seiner Expedition zum 
Kenia gesammelten Batrachier auf; es sind die folgenden: Bufo 
regularis Ros., Rana mascareniensis DB., galamensis DB., Pyxi- 
cephalus delalandii Tsch., Chiromanti: petersii Blngr., Phrynomantis 
bifasciata Smith, Rappia concolor Hall., Megalixalus Fornasinii Bianc., 
Dermophis thomensis Boc. (= D. gregoryi Blngr.). 

Amerika. S. Garman nennt von Kentucky p. 36 Rana pipiens 
p- 37 R. clamitans (Osten), R. cutesbiana (Westen), Bufo lentiginosus, 
Acris gryllus(Westen), Chorophilus triseriatus(Nortonville, Westen), //yla 
versicolor, Diemyctylus nuiniatus, Desmognathus fuscus (Osten), p. 38 
Spelerpes longicaudus, Plethodon glutinosus, erytlnonotus {Louisville; 
gemein beiHopkinsville), Ambiystoma tigrinum (Russellville), A. punc- 
tatum (Rock Creek, Whitley Station) und als fraglich Amphiuma 
means. Auch hier wie bei den Reptilien giebt der Verf. die volks- 
thümlichen Namen der Arten. — Bull. Essex Inst. XXVI 1894. 

E. Lönnberg erwähnt aus Florida folgende von ihm ge- 
sammelte Batrachier: Manculus qguadridigitatus Holbr. p. 337, (Clar- 
kona, Lake St. John, Fern Creek bei Orlando, Orange County; in 


158 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Bewegung, Färbung und Lebensweise ähnlich ZLiolepisma laterale); 
Desmognathus auriculata Holbr. (Lake Jessup, Orange Co., neu für 
Florida); Diemyetylus viridescens Raf. (Larven in einem Sumpf 
zwischen Oakland und Lake St. John gesammelt); Amphiuma means 
Gard. (Oviedo, Apopka, Orlando, nicht selten); Seren lacertina L. 
p. 338 (Lake Apopka); Bufo lentiginosus Shaw (gemeinste Art der 
Gattung in Florida); B. querceicus Holbr. (Oakland, Orange Co.; 
Kissimmee, Osceola Co.; Hillsboro County) relativ sehr lebhaft; in 
den erwähnten Orten an den verschiedensten Stellen, auch bei 
hellstem Sonnenschein, besonders aber nach Regen); Engystoma 
carolinense Holbr. (nicht häufig; bei Clarkona und bei Lake Jessup); 
Aeris gryllus Lec. (gemein an Sümpfen in S. Florida: Färbung be- 
schrieben), Ayla femoralis Latr. p. 339 (Orange County: Nadel- 
wälder); A. catesbyana Shaw (sehr häufig in S. Florida in Sümpfen 
u. dergl., liebt stehendes Wasser mit schlammigem Grund) (wohl 
R. grylio Stejn. — Ref.); R. pipiens Schreb. (gemeinste Art von 
Fröschen in S. Florida; grosses Farbenwechselvermögen von grün 
zu braun); ARana elamata Daud. (gemein an einigen Sümpfen und 
kleinen Seen in Orange County, schwer zu fangen); Aana aesopus 
Cope (Ozona, Hillsboro Co., Clarkona und Lake Jessup, Oranje Co.). 
— Proc. U. S. Nat. Mus. 1894 p. 337—339. 

Cope zählt folgende Batrachier auf, welche von der west- 
indischen Expedition der Pennsylvania-Universität auf den Bahamas 
u. a. Inseln Westindiens gesammelt wurden. Auf New Providence 
(p. 429) Trachycephalus septentrionalis Tsch., auf Jamaica (p. 437), 
Bufo agua Daud., Hylodes martinicensis DB., Lithodytes lentus Cope, 
auf Grand Cayman (p. 441) Trachycephalus septentrionalis Tsch. — 
Proc. Acad. Philad. 1894. 


A. Duges erwähnt aus Chiapas und Tabasco, Mexico, die 
folgenden von J. N. Rovirosa gesammelten Betrachier mit Angabe 
der einheimischen - Namen: Oedipus rufescens Cope (Iztacomitan, 
Chiapas), Spelerpes mexicanus DB. (Tabasco), Bufo marinus L. 
(Tabasco; auch Guadalajara, Michoacan u. s. w.), B. canaliferus Cope 
(Cerro de Valtierra, Chiapas; auch Orizaba), Rhinophrynus dorsalis 
DB. (Tabasco), ?Hyla miotympanum Cope (Macuspana), Smili sca 
Baudini (DB.) (San Diego, Macuspana, S. Juan Bautista), Lepto- 
dactylus melanonotus Hall. (Macuspana), /.. echinatus Brocchi (Ma- 
cuspana), Dermophis mexicanus (DB ) (Tabasco, auch Yuacatan und 
Ttlacotalpam). — Naturaleza (Mexico) (2) II. 1894 p. 377, 


Cope verzeichnet in einer zweiten Liste von Reptilien und 
Batrachiern aus Costa Rica folgende Batrachier: p. 359 Oedipus 
variegatus Gray (Buenos Ayres), Bufo marinus L. (Lagarto, Buenos 
Ayres), haematiticus Cope (Buenos Ayres, Rio Grande), Ayla gabbii 
Cope (Buenos Ayres, Lagarto), nigripes Cope (Buenos Ayres), Liohyla 
runoides Cope (Buenos Ayres, Terraba), Lithodytes rhodopis Cope 
(Buenos Ayres), p. 340 Atelopus varius Stannius (Palmar), Dendro- 
bates tinctorius sulsp. auratus Gir. (Buenos Ayres) ausserdem In. g., 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 159 


3 nn. spp., 1 n. subsp. s. Plethodontinae, Cystignathidae, Dendro- 
batidue. — Proc. Amer. Phil. Soc. XXXI. 1894 p. 334—340. 

R. P. Mole und F. W. Ulrich nennen von Trinidad 12 Batra- 
chier, nämlich Prostherapis trinitatis Garm., Engystoma ovale Schneid. 
(neu für die Insel) ZLeptodactylus longirostris Blngr., pentadactylus 
Laur. (neu f. d. I.), iyphonius Daud. und caliginosus Girard; Kupem- 
phix trinitatis Blngr., Bufo marinus L., Hyla erepitans Wied, 
coriaced Ptrs. und Phyllomedusa burmeisteri Blngr. (neu f. d. I.), 
sowie eine n. sp., die von Boettger beschrieben ist (s. Cystignathidae). 
-— Journ. Trinidad Field Nat. Club. Vol. II. No.3, 1894 p. 7 —%0. 


Werner erwähnt aus Blumenau, Prov. Sta. Oatarina, Brasilien, 
ausser 2 nn. spp. (s. Hylidae) noch Hyla faber Wied, mesophaea 
Hens., nasica Cope, Phyllomedusa ‚Jheringii Blngr., Leptodactylus 
ocellatus L. und Gaudichaudi DB., Bufo marinus L. — Zool. Anz. 
1894 p. 413. 


Ecaudata (Anura, Salientia). 


A.M. Marshall. The Frog; An Introduction to Anatomy, 
Histology and Embryology ; 5. Edit. Manchester u.London, 150 p., fige. 

J. Anders berichtet über das Auftreten von Wanderzellen in 
der überlebenden, geätzten Hornhaut des Frosches. — Dissert. 
Greifswald, 45 p. (nicht gesehen. — Ref.). 

Eine Arbeit von J. Nusbaum „Zur Entwickelungsgeschichte der 
embryonalen Gefässendothelien und der Blutkörperchen bei den 
Anuren (Rana temporaria)“, (in polnischer Sprache geschrieben), 
wird später referirt werden. — Abh. Akad. Krakau 22. Bd. 

G. Behrends. Ueber Hornzähne. — Nova Acta Acad. Leop. 
Carol. Bd. 58 mit Taf. 15—16. 

Gaupp, E. Beiträge zur Morphologie des Schädels. 2. Das 
Hyo-Branchial-Skelet der Anuren und seine Umwandlung. — Morph. 
Arb. v. G. Schwalbe 3. Bd. p. 399—438, fig., T. XVIII- XIX. (Ausf. 
Referat in Jahresber. Zool. Stat. Neapel f. 1894, Vertebr. p. 147, 157). 

F. Maurer hat die Entwickelung der Rumpfmuskulatur bei 
Anuren (speziell bei Rana) untersucht, erwähnt auch Eigenthümlich- 
keiten der Muskulatur bei Daczylethra, Ceratophrys und Dombinator 
und vergleicht seine Befunde mit den früher bei Urodelen gefundenen. 
— Morpholog. Jahrb. 22. Bd., p. 225—262. — Ausf. Referat in 
Jahresb. f. 1894 d. Zool. Stat. Neapel, Vertebr. p. 157—158 u. Zool. 
Centralbl. II p. 435. 

C. J. Eberth behandelt die Sarkolyse der Schwanzmuskeln 
der Larve von Rana temporaria und Pelobates. — Festschr. Fakult. 
Univ. Halle Berlin, 4 p. Fig. Taf. 

In einer Notiz über Abhängigkeit des Muskelwachsthums vom 
Nervenverlauf bespricht M. Nussbaum auch die einschlägigen Ver- 
hältnisse beim Frosch und bei der Froschlarve. — Verh. anat. Ges. 
8. Vers. Strassburg i. E. 1894 p. 179—181. 


160 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Die Arbeit von Catherine Schepiloff über das 8. Gehirn- 
Bye und die Funktion des Gehirns und des Rückenmarks 


bei den Fröschen ist dem Ref. nicht zugänglich gewesen. — Arch. 
Sc. Nat. Geneve (3) XXXIl 1894 p. 174182, Taf.l. 


Jacques untersuchte die Nerven des Herzens beim Frosch 
(und Hund), nach der Golgi’schen und Ehrlich’schen Methode. — 
Journ. Anat. Phys. Paris 30. Annee p. 622—648, T. 17—19. 


H. De Stella bringt Beiträge zur Histologie des Frosch-Nerven- 
systems. Es sind bei der erwachsenen Rana um den Rückenmarks- 
kanal ausser Ependymzellen, welche den embryonalen Elementen 
sehr ähnlich sind, noch zwei Arten von Neurogliazellen, von denen 
die eine sehr wenig vom ÜCentralrand entfernt liegt, aber sehr den 
spindelförmigen Ependymzellen gleicht, während die der zweiten 
Art typische Spinnenzellen sind. Anastomosenbildung der Ganglien- 
zellen unter einander wurde nie beobachtet. — Ann. Soc. Med. 
Gand 60. Annee p. 237—245, Taf. 

E. Fleischl v. Marxow, „Über den Bau der sogen. Schilddrüse 
des Frosches“ in dessen Gesamm. Abh. Leipzig 1893, 8°. 

Giglio-Tos findet bei den Larven von Pelobates fuscus und 
Rana esculenta ein Diaphragma, welches dem Säugethiere homolog 
ist, und bei den letzteren ein Stadium durchläuft, wo es ganz die- 
selbe Lage hat wie bei den Amphibienlarven; seine spätere Ent- 
wickelung bei den Säugern hängt mit der Entwickelung einer 
Brusthöhle zusammen und auch seine Betheiligung an der Athmung 
ist eine sekundäre Anpassung. Bei der 1 Metamorphose bildet sich 
das Diaphragma grösstentheils zurück. — Atti R. Acc. Sc. Torino 
Vol.XXIX p.1—12 und: Boll. Mus. Torino IX No. 166. Referat 
in: Zool. Centralbl. II p. 315. 

V. Aducco. Sur un pigment de la bile du Crapaud. — Arch. 
Ital. Biol. Bd. 19 p. 98—104 (Giorn. R. Accad. Medic. Torino). 

S. Druebin behandelt in einer Arbeit über Blutplättchen auch 
die des Frosches, Jurjew, E. J. Karow 1893, 8°, 63 p.; eine andere 
ist den Blutkörperchen und Blutplättchen des Frosches gewidmet. — 
Arch. f. Anat. u. Phys., Phys. Abth. Suppl. Bd. 1893 p. 211—216. 

L. Mayer, Die Blutgefässe in der Membrana hyaloidea des 
Froschauges. Eine literarische Skizze in: Lotos, Jahrb. f. Naturw. 
(Prag) Bd. 42 (10 p.). 

E. W. Mac Bride behandelt die Entwickelung des Oviducts 
beim Frosch. — Proc. Cambridge Philos. Soc. Bd. 7 p. 148—151. 

W. Roux berichtet in einer Mittheilung über den „0y totropismus 
der Furchungszellen des Grasfrosches (Rana fusc«)*, dass viele 
isolirte Furchungszellen der Morula oder Blastula, welche in filtrirtem 
Hühnereiweiss oder in halbpercentiger Kochsalzlösung oder einer 
Mischung beider liegen, eine Grösse von 20—100 « und einen 
Abstand von einem halben bis höchstens ganzen Zelldurchmesser 
voneinander haben, sich in der Richtung ihrer mittleren Verbindungs- 
linie bis zur Berührung nähern. Die Einzelheiten über diese 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 161 


interessante active Bewegungsthätigkeit von Zellen, welche als Cyto- 
tropismus bezeichnet wird und auf welche auch die Copulation der 
Infusorien zurückgeführt wird, müssen im Original oder wenigstens 
in dem eingehenden Referat im Jahresbericht f. 1894 der Zool. Stat. 
Neapel, Vertebr. p.55—56 nachgelesen werden. — Archiv f. Ent- 
wickelungsmechanik I. Bd. p. 43-68, 161—202, 3 fig., Taf. I—IIl. 
Vorläuf. Mittheilung in: Verh. Ges. D. Naturf. Aerzte, 65. Vers., 
2. Theil 2. Hälfte, p. 404—405. 


W.Roux bringt einen Aufsatz, in dem er genaue Angaben 
über seine „Methoden zur Erzeugung halber Froschembryonen und 
zum Nachweis der Beziehung der ersten Furchungsebenen des 
Froscheies zur Medianebene des Embryo“ macht. — Anat. Anz. IX 
1894 p. 248 — 262, 265—283. 

T. H. Morgan & U. Tsuda bringen eine Arbeit über die 
Orientirung des Frosch-Eies. Die weniger pigmentirte Hälfte des 
Eies zeigt eine rapidere Entwickelung und hier erscheint auch der 
Blastoporus, nur wenig von der Gruppe grosser Zellen um den 
unteren Pol entfernt. Der Embryo bedeckt, wenn er zuerst am Ei 
angedeutet ist, vor dem Blastoporus ungefähr ein Drittel des Ei- 
umfanges. Auch Experimente mit verletzten Eiern werden erwähnt. 
— Quaaterly Journ. Mier. Sc. Bd. 35 p. 375-405, 2 Taf. 

Eine Mittheilung über die embryonale Entwickelung und nament- 
lich über den Process der Concrescenz im Froschei macht T. 


H. Morgan. The formation of the Embryo of the frog. — Anat. 
Anz. 8. Bd. 1894 p. 697—705, 2 fig. 


J.H. Morgan, Notes on the breeding habits and embryology 
of frogs. — Internat. Journ. Mier. London 1892/93 (3) Bd. 3 p. 385 
bis 393. 

Von Borns „Druckversuchen an Froscheiern* (vergl. Ber. f. 
1893 p. 127) ist ein Auszug in: Journ. R. Micr. Soc. London 1894 
p. 34--35, erschienen. 

E. Bataillon hat anatomische und experimentelle Unter- 
suchungen über die Verwandlung der Anuren. — Paris, 9. Masson 
1893, 8°, 127 p. figg., 6 Tafeln. 

F. Lataste erklärt die Versuche von Heron-Royer über 
Bastarderzeugung bei anuren Batrachiern (s. Ber. f. 1883 p. 425) für 
nicht einwandfrei und glaubt, dass der Autor recht wohl das Opfer 
eines Irrthums oder ihm bei seinen Versuchen gespielten schlechten 
Streiches gewesen sein kann. — Act. Soc. Scientif. Chili Bd. 2 Proc. 
Verb. p. 154, Anm. 

A. Marcacci behandelt die Asphyxie bei den kaltblütigen 
Thieren. Bei Rana ist nur die Lungenathmung von wirklicher Be- 
deutung für die Erhaltung des Lebens. Die Mund- und Rachen- 
höhle stellen einen respiratorischen Vorraum dar; durch Bewegungen 
der Zungenbeingegend kann ein lungenloser Frosch noch lange leben. 
Die Wirkungen der Asphyxie können durch künstliche Athmung 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. al 


162 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


aufgehoben werden. — Atti Soc. Tosc. Sc. Nat. Pisa, Mem. Bd. 13 
p. 322-356. — Auch separat bei J. Nistri, Pisa 1893, 8°, 37 p. 

A. Pugliese, Sur l’action meth&moglovinigene du venin du 
Crapaud. — Arch. ital. Biol. XXII 1894 p. 79—88 (französ. Resume 
einer Arbeit, die in Arch. di farmacologia e terapeutica II 1894 und 
Atti Ace. fisiocrit. Siena (4) VI 1894 p. 291 erschienen ist. — nach 
Boulenger, Rec. f. 1894 p. 13). 


v. Lendenfeld bringt neue Mittheilungen über den Einfluss 
meteorologischer Verhältnisse auf den Laubfrosch (Ayla arborea) 
(vergl. Zool. Anz. XVI p. 475—477). Das Experiment wurde in 
der Weise ausgeführt, dass das aus Drahtnetz hergestellte (je I m 
breite und lange, 2m hohe) Froschhaus mit 20 Sprossen versehen 
wurde, welche in der Entfernung von 10 zu 10cm überein an- 
gebracht wurden. Die Ablesung der Zahl der auf jeder Sprosse 
sitzenden Laubfrösche wurde von 6h.a.m. bis 10h. p. m. alle 2 Stunden 
ausgeführt, diese Zahl mit der Nummer (1—20) der Sprossen multi- 
plieirt, die Resultate addirt und durch die Gesammtzahl der gleich- 
zeitig vorhandenen Frösche dividirt, um aequivalente Werte zu er- 
halten. Diese Werte wurden zur Zeichnung der Froschcurve be- 
nutzt und ausserdem die Berechnungen der Mittelwerte zu Grunde 
gelegt. Die Vergleichung der Tagesmittel der Froscheurve mit den 
entsprechend dargestellten Luftdruck-, Feuchtigkeits-, Regen- und 
Gewitterzeichnungen ergab, dass ein Zusammenhang des Auf- und 
Absteigens der Frösche mit den Veränderungen des Luftdrucks, der 
Luftfeuchtigkeit und mit dem Regen nicht zu bemerken war, dass 
bei Gewitter die Frösche eher hinauf- als abwärtssteigen, dass sie 
aber täglich Abends aufwärts, des Morgens herabsteigen, vermuth- 
lich in Zusammenhang mit einer ähnlichen Bewegung der ihnen 
zur Nahrung dienenden Insekten. — Zool. Anz. XVII p. 387—3%. 


A. Dutartre, Sur la coloration de la peau chez la grenouille 
(mouvements et formation des chromatophores noirs). Die Chro- 
matophoren werden auf zweierlei Art erregt, einmal direct durch 
Licht- und Wärmestrahlen, dann aber auch indirect, indem das 
Centralnervensystem von Auge aus erregt wird. Diese nervöse 
Erregung setzt sich, ohne das Rückenmark passiren zu müssen, 
durch das systematische System bis in die Chromatophoren fest, 
wobei die Ganglien dieses Systems als Centra 2. Ordnung dienen. — 
Ass. Franc. Avanc. Scienc. 22. sess. Besancon 1893 p. 252. — Referat 
von Zacher in: Zool. Garten 35. Jahrg. p. 157. 

Mittheilung über schmarotzende Würmer aus der Gattung 
‚Angiostomum Dej. in der Pleuralhöhle oder der Lunge von Anguis. 
Rana esculenta und temporaria, Bufo vulgaris u. viridis, Pelobates 
und Bombinator igneus macht M. Stossich. — Boll. Soc. Adriat. 
Sc. Nat. Bd. 14, 1893. 

A. Looss. Die Distomen unserer Fische und Frösche in: 
Bibliotheca Zoologica (Leuckart & Chun) Heft 16, Lief. 1—3, p.1 
— 224, 7 Tafeln. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 163 


Ranidae. 


Rana catesbyana Shaw (mugiens autt.); abnorme Wirbelsäule 
mit Complexen von 1!/,, 2, 2!/; verschmolzenen Wirbeln (und 
zwar 8, aber merkwürdig vertheilten Querfortsätzen nebst Wirbel- 
asymmetrien bei R. esculenta) beschrieben von Benham, Proc. Zool. 
Soc. London 1894 p. 477—481, T.XXXI. 


F. Maurer beschreibt glatte Muskelzellen aus der Cutis von 
Rana temporaria und esculenta, die unabhängig von Drüsenanlagen 
als Gebilde des Ectoderms anzusehen sind. — Morpholog. Jahrb. 
21..Bd. p. 152. 

Bethe hat die Innervation des Gaumens und der Zunge bei 
Rana mit Hilfe einer etwas veränderten Methylenblaufärbung unter- 
sucht und giebt die Resultate im Arch. f. Mikr. Anat. 44. Bd. p. 185 
—206, T. XII—XII. — Ausf. Ref. im Zool. Jahresb. Neapel f. 
1894 p. 201— 202. 

N. Löwenthal fand bei Rana im Bauchsympathicus nebst den 
Ganglienzellen eigenthümliche Zellen von verschiedener Grösse und 
Gestalt, mit einer Kapsel umgeben in der stark abgeplattete Kerne 
liegen und welche bis zum Übergang in das Perinearium dickerer 
Nervenstämme verfolgt werden kann. Die Gebilde stehen in enger 
Beziehung zu den Nervenfasern. — Internat. Monatsschr. Anat. 
Physiol. XI. Bd. p. 423—425, Taf. 19, 


R. Marchesini. Jl decorso delle vie psicomotorie nella Rana. 


— Boll. Soc. Romana Stud. Zool. Bd.2 mit Taf. 2—3. 


K. L. Schäfer hat die Entwicklung der Bogengänge bei 
Larven von Rana temporaria verfolgt. Es bildet sich zuerst eine 
taschenförmige Ausstülpung, aus der zuerst der horizontale, dann 
der vordere verticale und erst später der hintere Gang (dagegen 
entsteht nach Krause bei Säugern der horizontale Bogengang zu- 
letzt). — Naturw. Wochenschr. 1894 No. 21 p. 253. 


R. Altmann hat in seinen „Elementarorganismen und ihre 
Beziehungen zu den Zellen“, 2. verm. Aufl. Leipzig 1894 (1893), 8°, 
7, 160 p., 34 Tafeln 9 fig. auch ein Kapitel über die Leber von 
Rana esculenta. 

Jourdain hat die Umwandlung der Aortenbögen bei Rana 
untersucht. — CR. Tome 119 p. 98—100; Ann. Mag. N.H. (6) XIV, 
p. 234—236. Ausf. Referat in: Jahresb. Zool. Stat. Neapel f. 1894, 
p. 232 —233 und Zool. Centralbl. II p. 121. 

0.C. Farrington, The Nephrostomes of Rana. — Trans. Con- 
necticut Acad. Bd. 8 p. 309—314, 1 Taf. 

Steinach hat Untersuchungen über die vergleichende Physio- 
logie der männlichen Geschlechtsdrüsen, insbesondere der accesso- 
rischen, bei Rana (vorwiegend temporaria). Nach ihm ist der Ge- 
schlechtstrieb in keiner Weise von den Samenbläschen und deren 
Füllungszustand abhängig oder auch nur im Zusammenhang damit. Ein 
gewisser Grad von Geschlechtstrieb zeigt sich auch nach der Castra- 
tion während der Brunstzeit. Es existirt also ein vor der Brunst er- 


11% 


164 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


wachender, von den samenbereitenden Organen unabhänger Ge- 
schlechtssinn, die zur Fortpflanzung nötige Entwickelung derselben 
wird aber erst durch die von den schwellenden Keimdrüsen aus- 
gehenden Impulse befördert. — Arch. Phys. Pflüger 56. Bd. p. 304 
bis 338. 

Mitrophanow beschreibt einen Hermaphroditen von Rana escu- 
lenta mit wohlentwickelten Oviducten und echten Hoden (Ov. u. H. 
rechts kürzer, bezw. kleiner als links). In den Hodenkanälchen fanden 
sich neben Spermatogonien grosse runde Zellen, jungen Eiern ähn- 
lich, in Gruppen. Der linke Hoden, noch mehr normai aussehend, 
als der rechte, enthielt gleichfalls Eier, sogar noch von follikel- 
artigen Zellen umgeben. — Bibliogr. Anat. Paris 2. ann&e, p. 32—36, 
3 fige. 

Sumner untersuchte einen Fall von Hermaphroditismus bei 
Rana virescens. Die g' Geschlechtsorgane waren vollständig ent- 
wickelt, dabei aber 5 cm lange, freilich blind endigende, aber mit 
einem Lumen versehene Oviducte.. Bei einem kleineren g' fanden 
sich ebenfalls, aber weniger entwickelte Oviducte. — Anat. Anz. IX 
1894 p. 694—695. 

P. Mingazzini hat die Degeneration der Eier im Ovarium von 
Rana esculenta untersucht, welche auf dieselbe Weise wie bei den 
Reptilien vor sich geht. Follikelzellen und Leucocyten dringen in 
den verflüssigten Dotter ein, werden sehr gross, nehmen Dotter in 
sich auf, welcher sich in ihnen in Pigment umwandelt. Zum Schluss 
findet man an Stelle der Eier Bindegewebe, in dessen Maschen 
Pismentzellen liegen. Als „directe Resorption“ betrachtet der Verf. 
jenen Vorgang, wobei der Eiinhalt direct durch die Blutgefässe fort- 
geschafft wird. — Atti Accad. Lincei Rendic. (5) Vol.3, Sem. 1, 
p- 459-467; vorl. Mitth. in: Monit. Zool. Ital. Anno 5, p. 86—87; 
Arch. Ital. Biol. Tome 21, p. XXVI—XXIX. 

OÖ. Schultze hat Eier von Rana fusca im Gastrulastadium 
14 Tage einer Temperatur von 0° und dadurch einer vollkommenen 
Hemmung des Entwickelungsmechanismus ausgesetzt, ohne irgend- 
welche Störungen zu beobachten. — Anat. Anz. X 1895 p. 291— 294. 

OÖ. Hertwig berichtet über die Erscheinungen, welche sich an 
unbefruchteten Eiern von Rana fusca (temporaria L.) durch erhöhte 
Temperatur (25—50° und darüber), Kälte von 0°, Kochsalzlösung 
(3:500) ergeben. Durch Kälte und Wärme wird zuerst die vege- 
tative Hälfte angegriffen und bleibt in der Furchung zurück; bei 
Einwirkung der Kochsalzlösung greift der Urmundrand nicht um 
die ganze Peripherie des Dotterfeldes herum, sondern bleibt auf 
einen kleinen Bezirk beschränkt; der Urmundrand wird zur Embryo- 
bildung verwendet, der Theil, der dem Umwachsungsrand meso- 
blastischer Eier zu vergleichen ist, ergiebt weder Chorda, noch 
Medullarplatten oder Ursegmente; in Kochsalzlösung aufgezogene 
Embryonen zeigen auch darin ein abnormes Verhalten, dass sich 
das Medullarrohr in der Hirngegend nicht schliesst. — Sitz. Ber. 
Akad. Wiss. Berlin, 1894 p. 311—317. 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 165 


R. Assheton fand, dass bei der Entwicklung von Rana tempo- 
raria die beiden Schichten des Ectoderms (Epidermis und Nerven- 
schicht) durch Verlängerung der Zellen der Ersteren und Ein- 
dringen pigmentirter, mit einander anastomosirender Fortsätze in 
die letztere mit einander verschmelzen und zwar noch vor der 
Bildung des Medullarrohres.. — Quart. Journ. Mier. Sc. (2) 37 
p. 165—171, Taf. 18. Eine zweite Arbeit behandelt das Längen- 
wachsthum des Ran«a-Embryos. (Beide Arbeiten im Vergleich mit 
entsprechenden Stadien des Kaninchens). Ibid. p. 223—243, Taf. 23 
—24. 


O. Schultze hat mit Hilfe abnormer Gravitationswirkungen 
Doppellarven von Rana fusca erzielt. Er führt Doppelbildungen 
auf eine unvollkommene Zelltheilung der das Bildungsmaterial 
liefernden Eizellen im Eierstock zurück. Ist die Zweitheilung des 
Eies eine unvollkommene, so entstehen aus dem höchsten Grade 
unvollkommener Theilung Doppelmonstra, aus einer geringeren ho- 
mologe Zwillinge, vollkommene Zweitheilung dagegen ergiebt ge- 
trennte Individuen. Die Entwickelung solcher Doppelmonstra oder 
Zwillinge aus einem Ei ist nicht als auf Ueberproduktion von Keim- 
material beruhend, sondern als Hemmungsbildung aufzufassen. — 
Arch. f. Entwickelungsmechanik 1. Bd., p. 269—305, Taf. XI—XL. 


J. Liebert behandelt die Metamorphose des Larvenmundes in 
den definitiven Froschmund bei Rana, nach Beschreibung der be- 
kannten Theile des Larvenmunde. Zuerst gehen die Stiftzähnchen 
auf den Kammplatten zu Grunde und zwar zuerst in der Mitte der 
Kammplatten. Dann fallen die Hornzahnplatten der Kiefer dem 
Schwunde anheim, welcher durch das Schmälerwerden des braunen 
Hornsaumes und den Verlust seiner scharfen Zacken eingeleitet 
wird, worauf die mittlere Unterkiefer-, die mittlere Oberkieferplatte, 
die seitlichen Unter- und Oberkieferpiatten, die Lippenwülste und 
zwar diese zuerst nächst dem Munde, später die äusseren, aber 
gleichfalls von der Mittellinie an, ebenso wie schliesslich die Lippen- 
papillen. Die Horntheile gehen also von aussen nach innen durch 
Abnutzung und Abstossung, die Weichtheile aber von der Mund- 
platte nach aussen durch Histolyse zu Grunde. Die Rückbildung 
tritt bei Larven ein, wo die linke Vorderextremität eben durch- 
zubrechen im Begriffe ist. — Dissert. Leipzig, 1897, 8°, 50 p., 2 Taf. 
— Referat in Zool. Centralbl. II p. 432. 


J.H. Massie bringt Mittheilungen über Bau und Entwickelung 
der Larven von Rana, mit besonderer Berücksichtigung von Drüsen 
und Nervenendigungen. — Journ. Comp. Neur. Cineinnati, Vol. IV 
(1894) p. ”—11, T.1. 

Barfurth berichtet, dass die Extremitäten von Rana fusca 
(im Larvenzustande) regenerationsfähig sind, doch nimmt die Rege- 
nerationsfähigkeit mit fortschreitender Entwickelung sehr schnell 
ab; die Regeneration ist bis zu einem gewissen Grade von der 


166 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Entwickelung unabhängig. — Arch. f. Entwicklungsmechanik I. Bd. 
11%: 
x W. Gebhardt hat die Bastardirung von R. esculenta und R. 
arvalis ausgeführt und bemerkt keinerlei äusserliche oder innerliche 
Abweichungen von den normalen Erscheinungen bei der Befruchtung 
und den ersten Furchungstadien. Dagegen macht sich bei der 
weiteren Entwickelung ein deutliches Zurückbleiben der vegetativen 
Eihälfte geltend; die Gastrulation überwinden manche Eier, gehen 
aber dann bei der Bildung der Medullarwülste aus Mangel an 
specifischer Energie zu Grunde. Die Bastard-Eier hielten bis zur 
Anlage des Rusconischen Afters mit den Eiern gleicher Eltern 
gleichen Schritt in der Entwickelung. — Inaug.-Dissert. Breslau, 
1894, 8°, 66 p., Taf. 

H.M. Barton, Arrested development of the frog’s tadpole. — 
Irish Naturalist, Bd.2 p. 149. — R. F. Scharff, ibid. p. 176— 177. 


K. Minakata, On intelligence of the frog. — Nature, Bd. 50 p. 79. 


R. F. Scharff, Is the frog a native of Ireland? — Irish Na- 
turalist, Bd. II 1893 p.1—6; R. Patterson, ibid. p.85; W.F. 
De V. Kane, p. 95—98. — Während Scharff die Meinung be- 
gründet, der Frosch (Rana temporaria) sei von jeher ein Einwohner 
Irlands gewesen, glaubt Kane dagegen, dass die von Scharff 
eitirte Stelle aus Giraldus cambrensis sich auf Bufo calamıta be- 
zieht und der Frosch erst im 17. Jahrhnndert eingeführt wurde. — 
Ueber fossile Froschreste aus der Ballynamintra-Höhle in Irland 
siehe auch R. I. Ussher, ibid. p. 177. 


W.H. Patterson, Frogs in the Mourne Mounts, in: The Irish 
Naturalist Bd. 3 p. 115. 


F. Werner hat Bemerkungen über die nordamerikanischen 
Rana-Arten und zwar diejenigen beiden Gruppen, welche als vires- 
cens- und catesbiana-Gruppe bezeichnet wird und von welcher die 
erste R. vörescens, palustrıs und areolata, die zweite R. septentrionalis, 
clamata, catesbiana und montezumae umfasst. Er giebt p. 127 eine 
Bestimmuugstabelle dieser Arten und beschreibt ausführlich dieselben 
mit Ausnahme der beiden letzten dem ihm vorliegenden Material, 
nach welchem er die Beschreibungen von Boulenger und Cope 
in mehreren Punkten modificiren kann. — Jahresber. Magdeburg. 
naturw. Ver. 1894 p. 123—136. 

Rana esculenta L. var. ridibunda Pall., Exemplare von Koirili im Kaukasus 
beschrieben von Mehely im Zool. Anz. 1894 p. 79. 

Rana amurensis Blgn. p. 146 und martensi Blngr. p. 147 von Chinhai bei 
Ningpo beschrieben von O. Boettger in Ber. Senckenbg. naturf. Ges. 1894. 


Rana varians n.sp. verw. temporalis Gthr., von Palawan. — Boulenger, 
Ann. Mag. N. H. (6) XIV 1894 p. 86. 
Rana palavanensis n.sp. von Palawan. — Boulenger, Ann. Mag. N.H. 


(6) XIV. 1894 p. 85—86,. 
Rana microdisca Bttgr. abgebildet von Boettger in: Semon, Zool. Forsch. 
Austr. V. 1 1894 p. 113, Taf. V, fig. 2a—d. Von Sereinu (Sipora), Mentawei- 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 167 


Inseln erwähnt von Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 616 (vorher erst 
aus Java und Celebes bekannt). 

Rana labialis Blngr., erst aus Malacca bekannt, aus Sereinu, (Sipora), 
Mentawei-Inseln genannt von Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 617. 

Rana quecketti n. sp. von Pietermaritzburg, Natal. — Boulenger, Proe. 
Zool. London 1894 p. 643, Taf. XXXIX fig.1. 

Rana novae-britanniae n.sp. von Neu-Britannien, verw. R elegans Bingr. 
und margariana Anders. — Werner, Zool. Anz. 1894 p. 155. 

Levirana nov. gen. (verw. Ranula, aber ohne Vomerzähne) für L. vibicaria 
n.sp. von Rancho Redondo an der Wasserscheide der Jrazu-Kette und Isla 
Nueva nächst dem Ursprung des Rio Sucio.. — Cope, Proc. Acad. Philad. 1894 
p. 197. 

Phrynobatrachus ranoides n. sp. von Pietermaritzburg, Natal. — Boulenger, 
Proc. London 1894 p. 644, Taf. XXXIX, fig. 2. 

Rhacophorus exiguus n.sp. von Chinhai bei Ningpo. — Boettger, Ber. 
Senckenberg. naturf. Ges. 1894 p. 148—149, Taf. III, fig. 3a—b. 

Rhacophorus appendiculatus Gthr. und pardalis Gthr., vorher nur aus Borneo 
und den Philippinen bekannt, von Boulenger für Sereinu (Sipora), Mentawei- 
Inseln genannt. Ann. Mus. Genova 1894 p. 617. 

Rhacophorus everettin.sp. von Palawan. — Boulenger, Ann. Mag. N.H. 
(6) XIV 1894 p. 87. 

Rhacophorus edentulus n. sp. Celebes. — F. Müller, Verh. Ges. Basel X, 
1894 p. 840. 

Icalus longierus n. sp. von Palawan, verw. I. schmackeri Bttgr. — Bou- 
lenger, Ann. Mag. N.H. (6) XIV, 1894 p. 88. 

Ixalus bistrigatus n.sp. von Ostindien (?) verw. I. opisthorhodus Gthr. 
(nach Boulenger, Zool. Rec. for 1894, Batr. p.39 = Phrynobatrachus plicatus 
Gthr.) — Werner, Zool. Anz. 1894 p. 156. 


W. J. Holland, A nest-building frog. — Amer. Naturalist 
Bd. 27 p. 67—68 (bezieht sich auf Chiromantıs gwineensis), 
Hylambates millsonii n. sp. von der Nigermündung. — Boulenger, Proe. 


Zool. Soc. London 1894 p. 644. Taf. XXXIX fig. 4. 
Cassina obscura n. sp. von Let Marafia, Schoa. — Boulenger, Proc. Zool. 
Soc. London 1894 p. 644, Taf. XXXIX fig. 3. 


Dendrobatidae. 


Dendrobates tinctorius subsp. vittatus n. von Buenos Ayres, Costa Rica. — 
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XXXI, 1894 p. 340. 


Engystomatidae. 


R. A. Philippi weist nach, dass Phryniscus nigricans Bibr. mit 
Phryniscus nigricans Wiegm. nicht identisch ist, dass diese Art mit 
Chaunus formosus Tschudi überein stimmt und daher Ph. formosus 
nn) genannt werden muss (vergl. Boulenger p. 167, 169). 

rchiv f. Naturg. LX 1894 p. 214—216. 

Phryniscus DB. (Name präoceupirt, Phryniscus Wiegm. für Bufo nigricans 

[Wiegm.] [s. pag. 169])) ist durch Atelopus DB. zu ersetzen; ebenso muss der 


168 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Speciesname nigricans DB. (non Wiegm.) fallen und durch 1. stelzneri Weyen- 
bergh. 1875 ersetzt werden. Von den übrigen 10 Arten wird A. laevis Gthr. 
mit A. ignescens Comalia identifieirt. — Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) XIV 
1894 p. 374. 

Phrynella pulchra Blngr., erst aus Malacca und Sumatra bekannt, von 
Sereinu (Sipora), Mentawei-Inseln genannt von Boulenger, Ann. Mus. Genova 
1894 p. 617. 

Calophrynus punctatus Ptrs. vorher nur aus Borneo gekannt, von Bou- 
lenger für die Insel Sereinu (Sipora), Mentawei-Gruppe genannt. — Ann. Mus 
Genova 1894 p. 618. 


Cystignathidae. 


H. Caracciolo bemerkt, dass er bei St. Ann’s, Trinidad, Ay- 
lodes trinitatis gefunden habe, der die sonderbare Gewohnheit habe 
-—— ähnlich wie eine zweite, noch nicht determinirte Art Südamerika’s 
— seine Larven auf dem Rücken zu tragen. — Journ. Trinidad 
Field Nat. Club Bd. 1 p. 305. 

Hylodes appendiculatus n.sp. aus Ecuador. — Werner, Zool. Anz.1894 p. 410. 

Hylodes stejnegerianus n.sp. (verw. polyptychus Cope) von Palmar, Costa 
Rica. — Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XXXI 1894, p. 338. 

Hwylodes urichi n.sp. von Trinidad. — Boettger, Journ. Trinidad Field 
Nat. Club Vol. II No.3, 1894 p. 88. 

Liohyla ranoides Cope mit rugulosa verglichen und Bemerkungen über 
Färbung und dergleichen. — Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. 1894 XXXI p. 335. 

Lithodytes florulentus n. sp. von Boruca, Costa Rica. — Cope, Proc. Amer. 
Phil. Soc. XXXI 1894 p. 336. 

Lithodytes euryglossus n.sp. von S. Jose, Costa Rica. — Cope, Proc. Acad. 
Philad. 1894 p. 196. 

Eine Bestimmungstabelle der 4 Lithodytes-Arten mit glatten 
Frontoparietalen giebt Cope in: Proc. Amer. Phil. Soc. XXI 1894 
p- 336. 

Leptodactylus quadrivittatus n. sp. (verw. labialis u. longirostris) von Buenos 
Ayres, Costa Rica. — Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. XXXI 1894 p. 339. 

Crinia haswelli n.sp. von Jervis Bay, N. S. Wales. — Fletcher, Proe. 
Linn. Soc. N.S. Wales 1894 VII p. 522—523. 

Fletcher bringt Angaben über Verbreitung von Limnodynastes 
ornatus Gray und Helioporus pictus Ptrs. in: Proc. Linn, Soc. N. S. 
Wales 1893 (26. April). 

Hylopsis nov. gen. mit horizontaler Pupille, ohne Gaumenzähne. Finger 
und Zehen mit Saugscheiben und Schwimmhäuten, Sternum und Omosternum 
knorplig, letzteres sehr klein, äussere Metatarsalia getrennt, Oberkieferzähne 
kaum merkbar; für H. platycephalus n. sp. aus Süd-Amerika. — Werner, Zool. 
Anz. 1894 p. 156. 


Bufonidae. 


Wirbelasymmetrie bei Bufo pantherinus (regularis?) und marinus 
beschreibt W. B. Bentham in Proc. Zool. Soc. London 1894 
p. 477—481, Taf. XXXIO. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 169 


K.Knauthe beobachtete am Zobten in Preuss. Schlesien wiederum 
(vergl. Ber. f£.1892) zahlreiche Dufo vulgaris mit Larven der Fliege Zu- 
cilia sylvarım im Kopfe. — Zeitschr. f. Naturw. (Halle) Bd. 67 p. 119. 

K. Knauthe hat im Frühjahr 1891 am Zobten in Schlesien 
(vergl. Ber. f. 1890) ebenfalls durch Fliegenmaden getödtete Dufo 
vulgaris Laur. gefunden. Auch hier war die Nasenscheidewand 
weggefressen, ja nicht selten bereits ein Auge ausgebohrt. — Zool. 
Garten 34. Jahrg. (1893) p. 58. 

Ritzema Bos bringt Mittheilungen über die Vertilgung von 
Schnecken durch Kröten. — Agricultural Zoology. With an intro- 
duction by Miss E. A. Ormerod; translated by J. R. Ainsworth Davis. 
London 1894, Chapman & Hall 256, 20 p. 149 fig. — Ref. in: Nat. 
Science Bd. 5 p. 229— 230. 

Ueber frühzeitiges Erscheinen von Kröten in England (6. Februar) 
berichtet H. Williams in: Science-Gossip (N. S.) Bd. 1 p. 20. 

Natural Science Bd. 3 p. 168 empfiehlt Kröten gegen die Wespen- 
plage in Süd-England (189). 

Pseudophryme semimarmorata aus Victoria erwähnt von A. H.S. Lucas. 
— Proe. Linn. Soc. NS. Wales, 1893 (26. Juli). 

Nectophryne signata n. sp. vom Robong-Bere, Kapuas District, Holländisch- 
Borneo. — Boulenger, Proe. Zool. Soc. London 1894 p. 645, Taf. XL. fig.1. 

Nectophryme guentheri Blugr., erst von Borneo bekannt, für die Mentawei- 
Insel Sereinu (Sipora) angeführt von Boulenger, Ann. Mus. Genova 1894 p. 618. 

Phryniscus nigricans Wiegm. gehört zu Nannophryne Gthr. 1870 und, da 
Nannophryne= Bufo Laur. 1876, ist Phryniscus Wiegm. synonym Bufo und 
muss die Art Bufo nigricans Wiegm. heissen. — Boulenger, Ann. Mag. Nat. 
Hist. (6) XIV 1894 p. 374. 

Bufo lateralis n. sp. von Tehuantepee (= B. marmoreus Gir. nach Günther. 
Biol. Centr. Am. Batr. p.246 T.LXXVI) — Werner, Zool. Anz. 1894 p. 156. 

Bufo schneideri n.sp. verw. B. sternosignatus Gthr. (Name praeoceupirt, 
Merrem) von Paraguay. — Werner, Zool. Auz. 1894 p. 411. 

Bufo marinus (L.) von Boettger für Sorata, Bolivia erwähnt. — Zool. 
Anzeiger 1894 p.119. 

Hylidae. 

Hyla arborea, Verhalten gegen Witterungseinflüsse behandelt R. v. Lenden- 
feld in: Zool. Anz. XVII, p. 337 - 390. 

Hyla arborea von Hainan, sowohl von der typischen Form als von japonica 
verschieden, erwähnt Cope in: Proc. Acad. Philad. 1894 p. 423, 

Hyla arborea v. immaculata Bttgr. neu beschrieben von Boettger in: Ber. 
Senckenberg. naturf. Ges. 1894 p.140 -141. 

Hyla andersoniü in New Yersey aufgefunden (Pleasant Mills. Stimme, 
Färbung und Geruch (letzterer wie grüne Erbsen) beschrieben. — P. Moore, 
Amer. Naturalist XX VIII 1894 p. 1045— 1046. 

Hyla appendiculata Blngr. Jugendform beschrieben von Werner, Zool. 
Anz. 1894 p. 412. 

Hyla angustifrons Wern. Beschreibung weiterer Exemplare. — Werner, 
Zool. Anz. 1894 p.414—415 (nach Boulenger, Rec. f. 1894 p. 41 = nigro- 
maculata Tsch.). 


170 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


Hyla semoni n. sp. von S.O. Neu-Guinea (verw. H. freyeineti DB.). — 
Boettger in; Semon, Zool. Forsch. Austr. V.1, 1894 p.112, Taf. V fig. 1a—d. 

Hyla cherrei n.sp. von Alajuela, Costa Rica. — Cope, Proc. Acad. Philad. 
1894 p. 195. 

Hyla pygmaea n.sp. aus Blumenau, Proc. Sta. Catarina, Brasilien. — Werner, 
Zool. Anz. 1894 p. 411 —412. 

Hyla vittigera n.sp. aus Blumenau, Prov. Sta. Catarina, Brasilien. — 
Werner, Zool. Anz. 1894 p. 412—413, 


Hyla goeldii n. sp. von Colonia Alpina, Theresopolis, Brasilien. — Bou- 
lenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 645, Taf. XL, fig. 2. 
Hyla chloris n.sp. von N.S. Wales. — Boulenger, Proc. Linn. Soe. 


N.S. Wales (2) Bd.7 p. 403. 

Hylella chrysops n.sp. von Alajuela und S. Jose, Costa Rica. — Cope, 
Proc. Acad. Philad. 1894 p. 196 (mach Boulenger, Rec. f.1894 p. 41 = fleisch- 
manni Bttgr.). 

Hylella parvula n.sp. von Lagos, St. Catarina und Theresopolis, Brasilien. 
— Bonlenger, Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 646, Taf. XL fig. 3. 


Pelobatidae, 

Emery hat die Entstehung der Knorpelanlagen in der Hand 
bei Pelobates fuscus studirt und findet seine früheren Befunde über 
die Deutung der einzelnen Stücke des Carpus bestätigt. Es wird 
auch der Carpus der Aglossen und der Anuren im Allgemeinen, 
sowie der Carpus und Tarsus der Urodelen behandelt. — Ricerche 
Lab. Anat. Roma Vol. 4, p. 5—35, Taf. I—II. 

M. Chomiakoff, Die Entwickelung des Tarsus bei Pelobates 
Juscus. — Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1894 p. 351—357 Taf. 8. 

Spea laticeps n. sp. aus Texas. — Cope, Amer. Naturalist Bd. 27, p. 155 
bis 156, 3fig. 

Leptobrachium boettgeri Bingr. (1899) als L. monticola beschrieben von 
Boettger in: Ber. Senckenberg. naturf. Ges. 1894 p. 141 —142. 


Discoglossidae. 
J. T. Oudemans, Alytes obstetricans in Nederland. — Tijdschr. 
Nederl. Dierk. Vereen. (2) Bd.4, Versl. p. 42. 
Voigt hat Alytes obstetricans bei Salzungen erbeutet. — Sitz. 
Ber. Naturf. Ges. Leipzig 1892/93 p. 12. 
R. Parätre, Hybrides de Bombinator igneus (Laur.) et pachypus 
(Fitz.) in: Bull. Soc. Zool. France Bd. 19, p. 40—41. 


Aglossa. 
Arnold beschreibt die vorderen Gehirnnerven von Pipa ameri- 
cana und ihren Verlauf. — Bull. Essex Inst. Vol. 26, 1893 p. 1—9, Taf. 
G. Grönberg und A. v. Klinkowström haben die Anatomie 
von Pipa americana studirt. Die Haut der Männchen und nicht 
trasenden Weibchen ist nicht verschieden; der feinere Bau unter- 
scheidet sich nur durch relative Drüsenarmuth von dem der euro- 
päischen Anuren. Statt der fehlenden Parotiden finden sich vier 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 171 


über den Rücken verlaufende Längsreihen ovaler Knötchen, an 
denen 1-4 Giftdrüsenöffnungen bemerkbar sind. Tragende 22 
lassen keine Knötchen erkennen; an den Waben der Rückenhaut 
unterscheidet man Wabentasche (Einsenkung der Epidermis sammt 
der darunter liegenden Pigment- u. deren Bindegewebeschicht in 
die Cutis) und Wabendeckel. Letzterer lässt eine deutliche ge- 
schichtete Struktur erkennen und ist wohl als durch Erhärtung 
eines klebrigen oder schleimigen Stoffes entstanden zu denken. Er 
schliesst die Wabe vollständig, da er genau in die kleinsten Un- 
ebenheiten der Epidermis eingepasst ist. Die Waben sind keine 
vergrösserten Hautdrüsen, sondern einfache Epidermiseinstülpungen. 
Der Wabendeckel wird von den Eihüllen des Embryos abgeleitet (?). 
— Dieser Theil der Untersuchung (in: Zool. Jahrb. Anat. VI. 
1894 p. 609—628, Taf. 34—36, 2 figg. im Text) hat A. v. Klinkow- 
ström allein zum Verfasser. Dagegen hat G. Grönberg Verdauungs-, 
Respirations- und Urogenitalorgane, sowie das Nervensystem be- 
handelt. Pipa hat zwar eine wohlentwickelte Zwischenkieferdrüse, 
aber ohne Ausführungsgang; der Schlund ist weit und gefässreich, 
hat daher vielleicht Beziehung zur Athmung. Der Oesophagus 
besitzt kleine secernirende Längsrinnen anstatt der Drüsen; im Bau 
des Magens findet sich kein wesentlicher Unterschied von Rana, 
dagegen fehlt das bei Rana auftretende, verwickelte Faltensystem 
des Mitteldarmes, welches durch einfache Längsfalten ersetzt ist; 
ebenso fehlen die Lieberkühn’schen Drüsen. Weitere Mittheilungen - 
befassen sich mit der Muskelschicht des sehr kurzen Enddarms 
(zwei Schichten, innere Ringmuskelschichte viel dicker als äussere 
Längsmuskelschicht), der Gestalt der Leber (deutlich dreilappig) 
mit dem Bau des Kehlkopfes, der eine deutliche Geschlechts- 
dimorphismus erkennen lässt, da er beim d' fast vollkommen ver- 
knöchert und fast doppelt so gross wie beim 9, bei diesem nur 
zum Theil verknöchert ist. Stimmbänder fehlen, dagegen finden 
sich zwei lange Fortsätze der Aryknorpel, welche in die Höhle des 
Kehlkopfes hinein ragen und vielleicht bei der Bildung der Stimme 
betheilist sind, wenn eine solche überhaupt vorhanden ist. Die 
Lunge ist höher entwickelt als bei anderen Anuren. Vom Urogenital- 
apparat wäre besonders zu erwähnen, dass Nephrostomen nur auf 
der Ventralseite der Niere in beschränkter Ausdehnung vorkommen 
und dass die Oviducte sich vor dem Eintritt in die Cloake zu einem 
gemeinsamen Gange vereinigen. Die Grosshirnhemisphären sind in 
der Regio olfactoria mit einander quer verbunden wie bei Rana; 
das Zwischenhirn wird vom Vorderhirn vollständig bedeckt; das 
Mittelhirn hat nicht deutlich gesonderte Corpora quadrigemina wie 
Rana, sondern auf der Oberseite nur eine seichte Längs- und noch 
schwächere Querfurche. Besonders gross ist verhältnissmässig das 
Nachhirn. Die innere Structur stimmt mit wenigen Ausnahmen 
mit der des Gehirns von Rana überein, jedoch fehlt das Corpus 
callosum bei erwachsenen Thieren, welches nur die Commissura 
anterior besitzt; dagegen kommt die C. posterior wieder nur bei 


172 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


erwachsenen Thieren vor. -- Zool. Jahrb. Morph. VI, p. 629—646, 
Fig., T. 37—38. 

Gemeinsam haben beide Autoren das Gefässsystem und die 
subceutanen Lymphsäcke bearbeite. Die Unterschiede von Rana 
im Verlauf der Carotidenäste resultiren theilweise aus dem Schwunde 
der Zunge. Eine deutliche Arteria sacralis (caudalis) ist auch beim 
erwachsenen Thiere vorhanden und als primäre Eigenthümlichkeit 
zu betrachten. Eine andere Eigenthümlichkeit, die auf Beziehungen 
zu den Caudaten hinweist, ist das Fehlen der Arteria cutanea magna, 
die durch Arteriae eutareae ersetzt ist, welche aus der A. anonyme 
ihren Ursprung nehmen. Aus dieser letzteren entspringen auch 
sämmtliche Zweige der Arteriae oesophageae, der A. occipito-verte- 
hralis und A. sulclavia, während dieselben bei Rana vom Aorten- 
bogen selbst abgehen. Die Arteria vertebralis liegt bei Pipa ventral 
von den Querfortsätzen der Wirbel und entspricht somit der bei 
dieser Gattung fehlenden A. costocervicalis während sie sonst nach 
Ursprung und Funktion vollkommen mit der A. v. der übrigen 
Anuren übereinstimmt. Von den zahlreichen, allerdings vielfach 
secundären Abweichungen im Venensystem mögen nur der ab- 
weichende Verlauf der Vena cutanea magna und der Venae ad- 
vehentes der Niere erwähnt werden. Was die Lymphsäcke anbelangt, 
so konnten die Verf. keinerlei wesentliche Unterschiede zwischen 
Pipa und Rana finden. — Zoolog. Jahrb. Anat. Bd. VII 1894 
p- Ar 666, Taf. 39, 4 fig. im Text. — Ref. in: Zool. Centralbl. I 
p- 913 und u p- 364 und 366. 

Nach Proc. Zool. Soc. London 1894 p. 693 ist Pipa americana 
rein aquatisch und verlässt freiwillig das Wasser nicht. Sie frisst 
Würmer und Fischbrut. 

Xenopus laevisDaud. Ueber die Larven berichtet Beddard dass sie 24Stunden 
nach der Eiablage ausschlüpfen, und dann 5 mm lang und äusserst durchsichtig 
sind, ihre Nahrung ausschliesslich aus dem Thierreiche entnehmen (Cypris) und in 
der Jugend einen unpaaren Saugnapf besitzen, der aber bald wieder verschwindet, 
Die langen, denen der Siluroiden ähnlichen Tentakel können am Ende getheilt 
sein, sie sind einfache Integumentauswüchse, in welche ein Knorpelstab vom 
Ethmoid aus hineinwächst. Die erste Kiemenspalte entwickelt sich direet hinter 
dem Meckelschen Knorpel, bricht aber niemals durch. Der auch bei anderen 
Amphibien an den Kiemen befindliche Filterapparat ist hier sehr gefässreich 
und hat, da keine anderen inneren Kiemen vorhanden sind, vermuthlich respi- 
ratorische Bedeutung. Aeussere Kiemen sind als lamellenartige Fortsätze auf 
den drei ersten Bogen vorhanden. — Proe. Zool. Soc. London 1894, p. 101—107 
T. XIII. — Referat in Zool. Centralbl. II p. 92. 


Caudata (Urodela, Gradientia). 


Notizen über Pigment und dessen Bildung im Bauchfell der 
Salamanderlarve giebt Reinke. Es kommen darin zwei Arten von 
Pigmentzellen vor, helle mit stäbchenförmigen, krystallartigen Ein- 
schlüssen und solche mit dunklem Körnerinhalt. Die Pigment- 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 173 


körnerchen dieser letzteren bestehen aus einem farblosen Substrat 
und demselben eingelagerten Farbstoff. Weitere Beobachtungen 
ergeben, dass das Pigment in dem kugeligen Substrat diffus liegt, 
an der Oberfläche eine Schicht bildet und in dem einem Theil der 
Kugel stärker verdichtet gelagert ist, in späteren Stadien dann aber 
die ganze Kugel ausfüllt. Schliesslich behauptet Verf., dass die 
beiden Arten von Pigmentzellen und Entwicklungsstadien einer und 
derselben Zellenform sind; die stabförmigen Gebilde gehen in 
kugelige und schliesslich in Pigmentkörner über. Er hält die 
Pigment-Gebilde der Salamanderlarve für Trophoplaste u. fordert 
auf, sie auf Theilungsvorgänge und Eigenbewegung zu untersuchen. 
— Arch. Fr. Nat. Mecklenbg. 47. Jahrg. Sitz.-Ber. Nat. Ges. Rostock 
p. 14—19. 


G. B. Piana bemerkte, dass bei Regeneration der Extremitäten 
bei Triton cristatus nach Verletzungen oft überzählige Finger und 
Zehen auftreten. Die Regeneration geht vorzugsweise vom Periost 
aus, von welchem aus sich der Knorpel neuer Phalangen bildet; 
nach Resorption der Knochensubstanz tritt das Mark direct in Contact 
mit dem Periost und nimmt weiterhin anscheinend wesentlichen 
Antheil an der Bildung des neuen Gewebes. Nach dem verschieden 
zahlreichen Auftreten von Mitosen in verschiedenen Gewebstheilen 
zu schliessen, scheint die Regeneration schubweise vor sich zu gehen. 
Auch überzählige Schwänze bei Siredon wurden untersucht. — Ric. 
Lab. Anat. Roma Vol. 4 p. 65—71. — Vorl. Mitth. in Monit. Zool. 
Ital. Anno5 p.83; auch in Arch. Ital. Biol. Tome 21, p. X. 


Perrin hat die Muskulatur der vorderen Extremität bei Sala- 
mandra, Triton und Amblystoma (auch im Siredon-Stadium) unter- 
sucht und findet beim Vergleich mit der hinteren einen auffallenden 
Unterschied in der Muskulatur von Schultergürtel und Oberarm 
einer-, Becken und Oberschenkel andererseits, während Vorderarm 
und Hand sich darin fast gar nicht von Unterschenkel und Fuss 
unterscheidet. Den zahlreichen Muskeln, welche vom Becken zum 
Unterschenkel laufen, steht an der Vorderextremität nur einer (der 
Vorderarmstrecker) gegenüber, der ausser den beiden an der Scapula 
entsprechenden Köpfen noch einen am Humerus hat, welcher am 
Femur fehlt. Die primitiven Flexoren des Radius und der Ulna, 
der Flexor carpi int. et ext. haben an der Hinterextremität keine 
Homologa, wohl aber ihre Antagonisten. Dem Rotator inversus 
(vom Femur an der Oberfläche des Fusses zum Tibiale und 1. Tar- 
sale verlaufend) fehlt das Homologon an der vorderen, dem Extensor 
digiti tertii der Hand an der hinteren Gliedmasse das Homologon. 
Verf. homologisirt nach seinen Befunden die drei inneren Finger 
den drei inneren Zehen, den äusseren Finger beiden äusseren Zehen. 
Die verschiedene Insertion des Streckers am Unterschenkel und 
Vorderarm wird durch die Drehung des ersteren um 90° erklärt, 
— Bull. Soc. Philom. Paris (8) VI. p.5--9, 2 fig. 


174 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


A. Nicolas, Les „bourgeons germinatifs* dans l’intestin de la 
larve de Salamandre. In: Bibliogr. Anatom. 2. Jahrg. p. 38—42, 
3 Figg. 

F. Hochstetter hat die Entwickelung der Abdominalvene an 
Embryonen von Salamandra maculosa verfolgt. Die beiden Aortae 
epigastricae, welche beiderseits in ziemlicher Entfernung von der 
ventralen Mittellinie verlaufen, geben (bei Embr. von 22 mm Länge) 
zahlreiche laterale Zweige ab; in 4 Tagen werden auch medianwärts 
Zweige abgegeben; am 12. Tage verbinden sich diese Zweige 
(Schlingen) miteinander und es werden dadurch zwei zu beiden 
Seiten der Medianlinie parallel zu den Aortae epigastricae verlaufende 
Gefässe angebahnt, die Anlagen der Abdominalvene. Sie werden 
in der Lebergegend zu einem unpaaren Stamm, der vor in die Tiefe 
rückt und in den linken Ductus Cuvieri mündet. Bei Abnahme des 
Dotters verliert der unpaare Stamm seine Mündung in den Ductus 
Cuvieri, tritt dann mit der Pfortader in Verbindung und verschwindet 
schliesslich. Die paarigen Abschnitte dagegen erweitern sich all- 
mählich, nähern sich gleichzeitig immer mehr und verschmelzen 
schliesslich von vorn nach hinten zu einem einzigen unpaaren Gefäss. 
— Morpholog. Jahrb. 21. Bd. p. 19—27, Taf. 1. 

Wilder hat bei Desmognathus fuscus, ochrophaea, Plethodon 
erythronotus und Gyrinophilus porphyriticus im erwachsenen Zustande 
den vollständigen Mangel von Luftwegen und Lungen — bei bereits 
vollstänger Rückbildung der Kiemen — gefunden. Der Autor meint, 
dass der Sauerstoffbedarf durch Haut- und Darmathmung gedeckt 
wird. — Anat. Anz. 9. Bd. p. 216—220, 3 fig. 

Camerano findet bei Spelerpes fuscus und Salamandrina per- 
spicillata dasselbe Verhalten; die Athmung wird hauptsächlich von 
der Mundhöhle ausgeführt und die äussere Haut kann diese Athmung 
nicht völlig ersetzen. Eventuelle Reste von Lunge, Larynx und 
Trachea sind ohne functionelle Bedeutung. — Atti Accad. Torino 
Vol. 29 p. 705—724, Fig.; vorl. Mitth. in Boll. Mus. Torino Vol. 9, 
No. 178, 8 pp. und Anat. Anz. 9. Bd. p. 676—678. — Referat in 
Zool. Oentralbl. II. p. %. 


Zur Mühlen hat die Cloake von T'riton taeniatus, cristatus, 
Salamandra maculosa und Siredon untersucht. Dissertation Dorpat 
1893 62 p., Taf. 

Röse hat eine Arbeit über die Zahnentwickelung der Schwanz- 
lurche. — Morph. Arb. 9. Schwalbe 4. Bd. p. 178—192, 11 figg. 

U. Rossi hat eine vorläufige Mittheilung über Bau, Reifung 
und Untergang der Eier bei Salamandrina perspicillata und Geo- 
triton (Spelerpes) fuscus. — Monitore Zool. Ital. Anno. 5, p. 13—23, 
33—4l. 


Edith J. Claypole hat eine Untersuchung über das Blut von 
Necturus und Cryptobranchus. — Proc. Amer. Micr. Soc. Vol. 15, 
1893, p. 39—76, 6 Taf. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 175 


H. Virchow, Embryologische und angiologische Erfahrungen 
über nordamerikanische Wirbelthiere.. — Da das embryologische 
Material noch nicht verwerthet ist, beschränkt sich der Verf. auf 
Angaben über Laichzeiten, Laichplätze und Larvenzustände von 
Anblystoma punctatum und Necturus. Am 20. Mai hatten die Larven 
von Amblystoma zum grössten Theile die Eihüllen verlassen, am 
9. Juli waren die äusseren Kiemen wohl entwickelt, am 21. September 
bis 9. Oktober hatten sie die Larven bereits verloren. Die Laich- 
zeit von Necturus schwankt von Mitte bis 22. Mai; zwischen 19. 
und 27. Juli waren die Larven ausgeschlüpft; am 3. August etwa 
traten die Extremitäten bereits in Thätigkeit. SB. Ges. naturf. 
Fr. Berlin 1894 p. 33—44. 


Zander, Ueber die Fortpflanzung der urodelen Amphibien. — 
Schriften Phys. Anat. Ges. Königsberg 33. Jahrg. SB. p. 21—26 (1893). 


L. Drüner hat Beiträge zur Kenntniss der Kern- und Zellen- 
degeneration und ihrer Ursache; die letztere ist parasitärer Natur; 
Hermann’s achromatische Kugel ist ein Parasit.e. Im Darme von 
Salamandra maculosa (auch Molge) finden sich Sichelkeime (ob = 
Cytophagus tritonis Steinhaus?), im Hoden und Darm eine zweite 
Form Mierococeidium caryolyticum n. (= Caryophagus salamandrae 
Steinhaus p.p.). Verf. unterscheidet Salamandra maculosa und 
maculata! — Jenaische Zeitschr. f. Naturw. 28. Bd. p. 294—325, 
327, 2 Tafeln. 

Notizen über Krankheitserscheinungen an Salamandern, hervor- 
gerufen durch Parasiten aus der Gruppe der Psorospermien bringt 


G. Brandes. — Corr. Bl. Nat. Ver. Sachsen u. Thüringen 1893 p. 8. 


Salamandıridae. 
Salamandrinae., 


Phisalix und Bertrand haben gefunden, dass Salamandra 
maculosa bis zu einem gewissen Grade immun gegen ÜÖurare ist, 
indem ein 28Gramm schwerer Salamander erst nach einer Dosis 
von 43 Milligramm, die 80 Frösche zu vergiften im Stande ist, voll- 
ständig curarisirt war. Als Ursache dieser Erscheinung wurde das 
Vorhandensein der Giftdrüsen erkannt, da auch die Kröte widerstands- 
fähiger ist als der Frosch. Dies wurde dadurch erwiesen, dass 
1. ein Gemisch von Salamanderblut und Curare einen Frosch nicht 
afficirt; 2. das Blut des Salamanders eine physiologische Wirkung 


hat, die der des Curare antagonistisch ist. — Revue Scientif. 
1. Sept. 1894. 

F. Mewes behandelt die Metamorphose der Attractionssphäre 
in den Spermatogonien von Salamandra maculosa. — Archiv f. mikr. 


Anat. 44. Bd. p. 119—184, Taf. 7—11. — Ausf. Referat in Jahresber. 
f. 1894 d. Zool. Stat. Neapel, Vertebr. p. 60—61. 


176 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


R. Parätre hat eine ausführliche Arbeit über Fortpflanzung, 
Gebärakt und Entwicklung von Salamandra maculosa. Das Meiste 
davon ist bereits wohl bekannt, doch sind die Abweichungen von 
mitteleuropäischen Individuen nicht uninteressant. Das J' steigt bei 
der Paarung auf den Rücken des 2. Die Larven sind, wenn sie 
eben geboren sind, 10—15 mm lang (bei Exemplaren aus der Isle- 
de-France und dem Departement de l’Indre — die vom Ref. ge- 
messenen neugeborenen Larven aus Oesterreich massen durchwegs 
das Doppelte). Die Entwickelung im Mutterleib dauert ungefähr 
5 Monate. Die Geburt der Jungen findet in der schlechten Jahres- 
zeit, vom Oktober bis März, statt; nur in kalten und hochgelegenen 
Orten auch im Sommer. Ein Winterschlaf ist nicht bemerkbar, 
doch bleiben die Thiere bei strenger Kälte oder Schneefall in ihren 
Schlupfwinkeln.. Die Salamander setzen ihre Jungen nur dann in 
Sümpfen ab, wenn sie keine Quellwässer auffinden können. Die 
Larvenentwickelung dauert je nach der Menge der vorhandenen 
Nahrung 3—7 Monate; die Alten fressen bei Nahrungsmangel die 
Larven und diese einander auf. Wenn sie die Verwandlung durch- 
machen, sind sie 5 cm lang; nach 2—3 Monaten terrestrischen 
Lebens erst gleichen sie den Alten in der Färbung. Exemplare 
von 20 cm Länge sind nicht weniger als 10 Jahre alt. Beim Ge- 
burtsakt ertrinken viele Weibchen. — CR. des communications faites 
A la premiere r&union gensrale annuelle, M&m. Soc. Zool. France 
1894, 45 p.; Auszug in: Le Naturaliste 16. Jahrg. p. 224— 225. 

R. Rollinat giebt eine ausführliche Beschreibung der Lebens- 
weise von Salumandra maculosa im Departement de l’Indre. Dieselbe 
bringt zwar nichts wesentlich Neues, immerhin sind aber manche 
Angaben über das Vorkommen, über die Zeit der Trächtigkeit und 
dergl. von Interesse. — Bull. Soc. Zool. France 1894, p. 108—114. 

R. Moniez erwähnt Salamandra maculosa Laur. aus dem 
Dept. Nord. — Rev. biol. Nord France VI 1894 p. 483. 


Drasch giebt eine ausführliche Beschreibung des Baues der 
Giftdrüsen bei Salamandra maculosa. Das Secret derselben wird 
nur mechanisch, nicht willkürlich entleert und zwar selten der 
ganze Giftvorrath bis zur Erschöpfung der Drüsen, (worauf dieselben 
zu Grunde gehen und Ersatzdrüsen an ihre Stelle treten) sondern 
meist nur eine gewisse Menge desselben. Ausführliches Referat 
über das Histologische im Jahresber. f. 1894 der Zool. Station Neapel 
Vertebr. p. 133—134. — Arch. Anat. Phys., Anat. Abth. p. 225-—268 
Taf. 12 bis 15. 

R. Parätre, Demonstration d’une Serie de larves de Salamandra 
maculosa. — Bull. Soc. Zool. France Bd. 19 p. 39 — 40, 

Nach Gonzälez Fragoso hat Medina Salamandra maculos« 
Laur. bei Constantina, Proc. Sevilla gefunden und bemerkt, dass 
Salamandra maculosa Laur. um Constantina zum mindesten selten 
sein muss, da er selbst nur Molge waltlii und boscai dort gefunden 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 177 


habe. — Anal. Soc. Espaüi. Hist. Nat. (2) Bd. 1, Actas p. 152—153 
1893). 
r B. Griffiths hat das rothe Pigment in der Haut von Diemy- 
etilus viridescens untersucht und meint, dass es vielleicht ein Derivat 
der durch Wanderzellen unter der Haut aufgespeicherten Harnsäure 
ist; in H. verwandelt es sich auch durch Behandlung mit kochender 
Salzsäure. In Wasser, Säuren und Alkalien ist es unlöslich, dagegen 
löslich in Alkohol, Aether, Benzin und Schwefelkohlenstoff. — CR. 
Ac. Sc., Tome 119, p. 912—913. 

Von Van Bambeke’s Arbeit über die Gastrularaphe von Triton 
alpestris (s. Jahresber. f. 1893 p.135) findet sich ein Auszug in: 
Arch. Biol. Tome 13 p. 147—162, Taf. VIII. 


R. Parätre, Triton blasiusi ne peut pas &tre admis. In: Bull. 
Soc. Zool. France Bd. 19 p. 41. 

F. Westhoff beschreibt und bildet ab eine Larve von Molge 
vulgaris L. mit vollständig entwickelten Eiern. — Jahresber. Westf. 
Ver. 1893/94 p. 76—81, 1 fig. 

F. Werner erwähnt Molge vulgaris L. var. meridionalis Blugr. 
von Corfu und Sta. Maura, Jonische Inseln. — Verh. Zool. bot. 
Ges. 44. Bd. 1894 p. 235. 

A. Schiöttz fing Molge alpestris Laur. neben M. eristata und 
vulgaris bei Unterlüs in der Lüneburger Heide. — Zool. Garten 
34. Jahrg. 1893 p. 218—219. 

Rollinat beschreibt einen Fall von Verlängerung des Larven- 
stadiums bei einer albinotischen Molge palmata. — Bull. Soc. Zool. 
France XX 1895 p. 60. 

Knauthe hat M. palmata in Schlesien zu acclimatisiren ver- 
sucht. — Zool. Garten 35. Jahrg. p. 286. 

W.Evans erwähnt das Vorkommen von Molge palmata in 
Mid-Perth. — Ann. Scott. Nat. Hist. 1893 p. 118—119. 


J.S. Elliot nennt Molge palmata als neu für Worcestershire 
und Sceropshire. — Zoologist (3) Bd. 18 p. 154. 

F.L. Blathwayt, Molge palmata in Herefordshire. — The 
Zoologist (3) Bd. 18 p. 191—192. 

O0. Grabham nennt Molge palmata von Scarborough, Yorkshire. 
— Naturalist 1894 p. 158. — Desgl. W.J. Clarke in: The Zoo- 
logist (3) Bd. 18 p. 191. 

E. Dodson, The size of British newts. — The Zoologist (3) 
Bd. 18 p. 191. 

W.C. Tait, Habitat de Chioglossa lusitanica in: Annaes de Sc. 
Nat. Bd.1 (1894) p. 96. 


Amblystomatinae. 

Nach H.H. Field entstehen die vorderen Gliedmassen bei 
Amblystoma durch Verschmelzung einer Wucherung der Urwirbel 
mit einer solchen der Somatopleura in der Vornierengegend. Ob- 
wohl nur drei Segmente an der Bildung der Vorderextremität An- 

Arch, f. Naturgesch. Jahrg.1896. Bd. II. H. 1. 12 


178 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


theil haben, lassen doch auch die folgenden Segmente Rudimente 
von solchen Auswüchsen erkennen. Die Angaben von Maurer über 
die Entstehung der Bauchmuskulatur werden zwar bestätigt, aber 
die Priorität vom Verf. dafür beansprucht. — Anat. Anz. IX. Bd. 
p. 713— 724, 5 fig. 

Herrick hat eine Arbeit über die Gehirnnerven von Ambly- 
stoma punctatum. — Journ. Comp. Neur. Cincinnati Vol. IV p. 193 
— 207, 2 Taf. 

Norris, Studies on the developement of the ear of Amblystoma. 
I. Development of the Auditory vesicle. 12p., 2 Tafeln (Journ. of 
Morphol. ©. ©. Whitman) Bd.7 No.1. 

H.H. Field bringt im Anschlusse an eine Kritik Houssay’s 
einige weitere Notizen über die Bluteirculation im Kopfe des Axolotl. 
— Anat. Anz. 9. Bd. 1894 p. 471—472, 

Wilson findet, dass sich der Müllersche Gang beim Axolotl 
unabhängig vom Wolffschen entwickelt und zwar zuerst als Ver- 
dickung des Peritonealepithels in der Vornierengegend, indem ein 
vom Cylinderepithel der Vornieren-Nephrostomen aus im Epithel- 
streifen nach hinten wächst, der zuerst solid ist und dann ein 
Lumen erhält. — Anatom. Anzeiger 9. Bd. p. 736—745, 22 fig. 

In einer Arbeit über metamere Segmentation in den Medullar- 
falten und über den Randwulst bespricht W. A. Locy auch die 
Verhältnisse bei Amblystoma. In Fig. 11 zeichnet er das Ei von 
Amblystoma unmittelbar nach dem Auftreten der Medullarfalten. 
Diese zeigen sich wie beim Haifisch segmentirt. — Anat. Anz. 
8. Bd. p. 393—415, 11 fig. 

F. Gasco findet beim Axolotl (Siredon) die Polyspermie normal 
und die Eierentwickelung von der Anzahl der ins Ei eingedrungenen 
Spermatozoen ganz unabhängig; die überzähligen Spermatozoen er- 
geben wahrscheinlich Dotterkerne (Merocyten), die später an der 
Embryonalentwicklung Antheil nehmen. — Mon. Zool. Ital. Anno 5, 
p- 84—85; Arch. Ital. Biol. Tome 21, p. XXIHI—XXV. 

Von R. Fick’s „Reifung und Befruchtung des Axolotleies“ 
(s. Ber. f. 1893 p. 137) findet sich ein Auszug in: Journ. R. Micr. 
Soc. London 1894 p. 38—39). 

Amblystoma annulatum Cope; Fundort bisher nicht bekannt, von Brimley 
bei Hot Springs, Arkansas, gefunden; Beschreibung des neuen Exemplares durch 
Stejneger in: Proc. U. S. Nat. Mus. 1894 p. 599. 

H. Virchow nennt Amblystoma punctatum von Toronto, Canada. 
— SB. Ges. nat. Fr. Berlin 1894 p. 33—88. 


Plethodontinae. 

Haptoglossa n.g. verwandt TAorius und Typhlotriton, aber Wirbel opistho- 
coel, Carpus und Tarsus nicht verknöchert, Zunge vorn und in der Mitte an- 
gewachsen. Für A. pressicauda n. sp. von Palmar, Costa Rica. — Cope, Proc. 
Amer. Phil. Soc. XXXI 1894 p. 334. 


in der Herpetologie im Jahre 1894. 179 


Oedipus robustus n.sp. von den „Faldas“ des Vulkans von Jrazu, Costa 
Rica. — Cope, Proc. Acad. Philad. 1894 p. 194. 


Desmognathinae. 


Ueber Form und Beziehungen der Nervenzellen und Nerven- 
fasern im Centralnervensystem von Desmognathus fuscus bringt P. 
A.Fish eine vorläufige Mittheilung. — Anat. Anz. 8. Bd. p. 754 
bis 758, 2 fig. 

Desmognathus brimleyorum n. sp. von Hot Springs, Arkansas. — Stejneger, 
Proc. U. S. Nat. Mus. 1894 p. 597—599. 


Amphiumidae. 


A.Davison fand die Rücken- und Schwanzmuskulatur von 
Amphiuma mit Ausnahme des äussersten Theiles der dorsalen 
Muskelmasse aus reihenförmig angeordneten, theilweise ineinander- 
geschobenen Muskelkegeln zusammengesetzt, deren Spitzenrichtung 
in benachbarten Reihen wechseln. Die Faserrichtung bildet mit 
der Verbindungslinie der Kegelspitzen einen Winkel von 10°. Die 
Fascie erinnert in ihrem eigenthümlichen Verhalten an die von 
Cryptobranchus. — Anat. Anz. IX 1894 p. 332—336, fig. 

H.H. Field hat die Entwicklung des Excretionsapparates von 
Amphiuma studirt. Es ergiebt sich aus seinen Untersuchungen, 
dass die Theorie, derzufolge das Pronephros ein ursprüngliches 
Organ sei, höchst unwahrscheinlich ist und dass der Bau dieses 
Organs bei Amphiuma vollständig von dem bei den anderen Ba- 
trachiern unterscheidet. — CR. Ac. Sc., Seance du 28. Mai 1894. 


Proteidae. 


Gegen Weismann’s Essay’s on Heredity p. 87 polemisirend, 
sucht H. Spencer dessen Theorie der Degeneration durch Panmixie 
u.a. an dem Beispiel der geringen Entwickelung des Auges bei 
Proteus zu widerlegen und kommt p. 15—20, 64—66 zu dem Schlusse, 
dass die natürliche Zuchtwahl keine für die Existenz des Thieres 
kleinen oder unbedeutenden Vortheile auszulesen im Stande ist, 
sondern nur die Ausbildung von grossen Zügen fördern kann, die 
in vorgeschriebenen Bahnen die allgemeine Tauglichkeit für den 
Kampf ums Dasein vergrössern. — Contemporary Review for Fe- 
bruary and March 1893. — Kritik von R. Lankester in Nature 
(3. Febr. 1893) und Romanes (Cont. Rev. 1893 p. 509). Auch 
seperat bei Williams & Norgate, London 1893. 8°, 69 p. 

Julia Platt hat eine Arbeit über die ontogenetische Differen- 
zierung des Ectoderms in Necturus (1. Studie), über welche ein 
ausführliches Referat im Jahresber. f. 1894 der Zool. Station Neapel, 
Vertebr. p.110—111 vorliegt. — Archiv f. mikr. Anat. 43. Bd. 
p- 911—966, T. 37—42. 


12* 


180 Dr. Franz Werner: Bericht über die Leistungen 


B. F. Kingsbury hat eine Arbeit, betitelt: The Histological 
Structure of the Enteron of Necturus maculatus. — Proc. Am. Soc. 
Mier. 1894 XVI p. 19—64, 8 Tafeln. 

Fülleborn bringt vorläufige biologische Mittheilungen über 
die Entwickelung von Necturus. — Sitz. Ber. Akad. Wiss. Berlin 
p. 1057— 1070. 

H. Virchow nennt Necturus von Oconomowoc, Wisconsin. — 
SB. Ges. nat. Fr. Berlin 1894 p. 33—38. 


Apoda. 


K. Peter hat die Wirbelsäule von Siphonops annulatus, tho- 
mensis (= Dermophis — Ref.), indistinetus (= Chthonerpeton — Ref.), 
Uraeotyphlus oxyurus, Caecihia rostrata und Ichthyophis glutinosus 
untersucht und bei Dermophis und Caecilia die grösste Wirbelzahl 
gefunden (189, bezw. 150). In der Wirbelsäule zeigen sich bei den 
verschiedenen Gattungen nur unwesentliche, systematisch nicht ver- 
werthbare Unterschiede. Der schwache Bau der Wirbel hängt mit 
der Ausbildung eines Hautskelettes zusammen. Die Gelenkfortsätze 
am Atlas werden als echte Zygapophysen und nicht als Processus 
transversi betrachtet. Ein wie bei Menobranchus und Sören vor- 
handener scharfer Kiel auf der Unterseite des Wirbelkörpers geht 
nach hinten in die unteren Bogen der Schwanzwirbelsäule über. 
Auch die Processus inferiores anteriores werden dem System der 
unteren Bögen zugerechnet Alle Wirbel besitzen solche Fortsätze 
zugleich mit zweiköpfigen Rippen, weshalb Dollo’s Annahme, dass 
der Ventraltheil der letzteren von Haemopophysen abzuleiten sei, 
unhaltbar ist. Anschliessend eine Betrachtung über die verschiedenen 
Theorien der Rippenbildung. Die Gymnophionen sind entwickelungs- 
geschichtlich und vergleichend-anatomisch von den Urodelen ab- 
zuleiten. — Ber. Nat. Ges. Freiburg 9 Bd. p. 35—58, 29 fig. 


Die Cloake und Harnblase der Gymnophionen bespricht H. 
H. Field in zwei Arbeiten. Die Harnblase bei Coecilia lumbricoides 
bildet ein langgestrecktes, zweischenkliges, an beiden Enden blind 
geschlossenes Rohr, von dessen Umbiegungsstelle ein enger Gang 
zur Cloake abgeht, in welche er ventral einmündet. Die Cloake, 
welche mit starken, in das Innere vorspringenden Längsleisten ver- 
sehen ist, bildet drei Abschnitte, deren erster den Enddarm, die 
Ureteren und Müller’schen Gänge aufnimmt, während der zweite, 
birnförmige, die sogenannten Penissäcke enthält und der dritte ein 
enges Rohr vorstellt. Beim g' ist die gänze Caudalhälfte der Cloake 
in einer derben, muskulösen und fibrösen Scheide eingeschlossen, 
die bis zu den Penissäcken reicht, wo sich ein von der Körperwand 
herabziehender Muskel, mit einer den beiden Säcken entsprechenden 
Spaltung am caudalen Ende ansetzt. Bei Coecilia lumbricoides 


in der Herpetologie im Jahre 1894, 181 


existirt auch ein hinterer Schenkel der Harnblase, der bei den 
‚übrigen Coecilien rudimentär ist, da er sich bei jungen Larvon von 
Ichthyophis glutinosus viel stärker entwickelt zeigt als bei Er- 
wachsenen. Noch eine weitere Coecilia-Art, ferner Siphonops und 
(ymnopis wurden untersucht. — Morpholog. Arbeiten v. G. Schwalbe 
4. Bd. p. 30—52, und Anat. Anz. 9. Bd. p. 764—766. 


Dermophis gregorii n.sp. von Ngatana, O. Afrika. — Boulenger, Proc. 
Zool. Soc. London 1894 p. 646 Taf. XL fig. 4. 


Stegocephala (nur fossil). 


OÖ. Jaekel. Ueber sog. Faltenzähne und complicirtere Zahn- 
bildungen überhaupt. — SB. Ges. naturf. Fr. Berlin 1894 p. 146—153. 


Ein Referat über Credner, Faltenzähne etc. (s. Ber. f. 1893 
p- 40) ist im „Zool. Centralbl. 1. Jahrg. p. 450—451 zu finden. 


H. Credner behandelt im 10. Theil der „Stegocephalen und 
Saurier aus dem Rothliegenden des Plauen’schen Grundes bei Dresden 
den Sclerocephalus labyrinthicus (vergl. Ref. für 1893 p.40 und Zool. 
Centralblatt I p. 450 wegen der Zähne derselben Art). Die Schädel- 
deckknochen stimmen in ihrem Bau vollkommen mit den Ganoid- 
schuppen überein; sie enthalten in ihrem Inneren ein dichtes Radiär- 
system von Gefässkanälen, von denen zahlreiche Aestchen theils in die 
vertieften Stellen der sculpturirten Oberfläche der Hautplatten, theils 
in die Pulpahöhle der Zähne ausmünden. Sie sind auf der Innen 
fläche mit einer Schicht von Knochengewebe mit Knochenkörperchen 
und Sharpey’schen Fasern überkleidet und wie die Schädelknochen 
verhalten sich auch die des Bauchpanzers und die Scapulae, Clavi- 
culae und das Episternum des Schultergürtels. Die Knochen sind 
ohne grosse Markhöhle, die des Innenskeletes besitzen eine peri- 
chondrale Rinde mit Sharpey’schen Fasern und eine innere Knochen- 
masse (endochondral). Össificirt sind vom knorpligen Schädel nur 
Quadratum und Articulare, ferner die Wirbel, das Extremitätenskelet 
und die Coracoide.. Am Tarsus sind ausser Calcaneus und Astragalus 
noch 4 Tarsalia und ein Centrale vorhanden, die Endphalangen mit 
Krallen bewaffnet. — Zeitschr. D. Geol. Ges. Jahrg. 1893 p. 639 
— 704, 2 Fig. T. 30—32. 

M. Browne nennt Trematosaurus crocodilinus Quenst. aus den 
rhaetischen Schichten von England. — Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1893 
p- 749 (1894). 


Incertae sedis. 
O0. W. Jeffs, On a Series of Saurians footprints from the 


Cheshire Trias, with a Note on Üheirotherium. — Geol. Mag. Dec. 
IV. 1, 1894 p. 451—454. — Referat in Zool, Centralbl. II p. 789, 


182 Dr. Franz Werner. 


Steinmann berichtet über die Entdeckung von Chirotherium- 
Fährten in den Zwischenschichten von Kandern, Baden. — Leopoldina 
Heft 29 p. 47. 


0.C. Marsh, Footprints of Vertebrata in the Coal Measures 
of Kansas. (Amer. Journ. Sc. (3) XLVIII 1894, p. 82—83, T. VI 
und Geol. Mag. Dec. IV., 1, 1894 p. 337”—339, T. XI). Diese Fuss- 
tapfen werden unter den neuen Namen: Nanopus caudatus, Lim- 
nopus vagus, Dromopus agilis, Allopus littoralis und Baropus lentus 
beschrieben. Sie stammen aus dem mittleren Carben von Osage in 
SO.-Kansas und werden als Batrachierspuren gedeutet. Allopus 
speciell soll ein Labyrinthodont sein. Nur Dromopus wird als 
Saurier betrachtet. 


Bericht 


über 
die wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte 
der Säugethiere während des Jahres 1894. 


Von 
Dr. Heinrich Ledermann (Berlin). 


I. Verzeichniss der Veröffentlichungen '). 


(Alle Arbeiten, bei welchen eine Jahreszahl nicht angegeben ist, sind im 
Jahre 1894 erschienen). 


Achard et Lannelongue siehe Lannelongue et Archard. 

Adam, W.H. On the Habits of the Flying-Squirrels of the 
Genus Anomalurus. — Proc. Zool. Soc. London P. II p. 243—246. 
— Zool. Anzeig. 17. Jhg. 1894. 

Albini, 6. Sull’immobilitä come causa iniziante il letargo 
iemale de’Moscardini [|Myozus avellanarius]. — Rendic. Accad. Sec. 
Fis. mat. Napoli (2) Vol. 8. Fasc. 1/2 p. 15—20. 

Alessandrini, Giulio. Notizie anatomiche sulle glandole an- 
nesse all’ apparato digerente del Zragulus meminna Erxl, — Boll. 
Soc. Rom. Stud. Zool. Vol. II, No. 7/8 p. 269—71. — Zool. Anzeig. 
17. Jhe. 

„Fegato colla cistifella, Pancreas, Milza. Forma, dimensioni 
e peso.‘ 

Allen, J. A. (1). Notes on Mammals from New Brunswick, 
with Description of a new Species of Evotomys. — Bull. Americ. 
Mus. of Nat. Hist., Vol. VI Art III p. 99—106. 

Es werden folgende Thiere beschrieben: Cariacus virginianus 
Boddy, Alces machlis Linn., Rangifer tarandus carıbou Kerr., Vesper- 
tilio gryphus F. Cuvier, Blarina talpoides Gapper, Sorex forsteri 
Rich., Scalöops americanus Erzl., Erethizon dorsatus Linn., Zapus in- 
signis Miller, Mus decumanus Pallas, Mus musculus Linn., Sitomys 
americanus canadensis Miller, Arvicola riparius Ord., A. chrotorrhinus 


2) Inhaltsübersicht siehe am Schluss dieses Berichts, 


184 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Miller, Evotomys gapperi Vig., E. fuscodorsalis spec. nov., Fiber 
zibethicus Linn., Tamias striatus lysteri Rich., Sciurus hudsonius Pallas, 
Sciuropterus volucella sabrinus Shaw, Arctomys monase Gmel., Castor 
canadensis Kuhl, Ursus americanus Pallas, Procyon lotor Linn., Lutra 
hudsonica Lac&p; Mephitis mephitica Shaw, Lutreola vison (Schreber), 
Putorius erminea Linn., Mustela pennanti Erxl., M. americana Turton, 
Vulpes fulvus Desm. u. Lynx canadensis Raf. 

Allen (2). On the Mammals of Aransas County, Texas, with 
Descriptions of new forms of Lepus and Oryzomys. — Ebd. Vol. VI 
Art. VI p. 165—198. 

Es werden folgende Säugethiere aufgezählt und beschrieben: 
Didelphys marsupialus californica (Bennett), Tatusia« novemcinctus 
Linn., ZLepus callotis Wagler, L. sylvaticus bachmani Waterf., [Z. 
aquaticus Bachmann], Geomys personatus True, Perognathus paradoxus 
Merrianm, Mus. decumanus Linn., M. alexandrinus Geoffr., M. musculus 
Linn., Neotoma micropus Baird., Sigmodon hispidus texianus (And. & 
Bachm.), Oryzomys palustris texensis subsp. nov., Furchung, Maasse, 
Vorkommen, Sitomys mearnsü Allen, $. (Baiomys) tailora Thomas, 
ÖOnychomys longipes Merriam, Spermophilus meaicanus Licht., Sp. 
spilosoma annectens Merriam, Sciurus niger limitis (Baird.), Dicotyles 
angulatus Cope, Bison americanus Gmel., Cariacus virginianus Bodd., 
Note on the Camels introduced into Texas, Atalapha noviboracensis 
Erxl., Scalops texanus Allen, Procyonlotor hernandezü Wagler, Bassa- 
riscus astutus Licht., Conepatus mapurito Gm., Mephitis mesomelas 
Licht., Note on the variability of coloration in the Skunks of the 
genus Mephitis, Spilogale indianola Merriam, Putorius brasiliensis 
frenatus Licht., Canis latrans Say, Urocyon virginianus Schreber, 
Lynx rufus maculatus (Horsf. & Vig.), Felis onca Linn., F\. concolor 
Linn., F. pardalis Linn. 

Allen (3). Descript. of a new species of Geomys from Costa 
Rica [G. Cherriei]l. — Ebd. Vol. V Art XX p. 337—338. 

Allen (4). On the Seasonal Change of Color in the Varying 
Have (Lepus americanus Erxl.). — Ebd. Vol.VI Art. IV p. 107—128. 

Die Arbeit zerfällt in folgende Abschnitte: Einleitung, Character 
of the Pelage u. zwar: Summer Pelage u. Winter Pelage. Material 
Examined. Autumnal Change. Vernal Change. Irregularities in 
Change of Color. 

Allen (5). Cranial Variations in Neotoma micropus due to 
growth and individual Differentiation. — Ebd. Vol. VI, Art. IX 
p 233—246. 

Beschrieben werden: Variations due to age. General Contour. 
Measurements and Ratios showing cranial. Variations due to age. 
Rostral Segment. Frontal Segment. Parietal Segment. Brani-case. 
Transverse Breadth. Vertical Depth. Tooth row. Interparietal. 
Supraoceipital. DBasioceipital. Basisphenoid. Postpalatal Region 
as a Whole. Incisive Foramina. Spheno-palatine Vacuities. Molars. 
Individual Variation. Nasals and ascending branches of the Pre- 
maxillae. Frontals. Parietals. Interparietal. Ventralaspect. Teeth. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 185 


Allen (6). Descriptions of ten new North American Mammals 
and remarks on others. — Ebd. Vol. VI, Art. XIII p. 318—332. 

Verf. beschreibt folgende Species: Perognathus price! spec. nov. 
P. conditi spec. nov., Reithrodontomys mexicanus fulvescens subspec. 
nov., Arvicola leucophaeus spec. nov., Sitomys americanus arizonae 
subspec. nov., Neotoma campestris spec. nov., N. rupicola spec. nov., 
N. grangeri spec. nov., Sciurus hudsonicus dakotensis subspec. nov., 
Nyctinomus nevadensis (H. Allen), Arvieola (Pedomys) haydenii Baird., 
A. (Pedomys) cinnamomeus Baird,, Phenacomys truei spec. nov. 

Allen (7). Deser. of five new North American Mammals. — 
Vol. VI, Art. XV p. 347—351. 

Vf. bespricht folgende Thiere: Arvicola insperatus spec. nov., 
Lepus tewianus eremicus subspec. nov., Lepus sylivaticus pinetis sub- 
spec. nov., Sciurus arizonensis huachuca subspec. nov. und 8. hudsonicus 
grahamensis subspec. nov. 

Allen (8). Recent progress in the study of North American 
Mammals. Proc. Linn. Soc. New York, 1894, pp. 17—45. 

Allen (9). Observations on Blarina brevicauda. Proc. Ac. 
Philad. 1894 p. 269—276. 

Allen (10). On a n.sp. of Ametrida. Proc. Boston Soc. XXVI 
p- 240—-246. 

Allen (11). Description of ten New North American Mammals. 
Ebd. p. 347—350. 

Ameghino, Florentino (1). Röpliques aux critiques du Dr. Bur- 
meister sur quelques genres de Mammiferes fossiles de la Republique 
Argentine. — Bol. Acad. Nac. Cordoba T. 12, Entr. 4 p. 437—469. 

Ameghino (2). Enumeracion synoptique des especes de Mammi- 
feres fossiles des formations &ocenes de Patagonie. Bol. Ac. Cordoba 
p- 259—452. 

Es werden besprochen von Primates: Simioidea, Homuneculidae. 
Incertae sedis: Aomocentrus Amegh., H. argentinus, Eudiastectus 
Amegh., ud. lingulatus.. — Ungulata: Perissodactyla T'ypotheria, 
Protypotheridae, Jcochilus robustus (Abbild.), Hlegetotheridae fam. 
nov., Trachytheridae. -—- Taxodontia. Nesodontidae, Nesodon imbri- 
catus Owen (Abbild.), Hotodontidae, Acrotheri Kariokense Amegh. 
(Abbild... — Litopterna, Notonippidae, N. toxodontoides (Abb.), 
Adiantidae; Mesorhinidae, Theosodon Lydekkeri Am. (3 Abbild.), 7%. 
gracilis (Abb.), Proterotheridae, Proterotherium cavum (2 Abb.), 
Pseudocoelosoma patagonica (Abb.), Licaphrium Floweri (2 Abb.), 
Thoatherium minusculum (Abb.), Diadiaphorus majusculus (4 Abb.), 
Astrapotheroidea, Astrapotheridae, Astrapotherium magnum (Abb.), 
Astrapodon carinatus (Abb.), Pyrotherida.. — Ancylopoda Cope, 
Entelonichia Am., Homalodontotheridae, Homalodontherium Segoviae 
(2 Abb.). — Unguwiculata: Rodentia, Hystricomorpha, Cercolabidae, 
Echynomyidae, Neoreomys limatus (Abb.), Eryomyidae: Periomys 
perpinguis (Abb.), P. planaris (Abb.), P. puellus (Abb.). Kocardidae: 
Procardia elliptica (Abb.), Dicardia fissa (Abb.), Diprotodontia. — 
Plagiaulacoidea: Pauecituberculata, Abderitidae, A. crassiramis (Abb.), 


186 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


A. meridionalis (Abb.), Decastidae: D. columnaris (Abb.), Acdestis 
Oweni (Abb.), Drpilus Spegaffini (2 Abb.). Epanorthidae: E. Le- 
moinei (3 Abb.), Metaepanorthus (Abb.), Paraepanorthus minutus 
(Abb.), Garzonidae: G. typica (Abb.), Saocobora. — Pedimana: 
Microbiotheridae: M. tehuelchum (Abb.). — Insectivora: Necrolestidae: 
N. patagonensis (Abb.), Sparassodonta, Borhyaenidae: B. tuberata 
(Abb.), B. fera (2 Abb.), Prothylarynidae: P. patagonicus (3 Abb.), 
Hathlyacynidae, Cladosictis Trouessarti (2 Abb.), Amphiproviverridae: 
A. Manzaniana (Abb.), Agustylus cynoides (Abb.), Perathereutes pun- 
gens (Abb.), Sipalocyon gracilis (Abb.), Acyonidae, Ictioborus fene- 
stratus. — Edentata: Anicanodonta: (rravigrada. Ortotheridae, Me- 
galonychidae: Pseudpapalops Rutimeyeri (Abb.), Hyperleptus Garzoni- 
anus (Abb.), H. rectus (Abb.), Pelecyodon edutatus (Abb.), Prepo- 
thendae: Pr. Filholi (Abb.), Planops longirostratus (Abb.), Scelido- 
theridae: Analeitherium antarcticum (Abb.), Entelopsida. — Hica- 
nodontia: Glyptodontia: Propalaetroplotheridae. Dasypora, Tatusidae?: 
Netelia puncta (Abb.), Dasypidae, Peltateloidea, Peltephilidae: P. 
feroe (Abb.), Stegotherida. — Cetacea Mystacoceta, Balaenidae, 
Odontocesa, Squalodontidae, Pontoplanodidae, Platanistidae. — Mono- 
tremata: Dideilotheridae, Scoteripsidae, Adiastaltidae, Anathittidae. 

Ameghino (3). Sur les ongules fossiles de l’Argentine; examen 
eritique de l’ouvrage de M. R. Lydekker: A study of the extinct 
Ungulates of Argentinia. Rev. Jard. Zool. Buenos Ayres II p. 195 
—303. 

Ammon, Otto. Die natürliche Auslese d. Menschen. Auf 
Grund d. anthropolog. Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden 
u. anderer Materialien dargestellt. — Jena, G. Fischer, 326 pp. 
Anatom. Anzeig. 9, No. 10 1894. 

Die Untersuchungen wurden v. d. anthropol. Commission des 
Karlsruher Alterthumsvereins unternommen um d. örtlichen Ver- 
schiedenheiten in d. physischen Beschaffenheit d. Bevölkerung fest- 
zustellen u. daraus Schlüsse über d. vorgeschichtlichen Wanderungen 
u. Besiedelungen abzuleiten. Vf. giebt ein kurzes Inhaltsverzeichniss 
zuerst. 1. Die wichtigsten Gesetze d. Vererbung u. ihre Anwendung 
auf d. Menschen (Skelett, Pigmente, Körpergrösse, Augen-, Haarfarbe, 
Hautfarbe, Wechselbeziehungen zwisch. diesen letzteren). 2, Natür- 
liche Auslese d. Kopfformen d. Wehrpfl. 3. D. Ausleseerscheinungen 
b. d. Pigmentfarben d. Wehrpfl. 4. Die Wachsthumsverschiedenheit. 
zwisch. jungen Leuten in Stadt u. Land. 5. Fernere Verschiedenh. 
zwisch, Städtern- u. Landbewohnern beweist die Entwickl. d. Körper- 
haare, des Bartes, d. Achselhaare, d. Schamhaare, der Stimme. 
6. Seelische Anlagen u. ihre Verschiedenh. b. d. hellpigmentirten 
langköpfigen Germanen u. d. „dunklen rundköpfigen Volk.“ 7—10. 
Kopfform u. Pigmente d. Gymnasiasten u. Schüler d. kirchlichen 
Knabenconvicte. 11. Entstehung v. Bevölkerungsgruppen durch 
natürl. Auslese. 12. Bildung der Stände u. ihre Bedeutung für die 
natürl. Auslese, 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 187 


Anonymus. A Mammut kipusztulasa. Termes. Kozl. Magyar 
Tars. 1894. p. 467 — 474. 

Aplin, ©.V. (1). Field-Notes on the Mammals of Uruguay 
Proc. Zool. Soc. London, 1894, P, II p. 297 —315. 

Es werden besprochen Felös geoffroyi, F\, passerum, F. concolor, 
Canis azarae, Canis spec. inc. (Aguarä), Lutra plaentsis, L. brasili- 
ensis, Procyon cancrivorus, Conepatus mapurito monzoni subspec. 
nov., Galictis vittata, Vesperugo montanus (Phil.), Tatusia septem- 
cincta, T. novemeincta, Dasypus sexcinetus, Scapteromys (Hesperomys) 
tumidus Waterh., Habrothrix olivaceus Waterh., Mus musculus, Cteno- 
mys brasiliensis, Ct. magellanicus, Oavia aperea, Hydrochoerus capy- 
bara, Myepotamus coypu, Cariacus campestris, Didelphys azarae, D. 
crassicaudata (Thick-Tailed-Opossum). 

Aplin (2). Bank Vole [Microtus glareolus] in Oxfordshire.. — 
The Zoologist (3.) Vol. 18. Febr. p. 54. 

Assheton, R. (1). Areinvestigation into the early stages of 
the development of the Rabbit. Quart. Journ. Micr. Sci. (2) XXXVU 
p. 113—164 pls. XII—XVIN. 

Assheton (2). On the phenomenon of the fusion of the 
epiblastic layers in the Rabbit and the Frog. T.c. p. 165—172 
pl. XXI. 

Assheton (3). On the causes which lead to the attachment 
of the Mammalian Embryo to the walls of the uterus. T.c. p. 173 
—190 pl. XIX. 

Assheton (4). The primitive streak of the Rabbit; the causes 
which may determine its shape, and the part of the Embryo formed 
by its activity. T.c. p. 191—222 pls. XX— XXI. 

Bach, Ludwig. Ueber die Gefässe des Pferdeauges mit besond. 
Berücksichtigung der Gefässversorgung der Aderhaut. — Arch. f. 
wiss. u. pract. Thierheilk. Bd. XX, p. 241—255, Tf. II. 

Bangs, 0. (1). Synaptomys cooperi, Baird, in Eastern Massa- 
chusetts with notes on S. stonei, Rhoads. Proc. Soc. Washington, 
p- 94—104. 

Bangs (2). Deser. of a new Field-Mouse (Arvicola Herroenovae) 
from Codroy, Newfoundland. T. c. p. 129—132. 

Bangs (3). Descr. of a new Musk-Rat from Codroy, New- 
foundland. T.c. p. 133—138. 

Bangs, 0. und Miller, 6. S. Siehe J. Miller, G. S. und 
Bangs, 0. 

Bardeleben, Karl von. On the Bones and Museles of the 
Mammalian Hand and Foot. — Proc. Zool. Soc. London, 1894, P. II 
p. 354— 76, Tf. 20, 21. 

Skelett. — Marsupialia. Praepollex is situated on the trape- 
zium (carp. dist. i), the Praehallux on the internal cuneiform. Es 
werden aufgezählt: Macropus (Halmaturus) benetti: Praepollex ; 
Trichosurus vulpecula: Praepollex; Phascolomys wombat: Praepollex; 
Didelphys marsupialis, D. elegans: Praepollex, Praehallux consists of 
two bones; Didelphys azarae: Praepoll., Praehallux; D. philander; 


188 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Pp. (= Praepollex), Ph. (= Praehallux), D. crassicaudatus: Pp., Ph.; 
Chironectes minimus (variegatus): Pp., Ph. 2,51.; 1,8 do. pl.; 1,2 br. 

Edentata. The Ph. is attached on the scaphoid and trapezium; 
the Ph. on the naviculare and first cuneiform. — Tamandua (Myr- 
mecophaga) teiradactyla: Pp., Ph. 101.; 5—6,5 Oc. pl.; 2,5 sag.; 
Myrmecophaga jubata: Pp., Ph. 181.; Dasypus sexeinetus: Pp., Pp.; 
Euphractus minutus: Pp., Ph.; Euphractus minutus: Pp., Ph. very 
well developed, resembles metatarsal bone. 


Ungulata: Naturally neither a Pp. nor a Ph. is present in the 
Ungulata vera nor in Hyrax. — Proboscidia, or Elephas africanus, 
has a large Pp., it is longer than the pollex. — In Cetacea the Pp. 
has been found by Prof. Kükenthal. 


Insectivora: Pp. on the scaphoid; Ph. on the naviculare and 
internal cuneiform. Üentetes ecaudatus: Pp., Ph. 21., 1 br., 1 th. 
(Plate XX figr. 2, 3); Hemiceutetes nigriceps: Pp., Ph.; H. variegatus: 
Pp. Ph.; Ericulus setosus: Pp.. Ph.; Talpa europaea do.; T. wogura, 
Scalops argentatus, Myogale moschata, Urotrichus talpoidus, Tupaja 
tana, Erinaceus europaeus, Gymnura rajflesii, (Graleopitaecus philip- 
pinensis. 

Rodentia: Pp. on the scaphoid (and metac.I), Ph. on the 
internal naviculare and internal cuneiform. — Sesurus arizonensis, 
S. niger, S. vulgaris: Pp. large, Ph.; Xerus erythropus, Cymomys 
ludovieianus, Arctomys marmotter, Castor fiber, ©. canadensis, Myoxus 
glis (avellanarius), Spalwe typhlus, Bathyergus maritimus, Georychus 
capensis, Myoscaloys (Heliophobius) urgentocinereus, Geomys hispidus 
Dipus jaculus, Pedetes capensis (caffer), Myopotamus bonariensis, Choe- 
tomys subspinosus, Cercolabes (Synetheres) insidiosa, Synetheres prehen- 
silis, Erethizon dorsatus, Hystrix malabariensis, H. javanica. 

Carnivora: Pp. on the scapho-lunatum and trapezium; Pp. if 
present, on the naviculare and internal cuneiform. Felis macroselis, 
F. paguros, F.tigris, F. pardus, F. tigrina, F. macrura, Oynoelurus 
Jubatus, Uryptoprocta ferox, Viverra tangalunga, Viverricula malaccensis, 
(renetta pardina, Liusang (Prionodon) pardicolor, L. (Poiana) gracilis, 
Paradozxurus philippinensis, P. iypus, Herpestes fasciatus, H. griseus, 
H. javanicus, FH. ichneumon, H. pulverulentus, Cynictis peniecillata, 
(ralidea olivacea, Hemigalea (Herpestes) galera, H. hardwicki, Eupleres 
goudotit, Proteles cristatus, Hyaenda striata (Canidae, Ursidae, Procyon 
lotor, Pr. carnivorus, Aelurus fulgens, Nasua nasica (nasia), Cerco- 
leptes caudivolvulus, Lutra brasiliensis, L. canadensis, L. platensis, 
Latax lutris, Mephitis sulphitica, Conepatus mapurito, Mydaus meli- 
ceps, Meles tawus, Taxidea americana, Helictis orientalis, Ietonyx 
(Zorilla) capensis, (Gralictis (Grisonia) barbara, G. (Grisonia) vittata, 
Gulo borealıs. 

Pinnipedia: Trichectus rosmarus, Phoca vitulina, Arctocephalus 
cinereus. 

Chiroptera: Pp. attached to the scaphoid, small. Ph.? — Pte- 
ropus medius, cynopterus, marginatus, Vesperugo, Phyllostoma hastatum. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 189 


Lemuroidea: Pp. situated on the side of the trapezium, before 
the scaphoid, behind and on the side of the metacarpale 1. — 
Indris brevicaudata (Liebanotus indri), Avahis (Microrhynchus) laniger, 
Lemur catta, L. makako, Lepidolemur mustelinus Geoffr., L. mierodon 
(Forsyth Major), Otolicnus galago (Galago sp.), Nycticebus (Stenops) 
tardigradus, Loris gracilis, Perodicticus calabariensis, Tarsius spectrum, 
Chiromys madagascariensis. 

Primates s. s. (Anthropordea): Pp., if situated on the trapezium 
connected by ligaments with the scaphoid. Cebidae: Chrysothrix 
sciurea, Üercopithecidae, CUynocephalus anubis, Cyn. (Hamadryas) 
aegyptiacus, Macacus leoninus, M. laniger, M. sp.? (young spec.), M. 
inornatus, Cercopithecus ruber, ÜÖ. cephus, C. mona, Ü. cynosurus, 
Lemnopithecus mitratus, Colobus bicolor, ©. ursinus, Simüidae: Hylo- 
bates lar. In Simia, Gorilla, Anthropipethecus no Pp. (= tuberos. 
scaph.?) no Ph. 

Muskeln und Nerven. Forcarm and hand. a) Marsupialia. 
1. Didelphys marsupialis. «) Flexores Nerven. £) Extensores mit 
Ursprung und Insertion. 2. Zrichosurus vulpecula (Pl. XXI Fig. 3). 
«) Flexores. £) Extensores Ursprung u. Insertion. N. medianus 
3. Macropus Bennetti. b) Insectivora. Muskeln. c) Rodentia. 
1. Sciurus arizonensis (Pl. XXI Fig. 4) Muskeln. 2. Bathyergus 
maritimus. Muskeln u. Nerven. 3. Dipus jaculus Muskeln. d) Un- 
gulata. 1. Ayrax Brucei. «) Flexores, 8) Extensores. 2. Elephas 
africanus (Embryo) Muskeln. e) Carnivora. 1. Ziusang gracilis 
(Pl. XXI, Fig. 5). «) Flexores, Nerven. $) Nerves of the extensor. 
2. Herpestes griseus. «) Flexores, Nerven. £) Extensores. 3. Para- 
doxwurus sp. «) Flexores, Nerven. #8) Extensores.. 4. Viverricula 
malaccensis (Pl. XXI, fig. 6). «) Flexores, Nerven, II. Leg and Foot. 
a) Mersupialca. 1. Didelphys marsrpialis (Pl. XXI, p.1, 2). 
«) Flexores. £$) Extensores. 2. T'richosuuus vulpecula. «) Flexores, 
Nerven. £) Extensores. b) Edentata. 1. Euphractus minutus. 
«) Flexores, #) Extensores. c) Rodentia. 1. Sciurus arizonensis 
(Pl. XXI, fig. 4) Nerv., Muskel. 2. Sciurus niger .«) Flexores, 
8) Extensores. 3. Bathyergus maritimus. Flexores. d) Ungulata. 
1. Hyrax Brucei Muskeln. 2. Elephas africanus Musken. e) ÖGarni- 
vora. 1. Lisang gracilis Muskeln. 2. Viverricula malaccensis Muskeln 
u. Nerven. 3. Heopestes griseus. Muskeln u. Nerven. 

Barkley, Mac Donald. Notes upon the Antelopes of the 
Pungu& Valley. — Proc. Zool. Soc. London P.I, p. 130—132. 

Es werden besprochen: Oreas canna, Cobus ellipsiprymnus „W ater- 
buck*, Catoblepas gorgon, Verbreitung, Färbung, Bubalis Lichten- 
stein (Lichtensteins Hartebeest); Aepyceros melampus „Roode-bok* 
u. Neotragus scoparius. 

Barrett-Hamilton, 6. E. H. The Marten in Ireland. The 
Zoologist (3) XVII p. 134—142. 


Bartelli, D. Contributo alla anatomia del diaframma nei 
Carnivori. Monit. Zool. ital. V p. 211—215. 


190 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Barthelemy, F. Sur les molaires de Mammouth trouvees A 
Nancy. Bull. Soc. Nancy (2) XIII p. 25 — 27. 

Bassi. Erweiterung des stenonischen Kanals bei Equus 9. 
Mod. Zog. 1893. Schweiz. Arch. f. Tierheilk. 1894 p. 91. 

Baum, Herm. Die Nasenhöhle und ihre Nebenhöhlen (Stirn- 
u. Kieferhöhle) beim Pferde. — Arch. f. wiss, u. pract. Thierheilk. XX, 
p. 99—170, 12 Textfig. 

Baum, H. u. Ellenberger, W. siehe Ellenberger, W. 

Beauregard, H. Recherches sur l’appareil anditif chez les 
mammiferes. Planches IX, X et XI. Journ. de l’anat. et de la 
physiol. T. 30 No. 4 p. 366—413. 7 Xyl., 3 Taf. 

Beschrieben wird d. Mittelohr von Vespertilio murinus. Cercle 
tympanique et bulbe, Stylhyal, Membrane de tympan, Cavite tym- 
panique, Canal de Fallope, Muscles des osselets. Pferopus medius: 
Bulle, membr. du tympan cavite tymp., osselets de l’owie, muscles 
des osselets, nerf facial, corde du tymp. Observ. cousecutives & 
l’etude comp. de l’oreille moyenne du Murin et de la Roussette. 
Mouton: Membr. du tympan, cavit& tymp. oss. de l’ouie, muscles 
des osselets. Eudelphinus delphis: Bulle tymp., modes d’attaches 
de la bulle au rocher, orifice tymp., cadre tymp., membr. du tympan, 
cavite tympanique, Trompe d’Eustache, sacsou sinus aeriens, caro- 
tide interne, parois de la cavite tymp., oss. de l’ouie. Musc. des oss. 
Cachalot (Pottfisch). DBalaenoptera rostrata: Bulla tymp., membr. 
du tympan, cavit& tymp., sinus aeriens, parois de la cavite tymp., 
oss. de l’ouie, ligament du marteau. Balaenoptera musculus: Bulle 
tymp., membr. du tympan. 

Beauregard (2). Les glandes & parfum des Viverrides. — 
Compt. rend. Ac. Sc. Paris, T. 118, 19 p. 1063—1064. — Extr. in: 
Revue Scientif. (4) T.1 No. 20 p.633. — Einfachster Typus bei 
den Genettakatzen, der komplizirte bei den Zibetkatzen, in der Mitte 
steht Viverricula. 

Beauregard (3). Le Rorqual de Kerafede. C, r. Soc. Biol. 
(10) p. 275—7. 

Beauregard (4). Recherches sur l’oreille interne de la Roussette 
de l’Inde (Pteropus medius). C.r. Ac. Sci., Paris OXIX p. 1351—2. 

Beauregard, H. et R. Boulart (1). Sur l’utricule prostatique et 
les canaux deferents des Cetaces. — Ebd. T. 118, N. 11 p: 596—597 
— Extr. in: Revue Scient. (4) T. 1 No. 12 p. 373 — 374. 

Behandelt Balaenoptera musculus. 

Beauregard, H. et Boulart (2). Note sur un plexus veineux 
de l’Oeil de Balaenoptera musculus. ©. R. Soc. Biol. (10) p. 775—6. 

Beekmann, Ludw. Geschichte u. Beschreibung d. Rassen des 
Hundes. II.Bd. Mit zahlreichen Holzstichen u. 2 farb. Taf. Braun- 
schweig, Vieweg, 1894 Lex. 8° (386 p. 2 p. Berichtig., 46 Taf. (2 color.). 
94 Textfig. — Vf. behandelt als Hilfswissenschaften Anatomie, Ex- 
terieur, physiologische und geistige Eigenthümlichkeiten, antike 
Rassen. — Die Abstammung in Dunkel gehüllt, auch die Frage der 
Zähmung, vielleicht hat sich der Hund zwanglos allmählich an den 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 191 


Menschen angeschlossen. Der Haus- oder Menschenhund bildet den 
Wildhunden gegenüber eine selbstständige Species, die in Form und 
Farbe den Wölfen am nächsten stand, bis sie in Folge der Domesti- 
cation vielfache Abänderungen erlitt, aus denen der Mensch durch 
fortgesetzte Zuchtwahl Rassen bildete. Rasselose Hunde, im Gegen- 
satz zu Rassehunden. Schutz gegen Ausartung der Rassencharaktere. 
Die 3 Hauptgruppen: die „Jagdhunde, Haus- und Hirtenhunde, 
kleinere Luxushunde.“ Gruppen lu. 2 zerfallen dann wieder je 
nach der Thätigkeit weiter z. B. Jagdhunde in: Schweisshunde, laut- 
jagende, Dachshund u. s. w. Eine andere Unterscheidung nach der 
„Nationalität“, eine dritte nach der Behaarung, und da, wo diese 
gleichmässig ist, nach der Farbe. 

Im I. Theil werden besprochen: Haushund und Wildhunde, 
Bau u. Verrichtungen des Hundekörpers, alte und neue Rassen, 
ihre Entstehung u. Eintheilung. 

1. Stellung des Haushundes zu den wildlebenden Formen. Es 
bestehen zu bedeutende Unterschiede in Körperbau u. Fortbewegung 
um den Haushund nicht als Abkömmling der Kreuzungsprodukte 
verschiedener Wildhunde, sondern als selbstständige Art neben 
denselben aufzufassen. 

2. Knochengerüst und Weichtheile des Hundekörpers in Hinsicht 
auf die äusseren Formen u. Bewegung und die Sinnesorgane. 

3. Haut und Haar. Nach äusserer Form, Textur und Vertheilung 
der Haare unterscheidet Vf.: a) das Wildhaar, Wolfshaar, b) Glatt- 
haar und Stockhaar. c) Stichelhaar. d) Seidenhaar. e) Zottenhaar. 
f) Strupphaar. 

4, Die Farbe, der Farbstoff in der Haut u. den Haaren. Die 
ursprüngliche oder natürliche Färbung u. ihre Abänderung infolge 
der Domestication u. künstlichen Züchtung. Die ursprüngliche oder 
natürlicheFärbung unseres Haush. stimmt mit der der Wildh. übereinst. 
namentl. aber mit der des Wolfs; unter den europäischen Rassen 
ist diese Wildhundfärbung vollkommen beim grauen Spitz erhalten, 
unvollkommen aber und stellenweise tritt sie bei allen Rassen ge- 
legentlich auf und kaum nur durch strengste Zuchtwahl für längere 
oder kürzere Zeit unterdrückt werden. 

5. Aeussere Form des Hundekörpers. Verschiedenheiten der 
Kopfbildung, normale und fehlerhafte Bildung des Rumpfes u. der 
Extremitäten mit Bezug auf ihre mechanischen Verhältnisse und 
Verrichtungen. Am schärfsten sind die unterscheidenden Charaktere 
der Rassen ausgeprägt: a) in der Form der Schnauze (des Gesichts- 
theiles bis zu den Augenbogen), b) in der Form und Stellung des 
Ohres, c) in der Form und Haltung der Ruthe, d) in den Grössen- 
verhältnissen der Extremitäten zum Rumpfe. 

6. Stand, Fortbewegung, Ruhe. 

7. Entwicklung, völlige Ausbildung, Fortpflanzung u. Ableben 
des Hundes. 

8. Eigenthümlichkeiten des H., Bedeutung des Geruchssinnes, 
Geistesthätigkeit. 


192 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl,. Leistungen 


9. Die H. des Altertums. 

10. Die Beziehungen zwischen den H. des Alterthums u. denen 
de Neuzeit. 

11. Eintheilung der Hunderassen der Jetztzeit (hierüber vergl. 
bei Systematik). 

Beddard, Frank, E. On some points in the Visceral Anatomy 
of Ornithorhynchus. — Proc. Zool. Soc. London P. HI p. 715 — 722. 

Beschrieben werden ä' Generationsorgane u. Herz, Abb. von 
Magen und Duodenum, Oesophagus, Testis und Vas deferens. 

Benham, W. B. A description of the cerebral convolutions 
of the Chimpanzee known as „Sally“; with notes on the convolutions 
of other Chimpanzees, and two Orangs. Quart. Journ. Micr. Sci. (2) 
XXXVI p. 47—88, pls. VII—XI. 

Berkley, J. The neuroglia cells of the walls of the middle 
ventricle in the adult Dog. — Anat. Anz. IX p. 746 —753. 

Bianchi, Stanisl. Sulle ossa parietali nel genere Bos. Con 
1 fig. — Monit. zool. Ital., Ann. 5, p. 134—137. — Extr.: Zool. Anz. 
17. Jhg. p. 344. 

Parietalia bei Bos taurus redueirt, parietale Fontanelle bei Bos 
bubalus. 

v. Blaas, Julius u. E. Kaltenegger, Album der Rinder-Rassen 
d. österreich. Alpenländer (Text v. Kaltene.), herausgeg. vom K.K. 
Ackerbau-Min., 1. Heft, Wien (W. Frick) 1894 Querf., 3 Oelfarbdr., 
3 Blatt Text. 

Blanc, L. Etude sur la Polydactylie chez les Mammiferes. 
— Ann. Soc. Linn. Lyon (2) XIV p. 53-88. 

Blasius, Wilh. (1). Ausgrabungen in neuen Theilen der Bau- 
mannshöhle. — IX. Jahres-Ber. d. Ver. für Naturw. Braunschweig 
(16. Nov.) 1894 p. 13—14. 

Felis spelaea und F‘. antiqua sowie Ursus spelaeus gefunden. 

Blasius (2). Schädel einer sogen. „gehörnten Ricke.“ — 
IX. Jahresber. Ver. f. Naturw. Braunschweig (16.Nov.) 1894 p.10—13. 

Boas, J. E.V. Zur Morphologie der Wirbelthierkralle. Mit 
Taf. X—XI u. 3 Figur. im Text. — Morphol. Jahrb. 21. Bd. 3. Hft. 
p. 281—311. 

I. Allgemeine Uebersicht über die Verhältnisse der Wirbelthier- 
kralle. II. Specielleres. (1. Crocodilica, 2. Schildkröten, 3. Vögel. 
4. Säugethiere. Von letzteren werden folgende besprochen: Echidna 
Fig. 26; Didelphys Fig. 3; Halmaturus Fig. 27; Ursus Fig. 28; Canis 
familiaris, Taxidea americana, Meles taxus, Mustela, Felis, Cynailurus, 
Nasua, Phoca vitulina Fig. 32; Hundsaffen (Cynomorphae, Cerco- 
pithecus); Homo, Lepus europaeus Fig. 22, 3b; Myopotamus coypu, 
Dasyprocta aguti, Hydrochoerus capybara Fig. 31; Ungulaten, Equus 
caballus u. T. apirus. 

Bolau, Heinrich. Der erste erwachsene Orang - Utan in 
Deutschland. — Zool. Gart. 35. Jhg. p. 97 —102. 

„Max u. Moritz“ lebten indes nur wenige Wochen in Europa. 
Einen ebenso alten, absonderlich aussehenden, beschreibt Vf. Grösse 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 193 


1,25 m (Wallace giebt die Höhe des grössten v. ihm gemessenen 
Orang-Utan auf 1,27 m an). Enorme Entwickl. d. Backenwülste u. 
Halswamme, stark abgenutztes Gebiss sprechen für d. Alter. Maul 
weit, Lippen dick; schwach. Kinn-Bart, Auge braun, Nasenrücken 
fehlt, Nase nur durch d. Nasenlöcher markirt, Ohr klein, kraus, 
Nacken kräftig, Kopf hoch, gute kropfartige Wamme, dieselbe ist 
weich, schwankt. Gliedmass. stehen in auffall. Missverhältn. zu 
einander. Arme lang, stark, Beine kurz, schwach. Körper lang- 
behaart, v. rotbrauner Farbe. 

Bole, E. Le grand lobe limbique dans la serie des Mammi- 
feres. Etude de morphologie et d’histologie cer&brale (These). — 
Lille. 1893 (Juillet). 

Bolk, Louis. Beziehungen zwischen Skelet, Muskulatur und 
Nerven der Fxtremitäten, dargelegt am Beckengürtel, an dessen 
Muskulatur sowie am Plexus lumbo-sacralis. Mit 14 Figg. im Text. 
— Morphol. Jahrb. (Gegenbaur), 21. Bd. 2. Hft. p. 241—277. 

Boulart, R. et Beauregard, H. Utricule prostati que et les 
canaux deferents des Cötaces. — cf. Beauregard, H. 

Branco, W. Ueber eine fossile Säugethier-Fauna von Punin 
bei Riobamba in Ecuador. Nach den Sammlungen v. W. Reiss u. 
A. Stübel.e. Mit einer geologischen Einleitung v. W. Reiss. Mit 
19 Taf. Berlin, G. Reimer, Palaeontol. Abhandl. herausgegeben v. 
W. Dames u. E. Kayser Bd.I, Hft. 2. 

Untersucht wurden von I. Edentaten: Mylodon sp., Sammelort: 
oberh. Sta. Lucia am Rio Daule bei St. Rita. II. Ungulaten: A) 
Perissodactyla: Equus Andium (A. Wagner) Branco. Schädel, Unter- 
kiefer, Gebiss, Wirbelsäule u. Extremitäten. Vergleich v. E. Andium 
mit anderen fossil. Pferden. Die geol. Entwickelung der pferde- 
artigen Thiere.. B) Artiodactyla ruminaentia: Protauchena Reissi 
nov. spec., Gebiss, Skelet; Cervus sp. (Geweihe), Gebiss, Skelet. 
III. Proboseidier: Mastodon Andium Cuvier. IV. Carnivoren: Ma- 
chatrodus cf. neogaeus Lund sp. Ueber die Beziehungen tertiärer 
und quartärer Säugethierfaunen Americas zu denen Europa. 

Brecher - Grünwalde. Die Nachbrunst der Rehe nach der 
Hauptbrunst im Juli/August. Vortrag, Allgem. Forst- u. Jagdztg. 
N. F. 70. Jhg. Frankf. a.M. 

Der Verf. erwähnt eine grosse Zahl von einwandsfreiher Seite 
ihm mitgetheilter Beobachtungen, welche für Nachbrunst, sprechen. 
Auch bei Schafen, welche wegen des ständigen Weideganges nicht 
wohl zu d. Hausthieren zu rechnen sind, beginnt d. Brünstigkeit 
der Mutterschafe im Juli u. wiederholt sich bei nicht fruchtbarem 
Beschlage von 4 zu 4 Wochen bis October u. sogar Neujahr. 
Aehnliches bei Ziegen und Pferden. In allen diesen Thieren wieder- 
holt sich die Brünstigkeit und das Beschlagen nach gleichen Natur- 
gesetzen bis zum Erfolge u. d. Treiben u. Beschlagen d. Rehe im 
Nov. u. Dec. stellt eine Nachbrunst geil gebliebener Ricken dar. 
Bei d. Ricken ist gerade diese spätere Zeit eine geschlechtlich 
kritische u. entscheidende. Die Entwickl. des Eies hat bis zu dieser 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 13 


194 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Zeit aus d. Sommerbrunst geruht. Vermuthlich fühlt die Ricke, 
wenn sie erfolglos beschlagen ist, zu dieser Zeit erst d. betreffenden 
Mangel, u. der Brunsttrieb erwacht von Neuem u. der Bock hat 
dann Spermatozoen und ist zeugungsfähig. Der Beschlag findet 
auch erwiesenermassen statt. Die Echtheit der Nachbrunst des 
Rehwildes wird erst durch den praktischen Beweis, dass Ricken 
infolge nur in dies. Monate empfangenen Beschlages zur rechten 
Zeit Kälber setzten, endgiltig festgestellt sein. 

Brown, Arth. Erwin. On the true character and relationships 
of Ursus cinnamomeus Aud. and Bachm. — Proc. Acad. Nat. Sc., 
Philad. 1894, p. 119—29. — Siehe Syst. 

Bruce, W. S. (1). A few notes on Seals and Whales seen 
during the voyage to the Antarctic Ocean 1892—1893. — Rep. 
Brit. Ass. 1893 p. 807. 

Bruce (2). Animal life observed during a voyage to Antarctic 
Sea. P. Phys. Soc. Edinburg XII p. 350—354. 

Büchner, Eug. Muiıekommrawmia [Säugethiere der Reise N.M. 
Prezewalsky’s in Centralasien]. 5. Lief. [Zool. Abtheil. d. Reise, 
1. Bd.] St. Petersbourg, Leipzig, 1894 4°, p. 185—232, Taf. XXI 
— XXI. 

Bühler, A. B.z.K. der Eibildung beim Kaninchen und der 
Markstränge des Eierstockes beim Fuchs und Menschen. 2 Taf. — 
Zeitschr. f. wiss. Zool. 58. Bd. p. 314—337, 338—339. — Extr.: Zool. 
Anz. 17. Jhg. p. 399. 

Bei Lepus cun. entstehen durch indirekte Theilung einer Keim- 
epithelzelle 2 übereinanderliegende Zellen, von welchen die dem 
Stroma aufliegende zum Ei wird. Bei Canis vulpes u. Homo besteht 
der Urnierengang als „Grundstrang“ im Hilus ovarü. Die Mark- 
stränge, welche öfters Eier enthalten, sind Erzeugnisse seines Epithels, 
das sich nach d. Peripherie des Ovariums verzweigt. 

Bucknill, J. A. Cats-catching Butterflies and Moths. — The 
Zoologist (3) Vol. 18, Jan. p. 24—25. 

Caester, C. Zur Verbreitung des Gartenschläfers (Myoxus 
quercinus). — Zool. Garten, 35. Jhg. No.5 p. 151. 

In den Vorbergen des Spessart. 

Cameron, A. @. The origin and purpose of the Horns and 
Antlers of Ruminants. — The Zoologist (3) XVIII p. 241—252 u. 
281— 292. 

I. Einleitung. II. Histor. Bemerk. p. 241 - 252. III. Structure. 
IV. Sex. 

Cannieu, Andre. Recherches sur le nerf anditif, ses rameaux 
et ses ganglions. — Revue Biol. Nord France, 6. Ann. No.3, 4, 
p. 87—153. 

Besprochen werden Schaf, Rind, Katze, Maus und Ratte. Ein 
einziges Ganglion stellen die Ganglien von Corti, Bötticher, Scarpa 
u. Schwalbe dar. 

Capellini, G. Resti di Mastodonti nei depositi Marini Pliocenici 
della provincia di Bologna. Mem. Acc. Bologna (5) p. 163—170. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 195 


Carnot, Ernest. Le cheval sud-americain et son utilisation 
en Europe. — Revue Scient. (4) No.1 p. 521—526, 2 Abb. 

Nachdem Vf. die Typen von Süd-Amerika aufgezählt hat giebt 
er Rathschläge für den Transport. 

Carpenter, 6. H. Nearctic or Sonoran? Nat. Sci. V p. 53—97. 

Carrueeio, Ant. Su di un Pelagius monachus®? adult. e del 
suo fets presi a Capo Teulada nel Mediterraneo. — Boll. Soc. Rom. 
Stud. zool. Vol. II, No.7/8 p. 201—11. 

Carvallo, J. u. Pachoa, V. Arch. de Physiol. 1894 (5) T. VI 
p- 106. Ausz. Naturw. Rundsch. N. 15 p. 195--96. 

Versuche über d. Verhalten v. Hunden nach völligem Aus- 
schneiden des Magens. Die Untersuchungen zeigten, dass der Magen 
theils ersetzbar, theils in seinen Funktionen unersätzlich ist. 

Cattaneo, Giac. Sullo stomaco del Globicephalus Svineval 
Flow. etc. (1 Tav.). — Boll. Musei. Zool. Anat. Comp. Genova, No. 24 
1894. — Extr.: Zool. Anz. 17. Jhg. p. 401. 

Unteres Ende des Oesophagus kropfartig erweitert, mit Oeffnung 
versehenes Septum darin; in den Magen tritt der Inhalt der 1. Ab- 
theilung des Kropfes u. wird aus ihm in die 2. Kropfabtheilung 
zurück gebracht, um aus dieser regurgitirt zu werden. Es folgen 
2 kleinere Zwischenerweiterungen, darauf der Pylorussack, welcher 
in den Darm führt. Letzterer bildet an d. Mündung d. Gallenganges 
eine duoden. Ampulle. 

Cazurro y Ruiz M. Datos para la Fauna de la provincia de 
Madrid. — Mamiferos.: Anal. Soc. Espah. Hist. Nat. (2) T. 3 (23) 
(Cuadi) Actas, p.6—19. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 343. — 
Chiropteren. 

Chapman, Frank. Remarks on certain Land Mammals from 
Florida, with a List of the species known to occur in the State. — 
Bull. Americ. Mus. of Nat. Hist, Vol. VI Art. XIV p. 333—346. 

Beschrieben werden Didelphys marsupialis virginiana (Kerr.), 
Cariacus virginianus (Bodd.), Sciurus carolinensis Gmel., Se. niger 
Linn., Sciuropterus volucella (Gmel.), Castor canadensis Kuhl, Arvi- 
cola (Neofiber) alleni (True), A. pinetorum (Le Conte), Oryzomys 
palustris natator Chapm., Sitomys aureolus Wagn., 5. americanus 
gossypinus (Le Conte), S. floridanus (Chapm.), S. niveiventris (Chapm.), 
S. niveiventris subgriseus Chapm., KReithrodontomys humilis Aud. & 
Bach, Sigmodon hispidus Say & Ord., S. hisp. littoralis Chapm., Mus 
decumunus Pallas, M. alexandrinus Geoffr., M. raitus Linn., Mus 
musculus, Neotoma floridana Say & Ord., Geomys tuza (Ord.), Lepus 
sylvaticus Bach., L. sylv. floridanus Allen, L. palustris Bach, 1. pal. 
paludicola (Miller & Bangs), Artibeus carpolegus Gosse, Corynorhinus 
macrotis Le Conte, Vespertilio gryphus F. Cuv., Adelonycteris fuscus 
(Beauv.), Vesperugo carolinensis (Geoffr.), Nycticejus humeralis Raf., 
Dasypterus intermedius (Peters), Atalapha borealis (Müll.), A. cinerea 
(Beauv.), Nyetinomus brasiliensis J. 5. Geoff., Blarina brevicauda 
carolinensis (Bach.), Bl. cinerea (Bach), Bl. ewilipes Baird, Scalops 
aquaticus australis Chapm., Ursus americanus Pall., Procyon lotor 


196 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


(Linn.), Lutra canadensis Schreber, Mephitis mephitica Shaw., Spilo- 
gale putorius Linn., Lutreola vison Schreber, Putorius erminea Linn., 
P, insulae Rhoads, Urocyon cinereo-argenteus Müll. [= U. virginianus 
Auct.], Canis lupus griseo-albus Linn., Felis concolor Linn., Lynx 
rujus floridanus Raf. 

Chapman, H. C. (2). Notes on the New Zealand Bats. Tr. 
New Zedland Inst. XXVI p. 218— 222. 

Chastatow, W. Bemerk. über den caspischen Seehund, P’hoca 
caspia. — Anzeig. d. Fischerei-Industrie, 9. Jhg., p. 234— 241. 

‚Chiarugi, Giulio (1). Contr. allo studio dello sviluppo dei 
nervi encefalici nei Mammiferi in confronto con altri vertebrati. 
— Firenze, Publ. Ist. Stud. Sup. Firenze (Sez. Med. Chir.) 1894 
8°. (3 Taf., 71 p.). — Ausz. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 287. 

ıE Sulla prima comparsa del sistema gangliare nella testa. 
2. Svil. del nervo olfattivo. 3. Svil. dei nervivago, accessorio ed 
ipoglosso e dei primicervicali. 

I. Die Zwischen- (Ganglion) Rinne (His) ist eine Folge der 
durch Erhebung der Medullarplattenränder eintretenden Niveau- 
verschiedenheit zwischen d. Rändern u. d. darunterliegenden Meso- 
derm. Biegen sich die Ränder nach innen, so erfolgt ein Zug auf 
d. Tegument u. d. Rinne verschwindet. Aehnlich entstehen d. Zwischen- 
(Ganglion)-Stränge (His) durch Einkeilen der Tegumentproliferation 
seitl. v. d. Medullarrinne Die Hirnganglien entstehen nicht, wie 
Beard sagt, direkt v. Ectoderm, sondern v. d. Rändern (Lippen) der 
Medullarplatte. Die Entstehung d. Riech- u. Gehörgruben hat zu 
d. Zwischenrinne keine Beziehung. — U. In Bezug auf d. Ent- 
wickelung d. Olfactorius führt Vf. seine frühere Darstellung weiter 
aus. Aus.d. ursprünglich dorsalen Lage d. Anlage der Augenblasen 
u. d. gleichen Lage d. Riechgrube geht hervor, “dass d. Olfactorius 
der 1. in d. Reihe d. Hirnnerven ist. III. D. Zahl d. Oeccipital- 
segmente ist b. d. Säugern 7. Zur Erklärung dieser Thatsache 
stellt Vf. die Hypothese auf, dass während d. Phylogenese Segmente 
des Rumpfes vom Kopfe assimilirt worden sind. Hypoglossus u. 
Vagus sind complexe Nerven.“ 

Chiarugi (2). Di una particolare connessione della parete 
ventrale del vervello intermedio coll’ ectoderma in embrioni di 
mammifero. Nota prelim. — Monit. Zool. Ital. 5. Ann. No.5 p. 109 
—112. — Extr.: Zool. Anz. 17. Jhg. p. 287. 

Vf. fand bei Cavia Embr. in d. Gegend d. Chiasma n. optici 
eine von der ventralen Wand des Zwischenhirns ausgehende, in 
der Medianebene gelegene Knospe (?), welche das Ectoderm erreichte, 
sich in dessen tieferer Schicht faserig verlängert u. an d. Basis u 84 
breit, «76 in vertical. Ausdehnung u. an d. Berührung mit d. Ecto- 
derm u 113 mass. 

Chiarugi (3). Intorno allo sviluppo del nervo olfattivo nei 
Mammiferi. — Monit. Zool. Ital. Ann. V No. 1. p. 6—12. 

Christy, Miller. Food of the Otter. — The Zoologist, (3) 
Vol.18 Febr. p. 53—54. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 197 


Chudzinski, Th. Les anomalies des os propres du nez chez 
les Anthropoides et prineipalement chez les Orangs. Avec 3 fige. 
— Bull. Soc. Anthrop. Paris (4) T. 4 No. 12 p. 788—791. 

Clarke, W. E. and Hinxmann, W.L. Cf. Hinxmann, W.L. 

Clasen, Ferd. Ueber d. Muskeln u. Nerven d. proximalen Ab- 
schnittes d. vorderen Extremität d. Katze. — Inaug. Diss. Bonn, 
1894, 8°. (35 p.). 

Gleland, J. On the development of the Molar Teeth of the 
Elephant with remarks on dental series. Rep. Brit. Ass. 1893 p. 808. 

Cogho, Aug. Die europäischen Hirscharten im Kampfe ums 
Dasein. Geschichte der europäischen Hirscharten. — (Funde fossiler 
Edelhirsch-Ueberreste in Württemberg.) — Der Waidmann. Blätter 
f. Jäger u. Jagdfreunde XXV. Bd. Blasewitz-Dresden. 

Die Abschnitte sind: 

Funde fossiler Edelhirsch-Ueberreste in Württemberg. — Im 
Torfe. In Höhlen. Aus alten Grabhügeln. Unbestimmte Ueber- 
reste: a) Aus der Melasse Oberschwabens. b) Aus d. Bohnerzgrube 
der Schwäb. Alp. c) Im Süsswasserkalk. d) in Höhlen. — Die 
fossilen Edelhirsche Preussens: A) In diluvialen Format. a) Rhein- 
provinzen. b) Prov. Sachsen. B) In alluvialen Form. a) Rheinpr. 
b) Prov. Brandenburg. c) Niederlausitz. d) Prov. Schlesien. C) Im 
Torfe.. a) Rheinpr. b) In d. Mark. c) Schlesien. d) Posen. — 
Die foss. Edelhirsche in Sachsen-Coburg-Gotha, Braunschweig, Baden 
und in d. Schweiz. A) Ind. diluvialen Formationen. B) In den allu- 
vialen Formationen. C) Im Torfe. D) In Opferhügeln.. — Die 
fossilen Edelh. in Italien. A) In diluvialen Form. B) In alluvialen 
Form. — Die foss. Edelh. Frankreichs. A) In diluv. Form. B) In 
all. Form. C) Im Torfe. D) In Höhlen. E) In Grabhügeln., — 
Die foss. Edelh. d. Niederlande. -— Desgl. Schwedens. — Desgl. 
Russlands. — "Desgl. Gross-Britanniens: 1. In England. A)In dilu- 
vialen Form. B) In alluv. Form. C) Im Torfe. D) Aus Seen. 
E) Aus Höhlen. F) Unbestimmte Ueberreste. 2. In Schottland. 
A) Im Torfe. B) In Seen. 

2. Kapitel. Die Edelhirche d. Pfahlbauten. 1. Die Pfahlbauten- 
Edelhirsehe in d. Schweiz. a) In d. Pfahlbauten d. Steinzeitalters. 
b) In d. Pfahlbauten d. Stein- u. Bronze-Zeitalters. c) In den Pfahl- 
bauten des Bronze-Zeitalters. 

Condorelli - Francaviglia, Mario. Notizie anatomiche sull 
Bradypus tridactylus L. var. notus Lesson (Apparecchio respiratorio 
e circulatorio).. Con 1 Tav. — Boll. Soc. Rom. Stud. Zool. Vol. 3 
No. 1/3. p. 6—17, 18. 

Cornevin, M. Ch. Recherche spontanse d’aliments d’origine 
vögetale par les Carnivores. — Revue Scient. (4) No. 1 p. 723—724, 

Beispiele bei Hunden, Katzen und Mardern; den Naturforschern 
(nach Vf.) wohl bekannt, aber von ihnen Hunger als Triebfeder 
angesehen. Ebenso das Früchte-Verzehren beim Fuchs, Iltis und 
Bären. Vf. will diese Eigenthümlichkeiten aber als atavistische 
Reminiszenzen deuten; die ancestralen Carnivoren hätten sich 


198 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


wenigstens zu gewissen Zeiten von Vegetabilien genährt. „Cette 
hypothöse, & la quelle les documents palöontologiques permettent 
de s’arröter, amöne alors ä considerer le regime carnassier comme 
une adaptation et elle fait se demander si ce regime, chez les ani- 
maux consideres comme les types des carnassiers et vivaux tout & 
fait & l’ötat sauvage, ne serait pas interrompu aussi de temps & 
autre. Vf. erwähnt noch eine Erklärung: „N’aurait-elle pas pour 
but et pour rösultat d’introduire dans le tube digestif de nouveaux 
ferments pour remplacer ceux qui existaient et dont la puissance de 
proliferation s’affaiblirait on pour aider & l’action des diastases 
organiques que les glandes ne secreteraient plus suffisamment & 
certaines periodes? 

Coryndon, R. T. On the Occurence of the White or Burchell’s 
Rhinoceros in Mashonaland. — Proc. Zool. Soc. London 1894, p. 329 
— 334. 

Abgehandett wird Rhinocerus simus. 

Coyne et Cannieu. Sur l’insertion de la membrane de Corti. 
— Compt. rend. T. CXIX p. 176—178. 

Untersucht wurden Homo, Felis, Canis, Mus, Vespertilio, Bos. 
„La membrane de Corti, sur une coupe longitudinale du limacon se, 
presente sous la forme d’une membrane assez €paisse vers sa partie 
centrale, se determinant par deux extremites & peu pres semblables, 
minces, allongees, dont l’une, l’interne prend insertion sur la pro- 
tuberance de Huschke et l’autre, l’externe, sur les cellules de 
Waldeyer, les cell. du sommet, les piliers, les cell. de Deiters et 
de Corti, et les premieres rangees des cell. de Claudius. 

Crety, ©. Contribuzione alla conoscenza dell’ovario dei Chi- 
rotteri. — Ric. Labor. Anat. Norm. Roma Vol. 3 p. 221—235, 237 
— 239; 1 Taf. 

Dalziel, Hugh. Der Foxterrier, seine Rassenkennzeichen, Zucht, 
Aufzucht u. Vorbereitung z. Ausstellung. — Uebers. v. H. W. Gruner. 
Leipzig, W. Malende, 1894 Lex. 8°. (39 p.). 

Dames, W. Ueber Zeuglodonten aus Aegypten u. die Be- 
ziehungen der Archaeoceten zu d. übrigen Cetaceen. Mit 7 Taf. u. 
1 Textfig. — Palaeontol. Abhdlgn. v. W. Dames u. E. Hayser, N.F. 
Bd.I (Bd. V) Hft.5 p. 1—36. Ausz. Naturw. Rundsch. No. 19. 

Das Material von Schweinfurth im Fayum gesammelt, nicht 
sehr reichlich aus ägyptischem Eocän: Zeuglodon Osiris n. sp. Nach 
Vergleichen, bes. mit Resten aus Alabama, wird die systematische 
Stellung u. phylogenetische Ableitung der Zeuglodonten behandelt. 
Die Zeuglodonten sind Cetaceen, welche sich noch keineswegs für 
das Wasserleben so spezialisirt haben, wie die jüngeren Zahnwale, 
Deren Merkmale finden sich bei den Zeuglodonten schon weit in 
Vorbereitung. Ueber die Vorfahren der Zeuglodonten sind wir 
noch unsicher. Zeuglodon-Merkmale sind die normale Ausbildung 
der Nasalia, Frontalia u. Parietalia; am Z.-Schädel findet man aber 
doch schon den Anfang der späteren Verlängerung der Schnauze 
in ein Rostrum (der Supramaxillen vor der Nasenöffnung, wodurch 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 199 


diese nach hinten gedrängt werden). Für ein ausschliessliches 
Wasserthier ist eine spitze lange Schnauze zum schnellen Schwimmen 
u. für Lungenatmer ein hochständiges Nasenloch zweckmässig. 
Beides haben d. heutigen Cetaceen erreicht; beides ist aber auch 
schon im Zeuglodon in der Anlage vorhanden. Langsamer als der 
Gesichtstheil hat die Gehirnkapsel sich verändert; sie erinnert an 
landbewohnende Säugethiere. Nur die massive Bulla tympanica ist 
entwickelt, ein Hauptmerkmal der Cetaceen. 

Dawson, Geo W. Notes on the oceurence of Mammoth-remains 
in the Yukon-District of Canada and in Alaska (Elephas primigenius). 
— Quart. Journ. Geol. Soc. London, V01.50 P. 1 p.1—9. 

Dawson (2). The extincet Northern Sea Cold and early Russian 
explorations in the North Pacific, Ottawa. — Natural VII p. 151—161. 

Dechambre, P. Races canines: Classification et Pointage 
Mem. Soc. Zool. Paris, VII p. 331—362. 

3 Reihen von Charakteren liegen der Eintheilung zu Grunde: 
1. Les variations du format. 2. Les var. du profil. 3. Les var. 
des proportions generales. — Durch Vereinigung dieser 3 Reihen 
kann man zur Bestimmung einer Rasse mittelst des die Beschreibung 
angebenden Trigramms gelangen. Dieses Trigramm ist die Ver- 
einigung von 3 in folgender Anordnung befindlicher Zeichen: 1. Le 
signe de l’Heterometrie. 2. Le s. de l’Alloidisme. 3. Le s. de 
l’Anamorphose. 

Delisle, P. Sur l’ostöologie des Orang-Outans.. — Compt. 
rend. Paris T. OXIX No. 3 p. 241—242. 

Es werden die Schädel der beiden Orang-Outans besprochen. 

Deniker, J. u. Boulart, R. Sur divers points de l’anatomie 
de l’Orang-Outan. — Compt. rend. T. CXIX Paris p. 238. 

Besprochen werden: Sacs laryngiens, &croissances adi peuses de 
la töte; langue larynx, poumons; cerveau. 

Deperet, C. (1). Sur la classification et le parallelisme du 
systeme Miocene. — Bull. Soc. Geol. France (3) XXI p. 170 —266 


(1893). 

Deperet (2). Sur un gisement siderolithique de Mammiferes 
de l’Eocene moyen & Lissien, pres Lyon. — Ü. r. Ac. Sci. Paris 
CXIX p. 822—3. 


De Vis, €. W. A Thylacine of the earlier Nototherian period 
in Queensland. — Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) VIII p. 443—447. 

De Winton, W. E. On a neglected Species of British Field- 
Mouse (Mus flavicollis, Melchior). — The Zoologist (3) XVII p. 442 
—445. 

Maasse von M. flav. verglichen mit M. sylvaticus; Farbe, Skelett, 

Disse, J. Ueber Epithelknospen in d. regio olfactoria d. Säuger. 
— Nachr. Kgl. Ges. Wiss. Göttingen, Math.-phys. Cl. 1894 No. 2. 
p- 66—71. 

Vf. constatirt in der regio olfactoria an feinen Schnitten die 
bisher hier unbekannten becherförmigen Organe (Knospen) im Epithel. 
Diese Knospen sind (auch in den Einzelheiten) denen gleich, die 


200 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


aus dem Integument der Fische und Amphibien, der Mund- u. 
Rachenhöhle u. dem Kehlkopf der Säuger bekannt sind. Vf. fand 
sie in der Schleimhaut der regio olfactoria des Kalbes, der Katze 
u. des Kaninchens; aber nicht an der menschlichen Nasenhöhle, 
welche oft catarrhalisch erkrankt ist. — Beim Kalb, welches Vf. 
besonders sorgf. untersucht, fand er grössere und kleinere knospen- 
förmige Gebilde. Die grösseren, kugeligen liegen innerhalb des 
Riechepithels selbst, die kleineren elliptischen in dem flimmernden 
Cylinder-Epithel, welches das Riechepithel umgiebt u. in Buchten 
desselben hineinzieht. Die grossen kug. Knospen sind im Riech- 
epithel unregelmässig vertheilt. Sie stehen hauptsächlich an der 
lateralen Nasenwand, auf den Siebbeinmuscheln u. sind zu Gruppen 
vereinigt. Der Mantel d. Knospe besteht aus vielen Lagen hoher Zellen, 
die von der Propia bis zur freien Fläche des Epithels reichen u. der 
Fläche nach gebogen sind wie die Fassdauben. Sie unterscheiden 
sich von d. Stützzellen des Riechepithels durch ihr helleres Proto- 
plasma. Zellleib. oft birnförm., das schmalere Ende geht in einen 
langen Forts. über und dieser reicht in die zur Knospe führende 
Spalte hinein; ihm gegenüber geht ein feiner kurzer Fortsatz ab, 
zur Propria hin gerichtet. Der Kern liegt der Abgangsstelle des 
centralen Fortsatzes zunächst, und das Protopl. der Zelle geht all- 
mählich in den peripheren Fortsatz über. Diese Z. sind die ‚„‚Sinnes- 
zellen“ der Knospe. Die Z. welche den Mantel der Knospe aus- 
schliesslich bilden, sind d. Stützzellen; sie liegen auch im Innern 
der Knospe zwischen den Sinneszz. — Die kleineren ell. Kn. im 
flimmernden Cylinderepithel finden sich sowohl an der Seitenwand 
der Nasenhöhle als auch am Septum, sie stehen auf der freien 
Fläche der Siebbeinmuscheln u. in den Furchen, die zwischen die 
Muscheln hineingehen. Wegen ihres geschichteten Baues u. wegen 
des Grübchens an ihrer Spitze heben sie sich gut hervor. Am 
Rande des Grübchens hört der Flimmerbesatz auf; in das Grübchen 
ragen kurze, dicke u. starre Härchen hinein, die aus der Knospe 
herauskommen. Wir haben also auch bei den kleineren Knospen 
„Sinneszellen‘“ von Stützzellen umgeben. 

Dogiel, A. S. Die Nervenendigungen in d. Nebennieren d. 
Säugethiere. — Arch. f. Anat. u. Phys., Anat. Abth., 1894, p. 90, 
2. 

Dubalen, P. E.E Un Micromammifere nouveau pour le 
Departement des Landes. — Bull. Soc. Bord. p. 173—174. 

Dubois, Eug. Pithecanthropus erectus. Eine menschenähnliche 
Uebergangsform aus Java. — Batavia, 1894, 4°. (39p.), 2 Taf., 
3 Textf. — Extr.: Zool. Anz. 17. Jhg., p. 597. 

Gehirnschädel ca. ?2/; des menschlichen. Gebiss vergleichbar 
den Simiid, aber M2 in sagittaler Richtung reducirt. Femur ähnl. 
dem Menschen, dem aufrechen Gang angepasst. Nackenneigung 
stärker als bei Homo. 

Dubois, E. Voorloopig Bericht omtrent het Onderzoek naar 
de Pleistocene en Tertiare Vertebraten Fauna van Sumatra, en 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 201 


Java, Gedarende het Jaar 1890. — Tijdschr. Nederl. Indien, p. 93 
— 100. 

Dubois, Raphael. Ueber d. Ursache d. Winterschlafes d. 
Murmelthiere. — Compt. rend. Ac. Paris T.CXX p. 458. — Extr.: 
Naturw. Rundsch. X. No. 24 p. 311-312. 

Der Winterschlaf unterscheidet sich vom gewöhnlichen Schlafe 
der Säugethiere nur durch die längere Dauer u. den tieferen Grad 
d. Hypnose u. geringe Wärmebildung. Nach Analyse d. Blutgase 
hält Vf. den Winterschlaf der Murmelthiere für eine „Autonarkose 
durch Kohlensäure und Aceton“. 

Duges, A. Felis fosil de San Juan de Los Lagos. — Nat. 
Mex. (2) II pl. XXI. 

Duval, Mathias. Le placenta des carnassiers. — Journ. de 
l’anatomie et de la physiol. T.30 No.2, p. 189 240 u. 262—298 u. 
649— 713. planche VII et VIII u. planche XX PL. IV et V. 

Vf. behandelt: 1. La bordure verte du placenta. Charakte- 
risirung, Beschreibung v. Fig., Historisches über die „bordure verte“. 
2. Bords du placenta maternel. Beschreibung. 3. Des poches 
choriales du placenta du chien. Genaue Beschreibung. Bischoffs 
Schrift über Mustela foina und M. martes erwähnt p. 222, Zeichnung 
v. Ercolani: 2 Fig. v. Bischoff; Strahls Arbeit über d. Placenta v. 
Putorius furo. — 

Les lamelles labyrinthiques du placenta ä terme. Fig. XXX 
p. 229. Turner (planche I fig. 5) Placentarschrift v. Fuchse, das 
secretorische Epithel zeigend; p. 230, Fig. XXXI v. Ercolani über 
Hundeplacenta. — 

Le placenta de la chatte.e A) De la muqueuse uterine et de 
l’oeuf avant que le chorion contracte des adhörences. a) Mug. ut. 
et ses glandes avant la gestation. b) Muq. ut. au 9. jour. c) Mug. 
ut. et oeuf du 11. au 14. jour. — B) Fixation de l’oeuf, Disparition 
de l’epithelium uterin. a) Rögions polaires, b) Region amniogene. 
c) Regions placentaires. — Histoire et critique A propos de la dis- 
parition de l’öpith. ut. — C) Formations de l’angio-plasmode. — 
a) Premiere formation de l’angio-pl. — b) Accroissement de l’angio- 
pl. — c) Bords du placenta. — d) Regions polaires de l’oeuf et de 
la cavit@ de gestation. — Historique et critique & propos de la 
Formation de l’angio-pl. ou couche ectoplacentaire. Fig. 32 p. 291 
Fleischmann: ‚Coupe transvers. d’un sac de gestation de Felis catus. 
— D) Remaniement de la formation ectoplacentaire ou angio-plas- 
mode. — 1. De l’angio-pl. ou form. ectopl. pendant son remanie- 
ment. — a) Penetration du mösoderme dans l’ectoplacenta — 
b) Lamelles labyrinthiques, — c) Vascularisation, par les vaisseaux 
allantoidiens, du mesoderme du plac. foet. — d) Constitution des 
lamelles labyrinthiques.. — e) Canaux de distribution de sang 
maternel. — f) Lames basales du plac. foet. — 2. Des formations 
maternelles (couche des glandes) pendant le remaniement de l’ecto- 
placenta. — 3. Connexions (mode d’attache) du plac. foet. et du 
plac. mat. — a) Arcades ectodermiques. — b) Lames basales. 


202 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Fig. 33. Vergleichsschemas d. Bildung d. Hunde- u. Katzen-Placenta. 
— E) Historique des travaux sur le placenta de la chatte (periodes 
de formation et de remaniement de l’ectoplacenta; lamelles laby- 
rinthiques. Fig. 34 p. 687. Schnitt durch die uterusmucosa d. Katze. 

Eakins, Thom. The differential action of certain muscles 
passing more than one joint. With 6 figg. — Proc. Acad. Nat. Sc. 
Philad. 1894 p. 172—180. 

Earle, Ch. The Evolution of the American Tapir. — Geol. 
Magaz. Vol. 10 p. 391—396. — Ausz. v. L. Döderlein: Zool. Centralbl. 
1. Jhg. p. 253. 

Eberlein, R. Ueber die im Wiederkäuermagen vorkommenden 
ciliaten Infusorien. — Zeitschrift f. wissensch. Zool. 1895 Bd. LIX 
p- 233. Extract: Naturw. Rundsch. No. 34. 

Die infusorienhaltige Flüssigkeit wurde z. Theil dem Rumen ge- 
schlachteter Thiere, z. Th. demMagen lebender entnommen. Zur Unter- 
suchung standen Rinder, Kälber, Schafe, Ziegen, auch Kameel, Lama, 
Rennthier u. Kamerunschaf. Das Vorkommen der gefundenen In- 
fusorien kann, weil die Wirtsthiere gesund u. gut ernährt waren, 
nicht als pathologische Erscheinung angesehen werden. 

Ehlers, E. Der Processus xiphoideus u. seine Musculatur von 
Manis macrura Exlb. u. Manis trieuspis Sunder. — Abhdl. d. 
königl. Gesellsch. d. Wiss., Bd. XXXIX Göttingen; Ausz. Naturw. 
Rundsch. No. 42. 

Das Brustbein besitzt bei d. afrik. Manis-Arten einen mächtig 
entwickelten Proc. xiph., derselbe erstreckt sich vom hinteren Ende 
d. Brustbeinkörpers bis nach hinten über die Schambeinsymphyse 
des Beckens (Abbildung). Dieser merkwürdige Apparat steht mit 
d. Zunge in Verbindung; wie er functionirt ist noch unklar, weil 
man über Nahrungsaufnahme etc. d. Manis-Arten nicht genügend 
unterrichtet ist. 

Ellenberger, W. u. H. Baum. Topographische Anatom. d. 
Pferdes. Mit besonderer Berücksichtig. d. thierärztl. Praxis. 2. Theil. 
Kopf u. Hals. Mit 67 Textabbild. — Berlin, Parey, 1894 8°. (V., 
360 p.). 

Ewart, J.C. The Development of the Skeleton of the limbs 
of the Horse, with Observations on Polydactyly [i. Part... [With 
figg. on 3 full. page cuts]. — Journ. of Anat. and Physiol. Vol. 28 
(N.S. Vol. 8) P.D. p. 236 -56. 

Emery, ©. Les poils des Mammiferes et leurs rapports mor- 
phologiques avec d’autres organe cutanes. — Arch. Sc. Phys. et Nat. 
(Geneve), (3.) T. 30 No. 12 p. 633—636. — Extr. par E. Böremeck. 
— Bibliogr. anat. (Nicolas) T.2 1894 No. 1 pl. 19—20. 

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Edinburgh 1894 p. 185 —191. 

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Falcone, Ces. Sulle terminazioni nervose nel testicolo.. Con 
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Fambach. Die physiologische Ringbildung am Pferdehuf. — 
Arch. f. wiss. u. pract. Thierheilk. Bd. XX p. 284—304. 

Die physiol. Ringbildung besteht nach Vf. in einer Verstärkung 
od. Verminderung des glatten Hornabschubes der Wand von der 
Krone aus. Sie kann nur durch Lageveränderungen des an d. 
Grenze des Haares gelegenen, durch Widerstände nicht behinderten 
Theiles der Coronalmatrixflächen u. nur durch quantitativ nach 
diesen Theilen erhöhten od. verminderten Blutzufluss dadurch zu- 
standekommen, dass diese an der Haargrenze gelegenen Theile der 
Hornbildungsflächen entweder eine Öberflächenvergrösserung od. 
Verkleinerung erfahren. 

Fery, J. Eine Jagd in Wyoming. — Der Weidmann. Blätter 
f. Jäger u. Jagdfreunde XXV. Bd. p. 266, 273, 281. 

Populäre Schrift. 

Fidswell, F. and €. J. Martin siehe Martin, C.J. and F. 
Fidswell. 

Figueira, Juan H. Contribuciön al conocimiento di la fauna 
Uruguaya. Enumeraciön de Mamiferos. Montevideo, tipo-lit „oriental“, 
1894, 4°. (35 p.). 

Filhol, H. Sur quelques Points de l’Anatomie du Urytoprocte 
de Madagascar. — C. r. Ac. Sci. Paris CXIX p. 1060—1062. 

Fleischmann, A. Mittheilung über die Zahnentwicklung von 
Hyrax. — Jahres-Ber. d. naturh. Ges. Nürnberg, 10. Bd. 2. Hft. 
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Br 6 a werden im foetalen Leben angelegt, vermuthlich J.d, 
sd ur d,d: 

Flower, Sir William Henry. Exhibition of and remarks upon 
a specimen of a Hairy Armadillio (Tatusia püosa). — Proc. Zool. 
Soc. London P. III p. 655. 

In dimensions and other characters it exactly resembled the 
specimen belonging to the Scarboringa Museum, which was identi- 
nn with Oryptophractus pilosus Fitz. and with Praopus hirsıtus 

urm. 

Forbes, H. O0. A Handbook to the Primates. 2 Vols. London. 
W.H. Allen, 1894, 8°. (490 p.). 

Flower, W.H., and R. Lydekker. An Introduction to the 
Study of Mammals, Living and Extinct. Illustrated. London and 
Edinburgh, Black, 1894. 8°. (776 p.) 

Fowler, &. Herb. Notes on some Specimens of Antlers of 
the Fallow Deer, showing Continous Variation, and the Effects of 


204 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Total or Partial Castration. With 1 pl. — Proc. Zool. Soe. London, 
1894, P. III p. 485—94. 

Zusammenfassung. 1. Complete castration at birth may recult 
in the formation of simple dags. Three other specimens resemble 
these, but the age at castration is not stated. 

2. Castration late in life is recorded of only one specimen. 
There is great asymmetry in the antlers, the one being of a normal 
type, but of a grade characteristic of bucks much younger than this 
specimen, the other is profoundly modifield. Other modified speeci- 
mens, which appear to me likely no have the same history, are 1561, 
1562, 1564. 

3. Antlers of castrated deer can be shed (? if castrated at birth) 
This is shown by 1561, 1562, 1564; if castrated after the horns 
for the year are „burnished“, the animal may shed them prematurely 
(1560); antlers put up after castration may be retaines for at least 
two years (1565). When shed the burr is concave below, not flat 
or convex (passem). 

4. Partial castration soon after birth may result in a compa- 
ratively feeble but normal development of the antlers (1557). 

5. Castration on one side may result in the nearly normal 
development of one antler, and the abnormality and reduction of 
the other. This reduction may occur on the castrated side of the 
annical, but is traditionally stated in the second specimen to be of 
the opposite side to castration. 

Friedrich, H. Die Biber an d. mittleren Elbe. Nebst einem 
Anhang über Platypsyllus castoris Ritsema. Mit 6 Abbild. u. 1 Karte. 
Dessau, P. Baumann, 1894, 8°. (VII, 47 p.) Auszug: Naturw. Rundsch. 
9, 1894. 

Einleitung: Uebersicht über das Vorkommen des Bibers in 
Europa. Auf Grund eigener Beob. Genaueres über die Biber an 
der mittleren Elbe, Körperbau des europ. Bibers u. Beobacht. über 
die Lebensweise. Nach Vf. existiren 108 Biberbauten zwischen 
Wartenberg und Magdeburg, ferner an den Mündungen der Nebenfl. 
(Mulde, Saale, Nuthe),. Die Zahl der Biber, schätzt er auf 160, 
indes ändert sich der Bestand Jahr für Jahr da die Schifffahrt, 
Witterungs- u. Wasserstandsverhältnisse u. Uferregulierungen das 
Befinden der Thiere beeinträchtigen. Obwohl sie dem Forst u. auch 
den Uferbauten Schaden zufügen, will Vf. sie doch, da ihre Tage 
ohnehin gezählt sind, geschont wissen. Die gesetzlichen Bestimmungen 
sind schwer wirksam zu gestalten. Auch im Elbgebiet werden 
Dammanlagen seitens der Biber häufiger ausgeführt, als man bisher 
glaubte. Vf. sah sie in Bächen, nicht in grossen Flüssen. Der 
Unterschied in d. Lebensweise der deutschen u. amerikanischen 
Biber wird bedingt durch die fortschreitende Kultur, welche die 
Wohnungsgebiete u. Baugelegenheit d. Biber immer mehr beschränkt 
Alles spricht für die Entwickelung des europ. u. amer. Bibers aus 
e. gemeinsamen Stammform, trotz heutiger viell. specifischer Unter- 
schiede wie auch einst des europ.-amerik. Bibergebietes zusammen- 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 205 


hing. Der jetzt vom Vf. auch im Pelz der Elb-Biber gefundene, 
früher nur von kanad. u. franz. Bibern bekannte parasitische Käfer 
Platypsyllus castoris Ritzema Bos, bestätigt den einstigen Zusammen- 
hang, zumal der Käfer nicht fliegen kann. 

Gadeau de Kerville, Henri. Les moutous & cornes bifurquees. 
Avec 1 pl. en phototypograv. — Extr. du journal „Le Naturaliste“ 
15. Mai Paris, 1894 8°. (5 p.). 

A. Gaudry. Compt. Ac. Paris, T. 117 p. 907; Ausz.: Natw. 
Rundsch. Nr. 24. — Wegen eines im Quarternär von Montsaum6s 
(Pyrenäen) gefundenen, Simia inuus verwandten Unterkiefers hatte Vf. 
die Quartärzeit in jener Gegend als gemässigt warm erklärt, im 
Gegensatz zu der in Frankreich durch Rennthiere und die stark- 
Sehaarten Elephas u. Rhinoceros gekennzeichneten Eiszeit. Neue 
bendungen von Monts. lieferten aber weiteres Zeugniss für höhere 
Temperatur betreffs jenes Vorkommens: Rhinoceros Merckii, Elephas 
antiquus, die gestreifte afrik. Hyäne u. ein grosser Bär; viell. stamm. 
sie aus der gemässigteren Zeit, der der Feuerstein-Artefakten von 
Chelles. 

Gegenbaur, C. Zur Phylogenese der Zunge. Mit 5 Fig. im 
Text. — Morphol. Jahrb. 21. Bd. 1. Hft. p. 1—19. 

Giessler, C. M. Wegweiser zu einer Psychologie des Geruches. 
8%. 80 p. Hamburg u. Leipzig, Voss. Refr.: Naturw. Rundsch. X. 
p- 90—91. 

Vf. unterscheidet 2 Hauptabtheil. v. Gerüchen: solche, in deren 
Gefolgschaft sich begleitende Tastempfindungen u. heftige Organreize 
einstellen, während d. psychischen begleitenden Erscheinungen 
zurücktreten u. solche, bei welchen die letzteren überwiegen. Die 
2 Abtheil. haben 2 Unterabtheil., 1. Gerüche, bei denen nur das 
Muskel- u. Nervensystem erregt werden, die identificirenden u, soci- 
alisirenden, 2. die erotischen u. gastralen Gerüche, ausserdem Ge- 
rüche, welche das Athmungs- u. Gefässsystem erregen: idealisirende 
u. disidealisirende Wirkungen d. Gerüche, die Veränderungen, welche 
die Begriffe u. Vorstellungen durch Gerüche erfahren; Scala d. 
Gerüche nach ihrer Bedeutung für d. Mensch. Endlich die Ein- 
wirk. d. Gerüche auf Seelenleben d. Hunde. 

Giglio, T. E. Sull’omologia tra il diaframma degli tif bi 
Anuri. Atti Ac. Torino XXIX p. 248—258. 

Glur, 6. (1). Beiträge zur Fauna der schweizerischen Pfahl- 
bauten. — Mittheil. d. Ges. Bern 1594 p. 1—56. 

I. Theil. Die Tierwelt von Font am Neuenburger See. Von 
Hausthieren werden abgehandelt: bos taurus: Beschreibung, Schädel 
mit Hornzapfen u. Gebiss. B. taur. brachycerus: Schädel, Horn- 
zapfen, Gebiss. Skelettheile mit Maassen, Schädel-Maasse. Üervus 
elaphus L.: Geweih, Schädel, Körpermasse. C. capreolus: Sus scrofa 
palustris Rütim. stammt aus Asien. Zur neolithischen Zeit nördl. 
d. Alpen nicht wild vorkommend. R. betrachtet es jetzt als eine 
der Kulturformen von Sws vittatus Asiens; Schädelfragment, Längen- 
maasse. Sus scrofa ferus L.: Zähne. Raubthiere: Ursws arctos: Zähne. 


206 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Meles taxus: Schädelmasse. Zutra vulgaris Exl.: Schädeltheile. 
Mustela Putorius: Schädellänge. Canis lupus: Maasse d. Schädels. 
Can. vulpes: Schädeltheile.. Castor fiber: do. — U. Ovis aries: 
Abstammung. Gemeinsame Stammform aller Wiederkäuer führt 
v. Gelocus durch die Fam. d. Antilopen zu d. Oviden. Wildschafe 
sind in 5 Gruppen zu theilen: 1. W. ohne äussere Thränengruben. 
2. Muflonartige W. 3. Argaliartige W. Nach A. Nehring sind 
2 W. die Voreltern des europ. Schafes. Ovis musimon u. O. arkar: 
Schafreste aus schweizerischen Pfahlbauten sind meist von (). aries 
palustris Rütim.: Horn, Schädel mit Hornzapfen, Taf. I Fig.1 u. 2, 
Schädelmaass. Pfahlbauer d. späteren Steinzeit liebten eher ein 
grosses Sch., als diejenigen d. älteren Extremitätenreste. Längere 
u. kürzere, sowie stärkere u. schwächere gleichalterige Extremitäten- 
knochen in jeder Pfahlbaustat. deutet sich Vf. als Grössenunter- 
schiede der Geschlechter. — III. Capra hircus L.: Paläonthologie 
lückenhaft wie b. Schafen. Ziegenüberreste aus Schweizerischen 
Pfahlbauten. 

Glur (2). Material fast nur aus Hornzapfen mit anhaftenden 
Stirntheilen bestehend, ist nicht sehr reichlich. Bei Betracht. d. 
gesammten Pfahlbaustationen v. d. ältesten Ansiedelungen bis zur 
Jüngsten Steinzeit erkennt man aus Menge und Art d. Knochenreste 
d. jedesmaligen Stand d. Viehzucht. Die blühendste Zeit d. Vieh- 
zucht ist d. Zeitalter d. Pfahlbauten in d. jüngsten Steinzeit. 

Goeldi, E. A. (1). Monographias Brasileiras: Os Mammiferos 
do Brasıl. — 1vol. 18°, Rio de Janeiro 1893. — Ref.. Revue 
Scient. (4) No. 1 p. 724— 725. 

Beschrieben werden Chiropteren: Vampyre, Dysopes u. Phyllo- 
stoma, Lebensweise. ÜCarnivoren: Jaguar, Lebensweise, Schaden, 
Vorkommen: Coatis, Ratons u. Kiukajou. Procyonidae, Ours laveurs, 
petits ours. Nagethiere zahlreich; 4 Fam., Octodontidae, Echimy., 
Cercolab. u. Cavüid. sind dieser Gegend eigenthümlich u. die letzteren 
werden besonders gross. Ungulaten: Tapire, Hirsche etc. „Sub- 
ungulaten“. Zur Quaternärzeit lebten Mastodonten und Pferde, die 
Lamas gehören nicht zur brasil. Fauna im eigentl. Sinne. Eden- 
taten: Bradypus, Ameisenbär und Gürtelthiere; ihr Wuchs ist nicht 
dem der kolossalen foss. Megatheren u. Glyptodonta zu vergleichen. 
Marsupialier: Fam. Didelphidae. Von Wasser-Säugethieren: Delphine- 
Arten, 

Goeldi (2). Critical Gleanings on the Didelphyidae of the 
Serra dos Orgäos, Brazil. — Proc. Zool. Soc. London P. III p. 457 
— 467. 

Beschreibt: Didelphys aurita, Färbung, Gebiss; Metachirus quica 
Färb.; Mecoureus griseus, Schädel, Färb.; Micoureus pusillus (Gry- 
onceomys agilis) Färb., Lebensweise; Peramys tristriatus Schädel, 
Färb.; Chironectes palmatus, Didelphys albogutta (White-spotted- 
Opossum) von Prinz Wied ist basirt auf Dasyurus viverrinus. 


ın der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 207 


@oeldi (3). Bem. zur Osteologie des Delphins aus der Bucht 
von Rio de Janeiro (Sotalia brasiliensis, E. von Beneden). Zool. 
Jahrb. Anat. p. 134—144. 


Golubew, W.Z. Ueber die Blutgefässe d. Nieren d. Säuge- 
thiere u. d. Menschen. — Mit 3 Taf. Diss. Kasan, 1894, 8°. (100 p., 
Vp., Taf.-Erkl.). 

Goodrich, E. S. (1). Trituberculy and Polybuny. — Nature, 
Vol. 50 p. 268. 

Goodrich (2). On the fossil Mammal from the Stonesfield 
State. With 1 pl. — Quart. Journ. Mier. Sc. Vol. 35, p. 407—32. 

Goodrich (3). On the Tritubercular Theory. — Nature, Vol. 50. 

.6—7. 

n Göppert, Ernst (1). Ueber d. Herkunft d. Wrisberg’schen 
Knorpels. Ein Beitrag z. vergleich. Anat. d. Säugethierkehlkopfes. 
— Morph. Jahrb. 21. Bd. p. 68—151, 2 Taf., 13 Textfig. 

Für die Carnivoren u. Primaten ist die Abstammung des Wrisb. 
Knorpels von einem primitiven Epiglottiskn. erwiesen. Vf. untersucht 
auch (meist an Rodentien) an den Formen, deren Epiglottisknorpel be- 
reits als paarige Bildung erkannt war, d. nähere Verhalten d. Knorpel- 
basis. Er fand bezügl. der Paarigkeit des Epigl., dass bei Mus u. 
Arvicola d. Existenz basaler Seitentheile des Epigl.knorp. festgestellt 
werden kann, welche entsprechend den die Wr. Knorpel liefernden 
Theilen d. Epiglkn. der besprochenen Formen, den Plicae ary-epi- 
glotticae nicht der Epiglottisfalte angehören u. auf dem Aryknorpel 
zustreben, aber d. Eigenthümlichkeit besitzen, an ihrem Ende sich 
zuzuspitzen ohne eine hornartige Ausdehnung nach oben zu ge- 
winnen, die für die homologen Theile des Epiglkn. der Insectivoren, 
Myrmecophaga auch der Affen charakteristisch ist. Bei Zepus fehlt 
dieser basale Theil gänzlich. Interessant war ferner d. Ausbildung 
besonderer Knorpel zur Stütze eines aus d. Ventrikeln hervor- 
gehenden Nebenraumes d. Larynx. Diese bei den Leporiden durch 
die Hamuliepiglottici repraesentirten Theile glaubt Vf. bei Mus u. 
Arvecola in einer Knorpelspange wiederzufinden. 


Göppert, Ernst (2). Der Musculus obliquus superior oculi 
der Monotremen. — Morphol. Jahrb. 21. Bd. p. 278—280. 

1 Textfig. Echidna setosa und Ornithorhynchus untersucht. Der 
M. obl. sup. entspringt bei beiden Monot. nicht so tief im Grunde 
der Orbita wie bei d. höheren Formen, er wird ferner b. E. vorn 
durch Fasern verstärkt, die an seiner Umbiegungsstelle am Frontale 
entspringen. Beides zeigt diesen Muskel der Monotr. in e. primi- 
tiveren Verhalten als bei d. übrigen Säugethieren. Der Faserursprung 
an d. Trochlea weist auf eine Zeit hin, in welcher auch bei d. 
Ahnen der Säuger der ganze Muskel vorn dicht am Orbitalrand 
entsprang. Die jetzige Ursprungsstelle des Muskels muss deshalb 
durch eine Wanderung erlangt worden sein, deren eine Etappe noch 
Ech. u. O. zeigen. Vf. versucht noch die Wanderung zu erklären, 
u. legt zum Schluss die Frage vor, welche Gründe bei den Säuge- 


208 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


thieren eine erhöhte Inanspruchnahme des M. obl. sup. bedingen 
konnten. 

Gottlieb, R. Zur Physiologie u. Pharmakologie d. Pancreas- 
Secretion. —— Verhandl. d. naturhist. med. Ver. in Heidelberg 1894 
Bd. V, p.203. Ausz.: Naturw. Rundsch. No. 19. 

Versuche an Kaninchen. Interessant ist d. Einfluss d. Blut- 
zufuhr auf d. Paucreas-Absonderung. Wurde durch Strychnin eine 
Verengerung der Abdominalgefässe herbeigeführt, so wurde die 
Secretion fast 0, umgekehrt nahm nach Beseitigung des Gefäss- 
krampfes durch Chloralhydrat u. 'Erweiterung d. Blutgefässe die 
Absonderung wieder zu u. überstieg d. ersten Wert. Es zeigte 
sich dabei, dass d. Secretion auch bei einem auf ca. 1!mm Hg 
herabgesetzten Blutdruck stundenlang ungestört vor sich gehen 
konnte. Unter d, Einfluss örtlich reizender Substanzen im Magen 
wird die Menge des P.-Secrets bedeutend gesteigert. 

Graffenberger, Louis. Ist bei der Fütterung trächtiger Thiere 
die Beigabe von neutral phosphors. Calcium zu normal beschaffenem 
Futter für die Nachkommen v. Nutzen? — Journ. f. Landw. 1893 
Bd. 41 p. 57. 

Versuche an Kaninchen. 

Grandidier, A. et H. Filhol. Obs. rel. aux ossements d’Hippo- 
potames trouves dans les marais d’Ambolisatra a Madagascar. — 
Ann. Se. Nat. Zool. (7) T. 16 No. 4/6 p. 177—19%0. 9 Pl. 

Gregorio, A. de. Descr. de qu. ossements des cavernes des 
environs de Cornedo et Valdagno dans le Vicentin (Rongeurs, 
Insectivores, Cheiropteres). — Ann. Geol. Pal. 16 pp. 

Grieve, Symington. Notes on Daubenton’s Bat [Vespertilio 
Daubentoni] as observed in Glen Dochart, Perthshire. — Ann. Scott. 
Nat. Hist. 1894 Oct., p. 193—95. 

Gross, Wilh. Fr. Zur Characteristik des Luchses, Zynx vul- 
garis. — Allgem. Forst- u. Jagdzeitung N. F. 71. Jhg. Frankf. a./M. 
1895. 

Der Luchs geht (ähnl. dem Wolf) aus dem Wald weit in Steppen 
hinaus, selbst in deren Dörfer zum Raub (Berichtigung zu Meyer’s 
Lexicon). 

Guinard, L. et Lesbre, X. Siehe Lesbre, H. et Guinard, L. 

Guldberg, @G. Rudimentäre Baglemmer hos Hvaldyrene i Foster- 
livet. — Vid.-Selsk. Forhdlgr. Christiania, 1894, No. 6 p. 1—7. — 
Ausz. v. H. F. E. Jungersen: Zool. Centralbl. 1. Jhg. No. 12 p. 499 
— 500. 

Deutliche Rudimente der Hintergliedmassen bei einem Phocaena- 
Embryo gefunden. 

Haacke, W. Origin, of Mammals, — Abstr.: Journ. R. Mier. 
Soc. London 1894 P. 2 p. 172—173. 

Haläacz, H. Niere mit doppeltem Ureter. — Anatom. Anzeig. 
p. 631—32. 1894. 

Praep. (Alkohol) im Museum d. Univers. Budapest aufbewahrt. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 209 


 Halban, Josef. Die Dicke der quergestreiften Muskelfasern und 
ihre Bedeutung. — Anat. Hefte v. Merkel u. Bonnet I. Abth. IX. Hft. 
(III. Bd. Hft. II) Taf. XIV. Wiesbaden. 

Vf. stellt die Resultate (Homo untersucht) etwa wie folgt zu- 

sammen: 
1. Die „typischen‘‘ Muskelfasern überwiegen an Zahl gegenüber 
d, „atypischen“ u. besitzen ein gleiches bestimmtes Kaliber. Schwan- 
kungen des Durchmessers d. atypischen Fasern um das öfache, b. 
Embryo sogar um d. Tfache. Die atyp. liegen regellos zwischen 
den typ. 

2. Bei vergleichenden Messungen der Mf. v. verschiedenen In- 
dividuen derselben od. anderer Species, kommt es darauf an, welche 
M. man vergleicht. 

3. Der Grad der Gesammternährung ist massgebend für die 
Faserdicke identischer Muskeln bei verschiedenen Individuen. 

4. Beim Embryo für die Fasern d. einzelnen M. ein- u. desselben 
Körpers gar keine od. geringe Dickenunterschiede. Nach d. Geburt 
aber tritt ein ungleichmässiges Dickenwachsthum je nach Functions- 
zunahme in den einzelnen M. ein, daher in d. Fasern in d. ver- 
schiedenen M. der Erwachsenen so grosse Differenzen. 

5. Grenzwerthe für d. Querschnittsdurchmesser waren 10 u. 
100 u. 
6. Ungleichmässiges Dickenwachsthum der Fasern des M. be- 
dingt auch die verschiedene Dicke d. einzelnen M. Diese wachsen 
proportional mit d. ersteren. 

7. Die Dicke des M. als solche ist auch noch v. d. Grösse 
seiner Anlage im Embryo abhängig. 

8. Die Diekenzunahme d. Fasern ist vollständig ausreichend 
für das Dickenwachsthum der M. im postembr. Leben. Etwaige 
Neubild. v. Fasern kann nur von untergeordneter Bedeutung für 
das Dickenwachsthum der M. sein. 

Harle, Ed. (1). De&couverte d’ossements d’Hyenes raytes dans 
la grotte de Montsaunds (Haute-Garonne). — Bull. Soc. G£ol. France 
(3) T. 22 p. 234—241, 7 Fig. 

Hyaena spelaea nicht. 

Harl6 (2). Restes de Marmottes dans la grotte de Lestelas, 
commune de Cazavet (Ariege). — Soc. d’hist. nat. Toulouse, Compt. 
rend. 7. Nov. (2 p.). 

Harle (3). Restes d’Elan et de Lion dans une station 
prehistorique & St. Martory (Haute-Garonne). — L’Anthropologie 
V p. 402—6. 

Harle (4). Les breches ä ossements de Montouss& (Haute- 
Pyrenees) suivie d’append ces sur les Equides, Rhinoceros, Bovides, 
et Marmottes quaternaires du Sud-Ouest de la France. — Ann. 
Geol. Pal. p. 113—125. 

Harle (5). Le Repaire d’Hyenes de Roc-Traucat, a St. Girons 
(Ariege) et sur les restes de Megaceros du Sud-Ouest de la France. 
—T.e. p.X1 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. I. H.1. 14 


210 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Hartert, Ernst. Lepus nigronuchalis n. sp. — Novitat. Zool. 
Rothschild, Vol.I No.1 p. 40. 

Harting, J. E. (1). The Otter, Zutra vulgaris, — The Zoo- 
logist (3) Vol. 18 Jan. p. 1—10, 1 TA. 

Das Leben der Otter wird vom Vf. darin geschildert. 

Harting (2). The Marten [Martes sylvatica Nilss.] in Ireland. 
— The Zoologist (3) Vol. 18 March, p. 100—107. 

Harting (3). The Indian Antelope [Antilope cervicapra]: period 
of Gestation. — The Zoologist (3) Vol. 18 July p. 260. 

Tragezeit 5 Monate. 


Harting (4). The Weasel. 
Hartmann u. Leisering cf. Leisering u. Hartmann. 


Hatscher, J. E. (1). A Median-Horned from the Loup Fork 
beds of Nebraska. Amer. Geol. XIII p. 149—150. 


Hatscher (2). On a small collection of Vertebrate Fossils from 
the Loup Fork beds of North-Western Nebraska. Amer. Natural. 
XXVII p. 236—248. 

Hedinger, A. Das erste Auftreten des Hundes und seine 
Rassenbildung. — Jahreshefte Ver. vaterl. Naturk. Württembg. 50. Jhg. 
Sitz.-Ber. p. XCVI—XCIRX. 

Stammvater des Torfhundes in der Diluvialzeit (Canis Abiekü). 


Hegewald. Den Hühnerhund zum Gebrauchshund auf Schweiss 
zu arbeiten als Totverbeller u. sicheren Verloren-Apporteur. — Neu- 
bearb., vielf. verbess. u. illustr. Aufl. Neudamm, J. Neumann 1894, 
8°. XV-+100 p. 

Helm, F. (1). Abnahme des Körpergewichts einer Haselmaus 
(Muscardinus avellanarius) während des Winterschlafes. — Zool. 
Garten 35. Jhg. No. 11 p. 350. 

Helm (2). Der Baumschläfer (Myoxus Dryas Schreb.) in der 
Gefangenschaft. — Ebd., p. 344—347. 

Henneguy, F. Rech. sur l’atresie des follicules de Graaf chez 
les Mammiferes et qq. autres vertebres. Extr. de l’aut. — Bibliogr. 
anatom. (Nicolas), T.2 1894 No. 2 p.55. Journ. de l’anat. et de 
la phys. T. 30 p. 1—37—39. 

Untersucht Mus decum., Rhinolophus ferrum-equ., Sorex vulg., 
Felis dom., Lepus cun., Cavia, Talpa, Känguru und Eidechse. Es 
zeigte sich eine besondere Art ‚de regression de l’ovule dans lequel 
le vitellus se divise en un certain nombre de masses qui rappellent 
les blastomeres d’une veritable segmentation. Ce processus de 
regression, auquel on peut donner le nom de degenerescence par 
fragmentation, doit re regard& comme la derniere phase de la 
chromatolyse de l’ovule“. Bei der Ratte, Maus, Fledermaus und 
Katze ist die Fragmentirung des Eies in geschlossenen Follikeln 
häufig u. Vf. entdeckte auf Serienschnitten in den Keimkörperchen- 
gegenden merkwürdige chromatolytische Phänomene. Bei Ratte, 
Maus, Meerschw., Spitzmaus u. Katze konnte Vf. auf einem Schnitte 
die Follikel auf dem Wege der chromatolytischen, hyalinen und 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 211 


graue Entartung sehen. Es kommen verschiedene Degenerations- 
Processe in demselben Ei und demselben Follikel vergesellschaftet vor. 

Hennicke, Carl R. Ueber eine mehrfach an Bären im zoolog. 
Garten des Fürsten von Bulgarien beob. Augenerkrankung. — Zool. 
Garten 35. Jhg. p. 138—141, 181—185. 

Keratitis parenchymatosa, chorioretinitis etc. 

v. Heyden. Aus der Rollzeit des Fuchses. — Der Waidmann. 
Blätt. f. Jäger u. Jagdfreunde XXV.Bd. p. 315. 

Interessante Beobachtungen. 

Hinxmann, W. L. und Clarke, W. F. A Contribution to the 
Vertebrate Fauna of West Ross-shire. — P. R. Phys. Soc. Edin- 
burg p. 347—415. 

Hoffmann, Alfr. Ueber die Entwickelung des Kronencementes 
an den Backenzähnen der Wiederkäuer mit Berücksichtigung der 
Zahnentwickelung im Allgemeinen. Mit 1 Taf. — Zeitschr. f. wiss. 
Zool. 58. Bd. p. 566 —617. — Extr.: Zool. Anz. 17. Jhg. p. 506—507. 

1. Entwickelung der Zähne des Schafes in morphologischer 
Hinsicht. 

2. Entwickelnng des Kronencementes an den Backenzähnen der 
Wiederkäuer und die derselben vorausgehenden histologischen Ver- 
änderungen der betreff. Zahnanlagen. Die Bildung des Kronencem. 
bei den Wiedk. wird durch direkte Verknöcherung der der Schmelz- 
oberfläche aufliegenden Schicht des Zahnsäckchens bewirkt. Deshalb 
bildet sich Kronencement in den Fällen, wo die Schmelzbildung 
u. die Rückbildung des Kronentheils der Epithelscheide genügend 
lange Zeit vor d. Durchbruch d. Zahnes z. Abschluss gebracht ist. 

3. Beiträge zur Entstehung der Form der Molaren und des 
Gebisses der Säugethiere. Die zusammengesetzte Form der Molaren 
ist nicht der Effect einer Verwachsung mehrerer Papillen, sondern 
eines secundären Auswachsens der ursprünglich einfachen Papille. 

Hohenberg, M.v. (1). Die Akklimatisation fremder Hirsch- 
arten. — Der Waidmann, Blätter f. Jäger u. Jagdfreunde XXV.Bd. 
p-. 75—76, 149—150. 

Vf. räth zu einem neuerlichen Versuch der Accl. von 1. Cervus 
rangıfer; dessen Genügsamkeit, bezügl. seiner Aesung empfiehlt d. 
Ren im Riesengebirge u. Algäu heimisch zu machen. 2. Von Cervus 
Thamm. giebt Vf. Maasse; 10—14 Ender von kapitalem Geweih 
wurden erlegt. Bewohnt das Tiefland; Lebensweise, Jagd, Mähne, 
Färbung; betreffs Boden u. Aesung sehr bescheiden. Cervus Wapit:. 
Acel.versuche theilweise fehlgeschlagen. 4. Axis-Hirsch ist zu em- 
pfindlich. Dem Sika-Hirsch ist eine erhöhte Aufmerksamkeit zu 
zuwenden. 5. Europäisches Edelwild auf Neu-Seeland. 

Hohenberg (2). Ueber den Riesenhirsch, Cervus oder Mega- 
ceros giganteus. — Der Waidmann, Blätter f. Jäger u. Jagdfreunde. 
XXV.DBd, p. 142. 

Früher namentlich in d. irischen Mooren. Nach der Lage der 
Skelette dürften überaus starke Rudel durch meteorologische Ein- 
flüsse, Schneefälle oder Verwehungen, an Ort u. Stelle d. jetzigen 


14* 


312 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Funde eingegangen sind. Dieser Hirsch zählt dem Baue nach zu 
d. echten Hirschen, d. Geweih nach aber mahnt er an d. Elche. 


Holl, M. Maturation of the ovum in Mammalia. — Abstr.: 
Journ. R. Mier. Soc. London, 1894, P. II p. 297”—315. 

Als Studienmaterial: Maus, weniger Meerschw., Kaninchen, 
Katze, Rind und Mensch. (Vergl. vorigen Ber.!) 

Hubrecht, A. A. W. (1). Placentation of the Shrew. — Abstr.: 
Journ. R. Micr. Soc. London 1894. P.3 p. 321. "Quart. Journ. Micr. 
Sc. Vol.35 P.4 p. 481—537, Pl. 31—39. Vergl. Ber. 93. — Ausz.: 
Zool. Anz. 17. Jhg. p. 120. 

Die Embryonen von Sorex vulgaris haben ihre Lage frei in d. 
Gebärmutter, sie werden nicht von einer Decidna reflexa auf- 
genommen. Das Epithel wuchert, geht also nicht wie b. Igel zu 
Grunde, u. bekommt von den Uterindrüsen unabhängige Krypten, 
letztere nehmen die Allantoiszotten auf. Hauptsächlich ist die 
Placenta eine Neubildung v. Seiten d. Foetus, welche von maternem 
Blut in kein Enidothel besitzenden Räumen durchströmt wird. Ein 
Syncytium wird die äussere Schicht des Allantois-Trophoblast. 

Hubrecht (2). Spolia Nemoris. With 4 pls. — Quart. Journ. 
Mier. Sc. Vol. 36 P. I p. 77—125. — Ausz.: Zool. Anzeig. 17. Jhg. 
p- 236. 

Placentaruntersuchungen von Tupaia, Nyeticebus, Galeopithecus, 
Tarsius und Manis. ‚Only Tupaia produces never more or less 
them two young ones at a time. Only one case of twins in Nycti- 
cebus occurred. All the other species bring forth only one young 
at a time, but pregnancy is repeated at rapid intervals. With regard 
to the origin and morphological significance of the cell layers con- 
stituting the two-layered blastocyst of Mammals proves (against 
Robius), that the outer layer of the Mammalian monodermic blasto- 
cyst (i. e. the trophoblast) is not in direct continuity with the hypo- 
blast cells inside of it. The monodermic mammalian blastocyst is 
a pseudo-blastula stage, its cavity is not the real segmentation 
cavity; the embryo is inside this cavity. The segmentation is not 
a real holoblastic one. The precociously regregated cells of the 
epiblast form the trophoblast, the proliferating activity of which 
stands in direct relation to the development of the placentary flxation 
of the blastocyst. Concerning the origin of the placenta and its 
minute anatomy, there is no common type in the Insectivora, but 
a different one fornearly every genus.“ 


Hutchinson, H. N. Creatures of Other Days. London 1894 
XXIV, 270 pp. 

Ihering, H. von. Os Mammiferos de S. Paulo, Catalogo Säo 
Paulo 1894 30 pp. 

Inverarity, J. D. The Four-horned Antelope. J. Bombay Soe. 
pP. 193: 

Jacoby, M. Ueber die mediane Schilddrüsenanlage bei Säuge- 
thieren (Schwein). — Anat. Anzeig. X p. 49—53. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 213 


Beim Schwein ist diese Schilddrüse nach Vf. in der Anlage 
paarig (Fig. 1—3), Querschnitte eines 19 Tage alten (Fig. 4—6), 
Sagittalschn. des etwa 10 Tg. alt. Embryo. 

Jaekel, O0. Ueber d. Beziehungen d. Palaeontologie z. Zoologie. 
Vhdlen. deutsch. Zool. Ges. 3. Vers. Göttingen p. 76-83. 

Die Entwicklung fossiler u. recenter Organismen würde unter 
einem Gesichtspunkt zu vereinen sein. 

Jameson, H. Irish Bats. — Irish Natural, III p. 69—71. 

Jentink, F. A. (1). On Bubalus mindorensis, Heude. Notes 
Leyden Museum XVI p. 199—204 pls. VII—XI. 

Maasse, Mammae 4., Färbung., Skelett. 

Jentink (2). On a specimen of Herpestes semitorquatus, Gray 
from Sumatra. Ebd. p. 210. 

Kurze Bemerkung. 

Jentink (3). On the Rhinoceroses from the East Indian- 
Archipelago. Ebd. p. 231—233. 

Jaques, P. Rech. sur les nerfs du coeur chez la grenouille et 
les mammiferes. Journ. de l’anat. et de la physiol. T. 30 p. 622 
—648, Pl. 17—19. 

Verf. resumirt: 1. Chez les mamm., une partie des nerfs destinös 
au muscle cardiaque forment sous le pericarde visceral un plexus 
a mailles allongees parallelement au grand axe du coeur; la direction . 
de ses branches £&tant d’ailleurs completement ind&pendante et de 
celle des vaisseaux, et de celle des fibres musc. superficielles. Nerfs 
et arteres n’ont de commun que leur origine apparente dans les 
sillons de partage du coeur. 

2. Du plexus sous-pericardique nait, outre les rameaux musc., 
un double r&seau nerveux destine A la sereuse. 

3. Au plexus sous-pericardigque sont annex&es de nombreux 
petits ganglions, principalement au niveau des sillons interauriculaire 
et auriculo ventriculaire, ainsi qu’ä la surface des oreillettes et des 
ventricules dans une etendue variable qui atteint facilement la moitie 
sup. de ceux-ci. Les &löments qui les forment sont pour la plupart 
multipolaires, qq.-uns seulement unip. 

4. Parallelement au plexus sous-peric., il existe sour l’endo- 
carde ventriculaire un riche plexus ä mailles irr&gulieres, d’otı naissent 
egalement des rameaux musc. et un röseau destine & la tunique 
interne du coeur. 

5. Les fibres de Purkinje sont enveloppees par un lacis nerveux 
a mailles Etroites, &man& du plexus sous-endoc. 

6. Les valvules card. renferment des nerfs nombreux dans les 
valvules auriculo-ventric., plus rares dans les valvules arterielles. 

7. Les nerfs du myocarde ventric. issus des plexus coronaires 
se rendent & leurs territoires respectifs par une triple voie par 
’intermediaire des plexus sous-peric. et sous-endoc. pour ceux qui 
sont destines aux fibres ext. et int., directement pour ceux de la 
couche musc. moyenne. Au niveau des oreillettes, les nerfs musec, 
emanent pour la plupart du plexus superficiel. 


914 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


8. Les troncules nerveux s’anastomosent apres leur entr&e dans le 
myocarde en un plexus myocardique fondamental d’oü part le systeme 
des fibres intermusc. Ü’est de ces dernieres que naissent les fibrilles 
terminales qui penetrent entre les cellules des faisceaux musc. et 
entrent en communication avec elles par l’intermediaire de bourgeons 
lateraux et terminaux de forme et de volume varie, comparables 
pour la plupart aux terminaisons decrites dans les muscles stries 
de differents invertebres. 

9. Il existe chez les mamm, et la grenouille, dans l’&paisseur 
du muscle cardiaque des cellules conjonctives multipol. color6es en 
noire par le chromate d’argent, et pouvent facilement en imposer 
pour les elements nerveux. 

10. On rencontre enfin ca et l&ä dans les oreillettes et les 
ventricules, des figures analogues ä& des corps cellulaires en con- 
tinuite apparente on reelle avec des fibrilles nerveuses. Peut-6tre 
s’agit-il de veritables cellules nerveuses intra-musc. 

11. Nulle part enfin je n’ai observ& dans l’interieur du muscle 
cardiaque de cellules comparables ni comme taille, ni comme forme, 
ni comme disposition ceux &lements ganglionn aires de la surface. 

Johnson, Geo. Lindsay. On the Pupils of the Felidae: Proc. 
Zool. Soc. London, 1894, p. 481—84. — Ausz. Zool. Anzeiger 
17. Jhg. p. 462. f 

„In the domestice Cat the pupil was in 111 cases ont of 180 
round, in 10 nearly round, in 40 round oval, in 19 acute oval. It 
contracted to a vertical with pinholes at the upper and lower end 
(where the fibres could not come further together). In the Wild 
Cat, the Genetta and the Cibet it was round and contracted 
to an oval. In all large Felidae it was round and contracted in a 
circular shape.“ 

Jolyet, F. Rech. sur la respiration des Cetaces. (Verg. 
Ber. 93 p. 160.) Ref. in: Naturw. Rundschau IX p. 49. 

Kafka, Jos. Recente und fossile Nagetiere Böhmens. Arch. 
d. naturwiss. Landesdurchf. von Böhmen, 8. Bd. No.5. 45 Text- 
fieg. ‚Prag, 1833, 13.8.,8.°. 

Kallius, E. Unters. über d. Netzhaut d. Säugetiere. Anat. 
Hefte v. Merkel u. Bonnet, 1. Abt. X. Hft. (3. Bd. 3. Heft.) p. 527 
—582, 4 Tf. 

Untersucht wurden Mensch, Rind, Schwein, Pferd, auch junge 
Katzen und Kaninchen. Behandelt die Bedeutung der Ganglien- 
zellenfortsätze, den Zusammenhang der nervösen Elemente und die 
Bedeut. der sog. granulirten Substanz; welche nicht bloss im Gehirn 
weiter verbreitet ist, sondern auch als bemerkensw. Bestandtheil 
für die beiden „granulirten Schichten“ in der Retina in Anspruch 
genommen worden ist. 

Keibel, F. (1). Die Entwicklung des Mesoblast beim Schafe. — 
Verhdlgn. anat. Ges. 8. Vers. p. 157. 

Keibel (2). Zur Entwickelungsgeschichte des Primitivstreifens 
beim Schwein. Ebd. p. 158—159. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 215 


Keilmann, Alex. Der Placentarboden b. d. deciduaten Tieren. 
Ein vergl. embryol. Studie. Diss. Dorp., 1894. 8° (91 p.). 

Keith, Arth. (1). The Ligaments of the Catarrhine Monkeys, 
with to corresp. structures in Man. — Journ. of. An. and Physiol. 
Vol. 28 p. 149—68. 

Cercopithecus sabaeus u. Macacus niger. 

Keith (2). N. on a Theory to acc. for the various arrange- 
ments of the flexor profundus digit. in the hand and food of 
Primates. — Journ. of Anat. and Physiol. Vol. 28. P. III. p. 335 
— 339. 6 Figg. 

Me. Key, W. J. St. The Spaying of Cows. — Agricult. Gaz. 
N.S. Wales Vol.5 P.5. p.5. 334 —44, 10 Fig. — Verschneiden der 
weibl. Rinder. 

Kempen, Ch. von. Mammiferes et Oiseaux presentant des 
varietes de coloration, des cas d’hybridite ou des anomalies (3. serie). 
— Bull. Soc. Zool. France T. 19 p. 76—85. 

Kennel, J. von. Ueber die Geweihlosigkeit weiblicher Cervinen 
— Sitzb. Naturf.-Ges. Univ. Jurjew [Dorpat], 10. Bd. p. 214—216. 

Kerbert, €. Exhib. of a Photograph of Nemorhoedus suma- 
trensis. — Proc. Zool. Soc., London, part. IV, 94 p. 654 (6 Zeilen). 

Kiep. Eine Hasengeschichte. — Der Weidmann. Bl. f. Jäger 
u. Jagdfreunde. XXV. Bd. p. 191. 

Bemerk. über Fortpflanzung in der Gefangenschaft. 

Killermann, S. Ueber die Sutura palatina transversa, u. e. 
Betheiligung des vomer an der Bildung der Gaumenfläche beim 
Menschenschädel. — Arch. f. Anthrop. 22. Bd. p. 393—425, 3 Tf. 

Kip, M. J. van Erp Talman. Over de ontwikkeling van 
de Müllersche Gang bij Zoogdieren. — Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereen. 
(2) 4. Deel, p. 71—174, Taf. 3—5. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc., 
London 94, P. 3, p. 322—3, und Zool. Anz. 17. Jg. p. 235. 

Unters. Tupaja, Erinaceus, Talpa, Sorex: Das Peritonealepithel 
wuchert an der ventr. Seite des Wolff’schen Körpers, die Wucherung 
verlängert sich proximalwärts, theilt sich und bildet eine Anzahl 
Trichter, indem sie von d. Perit.-Höhle aus ein Lumen erhält, Die 
Triehter wachsen auf einand. zu u. verschmelzen. Der übrige Müll. G. 
wird z. grössten Theil v. Wolff’schen Gange abgeschieden; nur werden 
aus d. W.’schen G. dem oberen Teil mehr Zellen einverleibt als d. 
unteren, z. B, bei Tup. Der untere Theil wird vom W.’schen G. 
bei Er. völlig unabhängig. Bei weissen Mäusen nimmt d. W.’sche 
G. e. grösseren Antheil an der Bildung des M.’schen G. als bei 
grauen. Bei Mus entsteht das definitive Ostium aus einem rudimen- 
tären; bei Lep. ist auch ein solches vorhanden; dasselbe wird (ähnl. 
wie bei Insectivoren) aber reducirt und das definitive erst später u. 
anderswo gebildet. 

Knauthe, Karl. Sorex alpinus, Schinz in den Gebirgen Mittel- 
Schlesiens. — Zool. Garten 35. Jhg. p. 252. 

Kochtizky, C. von. Die Erziehung des Hundes. Aufzucht, 
Pflege u. Dressur unter Berücks. der zur Jagd geeigneten Rassen, 


3216 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


nebst Behandl. des H. in Krankheitsfällen. — 3. neubearb. Aufl 
Mit 23 Rassebildern. Oranienburg. 8° 173 8. 


Kölliker, K. von. Ueber die feinere Anatomie und die phy- 
siologische Bedeutung des sympathischen Nervensystems. — Verh.. 
Ges. Deutsch. Ntf. u. Aerzte, Wien. 66. Vers., p. 97’—120. Extract. 
Naturw. Rundsch. No. 3. 

Vf. resumirt: 1. Das symp. Nervs. ist theils unabhängig vom. 
übrigen Nervs., theils innig mit demselben verbunden. 

2. Selbstständig ist dasselbe durch seine Ganglien, welche alle 
als Ursprungsstätten feiner, z. T. markloser Nfasern erscheinen; 
abhängig auch die Fasern der Kopf- u. Rückenmarksnerven, die im 
den Verbindungsästen in das symp. Gebiet übertreten. 


3. Diese cerebrospinalen Elemente des Symp. sind z. T. sensibel 
u. vermitteln die spärlichen, bewussten Empfindungen, die wir vom 
d. Eingeweiden haben; einem ander. Theile nach sind dieselben 
motorisch und übertragen indirekt Erregungen von Gehirn und 
Rückenmark durch Einwirkung auf die symp. Ganglien auf alle 
Gebiete mit unwillkürlicher Muskulat. u. auf d. Drüsen. 

4. Die Gglfas. d. Symp. sind unzweifelhaft in ihrer grossen 
Mehrzahl motorisch u. innerviren d. gesammte glatte Muskulatur 
d. Körpers direkt... 


5. Es ist nicht unwahrsch., dass unter d. symp. Fasern auch 
sensible sich finden, welche bei Reflexen im Gebiete des Symp. 
selbst eine Rolle spielen. 

6. Ferner ist auch als nahezu sicher zu bezeichnen, dass die 
symp. Nf. auf d. Chemismus gewisser Drüsen einen wichtigen Einfluss 
ausüben. 


7. Die Bezieh. d. Cerebrospsystems u. des Symp. zu einander 
sind nicht nur direkte, sondern auch indirekte, indem Erregungen 
cerebrospinal., sensibler Fasern Reflexe im Gebiete des Symp. er- 
zeugen und umgekehrt solche auch von d. Eingeweiden aus in d. 
cerebrosp. Sphäre veranlasst werden können. 

8. Mit Bezug auf d. Verhalten u. d. Beziehungen d. Elemente 
zu einander zeigt der Symp. dieselben Verhältnisse wie das cerebrosp. 
System. Die Elemente bestehen in beiden Fällen aus mikrosk. 
Einheiten, den Nervenbäumchen, von denen jedes aus e. Nzelle u. 
Nfasern besteht. In dem einen Falle sind die Zellen nur mit weit- 
reichendem nervösen Fortsatze versehen oder unipolare, in d. anderen 
F. mit vielen solchen oder multipolare, von denen ein Fortsatz ein 
langer, sog. nervöser F., die anderen nur kurze od. Dendriten sind. 


9. Alle Forts. d. Nervenzellen sind physiologisch als Leitungs- 
apparate zu bezeichnen, von denen die Dendriten zuleitend oder 
cellulipetal, die langen F. ableitend oder cellulifugal wirken. Alle 
diese F. enden mit mehr oder minder reichen Verästelungen und 
wirken nur durch Contact, nicht durch Verschmelzung auf einander 
oder auf die Zellenkörper ein. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 217 


10. Auch die aus d. cerebrosp. Nerven in d. symp. Ganglien 
übergehenden motor. Nafsern enden in denselben mit freien Ver- 
ästelungen und wirken nur durch Contact auf d. symp. Gglzellen ein. 

Kollmann, J. La musculature anale des singes caudes et des 
singes non caudes comparee avec celle de ’homme. — Monit. Zool. 
Ital. 5 Ann. No. 4 p. 74. 

Köttgen, E. u. Abelsdorff &. Die Arten d. Sehpurpurs in der 
Wirbelthierreihe. — Sitz.-Ber. d. Berlin. Acad. d. Wiss. 1890. S. 921. 
Rf. Naturw. Rundsch. X. No. 46 p. 521—592. 

Spectophotometrische Messungen d. Absorption des Sehpurpurs 
bei 16 Species, darunter 4 Säugetieren: Affe, Hund, Kaninchen, 
Katze. Bei den Säugern kommt eine Art von Sehpurpur vor mit 
dem Maximum der Absorption bei d. Wellenlänge 500 wu also im 
Grünen. Es stimmt überein die Abs. des menschl. Sehp. mit der 
bei Säugeth. u. Amphibien; dies ergab sich aus der Vergleich. mit 
den v. A. König gefundenen Absorptionscoeff. (Rdsch. IX. 508). Es 
hat sich kein Hinweis auf d. Vorkommen von Sehgelb bei d. Thieren 
ergeben. 

Kraemer, Adf. Das schönste Rind. Anleitung z. Beurtheilung 
d. Körperbeschaffenheit d. Rindviehs nach wissensch. u. prakt. 
Gesichtspunkten. 2. neubearb. Aufl. Berlin, Parey, 1894 gr. 8°. 
(IX, 244 p. 82 Texts.). 

Otto-Kreckwitz, Ernst von. Der Kriegshund, dessen Dressur 
u. Verwendung. — München, J. Schön 1894. 8°. VIII, 71 p. 
1 Abbild. 

Krichler, Franz. Der Jagdhund. Seine Züchtung, Erziehung, 
Wartung, Dressur und Führung. — 7. Aufl. des alten Ü. F. G. 
Thon’schen Werkes. Vollk. neu bearb. u. erweitert v. Verf. Mit 
7 Vollbildern u. über 100 Textfig., worunter zahlreich Originalzeichn. 
v. Alfred Stöcke, Leipzig, Edg. Herfurth & Co. 8. S.XVI u. 484. 
Aus d. Allgem. Forst- u. Jagdzeitung N. F. 71. Jhg. Frankf. a. M. 

Kükenthal, W. (1). Dentition of Pinnipedia. Abstr.: Journ. 
R. Micr. Soc. London, 1894. P. 1 p. 36. (Vergl. Ber. 1893 p. 162). 

Kükenthal (2). Zur Entwickelungsgeschichte der Wale. — 
Verh. D. Zool. Ges., 3. Vers., S. 69—75. 

Kurze Wiedergabe s. früher ausführl. Publ. (Vgl. Matschie, 
Bericht Säugeth. 95, p. 162.) 

Eine Wiederg. der K’schen Forschungen siehe auch in: Naturw. 
Rundschau IX Nr. 1, 5 Fg. 

Kull, Alb, (1). Ein interessantes Nagetier. — Mit 1 Abbildge. 
in Zool. Garten, 35. Jhg. No. 5. p. 134—138. 

Lophiomys Imhausi A. M. Edw. 

Kull (2). Die Abstammung der Hunderassen. — Jahreshefte 
Ver. Naturk. Württembg. 50. Jhg. Sitz. Ber. p. KCIX—C. 

Nach Verf. stammen die Hunde vom Spitzerhund her. 


Laffan, &. B. and Leeson, J. R. cf. Leeson, J. R. 


218 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Lampert, K. Demonstration des australischen Beutellmul, 
Notoryctes typhlops Stirl. — Jahreshefte Ver. vaterl. Naturk. 
Württembg. 51. Jhg. Sitz.-Ber. p. CV—CVI. 


Landois (1). Subfossile Geweihe und Gehörne. — 22. Jahres-Ber. 
d. Westfäl. Prov.-Vereins f. Wiss. u. Kunst f. 1893/94. 


Es sind diese Gebilde z. B. vom Elen u. Bos primigenius in West- 
falen viel schmächtiger, als in d. nordöstlichen Gegenden Deutsch- 
lands. Ein aus Östpreussen erhalten. Knochenzapfen v. Bos primig. 
misst 38 cm am Grunde im Umfang. 


Landois (2). Die Rattennoth und ihre Abhülfe. Ebd., S. 000. 

Ratten als Mörder von jungen Schwänen. Sicheres Mittel zur 
Vertilgung ist die Meerzwiebel (Scilla mar.). 

Landois (3). Kohlfuchs. Ebd., p. 000. 

Besonders dunkele Abart, die Ruthe fast schwarz; oben braun, 
unten fast schwarz, die eigentl. Fuchsfarbe fehlt. 

Landois (4). Ueber die Mondkälber. Ebd., S. 000. 

Vf. beschreibt die Missgeburt (etwa 1 Spann messend) einer 
Kuh „eines Mondkalbes“ mit nur verkümmerter Zitze. 


Landois (5). Ueber den Isabellismus der Hausratte. Ebd., S. 000. 

Oberseite mit Ausnahme d. weissen Grannenare hellisabell- 
wrben mit Stich ins Röthliche. Unterseite und Schnauze schnee- 
faeiss. Augen hellroth. Maasse. 


Landois (6). Die Generationsorgane eines zwittrigen Ziegen- 
lammes. Ebd., S. 000. 

Alter 3—3!/, Monaten, männlicher Habitus, dabei ausgebildete 
Vulva mit kräftig entwickelter Clitoris. 


Landois (7). Ein sechsbeiniges Hausschwein. Ebd., S. 000. 

Die Schambeine bleiben vorn 13 mm u. hinten 35 mm von- 
einander getrennt, u. in diesen Zwischenraum drängt sich der 
2. Beckengürtel ein, an welchem sich 3 verkümmerte Beckenknochen 
jederseits unterscheiden lassen. An den Hinterbeinen ist eine Um- 
drehung der Unterschenkelknochen u. d. Fusswurzelknochen zu be- 
merken. Die Fussflächen blieben nach hinten gerichtet. Beide 
überzählige Hinterbeine traten mit d. Fusssohle nicht auf; beide 
waren mit gemeinsamer Haut überzogen, nur d. beiden Füsse mit 
ihren 8 Zehen und Hufen ragten frei hervor. 


Landois (8). Chinesische Tanzmäuse. Ebd., S. 000. 

Beschr. des Felles. Gewohnheit, sich hintereinander im Kreise 
zu jagen u. zwar bei Tag u. Nacht. Einrichtung des Zwingers. 
Die Ursache dieser „Reitbahnlaufbewegung“ ist nach Vf. ein Defekt 
der corpora quadrigemina od. des Mittelhirns und zwar bilateral, 
da sich die Maus rechtsum wie linksum wenden kann; der Defekt 
scheint sich durch verschiedene Generationen hintereinander vererbt 
zu haben. Dadurch sind d. Mäuse gezwungen, Reitlaufbahn- 
bewegungen auszuführen, sobald sie anfangen zu laufen. 


Landois (9). Ziegenmissbildungen aus Westfalen. Ebd., S. 000. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 219 


Verf. zählt auf: 1. Eine Reihe Schädel von 4hörnigen Ziegen; 
die Vierkörner wurden weiter gezüchtet. 2. Cyclopen, d. h. Ziegen 
mit 1 Auge auf .d. Stirn. 3. Ein milchgebender Ziegenbock, kastrirtes 
Thier, Euter mit 2 Zitzen. 4. Hermaphroditische Urogenital-Apparate 
(Thier 3 Monate alt). Der 3‘ sowie d. 2 Genitalapp. sind nicht voll- 
ständig ausgebildet. Von den S' Org. sind entwickelt: 1. d. beiden 
Testes, 2. die Nebenhoden, 3. Gubernaculum Hunteri, 4. Vasa 
Deferentia; 5. d. Vesicul. seminal; v. 2: 1. Clitoris, 2. Vagina, 
3. Uterus bicornis, Das Thier soll sich als Bock benommen haben. 
5. Bastard zwischen Heidschnucke u. afrikan. Zwergziege. 

Langkavel, Bernh. Verbreitung europäischer u. kaukasischer 
Auerochsen (Bison europaeus). — Zool, Gart. 35. Jhg., p. 13—17. 

Die älteste Nachricht dürfte in d. Erzähl. v. Argonautenzuge 
zu find. sein, die ält. sichere (1635) erwähnt d. Bison an d. Grenzen 
Abchasiens. Im europ. Russland war d. Bison wahrsch, über d. 
grössten Theil d. Waldzone u. auch auf d. Prairien verbreitet, ist 
jetzt beschränkt auf einen Wald Litauens von ca. 30 Quadrat-Meil. 
Von hier u. v. Kaukasus kamen die seltenen Thiere an Museen u. 
Thiergärten. Das grösste Gehege besitzt Fürst Pless. Besonders im 
Schloss v. Schönbrunn haben sich Auerochsen fortgepflanzt. Be- 
merk. über die jetzt in Zool. Gärten lebende Exempl. 

Lannelongue et Achard. Ostsomyälite du maxillaire inferieur 
chez le Kanguroo. — C. r. acad. Paris, T. CXIX. p. 959 —962. 

Bezügl. der Microbiologie dieser Affection handelt sich um einen 
pyogenen Micrococus, der Aehnlichkett mit Streptococken hatte. 

Lataste, Fern. (1). Röle des vösicules s&minales chez les 
Mammiferes. — Actes Soc. Scientif Chile T. 3. 3. Livr. Proc.-verb. 
p. CV—CVLI. 

Lataste (2). Les rech. sur la fecondation et gestation des 
Mammiferes de J. Onanoff et la theorie de la gestation extrauterine. 
Ebd. Proc.-verb. Mem. p 112—115. 

Untersuch. der Maus. Die extrauterinen Schwangerschaften 
sind allein auf die Eier zurückzuführen, welche vom Uterus zurück- 
gekommen sind. Eier, welche den Uterus nicht erreicht haben, 
entwickeln sicht nicht (cf. Ber. 93 p. 163). 

Lataste (3). Prösentation d’une oreille de Brebis surmont6e 
d’une corne. — Actes Soc, Seient. Chili P. 4. 1. Livr. Proc.-verb. 
p. LXI—LXII, 1 Fig. 

Die Hörner sind Hautbildungen. 

Leche, W. Zur Entwickelungsgeschichte d. Zahnsystems d. 
Säugethiere. — 1. Lief. Stuttgart, 1894. 4° (p. 1—56), 5 Taf. Extr. 
Zool. Anz. 17. Jhg. p. 363, 505. 

Erinaceus: Milchzähne der mittleren Antemolaren sind verloren 
gegangen, die persistirenden functioniren mit Mileh und Ersatz- 
zähnen. Das bleibende Gebiss besteht aus Faktoren der 1. und 
2. Dentition. Bei den Soriciden fehlt die Milchdentition, es findet 
nur e. einmalige Zahnentw. statt. Die Talpidae haben eine Milch- 
dent., Canis fam.: 1. Praemolar bildet sich oberflächlich, Pd.; nicht, 


220 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


ebenfalls nicht bei Phoca, der ihm vorangehende 5. Molar M. ist 
bei Phoca ein persistirender Milchzahn. Chiropteren: Angaben einer 
früheren Arbeit wiederholt, Marsupialier: Schilderung des Gebisses 
wird angefangen. 

Lederstrumpf. Der Fuchs. Seine Jagd u. sein Fang. — 
2 verm. u. verbess. Aufl. Mit zahlr. Abbild. Neudamm, 1894. 8 
(Tit., Vorw., 60 p.). 


Ledouble. Malformations des Muscles de l’oreille. — Journ, 
de l’anat. et physiol. T. 30, p. 40—60. 
Lee, Rawdon. Der Foxterrier. — DBearb. v. C. Thilo u. 


H. W. Gruner. Mit zahlr. Abbild. Liefer. 1, 2, 3/4. Leipzig 1894. 
Lex.-8° (123 p.) 

Leeson, J. R. und Laffan, @&. B. On the Geology of the 
Pleistocene deposits in the valley of the Thames at Twickenham 
with contributions to the Fauna and Flora of the period. Quart. 
Journ. Geol. Soc. p. 453—462. 

Leisering-Hartmann. Der Fuss des Pferdes in Rücksicht auf 
Bau, Verrichtungen und Hufbeschlag. — 8. Aufl. neu bearbeitet v. 
A. Lungwitz. 288 Holzschn. Dresden 1893. G. Schönfeld. Archiv. 
f. wissensch. u. pract. Tierheilk. Bd. XX. p. 224—226. 

Anatomie desFusses u. d. feineren Bau des Hufes, d. mechanischen 
Verrichtungen des Hufes. 

Lemoine, V. Etude sur les os du pied des Mammiföres de 
la Faune Cernaysienne et sur quelques pieces osseuses nouvelles 
de cet horizon pal&ontologique. — Bull. Soc. Geol. France, XXI 
p: 353 — 368. 

Leonard, A. &. The Camel, its Uses and Management. — 
London, Longmans, 1894. 8°. (IX, 335 p.) 21s. 

Lesbre X. et L. Guinard. Etude d’une chat monoc£phalien 
thoradelphe. — Journ. de l’anatom. et de la physiol. T. 30. No. 1. 
p- 126—132. 2 Fig. 

Leverkus-Leverkusen. Jagdskizzen aus den Wäldern des Nor- 
wegischen Nordlandes. — Der Weidmann, XXV, p. 385—387, 393 
—39. 

Jagd auf Elche. 

Liebenwalde, St. & Dickhornschaf (Ovis montana) und 
Felsengebirgsziege (Aplocerus lanigerus). — Zool. Garten XXXV. 
p. 234—237 u. 257—260. Vergl. Systematik. 

Linke, J. &. Die rationelle Kaninchenzucht u. ihr volks- 
wirthschaftlicher Werth. — 2. Aufl. Leipzig, Ed. Wartig 1894. 
SIRV IE BP 3-10. Eörts.); 

Littledale, St. Geo. Fields-Notes on the Wild Camel of Lob- 
Nor. — Proc. Zool. Soc. London. 1894. P. III. p. 446—48. 

C. Bactrianus, ob wild oder verwildert? Abb. nach ausge- 
stopft. Expl. 

Lloyd, F. The Whippet and Race Dog: how to breed rear, 
train, race and exhibit the Whippet. — London, L. Upham Gill & Co,, 
1894. 8°. (204 p.) 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 92] 


Loder, Sir. Edm. Giles (1). „On the Reem“ Antelope of 
Algeria [Gazella Loderil. — Proc. Zool. Soc. London, p. 473—476. 
Das erste vollst. Thier erlangt. 


Loder (2). Note on the Period of Gestation of the Indian 
Antelope [Antilope cervicapra Linn.]. Ebd., p. 476. 
Trägt 5 Monate. 


 — Löhr, Pipin. Ueber d. Sulcus praeauricularis d. Darmbeins u. 
ähnliche Furchen anderer Knochen. — Anatom. Anzeig. S. 521—36, 
7 Abbild. 

D. Sule. praeaur. ist ein Theil einer d. ganze ohrförmige Ge- 
lenkfläche umgebenden Furche; diese ist z. Anheftung der Brand- 
massen bestimmt, welche die Knochen verbinden. Auch an anderen 
Knochen find. sich solche Sulci paraglenoidales.. Alle S. parag. 
dienen zur Insertion d. tiefen Fasern d. Gelenkkapsel. 


Lorenz, L. Ueber die von Herrn Dr. E. Holub gespendeten 
südafrikanisch. Säugethiere. — Ann. Hofmus. Wien. p. 59—67. 

Lorey. Zum Vorkommen der Wildkatze. Allgem. Forst- u. 
Jagdzeitung. 70. Jhg. Frankf. a. M. 

In der Umgegend Tübingens kommen noch zahlreiche Wild- 
katzen vor, so in den Revieren Herrenberg, Weil im Schönbuch, 
Eutringen, Einsiedel u. Bebenhausen, im Ganzen sind 13 echte Wild- 
katzen beobachtet worden. 


Löwenthal, N. Z.K. der Glandula submaxillaris einiger Säuge- 
thiere. — Anat. Anzeig., 9. Bd. p. 223—229, 3 Fig. 

Untersuchte Ratte, Meerschweinchen und Igel. Meist ist schon 
mit blossem Auge ein Theil in der Drüse zu unterscheiden, der in 
einen besonderen grösseren Ast des Ausführungsganges ausmündet; 
während der Haupttheil der Drüse Alveolen meist von serösem 
Typus enthält, gehören die des kleineren Theils dem mucösen 
Typus an. 

Lydekker, Rich. (1). Fossil Argentine Mammalia v. Ejus „The 
La Plata Museum“. — Natural Science, Vol.4 p. 19—26, p. 117 
—128. 

Lydekker (2). A Handbook to the Marsupialia and Mono- 
tremata. London. W. A. Allen, 1894, 8°. (310 p.) 

Lydekker (3). Mammalian Ineisor from the Wealden. — 
(ef. Bericht 93 p. 164) 2 Figg. Ausz. v. L. Döderlein in Zool. 
Centralbl. 1. Jhg. p. 206. 

Lydekker (4). The Royal Natural History London. 8° I. T. 1—2. 

Mammals. 

Lydekker (5). Life and Rock; a collection of zoological and 
geological essays. — London 221 pp. 

Lydekker (6). Contributions to a knowledge of the Fossil 
Vertebrates of Argentinia. — Ann. Museum La Plata, Pal. Arg. I 
(1893). 

Maggi, Leop. (1). Intorno al foro pituitario etnocranico nei 
Mammiferi — Istit. Lombard. Sc. Rendic. (2.) Vol. 26. Fasc. 18/19. 


322 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Maggi, (2). Preinterparietale e fontanelle interparietali in un 
idrocephalo di Bos taurus, juv. — T. c. p. 160-171. 

Major, C. J. Forsyth (1). On Megaladapis madagascariensis, 
an Extinct Gigantic Lemuroid from Madagascar; with Remarks on 
the Associated Fauna, and on its Geological Age. — Philos. Trans. 
of the Roy. Soc. of London, Vol. 185, B. pp. 15—38. 

I. Deser. of the skull. II. Affinities. III. Primitive ancestor or 
degenerate descendant? IV. Systematic position. V. Associated 
Fauna. VI. Geological age. (cf. Ber. 93 p. 165.) 

Major (2). Trituberculy and Polybuny. — Nature, Vol. 50 
p. 101—102., 

Major (3). Diagnosis of an. sp. of the G. Lepidolemur (leucopus): 
Ann. of Nat. Hist. (6.) Vol. 13 p. 211. 

Major (4). Ueber die malagassischen Lemuriden - Gattungen 
Microcebus, Opolemur u. Chirogale: Novitat. Zool. Rothschild, Vol I. 
No. 1 p. 2—39. 

Major (5). Diagnoses of an. sp. of the genus Lepidolemur. 
— Ann. Nat. Hist. (6) p. 211. 

Major (6). Ueber die Malayassischen Lemuriden -Gattungen 
Microcebus, Opolemur u. Chirogale. — Nov. Zool. p. 2—39. 

Manca, @. Rapporto tra il peso dei reni ed il peso e la super- 
ficie del corpo nei cani. Confronto tra i due reni. Con 9 tabelle 
ed 1tav. — Atti R. Accad. Sc. Torino, Vol. 29 p. 346—365. 

Gewichte der männl. und weibl. Nieren beim Hunde. 

Manners-Smith, T. On some points in the Anatomy of Orni- 
thorhynchus paradoxus. With 7 figg. — Proc. Zool. Soc. London 
1894 IV (erschien 1895) p. 694— 715 

Ausführl. die Muskeln (Fig. 1: Arm, 2 u. 3: Vorderarm u. Hand, 
4: Femur, 5 u. 6: Hinterfuss); Nervenplexus (brachial, lumbal u. 
sacral) p. 710—2; Arterien p. 712—5 (Fig. 7: Rumpfart.-Ursprung). 

Marey. Ueber die Bewegungen, welche manche Tiere ausführen, 
um auf ihre Füsse zu fallen, wenn man sie von einem hohen Punkte 
hinunterwirft. Compt. rend. T. CXIX p. 714. — Naturw. Rundsch. 
No. 51 p. 654—55. 

Beobachtet an Hunden, Katzen u. Kaninchen durch Chrono- 
photographie. 

Marsh, ©.C. (1). Deser. of Miocene Mammalia. — Ausz. v. 
L. Döderlein in: Zool. Centralbl. 1. Jhg., p. 206. 

Marsh (2). Restoration of Coryphodon. Ausz. v. L. Döderlein. 
— Ebd. p. 205—206. 

Marsh (3). Restoration of Elotherium. — Amer. Journ. Sci. 
(3) p- 407—408. 

Marsh (2). A new Miocene Mammal. — Amer. Journ. (3) 
p- 409. 

Marsh (3). Eastern division of the Miohippus Beds, with notes 
on some of the characteristic Fossils. — Ebd. p. 91—94. 

Marsh (4). Miocene Artiodactyles from de Eastern Miohippus 
Beds. Ebd. p. 175—178. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 223 


Marsh (5). Description of Tertiary Artiodactyles.. — Ebd. 
p. 261274. 


Martin, C. J. and F. Fidswell. The femoral gland of Orni- 
thorhynchus and its secretions. (Linn. Soc. N. S. Wales). — Zool. 
Anz. 17. Jhg. p.380 u. p. 395. Nature, Amer, Naturalist, Vol. 28 
p. 890. 


Martin, Henri. N. sur le premier developp. des arteres coro- 
naires cardiaques chez l’embryon du lapin. — Ü.r. Soc. Biol. Paris 
(10) I p. 83—85 (Extr. 7. Jan. 94 p. 221). 

Martin, Paul. Zur Entwick. d. Gehirnbalkens b. d. Katze. — 
Anat. Anz. IX p. 172— 76. 

D. Randbogen wird v. d. übrigen Medialwand d. Grosshirn- 
bläschen durch d. Bogenfurche getrennt. Diese tritt zuerst auf b. 
Embryonen von 1,3cm L. u. ist v. Anfang an im nasalen Theile 
tiefer als im caudalen. B. Embry. von 3,5 cm ist d. Nasal- v. 
Caudaltheile d. Furche dadurch getrennt, dass eine kurze Zwischen- 
strecke sich stark abflacht; noch mehr bei Embry. v. 4,0 u. 4,3 cm. 
Später verschwindet d. Vertiefung d. Nasaltheiles fast (87,5 cm |. 
Embr.), noch später tritt e. nochmalige Furche auf, welche d. Balken 
u. die Striae Lancisii v. Cingulum trennt. Diese neue Furche ist 
d. Fissura supracallosalis, meistens völlig v. d. Fissura hippocampi 
getrennt, manchmal jedoch noch durch d, stark abgeflachte Zwischen- 
stück d. Bogenfurche mit ihr lose verbunden. Das abgefl. Zwst. d. 
Bogf. wird durch d. weitcaudal sich erstreckende Splenium d. Balkens 
ebenfalls caudal ausgebogen. Solange die Fiss. supracall. caudal 
nur in d. abgeflachte Zwischenstück d. Bogenfurche übergeht, stehen 
d. Striae Lanecisii seitl. mit d. Anlage des Gyrus dentatus in 
Zusammenhang; später jedoch b. Embryo v. 12,0 cm zieht d. Furche 
tief eingeschnitten unmittelbar um d. Splenium herum u. läuft seitl. 
in jene Rinne aus, welche d. Anlage d. Gyrus dent. v. Fornix 
trennt. Auch dies Verhalten scheint nicht constant zu sein. 


D. Balken hat auf d. Medianschnittfläche d. Form eines stark | 
zusammengedrückten Hakens. Verf. unterscheid. e. Ventral- u. e. 
Dorsaltheil am Balken. 

Wie sich d. Balkenfasern histol. zu d. Gewölbef. verhalten, 
konnte Verf. nicht feststellen. Septum pelluc.: Dort, wo später d. 
nasale Gehirncommissur u. d. Balken auftreten, findet sich eine Ver- 
dickung der Lamnia terminalis; diese schwindet ‚später fast ganz, 
nur ein kleiner Theil d. verdickten Schlussplatte, welcher dorso- 
caudal d. Balken aufliegt, bleibt bestehen. D. Sept. pell. ist der- 
jenige Theil d. Hemisphärenwand, welcher v. d. Balken umgrenzt 
wird, bei d. Embryo v. 7,5 cm ist noch keine Verlötung d. Hemi- 
sphärenwände eingetreten; die später. Verwachsung d. Hemisphw. 
im Bereich des Septums hat nichts mit d. verdickten Lam. term. 
zu thun. 


» Mearns, E. A. Description of a n. sp. of Cotton Rat (Sigmodon 
minima) from New Mexico. — P. U. S. Mus. XVIII p. 129—130. 


3324 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Matschie, P. (1). Die natürliche Verwandtschaft u. die Ver- 
breit. d. Manis-Arten. — Sitz.-Ber. Ges. Natf. Fr. Berlin 1894, 
p. 1-13, 3 Fig. 

Entweder 1 Gatt. mit 3 Arten anzunehmen: M. tetradactyla, 
tricuspis u. pentadactyla und dann M. pent. in 5 Localform. zu trennen: 
M. pent. javanica, aurita u.s.f. od. M.tetrad. u. tric. in d. Unter- 
gatt. Manıs s. str. zu vereinigen, die übrigen Formen aber unter 
Pholidotus Stohr. zu begreifen. — Verbreitung: Westafrika, 3 Formen: 
M. tetr., tricusp. u. gigantead; im übrigen tropischen Afrika, Vorder- 
Indien, Himalaya, Süd-China, Hinter-Indien u. Sunda-Archipel: nur 
eine Form. 

Matschie (2). Die v. Paul Neumann in Argentinien gesammelten 
u. beob. Säugeth. — Ebd. p. 57—64. 

1. Cebus azarae, Garrapatal 150 km nördl. v. Jujuy. An berg. 
Stellen überall im Urwalde, aber nicht häufig. 2 Vespertilio chilo- 
ensis. 3. Nyctinomus brasiliensis, Famailla. 4. Felis concolor, 5. F. 
puma, Fährten in d. Sierra b. Bahia Blanca, häufig b. Fam., rötlich- 
gelbe u. silbergraue Expl. 6. F. onca Waldgebirge b. Fam. zieml. 
häufig, auch b. Jujuy. Stark in d, Färbung variirend. 7. F. mitis 
Palos a pique u. Juntas. Alle Mittelstufen zw. d. grauen, schwach 
gelbl. angeflogenen, mit länglichen schwarzgesäumten Feldern be- 
setzten Kleide u. zw. d. ausgeprägt gelben Kl. mit runden, schwarz 
gesäumten Flecken. 8. F\. geoffroyi u. 9. F. guigna. Die südl. Form 
ist No. 8, d. nördl. resp. westl., chilenische No.9. Bei Tornquist 
ist F\ geoffr. sehr häufig; F. guigna v. Tuc. gleicht d. v. Juj. 10. F. 
pajeros u. 11. F\ colocolo lebt in Chile. 12. Canis azarae b. Torng. 
häufig. 13. ©. gracilis, Kleiner als No. 12. Er dürfte d. westl. 
resp. nordwestl. Vertreter v. Ö. az. sein. 14. C. cancrivorus Aival 
u. Juntas (Prov. Juj.). 15. Lutra paranensis im Rio Grande häufig, 
16. Galietis barbara Agua Caliente. 17. @. vittata, Tuc. nicht selten. 
18. Mephitis patagonica, Tornquist häufig. 19. Nasua nasua (fehlt 
b. Tuc.), am Rio grande de Juj. mehrmals gesehen, immer in Ge- 
sellschaften. 20. Procyon cancerivorus. Einzeln b. Tuc., b. Juj. all- 
bekannt. 21. Sciurus spec. „Nussesser“. Berggegend bei Capillas 
nördl. v. Jujuj. 22. Phyllotis griseoflavus Waterh.?, nicht genügend 
bestimmt. 23. Myopotamus coypus Torng. seltener. 24. Dolichotis 
patagonica sehr selten Torng. 25. Cavia australis Torng. stellen- 
weise häufig. 26. ©. leucoblephara Tuc. häufig. 27. Lagostomus 
trichodactylus fehlt b. Juj., b. Torng. u. Tuc. gemein. 28. Zepus 
brasilicus Juj. 29. Dasypus sexcinctus San Lorenzo. Lebt im ganz. 
Urwaldgebiet v. Juj. nördlich. 30. Euphractus minutus häufig im 
freien Camp b. Tuc. u. Juj. 31. Euph. villosus b. Torng. häufig, 
b. Tuc. fehlt es. Auf d. Camp gegessen. 32. Tatusia hybrida b. 
Arices, b. Tuc. unbek. 33. Toolypeutes conurus längs d. Cordilleren, 
b. Tuc. unbek. 34. Myrmecophaga jubata überall im Gebiet selten. 
39. Tamandua tridactyla b. Palos & pique. 36. Dicotyles torquatus 
„Chancho rosillo“ u. 37. D. labiatus „Ch. machado* b. Catafales in Juj., 
beide leben nur im Busch u. Urwald. 38. Tapirus americ. nicht 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahre 1894. 2925 


selten b. Fam. u. Juj. 39. Cervus campestr. Torng., sehr häufig 
b. Bahia Blanca. 40. CO. antisiensis 1 Fell. v. d. Puna b. Juj. 41. C. 
rufus Fam., b. Juj., Hügeln b. d. Städten. 42. ©. nemorivagus, 
Fam. häufig b. Juj. 43. Didelphys azarae im Camp b. Tuc. gemein. 
44. D. noctivaga Gebirgswald b. Fam. 45. Schlüsse: 1. Zwisch. 
Tuceuman u. Jujuy ist d. Grenze des südargentin.-patagonischen 
Gebietes u. d. tropisch-südamerik. Subregion. 2. Westl. v. Tucuman 
beginnt d. chilen. Gebiet, eine Provinz d. südl. argentin. Region. 

Matschie, P. (3). Neu erworbene Säugethiere des Natur- 
historischen Museums in Lübeck. — Mitth. Geogr. Ges. und Naturh. 
Mus. Lübeck. II, p. 129—134, 1 Abb. 

Cariacus perwvianus vom Sorata; monströses Geweih dieser Art. 
Untersch. von ©. savannarum und gymnotis. — Ü. nictitans var. alba, 
Gallago alleni (Untersch. von (@. demidofi und apicalıs), Arotocebus 
calabarensis (Abb.), Epomophorus complus (Untersch. der in Kamerun 
vorkomm. Epom.-Arten und Aufzählung aller Fundorte der im 
Berliner Mus. aufbewahrten Ep.), Nycteris hispida, Viverra genettoides, 
Viverra civetta, Herpestes galera juv., Sciurus poensis, Sciurus rufo- 
brachiatus und Mus hypoxanthus. Sämmtlich von Kamerun. 

Matschie (4). Die Kuhantilopen. Naturw. Wochenschr. 1894, 
p. 329—-333. Mit 1 Abb. 

Geograph. Verbreitung und Lebensweise. Abb. von Bubalis 
caama. 

Matschie (5). Die afrikanischen Wildpferde als Vertreter zoo- 
geographischer Subregionen. Mit 3 Orig.-Zeichn. — Zool. Gart. 
35. Jhg. 1894 p. 33—39, 65— 74. 

Für die afrik. Wildpferde kann eine Differenzir. in Lokalformen 
bewies. werd. (etwa wie dies b. Kuhantilop. ete. möglich ist). Es 
lebt v. Cap bis Nubien in jedem zoogeogr. Gebiet v. einer gross. 
Flussscheide z. d. anderen je eine Form. Nach Osten geht 1. d. 
E. zebra L. nicht über d. Flussscheide zwischen Great Kei River 
u. Great Fish River hinaus; nach N. geht d. Grenze an d. West- 
küste bis an d. Orangefl.; nach N. scheint der durch d. Roggeveld, 
Nieuweveld, d. Sneewenberge u. Groote Hinterberge gebildete 
Gebirgsgürtel d. Grenze zu bilden. 

2. Eg. quagga Gm. zwischen 24° u. 25° östl. L. u. 30—31° 
südl. Br. Ferner ist es vorhand. (nach Burchell u. Licht.) von 
Partridge Fountein nördl. v. Sack Fluss u. von d. Karree Bergen, 
sowie v. d. Einmündung des Kl. in d. Gr. Fischfl. 

3. E. Burchelli Gray im Osten d. Kalahari, 4. E. Chapmani 
Layard v. Limpopo z. Zambese im N. u. zum Nosop im W., 5. E. 
antiguorum Ham. Sm. v. Orange Fluss zur Flussscheide zw. Cunene 
und Cuanza. 6. E. Böhmi Mtsch. v. d. Ostküste bis über d. Seen- 
gebiet, w. am Tanganjika, n. 1°30'N. 7. E. Grevyi A. M. Edw. 
v. 1°30° an nördl., Somaliland, bis 8°n.B. w. 8. E. somaliensis 
Noack; Somaliland, 9. X. afröcanus Fitz.; zwisch. Massaua u. 18° n. Br. 

Matschie (6). Drei neue Säugeth. (Herpestes, Pediotragus, Chy- 
sochloris) von Ostafrika. — Sitzb. Ges. natf. Fr., Berlin 1894 S. 121—5. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. Il. H.1. 15 


226 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


S. bei Syst. (Carnivora, Ungul., Insectiv.). 

Matschie (7). Ueber Procavia syriaca (Schreb,) — Ebd. 
p- 193— 94. 

Findet Abweichungen von George 1874: Portio cardiaca des 
Magens ist länglich oval, zwisch. d. Saccus coec. u. d. zweifach. 
Coecum noch ein kurzer Blinddarm; d. Vasa deferentia vereinigen 
sich zw. Harnblase u. Penis; Prostata-Drüsen ungestielt, traubig, 
halb so gross wie Harnblase. 

Matschie (8). Neue Säugethiere aus d. Samml. der Herren 
Zenker, Neumann, Stuhlmann u. Emin. — Ebd. p. 194—206. 

Z. sammelte bei der Jaunde-Stat. (Süd-Kamerun): Idiurus n.g., 
n. sp. (Rodentia) u. Scotonycteris n. g., n. sp. (Chiropt.); N. in 
Deutsch-Ostafr.: Mus neum. n.sp. (s. Rod.) u. Pachyura n. sp. 
(Insectiv.) Vergl. Syst. 

Matschie (9). Ein neues Eichhörnchen aus Deutsch-Ost-Afrika 
(Se. pauli), — Ebd. p. 256—8. S. Systematik. 

Matschie (10). Ueber Felis nigriceps Burch. — Ebd. S. 258—9. 

Matschie (11). Zoogeographische Ergebnisse der Expedition 
des Afrikareisenden O. Neumann. — Naturw. Wochenschr. 1894, 
p- 417—418. 

Die westliche Waldfauna reicht bis zu dem Kamm des zwischen 
Vietoria Nyansa und dem Grasso Nyiro liegenden Gebirges. Mit- 
theilungen über die Verbreitung von Bubalis cokei, Damalıs sene- 
galensis, Colobus occidentalıs, Cercopithecus stuhlmanni, Cercopithecus 
neglectus, Bubalis jJacksont. 

Matschie (12). Anthropopithecus erectus Eug. Dubois. — Ebd. 
p. 122—123. Der Beweis für die Zusammengehörigkeit der drei 
von Dubois erwähnten Fundstücke ist nicht erbracht. Der Femur 
und die Schädeldecke gehören keineswegs einem antropomorphen 
Affen an, sondern gehören vermuthlich zu menschlichen Ueberresten. 

Mayer, Sigm. Adenologische Mittheilungen. — Anat. Anz. 
10. Bd. p. 177—191. 

Die Milchdrüse reicht bei 2 Mus rattus bis in die regio sub- 
maxillaris. Die Parotis von M. rattus und M. musculus besteht 
aus 2 Theilen; der eine ist durch Riesenkerne gekennzeichnet. 


Meijere, J. C. H., de. Ueber die Haare der Säugethiere, 
besonders über ihre Anordnung. — Morphol. Jahrb. 21. Bd. p. 312 
—424, 41 Textfig. Cf. Bericht 93, p. 150. 

Im allgem. Theil: 1. Schuppen der Säugethierhaut. 2. Die 
Anordnung der Haare bei erwachsenen Säugethieren. 3. Sorten von 
Haaren. 4. Die Entw. der Haargruppen. 5. B.z.K. der tubulösen 
Drüsen der Haut. 6. Die Bedeutung der Haarstellung für die 
Systematik. 

Im system. Theil werden über 200 Arten u. fast ebenso viele 
Gatt. behandelt. 

Merriam, €. Hart. (1). A new subfamily of Murine Rodents 
— the Neotominae — with deser. of a n.g. and sp. and a synopsis 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 227 


of the known forms. — Pr. Ac. Nat. Se. Philad. 1894, p. 225— 252, 
17 5RYl 
Hodomys n.g. für H. vetulus n. sp. u. H. alleni. Vergl. Syst. 


Merriam (2). Deser. of eight new Pocket Mice (G. Perognathus). 
— Ebd. p. 262—268. — S. Systematik (Rodentia). 

Merriam (3). Description of eight new Pocket Mice (Genus 
Perognathus) T. c. p. 262—268. 

Merriam (4). Preliminary descriptions of eleven New Kan- 
garoo-Rats of the genera Dipodomys and Perodipus. Proc. Soc. 
Washington IX p. 109—116. 

Merriam (5). Abstract of a study ofthe American Wood-Rats, 
with descriptions of fourteen n. sp. and subsp. of the genus 
Neotoma. T.c. p. 117—128. 

Merriam (6). Description of eight new Pockat Mice (Genus 
Perognathus). — T. c. p. 262—268. 

Merriam (7). Preliminary descriptions of eleven New Kangaroo- 
Rats of the genera Dipodomys and Perodipus. — Proc. Soc. 
Washington IX p. 109—116. 

Merriam (8). Abstract of a study of the American Wood-Rats, 
with descriptions of fourteen n. sp. and subsp. of the genus Nestoma. 
— T. ce. p. 117—128. 

Mettam, A. E. The Os pedis in Ungulates. — Nature, vol. 49 
p- 341. 

Untersuchung eines Foetus vom Rind. 

Meyer, A.B. (1). Remarks on an African Monkey, Üerco- 
pithecus Wolfi. — Proc. Zool. Soc. London, 1894 p. 883 —84, Tf. 7 
(farbig). Vom Vf. 1890 nach e. lebenden Ex. aufgestellt; s. Syst.! 

Meyer (2). Eine neue Tarsius-Art [T. philippensis]. — Abh. 
u. Ber. d. Kön. zool. u. anthr.-ethn. Mus. Dresden, 1894/95 No. 1 
(2. p.). Apart: Berlin, R. Friedländer u. Sohn, 1894. gr. 4°. Siehe 
Systematik. 

Meyer (3). Eine neue Phloeomys-Art. — Ebd. No.6 (2 p.). 
Ein Phl. schadenbergi n. sp., Nord-Luzon, s. Syst. 

Meyer (4). Der Stinkdachs der Philippinen (Mydaus Marchei 
Huet). — Ebd. No. 13 p.4. 

Beschr. u. Maasse. Das Sekret der Stinkdrüse (von Beckmann 
unters.) hellgelb, nicht mischbar mit Wasser, Geruch erinnert an 
Mercaptane u. Knoblauch. 

Meyer (5). Ein brauner Tschimpanse im Dresdner Zoologischen 
Garten. Mit 1 col. Taf. — Ebd. No. 14 p. 8. S. bei Systematik. 

Menges, J. Eine neue Antilope d. Somalilandes [Oreotragus 
megalotis. — Zool. Anz, 17. Jhg. p. 130—131. Siehe bei 
Systematik. 

Miller, @. S. (1). On a collection of small Mammals from the 
New Hampshire Mountains. — Proc. Boston Soc. p. 177—197. 

Miller, 6. S. (2). On a collection of small Mammals from 
the New Hampshire mountains. — Proc. Boston Soc. p. 177 —197., 


15* 


9338 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Miller, Gerrit S. jr. and Outram Bangs.. A new Rabbit 
from Western Florida [Lepus paludicola spec. nov.]. — Proc. Biol. 
Soc. Washington, vol. 9 p. 105—108. 

Miller, 6. S. und Bangs, 0. (1). A new Rabbit from Western 
Florida. — Proc. Soc. Washington IX. p. 105—108. 

Miller und Bangs. (2). A new Rabbit from Western Florida. 
— Proc. Soc. Washington IX p. 105—108. 


Milne-Edwards, A. Sur deux Orangs-Outans adultes morts & 
Paris. — Compt. rend. T. CXIX. p. 191—194. 

Angaben über Maasse, Gewichtsverhältnisse, Erkrankung von 
„Max und Moritz“. Bem. über E. Geoffroy St.-Hil.’s S. Orang roux 
oder S. Satyrus Linn. und Orang brun oder S. Wurmbiü, Lesson’s 
S. Abeli, Blainv.’s S. Wallichii, Owen’s S. morio (Mias Kassu der 
Bornesen) Geoffr. St. Hil. S. bicolor. ‚Les comparaisons qui ont 
ete faites des deux Orangs-Out. adultes montrent quelle peut &tre 
l’etendue des variations que presente le squelette chez les animaux 
de m&me espece, et elles confirment l’opinion des zoologistes qui 
admettent l’unit& d’espece des ces grands Anthropomorphes“. 


Mingaud, Galien. Note sur cing especes ou races de Mammi- 
feres en voie d’extinction dans quelques departements du midi de 
la France. — Feuille. Jeun. Natural. (3) 24. Ann. p. 75—76. Extr. 
Revue Scient (4) No. 1 p. 795—796. 

Die Wölfe sind nahe daran, aus dieser Gegend zu verschwinden. 
Die Genettkatze wird auch stark verfolgt; Castor findet sich noch 
an der unteren Rhone u. im Gardonflusse. Statistik der während 
d. Jahre 1885—89 vernichteten Biber. Castor fügt den Eigen- 
thümern welche dicht am Ufer wohnen, nicht so grossen Schaden 
zu, wie man gemeinhin glaubt. Die Pferde und Stiere der Camargue 
sind halbwilde Rassen, welche auch im Verschwinden begriffen 
sind. Erstere werden seit vielen Jahren mit arabischen und anderen 
Rassen gekreuzt; die Stiere hatten sich bis in die letzten ver- 
gangenen Jahre hinein frei von jeder Vermischung mit anderen 
Rassen erhalten. Alle diese Arten oder Rassen dürften in wenigen 
Jahren verschwunden sein. 


Mingazzini, G. Ueber die Furchen und Windungen des 
Gehirns der Primaten und der menschlichen Frucht. Mit 1 Taf. 
— Moleschott’s Untersuchgn. z. Naturl. d. Menschen u. d. Thiere. 
14. Bd. p. 177— 229. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 363—364. 

Phylogenetische Entwicklung vieler Furchen u. Windungen 
ist in den letzten Foetal-Monat. bei d. Affen u. Menschen gleich. 
Besonders das Gehirn von Meles gleicht dem menschlichen nament!. 
im 7.—8. Mon. des Embryonallebens. 

Mitford, C. B. Elephants (E. africanus) in Sierra Leone. — 
Proc. Zool. Soc. London 1894. P. I p. 2—3. 

Möbius, K. Ueber d. Fang u. d. Verwerthung d. Walfische 
in Japan. Mit (13) Bild. a. e. japanisch. Werke. Berlin, 1894. 
gr. 8° (22 p.). — Mittheil. d. Sect. f. Küsten-Hochseefisch. 1894 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 2929 


Beilage No. 7. Abdruck aus Sitz.-Ber. k. Preuss. Acad. Wiss. 
Berlin 1893 (s. den Bericht des Vorjahres). 


Mojsisoviez, Aug. von. Bericht über die III, steiermärkische 
Geweihconcurrenz und Abnormitäten-Austellung, 1893 in Graz. — 
Mittheil. d. nied.-öst. Jagdschutz-Vereins, No. 2 (7 p.). 


Moore, A. &. Supposed occurence of Vespertilio murinus in 
England. Correction of an Error. — The Zoologist (3) vol. 18. 
Ap. p. 148. — Zool. Anz. 17. Jhg. p. 144. 

War Vespertilio noctula. 


Moore, J. Some Points in the Spermatogenesis of Mammalia. 
— Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Physiol. 11 Bd. p. 129—166, 2 Tf. 


Müller, C. Die Kaninchenplage in Australien. — Zool. Gart., 
Jhg. 35. p. 121—124. 

Westen v. Neu-Süd-Wales hauptsächlich betroffen; die Gegend 
v. d. Südgrenze Victorias bis z. Nordgr. Queenslands ist jetzt ein 
grosses Kaninchengehege (20 Mill... Man vergiftet sie mit Phosphor, 
Arsenik, Strychnin. — Hier kleiner als d. französischen K., nur 
1,3 kg; erreichen ein Alter v. 7—8 Jahren. Trotz mangelhafter 
Ernährung od. schlechter Jahreszeit nach oberflächl. Berechnung 
von 1 Paar am Ende d. 3. Jahres eine Nachkommenschaft von 
13,718,000 Stück. Ein Beispiel. wie gross d. Fähigkeit solcher 
überfruchtbaren Thiere ist, sich neuen und zum Theil ungünstigen 
Lebensbedingungen anzupassen u. danach Körperform u. Lebensweise 
zu ändern. 

Müller-Liebenwalde, J. (1). Das neue Nilpferd des Berliner 
Zoologischen Gartens. Einiges über Zuchterfolge in Antwerpen. — 
Zool. Garten, 35. Jhg. p. 12—13. 

Müller-Liebenwalde (2). Präriehunde (Cynomys) u. Zebra- 
mangusten, die sich an veränderteKost gewöhnen. — Ebd.p.202— 204. 

Herpestes fasciatus lebt von Haselnüssen, Cynomys von Fischen. 


Müller, Adf. u. Karl Müller. Thiere d. Heimath. 2. Aufl. 
Mit Chromolith. nach Originalen v. C. F. Deiker u. Adf. Müller (1. Bd.) 
1. Buch. A. Allgemein. Theil. B. Wesen u. Wandel d. Säugethiere. 
Kassel, Theod. Fischer, 1894. 4°, 217 p., 22 Taf.). 

Einleitend d. Säugeth., besonders Seelenleben u. Winterschlaf 
besprochen. Im besond. Theil, Wesen u. Wandel d. S.: Carni- 
voren: Felis Lynx, F. Catus. Hunde-Rassen d. hohen Jagd, Rassen 
für d. Niederjagd; Wolf, Fuchs; Mustela erminia, vulgaris, martes, 
foina, Iltis u. Fischotter, Sumpfotter, Nörz, Dachs. Zweihufer: 
Cervus Elaphus, Alces, Dama, Capreolus, Antilopen, Capella, 
Multungulaten: S. scrofa.. Insectivoren: Waldspitzmaus, 
Zwergsp., Feldsp., Haussp., Wassersp.; Stacheligel; Maulwürfe. 
Rodentia: Eichhörnchen u. Murmelthier, Zisel; Siebenschläfer, 
Gartenschläfer; grosse Haselm., kleine Haselm.; Biber; Hausratte, 
Wanderratte, Hausmaus, Waldmaus, Brandmaus, Zwergmaus; ge- 
meiner Hamster, Wasserratte, Schermaus, Erdmaus; Haasen u. 
Kaninchen. Chiropteren: Ohrenflederm., Mopsfled., Nachtschwirrer, 


230 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


gemeine Fled., grossohrige Fled., Bartfled., Wasser-Teichfled., ge- 
franzte, feinwimprige Fled., die frühfliegende-rauhhäutige Zwergfled., 
rauhhäutige-spätfliegende-2farbige Fled. u. die nordische Fled., Huf- 
eisennasen. 

Müller, Rob. Die Begründung einer Wisserschaft der Haus- 
thierleistungen auf anatomisch-physiologischer Grundlage. — Biol. 
Centralbl. 14. Bd. p. 473. 

Nathusius, W. von. Die Fibrillen d. Hornzellen der Haare u. 
d. Beziehungen d. Pigmentkörperchen zu denselben. — Arch. f. 
mikr. Anat., 43. Bd. p. 148—160, 162, 1 Tf. 

Nawroth, Paul. Zur Ontogenese der Schweinemolaren. Diss. 
(Basel), Berlin 1893. 8°. (29 p. 1 Bl. Erkl.) 1 Tfl, 

Neave, Newman. Unusual abundance of the Bank Vole 
(Arvicola glareolus). — The Zoologist (3) Vol. 18, p. 109—10. 

Nehring, A. (1). Säugethiere v. den Philippinen, namentlich 
von d. Palawan-Gruppe. — Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr, Berlin, 1894 
p. 179--193. 

Betrifft: Phloeomys (s. Rod.), Tupaja, Bubalus, möllend. n. sp., 
Tragulus, Sus barb. var. palav. u. calan. Vergl. Systematik. 

Nehring (2). Die Verbreitung d. Hamsters (Cricetus vulgaris) 
in Deutschl. — Arch. f. Naturg. 60. Jhg. 1. Bd. p. 15—32, 1 Karte 
auf Tf. 3. Siehe Systematik. 

Nehring (3). Cricetus nigricans Brdt. in Ost-Bulgarien u. 
Dagestan. — Zool. Anz. 17. Jhg. No. 445 p. 147—50. S. Systematik. 

Nehring (4). Ueber Sus Marchei Huet u. Tragulus nigricans 
Thomas. — Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin 1894 S. 219— 26. 

Siehe Syst.: Suidae bez. Tragulidae. 

Nehring (5). Ausgestorbene Thiere Westfalens. 20. Jahres- 
Ber. d. Westfäl.-Prov.-Ver. f. Wiss. u. Kunst 1890/94. 

Für die Balver Höhle wurden vom Vf. konstatiert: Myodes 
torquatus u. lemmus, Arvicola gregalis, Lagomys sp. Von diesen 
Sp. wohlerhaltene Unterkiefer mit Backenzähnen untersucht. 

Nehring (6). Ein. Not. üb. die pleistocäne Fauna von Türmitz 
(Böhmen). — N. Jahrb. f. Mineral. etc. 1894 p. 278—290. — Einiges 
schon 1890 (G. naturf. Fr.) publ. 

1) Spermoph. ruf. — 2) Aret. bobac. Nhrg., Steppe. — 3) Alact. 
jae. fossilis, Charakt. Steppenthier. — 4) Foet. putorius 3, Basall. 
d. Schäd. = 71,3 mm. — 5) Ayaen. spel. — 6) Felis leo. — 7) El. 
primig. — 8) Rhinoceros tichorh. — 9) Eg. caballus. — 10) ©. tarandus. 
— 11) Cervus sp. — 12) Bos sp. (prisc.? od. primig.) — 13) Ovis 
spec. — 14) Ibex sp. — Während e. Abschn. der Pleistocänperiode 
hat d. char. Steppenfauna eine weite Verbreit. in e. Theile Mitteleurop. 
erreicht. Die Stepp. scheint während der jüng. Intergl.zeit aus Ost- 
europa nach Mitteleur. vorgedrungen zu sein u. hier z. Th. bis in 
die Postglacialzeit existirt zu haben. 

Nehring, A. (7). Kreuzungen v. zahmen u. wilden Meer- 
schweinchen, Cavia cobaya u. C. aperea. — Zool. Garten, 35. Jhg. 
p. 1—6. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 189. 231 


Ein ' ©. aper. Exemplar wurde mit einem (©. cobaya 2, ein O. ap. 2? 
mit ein. ©. cobaya g' zusammengesperrt. Es wurden zahlr. Bastarde 
erzielt, die sich vorzüglich entwickelten. Alle zeigten d. Aperea- 
Farbe, d.h. eine gleichmässige, graubraune, fein gelbmelirte, schwarz 
überflogene Färbung. Sodann wurden Bastarde untereinander ge- 
kreuzt; sie zeigten sich untereinander fruchtbar. Die Färbung 
(Fleckenbildung speziell) vererbte sich bei noch °/,-blütigen Thieren 
nicht. C. ap. kann sich mehrmals in 1 Jahre fortpflanzen u. mehr als 
2 Junge in 1 Wurfe produzieren (früher bezweifelt). ©. ap. ist mit d. 
wilden Stammart d. Hausmeerschw. nahe verwandt. Haarfarbe ist eine 
apereaähnl. (d. h. nicht buntfleckige). Die grosse Vererbbarkeit d. 
Wildfarbe (Apereafarbe) bei d. Bastarden beweist, dass diese Farbe 
den Vorfahren d. Hausmeerschw. zukam, u. dass d. meist scheckige 
Farbe d. letzteren eine secund. Erschein. ist. Die Grösse d. neugebor. 
Jungen varürt bedeutend. Tragzeit 63 Tage im Durchschn. 

Nehring (7). Einige Notizen über das Gefangenleben der 
Kegelrobbe (Halöichoerus grypus). — Ebd. p. 347. 

Nehring (8). Einige Notizen über die Pleistocäne Fauna von 
Türmitz in Böhmen. — N. Jahrbüch. Min., 1894 p. 278— 290. 

Neumeister, M. Die Fütterung des Edel- u. Rehwildes. Frei- 
berg, Craz & Gerlach. 1890, 48 S. u. Futtermittel-Tabelle. 

Neumeister, R. Ueber die Eischalenhäute v. Kchidna aculeata 
(E. hystrix) und d. Wirbelthiere im allgemeinen. Zeitschr. f. Biol. 
XXXI. p. 413—420. 

Newstead, E. A preliminary list of the Mammals of Cheshire 
and N. Wales. — P. Chester Soc. p. 242—250. 

Newton, E. T. (1) On a Skull of Trogontherium Ouvieri from 
the Forest Bed of East Runton, near Cramer. — Trans. Zool. Soc. 
London, Vol.13 P.4 (Apr. 1892) p. 165—175. 

Newton (2). The Vertebrate Fauna collected by Mr. Lewis 
Abbott from the fissure near Ightham, Kent. — Quart. Journ. Geol. 
Soc. p. 188— 210. 

Nill, A. Eine Elephantentötung in Nill’s zoolog. Gart. Stuttgart. 
— Zool. Gart. 35. Jhg. p. 21—27. 

Noack, Th. (1). Neue Beitr. z. K. der Säugethier-Fauna von 
Ostafrika. — Zoolog. Jahrb., Syst. VII 1893 p. 523—594, Taf. 18. 

Nachrichten von Emin über Verbreitung und Lebensweise von 
Arten in Deutsch-Ost-Afrika. Einige Mitth. über Somaliländer. Es 
werden 1 Hyrax, 9 Rodentia, 2 Insectivoren, 6 Carnivora und 
3 Chiropteraarten abgehandelt. — Der Weg Emins führt durch 
Usegüa, Usagära, Ugögo, Ujäansi, Unianiembe und Ussukuma zum 
Victoria-Nyansa. Zwischen Ugögo und Ujänsi die Wasserscheide 
zw. Indischen Ocean und Tanganjika, Tabora schon im Stromgebiet 
des Tanganjika. Der Weg v. Tabora z. Victoria-Ny. führt wiederum 
durch die Wasserscheide zw. den beiden grossen Seen. Die regen- 
lose Zeit fällt in d. Gegenden südl. u. südöstl. vom Victoria-See in 
unsern Sommer, wo nördl. von ihm u. v. Aequator gerade an- 
haltende Regen fallen. Daher die rel. Spärlichkeit der Säugethiere 


332 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


jenseits Usagara u. besonders Tabora, das Wandern d. grossen 
Thiere, Elephanten, Antilopen, Zebras, endlich d. Vorkommen von 
Formen des südl. Sudan. An d. Grenze von Ujänsi vereinzelte 
v. Nilpferden bewohnte Imbatsch-Sümpfe, bei Ussukuma Rudel von 
Zebras und Antilopen. Während der Regenzeit ist das landschaft- 
liche Bild ein günstigeres. Starke Einwanderung grösserer Säuge- 
thiere in die vorher verödeten Gebiete, während bes. Nager (Hasen, 
Georychiden, Muriden) u. Hyrax stellenweis ständige Bewohner 
bleiben. 

Noack (2). Ueber die neue v. Herrn J. Menges beschriebene 
Antilope des Somalilandes. — Zool. Anz. 17. Jhg., p. 202—4. 

Ist kein Oreotragus, sondern Dorcotragus n. g., vergl. Syst. 


Noack (3). Säugethiere (Dr. Ed. Fleck’s Reiseausbeute aus 
Südwest-Africa). Mit 2 Taf. — Ber. Senckenbg. naturf. Ges. 1894 
p. 93—81, 82. 

Noack (4). Bemerkungen über die Caniden. Zool. Garten 
XXXV p. 165—170, 195—201, 241—6, 260—5. 

Noack (5). Dr. Eduard Fleck’s Reiseausbeute aus Südwest- 
Africa, I. Säugethiere. — Ber. d. Senckenberg-Ges. 1894 p. 53—82. 

Nüesch, M. La station du Schweizerbild. — C. r. acad. Paris, 
CXIX p. 700—701. 

Nehring und Studer haben 3 Fossilien-Schichten unterschieden, 
die 3 immer wärmer werdenden Zeitabschnitten entsprechen. 1) Ark- 
tische Fauna (40 Thiersp., 21 Nager) mit Myodes torg., Arvie. 
nivalis, rattic., greg., glareola, amplub., Lepus glac., Vulpes lagopus, 
Gulo bor., Foet. erm., Urs. arctos, Rhin. tichorh., Bison prise. (auch 
Vögel); eine ähnl. Fauna bietet jetzt nur Nordsibirien, nördl. von 
70°. — 2) Subarkt. Fauna, Steppen od. eigentl. Rennthierf. (51 Sp.) 
mit Rennt., Steppenpferd u. -Esel, Zep. variab., C. ibew, Üerv. 
maral, brauner Bär, Spermoph. ruf., Lag. pus., Üric. vulg. etc. 
Für 21 verschwundene Sp. der Tundrenfauna sind 30 neue Sp. auf- 
getreten. — 3) Waldf. od. F. des Ü. elaphus mit 37 Sp.: Sus ser. 
ferus, Eichh., Cast. fib., L. timid., Mel. tax., Must. mart., Vulp. 
vulg., F. cat. ferox. 

Olsen. Baever (Castor fiber) i Suldal. — Stavanger Mus. 
Aarsb. 1892 p. 27—29. 


Osborn, H. F. The Rise of the Mammal. in North America. 
With cut: Nature Vol. 49 p. 235—38, 257—60. 

Lower Mesozoic Pro-mammalia; Primitive Diphyodontism. Primi- 
tive Heterodontism. and Formula Fig. 1—6; Primitive Tritubereulism. 
Divergence of the Three Groups (Proto, Meta, Eutberca); Breaks 
and Links in the Mesozoic-Fauna. Plagiaulacidae. The Succession 
of the N. Amer. Mammalia. Ancient and Modern Placental 
Differentiation. The Factors of Evolution. 

Osborn, H. and J. L. Wortman. Fossil Mammals of the 
Lower Miocene White River Beds. Coll. of 1892. — Bull. Americ. 
of Mus. Nat. Hist. Vol. VI p. 199—228, 2 Taf. u. 8 Textf. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 233 


Acerathium trigonodum n. sp., Schädel, Gebiss; A. (Coenopus) 
mite, A. occid.; A. platycephal. n. sp., A. tridact.;, Metamynodon 
planifrons S. & O.; Mesohippus bairdü, ? Mesoh. longipes n. sp., 
Oreodon culbertsoniti, O. gracilis, O. bullatus, Eporeodon major; Hyo- 
potamus americ, Hyop. brachyrhynchus n. sp., Anthracoth. curtum, 
A. karense n.sp; Hyaenodon paucidens n. sp., H. cerucians; Hoplo- 
phoneus oceid., H. primaevus. 

Oudemans, J. T. Die accessorischen Geschlechtsdrüsen der 
Säugethiere. — Naturk. Verhandl. Haarlem 1892, 92 pp. 

Oustalet, E. (1). Notes pour servir ä la faune du dep. du 
Doubs (Mammiferes). — Bull. Soc. Zool. France, T. 18 p. 237—42. 

Es werden Mittheilungen gemacht über Ursus, Loup u. Lynx. 

Oustalet (2). Les Mammiferes (et les Oiseaux) d’Obock et du 
Pays du Comalis. — Mem. Soc. Zool. France p. 73—78. 

1. Vesperugo nanus. Vergleiche mit V. Temmincki V. tylopus 
(Borneo). Vorkommen im Süden der Sahara. — 2. Erinaceus fron- 
talis von Obock. — 3. Er. diadematus P. de Wurt.? Beschreibung. 
— 4. Sciurus (Xerus) rutilus von Djibontic, eingehende Besprechung. 
— 5. Gerlillus aegyptius Desm. (gerbillus Oliv... Vorkommen in 


e 


Aegypten, Nubien u. Abyss. — 6. Mus rattus (M. alex. E. Geoffr., 


M. teetorum von Heuglin). — 7. M. musculus. — 8. Pectinator 
Spekei. — 9. Felis maniculata var. dom. — 10. Hyrax (Procavia) 
abyss. var. minor Thomas von Obock. 

Palacky, Johann. Ueber Säugethierfaunen. — Prag, Rionad 


in Commiss., Sitz.-Ber. d. k. böhm. Ges. Wiss. Math.-Nat. Cl. No. IX 
p. 12. 

Pachoa, V. und Carvallo, J. Siehe Carvallo, J. 

Paladino, &. Contribuz. alla conosz. dell’atnitosi nei Mammi- 
feri. — Rend, Acc. Sc. fis. mat. Napoli (2) Vol.7 Fasc. 8/12 p. 209 
912, Abb. 

Paquier, V. Etude sur quelques Cötacös du Miocöne. — 
Mem. Soc. geol. France, Part. IV, 20 pp. 


Parker, W.N. On some points in the Structure of the Joung 
of Echidna aculeata, — Proc. Zool. Soc. London P.I p. 3—14, 3 Tf. 

Eingetheilt ist die Arbeit in folgende Kapitel: I. External 
Characters. Stage I (Pl.I fig. 1), Stage II (Pl. I fig. 2). — U. In- 
tegument of the Head. Ill. The Oral Cavity. In the oral cavity 
the epithelium in certain regions above and below gives rise to 
homy teeth. IV. The Nose and Jacobson’s Organ. 

Parsous, FE. 6. On the Myology of the Seiuromorphine and 
Hystricomorphine Rodents. With 10 figg. — Proc. Zool. Soc. 
London, 1894 P.H p. 251—2%. 

Behandelt: Aulacodus, Capromys, Myopotamus, Octodon, Hystrix, 
Sphingurus, Lagostomus, Chinchilla, Dasyprocta, Coelogenys, Cavia, 
Ceredon, Dipus (2 spec.), Alectaga, Sciurus, Pteromys, Xerus, Spermo- 
philus, Arctomys, Castor. Unterschiede zw. den Hystrico- u. Sciuro- 
morphen. 


234 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Patrizi, M. L. Intorno alla contrazione muscolare delle mar- 
motte nel sonno e nella veglia. — Atti R. Acc. Sc. Torino, Vol. 29 
p. 173—187 1 tav. 

Paulowa, Maria. Ueber die russischen Mastodonten u. ihre 
Beziehung zu d. Mastodonten anderer Länder: Bull. Soc. Imp. 
Natural. Moseou, 1894, p. 146—55 (französ. Resume, p. 15455; 
Ausz.: Zool. Anz. 17. Jhg. p. 508). 

Mastodon Borsoni, M. ohioticus zur Miocän und Pliocänzeit in 
S. W. Russland (M. Zygolophodon). M. Bunolophodon: Reste von 
M. arvernensis in W. Europa, Asien u. America verbreitet, ein 
Hinweis auf e. Verbindung des euro-asiatischen Continents mit dem 
amerikanischen in der Tertiärzeit. 

Pembrey, M.S. Ueber die Reactionszeit der Säugethiere gegen 
Temperaturänderungen ihrer Umgebung. Journ. of Physiology 1893 
Vol. XV p.401. 

Peter, Berth. Die Ohrtrompeten d. Säugethiere u. ihre An- 
hänge. Diss. (Leipzig). Bonn, 1894. 8° (49 p.). Arch. f. mikr. 
Anat., 43. Bd. p. 327—376. 

Untersucht: Equus, Tapirus, Vespertilio (2 Spee.), Pteropus, 
u. Hyrax. Die Ohrtrompete gleicht den Luftdruck an der äusseren 
und inneren Seite des Trommelfelles aus. 

Petersen, J. A. Pferde, Pferdezucht u. Sport in Ost-Indien. 
Mit 8 Vollbild. u. vielen Textillustrationen nach Originalzeichnungen 
d. Verf. Neudamm, 1894. gr. 8° (VIII, 136 p.). 

Philippi, Federico. Ein neues Beutelthier Chile’s (Didelphys 
australis n. sp.). — Arch. f. Natg., 60. Jhg. I. p. 33—35, Tf. IV Fe. 2. 

Philippi, R. A. (1). Beschreibung einer 3. Beutelmaus aus 
Chile (Didelphys soricina). — Arch. f. Natg. 60. Jhg. I. Bd. p. 36, 
a AR 

Philippi (2). Description de los Mamiferos. Anal. del Mus. 
Nac. de Chile, Entr. 13, Sect. 1 1890, 7 Taf. — Siehe Syst. bei: 
Verpertilio, Lagidium, ÜOtenomys, Mus, Hesperomys, Dolichonyz. 

Philippi (3). Vorläufige Nachricht über fossile Säugethier- 
knochen von Ulloma, Bolivien. — Zeitschr. d. d. geol. Ges. 45. Bd. 
pg. 87—%. 

I. Hippidion. 1) Ein Unterkieferast von H. nanum. 2) Desgl. 
von H. bolivianum n. sp. 

lI. Mastodon. 1) M. andium mit spiralförmigen Stosszähnen, 
welche einen Streifen Schmelz haben. 2) M. platensis mit langen 
dünnen, fast geraden Stossz. 3) M. rectus mit geraden, sehr dicken St. 
4) M. argentinus mit kurzen, dünnen, fast geraden Stosszähnen. 
5) M. Humboldti mit sehr dicken u. stark gekrümmten St. 6) M. 
superbus mit wenig dicken, hinten geraden u. erst in d. vord. Hüft- 
kiefern gekrümmten St. Viele Reste von M. chilensis Philippi. 

III. Megatherium. Schädel, Zähne, Schienbein, nebst d. Calca- 
neus, Astragalus u. os cuboideum, Zehen d. Vorderfusses, ein Stück 
vom Unterkiefer u. v. Symphysis oss. pubis. Unterschied von Meg. 


amertcanum. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 235 


IV. Scelidotherium Owen? Mylodon Owen? Unterschied von 
Megatherium. Scel. hat Intermaxillarknochen, welche bei Mylodon 
nicht vorhanden sind. Sc. compressum hat Verf. den kleinen, Se. 
bolivianum den grossen Schädel genannt. 

Philippi (4). Fossile Säugethiere. Das Vorkommen dieser 
Thiere bei Ulloma erklärt sich viell. damit, dass diese Gegend u. die 
ganze Andenkette erst spät gehoben sei u. früher bei gering. Meeres- 
höhe ein tropisches Klima mit üppiger Vegetation gehabt habe u. 
den grossen Thieren reichliche Nahrung gewährte u. zwar noch in 
d. Diluvialzeit, doch vor Auftreten d. jetzigen Thier- u. Pflanzenwelt. 


Philippi (5). Drei Hirsche d. Anden. Anales del Museo Nacional 
de Chile. Mit 4 Taf. Leipz. Brockhaus (Dec. 1894). 4° (15 p.). 


Philipps-Wolley, © C. and other writers. Big Game 
Shooting. London 1894. 8° 20 vls. 

Pomel, A. Monographie des Boeufs-Taureaux fossiles des 
terrains quaternaires de l’Algerie. — C. Ac. Paris rend. OXIX p. 526. 
Vgl. System. bei Bos. 

Poulton, E. B. (1). The Structure of the Bill and Hairs of 
Ornithorhynchus paradoxus; with a Discussion of the Homologies 
and Origin of the Mammalian Hair. With 3 pls. and 2 figg. — 
Quart. Journ. Micr. Sc. Vol.36. Jane p. 143—199. Tf. 14, 15, 15A. 
— Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 290. 

I. The Push-rods (Drücker-Stäbe). Nach Verf. sind sie modi- 
ficirte interpapilläre Fortsätzee. Am Grunde sind stets mehrere 
Körper, welche den Pacini’schen ähneln. — II. The Gland-ducts 
of the Bill. Drüsengänge, vergleichbar d. Schweissdrüsen, gehen 
an den Haarbulbus u. durch das Mark verkürzter u. degenerirter 
Haare nach aussen. — III. The Hairs of old and young Ornith. 
Entwickl. d. Haare in einer Einstülpung der Epiderm. IV. The 
Homol. and Or. of Mamm. Hair. Man kann sich denken, dass die 
Röhre, auf deren Grund das Haar entsteht, erst secundär eingesenkt 
worden ist, damit fällt d. Gegensatz zwischen Schuppe (Feder) u. 
Haar (Gegenbaur.). Das Haar bildet d. Achsentheil, d. innere Wurzel- 
scheide den Anhangstheil d. Felder. 

Poulton (2). Homologies and Origin of Mammalian Hair. — 
Abstr. Journ. R. Micr. Soc. London, 1894 P.5 p. 543—44. 

Pouse, F. Die österreichischen Rinderrassen. Hrsg. 
v. Ackerbau-Minist. Wien. 5. Bd. Rinder d. Karst- u. Küstenländer, 
2. Hft., Görz, Istrien u. Triest. Wien, W. Frick 1894. gr. 8° (VII, 
137 p., 2 Karten). 

Preda, Agilulfo. Agnello a due corpi. — Boll. Natural. 
Collett. Ann. XIV p. 6—7. 

Preiswerk, Gustav. Vorl. Mitth. über d. Untersuchungen d. 
Zahnschmelzes d. Säugethiere. Anatom. Anzeig. IX. S. 687—90 TE. 6. 

D. Faserstreifen sind in d. meisten v. Verf. unters. Zähnen, 
mit Ausn. d. Delphins u. d. Molaren von Maus, Igel, Fledermaus, 
Maulwurf u. Didelphys, zu finden; oft nur an dünnen Schliffen; so an 


236 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


d. Z. d. Eichhorns, den Inc. d. Murmelthieres. u. Inc. d. Ratte u. 
b. Lemur, meist. aber mit blossem Auge auf Längsschnitten, ja sie 
schimmern als concentrische Ränder durch d. Email hindurch b. 
Primaten, d. meisten Carnivoren und auch bei Ungulaten mit freier 
Schmelzoberfl. Rings um d. Krone, fast parallel u. nahezu horizontal 
liegen sie an den Eckz. d. Primaten u. Eck- u. Backz. d. Carn. Ge- 
wellt b. Omnivor. (Backz. d. Bär.), die Giraffe zeigt hierin regelm. 
Wellencurven. Auf d. Aussenwänden v. Tapir. americ., sowie auf 
allen Kaufalten d. Rhinoc. stellen diese Streifen regelm. Ein- 
kerbungen dar, welche senkr. z. Richt. d. Kaufalten stehen. Mikrosk. 
zeigen Emailschliffe b. durchfall. Licht, dass d. Schreger’schen 
Streifen Säulenbündel d. verschiedensten Systeme v. abwechselnder 
Verlaufsrichtung darstellen. Constant ist d. lamellöse Bau bei 
Rodentien u. d. Bänderung d. Raubthierzahnes. Oft macht d. eine 
getroffene Säulenlage d. Eindruck eines lässig gedrehten Strohbündels 
(Ziege, Steinb., Reh, Hirsch, Giraffe, Dromedar, Rind, Rhinoceros) 
od. senkr. z. Zahnbobfl. gestellter Garben (Inc. d. Murmelthieres, 
Mol. d. Ratte); die darauffolgende, quer getroffene gleicht mehr 
einem im Bogen aus 4, 5- u. 6-eckigen Steinchen angelegten Mosaik; 
diese Bogen find. sich nur b. d. artiod. Ungulaten. Interessant ist 
d. lockige Anordn. d. Prismen b. Schaf u. d. sehr gestreckte, glatte 
b. Pferd. 

Prenant, A. Contr. & l’&. du developp. organique et histol. 
du thymus, de la glande thyroide et de la gl. carotidienne. — La 
Celle, T. 10 p. (85) 87”—184, 4 Pl. 

Puntigam, Franz von. Kloakenbildung bei einer Katze. — 
Oesterr. Zeitschr. f. wiss. Veterinärk. V. Bd. p. 239— 243. 

Rabot, M. Ch. La chasse au phoque & Jan Mayen. — Revue 
Scient No. 1 p. 166—171. 

Gejagt wurde bei Grönland: Cystophora erist., Phoca barb., hisp. 
u. vötul. Bei Terre-Neuve und Jan Mayen jagt man sie seit 1763; 
1831 wurden 686000 Thiere vernichtet, eine rapide Verringerung 
trat ein. Beginn der Jagd: 1. März. Um die Vernichtung auf- 
zuhalten, wurde e. internationale Uebereinkunft zwischen d. ver- 
schiedenen Seemächten des Nordens getroffen; die Eröffnung der 
Jagd wurde auf den 3. April verlegt. 

Railliet. Trait& de Zoologie medicale et agricole. — I. Ed. 
Paris 1894, 49 Fig. 

Besonders berücksichtigt sind d. Parasiten des Menschen u. der 
Hausthiere, Säugethiere u. Vögel. 

Ramö6n y Cajal, S. Estructura del ganglio de la Habenula 
de los Mamiferos. Ann. Sci. Espaä. Hist. Nat. (2) T. 3 (23) (Cuad-2) 
p- 185—194, 4 Fig. 

Ranvier, L. Lympheirculation. — C. rend. ac. Paris, T. CXIX 
p. 1175. Extr. Naturw. Rundsch. X. p. 168. 

Unter die Haut des Ohres b. Kaninchen wurde eine Berliner 
Blaulösung injieirt. Es füllte sich zunächst nach Anwendung eines 
gering. Druckes ein Theil des Lymphcapillarnetzes u. darauf eins 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 237 


der kleinen Lymphstämmchen. Nach einigen Minuten war die blaue 
Farbe d. Lymphstämmchen unter immer stärkerem Erblassen ver- 
schwunden, während die gefärbten Capillaren sich nicht änderten. 
Die Entfernung des Farbstoffs rührte daher, dass derselbe durch 
die Lymphe aus anderen, nicht injieirten Capillarnetzen weggespült 
wurde. Das rasche Fortfliessen des Farbstoffs beweist die Schnelligkeit 
d. Lympheireulation. 

Ravn, Edouard. Ueber die Arteria omphalo-mesenterica d. 
Ratten u. Mäuse. — Anat. Anzeig. 1894. p. 420—4, 4 Abb. 

B. jungen R. u. M. mit e. v. d. gewöhnl. abweichenden Verlaufe. 
Bei Embryonen, die noch dorsalwärts gekrümmt sind, deren Medullar- 
rinne nur im mittl. Theile geschlossen, cranial- u. caudalw. oben noch 
weit offen ist, liegen in d. caud. Hälfte d. beiden primitiv. Aorten 
dorsal- u. lateralw. v. d. Darmrohre. In d. Nähe d. caud. Endes 
d. Darmr. aber biegen beide ventralw. um u. laufen längs d. ventr. 
Seite d. Darmes einander entgegen, um sich in d. Medianebene 
ventral v. Darme zu vereinigen; dadurch entsteht d. A. omphalo-mes,,, 
die nun in kranial. Richtung verläuft, in d. Medianeb. längs d. ventr. 
Umfange d. geschlossenen Darmes; in d. caud. Darmpforte behält 
auch die A. ihre bisherige Lage z. Darmwand und liegt als noch 
unpaares Gefäss auf d. caudal. Seite d. Umschlagstückes v. d. Darm- 
wand z. Keimblase. Erst in d. Keimblas.wand spaltet sich d. A. 
omph.-mes. in 2. Es besteht also eine auffallende Symmetrie auf 
dies. Entw.stufe zw. d. cran. u. d. caud. Hälfte d. Embryos. Während 
b. anderen Säugeth. d. beiden Aa. omph.-mesent. d. Aorten eine kurze 
Strecke kaudalw. v. d. Mitte d. Embr. verlassen, erhält b. R.u.M. 
diese A. omph.-mesent. erst später eine ähnl. Abgangsstelle aus d. 
Aorta. B. nur wenig älteren Embr. springt diese A. mit ihren ventr. 
Umfange mehr frei in d. Raum vor, der später zur Leibeshöhle 
wird, bei noch älteren E. ist d. ganze Peripherie d. Gefässes frei 
geworden, nur in e. kleinen Parthie d. Dorsalw., mittelst e. kurzen 
Gekröses mit d. ventral. Darmw. zusammenhängend. 

In älteren E. ist der längs der Ventralw. des Hinterdarmes 
verlaufende Abschnitt der A. omph.-mes. schon im Verschwinden. 
Bald verschwindet nun der beschriebene caud. Abschnitt dieser 
A. gänzlich in E., bei welchen d. ersten Verzweig. d. Leber- 
gänge gebildet u. die Epithelröhrchen d. beiden Lungen noch 
sehr kurz u. ungetheilt sind, sieht man als Rest desselben eine 
v. d. Ventralw. d. Caudaldarm. in d. Leibeshöhle vorspringende dünne 
Leiste, durch d. zusammengefall. Wände d.Gefässes gebildet; von einem 
Gef.lumen sind nur Spuren zu sehen; bei noch mehr entw. E. sieht 
man auch d. Leiste nicht. Nur die mächtige linke v. d. Anastomosen 
erhält sich; dann entspringt d. A. omph.-mes. wie b. anderen 
Säugeth. aus d. Aorta in ihrem mittleren Laufe u. passirt d. Darm 
auf d. linken Seite desselben. Somit ist d. caudale Abschnitt d. A. 
omph.-mes. e. vorübergehende Bildung. 

Rawitz, Bernh. Ueber ramificirte Darmzotten. — Anatom. 
Anzeig. 9. Bd. p. 214—216. 


238 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Die Zotten von /nuus rad. sind unverästelt, von Macacus cyn. 
verästelt. 

Reeker, H. Ueber die europäischen Ratten. 22. Jahresber. d. 
Westfäl. Prov.-Ver. f. Wiss. u. Kunst 1894, 1 Tf. — Aus Naturw. 
Rundsch. S. 89. 

Vf. schliesst an eine Note von M. A. Pomel, wonach die Wander- 
ratte schon zur Römerzeit in der alten Julia Caeserea gelebt habe, 
u. 1727 nach Europa gekommen sei. Vf. bezweifelt die richtige 
Bestimmung des Schädels.. Die hauptsächlichsten Differenzen des 
Schädels von M. ratt. u. decum. nennt er u. hält mit Poppe u. de !’Isle 
M. alex. mit rattus für die gleiche Art. Vf. erwähnt einen Schädel 
von M. alex. mit 2 getrennten Frontalia jederseits. 

Reh, L. Die Schuppen der Säugethiere. Verhdlgn. natur- 
wiss. Ver. Hamburg I. 1895 p. 34—36. 

Reichel, P. Development of Bladder and urethra. — Abstr.: 
Journ. R. Mier. Soc. London, 1894, P. 2 p. 174. 

Verh. plys-med. Ges, Würzburg (s. Ber. 93). 

Retterer, Ed. De l’histoire des rapports de l’artere hepatique 
et de la reine porte. — Journ. anat. physiol. T. 30 p. 133—140. 

Vesalius hat schon die Vena portae u. A. hepatica abgeb. u. 
beschr. Eustachius: Gallengänge, Leberarteria in V. port. ete.; Bauhin: 
e. schlechte Zeichn. d. Lebergefässe. Thomas Bartholin bildet ab: 
V. cava inf., V. p., A. hep., Can. choled.; Winslow beschreibt d. 
Truncus der V. portae; Lieutand: A. hep., V. portae u. A. u. V. port. u. 
A. hep., kurze Bemerkungen; A. Boyer: A. hep. u. V. p., wenig. 
Bemerk. Tiedemann, Langenbeck und J. Cloquet im 19. Jhd. genaue 
Beschr. u. Abb. Die Beschr. v. Huschke ist kurz; es folgen Beschr. 
v. F. H. Thiele, van Kempen, Marcellin Duval, Atlas u. Text, 
genauere Beschr. Paulet, Henle, Ch. Auffret u. Heitzmann. 

Retzius, Gustav. Ueber d. Ganglion ciliare. — Anat. Anz. 
IX. S. 633—637. Dies Gang]. enthält (bei Felis) nur „multipolare* 
Nervenzellen von echt sympathischem Typus u. kann nur z. symp. 
System gerechnet werden. 

Rhoads, Sam., N. (1). Contr. to the Mammalogy of Florida. 
— Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1894 p. 152—161. 

Beschrieben werden: Putorius peninsulae sp. n., Lutra huds., 
Proc. lot., Atalapha bor. pfeiff., Adelonyct. fusc., Vesperugo carol., 
Nyeticejus humer., Vespertilio gryph., Nyetin. bras., Scalops par vus 
sp. n., Sciurus niger, Sci. carol., Sciuropt. voluc, (reomys tuza, Mus 
decum.. M. alex., M. musec., Sitomys am. gossypinus, 8. miveiv. subgr., 
Oryzomys pal. nat., Sigmodon hisp. litt., Reithrodont. hum. (subsp.). 

Rhoads (2). Deser. of an. Sube. and n. Sp. of Arvicoline 
Rodents from British Columbia and Washington. — Ebd. p. 282—8, 

Vf. beschäftigt sich mit: Arvicola ( Tetramerodon sbg.) tetra- 
merus Sp. n., Evotomys pygmaeus sp. n., E. Gapperi saturatus sbsp. n. 
— Notes on Boreal Arvicolas of Uncertain Status, Arv. borealis 
Rich., A. borealis, A. drummondi Aud. and Bach., A. (Mynomes) 
drumm.ondi. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 9239 


Rhoads (3). Deser. of four n. Sp. and two Sbsp. of White- 

Footed Mice from the United States and British Columbia. — Ebd. 
. 253— 261. 

3 Es werden abgehandelt: Sitomys megacephalus sp. n., Sit. inso- 
latus sp. n., Sit. herroni nigellus sbsp. n., Sit. keeni spec. n., Sit. 
macrorhinus Sp. n., Sit. americanus artemisiae sp. n. — Note on 
Sit. am. arcticus. 

Rhoads (4). Descr. of a new Armadillio, with remarks on 
the @. Muletia Gray. — Ebd. p. 111—114. 

Tatusia (Mul.) propalatum sp.n., Bahia, Brazil. @. Tatusia 
Sbg. Mul. 

Rhoads (5). Notes on the Mammals of Monroe and Pike 
Counties, Pennsylvania. — Ebd. p. 387—396. 

Vf. behandelt: Didelphys mars. virg., Cariae. virg., Cervus amer., 
Sciurus carol. pennsyl.; Sei. huds., Sciuropt. volans, Tamias stri., 
Castor fiber can., M. rattus, M. decum., M. mus., Neotoma magister, 
Peromyscus am. Fib. zib., Arvic. pennsylv., A. pwnet., Evotomys 
gapperi, Synaptomys cooperi, Zapus huds. Z. insignis, Ereth. dors., 
Lepus amer., L. sylv., Felis concolor, Lynx. can., L. rufus, Ü. lupus 
nubilus, Vulpes vulpes pennsylv., Urocyon cinereoarg., Ursus amer., Put. 
erminea, Lutreola vison, Mustela amer., L. huds., Meph. mephitica, 
Proc. lotor, Sorex forsteri, Sorex, S. (Neosorex) albibarbis, Blarina 
talp., Scalops aqu., Oond. crist., Adelonyct. fuscus, Atal. borealis 
(Müll.), Vespertilio gryphus. 

Rhodas (6). An new Jumping Mouse from the Pacific Slope. 
— Ebd. p. 421—422. 

Zapus trinotatus sp. n., Lulu Isl. 


Rhoads (7). Descr. of 3 new Rodents from California and 
Oregon. — Amer. Naturalist, vol. 28 p. 67—71, 


Rhoads (8). Deser. of a new Perognathus (latirostris) coll. 
by J. K. Townsend in 1834 (Rocky Mountains). — Ebd. vol. 28 
p. 185—187. 


Riviere, Emile. Nouy. rech. anthropologiques et pal&ont. dans 
la Dordogne. — C. r. Ac. Paris, T. CXIX p. 358—361. 

Aus der Quaternärzeit wurden gefunden in „Grottes des Com- 
barelles*: Pachyd., Carniv., Rod., Rumin. etc. Hervorgehoben 
werden: Rhin. tichorh. und Tar. rangifer. 

In der „Grotte Rey“: Bär, Hyäne, Caniden, Feliden etc., von 
Chiropt.: Vespertilio, von Pachyd. Rhin. töchorh., Equus, Sus., von 
Rum.: Rennthiere, Cerviden, Boviden, Capra primigenia, von Rod.: 
Lepus, Mus etc. 

In der „Grotte de Üro Magnon“: Renntiere, Equus, Cervus, Bos, 
Capra u. Canis. 

In der „Grotte de la Fontaine“: Reste von Elephanten, Equiden, 
Boviden, Cervus, Ursus u. Hyaene. 


Röder, Oskar. Vergleichend. anat. u. physiol. Untersuchungen 
über das männliche Begattungsorgan der Feliden mit bes. Berück- 


240 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


sicht. der Nervenendigungen. — Arch. f. wiss. u. prakt. Thierheilk. 
XX. p. 176—203, 1 Taf. 

Untersuchte F. domest., leo, melas, jubata u. tigris (juv.). Der 
bei vielen Säugethieren vorkommende Rutenknochen kann nicht als 
ein Ueberrest des Pterygopodien-Skeletes der Selachier betrachtet 
werden. Der Penis der Fel. verläuft nicht in gerader Linie nach 
hinten u. etwas nach unten, wie bisher fast ausnahmslos angenommen, 
sondern er ist — ähnlich gekrümmt. — Der Musc. levator penis, 
welcher bei den Pavianen, Elephanten u. Nagern vorkommt, findet 
sich auch bei den Fel. (Hauskatze). — Eine wahre Eichel besitzen 
die Fel. nur andeutungsweise. Nur bei gewissen Arten ist sie mit 
Widerhäkchen oder Papillen besetzt, die nur transitive Wollust- 
organe bilden. Als Nervenorgane finden sich in der Eichel Wollust- 
körperchen und Endkolben, seltener Vater-Pacinische Körperchen. 
Die Nervenendorgane der Carnivoren, Herbivoren u. ÖOmnivoren 
stimmen in ihrem Bau überein, insoweit sie in den g' Geschlechts- 
theilen vorkommen. 

Dasselbe als Dissert., Tübingen, 8° 308. 1 Tf. 1894. 


Röse, C. Dentition of Wombat. — Journ. R. Mier. London, 
1894 p. 37. Nach Sitz.-Ber. Acad. W. Berlin 1893 p. 749, 3 Fig. 
(Vgl. Ber. 18935). 

Rowland, Sydney, D. Some Variations in the Foramen ovale 
in the Heart of the Sheep. — Journ. of Anat. and Physiol. vol. 28 
p-. 309—312, 1 TA. 

Rüdinger, N. Ueber die Hirne verschiedener Hunderassen. — 
Sitz.-Ber. math.-phys. Cl. k. b. Akad. München, 1894. Hft. II. 
p. 249—55. — Ausz.: Naturw. Rundschau, 9. Bd. 

1. Wenn auch in den Zahlen über das Körper- und Hirn- 
gewicht noch viele Schwank., welche durch e. grössere Untersuchungs- 
reihe sich ausgleichen mögen, vorh. sind, so ist doch schon fest- 
gestellt, das das Hirn bei den H. schon im 1. Lebensj. seine Wachs- 
thumsgrenze erreicht. 2. Der schwerste H. hat auch das schwerste 
Hirn. Die Gehirngewichte nehmen bei den H. mit dem Körper- 
gewicht zu, jedoch in e. ungleichen Verhältniss. 3. Das rel. Hirngew. 
ist bei kleinen, leichten Thieren viel günstiger als bei den grösseren. 
4. Der kleine, leichte H. besitzt auf 1000 & Körpergewicht bedeutend 
mehr Hirn als der grosse. 


Saeco, F. Il Delfino Pliocenico di camerano caraso. — Mem. 
Soc. ital. IX. art. V. 


Sacerdotti, Cesare. Sui nervi della tiroide. — AttiR. Accad. 
Sc. Torino, vol. 29. 1893/94 p. 16—22, 10 f. 

Saint-Loup, Remy (1). Ueber das Wachsth. junger Mäuse 
(ef. Ber. 93 p. 176). — Bull. Soc. Z. Fr., Ausz. in Naturw. Rund- 
schau, Nr. 18. 

Saint-Loup (2). Sur le groupement des ölöments pigmentaires 
dans le pelage des Mammiferes. — Mem. Soc. Zool. France T. 7. 
p- 69—68. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 241 


Sänyal, Babu Ram Bramha. Notes on Cynogale Bennetti 
Gray. — Proc. Zool. Soc. London. 1894 p. 296—7. 

Scharff, R.F. On the origin on the Irish Land and Fresh- 
water Fauna. — Proc. Irish etc. (3) p. 479—485. 

Scheidt, Paul. Morphologie und Ontogenie des Gebisses der 
Hauskatze. — Morph. Jahrb. 21. Bd. p. 425—462, 1 Tf. 

I. Morph. des Gebisses der Hausk. II. Die Homologie des 
Kaureliefs der Backz. der Carnivoren. III. Hist.-krit. Darst. der 
Versuche, die beiden Dentitionen der Mamm. zu erklären. Resultat: 
Die Zähne, welche im Milch- u. im bleib. Gebiss mächtig entwickelt 
sind, sind schon in früher Embryonalzeit durch intensiveres Wachs- 
thum ausgezeichnet, wenige Tage nach der Geburt erreichen alle 
Zähne den für die Sp. charakter. Ausbildungsgrad, sie brechen 
ziemlich gleichzeitig durch, u. das Junge ist befähigt, festere Nahrung 
zu sich zu nehmen. Auch die Anlagen d. bleib. Gebisses werden 
bald nach der Abgliederung der Milchz. durch Verbreiterung der Zahn- 
leiste gebildet, wenn auch mit Variationen der Zeit ihres Erscheinens. 
Im allgemeinen sind entweder kurz vor oder nach der Geburt alle 
Ersatzz. angelegt. Es lässt sich fast keine direkte morph. Bezieh. 
zw. dem Milch- u. dem bleib. Gebiss nachweisen. Wie die einzelnen 
Zahnelemente des Milchg. gleich in d. ersten Anlage ihre indiv. 
Eigenart erkennen lassen, so haben auch die nebenliegenden 
Ersatzz. ihren bes. Formcharakter, der bei P, u. P, sup. wie inf. 
garnicht mit dem zugehörigen Milchz. übereinstimmt. — Der histo- 
genetische Verlauf entspricht vollständig d. Eigenart d. Einzelzähne, 
er verläuft rascher bei denjenigen Elementen, die sehr gross werden 
u. gemächlich bei den Anlagen der kleinen J. u. P. 

Schlosser, Max (1). Bemerkungen z. Rütimeyer’s „eocaene 
Säugetierwelt von Egerkingen“. — Zool. Anz. 17. Jhg. p. 157—162. 

Rüt. hatte als amer. Typen aufgestellt: Phenacodus europ., Ph. 
minor, Protogonia Cartieri, Meniscodon Picteti — Condylartlıren oder 
nach R. Ungulata trigonodontia —, Pelycodus helveticus, Hyopsodus 
jurensis — Lemuroiden u. (alamodon europaeus -— Tillodontier. Nach 
Vf. muss nun Hyops. jur. gestrichen werden, denn die vorlieg. 
Zähne stammen wahrsch. von einem Dichotomiden, also e. Paarhufer, 
(nicht von e. Affen). Die als Pel. helv. bestimmten Ob.kief.z. rühren 
thatsächlish von e. Pseudolemuriden her, wohin auch Pelycodus 
gehört, aber sie sind von jenen des amer. Genus verschieden. Es 
besteht zw. Phen. eur. einer- und d. typisch. Phen. primaevus sowie 
dem Wortmani andrerseits ein wesentlicher Unterschied. — Phenac. 
minor hält Vf. viel eher für e. Creodonten — als für e. Condylar- 
threnzahn. Protogonia und Meniscodon basiren gleichfalls offenbar 
nach Vf. bloss auf je 1 Zahn. Sicher ist nach Vf., dass wir es 
bei Phen. eur., Prot. Cart. u. Menisc. Pict. nur mit e. einzigen 
Genus zu thun haben. Er empfiehlt, sie unter d. Namen „rot. 
europaea zusammenzufassen. 

Bericht. zu Rüt.: Taf. IV Fig. 16 ist kein Zyopotamus — sondern 
ein Dichodon-Zahn. 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 16 


242 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Taf. IV Fig. 32. Chaeromorus gehört höchstens noch dem 
Acotherulum, wahrsch. jedoch überhaupt keinem Suiden, sondern 
entw. Hyopotamiden — Rhagatherium? oder e. Anoplotheriden — 
Dacrytherium — an. 

Taf, IV Fig, 26. Acotherulum muss wohl von e. Perissodactylen 
stammen. 

Taf. VI Fig.31. „Dimylus?“ kann nicht von Dimylus herstammen, 
da bei diesem der 2. Molar kleiner ist als der 1., hier aber das 
Gegentheil zu beobachten ist u. ausserdem sogar ein 3. Molar vorh. 
zu sein scheint. 

Taf. VI Fig. 28. Sciuroides Fraasi ist sicher kein Nager, 


sondern ein Lemure, u. zwar Necrolemur vermuthlich Zitteli! 


Schlumberger, C. A propos d’un Netzuke japonais. Mem. 
Soc. Zool. France. T.7 p. 63, 64, 1 Pl. — Sculptur. 


Schlieben, Adph. Der Esel u. der Mensch. Ein Beitrag z. 
Kulturgeschichte. Wiesbaden, 1894. 8°. (Tit.-Vign.), 140 p. 


Schneider, Karl. Die Pürsche auf den Rehbock. Aus d. 
Praxis dargest. von Schneider, Blasewitz-Dresden. 8°. 68 S. Aus 
Allgem. Forst- u. Jagdz. 


Schmidt, F. Polyodontie der Schneidezähne im Oberkiefer 
eines 14 Jahre alten Pferdes. — Oesterr. Zeitschr. f. wiss. Veterinärk. 
V. p. 235—235. 

Auf d. link. Seite 6 u. rechts 4 Schneidezähne vorh. 

Schneidemühl, Geo. (1). Lage der Eingeweide b. d. Haus- 
säugethieren nebst Anleitung z. Exenteration für anatom. u. patholog.- 
anat. Zwecke etc. 2. verm. Aufl. Hannover, 1894. 8°, (VIII. 196 p.). 

Schneidemühl (2). Repetitorium d. Muskellehre bei d. Säuge- 
thieren, zugleich e. Leitf. für d. Praeparirüb. für Stud. u. Thierärzte. 
2. Aufl. Hannover, 1894. 8% (79 p.). 

Schuster, M. J. (1). Der Hundefreund. Ein Lehr- u. Unter- 
haltungsbuch. 2. Aufl. Ilmenau, 1894. 8°. (153 p.). 

Schuster (2). Lehrbuch d. Kaninchenzucht. 2. Aufl. Ilmenau, 
1894. 8°. (162 p.). 

Schwalbe, &. Ueber eine seltene Anomalie des Milchgebisses 
beim Menschen, und ihre Bedeutung für die Lehre von Dentitionen. 
— Morphol. Arbeit III p. 491—536. 

Schwarznecker. Anleitung zur Begutachtung der Schlacht- 
thiere u. des Fleisches.. Für Militär-Verwaltungsbeamte u. Fleisch- 
beschauer. Text, Abb. u. 6 Taf. Berlin 1894. Das Buch ist für 
die Praxis berechnet. 

Selater, Ph. L. (1). (On Cercopithecus erythrogaster). — 
Proc. Zool,. Soc. London, 1894 p.1. 

Die Haare der Nase sind beim alten Üercopithecus eryihrogaster 
weiss, u. die Sp. gehört demnach zu Sclaters Abth. der Cere. kipostietz 
nahe bei C. petaurista. In Scelater’s Arrang. by Genus, 10. Section. 

Sclater (2). Exhib. of an skin. of a Afr. Monkey (Üercop. 
diana ignitus). — Ebd. p. 484. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 9243 


Selater (3). Exh. of the typ. specimen of Cercopithecus grayi, 
Fraser. — Ebd. p. 484—5. 0. grayi (= Erxlebeni Puch.). 

Selater (4). Exhib. of a mounted specim. of the River-hog 
of Madagaskar (Potamochoerus edwarsi), with notes on its habits. 
— Ebd. p. 92—94. 

3 Arten anerkannt: 1. Pot. africe. 2. Pot. penicil. (Wafrika), 
beide nicht selten in zool. Gärten. 3. Pot. edwarsi (Madagascar). 

Sclater (5). Exhib. of a phot. of a young male Gaur or 
Indian Bison (Bos gaurus) p. 249— 250. 

Von Mayor Rodon in the Neelampattry Hills, in Cochin, Aug. 
1893 gefangen. 

Selater (6). Capra caucasica 2. — Ebd., Ig. p. 729—730, Abb. 
— Figur d. Capra caucasica. 

Selater (7). Cercopithecus albigularis von Ost- u. von West- 
africa lassen sich nicht trennen. — Ebd. 1893 p. 691. 

Sclater and Thomas. The Book of Antelopes. Part. I, 
London 1894. Illustrirt. 

Seott, W. B. (1). A new Insectivore from the with River 
Beds. — Proc. Ac. Nat. Sc. Phil. 94 p. 446—8. 


Protosorex crassus n. sp. fossil. South Dakota. Tertiär, Zähne, 
Schädel. 


Scott (2). Notes on the Östeology of Aucodus. — Geol. 
Mag. (4) p. 492—4. 
Scott (3). The manus of Hyopotamus. — Amer. Natural. 


XXVII. p. 164-165. 


Semon, Richard (1). Ueber die Embryonalhüllen und den 
Embryonalkreislauf der Amnioten. — Verh. d. deutsch. Zool. Ges. 
IV 1894, pg. 51—59. 

Nach der Embryonalentw. bei den Amnioten sind 6 grosse 
Gruppen unterscheidbar. In der 1. Gruppe verläuft die Entw. innerh. e, 
festen, vom Ovarium (Eileiter) gebildeten Keratinschale, die öfters 
durch Kalksalze e. besondere Festigkeit erhält: Reptilien, Vögel u. 
Monotremen. In der 2. liegt der Keim frei im Müller’schen Gange, 
seine Hüllen betten sich zwar in der gewulsteten Schleimhaut 
ein, die mütterl. und die embr. Gewebe gehen aber keine innigere 
Verbind. ein: Beutelthiere. Bei der 3. findet e. Verbind. der 
Uterusschleimheit mit gewissen Embr.hüllen statt; das Produkt dieser 
Verb. ist d. Placenta. Abth. Placentalia. Alle Amnioten besitzen 
principiell 3 embr. Hüllen- u. Anhangsorgane: Dottersack, Amnion 
nebst seröser Hülle, Allantois. Die Embr.hüllen der Monotremen 
zuerst vom Vf. beobachtet, er fand bei Echidna acul., dass Anordnung 
u. Funktion der Hüllen u. Anhangsorg. des Embryos denen der 
Reptilien und Aves gleichen. Der Keim zeigt innerhalb der Eischale 
während der Entw. ausserordentliche Grössen- wie Gewichtszunahme. 
Der Embryo ist kurz vor dem Ausschlüpfen mehr als fünfmal so 
schwer u. mehr als 20mal so voluminös als das in Furchung be- 
griffene Ei. Es muss also Flüssigkeit durch die Eischale hindurch 


16* 


244 Dr. H., Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


diffundiren, u. die Keratinschale muss während des Wachsthums 
ausgeweitet werden, u. da sie dabei dicker und schwerer wird, 
durch Auflagerungen von Keratin von den Oviductdrüsen her ver- 
stärkt werden. Das Echidna-Ei steht so im Gegensatz zu Saurop- 
sideneiern, die während der Entw. des Embr. keine Substanzen von 
aussen aufnehmen u. keine Vol.- u. Gewichtszunahme zeigen. 
Echidna zeigt keine Trennung der serösen Hülle und Amnions bez. 
des äuss. u. inn. Blattes. Es erhält sich dauernd eine nahtf. 
Verbind. zw. Amnion u. seröser Hülle, von der Nackengegend an 
bis zur Hälfte des Rückens. In dem dauernden Erhaltenbleiben 
der Verb. zw. diesen 2 zusammengehörigen Eihüllen sieht Vf. ein 
sehr primitives Verhalten der Monotr.entw. Bei den übrigen 
Amnioten erfolgt die Lösung des Amn. von der serösen Hülle sehr 
früh. Es würde nun leicht sein, aus den Verhältnissen der Eihüllen 
der Saurops. u. Monotr. die der Placentalier abzuleiten. Hier 
stellt sich aber die bedeut. Schwierigkeit entgegen, dass die zweite 
Gruppe, die Marsup., kein Uebergangsglied bez. d. Anordnung und 
Function der Embr.hüllen zu sein scheint. Sicher sind es ganz ein- 
seitig entwick. Zustände, die man hier findet, und man müsste zu- 
geben, dass die Mars. keine Vermittl. herstellen zw. Gruppe 1 u. 2, 
wenn die geschilderten Verhältn. für alle Mars. charakteristisch 
wären, was nicht der Fall ist, denn Vf. hat gesehen, dass bei Phascol. 
ciner. der Embr. zwar tief in den Dottersack eingebettet liegt, aber 
d. Allantois steckt nicht mit in der Tiefe des Kelches, wie bei den 
meisten Marsup., sondern sie reicht, an einem Stiele befestigt, bis 
zur Oberfläche u. liefert sozusagen e. Deckel zu dem den Embr. 
umhüll. Dottersackbecher. Ihre nach aussen gewandte Fläche ver- 
wächst dabei mit der ser. Hülle, u. diese Fläche zeigt die char. 
Structur u. Gefässanordn. einer Atemfläche. Dieser Typus lässt uns 
die Eihüllenverhältnisse verstehen, sowohl bei den übrigen Mars,, 
als auch bei den Placent. Bei den ersteren sieht man das schon 
bei Phase. angebahnte Verhält.: räuml. u. funct. Beschränkung der 
Allantois zu Gunsten des Dottersackes, die beide sich bei Saurops. 
u. Monotr. noch die Wage halten, excessiv entwickelt. Die unteren 
Gruppen der Plac. schliessen sich fast direkt an d. Phasc.-Typus 
an. Besonders die Nager u. (nach Vf. Unters.) die Edentaten. 
Semon (2). D. Embryonalhüllen d. Monotremen u. Marsu- 
pialier. Eine vergleichende Studie über d. Foetalanhänge d. Amnioten. 
Denkschr. Med. Nat. Ges. Jena 5. Bd. p. 17—58 10 Figg. T. 1—7. 
B. Echidna hängen Amnion u. seröse Hülle dauernd in einer 
Naht zus., die von d. Scheitelgegend d. Embr. median nach hinten 
zieht. D. Embr. liegt dem Dottersacke nur auf, in frühen Stadien 
jedoch senkt sich d. Kopf bis zur Wurzel d. vorderen Extremität 
in d. Dotter ein, wodurch e. Proamnion-Einstülpung gebildet wird. 
Der Kopf schlüpft aber aus d. Tasche zurück, u. die Grube ver- 
schwindet, wenn d. Mesoderm in d. Proamnion eingewuchert u. seine 
Wand durch das Vordringen d. Cöloms gespalten worden ist. Der 
Dottersack nimmt im Entw.verlaufe an Volumen zu (b. Ech.). — 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 9245 


D. Allantois liegt v. Embr. rechts u. stellt e. doppelwandige Scheibe 
dar mit e. spaltf. Höhle in ihrer mittleren Region. Die 2 Blätter 
sind peripher miteinander verwachsen. Nachdem d. Embr. aus dem 
Ei gekrochen ist, trocknen Dottersack u. Allantois ein u. werden 
abgeworfen. Die Embr.hüllen d. Marsup. lassen 2 Typ. erkennen. 
Aepyprymnus rufesceens. Embryo ganz in d. Dottersack ein- 
gesenkt, der deshalb e. äussere, d. serösen Hülle anliegende, u. e. 
innere d. Embr. zugewendete Wand besitzt. „Ein schmaler, kraterf. 
Gang führt z. Embryo hinein.“ In diese Oeffinung erstreckt sich d. 
Höhle d. extraembryonalen Cöloms hinauf. Auf d. Ectoderm d. 
Dottersackes folgt unmittelbar d. Ecetoderm d. serösen Hülle (Nach 
dem Zool. Jahresb., Neapel). 

Semon (3). Zur Entwicklungsgeschichte d. Monotremen. — 
Denkschr. Med. Nat. Ges. Jena. 5. Bd. Zool. Forsch. v. R. Semon, 
p- 59 —74. 10 Figg. T. 8—11 (94). 

Jüngere Stadien wurden untersucht, die Eischale hat b. Echidna 
u. Ornithorh. dieselbe Structur; sie besitzt am uterinen Ei eine innere 
homogene u. eine äussere von Porenkanälen durchsetzte Schicht, 
während sich aber später d. innere verdünnt, wächst d. äussere 
stark heran. Die Poren haben sich zu einem „System“ v. lang- 
gestreckten untereinander communicirenden Hohlräumen umgewandelt, 
die die ganze Dicke durchziehen. Der Schale wird ständig neues 
Material an Keratin v. Uterus her geliefert. Am gelegten Ei haben 
wir noch eine 3. äussere Schicht, die ohne scharfe Grenze in die 
2. Schicht übergeht u. eine 4. (Deckschicht), die bräunliches Pigment 
enthält. Fibrilläre Structur konnte an d. ganzen Schale nicht nach- 
gewiesen werden. Die Schale wird fast vollständig vom Ei aus- 
gefüllt. Auf einem Lager weissen Dotters, der nach innen einen 
„Dotterstiel* schickt, welcher sich zu einer Latebra verbreitert, 
liest d. Keimscheibe. D. gelben Dotterelemente sind rund. D. Ver- 
schiedenheiten in d. Schalenstructur v. Echidna u. d. Sauropsiden 
finden in d. Wachsthumsverhältnissen d. Schale v. Echidna ihre 
Erklärung. — Zwischen Dotterhaut u. Ei befindet sich schon bei in 
d. Furchung begriffenen Eiern eine zarte Granulationsschicht (Cald- 
well}, vermuthlich d. coagulirte Ernährungsflüssigkeit d. Mutter. 
Gleich an Grösse sind d. 4 ersten Blastomeren, später besteht d. 
Keim aus einer flachen Scheibe v. 24 fast gleich grossen Blasto- 
meren. Im darauf folgenden Stadium haben sich die Blastomeren 
weiter vermehrt, d. Blastoderm ist mehrschichtig geworden. Sub- 
germinalhöhle fehlte. D. Blastoderm dehnt sich später wieder aus 
u. wird einschichtig. Kein Ecto- u. Entoderm ist bisher zu unter- 
scheiden, dieses Stadium ist ein Blastula ohne Furchungshöhle, 
also einblättrig, nicht wie noch manche Autoren meinen, 2blättrig. 
In späterer Zeit wird d. Keimscheibe an ihrem oberen Pole mehr- 
schichtig, ohne dass sich d. Keimblätter sondern. Sodann beginnt 
sich in der Nähe d. Centrums d. Gastrulamund zu bilden, von dem 
eine diffuse Zellenwucherung ausgeht; hierdurch wird d. Keim 
mehrschichtig. — D. Entwicklung d. Monotremen zeigt also, dass 


246 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


d. Bildung d. cenogenetischen Entoderms u. d. Gastrulation b. ihnen 
zusammenfallen, dies unterscheidet sie v. d. Sauropsiden u. d. 
höheren Säugern. D. Beutel wird, wie es scheint bei ö' u. 2 bereits 
im Embryo angelegt. (Nach d. Zool. Jb., Zool. Stat. Neap.). 

Semon (4). Notizen über die Körpertemperatur der niedersten 
Säugethiere (Monotremen). — Arch. f. d. ges. Physiol. (Pflüger). 
58. Bd. p. 229— 32. 

Es scheint, dass die Monotremata zwischen poikilothermen u. 
homoioth. Thieren stehen. 

Senna, A. Sulla creduta presenza del Vesperugo (Vesperus) 
borealis, Nilss, nell’ Andalusia. — Monit. zool. ital. V. p. 138—140 
u. 159— 160. 

Shryock, W. Mammalia of Mount Pococo. — Amer. Natural. 
XXVI. p. 347—348. 

Simon, €. (1). Contr. & l’&t. du developpement organique de 
la glande thyroide chez les Mammiferes. — Rev. biol. Nord France 
VI. p. 379—389. 

Unters. an Mensch u. Schwein. Ergebniss: 1. die Glandula thyr. 
lateralis kann solange persistiren, bis der Embr. ein vorgerücktes 
Alter erreicht hat. — 2. Sie wächst mit dem Alter des Embr., wenn 
auch nicht im proportionalen Verhältniss. — 3. Sie kann verschwinden, 
u. sie scheint grosse individ. Verschiedenheiten darzubieten. 

Simon (2). Note prelim, sur l’evolution dn l’#bauche thyroi- 
dienne latörale chez les Mammiferes. — C. r. Soc. Biol. (10) p. 202—4. 

Simonoff, Leonio de, et Jean de Moerder. Les races cheva- 
lines, avec une &tude spec. sur les chevaux russes. 32 Pls. en 
chromo, d’apres les aqu. de Samokisch et de Bounine, 70 photograv., 
d’apres les dess. de Samok. Paris, libr. agrie. de la Mais. rust., 
gr, 49, 1.(XV,,.817 ip.)- 

Sobotta, J. Die Befruchtung des Eies d. Maus. Mit 1 Abbild, 
— Anat. Anz. 9. Bd. p. 220—3. 

Die Metakinese tritt erst ein, nachdem das befruchtende Sperma- 
tozoon in das Ei eingedrungen ist. An e. Ei beob. er 2 Hügel. 
Innerhalb des einen sah er ein längliches, an e. Ende zugespitztes 
Gebilde, das sich mit Kernfarbst. intensiv färbt u. in Grösse u. Form 
genau d. Kopfe des Samenfadens der Maus entspricht. Nie war 
der Sf.kopf in d. Richtung des Eiradius eingedrungen; von Schwanz- 
faden sieht man nichts. Von der Basis des 2. Hügels geht e. sich 
hellf., rein protoplasm. Zapfen in das Innere der Eizelle. In diesem 
Z. fand er die mitotische Richtungsfigur, und zwar im Stad, des 
Dispirems. 

Solger, B. (1). Zur Kenntniss d. Röhrenknochen. — Zool. 
Anz. 17. Jhg. p. 1—4, 3 Abb. 

Untersucht von jungen Elephanten Femora, Tibiae, Humeri, 
stud. d. Canalis nutritius und die Markhöhle und die distale Dia- 
physenfläche der Fem. Darüber wie sich sein Befund in die 
Theorien v. d. Architektur u. funktionellen Structur der Knochen 
einfügen lässt, möchte sich Vf. noch nicht ausprechen, 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 947 


Solger (2). Zur Kenntniss der secernirenden Zellen der 
Glandula submaxillaris d. Menschen. — Anat. Anz. 9. p. 415—9, 
455, 2 Abb. 

Vf. schildert 1. Epithel der Speichelröhren (Stäbehenepithel). 
2. Drüsenepithel in d. serösen Tubulis. 


Solger (3). Zur Kenntniss d. postembryonalen Entwicklung 
d. Skelettes d. Säugethiere. — Abh. natf. Ges. Halle. 20. Bd., Jub.- 
Festschr., p. 177--196, 2 Tfl. — Apart: Halle, Niemeyer, 8°. 


Southwell, Thom. On the occurence of the Bearded Seal 
(Phoca barbata) on the Norfolk Coast in: The Zoologist (3) Vol. 18 
p. 81—83. 


Spillner, Rud. von. Wissensch. Ergebn. der im Hausthier- 
garten des landwirthsch. Instituts angestellten Versuche d. Kreuzung 
des bornesischen Wildschweines mit dem europ. Wild- bez. Haus- 
schweine. Ber. aus d. physiol. Lab. u. d. Versuchsanst. d. land- 
wirthsch. Inst. Halle. 11. Hft. p. 831—154, 6 Lichtdrtaf. — Extr. 
Zool. Anz. 17. Jhg. p. 347. 

Identisch sind nach Vf. Sus longirostris Nehr. u. S. barb. 
Schweine mit u. ohne Gesichtswarzen stehen in enger Verbindung 
mit einander, typische Merkm. der Schw. mit Ges.warz. sind die 
Ges.warz., Verlängerung der Gaumenbeine nach hinten u. e. charakt. 
Gestalt. der unteren Eckz. Diese Char. sind bei Kreuz. bleibend. 


Staurenghi (1). Osservazioni anat. sulla craniogenesi del 
cavallo. — Monit. Zool. Ital. 5. Ann. p. 74. 


Staurenghi (2). Existence de plusieurs centres d’ossification 
du basi-occipital dans qu. foetus de Sus scrofa. Extr. in: Arch. 
Ital. Biol. T. 21 p. 170—1. 

Foeten von Sus scrofa-Schädel. 


Stewart Me Kay W. J. and Wilson W. J. siehe Wilson, J. T. 
and W. J. Stewart Me Kay. 


Stieda, L. Die Gefässfurchen am knöchernen Gaumen des 
Menschen. — Anat. Anz. IX. p. 729—735. Mit 3 Figg. 

Erw. einige seltene Variationen. Interessant ist eine Verwachsung 
besonders, wodurch die mediale Furche überbrückt u. aus d. offenen 
Suleus palat. med. ein Can. pal. med. wird; noch seltener ist e. Ver- 
wachsung d. lateralen Leiste mit d. benachbarten Processus alveolaris, 
sodass d. lat. Furche überbrückt u. e. Canal. pal. lateral, gebildet wird, 
(unter 1—2000 Schäd. 1 Mal. Bem. üb. Calorische Nahtknochen. 
Nur 2Mal hat Vf. eine unvollständ. Verschmelz. d. Nahtkn. mit d. 
Oberkiefer beob. (Fig. 3). 

Stirling, E. C. (1) The recent discovery of fossil remains at 
Lake, Callabonna, South Australia. — Nature I p. 184 u. 206—9. 


Stirling (2). Supplemental note on the Östeology of Noto- 
ryctes typhlops. — Tr. R. Soc. South Austral. XVIII p. 1—2. 

Stouckenberg, A. Les Mammiferes post-pliocenes de l’Est de 
la Russie Bull. Soc. Moscou 1894 p. 155—159. 


248 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Stowell, J. M. On the occurence of Nyctinomus mohavensis 
in the Santa Clara Valley. — Zool. IV p. 362—364. 

Strahl, H. (1). Die Regeneration der Uterinschleimhaut der 
Hündin nach d. Wurf. — Anat. Anz. IX p. 662—4. (Vorl. Mitth.) 
Vollst. in Anat. Hefte 1894. 

D. Uterus kommt erst !/, Jahr u später nach d. Wurf wieder 
zur Ruhe. Epithel u. Bindegew. zeigen während dieser Zeit grosse 
Veränder. Die Placentarstelle setzt sich als ziem]l. breites, graugrünes, 
ringf. Band v. d. sonst gelbweissen Innenfläche deutl. ab. D. Plac. 
stelle hat direkt post partum e. Ueberzug v. Epithel; doch wird 
dieses nach Entfern. d. Plac. z. gröss. Theil abgestossen. Dann 
liegt d. Bindgw. d. Schl.haut an d. Plac.stelle frei u. macht e. tief- 
greif. Umwandlung durch. Ein Theil d. Bindgwz. der über d. Musku- 
latur geleg. Schichten wandert geg. d. Oberfl. u. wird zu e. dicken 
Lager grosser Z.: „epithelioide* Z. des Vf. Sie helfen e. provisor. 
Schleimhautpolster schaffen, üb. d. sich zunächst d. Epithel regenerirt. 
Nach einig. Woch. werden sie durch e. 2. Form v. Bindgwebsz., 
Fibroblasten, ebenfalls gewanderte u. gewucherte Abkömmlinge d. 
tieferen Bindgwlage verdrängt. Diese erst liefern d. bleib. Bindgwbs- 
schicht d. neuen Uterinschlh. Eine 3. Art v. Zellen endlich, Leucocyten, 
verleiht d. Plac.stellen d. ihr eigenth. braun. od. grauen Farbenton. 

Strahl (2). Der Uterus post partum 1. Anat. Hefte, 1. Abth. 
III p. 509—18, Tf. 23. 

Veränd. im Epith. d. Uterinschl.haut. In d. 2. Hälfte d. Trage- 
zeit beginnt in d. Ut.epithelien e. enorme Bild. von Fett, das von d. 
Plac.zott. direkt aufgenommen wird. Nach Ausstoss. d. Eisackes 
besitzt d. Innenw. d. Ut. e. vollk. Ueberzug v. Ut.ep., öfter milch- 
weiss. Der Theil des Ueberz., der über d. Plac.stelle als Rest des 
Ep. d. spong. Drüsenräume liegt, wird bald nach d. Geburt meist 
abgestoss.; q. Neubild. d. Ep. auf d. Plac.stelle geht v. d. Ränd. aus, 
von wo sich langsam d. seitl. anlieg. Epith. herüberschieben, viell. 
betheiligen sich auch d. in d. Tiefe d. Plac.stelle erhaltenen Drüs. 
mit ihren Ausführ.gäng. an d. Neubild. d. Ep.lage. 17—19 Woch. 
nach dem Wurf ist d. Ep. fettfrei, u. dann setzen mit d. Neubild. 
d. Bisch.’schen Krypten d. Erscheinungen d. neuen Brunst ein, u. d. 
Schleimhaut ist vollk. regenerirt. 

Stuckenberg, A. Les Mammiferes post-pliocenes de l’Est de 
la Russie. — Bull. Soc. Imp. Natural. Moscou 1894 No. 2 p. 155—59. 

Strong, H. A. Notes on the Rabbit, historical and geographical. 
The Zoologist (3) XVII p. 400—6. 

Sussdorf, Max. Lehrbuch d. vergl. Anatomie d. Hausthiere. 
Stuttgart. Ferd. Enke, 1894 8°, Lief. 1—4. 71 p. 

Swayne, H. &. Further Field-Notes on the Game-Anim. of 
Somaliland. — Pr. Zool. Soc. Lond. 94 p. 316—323. 

Bem. über: Cobus ellipsipr. Waterbuck, „Balango“ der Somalis. 
Tragel. decula Bushbuck, („Dol“). Ammodorcas clarkei Cl.-Gaz., 
Somali-N. „Diba-tag“, 2 hornlos. The Sakaro Antel. „Sak. Gussuli“ 
or „Gussuli* und „Sak. Gol-ass“ (Färbung). The Beira Antelope 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894, 249 


„Beira* (syn.: Oreotr. megalotis Menges). Egquus grevyi, Grevy’s 
Zebra, Som.-N. „Fer’o“. Der Erdboden wird red in color genannt. 
Rhin. bicornis, „Wiyil*. 

Thilenius, @. Die „überzähligen“ Carpuselemente menschl. 
Embryonen. — Anat. Anz. p. 665— 71, 3 Abb. 1894. 

Sind als echte Carpalien aufzufassen. Sie gehör. mit d. Styloid 
in dieselbe Kategorie wie d. Centrale; es sind rudim. Elemente d. 
Handskelettes. Eine Altersfolge derselben nach d. bisherigen Unters. 
aufzustellen wäre verfrüht, obgleich einzelne bereits in d. Thierreihe 
nachgewiesen sind. 

Thomas, Adf. (1). On some Gazelles brought by Sir Edm. 
Loder from Algeria. — Pr. Zool. Soc. London p. 467—472. 

Bespricht: @. dorcas L., Vorkommen; @. ÜOuvieri Og., Schädel- 
Maasse; neue Species: (r. rujina (Färb. vgl. mit @. rujifrons Gray), 
Schädel, Hörner, Vorkommen; @. Loderi Thos., Färb., Schäd., Gehörn, 
Schäd.-Maasse. 

Thomas (2). On the Dwarf Antelopes of the G. Madoqua. 
— Ebd. p. 323 -329, 3 Fg. 

Beschrieb.: M. Gwentheri sp. n., Schädelabb., Gebiss, Verbreit.; 
M. Phillipsi sp. n., Schädel-Abb. u. -Maasse, Verbreit.; M. Swaynei 
sp. n, Färb. ähnlich M. saltiana, Schäd.-Maasse. Schlüssel der 
6 bek. Sp.: M. salt. d', sw. d', ph. J\, dumarensis 2, kirki 3, quenth. 2. 

Thomas (3). On some Specimens of Mammals from Oman, 
S. E. Arabia. — Ebd. p. 448—454 1 Tf. 2 Fig. 

Vf, nennt od. beschr.: Xantharpyia amplexie.; Taphozous nudiv.; 
Rhinopoma microph.; Erinaceus niger; Crocidura murina; Herpestes 
ulbic.; Canis pallipes; Vulpes leucopus; Gerbillus (Dipod.) dasyur., Mus 
rattus; Lejus omanensis spec. nov.; Gazella muse.; Oryx& beatriw; 
Hemitragus jayak. (Abb.) Färb., Schäd.; Tabelle v.: Hemitragus jeml., 
jayak. und hylocrius; Procavia syriaca, jayak.; Tursiops tursio; 
Grampus Sp. 

Thomas (4). Descer. of a new Bat of the g. Stenoderma from 
Montserrat (St. montserraiense). — Ebd. p. 132—133. 

Thomas (5). Exhib. of a skin of a Giraffe from Somaliland. 
— Ebd. p. 135—6. 

Bestätigt die scharfe Ausbild. der Fleck. gegenüb. d. Kap-Gir. 

Thomas (6). On the Mammals of Nyassaland: third Contrib. 
— Ebd. p. 136—146. 

Johnston u. White sammelten dort: Cercop. albigularis (Bem. 
Slater); Otogale kirki; Galugo Moholi; Epomoph. erypturus (Bem.); 
Rhinolophus hildebr. (Bem.); Rh. landeri (?) (Bem.); Rh. capensıs; 
FHipposid. caffer; Vesperus megalurus; Vesperugo nanus; Petrodromus 
tetrad.;, F. serval; Hyaena croc.; Rhynchogale nom. nov. (hat normal 
nur 4 Prämolaren!) melleri; Crossarchus fasc.,;, Lutra maculicollis; 
Seiurus palliatus; Se. mutab. (Bem.); Mus dolichurus (Bem.); M. 
modestus; Isomys dors.; Üricetomys gamb.; Lepus whytei sp.n.; Pro- 
cavia johnstoni sp. n.; Pr. brucei (Bem.); Rhinoe. bicornis; Phacoch. 
aethiop., Bubalis Licht., Oreas canna; Strepsic. kudu; Trag. seript.; 


250 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Cobus ellips.; Aepye. melamp.; Oreotr. salt.; Manis temm.; Rhynch. 
cirnei; Canis mesom.; Nanotr. scop.; Üervic. arund. 

Thomas (7). On an. Sp. of Armadillo from Bolivia /[Dasy- 
pus Nationi]. — Ann. Nat. Hist. (6) Vol. 13 p. 70—72. 

Thomas (8). Diagn. of a new Pteropus from the Admiralty 
Islands. — Ebd. p. 293. 

Pt. admiralitatum sp.n. Beschr. (auch des Schädels). 

Thomas (9). On two new chinese Rodents. — Ebd, p. 363—5. 

Lepus Swinhoei (L. tolai Swinh.), Sciurus Styani. 

Thomas (10). Deser. of two n. Sp. of Macroscelides. — Ebd. 
p. 67—70. 

M. fuscipes u. pulcher von Ostafrika. 

Thomas (11). Prelim. Deser. of a n. Goat of the g. Hemi- 
tragus, from South-eastern Arabia /H. Jayakari n. sp... — Ebd. 

. 365—6. 
r Thomas (12). On the Palawan Representative of Tupaia ferru- 
ginea [palawanensis subspec. nov./. — Ebd. p. 367. 

Thomas (13). Prelim. Diagn. of a new Gazelle from Algeria 
[Gazella Loderi]. — Ebd. p. 452. 

Thomas (14). On two new neotropical Mammals /[@eomys 
scalops, Didelphys (Philander) trinitatis]. — Ebd. p. 438—439. 

Thomas (15). Descer. of a n. Sp. of Vespertilio from China 
[V. (Leuconoe) Ricketti]. — Ebd. Vol. 14 p. 300—301. 

Thomas (16). Deser. of a n. Sp. Beed-Rat (Aulacodus) from 
East Africa with Rem. on the Milk-dentition of the genus. — Ebd. 
Vol. 13 p. 202—4. 

Aulacodus gregorianus Sp. n. 

Thomas (17). Note on Mus Burtoni Thos. — Ebd. p. 204—5. 

M. Burtoni (M,. Tullbergi), kurze Bemerkungen. 

Thomas (18). Diagn. of a n. Sp. of the G. Lepidolemur. — 
Ebd. Vol.13 p. 211. 

L. leucopus sp. n. 

Thomas (19). On a new African Genus of Mustelidae. — Ebd. 
Vol. 13 p. 522—4. 

Beschr. von Galeriscus g.n. u. (7. Jacksoni spec. nov. 

Timofeew, D. Zur Kenntniss der Nervenendigungen in d. 
männlichen Geschlechtsorganen der Säuger. — Anat. Anz. Bd. 9 
p. 342—48. 

Untersucht Kaninchen, Meerschw., Ratte, Katze u. Hund mittelst 
Golgischer Methode. 

Tornier, Gust. (1). Ueber Fussknochen-Variation, ihre Ent- 
stehungsursachen u. Folgen. — Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin, 1894, 
p. 23—30. 

Es giebt für alle Formveränd. der Fussknochen während ihrer 
Phylog. 2 Ursachen: „Der Knochen ändert sich selbst, von innen 
heraus, indem er genötigt wird, sich neuen statischen Beding. an- 
zupassen, dies kann man als internes Kn.wachsth. bezeichnen, od. 
der Knochen ändert seine Gestalt dadurch, dass Sehnentheile und 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 189. 251 


Bänder, die an ihm inseriren, von ihm aus m. od. w. ossificiren. 
„Peripherisches Knochenwth.“ Dabei verknöchert ein Band, welches 
2 Kn. verbindet, in verschied. Form: entw. es ossif. v. 1 d. beiden 
Kn. aus od. von beid. gleichzeitig, od. es entsteht in ihm ein selbst. 
secundärer Kn.-Kern; endl. kann auch noch e. Verknöch., die in e. 
Ligam. stattfindet, in ein mit ihm verwachs. 2. Lig. übergehen. Die 
meisten Lig. des primit. Säugeth.fusses erleiden, während sich der 
Fuss in seine höher entwick., zahlr. Descend. umbildet, derart. Ver- 
knöch., u. sie sind es vor Allem, welche den Füssen u. Fusskn. d. 
Fam., Gatt. u. Art. ihren Charakt. verleihen. Vf. versucht, dies 
für e. grossen Theil der Säugethier-Fam. u. -Gatt. klarzulegen. 

Tornier (2). Ueber d. Fussgewölbe in seinen Hauptmodifi- 
cationen (vorl. Mitth.). — Ebd. p. 67—80, 10 Fig. 

Es ist bek., dass der menschl. Fuss bei normalem Bau ein 
Kuppelgewölbe darstellt, welches mit nur 3 Punkten den Boden be- 
rührt: mit der Hacke, mit dem Mts, Kopf u. mit dem des Mts,. 
Dieses Gewölbe wird zusammengesetzt: 1) aus e. Zahl Längsbögen, 
welche alle in der Hacke entspringen, ihren Höhepunkt im Tarsus 
erreichen u. in den Mts-Köpfen enden. 2) aus T'ransversalbögen. 
Nun entwickelt sich d. menschl. Fussgew. in stetiger Weise aus 
der Amphibien-Gliedmasse bis zum Menschenfuss. 

Vf. hat an einer Reihe von Säug.füssen erkannt, dass v. ihnen 
der phylog. Höherst. von den Tieferst. dadurch sich unterscheidet, 
dass die Verticalebene, um welche der Fuss e. Querbogen bildet, 
näher dem medialen Fussrande liegt, u. man kann ferner die Füsse 
in der Art gruppiren, dass sie dieses langsame Medialwärtsrücken 
der Bogen-Scheitel-Ebene deutlich zeigen. Aus dieser Fussreihe 
wird man "dann auch die Ursache finden für diese Säugethierfuss- 
Entw. Die Frage, welchen Nutzen die Quereinrollung des Fusses 
hat, beantwortet Vf. dahin, dass sie bei der Fussstreckung von 
Nutzen ist. 

Traquair, R. H. Note on the Skeleton of a Specimen of 
Risso’s Grampus (Gr. griseus). — Ann. of Scott. Nat. Hist. 1894, 
Jan. p. 1—2. 

Die Vorderextremitäten sind asymmetrisch gebaut, ebenso der 
vordere Theil des Sternums. 

Treichel, A. Trockene Hitze für Maulwürfe tötlich. — Zool. 
Not. VIII 2, in: Schrift. Natf. Ges. Danzig 8. Bd. p. 260. 

Trois, E. T. Elenco dei Cetacei dell’ Adriatico.. — Riv. ital. 
Sei. Nat. XIV p.113 115. 

Trouessart, E.E Le Megaladapis, L&emurien gigantesque r£- 


cemment decouvert a Madagascar. — La Nature XXII, p. 198 
— 202, Fige. 

True, Fred. W. (1). Deser. of a n. sp. of Mouse (Sıtomys 
deeolorus) from Central-Am. — Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. XVI 


(No. 963) p. 689 — 90. 
True (2). Deser. of a n. sp. of Mouse (Sitomys Taylori). — 
Proc. Un. Stat. Mus. XVI (No. 972) p. 757—8. 


252 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


True (3). Notes on Mammals of Baltistan and the Vale of 
Kashmir, pres. to the Nat. Mus. by Dr. W. L. Abbott. — Proc. U. 
S. Nat. Mus. Vol. 17 (No. 976) p. 1—16. 

True (4). Not. on some skelet. and skulls of Porpoises of the 
g. Prodelphinus, coll. by L. Abbott in the Indian Oc. — Pr. U. S. 
Nat Mus. XVII p. 33—37 (No. 982). 

True (5). Deser. of a n sp. of Cotton Rat (‚Sigmodon minima) 
from N. Mexico. — Ebd. XVII p. 129—30 (No. 994). 

True (6). Diagnoses of two N.-Amer. Mamm. — Proe. U. S. 
Nat. Mus. Vol. 17 (No. 999). 

1 Seiurus, 1 Scapanus, Parascalops n. g., Myodes, Mictomys n. g. 

True (7). On the G. Sminthus in Kashmir. — Ebd. (No. 1004) 
p- 341—3. 

Sm. flavus n. sp. 

True (8). Diagn. of some undeser. Wood Rat (@. Neotoma) 
in the Nat. Mus. — Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 17 (No. 1006) (3 p.). 

N. splendens, venusta; N. macrotis simplex sbsp. n.; N. ocei- 
dentalis fusca sbsp. n. 

Tschersky, J. D. Beschreib. d. Samml. posttertiär. Säugeth. 
— Wissensch. Result. der v. d. Kais. Akad. zur Erforsch. d. Jana- 
länder u. d. neusibir. Inseln in d. Jahren 1885—86 ausgesandten 
Exped., Abtheil. IV’. — Mem. Acad. Imp. Sc. St. Petersb. (7) T. 40 
No.1 (511p.) 6 Taf. — (Ein Ref. v. Kocken in: Wissensch. Rund- 
schau, 9. Jhrg. p. 33—34, p. 44—48). 

Ein Ueberblick über alle sibirischen Knochenfunde zeigt, dass 
Saiga-Ant., Bos, Equus, Rhinoc. u. Mammut schon in den tiefsten 
Schichten erscheinen; über das geolog. Alter der zahlr. anderen 
Arten ist man sehr in Unsicherheit. Vf. unterschied folgende 
25 Arten nach dem Material d. neusibirischen Exp. (Die auf dem 
engen Gebiete der Ljachow-Ins. gefund. Arten sind mit einem * be- 
zeichnet.) *F.tigris, *O. lupus, "©. familiaris (recent), *V. lagopus, 
*Gulo luscus, *U. maritimus, "U. arctos, * Phoca foet., *T’r. rosmarus, 
Sperm. eversmanni, * Arvicola 2 sp., * Lemmus obensis, *Myod. torquatus, 
*L. varlab., *Bison priscus, *Ovibos mosch., Ovis nivicola, *C. saiga, 
*A. palmatus, R. tarandus, *C. canad. var. maral., *E. caballus, 


“Rh. tichorhinus, *E. primigenius. — Tr. rosm. wurde auf der Ins. 
Neu-Sibirien, Sperm. eversm., Ovis niv. u. Alc. palm. im Janagebiet 
gefunden. 


Vf. theilt d. Arten ein in: Hochnord., in südsib. (d. h. gegenw. 
südl. des 60° n. Br. lebend) u. solche, die beiden Gebieten gemein- 
sam sind. Schlüsse über das frühere Klima Sibir. stützt Vf. auf 
die ihm über die lebenden Thiere bek. Thatsachen. Es finden sich 
unter den gesamm. Knochen mehrere Arten aus d. Norden u. Süden 
Sibiriens, die gegenwärtig noch existiren; ausserdem lebten damals 
bis in d. äussersten Norden (Ljachow-I.) der Tiger, die Saiga-Ant., 
der Maral und Wildpferde, die heute den 60° nicht überschreiten. 
Hierauf gestützt verbindet Vf. die gesammten dem Norden u. Süden 
gemeins. Sp. zu e. Gruppe v. Gliedern der Zone des „gemässigten“ 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894, 253 


Klimas, um aus deren Uebergewicht über die auf diese Weise pro- 
centarisch dezimirten nord. Sp. den Schluss abzuleiten, dass das 
Klima zu jener Zeit milder war. Unter den Sp. des gemäss. Kl. 
werden die ausgestorb. Arten Bison prisc., Rh. tichorh., El. prim. auf- 
gezählt. Vf. meint nun, dass d. Hochnord. Sib. noch im postglac. 
Abschn. der Dil.zeit ein Klima haben musste, welches ungleich 
milder war, als das heutige. Die Fauna von Neu-Sib. bezeichnete 
nach Vf. jenen Moment, wo die Fröste den Boden schon durch- 
drangen u. Aufeisbild. in den Flussthälern entstanden, wo aber doch 
wenigstens zur Sommerszeit auch noch die südlich. Elem. der Fauna 
hoch nach N. streiften, während Mammut u. Rhin. sich schon ein- 
gewöhnt hatten. Dadurch wurde die Conserv. der Leichen von 
Thieren ermöglicht, die gegenw. dort nicht mehr leben. Darauf 
folgte die Trenn. der neusib. Ins. vom Festl. u. endlich die heutige 
Verödung des Nordens. „Auf diese Weise erscheint uns Sib. als 
ein Gebiet, in welchem der Prozess der allg. Erkalt. d. nördlich. 
Halbkugel u. der Verschlechterung der Existenzbed. für d. Pflanzen- 
u. Thierleben während der Posttert.per. sich in regelmässigster u. 
stetigster Weise vollzog, ohne sichtbar. Schwank. und Stör., wie 
solche in den Gang desselb. Prozesses infolge e. Gletscherentwickl. 
in Europa u. Nordam. eingriffen“. 

Tullberg, Tycho (1). Ueb. einig. Muriden aus Kamerun. — 
N. Acta Ac. Reg. Soc. Sc. Upsal. 4 Taf. Upsala, 1894, 4° (66 p.). 

M. (Isomys) rufocanus sp. n. u. Dasymys longicaudatus sp. n. 

Turner, Sir Wm. The Foetus of Halicore Dugong and of 
Manatus senegalensis. Part I. — Journ. of Anat. and Physiol., 
Vol. 28, P. III p. 315—332, 6 (7) Fig. ' 

Varigny, H. de. Les möfaits des Spermophiles aux Etats- 
Unis. — Revue Scient. (4) T.1 No.1 p. 11—15. 

Siehe schädl. Thiere. 

Vayra, V. EinB. z.K. d. Süssw.fauna v. Bulgarien. — Sitz.- 
Ber. k. böhm. Ges. d. Wiss. Math.-nat. Cl. XLVI, Prag. (4p.). — 
Ausz.: Zool. Anz. XVII. 

Cricetus nigricans nur v. Kaukasus u. aus Abchazien bek., bei 
Schumla. 

Vernhout, J. H. Ueb. d. Placenta d. Maulwurfes (Talpa eur.). 
— Merkel u. Bonnet, Anat. Hft,, 1. Abth., 5. Bd., 1. (XIV.) Hft. 
(40 p.) 8 T£. 

Das Uterus-Epitkel geht zu Grunde, wo sich die Plac. an die 
Gebärmutterwand anlegt. Mütterl. Blut führende, nur von foetal. 
Gewebe begrenzte Gefässe vorhanden, welche aus d. Trophoblast 
entstehen. Den Epiblast der Keimblase, der sich an d. Embr.bild. 
nicht betheiligt, nennt Vf. Trophoblast. 

Vieira, Lopes. Et comp. du Squelette du Chien et du Loup. 
— Ann. Sci. Nat. Porto I p. 108—114. 

Das Gesicht des Hundes ist schmaler als das des Wolfes, weil der 
Arcus zyg. des H. weniger gebogen u. ausgedehnt ist. — Der H. 
besitzt 20 Caud.wirb. (W. 19); sonstige Untersch. an Wirbelsäule 


254 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


nicht vorhanden; ebenfalls keine an Thorax, Vordergliedm. etc. 
Hinterbein b. H. 5 Zehen, Wolf 4, — Es gleichen sich demnach 
im allg. beide Sk., das des Hundes ist aber weniger robust als 
das des W. 

Vogler, Hubert. Die Otterjagd m. Hunden. Ill. v. Emil Klein. 
Ravensberg 1890. Gross 2°, 30 S., Illustr. 

Vf. jagte in Oberschwaben. Die Otterjagd kann auch ohne den 
kostspiel. Apparat der Engländer betrieben werden. Von Ötter- 
hunden kann nach Vf. jetzt als von einer Rasse nicht die Rede 
sein, er regt zur Zucht e. geeigneten Materials an. 


Vogt, C. u. Yung, E. Lehrb. d. praktisch. vergleich. Anatomie. 
Braunschweig, 2 Bde. 8°. In Bd. II Säugethiere: p. 326—958. 

Einleitung (Char., Einth. in 16 Ordn.). Als Typus wird aus- 
führl. in Original-Darstell. p. 330—938 (mit Xyl. 332—373, z. Th. 
col.): Lepus cuniculus behandelt, u. zwar die gröb. Anat. Ergänz. 
betreff. die vergl. Anat. anderer Säugeth.abth. p. 939—956, Litt. 
p. 996— 8. 

Waequant-Geozelles, Staats von (1). Forschungsgänge durch 
Wald und Feld. — Zool. Garten, 35. Jhg. p. 49—50. 

Die abgeworfenen Geweihstangen werden v. Canıden gefressen 
und gekaut, da sie org. u. anorg. Elemente enthalten. Schicksal d. 
abgeworfenen Geweihe. 

Waequant-Geozelles (2). Anpassungsvermögen der Feldmaus 
(Arvicola arvalıs). — Ebd. p. 144—6. 

Ueberirdische Halmnester werden von der Maus angelegt. 

Waite, E. R. Observ. on Dendrolagus benettianus De Vis. — 
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) IX p. 571 Tf. 42, 43. 

Wallace, A. R. The Palaearctic and Nearctic Regions com- 
pared as regards the Fam. and Gen. of their Mammals and Birds. 
— Nat. Sci. IV p. 433— 445. 

Waldeyer, W. Ueb. d. Anat. des harten Gaumens bei den 
Anthropoiden. — Ausz. in: Monitor. Zool. Ital., 5. Ann., p. 73—74. 

Hylobates-Arten zeigen theilweise e. deutlich markirte Crista 
marginalis; der Gorilla hat keine Spina palat. post.; der Schimpanse 
besitzt sie. Der Gaumen d. Orang ist bald dem des Gor., bald dem 
des Schimp. ähnlich. 

Wilckens, M. Arbeitspferd gegen Spielpferd.. Die Mechanik 
versch. Pferdeformen u. die Reform des Staats-Pferdezuchtwesens 
in Oesterreich. Wien, Fromme, 8° (107 p.) 5 Textf. 

Williston, S. W. (1). Restoration of a Rhinoceros (Acerath. 
fossiger). — Kansas Univ. Quart. Vol. 2 p. 289—290, 1 Tf. 

Williston (2). A new Dicotyline Mammal from the Kansas 
Pliocene. — Science XXIII p. 164. 

Willmers, W. J. Zu d. Art.: Der Riesenhirsch, Cervus oder 
Megaceros giganteus L. — Der Weidmann, XXV.Bd. p. 198—9. 

Maasse v. Schaufeln; Vf. eitirt Sir V. Ball, Specialisten für d. 
indischen Elch. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 9255 


Wilson, J. T. and W. J. St. Me. Kay. On the Homologies 
of the Borders and Surfaces of the Scapula in Monotremes. — Pr. 
Linn. Soe. N. S. Wales (2) Vol. 8 p. 377—385—388, 1 pl. 

Ornithorhynchus u. Echidna werden besprochen. 

Wilson, J. T. Observ. upon the Anat. and Relations of the 
„Dumbbell shaped“ bone in Ornithorhynchus, with a new theory of 
its homology; and upon a hitherto undeser. char. of the Nasal 
Septum in the g. Orn. a. Echidna. — Ebd. Vol.9 p. 129—150, 2 Tf. 

Wolfgramm, Albert. Die Einwirkung der Gefangenschaft 
auf die Gestaltung d. Wolfsschädels. — Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. 
7. Bd. p. 773—822. — Extr.: Zool. Anz. 17. Jhg. p. 344. 

Schakal und Wolf waren bei der Entwickl. des Haushundes 
haupts. betheiligt. Bestimmende Faktoren für die Gestaltung sind 
Muskelthätigkeit und Ernährung, d. h. die Lebensweise. 

Woodward, M. F. (1). Succession and Genesis of Mamm. 
Teeth. — Sci. Progress, Vol.I 94, p. 438—53. (Abstr.: J. R. Mier. 
Soc., London 94, p. 542.) 

Uebers. d. reichen neueren Forsch. hierüber. Die 1. od, „pre- 
milkdentition* ist bei Myrmecobius durch kleine u. verkalkte, nie 
funktionirend. Bez. Die 2. Zahnfolge od. die „Milchzähne“, meist 
funktionirend, die permanente Bez. der Marsup. u. Cetac. Die 3., 
od. Ersatzbez., bei d. meist. Säugeth. funktionirend. Die 4. Bez. (?), 
rudim. beim Seehund (?), gelegentlich funct. beim Menschen (?). 

Woodward (2). On the Milkdentition of the Rodentia, w. a 
deser. of a vestigial Milk Ineisop in the Mouse /Mus muse.]). — 
Anat. Anz. IX p. 619—631. 

Woodward, M.F. (3). Succession and Genesis of Mammalian 
Teeth. — Science Progress, Vol. 1, 1894, p. 438—53. — Abstr.: 
Journ. R. Mier. Soc. London 1894 P.4 p. 542. 

W. summarizes our present knowledge of this subject, on which 
as readers of this Journal will be aware, many workers have lately 
been engaged. 

lst or pre-milk dention, minute calcified teeth never functional, 
present in Myrmecobius. 2nd or milk dentition, generally functional, 
the permanent dentition of Marsupials and Cetacea. äörd or re- 
placing dentition, functional in most Mammals. 4the dentition (?) 
rudimentary in the seal (?) occasionally functional in Man (?). 

Woodward (4). On the Milk Dentition of the Rodentia, with 
a Description of a vestigial Milk Incisor in the Mouse [Mus mus- 
culusl. With 3 figg. in: Anat. Anzeig. 9. Bd. p. 619—631. 

Gebiss von Rodentien. 

Wortman, J. L. and Osborn, Henry Fairf. siehe Osborn, 
Henry, Fairf. and Wortman, J. L 

Wortman, J. L. Osteology of Patriofelis, a Middle Eocene 
Creodont. — Bull. Americ. of Nat. Hist. Vol. VI, p. 129—164, Abb. 
(Schädel. Fig. 15.) 

I. Schädel u. Skelett beschrieben; II. Vergl. mit Oxyaena, Hy- 
aenodon, Palaeonictis, Seehund. Arten der Gatt. Patröofelis. 


256 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Wrangel, Graf C. 6. (1). Ungarns Pferdezucht in Wort und 
Bild [Lief. 21. Schluss des] 3. Bds. Mit 42 Vollbild. Stuttgart, 1893 
[März 94] 8°, 335 p. 

Wrangel (2). Das Buch vom Pferde. Ein Handb. f. Besitz. 
u. Liebh. von Pf. 3. Aufl. 4.—8. Lief. Stuttgart. 8° (p. 193—512). 

Wurm, Frz. Ueb. d. Verbreit. einiger selt. Nager in Nord- 
Böhmen. Prag (Sitz.-Ber. k. böhm. Ges. Wiss., Math.-nat. Cl., 
1894 No.X) 17 p. 

Sperm. eitillus, Crie. frument., Myoxus glis, M. nitela, M. avell. 
Nach 13jähr. Beob. 

Yamamoto, Th. (Tokio). Die Rinderzucht Deutschlands, ihre 
Vergangenheit, ihrgegenw.Standp.und ihre weitere Vervollkommnung. 
Berlin 1894 P. Parey. 

Zaaijer, T. Sur la persistance de la synchondrose condylo- 
ecailleuse dans l’os oceipital de ’Homme et des Mammiferes.. — 
Arch. Neerland., T. 28, p. 411—441, Tf.7—9. Deutsch in: Anat. 
Hefte (1. Abth.) IV, p. 193— 223, Tf. 16—18. — Vorl. Mitth.: Anat. 
Anz. IX, p. 337—342, 5 Abb. 

Untersucht die Knorpelfuge über den partes condyloideae be- 
treffs der Zeit des Verschwindens (meist im 2. Leb.jahr.), der Rich- 
tung des Verschw. Eine dauernde vollst. Persistenz bei Homo nie 
vorh.; auch nicht bei Carniv., Cetac., Insectiv., Chir., Bruta. Bez. 
der Verbindungsart zw. Oce. lat. u. Squama sind 3 Abth. erkennb. 
1) Bei Begrenz. des For. magn. sind alle 3 Knochth. thätig (Homo, 
Sım., Carn., Cet., Rod., Ins., Chir., Bruta u. viele Marsup.). 2) Die 
Oce. lat. allein bilden den Rand des For., sie sind durch Knorpel 
vonein. getrennt. Vorkommen bei Rumin. (excel. Trag. kanchil.), 
Pachyd., Equ., Hippop., Manat., Thylac. cyn., Did. virg. 3) Mittel- 
form zw. 1 u. 2. Eine Spalte zieht vom For. zw. die Bogenstücke 
(ist wahrsch. aber von Bindegew. ausgefüllt). Bei Swöden und bei 
Ceratorhin. verm. — Bei allen Mamm. e. Tendenz zur Obliteration 
der Synchondrosis erkennb. Die Persistenz ist als Hemmungsbild 
aufzufassen. 

Zacher, Gust. Die Zieselplage [Spermophilus] in den Verein. 
Staat. — Zool. Garten 35. Jhg. p. 270—5, p. 297—301. 

Zuckerkandl, E. Zur Anat. und Entwicklg. der Arterien des 
Vorderarmes (I. Theil). — Anat. Hefte (Merk u. B.), 1. Abt., Arbeit 
aus anat. Instit. XI. Hft. (4. Bd. 1. Hft.) p.1—98. 8 Tfl., 12 Textfig. 
Ausz. im Zool. Anz. 17. Jhg. p. 287. 

Bei Monotremen (wahrsch.) die A. mediana das Hauptgef. d. 
Vorderarmes, b. Marsup. u. Edent. die A.mediana; gleichfalls bei 
Rodent. (mit d. Ramus-mediano-radial.), b. Carnivoren (wie b. Rodent.) 
u. b. d. Pinnipedien, b. Delphin. d. A. interossea, b. Insectiv. u. Chiropt. 
die A. mediana, b. Prosimiern ist d. A. ulnaris Hauptg., die mediana 
zurückgebildet, die A. radial. superf. giebt e. rudim. profunda ab. 
Bei den niederen Affen ist das Verhält. ähnl. wie b. Menschen, indes 
entspringt d. A. radialis höher bei d. Anthropom. wie b. Menschen, 
d. A. rad. entspringt nicht hoch. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahre 1894. 257 


II. Uebersicht nach dem Stoff. 
Stimme. 

Hyrax vom Victoria-Nyansa. Lebensweise. Emin bei Noack (1) p.528. 
— Herpestes vom Victoria-Nyansa. Emin bei Noack (1) p.528. — Petrodromus 
tetradactylus Pet. von Mkigwa, Unianiembe, Tabora. Zirpende Stimme. Noack 
(1) p. 573. — Canis familiaris. Nutzen, Entw., Schädel, Haut u. Haar. Beck- 
mann p.62. — Canis lupus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K, p. 129—130. — 
Mustela putorius, Deutschl. Hellkrächzend. od. „keckerndes“ Geschrei. Müller, 
Adf. u. K. p. 153. — Lutra minor, Deutschl. Winselt ähnlich dem Hunde. 
Müller, Adf. u. K. p. 161. — Meles vulgaris, Deutschl. Murksend. Laut. Müller, 
Adf. u.K. p.162. — Cervus Elaphus, Deutschland. Müller, Adf. u.K, p. 174. 
— 0. Alces s. A. jub., Litthauen. Stimme tiefer als beim Damhirsch. Müller, 
Adf.u.K. p.184. — C. Dama, Deutschl. Erhalten v. Schreien angeschwollen. 
Hals. Müller, Adf. u. K. p.187. — C. capreolus aus Deutschland. Müller, 
Adf. u. K. p. 191. — Sus scrofa, Deutschl. Müller, Adf. u. K. p. 201. — Erina- 
ceus ewropaeus, Deutschl. Müller, Adf. u. K. p. 213. — Arctomys Marmota, 
Deutschl. Müller, Adf. u K. p. 227. — Spermophilus Citillus, Deutschl. Müller, 
Adf. u. K. p. 230. — Myoxus muscardinus s. Musc. avell., Deutschl. Müller, 
Adf. u. K. p. 236. — Vesperugo Leisleri, Deutschl. Müller, Adf. u. K. p. 288. — 


Vesperugo pipistrellus, Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 289. — Cavia 
australis von Tornquist in Südargentinien. Matschie (5) p.61. Galago moholi- 
teng. Stimme ähnelt der d. Geckonen. Noack (3) p.53—82. — Canis lupaster 


(variegatus). Stimme von der des indischen Schakals verschieden. Noack (4) 
p. 165—170, p. 195 —201, p. 241—246, p. 260—265. 


Sinnesorgane. 


Tastorgane. 


Tastsinn besonders in den Vorderpfoten bei Lutra minor entwickelt. 
Müller, Adf. p.160. — Rüssel als Tastorgan bei Proboscidea. Vogt u. Jung 
p. 829. — Tastwärzchen, auf welchen feine Tasthärchen stehen, an der vorderen 
Aussenfläche der bedeutenden Ohrmuscheln bei Ckiropteren. Müller, Adf. p. 271. 
— Hautwarzen des Gesichts mit ihren langen Tasthaaren und den sog. Spür- 
haaren der Oberlippe. Beckmann, Geschichte u. Beschreibung der Rassen des 
Hundes p.27. — Tastwärzchen auf einem Hautlappen, welcher mit wolligen 
Haaren besetzt ist, an den grossen Ohren. Müller, Adf. p. 277. — Vater 
Paeini’sche Körperchen (Wollustkörperchen). Röder, Arch. f. wissensch. u. prakt. 
Thierheilk. Bd. XX 2./3. Hft. p. 194—19. 


Nase. 
Epithelknospen in der Regio olfactoria von Bos taurus, Felis dom. u. Le- 
pus am. Disse, Nachr. König]. Gesellsch. Wiss. Göttingen, Math.-phys. Cl. 1894 
No.2. — Nasenhöhle und ihre Nebenhöhlen von Equus cab. Baum, H., Arch. 
f. wiss, u. prakt. Thierheilk. XX. — Riechzellen auf der Schleimhaut der Nasen- 
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 17 


258 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


höhle von Lepus cunic. Vogt u. Jung p.893—895. — Schneider’'sche Membran 
in der Region des Siebbeins u. oberen Teiles der Nasenscheidewand von Canis 
fam. Beckmann, Geschichte u. Beschr. d. Rassen d. Hundes. 


Zunge. 

Zungen-Papillen von Georychus sp. (Sansibar). Noack (1) p.564. — Ge- 
schmackswarzen. Zunge des Can. fam. Beckmann, Geschichte u. Beschreib. 
der Rassen des Hundes p.26. — Untere Zunge dünn, lanzettförmig bei Galago 
moholi-teng. Noack (3) p.55—82. — Geschmacksknospen in den blattförmigen 
Papillen von Lepus cun.-Zunge. M. von Lenhossek p. 1—75, Verhandl. d. phys. 
med. Ges. zu Würzburg. — Geschmacksorgane in der Mundschleimhaut, auf der 
Oberfläche der Zunge uud an deren Seiten. Vogt u. Jung p. 893—895. — 
Phylogenese der Zunge. &egenbaur p.1—19. 


Ohr. 


Vesp. Bechsteini. Nicht am Grunde verwachsen, schmaler als bei V. mu- 
rinus. Müller, Adf. u. K. p. 282. — Vesp. mystacinus. Kurze, derbe Ohren; Deckel. 
Müller, Adf.u.K. p. 232. — V. Daubentonii. Ohrenspitzen wenden sich durch eine 
knieförmige Biegung der Innenränder von einander ab. Müller, Adf.u.K. p.283 
— 284. — V. dasycneme. Ohrdeckel. Müller, Adf. u. K. p. 234. — V. Nattereri. Obr- 
deckel. Müller, Adf. u.K. p. 285. — V. ciliatus. Breitere Ohrmuschel als V. Nattereri. 
Müller, Adf. u. K. p. 285. — Vesperugo Leisleri. Ohren kurz. Müller, Adf,u.K. 
p. 287. — V. pipistrellus. Ohrmuschel von fast Kopfeslänge, stehen am Scheitel ge- 
trennt v. einander; Ohrdeckel. Müller, Adf. u.K. p. 288. — V. serotinus. Stumpf, 
auf d. Scheitel getrennt stehend. Ohren, kürzer als d.Kopf. Müller, Adf.u.K. p.289. 
— Y.discolor. Nicht verwachsene, kurze, abgerundet. Ohren. Müller, Adf.u.K. 
p- 290. — V. Nüsoni. Am Grunde getrennt. Ohren, kürzer als Kopf. Müller, 
Adf. u. K. p.291. — Rhinolophus ferrum eq. Ohr sehr zugespitzt, kein Tragus. 
Müller, Adf. u. K. p. 292. — Oreotragus megalotis n.sp. Im Verh. z. Kopf sehr 
grosse Ohren. Menges p. 130—131. — Dorcatragus megalotis n. sp. s. Oreotragus 
megalotis Menges. Ohren sehr gross. Noack p.202. — Equus cab. Ohrmuschel. 
Ledouble p.42. — Eg. asinus. Ohrmuschel. Ledouble p.42. — Lepus tim. 
Ohrmuschel. Ledouble p.42. — L. cun. Ohrmuschel. Ledouble p.42. — 
Canis fam. Ohrmuschel. Ledouble p.42. — Vespertilio mur. Ohrmuschel. 
Ledouble p. 42. — Cameleop. giraffa. Ohrmuschel. Ledouble p. 42. — Elephas 
indieus. Ohrmuschel. Ledouble p. 42. — Petromys typicus. Ohr erheblich 
abweichend v. d. Typus Smith, Pachyuromys auricularis, Saccostomus lapi- 
darius, Mus dolichurus, M.lehocla, Orocidura martensi, Macroscel. rup., Nyeteris 
cap., Vesperus cap., V. minutus, Miniopterus schreibersi, Galago moholi-teng. 
Noack (3) p. 53—82. — Vespertilio mur. Cercles tympanique et bulbe. 
Stylhyal. membrane de tympan, cavit& tympanique, canal de Fallope, museles 
des osselets. Beauregard (1) p.366—372. — Pteropus medius. Bulle m. du 
tympan, can. tymp. osselets de l’ouie, muscles des oss. nerf facial, corde du 
tympan. Beauregard (1) Journ. de l’anatom. et de la physiol. T.30 No.4 p. 372 
— 376. — Georychus sp., Sansibar. Asymm. Bau. Keine Ohr-Oeffnung zu sehen. 
Noack (1) p. 563. — Gerbillus boehmi, Tabora. Noack (1) p. 566. — Mus sp., Bu- 
koba. Noack (1) p. 564—571. — EBrinaceus albiventris, Tabora. Noack (1) p. 574. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 189. 259 


— Taphozous mauritianus, Tabora. Noack (1) p.585. — Phyllorhina rubra n. Sp. 
vom Lugerrinjere-Fluss. Noack (1) p.586. — Rhinolophus capensis. Noack (1) 
p.588—589. —- Can. fam. Beckmann p.26. — Canis lupus. Müller, Adf.u.K. p.127. 
— Lutra vulgaris. Möglichkeit d. Verschlusses der Ohren gegen Eindringen des 
Wassers durch Klappen. Müller, Adf.u.K. p. 153. — Cervus Alces. Ulrich b. Müller, 
p. 188. — Talpa europaea. Ohrmuscheln fehlen. Der Gehörgang kann jedoch von den 
im Pelze verborgenen Ohrenrändern verschlossen werden. Müller, Adf. u.K. p.216. 
— Castor Fiber. Müller, Adf.u.K. p. 289. — Chiropteren. Ohrdeckel ohne sichtliche 
Muskelvorrichtung. Müller, Adf. u.K. p. 271. — @ymnorrhina. Müller, Adi. u.K. 
p.276. — Plecotus auritus. Müller, Adf. u.K. p.277. Ohren sehr gross. — Pl. barba- 
stellus. Breite Ohren, Ohrdeckel. Müller, Adf. p. 279. — Vespertilio murinus. 
Die nicht verwachsenen Ohren sind länger als der Kopf; Tragus. Müller, Adf. 
p- 280. — Bos taurus. Membr. du tymp., cav. tymp., oss., marteau, l’euc., l’Etr., musc. 
des oss. Beauregard, H. (1) p.376—379. — Eudelphinus delphis. Bull.tymp. Beau- 
regard (1) p.379—392. — Cachalot. (Bull. tymp., membr. du tymp., cavite tymp., 
sinus aeriens, parois de la cavit& tymp., osselets de l'ouie ligaments). Beau- 
regard (1) p. 392. — Balaenoptera rostrata. Bulle tymp., memb. du tymp., cav. 
tymp., sinus a6riens, parois de la cav. tymp., oss. l’ouie, ligaments du marteau. 
Beauregard (1) p. 392—399. — Felis nigripes. Ohr einfarbig, breit abgerundet, 
braun. Matschie, P. (2) p. 258—259. — Vespertilio chiloensis Waterh. Ohren 
so lang wie d. Kopf. Matschie, P. (5) p.58. — Seotonyceteris Zenkeri Mtsch. 
sp.n. Ohren länger als d. Mundspalte. Matschie, P. (6) p.203. — Anoma- 
lurus. Gestalt: d. Ohren ähnl. Se. zenkeri Mtsch. spec. nov. Matschie, P. (6) 
p- 194. — Mus neumanni Mtsch. sp. n. Ohren rostbraun behaart, reichen ange- 
legt nicht bis zum Auge u. s. zieml. rund. Matschie, P. (6) p.204. — KFelis 
dom. Cortische Membran. Coyne et Cannieu p.175. — Canis fam. Cort. M. 
Coyne et Cannieu p.177—178. — Mus rattus. Cort. M. Coyne et Cannieu 
p. 176—178. — Vespertilio mur. Cort. M. Coyne et Cannieu p. 176—178. — 
Bos taurus. Cort. M. Coyne et Cannieu p. 176--178. — Lepus cun. Aeusseres, 
mittleres, inneres Ohr od. häutiges Labyrinth etc. v. Lepus cun. L. Vogt u. 
Jung p. 900-905. — Didelphys soricina. Philippi, R. A. (1) p.36. — Orang- 
Utan. Bolau p. 97-102. — Eguus cab. Ohrtrompeten. Peter, Berth. p. 327 
—376. — Tapirus americ. Ohrtrompeten. Peter, Berth. p. 327—376. — 
Vespertilio mur. Ohrtrompeten. Peter, Berth. p. 327—376. — Vespertilio 
austus. Ohrtrompeten. Peter, Berth. p. 327—376. — Pteropus Edwarsi. Ohr- 
trompeten. Peter, Berth. p. 327—376. — Hyrax capensis. Öhrtrompeten. 
Peter, Berth. p. 327—376. 


Auge. 

Asymmetrischer Bau. Klein: von Georychus sp., Sansibar. Noack (1) 
p. 563. — Iris von Gerbillus boehmi, Tabora. Noack (1) p.566. — Eliomys mu- 
rinus, Ostafr. Iris. Noack (1) p.566. — Mus microdon, Ostafr. Iris. Noack 
(1) 2.569. — Mus sp., Bukoba. Noack (5) p.569—571. — Mus abyss., Tabora. 
Iris. Noack (1) p.571. — Mus rait., Ostafr. Iris. Noack (1) p. 572—573. — 
Petrodromus tetradact., Tabora. Iris. Noack (1) p. 573. — Erinaceus albiv., Tabora. 
Iris. Noack (1) 2.574. — Taphozous maurit., Tabora. Iris. Noack (1) p. 585. 
— Phyllorhina rubra, Lugerrinjere-Fluss. Noack (1) p.586.— Helogale undul. parv., 
Uniamuesi. Noack (1) p. 581-582. — Pachyuromys aur, Iris schwarz, Canis canna, 

17* 


260 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Auge gross, dunkel. Noack (3) p. 53-82. — Equus cab. Bach (1) p. 241—255. 
— Canis fam. Beckmann p.26. — C.lupus, runde Pupille. Müller, Adf.u.K.p.127 
— Lutra minor. Müller, Adf. u.K. p.160. — Cervus Alces. Ulrich bei Müller, Adf. 
u.K. p.180. — Talpa eur. Fast mikroskop. klein. Müller, Adf. u.K. p.216. — 
Myozus nitela. Müller, Adf. u. K., p.233. — Castor Fiber, Nickhaut. Müller, Adf. 
u.K. p. 239. — Eguus cab. Netzhaut. Kallius, p. 529—576. — Bos taurus. Netz- 
haut. Kallius, p. 529—576. — Homo sapiens. Netzhaut. Kallius, p. 529—576. — 
Sus. Netzhaut. Kallius, p.529—576. — Felis domestica. Netzhaut. Kallius, p.529 
—576. — Lepus cun. Netzhaut. Kallius, p. 529—576. — Canis familiaris, Seh- 
purpur. Köttgen u. Abelsdorff, p. 521—522. — Lepus cun., Sehpurpur. Köttgen 
u. Abelsdorff, p. 521—522. — Felis dom., Sehpurpur. Köttgen u. Abelsdorff, 
p. 521—522. — Affe (?), Sehpurpur. Köttgen u. Abelsdorff, p. 521—522. — 
Mus rattus. Auge ohne Pigment. Landeis, H. (5) p.38. — Felis dom., Pupille. 
Johnson, Geo Linds, p. 481—484 (p. 462). — F.catus ferox, Pupille. Johnson, 
Geo Linds, p. 481—484 (p. 462). — Lepus cun. Scelera, Cornea, Chorioidea, Iris, 
Retina, Pupille etc. Vogt u. Jung, p. S95—900. 


Verdauungsorgane und Leibeshöhle. 


Canis fam. Chemische Vorgänge. Laas p.152. — Felis dom. Mund, 
Pharynx, Oesoph. und Magen sind einfach, nur Gaumenspalte, 2 Ilea, 2 Caeca, 
2 Colons, 2 Recta. Lesbre, X. et L. @uinard p. 130. — Procavia syriaca. 


Portio card. des Magens ist länglich oval; zwischen dem Blindsack u. dem zwei- 
fachen Caecum ist ein kleiner kurzer Blinddarm nachzuweisen. P. Matschie (3) 
p. 193. — Spermophilus Richards. eleg. Mageninhalt. Nahrung besteht fast 
vollständig aus Vegetabilien, und die vegetabil. Ueberbleibsel bilden 90°/, des 
Mageninhalt. Varigny, H de p.14. — Magen, Oesoph. u. Duodenum von Orni- 
thorhynchus. Beddard, Frank E. p. 717—718. — Lepus cun. Mundhöhle, 
Zunge, Magen, Darm nebst Anhangsdrüsen etc. Vogt u. Jung p.905—914. — 
Inuus rad. Unverästelte Darmzotten. Rawitz, Bernh. p. 214—216. — Macacus 
cyn. Veräst. Darmz. Rawitz, Bernh. p. 214—216. — Tragulus neminna. Milz, 


Pancreas etc. Alessandrini, Guil. p.52 (269—271). — Globiocephalus Svineval. 
Oesophagus, Magen, 2 Zwischenerweiterungen, Pylorussack, Darm. Cattaneo, 
Giac. p. 401. — Canis fam. Der Magen herausgeschnitten zu exper. Zwecken. 


Carvallo, J. u. Pachoa, V. p. 195—196. 


Rumpf und Gliedmassen. 


Georychus sp, Sansibar, Emin. Die Hand macht den Eindruck, als ob sich 
G. aus e. im Wasser lebend. Säug. entwickelt habe. Rudiment des 6. Fingers. 
Noack (1) p.563. — G@erbillus boehmi, Tabora. Metatarsus. Noack (1) p.566. 
— Erinaceus albiv., Tabora. Metacarpus, Metatarsus, Finger, Zehen. Noack 
(1) p. 574. — Taphozous maurit., Tabora. Maasse. Noack (1) p.585. — Phyllorkina 
rubra, Lugerrinjere-Fl. Noack (1) p.587. — Eguus caballus Leisering-Hart- 
mann p.224— 226. — Orang-Utan. Bolau p. 97—102. — Canis fan. Beckmann. 
Wirbelsäule, Vorder- u. Hintergliedm., p. 20 —26. — Mustela martes. Müller, Adf. 
u. K. Sohlen, p.144. — Lutra vulg. Läufe kurz, muskulös, Füsse mit Schwimm- 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 261 


häuten zw. d 5 Zehen versehen. Müller, Adf. u.K. p. 153. — L. minor. Füsse 
mit Schwimmhaut. Müller, Adf. u.K. p.158. — Cervus alces. Hoher Aufbau am 
Widerrist b.C. Müller, Adf. u. K. p. 180. — Talpa eur. Schaufelf. Riesenpfoten. 
Müller, Adf.u.K. p.217. — Mus min. Vorderf. klein, mit e. Daumenansatz versehen; 
Zehen mit langen Nägeln. Vorderf. kurz, 4zehig, Hinterf. lang, 5zehig. Müller, 
Adf.u.K. p. 248. — Chiropteren. Zehen, Fuss, Festigkeit des Brustkorbes, Kreuz- 
bein mit d. Sitzbeinen verwachs., vorn offenes Becken, starkes Schlüsselbein in fester 
Verbindung m.d.Schultern, Orista sterni, Verknöcherung der kurzen Rippen. Müller, 
Adf. u.K, p. 269—272. — Plec. auritus. Finger. Müller, Adf.u.K. p. 278. — Ves- 
pertilio mur. Finger. Müller, Adf.u.K. p.281. — V. mystacinus. Beachtenswert 
ist d. Gliederung des dritten Fingers. Müller, Adf. u.K. p. 283. — V. Daubentonü. 
Finger. Müller, Adf. u.K. p. 283. — V. dasycneme. Fussfrei, die Flaukenfusshaut 
des Plagiopatagium schon über d. Ferse endend. Müller, Adf. u.K. p.284. — V. 
nattereri. Finger, Sprungbein. Müller, Adf. u. K. p. 285. — Vesperugo noctula. 
Finger. Müller, Adf. u.K. p. 285, 286. — V. Leisleri. Finger. Müller, Adf. u.K. 
pP. 287. — V. pipistrellus. Finger. Müller, Adf. u.K. p. 288. — V. discolor. Fuss- 
sohlen zeigen deutl. runde Schwielen; Finger. Müller, Adf. u. K. p. 290. — Rhino- 
lophus ferr. eg. Hinterfüsse mit d. Seitenflughaut bis zur Fusswurzel verwachsen; 
Finger. Müller, Adf. u.K. p. 292. — Dorcatragus megalotis. Maasse, Huf. Noack, 
Th. (2) p.203. — Elephas afrikanus (?). Einzelne Röhrenknochen. Solger,B.(1)p.1 


—4. — Petromys typ., Pachyuromys aur., Saccostomys lapid., Macroscelid. vesp., 
Vespertilio minutus, Miniopterus schreibersi. Noack (3) p. 53-82. — Sus 
mit 5 Beinen. Landois, H. (7) p. 61—62. — Megatherium tarigense, fossil 


Calcaneus: Philippi, R. A. (3) p. 90. — Idiurus zenkeri. Finger. Matschie, P. (6) 
p. 195. — Scotonycteris zenkeri. Matschie P. (6) p.201. — Mus neumanni. Füsse. 
Matschie, P. (6) p. 204. — Perissodactylen. Mittelfinger wiegt vor, bildet die 
Achse des Fusses. Voigt u. Jung, p.829. — Artiodactylen. Füsse mit höch- 
stens 4 Zehen, von welchen 2 mittlere das Uebergewicht haben. Vogt u. Jung, 
p. 829. — Didelphys marsup. calif. Bennett. Allen, J. A. (2) p.168. Hinter- 
gliedmassenrudimente eines Phocaena-Embryos. Guldberg p. 499-500. 


Schädel und Gebiss. 


Aulacodus, Vietoria-Ny. Fell. Emin bei Noack (1) p.528. — Lepus saw., 
Tabora. Reifer Embryo. Schädelmaasse. Emin bei Noack (1) p.543. Gebiss. — 
Hyrax brucei, Mpuapua, Unianiembe. Gebiss, Emin bei Noack (1) p. 536 —537. 
— Lepus netscheri, Sumatra. Rel. schwache Entw. des Supraorbitalflügels. Noack 
(1) p.543. — L. microtis Leche. Noack (1) p.544. — L. berberanus von Heugl. 
Noack (1) p. 546. — L. vulg., erwachsen. Keine Verdoppelung der oberen, hinter. 
Nagezähne. Noack (1) p. 546. — L.sax., Tabora. Schädel. Stirnbeine zeigen zw. 
d. Supraorbitalflügeln 2 länglichrunde Knochenplatten, wie bei den Muriden, diese 
und ihre Umgebung sind zu 2 runden Wülsten aufgetrieben, die an die Bildung 
von Stirnzapfen bei den Ruminantien erinnern. Im Alter fehlt wahrsch. diese 
Bildung. Die Scheitelbeine besitzen auch die eingeschalteten Knochenplatten 
der Muriden. Beschreib. von 3 Embryonentypen. Noack (1) p. 542-550. — 
L. variabilis vom Ussuri. Nicht unerhebliche Abweichung im Schädel gegen 
Z. vulg., nähert sich den von Cuniculus, zeigt überhaupt e. primitiveren T'ypus, 


262 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Noack (1) ».550. — Carpolagus niger. Noack (1) p.551. — Cuniculus ferus. 
Untersch. von L. vulg., Gebiss. Noack (1) p.551—553. — Gerbillus boehmi, 
Ostafr. Foramina-Schädel. Noack (1) p. 557. — Dipus jae., Kenteigebirge. Ver- 
glichen mit Heliophobius, Gebiss. Noack (1) p.557. — Mus rattus von Ostafrika. 
Spuren geschwundener Zähne deutlicher als bei M. decum. Noack (1) p. 557. 
— Mus microdon, Ostafr. Gebiss. Noack (1) p.557. — Isomys abyss., Ostafr. 
Gebiss. Noack (1) p.557—558. — Calomys flavescens, Jukatan. Verglich. mit 
Isomys abyss. Noack (1) p.558. — Arvicola amphib., Ostsibirien. Schädel mit 
ostafr. Sp. vergl. Noack (1) 9.558. — Microtus von Australien. Schädel mit 
ostafr, Sp. vergl. Noack (1) p.558. — Callodontomys, foss. Nager. Spuren ge- 
schwundener Zähne. Vor M, tiefe Grube. Noack (1) p.558. — Dicoelophorus, 
foss. Nager. Praemolar noch vorh., an der bei Callodontomys angegebenen 
Stelle. Noack (1) p.558. — Lagostomus incisus u. cavifrons, fossile Nager. 
3eckige Grube vor M, oben tiefer u. schärfer als bei d. recenten L. trichodact. 
Noack (1) p. 550. — Dolichotis platyceph., fossil. Flache Grube vor M,. Noack (1) 
p- 558. — Litocranius walleri, Somaliland, Menges. Spuren geschwundener 
Zähne. Alle Foramina nehmen von vorn nach hinten deutlich zu, sind durch 
Lücken getrennt u. sitzen an denselben Stellen, wie d. entsprech. Zähne b. Ca- 
melus, Procamelus, Homocamelus beweisen, also d. einstige Aehnlichk. des Anti- 
lopen-Gebisses mit dem der Cameliden. Noack (1) p.558. — Lagomys hyperbor., 
Kentei-Geb. Unterschied von Lepus; wahrsch. aus e. ander. Stamm hervorgeg. 
Noack (1) p. 553—554. — Equus Andium, Unterkfr.-Gebiss. Braneo. — Hy- 
strie afr.-austr., Gebiss. Noack (1) p. 554—55. — Coelogenys paca, D. Östafr. 
Gebiss. In der Mitte des recht. Jochbogens liegt flach eingebettet in e. tiefen 
Grube ein kleiner Knochen (2 mm |]., 1,5 br.), der abgebroch. Spitze e. flachen 
Zahnes ähnl. Parasitäre Zahnbild. Noack (1) p.555. — Cavia aperea, D.-Ost- 
Afr. Gebiss. Ahnen und Verwandte in den Pampas (Ameghino). Noack (1) 
p. 555556 — Castor fiber, D.-Östafr. Gebiss. Noack (1) p.556. — Protau- 


cheria Reissii spee.nov. Gebiss. Branco, W. — Sciurus vulg., D. Ostafr. Ge- 
biss. Untere Kante des Eckfortsatzes stark einw. gebogen. Noack (1) p. 596. 
— (Cervus sp. Gebiss. Branco. — Sciurus bicolor von Malacca. Gebiss 


Knochenzacken üb. d. Symphyse des Untkief. hinter d. unt. Nagezähnen. Noack 
(1) p. 556. — Spermophilus eversmanni. Gebiss. Noack (1) p. 556. — Eliomys mu- 
rinus, Ostafr. Gebiss, Spur einer Alveole unten in der Symphyse des Unter- 
kiefers u. eines 5. Backzahnes. Noack (1) p. 557. -— Heliophobius emini, Ostafr. 
Gebiss. Noack (1) p.557. — Neotragus saltianus, Somaliland. Gebiss. Noack 
(1) p. 558. — Heliophobius eminin.sp. Gebiss. Simba-Muönne. T.18 Fig.5—9. 
Noack (1) p.562. — Georychus sp. von Sansibar. Emin: Fg.10, 11, Tf. 18. 
Gebiss. Vgl. Heliophobius ete. Noack (1) p. 562-5. — Mus sp., Bukoba, 
Emin. Noack (1) p. 570. — Petrodromus tetradact., Mnigwa, Unianiembe, 
Tabora. Gebiss. Noack (1) p.573. — Erinaceus albiventris, Tabora. Gebiss. 
Noack (1) p. 574—6. — Felis calig., Tabora, Unianiembe. Schädelmaasse. 
Milchgebiss. Im Schädel der Wildkatze kein Beweis gegen die Verwandt- 
schaft der europ. Wild- u. Hausk., nach Verf. Noack (1) p.579. — FPro- 
teles lalandi, Ugogo u. Somalil. Gebiss. Taf.18 Fig.13. Noack (1) p.582—4. 
— Phyllorhina rubran.sp., Lugerrinjere-Fl. Gebiss. Tf.18, Fg.14, 15. Noack 
(1) p.587—8. — Rhinolophus cap., T.18, Fig. 16, 17, Lugerrinjere-Fl. Gebiss. 
Noack (1) p.589. — Helogale undul. parv., Muaba-Fl., Uniamuesi. Gebiss, 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 9263 


Noack (1) p.581—2. — 1) Hyrax capensis Schr. Interparietale in d. Jugend 
deutlich erkennbar, schmal, U. K. Schädelmasse. 2) Petromys typicus Sm, 
Schädelmasse, Gebiss. 3) Pachyuromys auwricularis Sm., Schädelmasse, Gebiss. 
4) Soccostomus lapidarius Pet., Schädelmasse. 5) Mus dolichurus Smuts., Ge- 
biss, Schädelmasse. 6) M. lehocla Sm., Schädelmasse, Gebiss. 7) M. (Lemnis- 
comys) lineatus Sparrm. Geoffr. Cuv. 8) Xerus capens. Kerr. 9) Crocidura 
martensi Dobs., Gebiss gleicht genau d. Abb. Dobsons, Schädelmasse. 10) Ma- 
croscelides rupestris Sm., Schädelmasse. 11) M. typic. Sm., Schädelmasse. 
12) Nyeteris cap. Sm., Schädelmasse, Gebiss. 13) Vesperus capensis Sm., Schädel- 
masse, Gebiss. 14) V. minutus, Schädelmaasse, Gebiss. 15) Miniopterus schrei- 
bersi Natt., Schädelmasse, Gebiss. 16) Canis canna Sm., Schädelmaasse, Gebiss. 
17) Otocyon caffer Desm., Milchgebiss zeigt noch heutzutage Anklänge an das 
Gebiss d. Insektenfresser, Schädelmaasse. 18) Galago moholi-teng Sin., Schädel- 
maasse, Gebiss. 19) Cynocephalus ursinus, Schädelmasse, Gebiss. Noack (3) 
p. 53—82. — Equus cab. Baum (1) p. 89—170. — Eg. Baum (1), canalis 
infraorb., p.155. — Simia inuus (2). «audry, p.312. — Rhinoceros Mercki. Gaudry, 
p. 312. Zahn. — Elephas antiquwus. Gaudry, p. 312. — Ursus priscus. Gaudry, 
p. 312. — Zeuglodon Osiris n.sp. Nasalia, Frontalia, Parietalia; Anfang der späteren 
Schnauzenverlängerung der Supramaxillen in ein Rostrum. Dames p. 1—36 (bzw. 
Naturw. Rundsch. No.19). — Canis fam. Beckmann, p. 40. — Felis catus. 
Müller, Adf. u. K., p. 92—93. — Mustela martes. Müller, Adf. u. K., p. 144. 
— M. putorius. Gebiss. Müller, Adf. u. K., p.152. — Lutra vulg. Gebiss. 
Müller, Adf. u. K., p. 154. — Cervus Alces. Untkf.-Gebiss. Müller, Adf. u. K., 
p. 380. — Sus scrofa. Müller, Adf. u. K., p. 200. — Crocidura. Gebiss. Müller, 
Adf. u. K., p. 207. — Sorex s. Crocid. aran. Gebiss. Müller, Adf. u. K., p. 207. 
— Crossopus foediens. Gebiss. Müller, Adf. u. K., p.208. — Arctomys mar- 
mota. Gebiss. Müller, Adf. u. K., p. 207. — Myoxus glis. Gebiss. Müller, 
Adf. u. K., p. 231. — Castor fiber. Gebiss. Müller, Adf. u. K., p.239. — Mus 
musculus. Zähne. Müller, Adf. u. K., p. 246. — Arvicola agrestis. Gebiss. 
Brehm b. Müller, Adf. u. K., p. 210. — COhiropteren. Gebiss. Müller, Adf. u. K., 
p- 270. — Gymnorrhina. Gebiss. Zwischkfr. mit d. Obkf, verwachs. Müller, 
Adf. u. K., p.276. — Plecotus aur. Starke Wölbung des Kopfes, Nasen- 
bein. Müller, Adf. u. K., p.277. — Vespertilio murinus. Gebiss. Müller, 
Adf. u. K., p. 281. — Vesperugo noctula. Breite Ausbuchtung des Obkfers. 
Müller, Adf. u. K., p.285. — V. pipistr. Schädel abgeflacht. Müller, Adf. 
u. K., p. 283. — V. serot. Flache Stirn. Eckzahn. Müller, Adf. u. K., p. 289. 
— V. discolor. Abgeflachter Schädel. Müller, Adf. u. K., p. 290. — Mus de- 
cum. Untersch. in der Gestalt. d. Schädelpartie von rattus. Reeker, p. 72. — 
Ursus, Canis, Hyaene, Gebiss (Abbild.), Elephas-Milchbackzähne, Rhinoceros- 
Molaren, Equus-Molaren, Sanglier-Gebiss. Harle (1) p. 234—241. — Mus rattus. 
Reeker, p. 72. — Oreotragus megalotis n.sp. Menges, p.130—1. — Cricetus 
nigricans. Gebiss. Nehring (3), p. 144, 148, 150. — Dorcatragus megalotis 
n. sp. s. Oreotr. meg. Menges. Stirn, Nasenb., Hinthaupt, Obkfer., Thränenb,., 
Gehörblasen, Untkf., Maasse, Gebiss. Noack (2), p. 202—4. — Phenacodus europ. 
aus d. Eoveänzeit. Rütimeyer bei Schlosser, p.158. — Phenacodus minor. 
Eoeän. Gebiss. BRütimeyer bei Schlosser, p. 158. — Protogonia cartieri, Eocän. 
Zahn. Rütimeyer bei Schlosser, p. 158. — Meniscodon Picteti, Eocän. Gebiss. 
Rütimeyer bei Schlosser, p. 158. — Pelycodus helveticus, Eocäner Lemuroide, 


264 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Gebiss. Rütimeyer bei Schlosser, p. 153. — Hyopsodus jurensis, Eocän. Le- 
muroide. Gebiss. Rütimeyer bei Schlosser, p. 158. — Calamodon europaeus, 
Eoeän. Tillodontier. Rütimeyer bei Schlosser, p. 153. — Myodes torq., fossil. 


Nehring (5), p.21. Gebiss. — M.lemmus, foss. Nehring (5), p.21. Gebiss. — Arvi- 
cola gregalis, fossil. Nehring (5), p.21. Gebiss. — Lagomys sp., fossil. Nehring (5), 
p. 21. Gebiss. — Vespertilio atacamensis. Gebiss. Philippi (2). — Hippi- 
dion R. Owen, fossil. Gebiss. Philippi, R. A. (3), p.88. — Hippidion nanum, 
fossil. Unterkf. Philippi, R. A. (3), p.188. — Hippidion bolivianum, fossil. 
Unterkf. Philippi, R. A. (3), p. 88. — AMastodon andium, fossil. Spiral- 
förmige Stosszähne.. Ameghino bei Philippi, R. A. (3), p. 88. — M. platensis, 
fossil, lange, dünne, fast gerade Stosszz. Ameghino bei Philippi, R. A. (3), p. 88. 
— M.rectus, fossil, mit geraden, dicken Stossz. Ameghino bei Philippi, R. A. (3), 
p. 88. — M. argentinus, foss., mit kurzen, dünnen, beinahe gerad. Stossz. Ameg- 
hino bei Philippi, R. A. (3), p.48. — M. Humboldti, fossil, mit dieken u. stark 
gekrümmten Stossz. Ameghino bei Philippi, R. A. (3), p.88. — M. superbus, foss., 
mit weniger dicken Stosszz. Ameghino bei Philippi, R. A. (3), p.88. — M. chi- 
lensis Philippi s. Mandium, fossil. Unterkiefer. Philippi, R. A. (3), p.89. — Mega- 
therium Sundti Philippi, fossil. Gebiss, Schädel. Philippi, R. A. (3), p.91. — 
Megath. americ. s. Cuvieri. Unterkiefer. Philippi, R. A. (3) p.91, fossil. — 
M. antigquum. Backzähne. Philippi, R. A. (3) p. 90. — Scelidotherium ? com- 
pressum. Siebbein. Philippi, R. A. (3) p. 92. — Scelid. leptocephalum Burmeister 
s. Sc. Oapellini Ameghino. Philippi, R. A. (3) p.93. — Mylodon robustum. 
Philippi, R. A. (3) p.92. — Scelid. Bravardi, Schädelansicht. Ameghino bei 
Philippi, R. A. (3) p.93. — Scel. bolivianum, fossil. Philippi (3) p.94. — 


Vespertilio atacamensis. Gebiss. Philippi (2) p.5. — Herpestes neumanni n. sp. 
Untersch. v. A. gracilis. Process. zyg., Gebiss, Schädelmaasse. Matschie (1) 
p.122. — Pediotragus neumanni sp.n. Untersch. von P. tragulus. Gebiss und 


Maasse des Schädels. Matschie (6) p. 122—123. — Herpestes gracilis. Unter- 
schied v. H. neumannin.sp. Gebiss. Matschie (6) p. 122. —- Pediotragus tra- 
gulus. Aehnl. neumanni. Gebiss. Matschie (6) p. 122—123. — Chrysochloris 
stuhlmanni sp. n. Untersch. v. rıtilans, Gebiss: 40 Zähne. Matschie (6) p. 124 
— 125. — Chrys. obturostris. Gebiss, Maasse. Matschie (6) p. 124—125. — Chr. 
rutilans. Zähne in geringerer Zahl als bei Ohr. stuhlmanni. Matschie (6) 
p. 124—-125. — Seiurus pauli sp.n. Gebiss. Matschie (9) p. 256—258. — Se. 
rufobrachiatus. Zähne. Matschie (9) p. 257. — Felis nigripes. Gebiss. Matschie 
(10) p. 259. — Felis manic. Matschie (10) p. 253. — Felis caffra. Matschie (10) 
p. 258—259. — Cebus azarae. Schädelm., Gebiss. Matschie (2) p. 57-58. — 
Canis cancrivorus Desm. Matschie (2) p. 60. — Lutra paranensis. Matschie (2) 
p. 60. — Galictis barbara. Schädelmaasse. Matschie (2) p. 60 u. 61. — Taman- 
dua tridact. Matschie (2) p.63. — Mwyrmecophaga jubata. Matschie (2) p. 62 
u. 63. — Cervus rufus. Matschie (2) p. 63. — (ervus nemorivagus. Eckz. im 
Obkfr. Matschie (2), p. 64. — Idiurus zenkeri sp. n. Fam. Protrog. Beschreibung, 
Schneidez., Mol, Praem., Maasse des Schädels. Matschie (8) p. 199—200. — 
Scotonyeteris zenkeri Mtsch. sp. n. Schädelm., dent. inc, can., mol. Matschie 
(8) p. 200. — Anomalurus Fam. Protrog. Infraorbitalforamen rundlich im Gegs. 
zu Sc. zenkeri. Gebiss. Matschie (8) p. 196 u. 197. — Myoxus Fam. Protrog. 
Matschie P. (8) p.197. — Dipus Fam. Protog. Jochbogen, Fenster im Untkfr. 
Matschie (8) p.197. — Epimophorus v. Afrika, Durch die geringe Molarenzahl 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 265 


von Pferopus untersch. Matschie, P. (8) p.201. — Leiponyx von Afrika. Mit 
nur 4 ob. Molaren. Matschie, P. (8) p. 201. — Eonycteris von Afrika. Mit nur 
4 ob. Mol. Matschie, P. (8) p.201. — Cynonyet. grand. Molaren. Matschie, 
P. (8) p.201. — Mus neumanni Mtsch. sp.n. Schädelmaasse. Matschie, P. (8) 
p. 204—205. — Mus dorsalis. Schädel im Profil, Bau u. Anordn. d. Zähne wie 
bei neumanni. Matschie, P. (8) p. 204. — Golunda fallax,. Stets tief gefurchte 
Zähne, abessin. zuweilen schwach gefurcht. Matschie, P. (8) p.205. — Pachy- 
ura leucura Mtsch. sp. n. s. Croc. albicauda Noack. 8 Zähne im Obkfr.; ferner 
ist d. Gebiss ähnlich dem von petersi bei Dobson. Matschie, P. (8) p.205. — 
Felis nigriceps. Breiter Schädel, d. niedrige Innenhöcker d. pm! bild. mit d. 
vorderen Spitze desselben einen rechten Winkel. Matschie (10) p. 258-259. — 
Phloeomys pallidus. Backenz.; Nasenbein länger als bei Phl. cumingi, Umgeb. 
des foramen infraorb. weicht ebenfalls von Ph. cum. ab. Schädelm. Nehring, 
A. (1) p. 181—182. — Phloeomys cumingi. Nasenbein. Nehring, A. (1) 
p. 182. — Tupaja ferruginea. Schädelmaasse. Nehring, A. (1) p. 185. — 
Bubalus moellendorfi sp. n. Schädel-Masse, Backenz. Auffällig ist d. Form 
des letzten oberen Praemol. Fig. 2 u. 3, Schneidez.; Bullae audit. vergl. mit 
den). v. Bub. indicus. Nehring, A. (1) p. 187—189. — Cricetus nigricans. 
Nehring (3) p. 147—150. — Tamarao von Mindoro. Unt. Backz. ähneln 
sehr dem B. moellendorffi sp. n., Bullae aud. sind von derselben Form wie 
beim B. moellendorffi. Nehring, A. (1) p. 187 u. 188. — Bubalus mindo- 
rensis. Stimm, Schädelm. Moellendorfi bei Nehring (1) p.189. — Bubalus 
indicus. Stirn. Nehring, A. (1) p. 189. — Sus barbatus var. palav. Neh- 
ring s. Sus ahaenobarbus Huet. Gaumb., Schädelm. Nehring, A. (1) p. 190 
—191. — Sus celebensis. Gaumenbeine. Nehring, A. (1) p. 190. — Sus 
barbatus var. calamianensis Nehr. s. Sus calamianensis Heude. Gaumen, 
Vorkommen, Schädelm., Gebiss. Nehring, A. (1) p.191—195. — Sus Marchei 
Huet s. S. celeb. var. philipp. Nehring s. 8. phil. Meyer. Bildung der Choanen- 


partie, Schädelm., Gebiss. Nehring, A. (4) p.220. — Tragulus nigricans von 
Balabac. Canini-Gebiss. Nehring, A. (4) p. 224. — Ursus cinnamomeus. Ge- 
biss, Schädelm. Brown, Arth. Erwin, p. 120-123. — Ursus arctos. Gebiss, 
Schädelm. Brown, Arth. Erwin, p. 126-7. — Ursus horribilis. Gebiss, 
Schädelm. Brown, Arth. Erwin, p. 120-2. — Ursus americanus. Gebiss, 


Schädelm. Brown, Arth. Erwin, p. 120—2. — Ptyssophorus elegans Ameghino, 
fossil. Untkfr., Gebiss. Merriam, €. Hart. (1) p. 225—231. — Tetromys atavus, 
fossil. Gebiss, Oberkiefer. Merriam, C. Hart. (1) p. 231—2. — Hodomys alleni 
Merriam. Schädelm. Merriam, C. Hart. (1) p. 233—236. — Hodomys vetulus 
sp. n. Schädelm. Merriam, C. Hart. (1) p. 236. — Xenomys nelsoni Merriam. 
Gebiss. Schädelm. Merriam, €. Hart. (1) p. 239. — Putorius peninsula 
Rhoads sp. n. Gebiss, Schädelm. Rhoads, Sam. N. (1) p.152—5. — Procyon 
lotor. Gebiss, Schädelm. Rhoads, Sam. N. (1) p. 155—6. — Scalops parvus 
Rhoads sp. n. Gebiss, Schädelm. Rhoads, Sam. N. (1) p. 157-8. — Sig- 
modon hispidus littoralis (?) Chapman. Schädelm. Rhoads, Sam. N. (1) 
p- 160-1. — Arvicola (Tetramerodon) tetramerus Rhoads sp.n. Gebiss. Rhoads, 
Sam. N. (2) p.232—3. — Arvicola borealis Richardson. Vorkommen. Rhoads, 
Sam. N. (2) p. 285. — Evotomys pygmaeus sp.n. Gebiss, Schädelm. Rhoads, 
Sam. N. (2) p. 254. — Evot. gappensaturatus sbsp. n. Gebiss, Schädelm. 
Rhoads, Sam. N. (2) p. 234—5. — Evot. oceidentalis. Gebiss. Rhoads, Sam.N. 


266 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


(2) p. 284. — Evot. californicus. Gebiss. Rhoads, Sam. N. (2) p. 284. — Arvi- 
cola (Mynomes) drummondi. Schädelm. Rhoads, Sam. N. (2) p 287. — Sitomys 
megacephalus sp. n. Gebiss, Schädelm. Rhoads, Sam. N. (3) p. 254. — Sit. 
insolatus sp.n. Gebiss, Schädelm. Rhoads, Sam. N. (3) p.256. — Sit. herroni 
nigellus sp. n. Schädelm. Rhoads, Sam. N. (3) p. 258. — Sit. keeni sp. n. 
Schädelm. Bhoads, Sam. N. (3) p.258. — S. macrorhinus sp. n. Schädelm. 
Rhoads, Sam. N. (3) p.259. — S. americanus artemisiaesp.n. Schädelm. Rhoads, 
Sam. N. (3) p. 260—261. — Perognathus baileyi sp.n. Schädelm., Fig.1. Mer- 


riam, C. Hart. (2) p.261 u. 263. — Per. columbianus sp.n. Bullae auditivae, 
Basisphenoid ete., Fig. 2. Merriam, C. Hart. (2) p.263—4. — P. nevadensis 
sp. n. Gebiss. Merriam, €. Hart. (2) p. 264. — P.longimembris panamintinus 


sbsp. n. Bulla auditiva ete., Fig. 4. Merriam, €. Hart. (2) p.265. — P. flavus 
mexicanus sbsp. n. Bulla auditoria ete., Fig.5. Merriam, €. Hart. (2) p. 265 
—6. — P. (Chaetodipus) nelsoni sp.n., Fig.6. Merriam, C. Hart. (2) p. 266. — 
P. (Chaetodipus) stephensi n.sp., Fig.7. Bulla audit, Nasale, Rostrum. Mer- 
riam, C. Hart. (2) p.267. — P. (Ohaetodipus) intermedius canescens sbsp. n. 
Interpar., Nasale, Frontale ete. Merriam, €. Hart. (2) p. 267. — Zapus trino- 
tatus sp. n. Rhoads. Gebiss, Schädelm. Rhoads, Sam. N. (6) p.421—2. — 
Neotoma monochroura sp. nov., Schädelmaasse, Gebiss, Neotoma intermedia sp. noV., 
Schädelmaasse, Dipodomys parvus spec. nov., Schädelmaasse. Rhoads (7) p.67—71. 
Protosorex erassius sp. n., fossil. Gebiss, Schädelm. Seott, W. B. (1) p. 446—8. 
— Simia von den Sundainseln. Nähte des Schädels. Delisle, P., p. 241—242. 
— Kanguroo. Unterkiefer erkrankt an Osteomyelitis. Lannelongue et Achard, 
p. 959—962. — Bos opisthonomus zur Quaternärzeit. Pomel, A. p. 526. — 
Kleiner Nagezahn und ein Backzahn von Plagiaulac. Lydekker (3) p.206. — 
Gazella dorcas L. Schädelm. Thomas (1) p. 472. — Gazella Cuvieri Og. 
Schädelm. Thomas (1) p. 472. — Gazella rufina spec. nov. Abbildung des 
Schädels, fig. 1; Schädelm. Thomas (1) p. 468, 472. — Gazella Loderi 
Thos. Abbildung des Schädels, fig. 2; Schädelm. Thomas (1) p. 470, 472, 
— Madoqua Guentheri spec.nov. Schädelm., Gebiss, Abbildung des Schädels, 
Fig.1. Thomas (2) p. 324—327. — Madoqua Phillipsi spec. nov. Schädelm., 
Abbildung des Schädels incl. Gehöm, fig. 3. Thomas (2) p. 327—328. — 
Madoqua Swaymnei spec. nov. Schädelm. Thomas (2) p. 3283—329. — Ma- 


doqua saltiana. Schädelm. Thomas (2) p. 326. — Madoqua damarensis. 
Schädelm. Thomas (2) p. 326. — Madoqua kirki. Schädelm. "Thomas, 
(2) p. 326. — Didelphys aurita. Gebiss 77°. @oeldi, Emil August (2) 


p. 460. — Micoureus griseus. Schädelm. Goeldi, Emil August (2) p. 461. — 
Peramys tristriatus. Schädelm. Goeldi, Emil August (2) p.465. — Cercopi- 
thecus Wolfi. Schädelm. Meyer, A. B. (1) p. 83—84. — Stenoderma montserra- 


tense spec. nov. Schädelm., Gebiss. Thomas (4) p. 132—133. — steno- 
derma achradophilum Goss. Gebis. Thomas (4) p. 133. — sStenoderma 
nichollsi. Gebiss. Thomas (4) p. 133. — KRhuymnchogale Melleri Gray. Ge- 
bis. Thomas (6) p. 139—140. — Lepus Whytei spec. nov. Schädelm. 
Thomas (6) p. 102. — Procavia Johnstoni spec. nov. Gebiss, Schädelm. 
Thomas (6) p. 142—144. — Perognathus latirostris. Schädelmaasse s. Abbild. 


Rhoads (8) p. 185—187. — Monotremata. Kiefer zahnlos. Vogt u. Jung, 
p.828. — Marsupialia. Gebiss. Vogt u. Jung, p.328, — Edentata. Gebiss. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 267 


Yogt u. Jung, p. 828. — Cetacea. Gebiss. Vogt u. Jung, p.828. — Sirenen. 
Gebiss, Vogt u. Jung, p. 829. — Perissodactylen. Zahnsystem,. Vogt u. Jung, 
p.829. — Artiodactylen. Zahnsystem. Vogt u. Jung, 9.829. — Proboscidea. 
Zahnsystem. Vogt u. Jung, p. 829. — Rodentia. Zahnsystem. Vogt u. Jung, 
p. 829. — Insectivora. Zahnsystem. Vogt u. Jung, p. 829. — Chiroptera. Zahn- 
system. Vogt u. Jung, p.829. — Pinnipedia. Zahnsystem. Vogt u. Jung, 
p.829 — Carnivora. Zahnsystem Vogt u. Jung, p.830. — Prosimiae. Zahn- 
system. Vogt u. Jung, p.830. — Lepus cuniculus L. Die Schädelknochen, 
Gebiss. Vogt u. Jung, p. 845—855. — Megaladapis madagascariensis. Gebiss, 
Schädelm., Mandibula, ramus mandibularis ete. Major, C. 3. Forsyth (1) p.15 
—19. — 1) Microcebus minor, Gebiss, Formverschiedenheiten d. Schädels bei 
verschiedenen Individuen v. M. minor. 2) M. myoxinus. Schädel weicht v. 
M. minor ab. 3) M. smithi, schmaler Schnauzentheil des Schädels. 4) .M. co- 
quereli, Gehirnschädel hoch u. stark gewölbt, beinahe kugelig; Molarenform. 
5) M. fureifer, entfernt sich am Schädel vw. Gebiss mehr v. d. übrigen Microe. 
6) Opolemur samati, niedriger u. flacher Schädel im Vgl. zu Chirogale u. Microceb. 
7) Opol. thomasi sp. nov. (Tab.I, Fig., Taf. II, Fig.2, 11), Gebiss. 8) Chärogale 
mihi (Taf. II, Fig. 1, 8, 9). 9) Ch. melanotis spec. nov. (Tat. I, Fig. 10). 
10) Chirogaleus trichotis, Gebiss (Schädelmaasse 1—10). Major (4) p.2-39. 
— Evotomys fuscodorsalis spec. nov. Gebiss, Schädelm. Allen, J. A. (1) 
(1) p. 103—104. — Mephitis mesomelas Lieht. Gebiss, Schädelm. Allen, J. A. 
(2) p. 190—192. — Mephitis mephitica. Schädelm. Allen, 9. A. (2) p. 190. — 
— Mephitis estor. Schädelm. Allen, J. A. (2) p.190. — Insectivora. Zaaijer, 
T., p.337—342. — Carnivora Zaaijer, T., p. 337—342. — Üetaceen. Zaaijer, 
T., p. 337—342. — Chiropteren. Zaaijer, T., p 337—342. — Bruta. Zaaijer, T., 
p. 337—342. — Simiae. Zaaijer, T., D.337—342. — Cercopithecus. Zaaijer, 
T., p. 337—342. — Prosimiae. Zaaijer, T., p. 337—342. — Pachydermata. 
Zaaijer, T., 7. 337-342. — Swidae. Zaaijer, T., p.337—342. — Hippopotomi- 
dae. Zaaijer, T., p. 337—342. — Hippopotamus amphibius. Zaaijer, T., p. 337 
— 342. — Ruminantien. Zaaijer, T.,p.337—342. — Bovidae, Zaaijer, T.,p.337—342. 
Antilopidae. Zaaijer, T., p.337—342. — Marsupialia. Zaaijer, T., p. 337—842. 
— Thylacinus cymocephalus. Zaaijer, T., p. 337—342. — Didelphydae. Zaaijer, 
T., p.337—342,. — Didelphys virginiana. Zaaijer, T., p.337—342. — Dasy- 
uridae. Zaaijer, T., p.337—342. — Rodentien. Zaaijer, T., p. 337—342. — 
Castoridae. Zaaijer, T., p. 337-342. — Dasyproctidae. Zaaijer, T., p. 337 
— 342. — Cavidae. Zaaijer, T., p.337--342. — Leporinae. Zaaijer, T., p. 337 
—.342. — Sirenen. Zaaijer, T., p. 337--342. — Halicore dujong. Zaaijer, T., 
p.337—342. — Manatus australis, Zaaijer, T., p. 337—342. — Hylobathes. 
Crista marginalis. Waldeyer, W. p. 73-74. — Gorilla. Spina palat. post. 
fehlt. Waldeyer, W. p. 73—74. — Schimpanse. Spina palat. post. vorhand. 
Waldeyer, W. p. 73-74. — Sus scrofa. Ossificationscentren des Basi-occi- 
pitale. Staurenghi (2) p. 170-171. — Bos taurus. Parietalia reduciert. 
Bianchi, Stanisl., p.344. — Bos bubalus. Parietale Fontanelle. Bianchi, 
Stanisl., p.344. — Sus longirostris Nehring (s. Sus barbatus). Gerade Ver- 
Jängerung der Gaumenbeine, Bezahnung. Spillner, Rud. v., p. 347. — Erina- 
ceus. Bezahnung. Leche, W., Zool. Anz. 17. Jhg._ p. 363. — sSoriciden. 
Bezahnung. Leche, W., Zool. Anz. 17. Jhg. p. 363. — Talpidae. Be- 
zahnung. Leche, W., Zool. Anz. 17. Jhg. p.363. — Canis familiaris. Prae- 
molar,. Leche, W., Zool. Anz. 17. Jhg. p.505. — Phoca. Pd., geht dem 


268 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


1. Praemolar nicht voraus. Leche, W., Zool. Anz. 17.Jhg. p.505. — Chiro- 
ptera. Wiederholung früherer Angaben über das Gebiss. Leche, W., Zool. 
Anz. 17. Jhg. p. 505. — Marsupialier. Mit der Schilderung des Gebisses 
wird begonnen. Leche, W., Zool. Anz. 17. Jhg. p. 505. — Protoceras-Schädel fast 
völlig ohne die merkwürdigen Hornzapfen u. Protuberanzen, der sonst für die g' so 
charakteristisch. Theile. Marh (1) p. 206. — Elotherium crassum, Forts. d. Jugale, 
am Unterrand des U.-Kiefers ebenfalls 3 Forts. Marsh (1) p.206. — Ruminantien. 
Kronencement in den Backzähnen. Hoffmann, Alfr., p. 506 -507. — Hyrax. 


Zahnentwicklung. Fleischmann, A., p. (47) 49—54. — Pithecanthropus erectus. 
Gebiss; Schädel ca. ?/, des menschlichen. Dubois, Eug., p. 557. — Sus. Molaren- 
ÖOntogenese. Nawroth, Paul, Inaug. Dissert. 29p. — Patriofelis ferox, eocän, 


Fam. Oxyaenidae. Abbildung des Schädels Fig.1, 2, 3. Gebiss. Wortmann, 
J. L, p.129—136. — Aceratherium trigonodum spee.nov. Gebiss. Abbildung 
Fig.1. Osborn and Wortman, p. 199-202. — Aceratherium (Caenopus) mite 
Cope. Gebiss, Abbildung Fig. 2 p.204. Osborn and Wortman, p. 203—204. — 


Aceratherium occidentale (Leidy). Dentition = I Ds a Schädel. Osborn 


and Wortman, p. 204—205. — Aceratherium platyycephalum spec. nov. Dentition 
EN Abbildung Fig. 4. Osborn and Wortman. — Aceratherium 


2’ 0° 4232 8° 
tridactylum Osborn. Dentition — 2, 5 = Osborn and Wortman p. 206 


— 207. — Metamynodon planifrons S.& ©. Dentition J. >, 0.4, Pm.-, M.z- 
Osborn and Wortman p.208—210. — Mesohippus bairdii (Leidy). Dentition. 
Osborn and Wortman p. 213—214. — Oreodon culbertsonii Leidy. Osborn and 
Wortman p. 215-216. Abbild. der Basi-oceipitalregion Fig.5 p.21 Tab. — 
Oreodon gracilis Leidy. Abbildung der Basi-oceipitalregion Fig.5B. Osborn 
and Wortman p. 210-218. — Oreodon bullatus Leidy. Abbildung der Basi- 
oceipitalregion Fig.5C. Osborn and Wortmann p.218. — Eporeodon major 
(Leidy). Abbildung der Basi-oceipitalregion. Fig.5D. Osborn and Wortman 
p- 218—219. — Hyopotamus americanus Leidy. Abbild. d. Palatal Views of 


Skull. Osborn and Wortman p. 219—220. — Hyopotamus brachyrhymchus 
spec. nov. Dentition. Osborn and Wortman p.220—221. — Anthracotherium 
curtum Marsh. Dentition. Osborn and Wertman p. 221—222. — Anthraco- 


therium karense spec. nov. Dentition, Abbildungen M.1, M.2 (3). Maasse: M2—3, 
54 mm. Wirth M.3, 27 mm. Osborn and Wortmann p. 222—223. — Hyaenodon 
paucidens spec. nov. Dentition: J. Zn C. %, Pn.-, M. 3 Osborn and Wort- 


man p. 223— 224. — Hyaenodon crucians Leidy. Milk Dentition. Osborn and 
Wortman p. 225—227. — Hoplophoneus occidentalis Leidy. Dentition. Osborn 
and Wortman p.227—228. — Neotoma micropus Baird. Schädel-Maasse. Gebiss. 
Allen (5) p. 233—240. — Perognathus pricei spec. nov. Schädel-Masse. Allen 
(6) p. 318. — Perognathus conditi spee.nov. Schädel-Maasse. Allen (6) p. 318 
— 319. — Reithrodontomys mexicanus fulvescens subspee. nov. Allen (6) p. 319 
— 320. — Arvicola leucophaeus spec. nov. Schädel-Masse, Dentition, Allen (6) 
p- 320—321. — Neotoma campestris spec. nov. Dentition. Allen (6) p. 302—323. 
— Neotoma rupicola spec. nov. Allen (6) p. 323—324. — Neotoma grangeri spec. 
nov. Schädel-Maasse. Allen (6) p.324. — Nycetinomus nevadensis (H. Allen). 
Schädel-Maasse. Allen (6) p. 328. — Arvicola (Redomys) haydenii Baird, 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 269 


Schädel-Maasse. Allen (6) p.329. — Arvicola (Redomys) cinnamomeus Baird. 
Dentition. Allen (6) p.330—8331. — Phenacomys truei spec. nov. Gebiss. Allen 
(6) p. 332. — Arvicola insperatus. Gebiss. Allen (7) p. 347. — Sitomys ameri- 
canus gossypinus Le Conte. Schädel-Masse. Chapman p. 335—336. — Lepus 
palustris paludicola (Miller & Bangs). Schädel-Maasse. Chapman p. 341. — 
Phascolomys Wombat. Foetalstatus- Gebiss. Röse p.37. — Felis domestica. 
Gebiss, Bau- u. Entstehung. Scheidt p. 425. — Lepus nigronuchalis sp. nov. 
Hartert p. 40. — Macroscelides fuscipes spec. nov. Schädel-Masse, Gebiss. 
Thomas (10) ». 68. — Macroscelides pulcher spec. nov. Gebiss, Schädel-Maasse. 
Thomas (10) p. 69. — Dasypus Nationi spec. nov. Schädel-Maasse. Thomas (7) 
p. 71. — Aulacodus gregorianus spec. nov. SchädelMasse, Gebiss. Thomas (6) 
p. 203—204. — Lepidolemur leucopus spec. nov. Gebiss. C. J. Forsyth Major 
(2) p. 211. — Orang-Utan. Bolau p. 97—102. — Pieropus admiralitatum spec. nov 
Thomas (8) p. 293. — Sciurus Styani spec.nov. Schädel-Maasse. Thomas (9) 
p. 364. — Lepus Swinhoei (Lepus Tolai Swinh.). Schädel-Maasse. Thomas (9) 
p. 368. — Hemitragus Jayakari spec. nov. Bau u. Schädel-Maasse. Thomas (11) 
p. 366. — Tupaia ferruginea palawanensis subspec.nov. Schädel-Maasse. Thomas 
(12) p: 367. — Geomys scalops spec. nov. Gebiss, Schädelknochen. Schädelmaasse. 
Thomas (14) p. 437. — Didelphus (Philander) trinitatis spec. nov. Schädel- 
Masse. Thomas (14) p.439. -—— Rodentien. Zahnschmelz von lamellösem Bau. 
Preiswerk p. 687—690. — Sciurus vulgaris. Molaren u. Incisiv. Faserstreifen. 
Preiswerk p. 687—690. — Arctomys marmota. Jneis. Faserstreifen. Preis- 
werk p. 687-690. — Mus rattus. Molaren u. 1neis. Faserstreifen. Preiswerk 
p. 687— 690. — Carnivoren. Zähne gebändert. Preiswerk p. 687—690. — Lemur. 
Molaren u. Ineisiv-Faserstreifen d. Zahnschmelzes. Preiswerk p. 687-690. — 
Primates. An Molaren u. Incisiv-Faserkstreifen sehr deutlich. Preiswerk p. 687 
— 690. — Carnivoren. Faserstreifen meist deutlich an Zähnen. Preiswerk, R., 
p. 687— 690. — Ungulaten. Faserstreifen an Zähnen. Preiswerk p. 687—690. 
Simia inuus. Fossil. Gaudry p. 907 (bzw. Naturw. Rundsch. No.24). — KRo- 
dentien. Gebiss. Woodward (4) p. 619—631. 


Skelett. 
Matschie (6). Fibula mit Tibia in d. unteren Hüfte verwachsen, Rippen 
von Idiurus Zenkeri Mtsch. spec. nov. — Matschie (6). Metacarpus von Scoto- 


nycteris Zenk. Mtsch. spec. nov. — Nehring (1). (7) Halswirbel, (14) rippen- 
tragende, (5) Lendenwirbel, (5) Kreuzwirbel und (29) Schwanzwirbel von PAloeo- 


mys pallidus Nehring. — Tornier (2). Am Mts., sind Tuberositas plantar- 
medialis und plantar-lateralis; am Mts., die Tuberositas plantaris u. plantar 
lateralis vorhanden bei Viverra p.70. — Tornier (2). Mts., und Mts., haben 


eine Tuberositas plantar-medialis und plantar-lateralis bei Ursidae p.70. — Tornier 
(2). Mts., u. Mts., haben eine Tuberositas plantar-medialis und plantar-lateralis 
bei Mustelinidae p. 70. — Tornier (2). Tarsus mit Tuberositasentwicklung von 
Halbaffen p.70. — Tornier (2). Tarsus von Hyaena crocuta. Fig. VIII. p. 70 
u. 71. — Tornier (2). Mts., mit Tuberositas plantaris von Macropus. Fig. VI 
p. 72. — Tornier (2). Metatarsus von Artiodactylen. Fig. VII. p. 72. — 
Tornier (2). Metatarsus von Halbaffen. Fig. VII. p. 72. — Tornier (2). T, u. 
T,. Gelenkflächen von Perissodactylae p.73. — Tornier (2). Mts. von Mono- 
tremata p. 74. — Tornier (2). Mts. von Marsupialia p. 74, — Tornier (2). 


270 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Tarsus von Phoca p.75. — Tornier (2). Erste Zehe von Hydrochoerus p. 76. 
— Tornier (2). Zehe von Dasyprocta p.76. — Tornier (2). Sustentaculum 
tali stösst an d. Nav.-Tuberositas plantar. bei Orycteropus p. 78. — Tornier 
(2). $Sustentaculum tali stösst an d. Nav.-Tuberositas plantar. bei Equus 
caballus p. 78. — Tornier (2). Zehenverkümmerung bei Macropus p. 79. 
— Riviere. Elephas zur Quatermärzeit p. 359. — Bardeleben. Marsu- 
pialia: Makropus (Halmaturus benetti). Trichosurus vulpecula, Phascolomys 
wombat;, Didelphys marsupialis, Didelphys elegans, Didelphys azarae, Didelphys 
philander, Didelphys crassicaudat, Chironectes minimus (variegatus) pP. 355. — 
Bärdeleben. Kdentata. Pp. is attached on the scaphoid and trapezium; the 
Ph. on the naviculare and first cuneiform, Tamandsa (Myrmecophaga) tetradac- 
tyla, Myrmecophaga jubata, Dasypus sexeinctus, Euphractus minutus, p. 355—356. 
— Bardeleben. Ungulata. Naturally neither a Pp. nor a Ph. is present in 
the Ungulata vera nor in Hyrax. Proboscidea: Elephas africanus, p. 356. — 
Bardeleben. Cetacea the Pp. has been found by Prof. Kükenthal, p. 356. — 
Bardeleben. Insectivora. Pp. on the scaphoid, Ph. on the naviculare and in- 
ternal cuneiform. Centetes ecaudatus, Hemicentetes nigriceps, Hemicentetes varie- 
gatus, Ericulus setosus, Talpa europaea, Scalops argentatus, Myogale moschata, 
Urotrichus talpoides, Tupaja tana, Erinaceus europaeus, Gymnura rafflesti, Galeo- 
pithecus philippinensis, p. 356. — Bardeleben. KRodentia. Pp. on the scaphoid, 
(and metac. I.) Ph. on the internal naviculare and internal cuneiform.  Seiurus 
arizonensis, Sciurus niger, Sciurus vulgaris, KXerus erythropus, Cynomys ludoviei- 
anus, Arctomys marmotta, Castor fiber, Castor canadensis, Myoxus glis (avella- 
narius), Spalax typhlus, Dathyergus maritimus, Georychus capensis, Mwyoscalops 
(Heliophobius) argentocinereus, Geomys hispidus, Dipus jaculus, Pedetes capensis 
(caffer), Myopotamus bonarensis, Aulacodus swindenerianus, Choetomys subspinosus, 
Cercolabes (Symnetheres) insidiosa, Symetheres prehensilis, Erethizon dorsatus, 
Hystric malabariensis, Hystrix javanica, p. 356-357. — Bardeleben. Carnivora, 
Pp. on the scapho-lJunatum and trapezium. Ph. is present on the naviculare 
and internal euneiform. Felis macroscelis, Felis paguros, Felis tigris, Felis pardus, 
Felis tigrina, Felis macrura, Cynoelurus jubatus, Oryptoprocta ferox, Wiverra tan- 
galunga, Viverricula malaccensis, Genetta pardina, Liusang (Prionodon) pardicolor, 
Liusang (Poiana) gracilis, Paradoxurus philippinensis, Paradoxurus typus, Her- 
pestes fasciatus, Herpestes griseus, Herpestes javanicus, Herpestes vichneumon, 
Herpestes pulverulentus, Cynictis penicillata, Galidea olivacea, Hemigalea (=Her- 
pestes) galera, Hemigalea hardwickü, Eupleres gondotü, Proteles eristatus, Hyaena 
striata, Procyon lotor, Procyon canerivorus, Aelurus fulgens, Nasua narica (nasica), 
Cercoleptes caudivolvulus, Lutra brasiliensis, Lutra canadensis, Luira platensis, 
Latax lutris, Mephitis mephitica, Conepatus mapurito, Mydaus meliceps, Meles 
taxzus, Taxidea americana, Helictis orientalis, Ictonyx (Zorilla) capensis, Galictis 
(Grisonia) barbara, Galictis (Grisonia) viltata, Gulo borealis, p. 357— 358. — 
Bardeleben. Pinnipedia: Trichechus rosmarus, Phoca vitulina, Arctocephalus 
cinereus, p. 358. — Bardeleben. Ckiroptera. Pp. attached to the scaphoid, 
small. Ph.? FPieropus medius, Cynopterus marginatus, Vesperugo, Phyllostoma 
hastatum,. — Bardeleben. Lemuroidea. Pp. sitwated on the side of the trape- 
zium, before the scaphoid, behind and on the side of the metacarpale 1. Indris 
brevicaudata (Lichanolus indri), Avahis (Microrhynchus) laniger, Lemurealta, 
Lemur macaco, Lepidolemur mustelinus Geoffr., Lepidolemur microdon (Forsyth 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 271 


Major), Otolienus galago (Galago sp.), Nycticebus (Stenops) tardigradus, Loris 
gracilis, Perodieticus calabariensis, Tarsius spectrum, Ohiromys madagascariensis, 
p. 358—359. — Bardeleben. Primates s. s. (Anthropoidea). Pp. if situated on 
the trapezium, connected by ligaments with the scaphoid. Cebidae: Chrysothrix 
sciurea, Cercopithecidae, Cynocephalus (Hamadıryas) aegyptiacus, Macacus leoninus, 
Macacus laniger, Macacussp.?, Macacus inornatus, Cercopithecus ruber, Cercopithecus 
cephus, Cercopithecus mona, Cercopithecus eynosurus, Semnopithecus mitratus, Colobus 
bicolor, Colobus ursinus, Simüdae: Hylobates lar. In Simia, Gorilla, Anthropopithecus 
no Pp. (=tuberosit scaph?) no Ph., p. 359. — Vogt u. Jung. Lepus cuniculus L. 
Gesammtosteologie, p.833— 861. — Traquair. Grampus griseus, p.1—2. — Ehlers. 
Processus xiphoideus von Manis macrura Eıxl. und Manis tricuspis Sund. No. 42 
p. 540. — Dubois. Femur von Pithecanthropus erectus ähnlich dem des Menschen, 
p.557. — Noack (3). Petromys typ., Pachyuromys aur., Saccostomus lapidar., 
Mus. dolich., M. lehocla, Xerus cap., Crocidura cap., Macroscel. rup., M, typ., 
Nycteris cap., Vesperus cap, V. minutus, Miniopterus schreibersi, Galayo moholi- 
teng. Küörpermasse beschrieben, auch einzelne Skelettstücke p. 53—82. — 
Wortmann. Wirbel, Ribs and Sternum, Sternebrae, Scapula, Humerus, Ulna, 
Radius, Manus, Pelvis, Ischium, Femur, Patella, Tibia, Fibula, Pes, p. 136—152. 
— Branco, W. Wirbelsäule von Equus Andium, Skelett v. Protauchenia Reissi 
spec. nov., Cervus sp. — Osborn and Wortman. Aceratherium tridactylım Osborn 
miocän, p. 207. — Osborn and Wortman. Metamyodon planifrons 8. u. O. 
Vertebrae, Ribs, Scapula, Humerus, Radius, Ulna; the pelvis is wanting, Hind 
Limbs, Manus, Pes, p. 210—213. — Osborn and Wortman. ? Mesohippus longipes 
spec. nov. p. 214—215. — Osborn and Wortman. Hyaenodon crucians Leidy. 
Fragment, p. 224—225. — Osborn and Wortman. Hoplophoneus oceidentalis 
Leidy. Maasse von Humerus, Ulna, Radius, Femur, Tibia, Sacrum, p. 228, ebenso 
von Hoplophoneus primaevus, p. 228. — Allen (6). Perognathus pricei spec. nov. 
Maasse d. Körpers p. 218. — Allen (6). Perognathus conditi spec. nov. Körper- 
maasse, ebenso von Reithrodontomys mexicanus fulvescens subspec. nov., Dilomys 
americanus arizonae subspec. nov., Neotoma campestris spec. nov., Neotoma rupi- 
cola spec. nov., Neotoma grangeri spec. nov., Nyctinomus nevadensis (Allen), Arvi- 
cola (Pedomys) haydenii Baird., Phenacomys truei spec. nov. p. 318—332. — 
Allen (7). Arvicola insperatus spec. nov., Körpermaasse, ebenso Lepus tewianus 
eremicus subspec. nov., Lepus sylvaticus pinelis subspec.nov., Sciurus arizonensis 
huachuca subspee. nov., Sciurus hudsonicus grahamensis subspee. nov. p. 347—350. 
— Chapman, Frank. Sitomys americanus gossypinus Le Conte Körpermaasse 
p. 335, desgl. von Lepus paludicola palustris (Miller & Bangs) p. 340. — Thomas (10). 
Körpermaasse von Macroscelides fuscipes spec. nov. p. 68 u. Macroscelides pulcher 
spec. nov. p. 69. — Thomas (7). Körpermaasse von Dasypus Nationi spec, nov. 
p. 71. — Thomas (8). Pieropus admiralitatum spec. nov. Körpermaasse p. 293. — 
Thomas (9). Sciurus Styani spec. nov. Körpermaasse desgl. v. Lep. Swinhoei 
(L. Tolai Swinh.) p. 364 u. 365. — Thomas (11). Körpermaasse von Hemitragus 
yayakari spec. nov. p. 366. — Thomas (12). Körpermaasse von Tupaia ferruginea 
palawanensis subspec. nov. p. 367. — Thomas (18). Galeriscus Jacksoni spec. nov. 
Körpermaasse p.523. — Thomas (14). Körpermaasse von Geomys scalops spec. nov. 
p. 437. — Thomas (14). Didelphys (Philander) trinitatis spec.nov. Körpermaasse 
p. 439. — Thomas (13). Gazella Loderi spec. nov. Körpermaasse p. 452. — Mettam. 
Os pedis von Ungulaten p. 341. — Löhr. Sulcus praeauricularis des Darmbeins, 
an anderen Knochen ebenfalls derartige Sulc. paraglen. 


9272 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaft. Leistungen 


Haut- und Hautgebilde. 


Haare von Oreotragus in Bussiri. Emin bei Noack (1). — Haut und Haar 
von Cercopithecus erytharchus vom Vietoria-Nyansa. Emin bei Noack (1) p. 528. 
— Fell von Aulacodus vom Westufer des Victoria-Nyansa. Emin bei Noack 
(1) p.528. — Haut von Lepus saxatilis von Tabora. Emin bei Noack (1) p. 542. 
— dGeorychus spec. von Sansibar. Emin bei Noack (1) p.563. — Eliomys 
murinus von Ostafrika. Noack (1) p. 566—567. — Mus microdon von Ostafrika. 
Noack (1) p.569. — Mus spec. von Bukoba am Vietoria-Nyansa. Noack (1) 
p.570. — Mus abyssinicus Rüpp von Tabora. Noack (1) p.571. — Petrodromus 
tetradactylus Pet. von Mkigwa, Unianiembe, Tabora. Noack (1) p. 573. — 
Erinaceus albiventris Wagn. von Tabora. Noack (1) p.504. — Felis caligata 
Temm von Tabora, Unianiembe. Färbung, Haar. Noack (1) p. 576-577. — 
Proteles lalandi Geofir. Taf. 18, Fig. 13. Noack (1) p. 582. — Taphozous 
mamitianus Geoffr. von T’abora. Färbung, Haar. Noäck (1) p. 585. — 
Phyllorhina rubra n. sp. vom- Lugerrinjere-Fluss. Färbung. Noack (1) p. 586 
—587. — Rhinolophus capensis Blas. vom Lugerrinjere-Fluss. Noack (1) p. 583 
—589. — dGenetta senegalensis F. Cuv. Noack (1). Färbung p. 580. — 
Genetta tigrina Schrlb. Färbung. Noack (1) p. 581. — Helogale undulata 
parvula Pet et Sundy vom Muala-Fluss, Uniamuesi. Färbung. Noack (1) 
p. 581-582. — Canis familiaris Haarkleid. Beckmann (1) p. 27—32. — 
Felis catus aus Deutschland. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 93. — Canis lu- 
pus aus Deutschland. Färbung. Haarkleid. Müller, Adf. u. K. p. 128. — Ca- 
nis vulpes aus Deutschland. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 132. — Mustela 
erminea aus Deutschland. Färbung. Müller, Adf. u. K. p.138. — Mustela 
vulgaris aus Deutschland. Färbung. Haar. Müller, Adf. u. K. p. 141—142. — 
Mustela martes aus Deutschland. Kostbarer Pelz. Müller, Adf. u. K. p. 144. 
— Mustela foina aus Deutschland. Helle Pelzfarbe. Müller, Adf. u.K. p. 146. 
— Lutra vulgaris aus Deutschland. Steifes Pelzhaar. Müller, Adf. u. K. p. 153 
—154, — Lutra minor aus Deutschland. Schwimmhaut. Haarkleid. Müller, 
Adf.u.K. p. 158. — Meles vulgaris aus Deutschland. Müller, Adf.u.K. p. 162. 
— (ervus Elaphus aus Deutschland. Geweih. Haarfärbezeit. Müller, Adf.u. K. 
p. 173. — Cervus Alces s. Alc. jubata aus Litthauen. Mähnenartiges Kammhaar. 
Geweihbildung. Bart. Müller, Adf. u. K. p.180-182. — Cervus Dama s. 
Dama platyceros aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 185—186. — Cervus capre- 
olus s. Capreolusvulgaris aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 189. — Capella 
rupicapra aus Deutschland. Nase behaart. Farbe. Müller, Adf. u. K. p. 193. 
— Sus scrofa aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p.199—201. — Sorex vul- 
garis aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p.206. — Sorex s. Crocidura pyg- 


maeus s. minutus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 207. — Sorex s. Croei- 
dura araneus aus Deutschland. Müller, Adf. u K. p.207. — Crocidura leu- 
codon aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 208. — Ürossopus foediens, 


Wasserspitzmaus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p.208 — Erinaceus 
europaeus aus Deutschland. Stachelkleid. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 212 
— Talpa europaea aus Deutschland. Sammetweicher, schwarzglänzender Pelz. 
Müller, Adf. u. K. p.216. — Arctomys Marmota aus Deutschland. Wolliger 
Pelz. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 226. — Spermophilus Citilus aus 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 273 


Deutschland. Färbung. Müller, Adf. u. K. p.228, 229. — Myoxus Glis aus 
Deutschland. Farbe. Müller, Adf. u. K. p.231. — Myoxus Nitela aus Deutsch- 
land. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 233. — Myoxus muscardinus s. Muscar- 
dinus avellanarius. Färbung. Müller, Adf. u. K. p.235. — Castor Fiber aus 
Deutschland. Färbung. Schwimmhaut. Schwanz theilweise von 6eckigen 
kleinen Schuppen bedeckt. Müller, Adf. u. K. p.239. — Mus sylvaticus aus 
Deutschland. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 247. — Mus agrarius aus Deutsch- 
land. Färbung. Müller, Adf. u. K. p.248. — Mus minutus aus Deutschland. 
Farbe. Müller, Adf. u. K. p.248. — Cricetus frumentarius aus Deutschland. 
Farbe. Müller, Adf. u. K. p.250. — Arvicola amphibius aus Deutschland. 
Färbung. Müller, Adf. u. K. p.252. — Arvicola terrestris aus Deutschland, 
Farbe. Müller, Adf. u. K p254. — Arvicola glareolus aus Deutschland. Fär- 
bung. Müller, Adf. u. K. p.256. — Arvicola arvalis s. arvensis aus Deutsch- 
land. Haarkleid. Farbe. Müller, Adf. u. K. p.257. — Arvicola agrestis aus 
Deutschland. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 261. — Lepus vulgaris aus 
Deutschland. Haarkleid. Farbe. Müller, Adf. u. K. p.261. — Lepus cuni- 
culus aus Deutschland. Haarkleid. Färbung. Müller, Adf. u. K. p.265. — 
Chiropteren aus Deutschland. Flug- od. Flatterhaut. Müller, Adf. u. K. p. 269, 
270. — Plecotus auritus aus Deutschland. Flughaut. Färbung. Haarkleid. 
Müller, Adf. u. K. p. 277. — Plecotus barbastellus aus Deutschland. Sammet- 
glänz. Oberseite, Unterseite erscheint grau durchschossen. Müller, Adf. u. K. 
p-280. — Vespertilio murinus aus Deutschland. Flughaut. Pelzfärbung. Müller, 
Adf. u. K. p.281. — Vespertilio Bechsteinii aus Deutschland. Färbung. Be- 
haarung. Müller, Adf. u.K. p.282. — Vespertilio mystacinus aus Deutschland. 
Behaarung. Färbung. Müller, Adf. u. K. p.282. — Vespertilio Daubentonü 
aus Deutschland. Färbung. Haarkleid. Müller, Adf. u. K. p. 283. — Vespertilio 
dasyeneme aus Deutschland. Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 284 — Vespertilio 
Nattereri aus Deutschland. Haarkleid. Farbe. Müller, Adf. u. K. p.285. — 
Vespertilio ciliatus aus Deutschland. Haut. Müller, Adf. u. K. p.285. — 
Vesperugo noctula aus Deutschland. Flughaut, Färbung. Müller, Adf. u. K, 
p- 285, 286. — Vesperugo Leisleri aus Deutschland. Flughaut, Pelz, Färbung. 
Müller, Adf. u. K. p. 282. — Vesperugo pipistrellus aus Deutschland. Flughaut, 
Haare, Färbung. Müller, Adf. u.K p.288. — Vesperugo Nathusii aus Deutsch- 
land. Dunkle, rauchschwarze Farbe als Unterscheidungsmerkmal v. V. pipistrellus. 
Haut. Müller, Adf. u. K. p. 289. — Vesperugo serotinus aus Deutschland. Pelz, 
Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 290. — Vesperugo discolor aus Deutschland. 
Färbung, Haar. Müller, Adf. u. K. p. 290. — Vesperugo Nülsonii aus Deutsch- 
and. Haarkleid, Färbung. Müller, Adf. u. K. p. 291. — Phyllorhina s. Istio- 
phora aus Deutschland. Nasenaufsatz. Müller, Adf. u. K. p. 291. — Rkino- 
lophus ferrum equinum aus Deutschland. Hautgebilde, Haar, Färbung. Müller, 
Adf. u. K. p. 292. — Oreotragus megalotis n.sp. vom Somalilande. Männchen 
gehörnt. Haarkleid, Färbung. Menges p. 130—131. — Cricetus nigricans von 
Ost-Bulgarien u. Dagestan. Haarkleid, Färbung. Nehring (3) p. 147—150. — 
Dorcatragus megalotis n.sp. s. Oreotragus megalotis Menges vom Somalilande. 
Gehörn, Haarkleid, Färbung. Noack (2) p. 202—204. — Tragelaphus imberbis. 
Färbung, Ohrmuschel. Noack (2) p.202. — Mus rattus. Haarkleid, Isabellenfärbung. 
Landois (5) p.38. — Capra. 4hörnig, Haarkleid. Landois (9) p. 64—66. — 
Vespertilio atacamensis Ph. Färbung. Philippi (2) p.d. — Vespertilio relatus 
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 18 


274 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Js. Geof. Philippi (2) p. 6. — Lagidium lutescens Ph. Färbung. Philippi (2) 
p. 8. — Ctenomys robustus Ph. Färbung. Philippi (2) p. 11. — Ctenomys pallidus 
Ph. Färbung. Philippi (2) p. 13. — Otenomys pernix Ph. Färbung. Philippi (2) 
p. 15. — Ctenomys chilensis Ph. Färbung. Philippi (2) p. 16. — Hesperomys 
glirinus Ph. Färbung. Philippi (2) p.19. — Hesperomys lanatus Ph. Färbung. 
Philippi (2) p. 19—20. — Hesperomys puerulus Ph. Färbung. Philippi (2) 
p. 20. — Hesperomys dolichonyc Ph. Philippi (2) p. 21. — Herpestes neumanni 
spec. nov. Färbung. Haarkleid. Matschie (6) p. 121—122. — Pediotragus neu- 
manni spec. nov. Färbung, Haarkleid, Gehörn. Matschie (6) p. 122—123. — 
Herpestes gracilis. Haarkleid, Färbung. Matschie (6) p. 121—122. — Herpestes 
sanguineus. Haarkleid, Färbung. Matschie (6) p.121. — Herpestes ochraeus. 
Haarkleid, Färbung. Matschie (6) p.121—122. — Pediotragus tragulus Hcht. 
Färbung, Gehörn, Haarkleid. Matschie (6) p. 122—123. — Chrysochloris stuhl- 
manni nov. spec. Färbung, Haarkleid, Beschreibung der Klaue des 3. Fingers, 
Krallen. Matschie (6) p. 124—125. — Cariacus peruv. monströs. Geweih; 
©. nictitans var. alba, Galago alleni, Arctoceb. calabariens., Epomophorus, 
Nycteris hisp., VWierra genetta, V. civetta, Herpestes galera, Sciurus u. Mus. 
Matschie (3) p. 129—134. — Sciurus pauli spec. nov. Haarkleid, Färbung. 
Matschie (9) p. 256—258. — Sciurus pyrrhopus. Haarkleid, Färbung. Mat- 
schie (9) p. 258. — Sciurus leucostigma. Färbung, Haarkleid. Matschie (9) 
p. 258. — Sciurus leucogenys. Haarkleid, Färbung. Matschie (9) p. 258. — 
Sciurus palliatus Ptrs. Haarkleid, Färbung. Matschie (9) p. 257. — KEelis 
nigripes Burch. Färbung, Haarkleid. Matschie (10) p. 258—259. — Felis caffra. 
Färbung verschieden von F. nigripes. Matschie (10) p. 258—259. — Manis tetra- 
dactyla L. von Westafrika. Schuppen, Haare, Färbung. Matschie (1) p.7. — 
Manis tricuspis Raf. von Westafrika. Haare, Schuppen, Färbung. Matschie 
(1) p.7. — Manis gigantea Jll. von Westafrika. Schuppen, Zahl derselben, 
Klauen. Matschie (1) p. 7. — Manis pentadactyla L. von Vorderindien. Schuppen- 
anordnung, Klauen. Matschie (1) p.8. — Manis aurita Hodgs. von Himalaya 
u. Südchina. Schuppen, Klauen d. Hinterfüsse kleiner als die der Vorderfüsse. 
Matschie (1) p. 8. — Manis javanica Desm. von Hinterindien, Sundainseln, 
Schuppen, Klauen, Zahl der Schuppen. Matschie (1) p.8. — Cebus azarae 
Rengg. Garrapatal. Haarkleid, Färbung, Haut. Matschie (2) p. 57 u. 58. — 
Vespertilio chiloensis Waterh. Haar, Flughaut. Matschie (2) p.58. — KHelis 
concolor L. Vorkommen, Färbung. Matschie (2) p.58. — Felis oncaL. Vor- 
kommen, Färbung. Matschie (2) p. 59. — Felis mitis F.Cuv. Färbung, Haar- 
kleid. Matschie (2) p. 59. — Felis pardalis L. Färbung. Matschie (2) p.59. 
— Felis geoffroyi Orb. Färbung, Haarkleid. Matschie (2) p.59 u. 60. — Felis 
guigna Mol. Färbung. Matschie (2) p. 59 u. 60. — Felis pajeros Desm. Gelb- 
graue Färbung. Matschie (2) p. 60. — Felis colocolo H. Sm. Färbung. 
Matschie (2) p. 60. — Canis azarae Wied. Fell. Matschie (2) p.60. — Canis 
gracilis Burm. Färbung. Matschie (2) p.60. — Canis cancrivorus Desm. Felle. 
Matschie (2) p. 60. — Nasua nasua L. Färbung des Pelzes gelbgrau. 
Matschie (2) p. 61. — Phyllotis griseo-flavus Waterh. Hellblaugrau mit schnee- 
weissem Bauch. Matschie (2) p. 61. — Myrmecophaga jubata L. Matschie (2) 
p. 62 u. 63. — Tamandua tridactyla L. Matschie (2) p. 63. — Cervus campestris 
Cuv. von Tornquist u. Bahia Blanca; Färbung d. jungen Thiere. Viele Ab- 
änderungen im Geweih, d. Sechsergeweih ist das gewöhnliche. Matschie (2) 
p. 63. — Cervus antisiensis Gerv. Fell. Matschie (2) p.63. — CÜervus rufus 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 189. 9275 


Il. Färbung. Matschie (2) p. 63. — Cervus nemorivagus Goldf. Sommerfell 
scheint mehr hellbraun zu sein. Matschie (2) p. 64. — Idiurus zenkeri Mtsch, 
spec. nov. vom südlichen Kamerungebiete. Haarkleid, Färbung, Schnurrhaare, 
Körperflatterhaut zwischen Ober- u. Unterarm u. Aussenseite des Metatarsus, 
sie wird durch eine Knorpelspange gestützt. Schwanzflughaut. Reihen von 
Hornplatten. Matschie (8) p. 194—198. — Scotonycteris zenkeri Mtsch. spec. nov. 
Dichte wollige Behaarung, Färbung, Krallen. Matschie (8) p. 202. — Anoma- 
lurus Krallen, Flatterhaut zwischen d. Gliedmassen wie bei Sc. zenkeri Mtsch. spec. 
nov., Haarkleid. Matschie (8) p. 194—195.— Megaloglossus. Flughaut. Matschie (8) 
p. 201. — Mus neumanni Mtsch. spec. nov. Färbung, Haarkleid, bekrallte Zehen. 
Matschie (8) p. 204. — Mus dorsalis. Haare der Oberseite denen von M. neumanni 
spec. nov. sehr ähnlich. — Matschie (8) p. 204. — Mus abessinicus. Färbung, Kralle 
and. Aussenzehe. Matsehie (8) p. 205. — Golunda fullax. Nagel an der Aussen- 
zehe, Färbung ähnlich abessinicus. Matschie (8) p. 205. — Pachyura leucura 
Mtsch. spec. nov. s. Crocidura albicauda Noack. Färbung, Haarkleid. Matschie 
(8) p. 205—206. — Phloeomys pallidus Nehring. Färbung, Haarkleid. Nehring 
(1) p. 179—181. — Tupaja ferruginea Raffl. Färbung, Schwanzhaare. Nehring 
(1) p. 184—185. — Bubalus moellendorffi spec. nov. Hörner. Nehring (1) p. 188. — 
Tamarao (Zwergbüffel) von Mindoro. Hörner ähneln sehr denjenigen von Bubalus 
moellendorffi. Nehring (1) p.188. — Sus barbatus var. calamianensis Nehring 
s. Sus calaminensis Heude. Färbung, Haarkleid. Nehring (1) p. 191. — Sus 
Marchei Huet s. Sus celebensis var. philippensis Nehring, s. Sus philippensis 
Meyer. Färbung des ganzen Thieres nach Huet gleichmäss. schwarz. Haar- 
kleid. Gesichtswarze am Schnauzentheile des erwachsenen Männchens, Ent- 
wickelung eines sog. Wangenbüschels. Nehring (4) p. 223. — Tragulus nigri- 
cans OÖ. Thomas. Färbung, Haarkleid. Nehring (4) p.224—225. — Ursus 
cinnamomeus. Färbung. Brown (1), Proc. Acad. Nat. Se. Philad. p. 119—129. 
— ÜUrsus americanus. Färbung. Brown (1), Proc. Acad. Nat. Sc. Philad, 
p. 119—129. — Hodomys alleni Merriam. Färbung. Merriam, Proc. Acad. Nat. 
Soc. Philad. p. 235. — Hodomys vetulus spec. nov. Färbung. Merriam (1) 
p. 236. — Xenomys nelsoni Merriam. Färbung. Merriam (1), p. 2383—239, — 
? Atalapha borealis pfeifferi (Grundlach). Färbung. Rhoads (1) p. 156—157. — 
Sciurus niger Linn. Färbung. Rhoads (1) p. 158. — Geomys tuza Ord. Färbung. 
Rhoads (1) p. 159. — Sitomys niveiventris subgriseus (2) Chapmann, Färbung. 
Rhoads (1) p.160. — Arvicola (Tetramerodon) tetramerus Rhoads spec. nov. 
Färbung. Rhoads (2) p. 283. — Evotomys pygmaeus spec. nov. Färbung 
Rhoads (2) p. 284. — Evotomys oceidentalis. Färbung. Rhoads (2) p. 284. — 
Evotomys californicus. Färbung. Rhoäds (2) p. 284. — Arvicola (Mynomes) 
drummondi. Färbung. Rhoads (2) p. 287. — Sitomys megacephalus spec. nov. 
Färbung. Rhoads (3) p. 254. — Sitomys insolatus spec. nov. Färbung. Rhoads 
(3) p- 256. — Sitomys keeni spec.nov. Färbung. Rhoads (3) p.258. — Sitomys 
macrorkinus spec. nov. Färbung. Rhoads (3) p. 259. — Sitomys americanus 
artemisiae spec. nov. Färbung. Rhoads (3) p. 260—261. — Perognathus baileyi 
spec.nov. Färbung. Merriam (2) p. 262—263. — Perognathus columbianus 
spec.nov. Färbung. Merriam (2) p. 263. — Perognathus nevadensis spec. nov. 
Färbung. Merriam’(2) p. 264. — Perognathus longimembris panamintinus sub- 
spec. nov. Färbung. Merriam (2) p. 265. — Perognathus flavus mexicanus 
subspec. nov. Winter pelage, Sommer pelage, Färbung. Merriam, p. 265266. 


18* 


276 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


— Perognathus (Chaetodipus) nelsoni spec. nov. Färbung. Merriam (2) p. 266. 
— Perognathus (Chaetodipus) stephensi spec. nov. Färbung. Merriam (2) p. 267. — 
Perognathus (Chaetodipus) intermedius canescens subspec.nov. Färbung. Merriam 
(2) p. 268. — Synaptomys cooperi Baird. Färbung. Rhoads (5) p. 391-392. — 
Zapus trinotatus spec. nov. Rhoads. Färbung. Rhoads (6) p. 421. — Spermo- 
philus tredecimlineatus. Färbung. Varigny p. 12. — Spermophilus spilosoma 
obsoletus s. Sp. Kennicotti. Färbung. Varigny p. 14. — Canis sp. inc. (Aguara) 
von Uruguay. Färbung. Aplin (1) p. 298-299. — Conepatus mapurito monzoni 
subspec. nov. Färbung. Aplin (1) p. 302—303. — Anthropomorphen von Sumatra 
und Borneo. Milne-Edwards, A. (1) p. 192. — Simia Satyrus Linne. Färbung. 
Geoffroy de Saint-Hilaire bei Milne-Edwards, A. (1) p.193. — sSimia 
Wurmbü. Färbung. Geoffroy de Saint-Hilaire bei Milne-Edwards, A. (1) 
p. 193. — Simia. Gewicht des Felles. Deniker u. Boulart p. 233-239. — 
Mus musculus von Uruguay. Färbung. Aplin (1) p. 308. — Ctenomys brasiliensis 
von Uruguay. Färbung. Aplin (1) p. 308—309. — Ctenomys magellanicus von 
Uruguay. Färbung. Aplin (1) p. 308—309. — Cavia aperea von Uruguay. 
Färbung. Aplin (1) p. 309. — Hydrochoerus capybara. Färbung. Aplin (1) 
p. 311. — Cariacus campestris. Färbung. Aplin (1) p. 313—314. — Rhinoceros 
simus von Mashonaland. Färbung. Coryndon p. 330-331. — Gazella rufina 
spec. nov. Gehörn, Färbung. Thomas (1) p. 467—468. — Gazella Loderi Thos. 
Gehörn, Färbung. Thomas (1) p. 470—471. — Gazella Loderi. Färbung. Loder 
(1) p. 475—476. — Madoqua Swaynei spec. nov. ähnelt in der Färbung M. saltiana. 
Thomas (2) p. 328. — Cobus ellipsiprymnus. Habit, Färbung. Swayne p.316 
—317. — Ammodorcas clarkei. Färbung. Swayne p. 318. — Equus grevyi. 
Färbung. Swayne p. 321. — Lepus omanensis spec.nov. Färbung. Thomas (3) 
p. 450—451. — Hemitragus jayakari Thos.. Färbung. Thomas (3) p. 454. — 
Cobus ellipsiprymnus. Färbung. Barkley p. 131. — Catoblepas gorgon. Färbung. 
Barkley p. 131. — Bubalis Lichtensteini. Färbung. Barkley p.132. — Didel- 
phys aurita. Färbung. Goeldi (2) p. 459. — Metachirus quica. Hauptfärbung. 
Goeldi (2) p. 460. — Micoureus griseus. Färbung. Goeldi (2) p.461. — Mi- 
coureus pusillus (Grymoeomys agilis). Goeldi (2) p. 462. — Peramys tristriatus. 
Goeldi (2) p. 465. — Cercopithecus Wolfi. Färbung. Meyer (1) p.83—84. — Steno- 
derma montserratense spec. nov. Färbung. Thomas (4) p. 133. — Camelopardalis 
giraffa, var. aethiopica. Färbung. Thomas (5) p. 135—136. — Sciurus mutabilis 
Pet. Färbung. Thomas (6) p. 140—141. — Lepus Whytei spec. nov. Haarkleid. 
Färbung. Thomas (6) p. 142. — Procavia Johnstoni spec. nov. Färbung. Thomas 
(6) p. 142—144. — Procavia Brucei Gray. Färbung. Thomas (6) p. 144—145. — 
Monotremata. Hornplatten auf Kiefer. Vogt u. Jung p.-823. — Edentata. 
Sichelkrallen an d. Zehen. Vogt u. Jung p. 8523. — Rodentia. Krallen. Vogt 
u. Jung p. 829. — Insectivora. Krallen. Vogt u. Jung p. 829. — Carnivora. 
Krallen. Vogt u. Jung p. 830. — Lepus cuniculus, L. Haarkleid. Vogt u. 
Jung p. 833. — Cervus Thamin. Färbung, Mähne, Geweih. — Hohenberg (1) 
p. 76. — Cerus (Megaceros) giganteus fossil. Geweih. Hohenberg (2) p. 142. — 
Lepus americanus Erxl. Färbung. Allen (1) p. 101. — Evotomys fuscodorsalis 
spec. nov. Färbung. Allen (1) p. 103--104. — Didelphys marsupialis californica 
Bennett. Färbung. Allen (2) p. 168. — Lepus callotis Wagler. Haarkleid, 
Färbung. Allen (2) p. 169-170. — Lepus sylvaticus bachmani Waterh. Seasonal 
variation in color. Allen (2) p.170—171. — Perognathus paradoxus Merriam. 
Haarkleid, Färbung. Allen (2) p. 172—174. — Mus musculus Linn. Färbung. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 277 


Allen (2) p.175. — Sigmodon hispidus texianus (And. u. Bachm.). Färbung. 
Allen (2) p. 176. — Oryzomys palustris tewensis subspec. nov. Färbung. Allen (2) 
p. 177—178. — Atalapha noveboracensis Eızl. Färbung. Allen (2) p.185. — 
Scalops texanus Allen. Färbung. Allen (2) p. 186. — Mephitis mesomelas Licht. 
Färbung. Allen (2) p. 188—189. — Spüogale indianola Merriam. Färbung. 
Allen (2) p. 196. — Cavia cobaga. Färbung. Nehring (3) p. 1-6. — Cavia 
aperea. Färbung. Nehring (3) p. 1-6. — Didelphys soricina. Färbung, Haar- 
kleid. Philippi, R. A. (1) p.36. — Didelphys australis. Färbung. Philippi, Fed. 
p. 33—35. — Ornithorhynchus paradoxus. Haare, Drüsengänge, Haarbulbus. 
Poulton (2) p. 290. — Sus longirostris (s. Sus barbatus). Gesichtswarzen. 
Spillner p. 347. — Lepus americanus. Pelz, Färbung. Allen (4) p. 107—128. 
— Perognathus pricei spec. nov. Pelz, Färbung. Allen (6) p. 318. — Reithro- 
dontomys mexicanus fulvescens subspec.nov. Färbung. Allen (6) p. 319—320. — 
Arvicola leucophaeus spec.nov. Färbung. Allen (6) p. 320—321. — Sitomys 
americanus arizonae subspec. nov. Färbung. Allen (6) p. 321—322. — 
Neotoma campestris spec. nov., different in Färbung von N. micropus. Allen 
(6) p. 322—323. — Neotoma rupicola spec. nov. ähnlich N. campestris in Färbung. 
Allen (6) p.323. — Neotoma grangeri spec. nov. in Färbung äbnl. N. cinerea. 
Allen (6) p.324. — Nyctinomus nevadensis (H. Allen), Haarkleid. Allen (6) 
p.327. — Arvicola (Pedomys) haydenii Baird. Färbung. Allen (6) p.329. — 
Phenacomys truei spec. nov. Färbung. Allen (6) p.331. — Lepus sylvaticus 
pinetis subspec. nov. Haarkleid, Färbung. Allen (7) p. 348—349. — sSeiurus 
arizonensis huachuca subspee. nov. Färbung. Allen (7) p. 349. — Sceiurus hud- 
sonicus grahamensis subspec. nov. Färbung. Allen (7) p. 350. — Sitomys 
americanus gossypinus Le Conte. Färbung. Chapman, Fr. p.336. — sSitomys 
floridanus Chapm. Haarkleid, Färbung. Chapman, Fr. p. 337. — Sigmodon 
hispidus littoralıs Chapm. Färbung. Chapman, Fr. p.338. — Geomys tuza Ord. 
Haarkleid, Färbung. Chapman, Fr. p. 339. — Lepus palustris paludicola (Miller 
& Bangs). Färbung. Chapman, Fr. p. 340. — Putorius erminea Linn. Färbung. 
Chapman, Fr. p. 345. — Echidna hystrie Cuv. Stacheln, Haarstellung, tubulöse 
Drüsen nahe den Mammardrüsen. Meijere p.352. — Ornithorhynchus anatinus 
Shaw., Fig. 27. Haargruppen am Rücken, an der Brust, Stachelhaare am 
Schwanz, Stellung. Schweissdrüsen, Mündung am Rücken u. Schwanz. Meijere 
p. 352. — Ühironectes minimus Zimmermann. Schwanz mit Schuppen, 3 Haare 
hinter d. Schuppen. Meijere p.353. — Didelphys murina Linn. Schwanz be- 
schuppt, 3 Haare. Meijere p. 353. — Didelphys marsupialis Linn. Fig. 28. 
Schwanz mit 6eckigen Schuppen. Beschreibung derselben, 3 Sorten v. Haaren, 
sie stehen zerstreut. Schweissdrüsen. Meijere p. 353—354. — Didelphys opos- 
sum Linn. Schwanzschuppen, 3—5 Haare hinter jeder Schuppe, Rückenhaare. 
Meijere p.354. — Dasyurus viverrinus Shaw. Halberwachsenes u. erwachsenes 
Thier. Haaranordnung. Talgdrüsen, Schweissdrüsen. Meijere p. 354-355. — 
Phascologale flavipes Waterh. Haargruppen am Rücken. Meijere p.355. — 
Phascologale minima Geoffr., Fig.29. Pigment am Schwanze undeutlich, Anord- 
nung d. Haare ähnlich PA. flavip. Schweissdrüsenmündung an d. Spitze der 


Haarfollikel. Meijere p. 355. — Sminthopsis murina Waterh. Schwanzhaare, 
Anordnung. Meijere p.356. — Sminthopsis crassicaudata Guer. Schwanz be- 


schuppt, besondere Pigmentvertheilung, hint. jeder Schuppe 3—4 Haare. Schweiss- 
drüsen. Meijere p. 356. — Perameles doreyana Quir. et Gaim. Schwanzschuppen, 
Haare. Meijere p. 359. — Perameles Gunni Gray. Rücken-Haargruppen, 


278 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Meijere p.356. — Perameles obesula Shaw. Junges Individuum. Haare am 
Schwanz regelm. angeordnet, eigentliche Schuppen fehlen. Acinöse Drüsen. Am 
Rücken sind die Liniensysteme d. Stichelhaare auffallend. Meijere p. 356. — 
Phascolomys Mitchelli Owen. Rücken-Haargruppen. Drüsen. Meijere p. 357. 
— Tarsipes rostratus Gervais et Verreaux. 4eckige Schuppen am Schwanz, 
3 Haare. Meijere p.357. — Phalanger celebensis Gray, Fig.30. Warzen am 
proximalen Theile des Schwanzes, 3—4 Haare, Pigmentanordnung. Schweiss- 
drüsen. Haargruppen am Rücken. Meijere p.357. — Trichosurus vulpecula 
Kerr. Haargruppen. Anordnung am Rücken u. Schwanz. Meijere p. 358. — 
Petaurus breviceps Waterhouse. Haargruppen am Rücken u. Schwanz. Meijere 
p. 358. — Distoechurus pennatus Peters. Haargruppen am Schwanze, ohne 
Schuppen. Meijere p. 358. — Acrobates pygmaeus Shaw. Haargruppen-Anord- 
nung am Rücken u. Schwanz. Keine Schuppen am Schwanz. Meijere p. 358. 
— Patorous tridactylus Kerr. Junges ausgestopftes Exemplar, 4eckige Schuppen 
am Schwanze, Haare dahinter. Meijere, p. 358. — Dorcopsis Mülleri Schlegel. 
Anordnung d. Haare am Halse, Schwanz. Meijere p. 358—359. — Petrogale 
penicillata Gray. Schwanzschuppen, 6—7 Haare dahinter. Drüsen. Haar- 
gruppen am Rücken. Meijere p. 359. — Macropus ruficollis Desmar var. Ben- 
netti. Am Schwanz ähnliche Verhältnisse wie bei Petrogale. Pigment an 
Schuppen. Drüsen. Meijere p. 359—360. — Macropus rufus Desmar. Brust- 
u. Bauchhaare. Drüsen. Meijere p. 360—361. — Bradypus tridactylus Linn. 
Haare am Rücken u. vorderen Extremität. Drüsen. Meijere p. 361. — Cho- 
loepus didactylus Linn. Haarbau, Gruppirung. Meijere p.361—362. — Ta- 
mandua tamandua Desmar. Schwanzschuppen (23), Haare. Gruppirung der 
Haare. Meijere p.362. — Myrmecophaga jubata Linn. Haarstellung. Un- 
geachtet der langen Haare kommen auch Schuppen vor. Meijere p.362. — 
Cyelothurus didactylus Linn. Differenzen im Verhältn. zu Myrmecophaga, be- 
züglich der Schwanzhaare. Rückenhaar. Meijere p.362—363. — Chlamydo- 
phorus truncatus Harlan. Panzer, Brusthaare, Rückenhaare, Anordnung derselben, 
Kopfschuppen, Schwanzschuppen, Schuppen an d. Rückenfläche des Vorderfusses. 
Haare. Meijere p.363—364. — Dasypus sexeinctus Linn., Fig.2 p.317. Schuppen 
(vieleckig) am Schulterpanzer. Haarfollikel hinter jeder zusammengesetzen 
Schuppe. Meijere p. 364. — Dasypus villosuws Desmar, Fig. 32 p.364. Vorder- 
fuss. Haaranordnung. Meijere p.364. — Dasypus minutus Desmar. Zusammen- 
gesetzte Schuppen am Panzer u. den Gürteln. Meijere p.365. — Dasypus 
villosus Gray wie bei minutus. — Tolypeutes conurus Geoffr. und tricinctus Linn. 
Zusammengesetzte Schuppen. Meijere p. 365. — Tatusia novemeinta Linn., Fig. 1 
p. 317. Schuppenbildung am Panzer. Haargruppen an d. Bauchfläche, auf je 
einer Warze wurzelnd. Meijere p.368. — Manis crassicaudata Geoffr. Haar- 
kleid redueirt, Schuppen. Keine Gruppirung. Meijere p.366. — Manis java- 
nica Desmar,. Brusthaar. Meijere p.366. — Manis tricuspis Rafin. Embryo. 
Unregelmässig angeordnete Follikel. Meijere p. 366. — Orycteropus capensis 
Geoffr. Foetus. Rickenhaar in Gruppen, am Schwanze ist Haarstellung wenig 
deutlich. Meijere p.366. — Manatus. Borsten, Verteilung. Meijere p. 367. — 
Halicore dujong Illiger. Haarvertheilung b. Foetus. Meijere p. 367. — Hippo- 
potamus amphibius Linn., Fig. 23 u. 24 p. 344. Haaranordnung am Kopfe. 
Drüsen. Meijere p.367. — Hippopotamus liberiensis Morton. Foetus, Haar- 
anordnung im allg. unregelmässig. Meijere p. 367. — Sus vittatus S. Müll. vgl. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 279 


Fig.75 p.321. Borstenfollikel, Wollhaare, Drüsen. Meijere p.368. — Sus 
scrofa Linn. var. domestica. Embryo. Gruppirung der Borsten zu je 3 Schweiss- 
drüsen. Meijere p.368. — Sus barbatus S. Müller. Rickenborsten zu dreien 
stehend. Meijere p. 368. — Potamochoerus penicillatus Schinz. Borstengruppi- 
rung. Wollhaar sehr ausgebildet. Meijere p. 368. — Babyrussa alfurus Lesson. 
Haargruppen gut ausgebild,, am Rücken u. an d. Kehle. Meijere p.369. — 
Phacochoerus aethiopicus Pallas. Borstenanordnung am Rücken zu dreien. Mei- 
jere p. 369. — Dicotyles torquatus Cuv. Foetus. Borsten zu dreien. Zahlreiche 
Wollhaare b. erwachsenen Thier. Meijere p. 369. — Camelus dromedarius Erzl. 
Haargruppirungen. Meijere p.369. — Auchenia paco Desmar. Schwanzhaare 
angeordnet zu dreien an d. Unterseite, an d. Phalangenhaut ist Haarstellung 
einfach; Rücken dicht behaart. Drüsen. Meijere p.369—370, Fig.33 p. 370, 
— Tragulus javanicus Pallas, Fig. 34, Rücken p. 370. Haargruppen am Rücken. 


Meijere p.370. — Tragulus neminna Erxl. Am Rücken dasselbe Schema wie 
b. Tr. javanicus. Die gleichen Gruppen kommen am Schenkel vor. Drüsen. 
Meijere p.370. — Hiyaemoschus aquaticus Gray. Haaranordnung. Meijere 
p- 371. — Moschus moschiferus Linn. Rückenhaar meist ohne Gruppirung, an d. 


Haut um d. Auge wurden nur Spuren v. Reihen gefunden. Meijere p.371. — 
Cervulus muntjac Zimmermann. Kopfhaut mit deutlichen Reihen v. Haaren, an 
d. Tarsushaut ebenfalls Reihen. Meijere p.371. — Cervus elaphus Linn. am 
Rücken Haare unregelmässig verstreut. Meijere p.371. — Cervus russa S. Müller. 
Embryo. Haargruppen. Meijere p. 371. — Alces alces Linn. Haut um d. Aug. 
Haare regellos stehend. Meijere p. 371. — Camelopardalis giraffa Gmelin. Kopf- 
haut. Haare fast regellos stehend. Meijere p. 372. — Grimmia mergens Blainv. 
Embryo. Haargruppen. Meijere p.372. — Antilope cervicapra Pallas. Kopf- 
haut. Haare in Reihen. Hinterfusshautstück, Drüsen, Pigmentvertheilung in d. 
Epidermis. Rückenhaare in Reihen. Meijere p.372. — Rupicapra rupicapra 
Erxl. Die dicken, markhaltigen Haare von einem Hautstück aus d. Gegend d. 
Postaurieulardrüse unregelmässig verteilt. Meijere p. 372. — Capra hircus Linn,, 
Fig.10 p.335. Haargruppen am Rücken; Follikel. Meijere p. 372. — Ovis 
musimon Schreber. 2 Haarsorten am Hinterfusse, am Rücken. Drüsen. Mei- 
jere p.373. — Ovis aries Linn. Embryo. Unterbein.-Haut. Haargruppen, un- 
deutlich am Rücken etc. Drüsen. Meijere p. 373—374. — Bubalus bubalus 
Linn. Rückenhant spärlich mit Haaren versehen. Drüsen. Meijere p.374. — 
Bos taurus Linn. Brusthauthehaarung. Bau d. Haare. Meijere p. 374. — Ta- 
pirus americanus Linn. Haaranordnung. Meijere p.374—375. — Equus ca- 
ballus Linn. Haarbau u. Anordnung. Meijere p. 375. — Rhinoceros javanicus 
Cuv. Foetus. Niveaudifferenzen der Haut, Schuppen. Meijere p. 375. — Rhi- 
noceros sumatrensis Cuv. Keine Gesetzmässigkeit in d. Behaarung. Meijere 
p.375. — Rhinoceros tichorhinus Fischer, fossil. Haarbündel. Meijere p. 376. 
— Hyrax capensis Schreber. Brust- u. Rückenhaar, Anordnung. Drüsen. Mei- 
jere p. 376. — Elephas africanus Blumenbach. Behaarung. Meijere p. 376. — 
Elephas indicus Linn. Flaumen-Grannenhaar. Meijere p. 376. — Elephas 
primigenius Blumenbach. Starkes Haarkleid. Meijere p. 376—377. — Lepus 
europaeus Linn., Fig.35. Rücken. Haargruppen. Meijere p.377. — Lepus 
cuniculus Linn., Haargruppen vom Schwanz. Meijere p. 377. — Anomalurus 
pelii Temminek. Ausgestopftes Exemplar. Schwanzschuppen. Meijere p. 377. — 
Anomalurus beecroftii Fraser. Schwanzwurzelschuppen; 3—4 Haare dahinter, 


380 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Drüsen. Am Rücken Haare einzelstehend. Meijere p. 377—378. — Sminthus 
vagus Pallas.. Haare stehen am Schwanze zu dreien. Meijere p. 378. — Alac- 
taga jaculus Pallas. Haargruppen. Meijere p. 378. — Dipus aegyptius Lichten- 
stein. Schwanzschuppen am Hinterende abgerundet. Fussschuppen, Rücken- 
haar in Bündeln, in d. Haut d. vorderen Extremität fanden sich Gruppen von 
10 Haaren. Meijere p. 378. — Dipodillus Simoni Lataste. Am Schwanze stehen 
d. Haare zu dreien; Schwanz fast nicht beschuppt. Meijere p. 378. — Pachy- 
uromys Duprasi Lataste. Nicht beschuppter Schwanz mit alternirenden Haar- 
gruppen besetzt. Meijere p.379. — Myoxus glis Pallas. Haarstellung am 
Rücken sehr einfach, am Schwanze nicht sehr deutlich. Meijere p.379. — 
Rhizomys sumatrensis Temminck. Schwanzwurzelhaare zu dreien stehend; am 
Rücken stehen die Haare in Bündeln zu 5—9. Drüsen. Meijere p.379. — 
Cricetus vulgaris Desmar. Schwanz nicht beschuppt. Haare in Reihen. Am 
Rücken alternirende Gruppen. Meijere p. 379—380. — Hallomys audeberti 
Jentink. 3 Haare hinter jeder Schuppe des Schwanzes. Meijere p.380. — 
Hypogeomys antimena Grandid. 4—6 Haare in einer Reihe hinter jeder Schuppe 
des Schwanzes. Meijere p.380. — Hesperomys flavescens Waterh. 3 Haare 
hinter Schwanzschuppe. Meijere p.380. — Megalomys pilorides Pallas. Schwanz- 
schuppe fast viereckig, 3 Haare hinter jeder Schuppe. Meijere p. 380. — Hy- 
pudaeus amphibius Linn. 4eckige Schuppen am Schwanz. Pigmentirte Dorsal- 
fläche d. Schuppen. Haargruppen am Rücken. Meijere p.380. — Arvicola ri- 
parius Ord. 3 Haare, hinter jeder Schuppe des Schwanzes. Meijere p. 380. — 
Myodes lemnus Linn. Haargruppen des Rückens. Meijere p. 380. — Fiber zi- 
bethicus Linn. Schuppen bilden einen halbkreisförmigen Hinterrand, hinter jeder 
Schuppe 3 Haare. Meijere p. 380. — Mus decumanus Pallas, Fig.22 p. 337. 
4eckige Schwanzschuppen, dahinter 3Haare. Haargruppen. Meijere p. 380 


—381. — Mus rattus Linn. Schwanzschuppen mit pigmentirten Dorsalflächen. 
Meijere p. 381. — Mus alexandrinus Geoffr. Schwanz wie bei decumanus. Mei- 


jere p. 381. — Mus musculus Linn. Schwanz wie bei decumanus. Meijere p. 381. 
— Mus armandhvillei Jentink. Dreihaargruppen. Meijere p.381. — Nesokia benga- 
lensis Gray. 3 Haare hinter jeder 4eckigen Schwanzschuppe. Meijere p. 381. — 
Nesokia setifera Horsf. Haare zu 3en am Schwanze. Meijere p. 381. — Crice- 
tomys gambianus Waterh. 3 Haare hinter jeder Schwanzschuppe. Meijere p. 381. 
— Lophuromys sikapusi Temminck. 3 Haare hinter jeder der 4eckigen Schwanz- 
schuppen. Meijere p. 381. — Echiothrix leucura Gray. 6eckige Schuppen am 
Schwanz, Haar (3 od. weniger). Meijere p.382. — Pithecheir melanurus Cuv. 
4eckige Schuppen am Schwanz, 3 Haare. Meijere p. 382. — Meriones Schlegelii 
Smuts. Schwanz wenig beschuppt, Haare zu 3en. Falsche Bündel am Rücken. 
Meijere p. 382. — Georhychus hottentottus Lesson. Fig. 15 u. 17. Meijere 
p. 382. — Trichys lipura Günther. 1 Haar hinter jeder Schwanzschuppe. 
Meijere p. 382. — Atherura fasciculata Shaw. 1 Haar hinter jeder Schwanz- 
schuppe. Meijere p.382. — Atherura macrura Linn. 3 Haare hinter jeder 
Schwanzschuppe. Meijere p. 382. — Atherura africana Gray. Rückenstacheln, 
Schwanzschuppen, Haare. Meijere p. 332—383. — Hystrix cristata Linn. 
Rücken-Stacheln, Kopf, Bauch, Füsse u. vorderer Theil d. Rückens mit schuppen- 
artigen Falten, dahinter kommen Stacheln vor. Meijere p. 383. — Acanthion 
javanicum Cuv. Fig. 36. Rücken p. 383. Schwanzschuppen, Stacheln. Meijere 
p. 383—384, — Erethizon dorsatum Linn. Rückenstacheln in Reihen, dazwischen 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 281 


Wollhaar. Schwanzstacheln. Meijere p. 384. — Sphiggurus insidiosus Lichtenst. 
In Gruppen (v. 3—5) kommen Rückenstacheln vor, dazwischen Haut mit Haaren. 
Distale Hälfte d. Schwanzes beschuppt, hinter jeder Schuppe 2 od. 3 Haare. — 
Meijere p. 384. — Cercolabes prehensilis Linn. Rückenstacheln, daneben Woll- 
haar. Proximaler Theil d. Schwanzes mit Haaren, distaler Theil beschuppt, 
hinter jeder Schuppe 1—3 Haare. Meijere p. 3834. — Chactomys subspinosus 
Gray. Riückenborsten in Gruppen, Schwanzschuppen, hinter jeder 3 Haare. 
Meijere p. 384. — Aulacodus swinderianus Temminck. Rückenhaargruppen. 
Schwanz fast nicht beschuppt, Haare zu dreien. Meijere p. 385. — Myopotamus 
coypus Cuv. Fig. 37, Schwanz p. 385. Meijere p. 355. — Capromys furnieri 
Desmar. 4 Haare hinter jeder Schwanzschuppe. Schuppen 4eckig. Meijere 
p. 385. — Dactylomys typus Js. Geoffr. Schwanz mit 6eckigen Schuppen, hinter 
jeder 3 Haare. Meijere p.385. — Dactylomys amblyonyc Wagn. Hinter jeder 
6eckigen Schwanzschuppe 3 Haare. Meijere p. 335. — Coelogenys paca Linn. 
Fig. 6 p. 321. Meijere p. 385. — Dasyprocta aguti Linn. Fig.38 Rücken p. 385. 


Meijere p. 386. — Cavia cobaya var. angorensis. Rückenhaar in Gruppen. 
Meijere p. 386. — Hydrochoerus capybara Eızl. Rücken Fig. 39. Meijere 
p. 386. — Octodon cumingiüi Bennett. 3 Haare hinter jeder Schwanzschuppe. 
Meijere p. 386. — Lasiuromys villosus Dev. Rückenhaare in Gruppen. Meijere 


p- 386. — Loncheres cristata Geofir. Schwanz mit 6eckigen Schuppen, dahinter 
Haare. Meijere p. 336— 337. — Echinomys macrourus Jentink. 4eckige Schuppen 
am Schwanz, hinter jeder Schuppe 3 Haare. Meijere p. 387. — Ctenomys bra- 
siliensis Blainv. Hinter jeder Schwanzschuppe 3 Haare. Meijere p. 387. — 
Castor canadensis Kuhl. Fig. 13 p. 329, Schwanz Fig. 40 p. 387. Haarstellung 
am Vorderfuss, Rückenhaarkleid. Meijere p. 337—383. — Tamias striatus Linn. 
Haargruppe am Rücken und Schwanz. Miejere p. 388. — Sciurus badjing Knerr. 
Haargruppen an der Schwanzunterseite. Miejere p. 388. — Sciurus bicolor 
Sparrm., Haargruppen am Rücken u. Schwanz. Meijere p. 388. — Sciurus 
vulgaris Linn. Rücken- u. Schwanzhaargruppen. Meijere p. 333—389. — 
Seiuropterus sp. Rücken- u. Schwanzhaargruppen. Meijere p. 389. — Pteromys - 
nitidus Desmar. Schwanz- u. Rückenhaargruppen. Meijere p. 389. — Xerus 
erythopus E. Geofir. Rückenhaargruppen, Borsten am Kopf u. Schwanz zu dreien. 
Meijere p. 389. — Spermophilus guttatus Tenıminck. Rücken- u. Schwanzhaar- 
gruppen. Meijere p. 390. — Arctomys marmota Linn. Rücken- u. Schwanzhaar- 
gruppen. Meijere p. 390. — Felis leo Linn. Rückenhaar, Schwanzhaar einzeln. 
Drüsen. Meijere p. 390. — Felis domestica Brisson Fig 336. Meijere p. 391. 
— Paradoxurus musanga Gray. Schwanzhaarbündel, am Rücken keine Reihen. 
Meijere p. 191. — Herpestes gracilis Rüppel. Schwanzhaarbündel in Reihen, 
Drüsen. Meijere p. 392. — Herpestes griseus Desmar. Schwanzhaarbündel wie 
H. gracilis. Meijere p. 392. — Hyaena brunnea Thunberg. Ausgestopftes 
Thier, Stammhaare in Gruppen. Meijere p.392. — Hyaena striata Zimmer- 
mann. Stammhaaregruppirung. Meijere p. 392. — Hyaena crocuta Erxl. Haar- 
gruppen v. d. Haut um die weibliche Geschlechtsöffnung. Meijere p. 392. — 
Canis familiaris Linn. Fig. 21 p. 337. Meijere p. 392-393. — Canis vulpes 


Linn. Haarbündel am Rücken und Schwanz. Meijere p.393—39. — Canis 
aureus Linn. Rückenhaargruppen. Drüsen. Meijere p. 394. — Ursus arctos 
Linn. Bauchhaargruppen. Drüsen. Meijere p. 394. — Ursus marinus Linn. 


Brusthaarbündel. Meijere p. 394. — Ursus malayanus Raffl. Haargruppen am 


382 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Hinterfusse. Meijere p. 394. — Procyon cancrivorus Cuv. Zerstreute Haar- 
bündel am Rücken. Meijere p. 395. — Nasua narica Linn. Rückenhaarbündel. 
Meijere p.395. — Cercoleptes caudivolvulus Pallas.. Rücken- u. Schwanzbündel. 
Meijere p.395. — Lutra vulgaris Erxl. Fig. 14 p.329. Meijere p. 395—396. 
— Meles taxus Pallas.. Schwanz- u. Rückenhaarbündel. Meijere p. 396. — 
Galictis vittata Schreber. Schwanzhaarbündel. Meijere p.396. — Mustela 
putorius Linn. Rücken- u. Schwanzhaarbündel. Meijere p. 396. — Mustela 


erminea Linn. Drüsen. Meijere p. 397”. — Phoca vitulina Linn. Rücken- 
haarbündel. Drüsen. Meijere p. 397. — Zalophus californianus Lesson. Kopf- 
hauthaarbündel. Meijere p. 397. — Galeopithecus volans Linn. Rückenhaare 


isolirt, ebenso an d. Unterfl. d. Schwanzes. Drüsen. Meijere p. 397—39. — 
Tupaia javanica Horsf. Rückenhaare unregelmässig stehend. Bau. Meijere 
p.398. — Ptilocercus lowi Gray. Schwanz mit 6eckigen Schuppen, dahinter 
3 Haare. Fig. 3 p. 319. Drüsen. Vorderfusshaare in Reihen, Rückenhaare 
einzeln stehend. Meijere p. 398. — Macroscelides intufi Smith. Rückenhaare 
unregelmässig stehend, Schwanz mit 4eckigen Schuppen, dahinter 3 Haare. 
Meijere p. 398. — Macroscelides typieus Smith. 3 Haare hinter jeder Schwanz- 
schuppe. Meijere p. 398. — Rhynchocyon cirnei Peters. 4 eckige Schuppen 
am Schwanz, dahinter 3 Haare, auch Füsse mit Schuppen versehen. Meijere 
p. 398. — Gymnura rafflesii Vigors. Schwanz beschuppt, 3 Haare hinter jeder 
Schuppe, auch Füsse beschuppt. Meijere p. 398. — Hylomys suillus S. Müller. 
Wenig Schwanz - Schuppen. Haare stehen zu dreien. Rücken s. Fig. 17 
p. 331. Meijere p. 399. — Erinaceus europaeus Linn. Haargruppen am Vorder- 
arm, Spuren v. Schuppen an der Rückenfl. der Hand, dahinter einige Haare. 
Rückenhaargruppen nicht zu sehen. Drüsen. Meijere p. 399. — Sorex vulgaris 
Linn. Schwanz beschuppt; Pigment. Rückenhaare einzeln stehend. Meijere 
p-399. — Pachyura indica Geoffr. Rückenhaare nicht in Gruppen, Schwanz 
nicht eigentl. beschuppt, Haare in Reihen. Drüsen. Meijere p. 399—400. — 
Chimarrogale himalaica Gray. Schwanz undeutlich beschuppt, Haare zu dreien 
stehend. Meijere p.400. — Myogale moschata Pallas.. 4—5 Haare hinter 
jeder Schwanzschuppe. Meijere p. 400. — Myogale pyrenaica Geoffr. Schuppen- 
ringe am Schwanz, 3 Haare hinter jeder Schuppe. Meijere p.400. — Uro- 
trichus talpoides Temminck. Schuppen unter d. Schwanzhaaren, hinter jeder 
Schuppe stehen 3 Haare. Meijere p.400. — Talpa europaea Linn. Schwanz- 
und Handrückenfläche mit Schuppen versehen. Hinter jeder Schwanzschuppe 
4—6 Haare. Rückenhaare stehen einzeln. Drüsen. Meijere p. 400. — Centetes 
ecaudatus Schreber. Spuren v. Gruppen an d. Hinterfüssen. Meijere p. 401. 
— Hemicentetes variegatus Geoffr. Brusthaare. Meijere p. 401. — Ericulus 
nigrescens Js. Geoffr. Brust. Fig. 41 p. 401. Meijere p. 401. — Ohrysochloris 
aurea Pallas. Rücken-Haarbündel, Spuren von Reihen am Vorderfusse, ebenso 
an der Brust. Meijere p. 401. — Cynonycteris collaris llliger. Rücken- Haar- 
gruppen, desgl. am Ellenbogen, an der Innenfläche der Flughaut. Drüsen. 
Pigment. Meijere p. 401. — Rhinolophus clivosus Rüppell. Haargruppen an 
d. Flughaut. Meijere p. 402. — Nyeteris thebaica Geoffr. Haargruppen an der 


Flughaut. Meijere p. 402. — Vespertilio daubentonii Leisler. Rückenhaare 
ohne bestimmte Anordnung. Drüsen. Meijere p. 402. — Molossus perotis. Wied. 
Am Rücken unregelmässig zerstreute Haare. Meijere p.402. — Vampyrus 


spectrum Linn. Rückenhaare einzeln stehend. Meijere p. 402. — Phyllostoma 


in der Naturgeschichte der Echinodermen während des Jahres 1892. 283 


hastatum Pallas, Haargruppen an d. Flughaut. Meijere p. 402. — Propithecus 
diadema Bennett. Rückenhaare in falschen Bündeln. Schwanzhaare in Gruppen. 
Meijere p.402. — Avahi laniger Gmelin. Rücken- und Schwanzhaare ohne 
Gruppirung. Meijere p. 403. — Lemur varius Js. G. St. Hilaire.. Rückenhaar 
verstreut. Schwanzhaare auch ohne bestimmte Anordnung. Meijere p. 403. — 
Lemur macaco Linn. Rückenhaare ohne Gruppirung. Meijere p. 403. — Lemur 
catta Linn. Rückenhaar in falschen Bündeln. Brusthaar in Gruppen. Haken- 
förmige Zähne an bestimmten Haartheilen. Haargruppen am Schwanz. Drüsen. 
Meijere p. 403—404. — Mirza coquerelii Gray. Schwanzhaargruppen. Drüsen. 
Meijere p. 404. — Lepilemur mustelinus Js. G. St. Hilaire. Rückenhaargruppen, 
Schwanzhaargruppen. Drüsen. Meijere p. 404. — Cheirogaleus samatii Grandid. 


Rückenhaarbündel, Schwanzhaarbündel. Meijere p. 404. — Galago senegalensis 
G. St. Hilaire. Rücken- u. Schwanz-Haargruppen. Meijere p. 404. — Nyeti- 


cebus tardigradus Linn. Rückenhaargruppen. Haargruppen an der Rücken- 
fläche der Hand. Meijere p. 404—405. — Perodicticus hotto Gmelin. Rücken- 
Haargruppen. Drüsen. Meijere p. 405. — Tarsius fuscomanus J. Fischer. 
Schuppen an Unterseite des Schwanzes, dahinter 3 Haare, Haarreihen an der 
Schwanzwurzel. Meijere p. 405. — Tarsius spectrum Pallas Fig. 19 p. 336. 
Meijere p. 405—406. — Chiromys madagascariensis Desm. Rückenhaargruppen, 
Schwanzhaarreihen. Meijere p. 406. — Hapale jacchus Linn. Rücken- und 
Schwanzhaargruppen, Drüsen. Meijere p. 406. — Midas rosalia Linn. Fig. 4 
p. 320. Meijere p. 407. — Pithecia nocturna IMlliger. Rücken- u. Schwanzhaar- 
gruppen. Meijere p. 407. — Üebus apella Linn. Rücken- und Schwanzwurzel- 


Haargruppen. Drüsen. Meijere p. 407. — Ateles paniscus Linn. Schwanz- u. 
Rückenhaargruppen. Meijere p. 407. — Uynocephalus porcarius Bodd. Rücken- 
haare in Reihen. Meijere p. 407. — Cynocephalus hamadryas Linn. Schwanz- 


u. Rücken-Haargruppen. Drüsen. Fig. 25 p.344. Meijere p. 407. — Macacus 
nemestrinus Linn. Rücken- und Schwanz - Haargruppen. Meijere p. 408. — 
Cercopithecus cephus Linn. Rückenhaargruppen Fig.5 p.320. Drüsen, Meijere 


p. 408. — Cercopithecus sabaeus Linn. Drüsen. Meijere p.408. — Cercocebus 
cynomolgus Schreber. Rückenhaargruppen ähnl. Oercopithecus cephus. Meijere 
p- 408. — sSemnopithecus melalophus Raffl. Rückenhaarreihen, Schwanzhaar- 


gruppen, Oberarmhaargruppen. Meijere p, 403. — Hylobates syndactylus Raffl. 
Rückenhaargruppen. Meijere p. 408. — Simia satyrus Linn. (Orang). Brust-, 
Bauch-, Schenkel-Haar in Reihen. Rückenhaargruppen, Kopf - Haargruppen. 
Drüsen. Meijere p.409. — Gorilla Savagei Owen. Rücken-, Brust-, Bauch-, 
Oberarm-, Vorderarm - Haargruppen, Haargruppen an d. Rückenfläche d. Hand, 
an Schenkel und Unterbeine. Kopfhaar. Meijere p. 409. — Anthropopithecus 
troglodytes Gmelin (Chimpanse). Haargruppen an d. ersten Phalangen (der 
Hand und des Fusses), an d. Rückenfl. d. Hand, an Armen, Beinen, Brust, 
Bauch u. Rücken. Meijere p. 409. — Perognathus baileyi sp.n., P. columb 
sp. n., P. nevadensis sp. n., P. longimembr. panamint. subsp. n., P. lavus mexicanus 
subsp. n., P. (Chaetodipus) nels. sp.n., P. (Chaet.) siephensi sp. n., P. (Chaet.) 
intermed. canesc. subsp.n. Merriam (2) p. 262—268. — Echidna. Fig. 26 Krallen- 
wall fehlt. Fig. 20 Vorderkrallen. Boas p. 298—300. — Didelphys. Unterschied d. 
Basalmatrix u. d. sterilen Rete scharf markirt. Boas p. 300. — Halmaturus. Aus- 
geschuhte und durchsägte resp. durchschliffene Krallen. Boas p. 301. — Ursus 
Ausgeschuhte Krallen, Krallenbau. Boas p. 301—302. — Canis familiaris. 


284 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Kralle schliesst sich im Ganzen eng an die des Bären an. Boas p. 302—303. — 
Taxidea americana. Krallenbau. Boas p.303. — Meles taxwus. Krallenbau 
ähnlich dem des amerikanischen Dachses. Boas p. 303. — Mustela. Krallen. 
Boas p. 303. — Felis. Krallen. Boas p. 303. — Cynailurus. Krallen. Boas 
p. 303. — Nasua. Krallen. Boas p. 303. — Phoca vitulina. Fig.32. Krallen 
schliessen sich in manchen Beziehungen an diejemigen der Carnivoren an. Matrix- 
fläche, Terminallage, Krallenplatte, Krallensohle, Krallenwall. Boas p. 304. — 
Cynomorphae. Fig.5 u. 33. Aehnlichkeit der Primatenkrall. mit der Phocakralle. 
Bau. Boas p. 304—305. — Cercopithecus. Fig.5 u. 33. Krallen. Boas p. 304 
-—-305. — Lepus europaeus. Krallenbau. Boas p. 306 —307. — Myopotamus 
coypu. Krallensohle weniger weich als bei Lepus, Matrixfläche sehr von Lepus 
abweichend. Boas p. 307. — Hydrochoerus capybara. Fig. 31. Krallenbau. Boas 
p. 307—308. — Ungulaten. Bau der Krallengebilde. Boas p. 308. — Equus 
caballus. Krallengebilde, Bau. Boas p. 308. — Tapirus. Bau der Krallen- 
gebilde. Boas p. 308. — Cercopithecus Wolfi. Meyer (1) p. 83-84. — Tarsius 
philippinensis sp.n. Rotbraun. Haarkleid. Meyer (2) 2p. — Phloeomys scha- 
denbergi sp. n. Fast ganz schwarz. Meyer (3) 2p. — Brauner Tschimpanse. 
Röthlich braunes Haar, helle Hautfarbe. Meyer (5) p.8. — Didelphys austr. 
sp. n. Färbung. Philippi Fed. p. 33—35. — Didelphys soricina sp.n. Pelz, 
Färbung. Philippi (1) p. 36. — Macroscelides fuscipes spec. nov. Färbung. Thomas 
(10) p. 68. — Lepidolemur lewcopus spec. nov. Färbung. C. J. Forsyth Major 
(2) p-211. — Pteropus admiralitatum spec. nov. Unterschied von Pt. hypo- 
melanus, Färbung. Thomas (8) p. 293. — Sciurus styani spec. nov. Haarkleid, 
Färbung. Thomas (9) p. 363—364. — Lepus Swinhoei (Lepus Tolai Swinh.). 
Haarkleid, Färbung. Thomas (9) p. 364—365. — Hemitragus Jayakari spec. 
nov. Haarkleid, Färbung, Horn. Thomas (11) p. 365—366. — Tupaia ferru- 
ginea palawanensis subspec. nov. Färbung. Similar longipes. Thomas (12) 
p- 367. — Gealeriscus Jacksoni spec.nov. Haar, Färbung. Thomas (18) p. 522 
—523. — Geomys scalops spec. nov. Haaıkleid, Färbung. Thomas (14) p. 437. 
— Didelphyys (Philander) trinitatis spec. nov. Färbung. Thomas (14) p. 438—439. 
— Gazella Loderi spec.nov. Haarkleid, Färbung, Horn, Thomas (13) p. 452. 
— Myoxzus nitela Schr. Schwanz nicht so buschig wie bei M.glis. Zeichnung 
an den Kopfseiten deutlich abgegrenzt. Wurm p. 15. — Equus caballus Huf. 
Fambach p. 234—304. — Lepus nigronuch. sp.n. Färbung. Hartert p. 40. — 
Bubalus mindorensis. Färbung. Jentink (1) p.199—204. — Sorex alp. in d. 
Färbung sehr d. gemein. Wasserspitzmaus gleichend.. Knauthe p. 252. — 
Lophiomys imh. Farbe erinnert an d. Dachs. Kull (1) p. 134—138. — Geweihe 
u. Gehörne (subfossil) von Elen u. Bos prim.  Landeis (1). — Färbung, Haar- 
kleid v. Microcebus minor, M. myoxin., Opolemur thom. sp.n. (Wülste an den 
Fusssohlen), Chirogale melanotis sp.n. Major (4) p. 2—39. — Histol. über d. Haar. 
Nathusius p. 148—160, 162. — Tragulus nigricans Nehring (4) p. 219—226. 
— Cavia cobaya gekreuzt mit C, aperea zeigte Apereafarbe. Nehring (6) p. 1—6. 
Stenoderma montserratense sp.n. Färbung. Thomas (4) p. 132—133. — Petromys 
typicus Sm. Färbung, Nägel, Serotum nicht sichtbar, Haare; Pachyuromys 
auricul. Färbung, Haar, Nägel weisslich; Saccost. lapid. Färbung Haar; Mus 
dolichurus Hand- und Fusskrallen, Färbung, Haar; Mus lehocla Haarkl., Fär- 
bung; Crocidura mart, Haarkl., Färbung; Macroscelid. rupestr. Nägel, Farbe, 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 285 


Haar; M. typ. Farbe, Haar; Nyct. cap. Flughaut, Farbe, Haut; Vesperus cap. 
Flughaut; V. minutus Haar; Miniopterus Flughaut; Canis canna Färbung; 
Galago moholi-teng Färbung, Haar; Scrotum klein. — Noack (3) p. 53 -81, 82. 
— Spielarten v. Canis azarae unterscheiden sich meist durch d. Färbung. 
Noack (4). — Schuppen d. Säugethiere. — Reh p. 34-36. — Echidna aculeata 
Parker p.3—14. — Nilpferd. Färbung. Müller-Liebenwalde (1) p.12—13. — 
Ovis montana, Hörner als Waffe, Farbe; Aplocerus laniger, Hörer bei $ und 9, 
bei letzteren nur etwas kleiner. Müller-Liebenwalde (2) p. 257-260. — 
Sitomys american, Färbung, Haar. Shryock p. 347—348. — Teleoceras major 
Hatch. Horn. Hatscher (2) p. 236—248. — Perognathus latirostris sp.n. Fär- 
bung. Rhoads (8) p. 185—187. — Cobus ellipsiprymnus, Tragel. decula, Ammo- 
dorc. clarkei (2 hornlos), Sakaro - Antilope, Färbung, Beira - Antilope, Kquus 
Grevyi, Rhin. bicorn. Swayne p 316—323. — Ornithorhynch. paradoxus Drüsen- 
gänge, Haare. Poulton (1) p. 290. — Haare v. Cercopithec. erythrogaster. 
Selater (1) p.1. — Neotoma monochrura sp.n. Färbung, N. intermedia n. sp. 
Färbung, Dipodomys parvus sp. n. ähnl. D. merriami. Rhoads (7) p.67—71. — 
Gazella rufina Hörner, Farbe, G. Loderi Thos. Farbe, Hörner. Thomas (1) p. 467 
—472. — Giraffe. Thomas (5) p. 135—136. — Cervus od. Megac. gigant. 
Schaufeln. Willmers p. 198--199. — Spermophil. tredeciml. Farbe macht ihn 
v. umherliegenden Aststücken ete. schwer unterscheidb., Sp. spil. obsol. Farbe 
steht im Einklang mit d. Umgebung. Zacher p. 270 -275, 297—301. — Sitomys 
(Rhipidomys) decolorus sp. nov. p. 689—690. 


Muskeln, Bänder und Gelenke. 


Baum (1). M. levat. lab. sup. et alae nas. et pyramidal. — Röder (1). M. le- 
vator penis, bisher b. Feliden übersehen. — Müller, Adf. u. K. M. retractor. 
des Ohres, m. erector auris. Mittelst der Mm. retraetores können die Thiere 
die Ohren z. Seite des Kopfes zusammenlegen; der M. erector entspringt am 
Grunde des inneren Ohrrandes und geht, den inneren Saum des Ohrrandes bil- 
dend, bis nach der Spitze des Ohres. Durch diese Muskelvorrichtung richtet 
d. Thier den Kiel u. mit diesem die Ohrmuschel aufwärts, was beim Vernehmen 
der leisesten Luftwellen sich erweist. — Langendorff. Herz p. 565—566. — 
Deniker u. Boulart. M. fronto -temporalis, zygomaticus, caninus und andere 
Gesichtsmuskeln von Simia p. 237—238. — Ehlers. Musculus glossovaginalis 
(Ehl.) ist d. mylohyoideus homolog, M. stylo-hyoideus etc. von Manis macrura 
u. Manis tricuspis Sunder. — Beckmann. Canis famil. p.17—27. — Müller, 
Adf. u. K. Luira vulgaris. Muskulöse Lippen, p. 153. — Müller, Adf. u. K. 
Erinaceus europaeus. Hautmuskel stark entwickelt, p. 211. — Ledouble (Hum- 
phry bei L.). Phoca, Ceratodus und Lepidosiren. Gesichtsmuskeln, Ohrmuschel 
u. Oecipito-frontal-Muskeln, p. 41. — Ledouble. Felis domestica bis 25 Muskeln 


des äusseren Ohres im Gegs. zu Menschen, hier 8, p. 42. — Melixonneuve bei 
Ledouble. Vespertilio murinus. 2 Auriculares posteriores. Insertion: M. oceipito- 
aurieul. u. oceipitoaurieul. rotator p. 42. — Lavocat bei Ledouble. Camelus 


giraffa. Besondere Bildung des M. auricularis post., p.42. — Ledouble. Equus 
caballus. 3 Mm. auricular., breit. u. läng. Bändchen, Insertion, p. 43. — Watson bei 


286 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Ledouble. Elephas indicus. 4 Mm. retraetores: 1) M. retrahens internus, 2) M. 
retrahens superior, 3) M.retrahens anterior, 4) M.retrahens internus, p.43.— Cuvier 
bei Ledouble. Canis familiaris. M. cervico-seutien., p. 43. — Cuvier bei Ledouble. 
Lepus cuniculus. M. cervico-scutien., p.43. — Ledouble. Vespertilio murinus. 
M. elevator auris, Insertion, p.44. — Ledouble. Camelus girafa. M. aurieu- 
laris superior od. temporo-aurieularis, p.44. — Ledouble. Elephas indicus. M. 
auricularis superior od. attolens sup., p. 44. — Strauss-Durkheim bei Ledouble. 
Felis domestica. M. sagitto-pavillien od. oceipit. conchien, p. 44, — Arloing u. 
Chauveau bei Ledouble. Equus mulus (Maulesel). Mm. temporo-auriculares ext. 
u. temporo-aurieulares int., p.45. — Lavocat bei Ledouble. Camelus giraffa. 
M. aurieularis ant. od. bandelettes zygomato et sceuto-auriculares, p.46. — Le- 
double. Elephas indicus. 2 Protractores auris: M. attrahens sup, u. M, attra- 
hens inf. Insertion der Mm. auriculares ant. u. inf. Zusammensetzung d. Mm. 
auricul. ant. u. superior., p.47. — Ledouble. Vespertilio murinus. 3 Mm. 
attractores auric., Lage, p.47. — Ledouble. Eqguiden. M. zygomatico-auricu- 
laris, p. 47. — Ledouble. P%hoca. M. sylo-glossus, Insertion, p. 53. — Ledouble. 
Equus caballus. M. tympano-aurieularis od. auricularis profundus, Insertion, 
p.54. — Ledouble. Camelus girafa. M. tympano-auricularis od. aurieularis 
profundus, Insertion p.54. — Ledouble. Elephas indicus. Von inner. Muskeln 
des äusseren Ohres besitzt er nur den Tragus-Muskel und den M. transversus, 
p-55. — Ledouble. Felis domestica besitzt von den inner. Muskeln des äusseren 
Öhres den M. antitragus-antilobien u. den conchien-interne = Tragus-Muskel d. 
Menschen, p.56. — Ledouble. Bos taurus. Von „Muscles de la chaine des 
osselets“ sind 4 Mm. vorhanden: der stap&dien, tensor tempani, laxator tempani 
u. laxator tempani minor, p.56. — Ledouble. Equus caballus. Von Muscles 
de la chaine des osselets sind 4 Mm. vorhanden: der stapedien, tensor tempani, 
laxator tempani u. laxator tempani minor, p.56. — Lesbre, X. et L. Guinard. 
Felis domesticus. Diaphragma, p. 129. — Muskeln d. proximal. Theiles d. Vorder- 
extrem. v. Felis dom. Clasen 35 p. — Beauregard. 2 Mm. des osselets von 
Vespertilio murinus, p. 371-372. — Beauregard. Muscles des osselets v. Pte- 
ropus medius, p. 372. — Beauregard. 1) Muscle interne du marteau, 2) Muscle 
de l’etrier bei Bos taurus, p.378—379. — Beauregard. Muscles des osselets, 
Hammermuskel fehlt, dagegen ist der muscle de l’&trier gut entwickelt bei Eu- 
delphinus delphis, p. 392. — Beauregard. Muscles des osselets von Balaenoptera 
musculus, p.399. — Matschie (8). Zunge von Scotonycteris zenkeri Mtsch. spec. 
nov. gleicht in Form u. Gestalt der v. Epomophorus pusillus, p. 202. — Tornier 
(1). Band, Lig. fib.-ast.-cal.-antie., für den Malleolus externus bei Equus caballus, 
p.24. — Tornier (1). Ligamentum fib.-ast.-cal.-antieum von Elephas, p.25. — 
— Tornier (1). Ligamentum fib.-ast.-cal.-anticum von Manis, p.25. — Tornier 
(1). Ligamentum fib.-ast.-cal.-antieum von Artiodactylae, p.25. — Tornier (1). 
Ligamentum fib-ast.-cal.-anticum kann verknöchern v. d. Fibula aus u. v. Ast. 
bei Carnivoren, p.25. — Tornier (1). Ligamentum fib.-ast.-cal.-anticum bei den 
Marsupialiern, p.25. — Tornier (1). Ligamentum talo-tib.-posticum von Phoca, 
p. 25. — Tornier (1). Ligamentum von Hydrochoerus capybara, p.25. — Tor- 
nier (1). Ligamentum von Ruminantien, p. 25. — Tornier (1). Band mit 
Knochenkern v. Myrmecophaga tetrodactyla, p.26. — Tornier (1). Ligamentum 
tib,-ast.-posticum verknöch. selten v. d. Tibia aus bei Orycteropus capensis, p. 26. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 9287 


— Tornier (1). Ligamentum tib.-ast.-posticum von Dasypus gigas, P.26. — 
Tornier (1). Ligamentum von Ursidae, p.27. — Tornier (1). Ligamentum 
von Caniden, p.27. — Tornier (1). Ligamentum von Feliden, p. 27. — Tornier 
(1). Ligamentum cal.-nav.-cub.-interossum von COynaelurus guttatus, P.27. — 


Tornier (1). Ligamentum von Schimpansen, p. 27. — Tornier (1). Ligamentum 
von Ursus arctos, p. 27. — Tornier (1). Band von Mustelinidae, p.27. — 
Tornier (1). Band von Canidae, p.27. — Tornier (1). Band vom Jaguar, 


p-27. — Tornier (1). Band von Procyon, p.27. — Tornier (1). Band von 
Nasua, p.27. — Tornier (1). Ligamentum cal.-nav.-cub.-interossum von Artio- 
dactylae, p.28. — Tornier (1). Ligamentum cal.-nav.-cub.-interossum von Ta- 
piridae, p.28. — Tornier (1). Band von Palaeotheridae, p.28. — Tornier (1). 
Band von Manis (Ligamentum cal.-nav.-ceub.-interossum) p.28. — Tornier (1). 
Museulus-peronaeus longus-Endsehne von Hundsaffen, p. 28. — Tornier (1). Mus- 
ceulus-peronaeus longus-Endsehne von Carnivoren, p. 28. — Tornier (1). Mus- 
eulus-peronaeus longus-Endsehne von Myrmecophaga, p. 28. — Tornier (1). 
Musculus-peronaeus longus-Endsehne bei Halbaffen, p. 28. — Tornier (1). Sehnen- 
theil, welcher dem Musculus tibialis anticus und Musculus abductor hallueis 
gemeinsam ist von Carnivoren, p. 28. — Tornier (1). Sehnentheil, der dem 
Musculus tibialis anticus und Musculus abduetor hallucus gemeinsam ist 
von Myrmecophaga, p.28. — Sehnentheil, welcher dem Musculus tibialis antieus 
und Musculus abductor hallueis gemeinsam ist von Hylobates, p.28. — Tornier 
(2). Musculus peronaeus longus von Monotremata p.74. — Tornier (2). Mus- 
culus peronaeus longus von Marsupialia, p.74. — Bardeleben (1). Musculus 
palmaris longus, M. radialis internus, M. extensor pollicis et praepollicis von 
Macropus bennetti p. 361—362. — Bardeleben. Flexores (M. ulnaris internus, 
M. palmaris longus, M. fliexor digitorum sublimis, M, flexor digitor. profundus) et 
extensores (M. supinator longus, Mm. radialis externi longus et brevis), ferner 
Flexores (M. gastroenemius, M. plantaris, M. flexor digitor. brevis superficialis, 
M. flexor digitor. profundus (fibularis), Mm, adductores, M. abduetor digiti minimj, 
M. tibialis posticus); Extensores: M. tibialis anterior, M. peronaeus longus von 
Trichosurus vulpecula, p.361, 369. — Bardeleben. Flexores und Extensores 
von Forearm and Hand von Didelphys marsupialis, ebenso von Leg and Foot, 
p- 359—360, 367—369. — Bardeleben. Flexores und Extensores von Leg and 
Foot von Euphractus minutus, p.369. — Bardeleben. Flexores und Extensores 
von Forearm and Hand u. v. Leg and Foot bei Hyrax Brucei, p.363, 371. — 
Bardeleben. M. palmaris longus u. M. ulnaris internus bei Insectivoren, p. 362. 
— Bardeleben. M. palmaris longus, flexor digitor. sublimis, profundus, M. ex- 
tensor pollieis et praepollicis, M. abductor (extensor) praehallueis (tibialis, medi- 
alis) bei Sciurus arizonensis, p. 369, 370. — Bardeleben. Muskeln für Forearm 
and Hand u. Leg and Foot bei Bathyergus maritimus, p.362, 371. — Barde- 
leben. Muskeln für Forearm and Hand bei Dipus jaculus, p.363. — Barde- 
leben. Muskeln für Forearm and Hand u. Leg and Foot bei Liusang gracilis, 
p- 364, 372. — Bardeleben. Muskeln für Forearm and Hand u. Leg and Foot 
bei Viverricula malaccensis, p.367, 372, — Bardeleben. Flexores und Exten- 
sores von Paradoxurus sp., p.366. — Bardeleben. Flexores und Extensores 
von Forearm and Hand u. Leg and Foot bei Herpestes griseus, p. 365, 372. — 
Manners-Smith. M. trapezius, M. latissimus dorsi, M. rhomboideus, M. epicoraco- 


288 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


brachialis, M. pectoralis major, M. levator anguli scapulae (trachelo-scapular), 
M. trachelo-acromial., M. serratus magnus, M. supraspinatus, M. infraspinatus, 
M. teres major, M. teres minor, M. subscapularis. Muskeln of Arm; Muskeln of 
Forearm. Myology of Manus. Muskeln of the Posterior Extremity. Muskeln 
of Front of Thigh. Adduetor Group. Hamstring Muskeln. Muskeln of the 
Leg. Myology of Pes von Ornithorhynchus paradoxus, p. 694, 710. — Göp- 
pert, E. (2). Musculus obliquus superior oculi von Echidna setosa u. Ornitho- 
rhynchus, p. 278—280. — Parsons. Muskeln of the Head and Neck, Muskeln 
of the Anterior Extremity, Muskeln of Trunk, Tail-Muscles, Muscles of Posterior 
Extremity u. Muscles of the Foot von Aulacodus swindernianus, Capromys pilo- 
rides, Myopotamus coypus, Octodon cumingü, Hwystrie cristata, Cavia cobaya, 
Ceredon rupestris, Dipus aegyptius, Dipus hirtipes, Alectaga indica, Sciurus pre- 
vostü, Sphingurus prehensilis, Lagostomus trichodactylus, Chinchilla lanigera, 
Dasyprocta cristata, Coelogenys paca, Pteromys oral, Xerus getulus, Spermophilus 
mexıcanus, Arctomys marmotta, Castor canadensis, p.251—296. — Beddard. 
Herz von Ornithorhynchus mit Abbildung, p. 719—722, — Vogt u. Jung. Haut- 
muskeln u. Skelettmuskeln von Lepus ceuniculus L., p. 861—876. — Keith. Mus- 
eulus flexor digitorum profundus an Hand und Fuss bei Primates, p. 335—339. 
— Röder. Mm. ischio-cavernosi u. M. levator penis bei Feliden, p.182. — 
Marey. Muskelphysiologie v. Felis domestica, Canis fam. u. Lep. eunicul. p. 654 
—655. — Halban. (uergestreift. Muskelfas. 


Cireulationssystem. 


Baum. Arteria etbmoidalis, Aa. palatinae majores, A. spheno-palatina 
p. 96 97, — Golubew. Nierengefäss. 100 p. — Bach. Arteria ophthalmica 
extern. mit Fettarterie, A. conjunctivalis lateral., A. ciliaris anterior infer., A. 
iridis lateral, Aa. chorioideae laterales, A. nasalis iridis, A. chorioideae nasales, 
A. recurreus ad nerv. optic.,, A. chorioideae inferior, A. glandulae Harderi, A. 
lacrymalis, A. supraorbitalis, A. chorioideae superior, A. conjunctivalis medialis, 
A. ciliaris anterior superior, A. ophthalmiea interna; Venen, welche dazu ge- 
hören. p. 241—255. — Müller, Adf. u. K. Aorta u. untere Hohlader vorhand. 
p. 154. — Langendorff. Herz. p. 565—566. — Ranvier. Lympheirkulation 
beim Kaninchen, p. 168. — Lesbre. Herz, Aorta dextra, Truncus brachio- 
cephalieus (A. axillaris dextra et carotidae), Aorta sinistra, A. axillaris sin., 
Aa. umbilicales, Vv. cavae sup. et inf. bei Felis domestica p. 130-131. — 
Retterer. Arteria hepatica u. Vena portae, Geschichtliches. p. 133—140. — 
Manners-Smith. Branches of the Trunk Aorta, Visceral Branches, Arteries of 
Head and Neck von Ornithorhynchus paradoxus. p. 712 —715. — Vogt u. Jung. 
Herz, Grosser oder Körperkreislauf, Pfortadersystem, kleiner od. Lungenkreis- 
lauf, Lymphgefässsystem v. Lepus cuniculus L p. 926—931. — Condorelli- 
Francaviglia. Bradypus tridactylus var. notus. p.6—17, 18. — Zuckerkandl, 
Arterien des Vorderarmes bei Monotremen, Marsupialia, Edentata, Rodentien, 
Insectivoren, Carnivoren, Pinnepedien, Chiropteren, Prosimiae, Anthropomorphae 
p. 287. — Ravn. Arteria omphalo-mesenterica bei Mus musculus u. Mus rattus. 
p. 420—424. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 289 


Respirationsapparat. 


Lesbre et G@uinard. Lunge von Felis domestica p. 130. — Tullberg. 
Mus maur. Lunge p.9. — Deniker u. Boulart. Larynx und Pulmo von Simia 
p. 237. — Vogt u. Yung. Kehlkopf, Luftröhre, Lunge v. Lepus cuniculus L. 
p. 914—917. — Göppert (1). Wrisbergscher Knorpel, Kehlkopf von Carnivoren, 
Primaten, Insectivoren, Myrmecophaga didactyla; Mus musculus, Arvicola am- 
phibius u. Lepus cuniculus p.90—141. — Condorelli-Francaviglia. Bradp. 
tridactylus. p. 6—17, 18. — Jolyet. Atemloch von Phocaena communis, sein Mecha- 
nismus bei Cetaceen. p. 610. 


Secretion. 


Müller, Adf. u. K. Stinkdrüsen b. Mustela putorius. — Müller, Adf. u. 
K. Fettdrüsen bei Meles vulgaris. — Müller, Adf. u. K. Gesäuge bei Cervus 
alces u, Alec. jubata. — Müller, Adf. u.K. 2 faustdicke Castorsäcke u. 2 gleich- 
grosse Drüsensäcke, in denen bienenhonigähnliches Oel abgesondert wird. Lage 
der Absonderungsdrüsen nahe dem After. — Müller, Adf. u. K. Drüsenreiches 
Gesicht b. Chiropteren. — Landois (9) Milchdrüse b, Capra. — Beauregard (2) 
Parfümdrüsen bei Genetta, Civetta und Viverricula. — Mayer. Milchdrüse, 
Parotis von Mus musculus, Mus rattus. — Tullberg. Zitzen von Mus maur., 
M. alleni, M. longipes, M. rattus, Lophuromys, M. hypoxanthus, M. dolichurus 
p.10, 13, 15, 19, 39, 26, 32. — Gottlieb. Physiol. u. Pharmakol. d. Pankreas- 
secretion. Naturw. Rundsch. No.19. — Meijere. Echidna hystrix. Tubulöse 
Drüsen nahe den Mammardrüsen, münden in gemeinschaftlichen Follikel der 
Bündel. — Meijere. Ornithorhynchus anatinus Shaw. Schweissdrüsen Mündung. 
-- Meijere. Schweissdrüsen münden in d. Spitze der Haarfollikel bei Didelphys 
marsupialis. — Meijere. Talgdrüsen öfter nur an einer Seite,des Haares vor- 
handen, Schweissdrüsen münden in d. Spitze der Haarfollikel bei Dasyurus viver- 
rinus. — Meijere. Schweissdrüsen münden an d. Spitze d. Haarfollikel bei 
Phascologale minima. — Meijere. Schweissdrüsen münden in d, Haarfollikel bei 
Sminthopsis erassicaudata. — Meijere. Acinöse Drüsen. Schweissdrüsen nicht 
gefunden bei Perameles obesula. — Meijere. Tubulöse Drüsen münden an d. Spitze 
des Follikels des Mittelhaars. Talgdrüsen bei PRascolomys Mitchelli. — Meijere. 
Schweissdrüsen münden am Schwanze in d. Haarfollikel bei Phalanger celebensis. 
— Meijere. Acinöse Drüsen. Schweissdrüsen am Schwanze nicht zu finden 
bei Petrogale penicillata. — Meijere. Talgdrüsen klein, Schweissdrüsen je eine 
zu jeder Haargruppe gehörig bei Macropus ruficollis. — Meijere. Grosse tubu- 
löse Drüsen bei Macropus rufus. — Meijere. Schweissdrüsenausmündung bei 
Bradypus tridactylus. — Meijere. Tubulöse Drüsen bei Hippopotamus amphibius. 
— Meijere. Kleine acinöse Drüsen; Schweissdrüsen nur an den Borsten, münden 
an d. Spitze eines Follikels bei Sus vittatus. — Meijere. Schweissdrüsen- 
mündungen bei Sus scrofa. — Meijere. Tubulöse Drüsen an d. Unterfläche des 
Schwanzes bei Auchenia pacos. — Meijere. Acinöse und tubulöse Drüsen be- 
sitzen d. starken Haare, den feinen Haaren fehlen beide Arten v. Drüsen bei 
Tragulus meminna. — Meijere. Schweissdrüsen münden in d. Spitze der Haar- 
follikel bei Antilope cervicapra. — Meijere. Tubulöse Drüsen münden in d. Haar- 
follikel von Ovis musimon. — Meijere. Kleine Schweissdrüsen am Rücken; 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 19 


3290 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


acinöse Drüsen bei Ovis aries. — Meijere. Acinöse u. tubulöse Drüsen, Schweiss- 
drüsen bei Bubalus bubalus. — Meijere. Acinöse Drüsen sehr klein bei Ayrax 
capensis. — Meijere. Tubulöse Drüsen nicht gefunden, acinöse Drüsen klein 
bei Anomalurus beecroftü. — Meijere. Kleine acinöse Drüsen bei Rhizomys 
sumatrensis. — Meijere. Schweissdrüsen-Bildung, Mündung bei Felis leo. — 
Meijere. Schweissdrüsen-Mündung, 1—3]lappige acinöse Drüsen an den Follikeln 
der Stammhaare von Herpestes gracilis. — Meijere. Tubulöse Drüsen, acinöse 
Drüsen. Mündungen derselben, Bau von Canis aureus. — Meijere. Acinöse 
Drüsen der Stammhaare, tubulöse Drüsen-Mündung v. Ursus arctos. — Meijere. 
Schweissdrüsen münden in die Haarfollikel bei Mustela erminea. — Meijere. 
Acinöse- u. Schweissdrüsen von Phoca vitulina. — Meijere. Tubulöse Drüsen. 
Ausmündung bei Galeopithecus volans, — Meijere. Schweissdrüsen - Mündung 
von Ptilocercus lowi. — Tubulöse u. acinöse Drüsen-Mündung von Erinaceus 
europaeus. — Meijere. Beschreibung der Schweissdrüsen von Pachyura indica. 
— Meijere. Acinöse u. Schweissdrüsen von Talpa europaea. — Meijere. Acinöse 
Drüsen von Oynonycteris collaris. — Meijere. Schweissdrüsen in d. Ohrmuschel- 
u. Flughaut von Vespertilio daubentonii. — Meijere. Schweissdrüsen-Mündung, 
acinöse Drüsen bei Lemur catta. — Meijere. Tubulöse Drüsen, Mündung von 
Mirza coquerelüi. — Meijere. Schweissdrüsen, Mündung, in d. Schwanzhaut von 
Lepilemur mustelinus. — Meijere. Schweissdrüsen, Mündung, acinöse Drüsen, 
von Perodicticus potto. — Meijere. Schweissdrüsen, Mündung am Schwanze, 
acinöse Drüsen von Hapale jacchus. — Meijere. Schweissdrüsen, Mündung von 
Midas rosalia. — Meijere. Schweissdrüsen, Mündung von (ebus apella. — 
Meijere. Schweissdrüsen Fig. 25, p.344. Mündung von Cynocephalus hamadryas. 
— Meijere. Schweissdrüsen, Mündung von Simia satyrus. — Löwenthal. 
Glandula maxillaris von Cavia cobaya. — Löwenthal. Glandula maxillaris von 
Mus rattus. — Löwenthal. Erinaceus europaeus, Glandula maxillaris. — Mediane 
Schilddrüsen beim Schwein in d. Anlage paarig. Jacoby p. 49—53. — Mammae 4: 
Bubalus mindor. Jentink (1) p. 199—204. — Ornithorhynchus. Drüse. Martin u. 
Fidswell p.380 u. 395 (Z. A.). — Stinkdrüsensekret von Mydaus Marchei Huet. 
Meyer (4) p. 4. — Accessorische Geschlechtsdrüsen. Oudemans 92 pp. — 
Ornithorhynchus paradoxus: Drüsengänge gehen an d. Haarbulbus und durch d. 
Mark verkürzter oder degen. Haare nach aussen. Poulton (1) p. 290. — Glan- 
dula thyreoidea von Mensch u. Schwein (Entwickl.). Simon (1) p. 379—389. — 
Secernirend. Zellen d. Glandula submaxill. d. Mensch. Solger (2) p. 415—419, 
455. — Procav. syr. Prostata. Matschie (7) p. 193—194. 


Harn- und Geschlechtsorgane. 


Röder, p. 180. Crura penis, Rutenschaft. — Röder, p. 182. Rute, Urethra, 
Mm. ischio-cavernosi; M. levator penis. — Röder, p.182. Eichel der Feliden. 
— Strahl (1). Regeneration der Uterusschleimhaut der Hündin nach d. Wurf. 
p. 662—664. — Strahl (2). Uterus post partum. p. 509—518. — Müller, 
Adf. u. K. Pinsel v. d. Scheide d. Brunstrute, p. 200. — Landeis (9). 
Testes, Nebenhoden, Gubernaculum Hunteri, Vasa deferentia, Vesic. seminales; 


Clitoris, Vagina, Uterus bicornis. — Henneguy. Follicules de Graaf bei Mus 
decumanus, p.4—10. — Henneguy. Follicules de Graaf bei Rhinolophus ferrum- 
equinum, p. 10—13. — Henneguy. Follieules de Graaf bei Sorex vulgaris, p. 13 


—14. — Henneguy. Follicules de Graaf bei Mus muscul., p. 14—15. — Henne- 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 991 


guy. Follieules de Graaf bei Felis domestic., p.15—17. — Henneguy. RPolli- 
cules de Graaf bei Mus rattus, p.23. — Henneguy. Follicules de Graaf beim 
Meerschweinchen, p. 23. — Lesbre et &uinard. Niere, Ureter, Blase; les reins 
ont encore l’aspect lobule de l’&tat foetal; Testes, Gubernaculum Hunteri, Epidi- 
dymis, von Felis domestica p.130. — Duval. Placenta des Canis familiaris, p.201. 
— Turner bei Duval. Placenta des Canis vulpes, p.205. — Turner bei Duval 
Placenta v. Felis domestica, p.205. — Bischoff bei Duval. Placenta von Mus- 
tela foina, p. 221. — Bischoff bei Duval. Placenta von Mustela martes, p. 221. 
— Strahl bei Duval. Placenta von Putorius furo, p.223. — Matschie (7). 
Prostatadrüsen von Procavia syriaca sind ungestielt, stark traubig, '/, so gross 
wie d. Harnblase u. reichen bis zur halben Höhe dieses Organs. Vasa defe- 
rentia vereinigen sich zwischen Harnblase u. d. Penis, p. 193—194. — Reichel. 
Harnblase, Harnröhre, Penis, Urethralseptum von Sus, p.147—148. — Beddard. 
Testis und Vas deferens abgebildet, p. 719—720. — Qudemans. Accessorische 
Geschlechtsdrüsen. 92 pp. — Vogt u. Yung. Doppelter oder zweihörniger 
Uterus bei Prosimiae, p. 880. — Vogt u. Yung. Einfacher Uterus bei 
Primates, p.830. — Vogt u. Yung. & Prostata, Penis, Cowpersche Drüsen, 
Vorhautdrüsen, Hoden, Nebenhoden, @ Ovarium, Eileiter, Uterus, Scheide, 
Vulva von Lepus cuniculus L., p. 917—926. — Waldeyer. Tuben-Schwanger- 
schaft bei Oynocephalus hamadryas, p. 75 (246). — Hubrecht (1). Uterus, Pla- 
eenta von Sorex vulgaris, p.120 (481—523) (524—537). — Beauregard et Bou- 
lart. Uterus maseul. u. ausführende Kanäle von Balaenoptera musculus, p. 373 
— 374. — Crety. Oyvarium von Chiropteren, p. 221—235, 237—239. — Brecher- 
Grünwalde. Nachbrunst von Cervus capreolus. — Holl. Ovum: Maus, Meer- 
schwein, Katze, Kaninchen, Rind u. Mensch. p. 297—315. — Bühler. Genital- 
organe von Lepus cuniculus. — Röder. Wollustkörperehen u. Endkolben. — 
Laiaste (1). Samenblasen. p. COV—CVIL. — Timofeew. Nervenendigungen in 
männlichen Geschlechtsorganen von Lepus cun., Cavia cobaya, Mus ratt., Felis 
domestic. u. Can. familiaris p. 342—348. 


Nervensystem. 
Baum (1). N. nasalis posterior von Fguus caballus, p.97. — Baum (1). 
N. olfactorius von Equus caballus, p.98. — Baum (1). N. ethmoidalis, Endstamm, 


Equus caballus, p. 98. — Kölliker. N. sympathieus, p. 31—58 (97—120). — 
Langendorff. N. vagus, Reizung, p. 565—566. — Leshre et Guinard. Gehirn, 
Rückenmark, Ventrikel, Lobus optieus, Schädel- u. Cervicalnerven bei Felis do- 
mestica, p. 131. — Beauregard N. facialis von Pteropus medius, p. 373—374. 
— Remak bei Jacques. Ganglien im Herzen von Bos taurus, p. 622. — Krause 
bei Jacques. Nerfs cardiaques von Lepus cuniculus, p.623. — Vignal bei 
Jacques. Systeme neıveux du coeur von Lepus cuniculus, p.624. — Kasem- 
Beck bei Jacques. Lepus cuniculus. Es kommt nur eine einzige Art von Zellen 
in den Ganglien des Herzens vor. Diese Elemente besitzen eine einzige Ver- 
längerung (p. 626). — Retzius bei Jacques. Nerfs du myocarde von Mus 
musculus, p. 627. — Berkley bei Jacques. Nerfs du myocarde v. Mus rattus, 
7.627. — Kölliker bei Jacques. Herzganglien bei Bos taurus, p.628. — 
Jaeques. Nerven des Pericards bei Canis familiaris, p.631. — Bardeleben, 
K.v. Nerven v. Bein und Fuss bei Trichosurus vulpecula, p. 368—369. — Der- 
selbe. Nerven von Bein und Fuss bei Didelphys marsupialis, p.367—368. — 


19* 


3292 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Derselbe. Nerven v. Vorderarm, Hand, Bein u. Fuss bei Sawurus arizonensis, 
p. 362, 370. — Derselbe. Nerven v. Vorderarm und Hand bei Bathyergus 
maritimus, p. 362. — Derselbe. Nerven v. Vorderarm und Hand bei Linsang 
gracilis, p. 364. — Derselbe. Nerven v. Vorderarm, Hand, Bein u, Fuss 
bei Viverricula malaccensis, p. 367, 372. — Derselbe. Nerven v. Vorderarm und 
Hand bei Paradoxurus sp.. p.366. — Derselbe. Nerven v. Vorderarm, Hand, 
Bein und Fuss bei Herpestes griseus, p. 365, 372. — Chiarugi (1). Gehirnnerven. 
p.287. — Chiarugi (2). Knospe in der Gegend des Chiasma des Sehnerven 
erreicht, von der ventralen Wand des Zwischenhirns ausgehend, das Ectoderm. 
p. 287. — Manners, Smith. Brachial-Plexus, Lumbar-Plexus, Sacral-Plexus 
von Ornithorhynchus paradoxus, p. 710—712. — Vogt u. Jung. Central-Nerven- 
system, Peripherische Nerven, Sympathisches Nervensystem von Lepus cuniculus 
L., p. 877—893. — Timofeew. Nervenendigungen in männlichen Geschlechts- 
organen von Lepus cuniculus, Cavia cobaya, Mus rattus L., Felis domestica 
u. Canis familiaris, p. 342— 348. — Martin. Gehirnbalkenentwicklung bei Felis 
domestica, p. 472—476. — Clasen. Nerven d. proximalen Theiles der Vorderextr. 
von Felis domestica. 35 p. — Retzius. Ganglion ciliare v. Felis. p. 633 
—637. — Rüdinger. Gehirn von Canis familiaris. Naturw. Rundsch. 9. Bd. 
— (Cannieu. Gehörnerv von Felis domestica, Ovis aries und Mus rattus L., 
p. 8°—120 u. 120—153. — Benham. Gehirn p. 47— 88. — Berkley. Nervenhistol. 
p. 746—753. — Bole. Gehirn-Morphol. u. Histol. 


Lebensweise. 


Phacochoerus in Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1) p.524. Nutzen, 
Schaden. — Zebra um Kirangasa, Deutsch-Ost- Afrika. Emin bei Noack 
(1) p. 524. — Hystrie in Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1) p.524. 
Dient als Speise. — Sciurus in Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1) 
p. 525. — Zorilla albinucha von Tabora. Emin bei Noack (1) p. 525. — 
Hyaena striata von Somali- u. Massailland. Emin bei Noack (1) p. 525. 
Faunistik. — Hiyaena crocuta von Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1) 
p. 525. Faunistik. — Hyaena brunnea (Menges) von Somaliland. Emin bei 
Noack (1) p.528. Faunistik. — Canis aureus (adustus?) v. Deutsch-Ost-Afrika. 
Emin bei Noack (1) p.525. Faunistik. — Felis leo von Deutsch-Ost-Afrika 
(Bibissanda). Emin bei Noack (1) p.525. Faunistik. — Cercopithecus erythrar- 
chus vom Ngerengere- und Kidete-Bach. Emin bei Noack (1) p. 525. — 
Hippopotamus von Tabora-Ujui. Emin bei Noack (1) p. 525. — KRatelus 
capensis am Manjanga-Bache. Emin bei Noack (5) p. 526—27. — Oreo- 
tragus von Bussisi (Victoria-Nyansa). Stimme. Emin bei Noack (1) p.527. — 
Cercopithecus erytharchus (?) vom Wasserrande des Victoria-Nyansa. Haut, 
Farbe, Name. Flüchtet bei Gefahr. Emin bei Noack (1) p.528. — Hyrax vom 
Vietoria-Nyansa. Stimme. Emin bei Noack (1) p. 528. — Herpestes v. Victoria- 
Nyansa. Name, Stimme. Emin bei Noack (1) p.528. — Hippopotamus -vom 
Westufer des Victoria-Nyansa. Emin bei Noack (1) p. 528. — Dendromys pu- 
milio (?) vom Westufer des Victoria-Nyansa. Emin bei Noack (1) p.528. — 
Georychus (Heliophobius?) von Bukoba. Fangweise. Name. Emin bei Noack 
(1) p.528. — Üricetomys gambianus von Bukoba. Schaden, Nutzen, Name. 
Nächtliche Lebensart. Emin bei Noack (1) p.529. — Zorilla albinucha von 
Bukoba. Emin bei Noack (1) p. 529. — Hyrax brucei von Mpapua, Tabora 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahre 1894. 293 


Unianiembe. Auf Felsen, Bergen. Emin bei Noack (1) p.533. — Lepus saxatilis 
von Tabora. Emin bei Noack (1) p. 542. — Gerbillus boehmi von Tabora. 
Noack (1) p.566. — Eliomys murinus von Ostafrika. Noack (1) p.566. — Mus 
microdon Pet. von Ostafrika. Noack (1) p.569. — Mus abyssinicus Rüpp. von 
Tabora. Noack (1) p.571. — Mus rattus von Ostafrika. Noack (1) p.572. — 
Petrodromus tetradactylus Pet. von Mkigwa, Unianiembe, Tabora. Stimme. 
Noack (1) p. 573. — Erinaceus albiventris Wagn. von Tabora. Noack (1) p. 574. 
— Taphozous mauritianus Geoffr. von Tabora. Noack (1) 9.574. — Helogale 
undulata parvula Pet. et Sundy vom Muala-Fluss, Uniamuesi. Noack (1) p. 581 
—582. — Balaena japonica Lacep, jap. Semikujira. Möbius (1) p. 6. — Rhachia- 
nectes glaucus (Cope), jap. Koküjira. Möbius (1) p.20. — Nahrung v. Mus all., 
maurus, longip., barbarus, univittatus, rufocan., hypoxantus, dolichur,, Dasymys, 
Lophuromys, Deomys, Hydromys, Oricetomys. Tullberg p.55. — Trichechus rosmarus 
von Neu-Sibirien palaeontol. u. recent. Tschersky (1) p.34. — Spermophilus 


Eversmanni vom Janagebiet. Tschersky (1) p.34. — Ovis nivicola vom Jana- 
gebiet. Tschersky (1) p.34. — Castor europaeus von d. mittl. Elbe. Friedrich, 
Naturw. Rundsch. 9. — Canis familiaris. Beckmann, Geschichte u, Beschrei- 


bung d. Rassen d. Hundes. — Felis catus aus Deutschland. Ungesellig. Müller, 
Adf. u. Karl, p.93. — Felis lyn& aus Deutschland. Müller, Adf. u. K,, p.90 
—93. — Canis familiaris aus Deutschland. Nutzen. Müller, Adf. u. K., p.96. 
Canis lupus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K., p.129, — Canis vulpes aus 
Deutschland. Müller, Adf. u. K., p. 134—135. — Mustela erminea aus Deutsch- 
land. Müller, Adf. u. K., p.138—40. — Mustela vulgaris aus Deutschland. 
Müller, Adf. u. K, p. 142—144. — Mustela martes aus Deutschland. Müller, 
Adf. u. K., p. 144. — Mustela foina aus Deutschland. Müller, Adf. u. K., p. 146. 
— Mustela putorius aus Deutschland. Müller, Adf. u. K., p. 152. — Lutra 
vulgaris aus Deutschland. Müller, Adf. u. K., p. 155. — Lutra minor aus 
Deutschland. Müller, Adf. u. K., p.159. — Meles vulgaris aus Deutschland. 
Müller, Adf. u. K., p. 101. — Cervus elaphus aus Deutschland. Müller, Adf. 
u. K., p. 174. — Cervus alces s. Alces jubata aus Litthauen, Moorgegend. Müller, 
Adf. u. K., p.178, 179, 183. — Cervus dama s. Dama platyceros aus Deutsch- 
land. Müller, Adf. u. K., p.186, 137. — Cervus capreolus s. Capreolus vulgaris 
aus Deutschland. Müller, Adf. u. K., p.190. — Capella rupicapra aus d. Alpen. 
Brehm b. Müller, Adf. u. K., p. 194. — Sus scrofa aus Deutschland. In ebenen 
Gegenden u. Hügelland. Müller, Adf. u. K., p. 201. — Sorex s. Orocidura pyg- 
maeus Ss. minutus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K., p. 207. — Orocidura s. 
Sorex araneus aus Deutschland. Neigung für das Feld. Müller, Adf. u. K,, 
p. 208. — Crocidura leuwcodon aus Deutschland. Wald ist nicht ihr Aufenthalt. 
Müller, Adf. u. K., p. 208. — Crossopus foediens aus Deutschland. Das Gebirge 
mit seinen klaren Bächen ist d. Heimat. Müller, Adf. u. E., p. 209. — 
Erinaceus europaeus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K, p. 212. — 
Talpa europaea aus Deutschland. Müller, Adf. u. K, p.217. — 
Arctomys marmota aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 226. — Spermo- 
philus eitillus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 228. — Myoxus glis 
aus Deutschland. Müller, Adf.u.K. p.231. — Myoxus nitela aus Deutschland. 
Müller, Adf. u. K. p. 233. — Myoxus muscardinus s. Muscardinus avellanarius 
aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p.235. — Castor fiber aus Europa. 
Brelım bei Müller, Adf. u. K. p. 240—241. — Mus musculus aus Deutschland. 
Müller, Adf u. K. p. 246. — Mus sylvaticus aus Deutschland, Müller, Adf. 


294 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


u. K. p. 247. — Mus agrarius aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 248. — 


Mus minutus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 248, 249. — Üricetus 
frumentarius aus Deutschland. Müller, Adf.u.K. p. 250. — Arvicola amphibius 


aus Deutschland. Müller, Adf.u.K. p. 252. — Arvicola terrestris aus Deutsch- 
land. Müller, Adf.u.K p. 254. — Arvicola glareolus aus Deutschland. Müller, 


Adf. u. K. p. 256. — Arvicola arvalis. s. arvensis aus Deutschland. Müller, 
Adf. u. K. p. 257. — Arvicola agrestis aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. 
p. 260. — Lepus vulgaris aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 261. — 


Lepus cuniculus aus Deutschland Müller, Adf. K. p. 265. — Chiropteren aus 
Deutschland. Müller, Adf. u. K. p. 272—273. — Gymnorrhina aus Deutschland. 
Müller, Adf. u. K. p. 276. — Plecotus auritus aus Deutschland. Müller, Adf. 
u. K. p. 278. — Plecotus barbastellus aus Deutschland. Müller, Adf. u. K. 
p. 280. — Vespertilio murinus aus Deutschland. Im Sommer in hohen, einsamen 
Burgen, verödeten Böden, jagt dort während der Dunkelheit, im Winter trifft 
man sie freihängend oder an Wänden sitzend. Müller, Adf. u. K. p.281. — 
Vespertilio Bechsteinii aus Deutschland. In verborgensten Theilen von Höhlen, 
Gruben, bohlen Bäumen. Müller, Adf. u. K. p. 232. — Vespertilio mystacinus 
aus Deutschland. Vom Schornstein bis zum Kellergewötbe der Wohnungen zu 
finden, meist bei Einbruch d. erst. Dämmerung ausfliegend. Müller, Adf.u.K. 
p. 283. — Vespertilio Daubentonii aus Deutschland. Gesellig, anzutreffen sowohl 
an ihren Schlafplätzen als in d. Winterruhe zu halben und ganzen Dutzenden, 
in Bäumen, Felsenhöblen, Schächten oder Gewölben u. sonstigen Räumlichkeiten, 
Müller, Adf. u. K. p. 284. — Vespertilio dasyeneme aus Deutschland. Dicht 
über dem Wasserspiegel an Teichen u. Sümpfen kann man sie jagend sehen. 
Müller, Adf. u. K. p. 284. — Vespertilio Nattereri aus Deutschland. In Baum- 
und Felsenhöhlen sich aufhaltend, hängt sich im Innern von Burgmauern ge- 
meiniglich mit dicht angeschlossenen Flughäuten und vorgestreckten Ohren an 
den Seitenwänden mit wenigen ihrer Art an. Müller, Adf. u. K. p. 285. — 
Vesperugo noctula aus Deutschland. Sie jagt in Wäldern, Parkanlagen und 
Baumstücken. Müller Adf. u. K. p. 236. — Vesperugo Leisleri aus Deutschland. 
Ausgeprägtes Waldthier, liebt vorzugsweise das Gebirge, wo es um d. höchsten 
Baumkronen schon sehr früh gewandt segelt. Müller, Adf. u. K. p. 287. — 
Vesperugo pipistrellus aus Deutschland. Lebt gesellig in schmalen Ritzen und 
Spalten in Häusern; sie steckt unter Wandbekleidungen, Fensterläden etc., 
allgemein in passenden Gewölben. Müller, Adf. u. K. p. 289. — Vesperugo 
Nathusii aus Deutschland. Lebt in Ritzen u. Spalten d. Häuser ete., gewandt 
fliegend. Müller, Adf. u. K. p. 289. — Vesperugo serotinus aus Deutschland. 
In hohlen Thürmen, altem Gemäuer. Müller, Adf. u. K. p. 290. — Vesperugo 
discolor aus Deutschland. Sie ist Waldgebirgsthier, jedoch zeigt sie sich auch 
um die menschlichen Wohnstätten, lebt in Thürmen, woselbst sie sich unter 
ihresgleichen in die feinsten Spalten verkriecht. Müller, Adf. u. K. p. 291. — 
Vesperugo Nilsonii aus Deutschland. In engen Ritzen in Gebäuden an ge- 
schützten Orten; durchfliegt ibr Jagdrevier kurz nach d. Scheiden der Sonne. 
Müller, Adf. u. K. p. 291. — Phyllorhina s. Istiophora aus Deutschland. 
Nahrung besteht in d. weicheren Arten von Insekten. Müller, Adf. u.K. p. 292. 
— Rhinolophus ferrum eqwinum aus Deutschland. Blutsaugen bei ihr von unter- 
geordneter Bedeutung, Imsekten scheinen die Hauptnahrung zu bilden. 
Müller, Adf. u. K. p. 292. — Mus aquaticus aus Persien. In Erdhöhlen auf 
Feldern, @. $. Gmelin bei Reeker p. 70. — Lynx vulgaris. In dichten, dunklen 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 295 


Gebirgswäldern, gelegentlich auch in der Steppe. Gross p. 428. — Oreotragus 
megalotis n. sp. vom Somalilande. In den Schluchten des Hebekogebirges, 
lebt wahrscheinlich dort von Laubwerk. Menges p. 130—131. — Kuhantilopen. 
Matschie (4) p. 329—333. — Cebus azarae Rengg. von Argentinien. Im Ur- 
walde an bergigen Stellen. Maischie (2) p.57. — Nasua nasua L. von Palos 
& Pique in N. Argentinien. Immer in klein. Gesellschaften auf Bäumen. Matschie 
(2) p. 61. — Procyon canerivorus Cuv. aus Jujuy in N. Argentinien an Wald- 
bächen einzeln stets. Matschie (5) p. 61. — Sciurus spec. von Capillas in Argen- 
tinien, zahlreich in bewaldeten Schluchten lebend, Nussfresser. Matschie (2) 
p. 61. — Chlamydophorus truncatus Hart, in Gefangenschaft. Wird vom Wärter 
2 mal täglich aus dem Sande herausgescharrt u. in einen Behälter mit Milch u. ge- 
queschter Semmel gesetzt, den es ausleckt. Matschie (2) p.62. — Dicotyles 
torquatus Cuv. Lebt im Gebirge. Matschie (2) p. 63. — Dicotyles labiatus Cuv. 
Lebt im Busch und Urwald. Matschie (2) p.63. — Cervus rufus Il. Nur: auf 
den mit wenigen Bäumen bestandenen Hügeln bei der Stadt. Matschie (2) p. 63. — 
Spermophilus mexicanus. Winterschlaf, bewohnt unbebaute Gegenden. Varigny 
p. 13. — Spermophilus tredecimlineatus. Wohnt in den Präriegegenden, dringt 
niemals ins Gehölz oder in die Wälder ein. Varigny p. 12. — Spermophilus 
Franklin. Lebt in den Präriegegenden; besucht Getreidefelder. Varigny, p. 13. 
— Spermophilus spilosoma obsoletus s. Sp. Kennicotti. Bau, bewohnt Prärie- 
gegenden. Varigny, p. 14. — Spermophilus Richardsoni elegans. Leben von 
Cerealien. Varigny p.14. — Chiropteren. &oeldi (1), p. 725. — Dysopes. Goeldi (1), 
p.725. — Phyllostoma. &veldi (1), p.725. — Lama. Auf Bergen. &oeldi (1), p.725. 
— (astor fiber. Er bewohnt die Rhone und den Gardonfluss, Bau. Mingaud, p.796. 
— (anis familiaris. Geniesst vegetabilische Speise. Erklärung dafür. Cornevin, 
p. 723. — Felis domestica. Geniesst vegetabilische Speise, Erklärung dafür. Corne- 
vin, p. 724. — Mustela martes. Geniesst vegetabilische Speise, Erklärung dafür. 
Cornevin, p. 724. — Cobus ellipsiprymnus. Barkley, p. 131. — Catoblepas gorgon. 
Barkley, p. 131. — Bubalis Lichtensteini. Barkley, p. 132. — Neotragus scoparius. 
Barkley, p.132. — Micoureus pusillus (Grymoeomys agilis). Goeldi (2), p.462—463, 
— Rhynchogale Melleri, Gray. Thomas (6) p. 139—140. — Cetacea. Vogt u. 
Yung, p. 828. — Pinnipedia. Vogt u. Yung, p. 829. — Cervus rangifer lebt v. 
Ren»thiermoos, sehr genügsam. Hohenberg (1), p. 75, 76. — Cervus Thamin. 
Sehr genügsam. Hohenberg (1), p. 76. — Cervus (Megaceros) giganteus fossil. In 
Rudeln. Hohenberg (2), p. 142. — Lutra vulgaris. Harting (1), p. 1-10. — 
Didelphys australis sp.n. In diehtem Gebüsch, Nahrung besteht in Insekten, Larven 
von Würmern, Philippi, Fed. p.33—35. — Herpestes fasciatus lebt von Haselnüssen. 
Müller-Liebenwalde (2), p. 202—204. — Cynomys lebt von Fischen. Müller- 
Liebenwalde (2), p. 202—204. — Spermophilus eitillus L. Lebt meist gesellig, 
Bau. Wurm, p. 1-10. — Myoxus glis L. Am Tage in Mauerritzen etc., nach 
Sonnenuntergang kommt dasTierchen aus seinem Schlupfwinkel, frisst Eicheln,Hasel- 
nüsse etc. Wurm, p. 13. — Myoxus avellanarius gleicht in der Lebensweise d. M. glis 
(Siebenschläfer). Wurm p.16. — Lophiomys imh. lebt von Vegetabilien; Aufent- 
halt in felsigem Terrain, Kull (1) p.134—138. — Arvicola arvalis legt über- 
irdische Halmnester an. Wacquant-Goozelles (2) p. 144—146. — Petromys typ. 
lebt auf Felsen, nimmt Veget. zu sich. Pachyur. auric. lebt auf offen. Grasflächen, 
soll wandern, frisst auch kleine Insekt. Galago moholi-teng lebt familienw., frisst 
Früchte ete. Noack (3) p.53-81, 82, 


296 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Nutzen und Schaden. 


Phacochoerus in D.-Ost.-Afrika. Emin b. Noack (1) p.524. Hauer als 
Schmuck. — Equus as. in D.-Ost-Afr. Emin bei Noack (1) p.524. — Hystrix 
in D.-Ost-Afr. Emin bei Noack (1) p. 524. — Cynocephalus babuin in 
D.-Ost-Afrika. Emin b. Noack (1) p. 525..— Lepus saxatilis von D.-Ost- 
Afrika. Emin bei Noack (1) p. 526. — Cricetomys gambianus von Bukoba. 
Nächtliche Lebensweise. Emin bei Noack (1) p.326. — Lepus saxatilis von 
Tabora. Emin bei Noack (1). Leckerbissen der Neger, p. 542. — Canis fam. 
Beckmann, Jagd, p. 79—380. — C. fam. Müller, Jagd, p. 100—120. — C. lupus. 
Müller, Räuber, p. 129—130. — C. vulpes. Müller. Wohlthäter für d. Bauern 
durch Mäusejagd; raubt aber andererseits Geflügel ete. p.134—-5. -- Mustela 
erminea. Müller. Raubt Tauben, kleine Säugeth., Fische u. s. w., nützt durch 
Vertilg. v. Mäusen d. Bauern. p. 138—140. — M. vulg. Müller. Räuber; nützlich 
durch Jagd auf Mäuse. p.141.— M.martes. Müller. Räuber; kostbarer Pelz. p.144 
— 145. — M.foina. Müller. Räuber, von Nutzen als Mäuse- u. Rattenvertilg., ferner 
durch seinen Pelz. p. 148—149. — M. putor. Müller. Räuber, Nutzen als Mäusevert. 
Pelz. p.151. — Lutra vulg. Müller. Räuber, indes auch nützlich. p. 157. — L. 
minor. Müller. Räuber, sehr blutdürstig, kostbarer Pelz. p. 158. — Meles vulg. 
Vertilgt Insekten in d. Saaten, schädl. in Weingärten u. Feld. Müller p. 163. 
— Cervus elapkus. Der Forstkultur schädlich, seines Fleisches und auch d. 
Haut wegen wird er gejagt. Müller, p.174—178. — Cervus alces. Wildpret 
schmackhaft u. nahrhaft, auch das Geweih ist benutzbar, schädlich der Forst- 
wirtschaft. Müller, p. 185. — C. dama. Der Forstw. schädlich, von Nutzen 
ist das Wildpret, die Decke u. das Geweih. Müller, p.188. — C. capreolus. 
Der Forstwirtschaft schädlich, Wildpret u. s. w. von Nutzen. Müller, p. 192—193. 
— Capella rup. Gehörn als Schmuckgegenstand benutzt. Müller, Adf., p. 196— 197. 
— Sus scrofa ist der Landwirtschaft schädlich, Wildpret nützlich. Müller, Adf., 
p.199. — Sorex vulg. Vertilgt auch Vögel. Müller, Adf., p.206. — $. (Croe.) 
araneus. Raubt Vögel, jagt Würmer u. Schnecken. Müller, Adf., p.208. — 
Crossopus fodiens. Raubt Vögel, fängt Fische. Müller, Adf., p.211. — Erina- 
ceus eur. Fällt gelegentlich Hühner an. Engerlinge, Mäuse, Blindschleichen 
werden vertilgt. Müller, Adf. p.212, 213. — Talpa eur. Für die Landwirt- 
schaft von Nutzen. Müller, Adf., p.217. — Arctomys marm. Nützlich durch 
das Fleisch. Müller, Adf., p. 228. — Spermophilus cit. Frisst Vögel, plündert 
auch Fruchtfelder. Müller, Adf., p. 229. — Myoxus glis. Frisst Eier u. 
Vögel. Müller, Adf., p. 232. — M. nit. Gefährlicher Feind des Obstes, 
raubt Vögel. Müller, Adf., p.233. — Mus musc. In Speisekammer, Vogel- 
käfig u. s. w. dringt sie. Müller, Adf., p.246. — Mus sylv. Aehnl. schäd- 
lich wie M. musc. Müller, Adf., p.247. — Cricetus frum. Dem Bauer schäd- 
lich. Müller, Adf., p. 252. — Arvicola amph. Den an Ufern gelegenen Gärten 
u. Gemüseländern schädlich. Müller, Adf., p. 254. — Arv. terrestris. Thiere in 
grösseren Mengen können durch die Zerstörungen in den Gemüsegärten u. Getreide- 
feldern sehr lästig werden. Müller, Adf., p. 254. — Arv. glareolus. Hauptschad, 
für die jungen Schonungen d. Wälder. Müller. Adf., p.256. — Arv. arvalis s. 
arvensis. Schädigt unaufhörlich auf dem Boden der Kultur den Ernteertrag. 
Müller, Adf., p. 257, — A. agrestis, Wurzeln u. Rinden d. Bäume etc. werden 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 997 


angegangen. Müller, Adf., p.260. — Lepus vulg. In manchen fruchtbaren 
Ebenen wird er ungebührlich gehegt und vermehrt sich zu gross. Massen, deren 
Schaden die Bauern empfindlich trifft. Müller, Adf. p.262. — L. cun. Schad. 
verheerender als der des Hasen. Müller, Adf., p.267. — Chiropteren. Ver- 
tilger v. vielen schädlichen Insekten. Müller, Adf., p.275. — Plecotus aur. 
Nützliches Thier, frisst Insekten. Müller, Adf., p.279. — Vespertilio mur. 
Frisst viel Insekten. Müller, Adf., p. 281. — Vesperugo noctula. Die schäd- 
lichsten Forstinsekten gewinnt sie kraft ihres bedeut. Flugvermögens leicht als 
Beute. Müller, Adf., p.286. — V. pipistr. Vertilgt die der Obstbaumzucht ete. 
schädlich. Falter, Wickler, Motten, sowie in Ställen und Häusern belästigende 
Fliegen, Mücken und Schnaken in grosser Menge. Müller, Adf., p.289. — V. 
serot. Beweist sich sehr emsig im Insektenfang (besond. Nachtfalter). Müller, 
Adf., p.290. — Euphractus villosus. Wird auf d. Camp gegessen. Matschie, 
P. (2) p.62. — Tatusia hybrida. In Buenos-Ayres in allen Delikatessenhandl. 
angeboten. Matschie, P. (2) p. 62. — Spermophilus tredecimlineatus. „Les spermo- 
philes grimpent apres les tiges de mais et s’emparent du grain qu'ils vont the- 
sauriser dans leurs terriers, ils ont m&me l’impudence de suivre le semeur et 
de deterrer les grains & mesure quils sont Eparpillös et enfouis.“ Varigny, 
H. de, p. 12—13. — Sp. Franklin. „Recherchant toujours les champs de mais 
et de cereales...* Von Nutzen ist das Fleisch. Varigny, H. de, p. 13. 
— Sp. spilosoma obsoletus s. Sp. Kennicotti. Habitude de döterrer les graines 
d’arbres semees pour la cer&ation de bois. Varigny, H. de, p. 14. — Sp. 
Richardsoni elegans. Il commet des degäts incessants, Varigny, H. de, p. 14. 
— Jaguar Il commet de grands degäts en s’attaquant aux troupeaux de boeufs, 
aux cheyvaux et aux mulets. Goeldi, E. A. (1), p.725. — Castor fiber von d. 
Rhone u. vom Garonneflusse, wenig schädlich. Mingaud, @al. p. 796. — Cysto- 
phora crist. von Jan Mayen, von vielfachem Nutzen: Fleisch, Fett, Fell. Rabet, 
Ch. M., p. 166. — Phoca barb. Fabr. von Jan Mayen; Fleisch, Fett, Fell u. s. w. 
nützlich. Rabot, Ch. M., p. 166—177. — Ph. hispida von Jan Mayen; Fleisch, 
Fett, Fell u.s.w. nützlich. Babot, Ch. M., p. 166-167. — Ph. vitul. von 
Jan Mayen; Fleisch, Fett, Fell u.s. w. nützlich. Rabot, Ch. M., p. 166—167. 
— Cricetus frum. von Böhmen. Wegen seines Schadens verfolgt. Wurm, Frz,, 
p- 11. — Spermophilus tredecimlineatus, Sp. mexicanus, Sp. frankl., Sp. frankl., Sp. 
spilos. obsoletus, Sp. richards. (elegans) zum Theil Feinde der Landwirthschaft, 
Fleisch v. Sp. frankl. soll schmackh. sein. Zacher. p. 270—75, 297. 


Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen, Varietäten 
und Bastarde. 


Noack (1) p. 555. Gebiss v. Coelogenys paca. — Noack (1) p.580. Bastard (?) 
von Genetta senegalensis mit @. tigrina. — Beckmann, p.80. Canis familiaris. 
— Müller, Adf. u. K. Dasselbeulen von Oestrus bowis L., Erkrankungen 
durch Gastrus nasalis L, ferner durch Lausfliegen. — Müller, Adf. u. K. Kampf 
gegen die Mäuseplage (Arvicola arvalis s. arvensis). — Müller, Adf. u K. Flöhe, 
Milben u. Fledermausspinnen kommen auf Plecotus auritus vor. — Müller, Adf. 
u. K. Flöhe u. Otonyssus auranticus (Milbe) überziehen oft klumpenweise den 
Ohrrand. — Müller, Adf. u. K. Vespertilio Bechsteinii wird von zahlreichen 


298 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Schmarotzern heimgesucht. — Nehring (3). Oricetus nigricans var. Raddei, p 149. 
— Nehring (6). Kreuzung v. Cavia cobaya u. CO. aperea, Erzielung zahlr. 
Bastarde. p. 1—6. — Landois (2). Mus rattus. Mittel z. Vertilgung, p. 18—19. 
— Derselbe (3). Kohlfuchs,. — Derselbe (4). Bos. Mondkalb, p. 23. 
— Derselbe (6). Capra. Zwittrig, p. 33. — Derselbe (7). Sus mit 
6 Beinen, p. 61—62. — Derselbe (8). Mus musculus mit Reitlaufbahnbewe- 
gungen. — Derselbe (9). Capra, 4hörnig. Schädel, einäugige Ziegen, milch- 
gebende, mit hermaphroditischem Urogenitalapparat versehen u. Bastardthiere, 
p. 64-66. — Philippi, R. A. (2). Varietas Hesperomys dolichony& cinna- 
momea, p. 22. — Puntigam. Kloakenbildung bei einer Katze. p. 239—243. 
— Schmidt. Polyodontie d. Schneidezähne v. Egquus caballus. p. 235. — 
Lesbre u. @uinard. Thoradelphe monocephale (Felis domestica), p. 126—132. 
— Matschie (2). Cervus campestris Cuv. von Tornquist u. Bahia Blanca bald 
ausgerottet, p. 63. — Nehring (1). Phloeomys pallidus Nehring. Varietät (?) 
von Phloeomys Cumingi, p. 180. — Varigny. Spermophilus Franklin. Ohne 
grossen Erfolg wird Versuch zur Ausrottung gemacht, p. 13. — Derselbe. 
Spermophilus Richardsoni elegans. Man bedient sich zur Ausrottung d. Strych- 
nins od. Sulfocarbons, p.15. — Mingaud. Canis lupus. Statistische Erhebung 
über seine Vernichtung, p. 795. — Derselbe. Felis genetta besonders wegen 
ihres Felles erlegt, p.?95—796. — Derselbe. Castor fiber. Statistische Be- 
trachtungen über seinen Fang seit 1885, p.796. — Derselbe. Equus caballus 


von Camargue gekreuzt mit arabischen ete. Pferden, p. 796. — Derselbe. Bos 
taurus fast gar keine Kreuzung mit fremdem Blute, p. 796. — Milne-Edwards, 
A. (1). Anthropomorphen mit pulmonaler Congestion, p.193. — Lannelongue 
et Achard. Kanguroo an Osteomyelitis leidend, p. 959—962. — Nehring (3). 
Cavia cobaya und C. aperea gekreuzt, p. 1—6. — Müller. Lepus cunieulus. 


Ausrottungsversuche mit Phosphor, Arsenik und Strychnin, p.121—124. — Hen- 
nicke. Ursus mit Keratis parenchymatosa, Chorioretinitis, p. 138—141, 181 
—185. — Spillner. Bornesisches Wildschwein gekreuzt mit d. europäischen 
Wild- bez. Hausschwein, p. 347. — Wurm. Spermopkilus eitillus L. in Böhmen 
auszurotten gesucht durch Wasser, p. 10. — Wurm. Cricetus frumentarius 
Pallas wird ausgegossen oder in Schlingen gefangen, p.11. — Haläcz. Niere 
mit doppeltem Ureter, p.631 u. 632. — Schwalbe. Anomalie d. Milchgebisses 
b. Menschen, p. 491—536. — Blanc. Polydactylie bei Säugethieren, p.53—88. 


Gefangene und acelimatisirte Thiere. 


Müller, Adf. u. K. Edelmarder u. Baummarder. — Müller, Adf. u. K. 
Lutra vulgaris. — Beckmann b. Müller, Adf.u.K. Meles vulgaris. — Müller, 
Adf. u. K. Myoxus muscardinus s. Muscardinus avellanarius. Leicht zähmbar. 
— Brehm bei Müller, Adf. u. K. Chiropteren gezähmt. — Müller, Adf. u. K. 
Plecotus auritus frisst dem Pfleger aus der Hand, verträgliches, angenehmes 
Thier, das sich leicht zähmen lässt. — Müller, Adf.u. K. Plecotus barbastellus 
ist die am besten zähmbare einheimische Fledermaus. — Müller, Adf u. K. 
Vespertilio murinus ist in d. Gefangenschaft unliebenswürdig und bissig, lässt 
sich aber doch zähmen, — Müller, Adf. u. K. Vesperugo pipisirellus lässt sich 
in Gefangenschaft halten u. zähmen, ist nicht bissig. — Matschie (2). Chla- 
mydophorus truncatus Harl, lebt gefangen im Zoologischen Garten von Buenos- 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 299 


Aires, — Müller-Liebenwalde (2). Präriehunde u. Zebramangusten zeigen 
Anpassungen an bisher ungewohnte Nahrung. — Wolfgramm. Gestaltung des 
Wolfsschädels in d. Gefangenschaft. — Hohenberg (1). Cervus rangifer, Cervus 
Ihamin, Cervus wapiti, Cervus axis, Cervus sika, Acclimatisationsversuche. — Kiep. 
Hasen in der Gefangenschaft. — Allen (2). Kamel. Accelimatisation in Texas. 
— Philippi, Fed. Didelphys australis erträgt die Gefangenschaft nicht lange. 
— Nehring (7). Halichoerus grypus. Leben in der Gefangenschaft. — Kull (1). 


Lophiomys imh. ist in d. Gefangensch. scheu, ängstl, temperamentlos. p. 134 


—135. — Noack (4). Canis microtis in d. Gefangensch. harmlos u. nicht sehr 
scheu. p. 165—170, 195—201, 241— 246, 260—265. — Helm (2). Myoxus dryas 
Schreb. in der Gefangenschaft. — Wurm. Myoxus avellanarius L. ist in der 


Gefangenschaft leicht zähmbar u. verursacht durch d. possirlichen Bewegung. 
d. Menschen manches Vergnügen. 


Hausthiere. 


Emin bei Noack (1) p. 524. Milchthiere in Deutsch-Ost-Afrika. — v. Blaas 
u. Kaltenegger. Bostaur. Rassen. — Baum (1) p.89. Equus caballus. — Beck- 
mann. (anis familiaris, Rassen. — Leisering-Hartmann. Zgquus caballus. — 
Müller, Adf. u. K. Canis familiaris. Nutzen, Lebensweise, Rassen. — Krichler. 
Canis familiaris. — Hegewald. Canis familiaris. — Giessler. Canis familiaris, 
Psychologisches. — Landois (7). Sus. — Müller, Adf. u. K., Lepus cuniculus. 
— Sanson. Egquus caballus. — Petersen. Zucht und Sport. Equus caballus. 
— Carnot. Equus von Süd-Amerika. — Dalziel. Foxterier. — Emin bei 
Noack. Nutzen von Equus asinus. — Allen (2). Acclimatisation von Kamelen 
in Texas. — Schynse bei Noack. Bos taurus vom Victoria-Nyansa (Usukuma). 
— Mingaud. Kreuzungen von Bos taurus. Müller, Adf. u. K. Bos taurus. 
— Landeis (9). Capra. — Scheidt. Felis domestica. — von Kochtizky. Canis 


familiaris. — Schuster (1). Hundefreund. (2), Kaninchenzucht. — Simonoff. 
Pferderassen. 
Vulgär-Namen. 


Emin bei Noack (1). KRatelus capensis vom Manjangs-Bach. p. 526. — 
Emin bei Noack (1). Oreotragus von Bussisi am Vietoria - Nyansa. p. 527. 
— Jäckel bei Müller, Adf. u. K. Arctomys marmota. „Mankei, Mankere, 
das Männchen Bärl, Mankeibär, das Weibchen Katz od. Mütterm, Murmentl“ ete. 
p. 226-227. — Wurm. sSpermophilus eitillus L. in Böhmen, wird Sislich, Erd- 
hundel, Kritschel, Rätzel oder Tritschel genannt, p.1—8. — Wurm. Cricetus 
frumentarius Pallas heisst Hamster, Kormkantscher, Feldkantscher, Erdhund, 
d. grosse Erdhundel, Steinmetz, p. 111. — Matschie (2). Sciurus spec. aus 
Argentinien. — Matschie (2). Nasa nasua L. von Palos A Pique. — Matschie (2) 
Procyon cancrivorus Cuv. von Jujuy in N. Argentinien. — Matschie (2). Cavia 


leucoblephara Burm..von Tucuman in Argentinien. — Matschie (2). Lagostomus 
trichodactylus Brookes von 'Torrquist im Süden Argentiniens. — Matschie (2). 
Dasypus sexcinctus L. von San Lorenzo in N. Argentinien. — Matschie (2). 


Euphractus minutus Desm. von Tucuman aus Jujuy in Argentinien. — Matschie 
(2). Euphractus villosus Desm. von Tornquist im Süden Argentiniens. — Matschie 
(2). Tatusia hybrida Desm. von Tornquist im Süden Argentiniens. — Matschie 


300 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


(2). Myrmecophaga jubata von San Lorenzo. — Matschie (2). Tamandud tri- 
dactyla L. von Palos & Pique. — Matschie (2). Dicotyles torquatus Luc. von 
Jujuy. — Matschie (2). Tapirus americanus Schreb. von Famaille u. Jujuy. — 
Wurm. Mwyoxus nitela Schr. heisst in Böhmen Pilch oder grosse Hasel- 
maus, p. 15. 


Jagd und Jagdschutz. 


Müller, Adf. u. K. Mustela martes. Brechfalle. — Müller, Adf. u. K. 
Mustela foina. Mit Pommer und Pintscher gejagt. — Müller, Adf. u. K. 
Mustela putorius. Mit Hunden gejagt. Fallen gestellt. — Müller, Adf. 
n. K. Lutra vulgaris. Mit Hühner- und Otterhunden wird gejagt. — Müller, 
Adf. u. K. Lutra minor. Sehr scheu. Wegen des Pelzes wird er verfolgt. — 
Müller, Adf. u. K. Cervus elaphus. Fleisch- od. Wildpret ist schmackhaft; 
Haut wird verarbeitet zu Wild- od. Hirschleder, Geweihe. — Müller, Adf. u. 


K. Cervus alces s. Alces jubata. — Müller, Adf. u. K. Cervus dama s. Dama 
platyceros. — Müller, Adf. u. K. Capella rupicapra. — Müller, Adf. u. K. 
Sus scrofa. — Müller, Adf. u.K. Arvicola terrestris. Mit Gewehren, Fallen u. 


Hunden gejagt. — Müller, Adf. u. K. Lepus vulgaris. — Müller, Adf. u. K. 
Lepus euniculus. Mit Frettchen gejagt. — Schneider. Cervus capreolus. Pürsche. 
— Vogler. Lutra vulgaris. Jagd mit Otterhunden. — Matschie (2). Felis mitis F. 
Cuv., „Die Indianer jagen diese Katzen mit Hunden auf Bäume, von welchen sie 
herunter geschossen oder herunter lassirt werden.“ — Matschie (2). Dicotyles 
torquatus Cuv. Mit Schlingen und Lianen erlegt. — Rabot. Beginn d. Jagd am 
1. März: Oystophora cristata Erxl. von Jan Mayen. — Derselbe. PAoca barbata 
Fabr. von Jan Mayen. — Derselbe. Phoca hispida Erxl. von Jan Mayen. 
— Derselbe. PAoca vitulina von Jan Mayen. — Hohenberg (1). Cervus 
Thamin. von Birma. — Leverkus-Leverkusen. Jagd auf Elche. — Wurm. 
Spermophilus eitillus L. wird selten geschossen. — Möbius. Waltierfang in 
Japan. — Wurm. Myoxus glis L. wird geschossen. — Wurm. Myoxus nitela 
Schr. Fang in Kellern ete. — Wurm. Myoxus avellanarius. Mit Fallen zu 
fangen gesucht. — Fery. Eine Jagd in Wyoming. p.266, 273, 281. — Leder- 
strumpf. Fuchsjagd- u. fang. 60 p. 


Ontogenetische Entwicklung. 


Georychus sp. Fehlen e. Placenta u. Nabelschnur. Noack (1) p. 561 
—563. — Canis familiaris. Beckmann p. 56—57. — Lep. cunicul., Canis 
vulp. u. Homo. Bühler p. 399 (Extr. Z. A.). — Placenta v. Sorex vulg. 
Hubrecht (1) p. 120. — Tupaia. Entwicklg. des Müller’schen Ganges. 
Kip, M. J. van Erp. Talman p. 235 (322—323). — sSorex. Extrauterine 
Schwangerschaft, Eientw. Lataste, Fern. (3) p. 112—115. — Tupaia. Pla- 
centaruntersuch. Hubrecht, A. A. W. (2) p. 236. — Nyeticebus. Placentar- 
untersuch. Hubrecht, A. A. W. (2) p.236. — Galeopithecus. Placentarunters. 
Hubrecht, A. A. W. (2) p.236. — Tarsius. Placentarunt. Hubrecht, A. A. W. 
(2) p.236. — Manis. Placentaruntersuchung. Hubrecht, A. A. W. (2) p. 236. 
— Felis domestica. Entw. des Gehirnbalkens. Martin, P. p. 472—476. — Pla- 
centa von Hund, Katze. Duval p. 189, 240, 262—298, 649—-713. — Deeciduata. 
Placentarboden. Keilmann 91 p. — Hyrax. Zahnentwickl. Je2d, Jsd u T,a 
Fleischmann, A. p. (47) 49—54. — Ruminantien. Kronencement- Entwickl. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 301 


Hoffmann, Alfr. p. 506-507. — Ovis aries. Mesoblastentwickl. Keibel, F. (1) 
p. 157. — Sus. Primitivstreifen-Entwickl. Keibel, F. (2) p. 158-159. — Aa- 
coronariae cordis beim Embryo v. Lepus. Martin, H. p. 83—88. — Sus. Onto- 
genese der Molaren. Nawroth, Paul, Dissertation. — . Talpa europaea L. Pla- 
centa. Vernhout, J. H. p. 41—49. — Phascolomys Wombatt. Foetalstatus- 
Gebiss. Böse, C. p.37. — Felis domestica. Entwickl. des Gebisses. Scheidt, P. 
p: 425. — Talpa. Müller’scher Gang, Entwick. Kip, M. J. van Erp. Talman 
p. 235 (322—223). — Erinaceus. Entwickl. d. Müller’schen Ganges. Kip, M.J. 
van Erp. Talman p. 235 (322—323). — Sorex. Entwickl. d. Müller’schen Ganges. 
Kip, M. J. van Erp. Talman p. 235 (322—323). — Amniota. Monotremata, 
speciell Echidna aculeata. Embryonalhüllen. Semon, Richard (1). — Cavia- 
Embryo. Knospe (?) in d. Gegend des Sehnervenchiasmas geht v. der ventr. 
Wand des Zwischenhirns aus u. erreicht das Ectoderm. Chiarugi (2) p. 287. 
— Entwickl. d. Zahnsystems: Erinaceus, Soriciden, Talpidae, Canis fam., Phoca, 
Chiropteren, Marsupial. Leche p. 363, 505. — Arteria omphalo-mesenter. bei 
Embryonen v. Mus muscul. u. M. rattus. Ravn p. 420-424. — Ornithorh. 
paradoxus. Entwickl. d. Haare. Poulton (1) p. 290. — Entwicklung der Thymus- 
drüse, Glandula thyreoidea, Gl. carotidienne. Prenant p. (85) 87”—184. — Em- 
bryonalhüllen v. Marsupial. u. Monotr. Semon (2) p. 17—58. — Echidna u. 
Ornithorh. (Entwicklungsgeschichte). Semon (3) p. 59—74. — Entwickl. der 
Glandula thyreoid. v. Mensch u. Schwein. Simon (1) p. 379—389. — Lepus 
timidus. Fortpflanzung. Kiep. — Canis vulpes. von Heyden p. 315. — Schild- 
drüse in d. Anlag. paarig b. Schwein. Jacoby p.49—53. — Echidna aculeata. 
Eischaalenhaut. Neumeister p. 413—420. — Mus musculus. Befruchtung des 
Eies. Sobotta, J. p. 222—223. — Embryologisch. Assheton (1). p. 113—164. 
— (2). (Rabbit u. Frog [Rana tempor.]) p. 165—172. — (3). p. 173—190. — 
(4). p. 191—222. — Ewart. p. 236—256. — Harting (3). Antilope cervicapra. 
5 Mon. Tragezeit. p. 260. 


Phylogenetische Entwicklung. 


Noack (1). Hyracoidea; wechselnde Anschauung früher. Autor. Haeckel 
hat zuerst erkannt, dass die Hyracoidea den tertiären Taxodontia nahe stehen; 
Cope: Tuaeniodonta und Tillodonta,;, Ameghino stellt die A. dicht vor d. Toxo- 
dontia; aus dem Studium einer in Schädeln erhaltenen Gruppe der verwandten 
Proterotheria zieht er den Schluss, dass dieselben die Ahnen der Hyracoidea 
sind, ja dass wir in den H. wenig veränderte Nachkommen einer längst unter- 
gegangenen Familie besitzen. — Noack (1). In Ermangelung aller fossilen 
afrikanischen Nager kann man heut nur sagen, dass d. Georychiden im Gebiss 
einige Verwandtschaft mit eocänen und miocänen Nagern der Pampas besitzen. 
Die Beschaffenheit d. Embryos weist auf aqnatile Ahnen hin. — Mingazzini. 
Die phylogen. Entwickl. vieler Furchen u. Windungen ist in d. letzten Foetalmonaten 
b. d. Affen u. Menschen gleich. — Dames. Zeuglodonten. Phylogen. Stellung. 


Faunistische Arbeiten. 


Europa. 
Allgemeines: Müller, Adf. u. K. Lutra vulgaris p.154. — Plecotus 
barbastellus ».280. — Vespertilio Daubentonü p.284. — Vespertilio dasyeneme 


p-284. — Vesperugo pipistrellus, ausser dem hohen Norden, p. 288. — Vesperugo 


302 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Nilsonüi, p.290. — Lutra minor, bes. Osteuropa, p.158. — Capella rupicapra, 
in d. Alpenwelt Europas, p. 193. — Sus scrofa im gemässigten Theile, p. 201. — 
Sorex s. Crocidura araneus, in südl., westl. u. mittleren Ländern, p. 207. — 
Arctomys marmota, in d.. Alpen, p. 226. — Lepus vulgaris, in Westeuropa, p. 261. 
— Lepus cuniculus, in Süd- u. Mittel-Europa, p. 265. — Plecotus barbastellus, 
in d. Alpen, p.280. — Vespertilio Bechsteinii, in Mitteleuropa, p. 282. — Vespe- 
rugo Leisleri, in den gemässigten Ländern, p. 287, 288. — Vesperugo serotinus, in 
d. gemässigten Zone, p. 290. — Rhinolophus ferrum-equinum, p. 292, 293. — 
Paulowa. Mastodon arvernensis im Westen p.508. — Noack (3). Ziniopterus 
schreibersi in Südeuropa p.53—81, 82. 

Deutschland: Nehring A. (3). (ricetus phaeus, fossil, Thüringen, p.150. 
— Landois (1). Bos primigenius, Westfalen, p.8. — Landois (2). Mus rattus, 
Westfalen, p. 18—19. — Lorey. Wildkatzen in der Umgeb. Tübingens.. — 
Nehring (5). Myodes torquatus, fossil, Westfalen, p. 21. -— Derselbe (5). 
Myodes lemmus, fossil, Westfalen, p. 21. — Derselbe (5). Arvicola gregalis, 
fossil, Westfalen, p. 21. — Derselbe (5). Lagomys sp., fossil, Westfalen, 
p. 21. — Cogho. Cervus elaphus fossilis von Preussen; Rheinprovinz, Sachsen, 
daselbst diluvial; Rheinprovinz, Brandenburg, Niederlausitz, Schlesien alluvial; 
im Torfe in Rheinprovinz, Mark, Schlesien, Posen. Vorkommen in Ober- 
schwaben, in d. Schwäbischen Alp, in Sachsen-Coburg-Gotha, Braunschweig, 
Baden, p. 272—311. — .Hohenberg (2). Cervrs (Megaceros) giganteus v. Deutsch- 
land, p. 142 — Willmers. Cervus (Megaceros) giganteus L. aus d. Pliocän, 
p. 198—199. — Friedrich. Biber an d. mittler. Elbe. — Langkavel. Bison 
europaeus aus Litthauen, p. 13—17. — Nehring (2). Cricetus vulgaris im 
Elsass, Rheinbayeın, Hessen, Rheinprovinz, Hannover, Braunschweig, Sachsen, 
Anhalt, Brandenburg ete., p.15—32. — Coester. Myoxus quereinus in d. Vor- 
bergen des Spessart, p. 151. — Knauthe. Sorex alpinus Schinz. in d. Gebirgen 
Mittel-Schlesiens, p. 253. — Müller, Adf. u. K. Cervus alces s. Alces jubata 
an der äussersten Grenze Deutschlands, in d. Delta, das die Memel mit ihren 
Mündungsverzweigungen, d. Russ- u. Gilgestrom u. dem Kurischen Haff bildet, 
in Littauen, p.179. — Müller, Adf. u. K. Sus scrofa, p. 201. — Müller, Adf. 
u. K. Myoxus glis in Süd- u. Mitteldeutschland, p. 231. — Myoxus nitela, 
pP. 233. — Myoxus muscardin. s. Muscardinus avellanarius, p.235. — (astor 
fiber an d. Elbe, p.240. — Mus agrarius in Mitteldeutschland, p. 248. — Ori- 
cetus frumentarius, Pp.250. — Arvicola arvalis Ss. arvensis, p.257. — Arvicola 
agrestis in Norddeutschland, p. 260. — Plecotus auritus, p.278. — Vespertilio 
murinus, p. 2831. — Vespertilio Bechsteinii besonders in Thüringen, p.282. — 
Vespertilio mystacinus, p. 283. — Vespertilio Nattereri in d. nördlich. Strichen, 
p- 285. — Vespertilio ciliatus in d. südlichen Tbeilen, p. 285. — Vesperugo 
noctula, p. 285. — Vesperugo discolor, p.291. — Vesperugo serotinus, pP. 290. — 
Vesperugo Leisleri, p. 287, 288. — KRhinolophus ferrum-equinum selten in D., 
p: 292, 293. — Vogler. Die Ottern in Oberschwaben, p. 30. 

England: Nehring (3). Cricetus phaeus in Süd-England fossil, p.150. — 
Cogho. Cervus elaphus fossilis von England in diluvialen Formationen, alluvial. 
Formationen, im Torfe, aus Seen, aus Höhlen u. unbestimmt. Ueberreste, u. von 
Schottland: im Torfe u. in Seen, p. 327—329. — Hohenberg (2). Cervus (Mega- 
ceros) giganteus in d. irischen Mooren gefunden, p.142. — Willmers. Cervus 
(Megaceros) giganteus L. aus d. Pliocän in irischen Mooren, in Schottland, p. 198 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 308 


—199. — Harting (2). Martes sylvatica Nilss. von Irland, p. 100-107. — 
Müller, Adf. u. K. Arvicola agrestis, p. 260. — Plecotus auritus, p. 278. 
Frankreich: Nehring (3). Cricetus vulgaris bei Paris, p. 150, in d. Pleisto- 
caenzeit. — Derselbe (3). Cricetus phaeus fossil in d. Auvergne, p. 150, — Min- 
gaud. Canis lupus von Süd-Frankreich, p. 795. — Derselbe. ‘Felis genetta in 
einigen meridionalen Departements Frankreichs, p. 795—796. — Derselbe. 
Castor fiber an d. Rhone u. im Gardonflusse, p.796. — Derselbe. Egquus 
caballus v. Camargue, p. 796. — Derselbe. Bos taurus von Camargue, p. 796. 
— Riviere. Ursus zur Quaternärzeit in d. Dordogne, p.359. — Derselbe. 
Rhinoceros tichorhinus zur Quaternärzeit in d. Dordogne, p. 359. — Derselbe. 
Tarandus rangifer in d. Dordogne zur Quaternärzeit, p.359. — Derselbe. 
Hyaena zur Quaternärzeit in d. Dordogne, p.359. — Derselbe. Caniden zur 
Quaternärzeit in d. Dordogne, p. 359. — Derselbe. Felidae zur Quaternärzeit 
in d. Dordogne, p. 359. — Derselbe. Vespertilio zur Quaternärzeit in d. Dor- 
dogne, p.359. — Derselbe. Egquus zur Quaternärzeit in d. Dordogne, p. 359. 


— Derselbe. Sus zur Quaternärzeit in d. Dordogne, p.359. — Derselbe. 
Cervidae zur Quaternärzeit in d. Dordogne, p. 359. — Derselbe. Capra primi- 
genia zur Quaternärzeit in d. Dordogne, p.359. — Derselbe. Lepus zur 


Quaternärzeit in d. Dordogne, p. 359. — Derselbe. Mus zur Quaternärzeit in 
d. Dordogne, p.359. — Derselbe. Elephas zur Quaternärzeit in d. Dordogne, 
p: 359. — Cogho. Cervus elaphus fossilis in Frankreich, p. 319—320. — Oustalet 
(1). Ursus, Canis lupus, Lynx vom Departement v. Doubs, p. 237—42. — Harle 
(1). Hyaena (Gebiss, Abbild), Ursus (Zähne), Canis (Zähne), Elephas (Milch- 
backzähne), Equus (Molar, Metacarpus), Sus (Gebiss) v. Haute-Garonne, p. 234 
—241. — Müller, Adf. u. K. Arvicola agrestis P.260, Lepus vulgaris p. 261, 
Lepus euniculus p.263, Vespertilio murinus p.281, Vesperugo noctula p. 285. — 
Nehring. In der Pleistocaenzeit kommt Cricetus vulgaris vor, p. 150. 

Italien: Nehring (3). Cricetus vulgaris fossil bei Verona, Pisa p. 150. — 
Cogho, Aug. Cervus elaphus fossilis in diluvalen und alluvilen Formationen in 
Italien p.312. — Müller, Adf. u. K. Myoxus glis p. 231. — Müller Adf. u. 
K. Lepus cuniculus p. 265; Vesperugo noctula p. 285; Rhinolophus ferrum- 
equinum p. 292, 293. — Nehring. In der Pleistocänzeit kommt Cricetus 
vulgaris vor p. 150. 

Böhmen: Nehring (3). Cricetus phueus in der Pleistocaenzeit p. 150. 
— Nehring (8). Pleistoeäne Fauna v. Türmitz: Spermoph. ruf., Arctom. bobac., 
Alact. jac., Foet. putor, Hwyaena spel., Felis leo, Eleph yprimig., Rhinoe. 
tichorh., Equus cab., Cerv. tarand., C. sp., Bos sp., Ovis sp., Ibex sp., p. 278—290. — 
Wurm. sSpermophilus eitillus K. Nicht bloss, wie Blasius meint, im süd- 
östlichen Böhmen, sondern auch in Nord-Böhmen p. 1—10. — Wurm. Cricetus 
frumentarius Pallas in Nord-Böhmen p. 11—13. — Wurm. Myoxus glis L. 
im Norden Böhmens p. 13. — Wurm. Myosus nitela Schr. im Norden Böhmens 
p. 15—16. — Wurm. Myoxus avellanarius L. im Norden Böhmens p. 16—17. 
— Kafka. Diluv. Fauna: 100 Formen, darunter 7 Arten, welche für d. Tundren- 
fauna bezeichnend sind, u. überdies noch 7 Arten, die auch d. Tundren d. Jetzt- 
zeit noch beleben, dann 12 Arten welche für d. Steppenfauna charakt. sind; 
letztere wird noch durch 48 andere Arten vervollständigt. Weitere 24 Art. 
bilden d. sog. Weidefauna u. 35 Art. d. Waldfauna. Von allen Arten find. sich 
43 in den im Freien abgelagert. Lehmen u. diluvial. Geschieben, während die 


304 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


doppelte Anzahl (86) d. Ablagerungen in Höhl., Feisspalten u. Rissen sich findet. 
Im Diluvium kommt eine ganze Zahl Säugethiere in Böhmen vor. Vom Anfange 
des Diluviums bis in d. neueste Zeit kommen vor: Vesperugo, Plecotus, Synotus, 
Vespert., Rhinol., Sorex, Crossop., Crocidura, Talpa, Felis, Hyaena, Canis, Vulp., 
Leucocyon, Ursus, Meles, Mustela, Gulo, Foetorius, Lutra, Sciurus, Arctom., 
Spermoph., Myox., Castor, Alactaga, Oricet., Mus, Myodes, Hypud., Arvic., Lepus, 
Lagomys, Hystrix, Oervus, Rangifer, Alces, Antilope, Capra, Ovis, Ovibos, Bos, 
Equus, Asinus, Elephas, Atelodus, sus. (Ein fossil. Nagethier. d. Tertiärformation). 
Donauländer: Nehring (3). COricetus nigricans Brdt. in Ost- Bulgarien 
p. 149—150. — Derselbe (3). Oricetus phaeus in der Pleistocaenzeit p.150. — 
Poläk bei Nehring (3). Spermophilus eitillus p.150. — Poläk bei Nehring (3). 
Spalax typhlus p. 150. — Müller, Adf. u. K. Arctomys marmota in den 
Karpathen p. 226; Castor fiber p. 240. — Väyra. Cricetus nigrie. in Bulgarien. 
Russland: Cogho, Aug. Cervus elaphus fossilis von Russland p. 320. — 
Langkavel, Bernh. Bison europaeus aus dem Kaukasus p. 117. — Nehring (3). 
Cricetus nigricans Brät. besondere Varietät im Kaukasus p.147—150. — Paulowa, 
Maria. Gruppe Mastodon Zygolophodon mit M. Borsoni u. ohioticus u. Gruppe 
M. Bunolophodon mit M. arvernensis zur Miocän- u. Pliocän-Zeit in SW. Russland 
p. 508. — Müller, Adf. u. K. In der Bialowiecer Heide kommt Cervus 
alces s. Alces jubata vor p.179. — Müller, Adf. u. K. Lutra minor p.158. — 
Müller, Adf. u. K. Norden u. Osten. Vorkommen v. Sorex u. Orocidura ara- 
neus p. 207. — Müller, Adf. u. K. In Südrussland Myoxus glis p. 231; — 
Castor fiber p. 240; — Vespertilio murinus in Südrussland theilweise p. 251. — 
Stouckenberg. Aus W.-Russland postpliocäne Säugeth. Ungul. Rhinoceros 
gichorhin, R. Merckii; Elasmotherium Fischeri; Equus caballus, Cerv. (Rangif.) 
tar., C. elaph., C. ale., ©. megac. (Megaceros hibern.), Antilope saiga, Bison prise., 
Bos prim., Ovibos mosch., Sus sp. Proboscidea: Eleph. prim., El. sp. indet. 
Rodentia: Castor fib. Carnivoren: Urs. arctos, Canis sp. p. 155—159. 
Türkei und Griechenland: Nehring. Cricetus arenarius in Attika. — 
Müller, Adf. u. K. Myoxus glis, Lepus cuniculus, Vesperugo noctula. 
Schweiz: Glur. Fauna der schweizerischen Pfahlbauten, p. 1-56. — 
Nüesch. Myodes torquatus in der arktischen Fauna in der Schweiz, p. 700. 
— Derselbe. Arvicola nivalis. Arvicola ratticeps. Arvicola gregalis. Arvi- 
cola glareolus. Arvicola amphibius, p. 700. — Derselbe. Lepus glacialis, 
p. 700. — Derselbe. Vulpes lagopus, p. 700. — Derselbe. Ursus arctos, 
p-700. — Derselbe. Rhinoceros tichorhinus, p. 700. — Derselbe. Bison 
priscus, p. 700. — Derselbe. Rennthier in der subaretischen Fauna der 
Schweiz, p.701. — Derselbe. Equus der Steppe in der Steppenfauna, p. 701. 
— Derselbe. Equus asinus der Steppen in der Steppenfauna, p. 701. — Der- 
selbe. Lepus variabilis in der Steppenfauna, p. 701. — Derselbe Capra 
ibex in der Rennthierfauna, p. 701. — Derselbe. Cervus maral in der Renn- 
thierfauna, p. 701. — Derselbe. Brauner Bär in der Rennthierfauna, p. 701. 
— Derselbe. Spermophilus rufus in der subarctischen Fauna, p. 701. — Der- 
selbe. Lagomys pusillus in der subarktischen Fauna, p.701. — Derselbe. 
Oricetus vulgaris in der subarctischen Fauna, p. 701. — Derselbe. Cervus elaphus 
in der Waldfauna, p. 701. — Derselbe. Cervus capreolus in der Waldfauna, p. 701. 
— Derselbe. Capra in der Waldfauna, p. 701. — Derselbe. Ovis aries in 
der Waldfauna, p. 701. — Derselbe. Bos primigenius in der Waldfauna, p.701. 
— Derselbe Bos brachyceros in der Waldfauna, p. 701. — Derselbe. Sus 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 305 


scrofa ferus in der Waldfauna, p.701. — Derselbe. Sciurus vulgaris in der 
Waldfauna, p. 701. — Derselbe. Castor fber in der Fauna des Cervus ela- 
phus, p.701. — Derselbe. Lepus timidus im der Fauna des Cervus elaphus, 
p- 701. — Derselbe. Meles taxus in der Fauna des Cervus elaphus, p.701. — 


Derselbe. Mustela martes in der Fauna des Cervus elaphus, p. 701. — Der- 
selbe: Vulpes vulgaris in der Fauna des Cervus elaphus, p. 701. — Derselbe. 
Felis catus ferox in der Fauna des Cervus elaphus, p.701. — Cogho. Cervus 


elaphus fossilis in diluvialen, alluvialen Formationen, im Torfe u. in Opferhügeln 
der Schweiz, p. 311—312. 


Skandinavien: Olsen. Vf. bringt den Beweis, dass Castor fiber im 
westl. Norwegen noch lebt, p. 27—20. — Cogho. Cervus elaphus fossilis von 
Schweden, p. 325. — Müller, Adf. u. K. Castor fiber, p.240. Arvicola arvalis 
Ss. arvensis, p.257. Arvicola agrestis, p.260. Plecotus auritus, p. 298. 


Spanien: Cazurro y Ruiz. C%iropteren von der Provinzia Madrid. — 
Müller, Adf. u. K. Arctomys Marmota in d. Pyrenäen, p.266. Lepus cuni- 
culus, p.265. Vesperugo noctula, p. 285. Rhinolophus ferrum - equinum, p.292, 293. 

Dänemark: Müller, Adf. u. K. Arvicola agrestis. p.260. Vespertilio 
murinus theilweise vorkommend, p. 281. 


Afrika. 


Allgemeines: Matschie (8). Epomophorus, p.201. — Derselbe (8). 
Xantharpyia p. 201. — Derselbe (8). Leiponyx p. 201. — Derselbe (8). 
Eonycteris p. 201. — Derselbe (8). Cynonyecteris grandidieri Ptrs. p. 201. — 
Matschie (1). Im tropischen Afrika eine Manis-Form, p.1—13. — Noack (3). 
Miniopterus schreibersi p.53--81, 82. — Matschie (5). Für die afrikan. Wild- 
pferde kann eine Differenzier. in Lokalformen bewiesen. werden. Vom Cap 
bis Nubien lebt in jedem zoogeogr. Gebiet v. einer grossen Flussscheide z, d. 
ander. je eine Form v. Eguus zebra, Eq. quagga, Egq. Burchelli, E. Chapm., Edg. 
antiquor., Egq. Böhmi, Egq. Grevyi, Eg. somaliensis p. 33—39, 65— 74, 

Madagascar: Sclater (4). Potamochoerus edwardsi von Madagaskar. — 
Major (1). Megaladapis madagascariensis von Madagaskar — Major (2). Le- 
pidolemur leucopus spec. nov. von Fort Dauphin (S. E. Madagascar). — Major (4). 
Microcebus minor (S.W. Küste), M. myoxinus, M. sminthi, M. coquereli, M. 
furcifer, Opolemur samati, Opol. thomas sp. nov., Chirogaleus trichotis. — 
Grandidier u. Filhol. Hippopotamus - Reste (Ambolisatra). — Trouessart. 
Megaladapis Abbild. d. Schäd. Genaue Beschreibung. — Noack (3). Vesperus 
“ minutus Temm. und Miniopterus schreibersi p.51—-81, 82. 


Nord-Afrika: Müller, Adf. u. K. Plecotus auritus, p 278. — Müller, 
Adf. u. K. Vespertilio murinus, p.281. — Pomel, A. Bos opisthonomus zur 
Quaternärzeit in Algier, p.526 — Derselbe. Bos taurus ibericus Sanson? 
zur Quaternärzeit, p.526. — Thomas, Oldf. (1). Gazella dorcas L. von Algier, 
p. 467. —- Derselbe (1). Gazella Cuvieri Og. v. Algier, p. 467. — Der- 
selbe (1). Gazella rufina spec. nov. von Algier, p. 468—469. — Derselbe (1). 
Gazella Loderı Thos. sp. nov. von Sand-dunes von Algier, p. 471— 472. — Loder (1). 
Gazella Loderi südlich v. Biskra, p. 473— 476. — Dames. Zeuglodon von Aegypten. 

Deutsch - Ost- Afrika, Englisch- Ost- Afrika und Seengebiete: 
Emin bei Noack (1) p.524, Elephas vom Tschaia-Sumpf, Deutsch-Ost-Afrika. — 

Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 20 


306 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Emin bei Noack (1) p.524, Manis von Wahumba (Nord-Ugogo). — Emin bei 
Noack (1) p.524, Zebra von Kirangasa. — Emin bei Noack (1) p.524, Büffel 
von Deutsch-Ost-Afrika. — Emin bei Noack (1) p. 524, Camelopardal. giraffa 
Deutsch.-Ost-Afrika.. — Emin bei Noack (1) p.525, Aepyceros melampus (?) 
von Deutsch-Ost-Afrika. — Emin bei Noack (1) p.525, Herpestes fasciatus 
und A. badius von Deutsch-Ost- Afrika. — Emin bei Noack (1) p. 525, 
Hyaena crocuta von Deutsch-Ost-Afrika, Lebensweise. — Emin bei Noack (1) 
p. 525, Canis aureus (adustus?) von Deutsch-Ost-Afrika. — Emin bei Noack (1) 
p. 525, Felis leo von Bibissanda, D.O. A., Lebensweise. — Emin bei Noack 
(1) p.525, Felis servalina (2) von Deutsch-Ost-Afrika. — Emin bei Noack (1) 
p. 525, Chiroptera von Deutsch-Ost-Afrika: d. s. Phyllorrhina caffra, Megaderma 
frons, Taphozous (mauritianus?). — Emin bei Noack (1) p.525, Rhynchocyon 
petersi von Mandera, Rhynchoceyon striat. (?) von Tabora. — Emin bei Noack 
(1) p.525, Oynocephalus babuin von Deutsch-Ost-Afrika, Schaden. — Emin bei 
Noack (1) p.525, Cercopithecus erythrarchus vom Ngerengere und Kidete-Bach. 
— Emin bei Noack (1) p.526, Hippopotamus von Tabora-Ujui. — Emin bei 
Noack (1) p. 526. Meriones und Herpestes am Ussanga. — Emin bei Noack 
(1) p. 526, Ratelus capensis am Manjango-Bach. — Emin bei Noack (1) 
p.527, Hyrax und Herpestes (badius?) von Ssambuje. — Emin bei Noack (1) 
p.527, Petrodromus, Equus, Zebra, Camelopardalis giraffa, Antilope von Ssam- 
buje. — Emin bei Noack (1) p.527, Oreotragus, Mus spec. und Meriones von 
Bussisi am Vietoria-Nyansa. — Emin bei Noack (1) p.527, Canis (mesomelas) 
vom Bussisi am Viectoria-Nyansa. — Emin bei Noack (1) p.527, Cercopithecus 
(erythrarchus?), Bananenpflanzungen Victoria-Nyansa. — Emin bei Noack (1) 
p. 528, Dendromys (puwmilio?) vom Westufer des Vietoria-Nyansa. — Emin bej 
Noack (1) p.528, Georychus (Heliophobius?) von Bukoba. — Emin bei Noack (1) 
p.529. Oricetomys gambianus v. Bukoba. — Emin bei Noack (1) p. 529, Zorilla 
albinucha u. Hyaena crocuta v. Bukoba. — Emin bei Noack (1) p. 529, Aulacodus, 
Herpestes, Vespertilio von Uganda. — Emin bei Noack (1) p. 533, Hyrax brucei 
Gray von Mpapua, Tabora, Unianiembe. — Emin bei Noack (1) p.542, Lepus saxa- 
tilis Cuv. v. Tabora. — Emin bei Noack (1) p.559, Heliophobius eminin. sp. Schädel 
u. Gebiss von Simba-Muenne. — Emin bei Noack (1) p. 562, Georychus spec. Emin 
von Sansibar. — Emin bei Noack (1) p.566, Gerbillus boehmi Noack v. Tabora. 
— Emin bei Noack (1) p. 567, Eliomys murinus Desm. von Kissakue u. Mpapua, 
— Emin bei Noack (1) p.569, Mus microdon Pet. von Mkigwa, Uniamu6si. 
— Emin bei Noack (1) p. 569, Mus spec. von Bukoba am Victoria-Nyansa. — 
Emin bei Noack (1) p.571, Mus abyssinicus Rüpp von Tabora. — Matschie (11)., 
Westl. Waldfauna reicht bis zu d. Kamm d. zwischen Victoria - Nyansa 
u. dem Grasso- Nyiro liegenden Gebirges. Bubalis cokei (am Guiri), Damalis 
senegalensis (letztere Art bis zum Ngare Mbusse angetroffen), Colobus ocei- 
dentalis, Cercopithecus stuhlm., Cercop. neglectus, Bubalis jacksoni (bei Kwa 
Kitoto vorgefunden) p. 417—418. — Matschie (4). Bubalis cok. Gthr. u. 
jimela Mtsch. im Seengebiet des Nyansa u. Tanganjika, B. leucoprymn. 
Mtsch. im Gebiet des Rovuma-Rufigi, p. 339—333. — Matschie (9), 
Sciurus böhmi Rehw. vom Seengebiet, p. 257. — Derselbe (8). Mus neu- 
manni Mtsch. spec. nov. von Busunge, nahe Irange in Deutsch-Ost-Afrika, 
p. 205. — Thomas (10). Macroscelides fuscipes spec. nov. von Ndoruma, 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 307 


Niam-Niam country, p. 68. — Derselbe (10). Macroscelides pulcher spec. nov. 
von Usambiro, south of the Vietoria-Nyanza, p. 69. — Thomas (16). Aula- 
codus gregorianus spec. nov. von Luiji Reru River, Konu, Kikuju Country, 
British East Africa, p. 203. — Thomas (19). Galeriscus Jacksoni spec. nov. 
p: 523. — Emin bei Noack (1) p. 572, Mus rattus von Mrogorro, Simba 
Muenne, Mkigwa, Tabora.. — Emin bei Noack (1) p. 573, Petrodromus tetra- 
dactylus Pet. von Mkigwa, Unianiembe. — Emin bei Noack (1) p. 574, Erina- 
ceus albiventris Wagn. von Tabora. — Emin bei Noack (1) p. 576, Helis 
caligata Temm. von Tabora, Unianiembe. — Emin bei Noack (1) p.580, Genetta 
senegalensis F. Cuv. — Emin bei Noack (1) p.581, Helogale undulata parvula 
Pet et Sundy vom Muala-Fluss, Uniamuesi,. — Emin bei Noack (1) p. 585, 
Taphozous mauritianus Geoffr. von Tabora. — Emin bei Noack (1) p. 586, 
Phyllorhina rubra n. sp. vom Lugerrunjere-Fluss. — Emin bei Noack (1) p. 588 
—590, Rhinolophus capensis Blass. vom Lugerrunjere-Fluss. — Matschie (6). 


Herpestes neumanni spec. nov. von Ugogo, p. 121. — Matschie (6). Pediotragus 
neumanni spec. nov. von Ugogo p. 122—123. — Matschie (6). Chrysochloris 
stuhlmanni spec. nov. Ukondjo, Kinjawanga, p. 124—125. — Matschie (9). 


Sciurus pauli spec. nov. von Tanga, Derema, Deutsch-Ost-Afrika, p. 256. — 
Matschie (9). Sciurus subgen. Xerus erythropus von Ostafrika, p. 257. — 
Matschie (9). sSciurus subgen. Xerus rutilus von Ostafrika, p. 257. — 
Matschie (9). Sciurus palliatus von Ost-Afrika, p. 257. — Matschie (9). 
Sciurus rufobranchiatus, p. 257. — Matschie (1). Manis temmincki Smuts von 
Ost-Afrika, p. 8. — Selater (7). Cercopithecus albigularis, p. 691. 
Nord-Ost-Afrika und Somaliländer: Menges. Oreotragus mega- 
lotis n. sp. — Grevy bei Menges. Equus Grevyi = Grevy’s Zebra. — Menges. 
Equus taeniopus var. somaliensis = Somaliwildesel. — Waller bei Menges. Litho- 


cranius Walleri = Wallers Antilope. — Clarke bei Menges. Ammodorcas 
‘larkei, Rietbock. — Swayne bei Menges. Alcelaphus Swaynei, Kuhantilope. 
— Speke bei Menges. Gazella Spekei. — Noack (2). Dorcotragus n.g. vom 


Somaliland. — Thomas (2). Madoqua Guentheri spec. nov. vom Oentral-Somaliland, 
Berbera p. 329. — Derselbe (2). Madogua Phillipsi spec. nov. vom N. Somaliland. 
— Derselbe (2). Madoqua Swaynei spec.nov. vom N. Somaliland. — Derselbe (2). 
Madogua saltiana von Abyssinien. — Derselbe (2). Madoqua Kirki vom S. Somali- 
jand. — Oustalet (2). Vesperugo nanus im Süden der Sahara, Erinaceus frontal., 
Er. diademat. Sciurus (Xer.) rutil. v. Djibontice, Gerbill. aegyptius in Aegypten, 
Nubien, Abyssin., Mus rattus (M. alex, E. Geoffr., M. tector. v. Heugl.), M. muscul., 
Pectinat. spekei, Felis municul. var. domestic., Hyrax (Procav.) abyssin. var. minor. 
— Emin bei Noack (1) p. 524. Phacochoerus. — Emin bei Noack (1) p. 524. 


Phacochoerus pallasii aus Somaliland. — Emin bei Noack (1) p.524. Potamo- 
choerus vom Somaliland bis zur Küste. — Emin bei Noack (1) p.525, Hyaena 
striata Lebensweise, Hyaena brunnea (?). — Thomas (5). Giraffe vom Somali- 


Jand. — Matschie (5). Equus Grevyi u. Egq. somaliens. Noack p. 33 —39, 65—74. 
— Matschie (4). Bubalis swaynei Thos. u. hunter‘ Thos. im Somaliland, B. jacks. 
Thos. u. tiang im Nilgebiet, B. tunisiana u. B. senegal. im Westen, p. 329 


—333. — Swayne. Cobus ellipsiprymnus vom Somaliland.. — Derselbe. 
Tragelaphus decula vom Somaliland. — Derselbe. Ammodorcas clarkei vom 
Somalilande. — Derselbe. Sakäro Antilope vom Somalilande. — Derselbe. 


Beira Antilope vom Somalilande, Wagar Mountains. — Derselbe. Equus grevyi 
20* 


308 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


v. Central Ogaden, Somaliland.. — Derselbe. Rhinoceros bicornis hundred 
miles south of Berbera, Somaliland. — Selater (4). Potamochoerus africanus 
von Abyssinien. — Derselbe (5). Camelopardalis giraffa von Somaliland. 

Arabien: Thomas (3). Xantharpyia amplexicaudata Geoffr. v. Muskat. 
— Taphozcus nudiventris Or. v. Khode, 30 miles N. W. v. Muscat. — Rhino- 
poma microphyllium Geoffr., Muscat. — Erinaceus niger Blanf. v. Muscat. — 
Orocidura murina L. v. Muscat. — KHerpestes albicauda G. Cuv. v. Khode, Rui 
near Muscat, Muscat. — Canis pallipes Sykes v. Muscat. — Vulpes leucopus 
Bly v. Muscat. — Gerbillus (Dipodillus) dasıyurus Wagn. v. Gobia N. W. of 
Muscat u. Muscat. — Mus rattus L. v. Khode, Miti, Wadi Bani Ruha. — Lepus 
omanensis spec. nov. v. Ziki in Oman Proper. — Gazella muscatensis Brooke 
v. Khode, Barkeh-al-Moze, Sharkeeyeh u. Muscat. — Oryx beatrix Gray. — Hemi- 
tragus jayakari Th. v. Jebel Taw, Jebel Akhdar Range. — Procavia syriaca 
jayakari Thos. v. Dofar, S. W. of Muscat. — Tursiops tursio Fabr. v. Muscat. — 
Grampus sp. v. Muscat. — Thomas (11). Hemitragus Jayakarıi spec. Dov. von 
Jebel Taw, S. E. Arabien. 

Westafrika: Sclater (4). Potamochoerus penicillatus von Westafrika. — 
Derselbe (7). Cercopithecus albigularis. — Thomas (7). Mus Burtoni (Mus 
Tullbergi) von Westafrika. 

Guinea-Küste und Hinterland Congo: Matschie (1). Manis tetra- 
dactyla L. von Gambia bis zum Cunene, p. 7. — Matschie (1). Manis trieuspis 
Raf. vom Gambia bis zum Cunene, p. 7. — Matschie (1). Manis gigantea Il. 
vom Gambia bis zum Cunene, p. 7. — Matschie (8). JIdiurus zeukeri Mtsch. 
spec. nov. vom südl. Kamerungebiete, p. 194. — Matschie (8). Scotonyeteris 
zenkeri Mtsch. spec. nov. vom südl. Kamerungebiet, p. 194. — Matschie (3). 
Säugethiere von Kamerun, p. 129-134. — Tullberg. Einige Muriden aus Nord- 
Kamerun. Beschreibung. 

Deutsch- Süd-West- Afrika: Noack (3). Hyrax capensis Schr. v. 
Gross-Namaland, Transvaal, Petromys typie. Sm. v. Damaraland, Rehoboth (auf 
Felsen), Pachyuromys auricul. Sm., Saccostom. lapidar. Pet., Mus dolichur. Smuts, 
M. lehocla Sm., M. (Lemniscomys) lineatus Sparm., Geoffr., Cuv.; Xerus capensis 
Kerr., Orocidura martens. Dobs., Macroscel. rupestr. Sm., M.typ. Sm., Nycteris cap. 
Sm., Vesperus cap. Sm., V. minut. Temm, Miniopt. schreib, Can. canna Sm., 
Otocyon caffer Desm., Galago moholi-teng Sm. (lebt familienweise), Cynocephalus 
ursin. p.53--81, 82. Thomas (2). Madoqua damarensis vom Damaraland. 

Südafrika: Matschie (1). Manis temmincki Smuts nördl. vom Vaal- 
Fluss in S. Afr., p.8. — Noack (3). Vesperus minutus p.53 —81, 82. — Matschie 
(4). Dam. pygargus p.329— 333. Lorenz. Säugethiere von Südafrika p. 59—67. 
Matschie (4) Bubalis lichtensteini im Zambesi-Nyassa-Gebiet, daselbst auch 
B.lunata; im Limpopo-Gebiet B. buselaphus u. Damal. albifrons p. 329—333. 

Süd-Ost- Afrika: Matschie (8). Pachyura leucura Mtsch. spec. nov. 
p. 205. — Noack (3). Vesperus minutus p.53—81, 82. — Thomas (6). Otogale 
Kirki, Gray v. Nyassaland. — Cercopithecus albigularis, Sykes v. Fort Lister, 
Milanji. — Galago Moholi, A Sm v. Zomba. — Epomophorus erypturus, Pet. v. 
Nyassaland. — Rhinolophus Hildebrandti, Pet. — Rhinclophus Landeri, Mart (2). 
— Rhinolophus capensis, Licht. — Hipposiderus caffer, Sund. — Vesperus mega- 
lurus, Temm. — Vesperugo nanus, Pet. — Petrodromus tetradactylus, Pet. — 
Felis serval v. Fort Johnston. — Hyaena crocuta, Erxl. — Rhynchogale Melleri, 


in der Naturgeschichte der Sängethiere während des Jahres 1894. 309 


Gray. — Crossarchus fasciatus Desm. — Lutra maculicollis Licht. v. Fort 
Johnston. — Sciurus palliatus, Pet. — Sciurus mutabilis, Pet. — Mus dolichurus, 
Smuts. — Mus modestus, Wagn. — Isomys dorsalis, A. Sm. — (ricetomys 
gambianus, Waterh. — Lepus whyjtei spec. nov. — Procavia Johnstoni, spec. Nov. 
von Fort Lister, Fort Milanji, Milanji Plain. — Procavia Brucei, Gray v. Mpimbi, 
Fort Lister, — Rhinoceros bicornis L. — Phacochoerus aethiopieus Pall. — Bu- 
balis Lichtensteini, Pet. — Oreas canna, Sm. — Strepsiceros Kudu, Gray. — 
Tragelaphus seriptus, Pall. — Cobus ellipsiprymnus, Og. — Aepyceros melampus, 
Licht. — Oreotragus saltator, Bodd. Fort Lister, Milanji. — Manis Temmincki, 
Smuts. — Rhynchozyon cirnei, Pet. — Canis mesomelas, Schr. — Nanotragus 
scoparius (Schr.). — Cervicapra arundinum (Bodd.). 


Asien. 


Allgemeines. Paulowa Maria. Gruppe Mastodon Bunolophodon mit 
M. arvernensis in der Miocän- u. Pliocän-Zeit. — Noack (3). Miniopterus 
schreibersi v. Süd.-As. p.53-81, 82. — Müller, Adf. u. K. Plecotus auritus 
p. 278. — Vespertilio Daubentonii p. 284. — Rhinolophus ferrum-equinum p. 293. 
— Sus scrofa in d. gemässigt. Theilen p. 205. — Arvicola. Lutra vulgaris von 
Nord- u. Mittelasien p. 154. — Cricetus frumentarius im Norden, Arvicola arvalis, 
s. arvensis im Westen v. Nord- und Mittelasien p. 257. — Lepus vulgaris im 
Westen p. 261. 

Sibirien. Tschersky. Fossile Thiere von den Neusibirischen Inseln: 
Felis tigris, Canis lupus, Vulpes lagopus, Gulo luscus, Ursus maritimus, Ursus 
arctos, Phoca foetida, Lemur obensis, Myodes torquatus, Lemur variabilıs, Bison 
priscus, Ovis moschatus von der Insel Ljachar; Trichechus rosmarus, Spermo- 
philus ewersmanni, Arvicola 2 sp., Ovis nivicola, Alces palmatus, Cobus saiga, 
Rangifer tarandus, Cervus canadensis var. maral, Equus caballus, Rhinoceros 
tichorhinus, Elephas primigenius von der Ljachar-Insel. — Müller, Adf. u. K., 
Castor fiber Ströme von Nord- und Mittelsibirien p. 240. — Üricetus frumen- 
tarius, Arvicola arvalis s. arvensis p. 257. 

Syrien und Klein-Asien: Nehring (3). Cricetus nigricans in Klein- 
Asien. 

Persien: Nehring (3). Cricetus nigricans. 

Mittel-Asien. Tibet: Matschie (1). Manis aurita Hodgs. p. 8. — 
True (7). Sminthus flavus sp.n. v. Kasım. — Littledale. Oamelus bactrianus 
von Lob-Nor, Central- Asien p. 446-448. — Müller, Adf. u. K. Plecotus auritus. 
— True (3). Säugethiere v. Kashmir: Semnopithecus schistac., Macac. rhesus 
vill. sp.n., Felis torguata, Canis aureus, Vulp. montan., Putor. canig., Ursus 
thibet., U. sabellinus, Ovis vignei, Capra sibir., Pteromys albiventer (C. u. W. 
Kashmir), Sciuropt. fimbriatus (Centr. Kashm.), Arctom. caudat. (Nullah), Mus 
arianus griseus subsp. nov. (Mountains of ©. Kashm.), M. bactrian. (Srinagar, 
Kashm.), M. rattus, Sminth. concolor (C. Kashm.), Arvicola fertilis sp. n. (C. 
Kashm, Pir Panjal Mountains), Arv. mont. sp. nov., A. albicauda sp. n. (Baltist.), 
Lep. tibet., Lagomys roylei, L. gris., Crocid., Vesperugo, Vespertilio. 

Vorder-Indien: Matschie (1). Manis pentadactyla L. v. V. Indien p.8&. 
— Müller, Adf. u. K. Plecotus auritus p. 278. 

Hinter-Indien: Matschie (1). Manis javanica Desm. v. H. Indien p, 8. 


310 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


China: Thomas (9). Sciurus Styani spec. nov. v. Kiang-su province ex- 
tending south to Hang-char, China. — Thomas (9). Lepus Swinhoei (Lepus 
Tolai Swinh.) von Chefoo, Nord-China. — Matschie (1). Manis v. Südehina. — 
Thomas (15). Vespertilio (Leukonoe) Ricketti. 

Japan: Hohenberg (1). Sika-Hirsch aus den nördlichen Provinzen 
Japans. — Möbius (1). Balaena japonica Lacep., Rhachianectes glaucus Cope, 
p. 19, Megaptera boops Fab. p. 21 N. W. von Nagasaki gefangen. 

Sunda-Inseln, Philippinen und Molukken: Matschie (1). Manis 
javanica Desm. von den S.-Inseln p.8. — Nehring (1). Phloeomys pallidus 
Nehring von der Insel Marinduque, südlich von Luzon, p. 179. — Derselbe (1). 
Tupaja ferruginea Raffl. von den Calamianes-Inseln p. 184. — Derselbe (1) 
Tupaja javanica von der Palavangruppe von den Philippinen p.184. — Der- 
selbe (1). Tupaja Everetti von West-Mindanao, p. 184. — Derselbe (1). 
Tupaja picta Oldfd. Thomas bei Nehring aus Nord-Borneo p. 184. — Derselbe(1). 
Tupaja montana O:idfd. Thomas bei Nehring aus Nord-Borneo p. 184. — Der- 
selbe (1). Tupaja melanura Oldfd. Thomas bei Nehring aus Nord-Borneo p. 184 
—185. — Derselbe (1). Bubalus moellendorffi spec. nov. Fig. 1—3 von der 
Insel Busuanga, Calamianes-Gruppe p. 185. — Derselbe (1). Cimarron von 
Luzon p. 185. — Derselbe (1). Tamarao von Mindoro p. 187. — Derselbe (1) 
Tragulus nigricans OÖ. Thomas von der Insel Baläbac p. 190. — Derselbe (1) 
Sus barbatus var. palavensis Nehring, s. Sus ahaenobarbus Huet aus der 
Gegend von Taitai auf der Insel Palavan (Paragua) p. 190. — Derselbe (1). 
Sus celebensis von Palavan p.190. — Derselbe (1). Sus barbatus var. cala- 
minensis Nehring, s. — Sus calaminensis Heude von der Insel Culion, zur Cala- 
mianes-Gruppe gerechnet p. 191. — Derselbe (1). Sus longirostris von Borneo 
und Java p. 191. — Derselbe (4). Sus Marchei Huet s. — Sus celebensis var. 
philippensis Nehring s. — Sus philippensis Meyer von d. Provinz Laguna auf 
Luzon p. 219. — Derselbe (4). Tragulus nigricans OÖ. Thomas von der Insel 
Balabac p. 226. — Thomas (12). Tupaia ferruginea palavanensis subspec. nov. 
von der Palavan-Gruppe (Borneo) p. 367. — Milne-Edwards (l). Anthropo- 
morphen von Sumatra und Borneo p. 191. — Geoffroy de Saint-Hilaire bei 
Milne-Edwards, A. (1). Simia Satyrus Linn& p. 193. — Derselbe (1). Simia 
Wurmbii von den Sunda-Inseln p. 193 — Lesson bei Milne-Edwards. A. (1). 
Simia Abeli von Sumatra p. 193. — Blainville bei Milne-Edwards, A. (1). 
Simia Wallichii von den Sunda-Inseln p. 193. — Owen bei Milne-Edwards, A. (1). 
Simia morio von Borneo p. 193. — Geoffroy de Saint-Hilaire bei Milne- 
Edwards, A. (1). Simia bicolor von Sumatra p. 193. — Sanyal. Cynogale 
Bennetti v. Borneo. — Meyer (2) Tarsius philippensis No. 1 p. 1—2. — Meyer 
(2) Tarsius fuscomanus Fisch. von Celebes No. 1 p.1. — Meyer (3). Phloeomys 
schadenbergi spec. nov. aus Nord-Luzon No.6 p.1. — Meyer (4). Mydaus 
Marchei Huet von d. Philippinen No. 13 p. 4. 


Nord-Amerika. 
Arctische und subaretische Zone incl. Grönland. Hohenberg 
(1). Cervus Wapiti. — Müller, Adf. u. K. Castor fiber. — Dawson. Elephas 
primigenius. — Rabot. Cystophora cristata, Phoca barb., Ph. hispid. u. vitul. 
bei Grönland gejagt. Seit 1831 wurden 686000 Thiere vernichtet. — Thomas 
(8). Pteropus admiralitatum sp. n,, Beschreibung. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 311 


Gemässigte Zone und Mexico. Allen (1). Folgende Säugethiere 
von New Brunswick, Canada: Cariacus virginianus Bodd., Alces machlis Linn., 
Rangifer tarandus caribow Kerr., Vespertilio gryphus F. Cuvier, Sorex forsteri 
Rich., Erethizon dorsatus Linn., Zapus insignis Miller, Mus decumanus Pallas, 
Mus musculus Linn., Sitomys americanus canadensis Miller, Arvicola riparius 
Ord., Arvicola chrotorrhinus Miller, Evotomys gapperi Vig., Evotomys fusco- 
dorsalis spec. nov., Fiber zibethicus Linn., Tamias striatus Iysteri Rich., Seiurus 
hudsonius Pallas, Sciuropterus volucella sabrinus (Shaw), Arctomys monax Gmel., 
Castor canadensis Kuhl, Ursus americanus Pallas, Procyon lotor Linn., Lutra 
hudsonica Lac&p, Mephitis mephitica Shaw, Lutreola vison Schreber, Putorius 
erminea Linn., Mustela pennanti Erxl., Mustela americana Turton, Vulpes 
fulvus Desm., Lynx canadensis Raf. — Miller, Gerrit, S. jr. and Outram 
Bangs. Lepus paludicola spec. nov. von Western Florida. — Osborn u. Wort- 
man. S. der White River Beds v. Dakota: Acerathium trigonod. sp.n, A. 
(Coenop.) mite, A. occid., A. platycephal. sp. nov., A. tridactyl.; Metamynodon 
planifrons; Mesohippus bairdi., Mesoh. longipes sp. n.; Oreodon culbertsoniüi, 
O. gracilis, O. bullatus; Eporeodon major; Hyopotamus amer., Hyop., brachy- 
rhynchus sp.n, Anthracother. curtum, A. carense sp. n., Hyaenodon paucidens 
sp.n., H. crucians; Hoplophoneus occident., H primaevus p.199—228. — Allen 
(6). Perognatus prieei spec. nov. von Oposura, Sonora, Arizona. — Perognatus 
conditi spec. nov. von San Bernardino Ranch, Arizona. — Reithrodontomys 
mexicanus fulvescens subspec. nov. von Oposura, Sonora. — Arvicola leucophaeus 
spec. nov. von Graham Mountains, Arizona. — Merriam (1). Hodomys alleni 
Merriam von Mexico p. 233. — Hodomys vetulus spec. nov. p.236. — Xenomys 
nelsoni Merriam von Hacienda Magdalena, Mexico p. 238. — Neotoma Sayand 
Ord. (Genus) p. 241. — Neotoma leucodon Merriam von San Luis Potosi, Mexico 
p- 243. — Neotoma latifrons Merr. von Michoacan, Mexico, p. 243. — Neotoma 
micropus Baird. von Charco, Escondido, Tamanlipas, Mexico p. 244. — Neotoma 
micropus canescens p. 244. — Neotoma baileyi Merr. von Nebraska p. 244. — 
Neotoma floridana Ord. von Florida p. 244. — Neotoma pennsylvanica Stone 
von Pennsylvanien p. 244. — Neotoma magister Baird. von Pennsylvanien und 
Virginien p. 244 u. 245. — Neotoma mexicana Texas, Mexico p. 245. — Neotoma 
mexicana bullata von Santa Catalina Mountains, Arizona p. 245. — Neotoma 
pinetorum Merr. von San Franzisco Mountains, Arizona p. 245. — Neotoma 
tenuicauda Merr. von d. Sierra Nevada de Colima, Jalisco, Mexico, p. 245. — 
Neotoma orizabae Merr. vom Mt. Orizaba, Puebla, Mexico p. 245. — Neotoma 
fulviventer Merr. v. Toluca Valley, Mexico p. 245. — Neotoma torquata Ward. 
von Morelos, Mexico p. 246. — Neotoma fallax Merr. von Rocky Mountains in 
Colorado p. 246. — Neotoma bryanti Merr. von Cerros Island, Lower California, 
Mexico p. 246. — Neotoma fuscipes Baird. von Petaluma, Sonoma Co., Cali- 
fornia p. 246. — Neotoma monochroura Rhoads von California, Petaluma, Sonoma 
Co. p. 246. — Neotoma splendens True von Petaluma, Sonoma Co., California 
p. 246. — Neotoma fuscipes macrotis (Thomas) von San Diego, California p. 246 
— 247. — Neotoma fuscipes streatori Merr. von Californien p. 247. — Neotoma 
fuseipes dispar Merr. von Lone Pine, Owens Valley, Californien p. 247. — Neo- 
toma desertorum Merr. von Utah, Californien Death Valley p. 247. — Neotoma 
desertorum sola Merr. von San Emigdio, Kern Co., Californien p. 247. — Neo- 
toma intermedia Rhoads. von Dulzura, San Diego Co., Californien p. 247, — 


3]2 Pr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Neotoma californica Price von Californien p. 247. — Neotoma intermedia gilva 
Rhoads. p. 247. — Neotoma venusta True p. 247 u. 248. — Neotoma intermedia 
melanura Merr. von Ortiz, Sonoma, Mexico p. 248. — Neotoma intermedia albigula 
Hartley v. Vieinity of Fort Lowell, Arizona p. 248. -— Neotoma intermedia 
angusticeps Merr. von S. W. New Mexico, N. W. Chihuahua p. 248. — Neotoma 
arizonae Merr. von Arizona, New Mexico, Utah und Colorado p. 248. — Neotoma 
lepida Thomas von Utah p.248. — Neotoma cinerea (Ord.) von Northern Rocky 
Mt., Dacota, Missouri River, Montana, Near Great Falls p. 249. — Neotoma 
cinerea occidentalis (Baird.) v. Stoalwater Bay, Washington p.249. — Neotoma 
cinerea drummondi Richardson von Britisch-Columbia, Rocky Mts. p. 249. — 
Neotoma orolestes Merr. von Rocky Mts. Colorado p. 249. — Scott (3).. Hippo- 
potamus fossil v. Süd Dakota. — Rhoads (1). Putorius peninsul. Rhoads spec. 
nov. von Florida p. 152—155. — Lutra hudsonica (Lacepede) desgl. p. 155. — 
Procyon lotor (Linn.) desgl. p. 155—156. — Atalapha borealis pfeifferi (Grund- 
lach) desgl. p. 156—157. — Adelonycteris fuscus (Beauv.) H. Allen desgl. p. 157. 
— Vesperugo carolinensis (Geoffr.) desgl. p. 157. — Nycticejus humeralis Raf. 
desgl. p. 157. — Vespertilio gryphus F. Cuv. desgl. p. 157. — Nyctinomus 
brasiliensis Js Geoff. desgl. p.157. — Scalops parvus Rhoads spec. nov. desgl. 
p. 157 u. 158. — Seiurus niger Linn. desgl. p. 158. — Seiurus carolinensis Gmel. desgl. 
p. 158. — Sciuropterus volucella (Pallas) desgl. p.159. — Geomys tuza Ord. desg]. 
p.159. — (1). Mus decumanus Pallas desgl. p. 159. — Mus alexandrinus 
Geoff. desgl. p. 159. — Mus musculus Linn. desgl. p. 159. — Sitomys americanus 
gossypinus (Le Conte) desgl. p.159 — Sitomys niveiventris subgriseus (?) Chap- 
man von Florida p.160. — Oryzomys palustris natator Chapman desg]. p. 160. 
— Sigmodon hispidus littoralis Chapman desgl. p. 160 u. 161. — Reithrodontomys 
humilis (subspec,?) And and Bach desgl. p. 161. — Derselbe (2). Arvi- 
cola (Tetramerodon) tetramerus Rhoads spec. nov. v. British - Columbia u. 
Washington p. 282. -—- Arvicola borealis Richardson v. British - Columbia 
u. Washington p. 283. — Evotomys pygmaeus spec. nov. p. 284. — KEvotomys 
gapperi saturatus subspec. nov. von British Columbia p. 234. — Arvicola 
(Mynomes) drummondi p. 287. — Derselbe (3). Sitomys megacephalus spec. 
nov. von Alabama p. 254. — Sitomys insolatus spec. nov. von Californien, Oro 
Grande p. 256. — Sitomys herroni nigellus subspec. nov. vom West Cajon Pass, 
San Bernardino Mts, Californien p. 257. — Sitomys keeni spec. nov. pP. 258. — 
Sitomys macrorhinus spec. nov. von Skeena River, British Columbia p. 259. — 
Sitomys americanus artemisiae spec. nov. von Asheroft, British Columbia p. 260 
u. 261. — Merriam (2). Perognathus baileyi spec. nov. von Magdalena, Sonora, 
Mexico p. 262 u. 263. — Perognathus columbianus spec. nov. von Pasco, Plains 
of Columbia, Washington p. 263. — Perognathus nevadensis spec. nov. von 
Nevada, Hallest. East Humboldt Valley p. 264. — Perognathus longimembris 
panamintinus subsp. nov. von Californien p. 265. — Perognathus flavus 
mexicanus subspec. nov. von Valley of Mexico p. 265. — Perognathus 
(Chaetodipus) nelsoni spec. nov. von La Parada, San Luis Potosi, Mexico 
“p. 266. — Perognathus (Chaetodipus) stephensi spec. nov. v. N. W. Arm 
of Death Valley, Californien p. 287. — Perognathus (Chaetodipus) intermedius 
canescens subsp. nov. von Coahuila, Mexico p.267. — Rhoads (5). Didel- 
phys marsupialis virginiana (Kerr.) von Monroe and Pike Counties, Pennsylvania 
p. 388. — Cariacus virginianus (Bodd.) von Pike County, Pennsylvania p. 388. 
— Dervus americanus (Erxl.) von Pennsylvania p. 388. — Sciurus carolinensis 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 313 


pennsylvanicus (Ord.) von Pennsylvanien p. 389. — Seiurus hudsonicus (Erx- 
leben) von Pennsylvanien p. 389. — Sciuropterus volans (L.) Jordan von Vir- 
ginien, Pennsylvanien p. 389. — Tamivas striatus L. von Pennsylvanien p. 389. 
— Castor fiber canadensis (Kuhl) von Monroe and Pike Countains Pennsyl- 
vanien p. 390. — Mus rattus L. von Monroe and Pike Countains, Pennsyl- 
vanien p. 390. — Mus decumanus Pallas von Pennsylvanien p. 390. — Mus 
musculus L. von Pennsylvanien p. 390. — Neotoma magister Baird. von Monroe 
County, Pike County, Pennsylvanien p. 390. — Peromyscus americanus (Kerr.) 
Thomas von Pennsylvanien p 390—391. — Fiber zibethicus IL. von Pennsylvanien 
p. 391. — Arvicola pennsylvanicus (Ord.) von Pennsylvanien p.391. — Arvieola 
pinetorum (Le Conte) von Pennsylvanien p. 391. — Evotomys gapperi (Vigors) 
von Pike County, Pennsylvanien p. 391. — Synaptomys cooperi Baird. von Pennsyl 
vanien p. 391— 392. — Zapus hudsonius (Zimm.) von Pennsylvanien p. 392. — 
Zapus insignis Miller von Monroe and Pike Countains, Pennsylvanien p. 392. 
— KErethizon dorsatus L. v. Poconoplateau, Pennsylvanien p. 393. — Lepus 
americanus Erxleben von Pennsylvanien p. 393. — Lepus sylvaticus Bachm. von 
Pennsylvanien p. 393. — KFelis concolor L. (Puma, Panther) von Pike County, 
Pennsylvanien p.393. — Lynx canadensis (Desm.) von Pennsylvanien p. 393. — 
Lynx rufus (Gnld.) von Monroe and Pike Countains, Pennsylvanien p. 393. — 
Canis lupus nubilus (Say) von Pennsylvanien p. 393. — Vulpes vulpes pennsyl- 
vanicus (Bodd.) von Pennsylvanien p. 393. — Urocyon cinereo argenteus (Müll.) 
von Monroe and Pike Countains, Pennsylvanien p. 394. — Ursus americanus 
Pallas in the mountains Pennsylvanien p. 394. — Putorius erminea L. von 
Pennsylvanien p. 394. — Lutreola vison Schreber von Pennsylvanien p. 394. — 
Mustela americana Turton von Pennsylvanien p. 394. — Lutra hudsonica Lacep 
von Pennsylvanien p.394. — Mephitis mephitica (Shaw.) von Monroe and Pike 
Countains, Pennsylvanien p. 394. — Procyon lotor (L.) von Pennsylvanien p. 394, 
— sSorex forsteri Rich. von Monroe and Pike Countains, Pennsylvanien p. 394 
—395. — sSoree von Monroe and Pike Countains, Pennsylvanien p. 395. — 
Sorex (Neosorex) albibarbis (Cope) von Monroe County, Pennsylvanien p. 395. — 
blarina talpoides (Gapper) von Pennsylvanien p. 396. — Scalops aquaticus (L.) 
von Pennsylvanien p. 396. — Condylura cristata L. von Pennsylvanien p. 396. 
— Adelonyeteris fuscus (Beauv.) von Pennsylvanien p. 396. — Atalapha borealis 
(Müll.) von Monroe and Pike Countains, Pennsylvanien p. 396. — Vespertilio 
gryphus Fr. Cuvier. von Pennsylvanien p. 396. — Derselbe (6). Zapus trino- 
tatus spec. nov. Rhoads v. British Columbia p. 421. — Scott (1). Protosorex 
crassus spec. nov. von Süd-Dakcta der Tertiär-Fauna Amerikas angehörig: p. 446, 
— Earle. Protapirus simpl. ist d. älteste, anerk. Form aus dem mittl. (Oreodon) ° 
beds d. White River Formation in Westdakota p.253 (Ausz. Z. C.). — Varigny. 
Spermophilus tredecimlineatus vom Centrum Nord-Amerikas p. 12, — Spermo- 
philus mexicanus von Texas und New Mexico, in Nord-Amerika p. 13. — Spermo- 
philus Franklin in den Prairien Nord-Amerikas und in New Jersey. — Spermo- 
philus spilosoma obsoletus v. Dakota p. 14. — Spermophilus Richardson von 
Montana u. Dakota u. Canada p. 14. — Spermophilus Richardsoni elegans von 
Wyoming p.14. — Zacher. Spermophilus tredecimlin. in Prairien, Sp. mexican. 
in Texas u. Nen-Mexico, Sp. frankl. im Prairiengebiet, Sp. spilosoma obsol. in 
Nebraska, Süd-Dakota ete., Sp. richards. elegans in Montana, Dakota, auch in 
Kanada. — Rhoads (7). Rod. v. Calif. u. Oreg. Neotoma monochr. Sp. n., 
N. intermedia sp.n. u. Dipodomys parvus sp.n. p. 67—71. — Müller, Adf. u. K. 


314 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Castor fiber in Massachusetts. — Hatscher (2). Säugethiere von Nebraska p. 236 
—248. — Mearns. Sigmodon v. New Mexico p. 129—130. — Allen (6). Sitomys 
americanus arizonae subspec. nov. von Fairbank, Arizona. — Neotoma campestris 
spec. nov. v. Pendennis, Lane Co., Kansas. — Neotoma rupicola spec. nov. von Corral 
Draw, South Dakota. — Neotoma grangeri spec. nov. v. Custer, Black Hills, South 
Dakota. — Sciurus hudsonieus dakotensis subspec. nov. v. Squaw Creek, Black Hills, 
South Dacota. — Nyctinomus nevadensis (H. Allen) von Chiricahua Mountains. 
— Arvicola (Pedomys) heydenii Baird. von Fort Pierre, South Daeota. — Arvieola 
(Pedomys) cinnamomeus Baird. v. Pembina, Nord-Dacota. — Phenacomys truei 
spec. nov. v. Black Hills. — Arvicola insperatus spec. nov. von Kuster, Black 
Hills, South Dacota. — Lepus texianus eremicus subsp. nov. v. Fairbank, Ari- 
zona. — Lepus sylvaticus pinetis subspec. nov. v. White Mountains. — 
Seivrus arizonensis huachuca subspec. nov. von Huachuca Mountains. — Sceiurus 
hudsonicus grahamensis subspec. nov. von Graham Mountains, Arizona. — 
Chapman, Frank. Folgende Species aus Florida: Didelphys marsupialis 
virginiana, Cariacus virginianus, Sciurus carolinensis, Sciurus niger, Sciuropterus 
volucella, Castor canadensis, Arvicola (Neofiber) alleni, Arvicola pinetorum, Ory- 
zomys palustris natator, Sitomys aureolus, Sitom/s americanus gossypinus, Sitomys 
floridanus, Sitomys niveiventris, Sitomys niveiventris subgriseus, Reithrodontomys 
humilis, Sigmodon hispidus, Sigmodon hispidus littoralis, Mus decumanus, Mus 
alexandrinus, Mus rattus, Mus musculus, Neotoma floridana, Geomys tuza, Lepus 
sylvaticus, Lepus sylvaticus floridanus, Lepus palustris, Lepus palustris paludieola, 
Artibeus carpolegus, Corymnorhinus macrotis, Vespertilio gryphus, Adelonyeteris 
fuscus, Vesperugo carolinensis, Nycticejus humeralis, Dasypterus intermedius, 
Atalapha borealis, Atalapha cinerea, Nyctinomus brasiliensis, Blarina brevicauda 
carolinensis, Blarina einerea, Blarina exilipes, Scalops aquaticus australis, Ursus 
americanus, Procyon lotor, Lutra canadensis, Mephitis mephitica, Spilogale 
putorius, Lutreola vison, Putorius erminea, Putorius peninsulae, Urocyon einereo- 
argenteus, Canis lupus griseo-albus, Felis concolor, Lynx rufus floridanus. — 
True (8). Neotoma splendens sp. n., Neot. macrot. simpl. subspec. nov., Neot. 
venusta sp. n., Neot. occident. fusca subsp. n.: v. Californien (3 p.). — True (5). 
Sigmodon minima v. N. Mexico p. 129-130. — Allen (2). Säugethiere v. 
Aransas County, Texas: Didelphys marsupialis californica (Benn.). — Tatusia 
novemcinctus L. — Lepus callotis, L. sylvatic. bachmani (L. aquat. Bachman). — 
Geomys personatus. — Perognatus paradoxus. — Mus decumanus, M. alexan- 
drinus, M. musculus. — Neotoma micropus. — Sigmodon hispidus texıanus. — 
Oryzomıs palustris texensis subsp. n. — Sitomys mearnsü, S. (Baiomys) taslora. 
Onychomys longipes. — Spermophilus mexican., Sp. spilosoma annectens. — Sciunus 
niger limitis. — Dicotyles anyulatus. — Bison amer. — Cariacus virginian. — 
Note on the Camels introduced in to Texas. — Atalapha noviboracens. — 
Scalops texanus. — Procyon lotor hernandozii. — Bassariscus astutus. -— Üone- 
patus mapur. — Mephitis mesomelas. — Spilogale indianola. — Gen. Mephitis. 
— Putorius brasiliens. frenatus. — Canis latrans. — Urocyon virgin. — Lynx 
rufus maculat. — Felis onca, F. concolor, F. pardalis. p. 165 —19. 


Mittel-Amerika und West-Indien. 
Thomas (4) Stenoderma montserratense spec. nov. von Montserrat, West- 
Indien. — Thomas (14). Geomys scalops spec. nov. von Tehuantepee. — 
Didelphys (Philander) trinitatis spec. nov. von Trinidad. — Merriam (1). Neo- 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 315 


toma ferruginea Tomes von Guatemala. — Allen (3). Geomys Cherrieri v. Costa- 
Rica. — Noack (4). Canis jubatus in Mittelamerika. 


Südamerika. 

Argentinien und Patagonien. Ameghino (2). Fossile Säugethiere 
von Patagonien p. 259—452. — Matschie (2). Cebus azarae Rengg von 
Argentinien nördl. v. Jujuy p.57. — Matschie (2). Vespertilio azarae 
Waterh. aus Famailla in Argentinien. — Nyetinomus brastliensis Is. Geoff. — 
Felis concolor L. vom Waldgebirge bei Famailla. — Felis puma Mol. — Felis 
onca L. vom Waldgebirge bei Famailla u. bei Jujuy p.59. — Derselbe (2). 
Felis mitis F. Cuv. von Juntas u. Palos & pique in Argentinien p.59. — Felis 
pardalis L. von Südamerika p.59. — Kelis geoffroyi Orb. von Tornguist, im 
Süden von Argentinien p. 59 u. 60. — KFelis guigna Mol. von Norden resp. 
Westen, chilenisch. Theil von Argentinien p. 59 u. 60. — KFelis pajeros Desm. 
vom Süden Argentiniens p. 60. — Felis colocolo H. Sm. vom Süden Argentiniens 
p. 60. — Canis azarae Wied von Tornquist im Süden Argentiniens p. 60. — 
Canis gracilis Burm. von Famailla p. 60. — Canis cancrivorus Desm. aus d. 
Provinz Jujuy in Argentinien p. 60. — Lutra paranensis Rengg vom Rio Grande 
Nebenfluss in Argentinien p. 60. — Galictis barbara L. von Agua Caliente in 
Nord-Argentinien p. 60 u. 61. — Galictis vittata Schreb von Tucuman in Argen- 
tinien p. 61. — Mephitis patagonica Leht. von Tornquist in Süd-Argentinien 
p. 61. — Nasua nasuaL. von Palos & Pique, am Rio Grande de Juj. mehrmals 
gesehen, in N. Agentinien p. 61. — Procyon cancrivorus Cuv. von Jujuy in 
N. Argentinien p. 61. — Sciurus spec. von Capillas nördlich von Jujuy in Argen- 
tinien p. 60. — Phyllotis griseo-flavus Waterh.? von Aival in N. Argentinien 
p.60 — Myopotamus coypus Mol. bei Tornquist im Süden Argentiniens p. 61. 
— Dolichotis patagonica Geoffr. von Tornquist im Süden Argentiniens p. 61. — 
Cavia australis Geoffr. von Tornquist im Süden Argentiniens p. 61. — Cavia 
leucoblephara Burm. von Tucuman, nahe der Flussscheide zwischen Argentinien u. 
Chile p.61 u. 62. — Lagostomus trichodactylus Brookes von Tornquist im Süden 
Argentiniens p. 62. — Lepus brasiliensis L. von Jujuy in N. Argentinien p. 62. 
— Dasypus sexceinetus L. von San Lorenzo in N. Argentinien p. 62. — Eu- 
phractus minutus Desm. von Tucuman u. Jujuy in Argentinien p. 62. — Eu- 
phractus villosus Desm. von Tornquist im Süden Argentiniens p. 62. — Tatusia 
hybrida Desm. von Tornquist im Süden Argentiniens p. 62. — Tolypeutes 
conurus Is. Geoffr. in d. Cordilleren fehlt bei Tucuman p. 62. — Chlamydophorus 
truncatus Harl. in Buenos Aires in Argentinien p.62. — Myrmecophaga jubata L. 
von San Lorenzo p.62. — Tamandua tridactyla von Palos A pique, nur auf der 
rechten Seite des Rio Grande de Jujuy p. 63. — Dicotyles torquatus von Jujuy 
p.63. — Dicotyles labiatus Cuv. von Famailla und Jujuy p.63. — Tapirus 
americanus Schreb. von Famailla und Jujuy p.63. — Cervus campestris F. Cuv. 
von Tornquist, häufig bei Bahia Blanca im Süden Argentiniens p. 63. — Üervus 
antisiensis Gerv. von d. Puna bei Jujuy p.63. — Cervus rufus Ill, von Famailla 
u. Jujuy p. 63. — Cervus nemorivagus Goldf. von Famailla u. Jujuy u. Tucuman 
p. 64. — Didelphys azarae Temm. von Tucuman p. 64. — Didelphys noctivaga 
Tschudi im Gebirgswald bei Famailla p. 64. — Merriam (2). Ptyssophorus elegans 
Ameghino, fossil bei Buenos-Ayres p. 231. — Derselbe. Tetromys atavus 
Ameghino, fossil in Argentinien p. 232. — Carnot. Equwus von Argentinien p. 521. 


316 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Brasilien. Goeldi (1). Chiropteren, gen. Dysopes und Phyllostoma. 
Vampyre. — Üarnivoren von Brasilien (Jaguar von Südbrasilien), Coatis, 
Ratons u. Kinkajou. — Procyonidae. — Rodentien. — Octodontidae. — 
Echimydae. — Üercolabidaee — Cavüdae. — Ungulaten. Tapir. — Cervus. 
— Mastodonten zur Quaternärzeit. — Lama seltener. — Edentaten. — 
Bradypus. — Ameisenbär. — Gürtelthier. — Megatheren in früheren geo- 
logischen Epochen in Brasilien. — Glyptodonten in früheren geologischen 
Epochen in Brasilien. — Marsupialier von Brasilien. — Didelphyidae — Delphi- 
nus von Brasilien. — Derselbe (2). Didelphys aurita v. Serra dos Orgäos, 
Brasilien p. 457 -460. — Metachirus quica v. d. Serra dos Orgäos, Brasilien, 
p- 460—- 461. — Micoureus griseus v. Eastern and Central Brasilien p. 461—462. 
— Micoureus pusillus (Grymoeomys agilis) v. d. Serra dos Orgäos, Brasilien 
p-. 462—463. — Peramys tristriatus v. South Brasilien p. 464—465. — Chironectes 
palmatus v. d. Serra dos Orgäos, Brasilien p. 465 —466. — Rhoads (4). 
Tatusia (Mulet.) propalat sp. n. p. 111-114. 

Westküste: Carnot. Equus von Chile p. 524. Abbildung. — Flower. 
Tatusia pilosa von Central-Peru p. 655. — Philippi, R A. (1). Didelphys 
soricina von Chile p. 36. — Philippi, Fed. Didelphys australis von Valdivia, 
Llanquihue u. Araucania (2) p. 3—35. — Philippi (2). Vespertilio atacamens., 
Spec. chilens., «) Vesp. vetat., £) V. montan., y) V.chiloens., d) V. cap. — Spec. 
peruens., a) Y.ruber, b) V.hypothrix, c) V.isid., d) V. innoxius, e) V. furinal. 
— Lagidium Meyen, Lagid. lutese. — Ctenomys Blainv., Ctenom. robustus (Ct. 
boliviens., brasiliens., leucodon, fulvus), Ctenom. pallidus, Ct. pernix, Ct. chilensis. 
— Mus, Hesperomys. Hesperomys glirinus, H. lanatus, H. puerulus, H. doli- 


chonyx. — WVarietas H. dolichonye cinnamomea. — Philippi (3). Folgende 
fossile Säugethiere v. Ulloma, Bolivien werden besprochen: Hippidion nanum 
u. boliv. — Mastod. andium, platensis, rect., argentinws, Humboldti, superbus, 


chilensis. — Megatherium. — Scelidotherium Ow.?, Mylodon Ow.? p.87—96. — 
Matschie (3). Cariacus v. Sorata (Bolivia) p. 129—134. — Matschie (2). Felis 
pajeros u. F. colocolo in Chile, p.57—64. — Thomas (7). Dasypus Nationi spec. 
nov. von Orujo, Bolivia p. 70-72. 

Venezuela: Hartert. Lepus nigronuchalis sp. nov. p.40 (N. Küste von 
Venezuela). 

Ecuador: Branco (1). Von Edentaten fossil: Mylodon sp. nahe St. Lucia 
am Rio Daule bei Sta Rita. — Branco (1). Von Perissodactylen fossil: Equus 
Andium. — Von Artiodactylen fossil: Protauchenia Reissi spec. nov. — Artio- 
dactyla: Cervus sp. fossil. — Von Proboscid. fossil: Mastodon Andium Cuvier. 
— Von Carnivoren: Machairodus cf. neogaeus Lund sp. fossil. 

Uruguay: Aplin (1). Felis geoffroyi von Uruguay p 298. — Kelis 
passerum von Uruguay p.298. — Felis concolor (Puma) von Uruguay p. 298. — 
Canis azarae „Zorro“ von Uruguay p. 293—299. — Canis spec. ine. von Uru- 
guay p. 299. — Lutra platensis von Uruguay p. 300—301. — Lutra brasiliensis 
von Uruguay p.301. — Procyon cancrivorus von Uruguay p. 302. — Conepatus 
mapurito munzoni spec. nov. von Uruguay p. 302—806. — Gealictis vittata ven 
Uruguay p. 306—307. — Vesperugo montanus (Phil.) Dobson. von Uruguay p. 307. 
— Tatusia septemeincta von Montevideo p. 307. — Tatusia novemeincta v. Rio 
Negro, Uruguay p. 307. — Dasypus sexcinctus von Santa Elena (Soriano) Uruguay 
p- 308. — Scapteromys (Hesperomys) tumidus Waterh. von Uruguay p. 388. — 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 317 


Habrothrix olivaceus (Waterh.) von Uruguay p.308. — Mus musculus von Santa 
Elena, Uruguay p.308. — Ctenomys brasiliensis von Uruguay p. 308-309. — 
Ctenomys magellanicus von Uruguay p. 308-309. — Cavia aperea von Uruguay 
p. 309. —- Hydrochoerus capybara von Santa Elena, Uruguay p. 309—310. — 
Myopotanus coypu von Uruguay p. 313. — Cariacus campestris von Santa Elena 
p- 313—314. — Didelphys azarae von Uruguay p. 314—315. — Didelphys crassi- 
caudata von Uruguay p. 315. 


Dr Australien und Polynesien. 
Hohenberg (1). Cervus Acelimatisirung in Neu-Seeland. — Müller, €. 
Lepus euniculus im Westen von Neu-Süd-Wales, von der Südgrenze Vietorias 
bis zur Nordgrenze von Queensland (Vorkommen). — Noack (3). Miniopterus 


schreibersi v. Austral. p.53—81, 82. 


III. Uebersicht nach den Arten. 


Allgemeines. 


Mammalia. Cireulationsapparat. Retterer, p. 123—140. 
Mammalia. Vorkommen. Os priapi. BReeker (2) 1893/94. 


Primates. 


Primates. Whrisberg’scher Knorpel. &öppert, p. 114—125. 

Primates. Gliedmaassen, Gebiss, Genitalorgan. Vogt u. Yung p. 830. 

Primates Forbes. — Primates. Gehim. Mingazzini p. 363—364. — 
Primates. Untersuch. des Zahnschmelzes. Preiswerk p. 687—690. 

Primates. Muskulatur. Keith (2) p. 335— 339. 

Primates s. s. (Anthropoidea). Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Pithecanthropus erectus. Schädel, Gebiss, Femur ete. Dubois, Eug., Extr. 
Zool. Anz. 17. Jhrg. p. 557. 

Simiidae: Simia. Schädel. Zaaijer, p. 337. 

Anthropomorphen. Vorkommen, Krankheit, Hautgebilde. Milne-Edwards 
(1), p. 191—192. 

Anthropomorphken. Arteria radialis. Zuekerkandl, Extr. aus Zool. Anz. 
17. Jhg. p. 287. 

Simia,. Schädel. Delisle, p. 241—242. 

Simia Abeli. Vorkommen. Lesson bei Milne-Edwards (1) p. 193. 

Simia bicolor. Vorkommen. 6Geoffroy de Saint-Hilaire bei Milne- 
Edwards (1), p. 193. 

Simia. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Simia satyrus (Orang). Haare, Drüsen. Meijere, p. 408 - 409. 

Simia. Anomalien. Chudzinsky p. 788—791. 

Simia inuus. Unterkiefer (2). Schlüsse bezügl. der Temperatur d. Gegend 
v. Montsaume6s (Pyrenäen) während d. Quaternärzeit. Gaudry, Naturw. Rundsch. 
No. 24. 

Simia morio. Vorkommen, Mias Kassu genannt von den Bornesen. Owen 
bei Milne-Edwards p. 193. 


318 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Simia satyrus. Vorkommen, Färbung. Geoffroy de Saint-Hilaire bei 
Milne-Edwards (1) p. 19. 

Simia satyrus. Grösse. Starke Entwickl. d. Backenwülste u. Halswamme 
u. sehr abgenutztes Gebiss sprechen f. das Alter. Maul, Lippen, Kinnbart. 
Auge braun; Nase, nur durch Nasenlöcher markiert, kein Nasenrücken, Ohr klein. 
Nacken; Gliedmaassen stehen in auffallendem Missverhältniss zu einander. Haar. 
Farbe. Bolau p. 97—102. 

Simia satyrus. Hautgebilde, Muskeln, Larynx, Pulmo, Histolog. Deniker 
u. Boulart, p. 238. 

Simia Wallichii (2). Vorkommen. Blainville bei Milne-Edwards (1), p. 19. 

Simia Wurmbi. Vorkommen, Färbung. Geoffroy de Saint-Hilaire bei 
Milne-Edwards (1), p. 193. 

Anthropopithecus. Skelett. Bardeleben, p. 352. 

Anthropopithecus. Schädel. Waldeyer (2). Ausz. Monit. Zool. Ital. 5. Ann. 
No. 4 p. 73—74. 

Antropopithecus. Farbe, Haarkleid, Maasse. Auge. Auch auf d. Chim- 
panze-Artfrage wird eingegangen. Meyer (5). 

Antropopithecus. Ligamentum cal.-nav.-cub. interosseum. Tornier (1), p. 27. 

Anthropopithecus erectus E. Dubois. Beweis für die Zusammengehörigkeit 
der von Dub. erwähnten Fundstücke ist nicht gegeben. Matschie (12) p. 122 
—123. 

Antropopithecus (Troglodyl.). Beschreib. des Gehirns. Benham p. 47—48. 
Mehrer. Abb. 

Antropopithecus troglodytes (Chimpanse). Haare. Meijere, p. 409. 

Gorilla Savagei. Haare. Meijere, p. 409. 

Gorilla. Schädel. Waldeyer (2), Ausz. Monit, Zool. Ital, 6. Ann. No. 4, 
p. 73—74. 

Gorilla. Skelett. Bardeleben. p. 359. 

Simiidae. Hylobates lar. Skelett. Bardeleben, p. 359. 


Hylobatidae. Hylobates. Ein dem Musculus tibialis anterior und Mus- 
culus abductor hallueis gemeinsamer Sehnentheil. Tornier (1), p. 28. 

Hylobates syndactylus. Haare. Meijere, p. 408. 

Hylobates. Schädel. Waldeyer (2), Ausz. Monit. Zool. Ital. 5. Ann. No. 4 
p. 73—74. 

Semnopitheeidae. Semnopithecus melalophus Raffl. Haare. Meijere p. 408. 

Semnopithecus mitratus. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Semnopithecus schistaceus Hodgs. Maasse. Iris braun. Vorkommen. True 
(3) p. 1—16. 

Colobus bicolor. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Colobus occidentalis bei Kwa Kitoto v. Neum. gefund. Kurze Beschreib. 
Matschie (11) p. 417—418. 

Colobus ursinus. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Cereopitheeidae. Cercopithecidae. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Cercopithecus. Fig.5 u.33. Krallen. Boas, p. 304—305. 

Cercopithecus. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Cercopithecus sp. Schädel, Schädelmaasse, Backzähne. Matschie (3) p.129 
— 134. 

Cercopithecus albigularis von East: and West-Africa. Selater (7), p. 691. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 319 


Cercopithecus albigularıs. Vorkommen. Thomas (6), p. 137. 

Oercopithecus cephus. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Cercopithecus. Fig.5 p. 320. Haare, Drüsen. Meijere, p. 408. 

Oereopithecus cynosurus. Skelett. Bardeleben, p. 389. 

Cercopithecus diana ignitus. Kurze Beschreibung. Selater (2), p. 484. 

Cercopithecus erythrarchus (2) vom Victoria Nyansa. Lebensweise, Haut. 
Farbe. Vulgär-Name. Emin bei Noack (1) p. 528. 

Cercopithecus erythrarchus am Ngerengere- uod Kidete-Bach. Lebensweise, 
Emin bei Noack (1) p. 525. 

Cercopithecus erythrogaster. Beschreibung. Selater (1), p. 1. 

Cercopithecus grayi. Beschreibung. Selater (3), p. 484—485. 

Cercopithecus mona. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Cercopithecus neglectus bei Kwa Kitoto gefunden. Kurze Beschreib. Mat- 
schie (11) p. 417-418. 

Cercopithecus ruber. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Cercopithecus sabaeus. Drüsen. Meijere, p. 408. 

Cercopithecus sabaeus. Keith (1) p. 149—168. 

Cercopithecus stuhlmanni. Kurze Beschreibung. Bei Kwa Kitoto von 
Neumann gefunden. Ueberhaupt eine typ. westl. Fauna daselbst vorhanden. — 
Matschie (11) p. 417—418. 

Cercopithecus Wolfi. Färbung, Schädel. Farbige Abbild. Passt in keine 
d. untersch. Gruppen. Meyer (1), p. 83—84. 

Maeaeidae. Cercocebus cynomolgus. Haare. Meijere, p. 408. 

Cynomorphae (Hundaffen). Fig.5 u. 33. Primatenkralle theilweise ähnlich 
der Kralle v. Phoca. Boas, p. 304—309. — Musculus peronaeus longus-End- 
sehne. Tornier (1), p. 28. 

Cynocephalus anubis. Skelett. Bardeleben, p. 351. 

Cynocephalus babuwin von Deutsch-Ostafrika. Schaden. Emin bei Noack 
(1) p. 525. 

Oynocephalus hamadryas. Genitalorgane. Waldeyer, p. 246, Ausz. Zool. 
Anz. 17. Jhg. p. 75. 

Oynocephalus hamadıyas. Haare, Drüsen. Meijere, p. 407. 

Cynocephalus (Hamadryas) aegyptiacus. Skelett. Bardeleben, p. 259. 

Oynocephalus porcarius. Haare. Meijere, p. 407. 

Oynocephalus ursinus. Schädel, Gebiss, Schädelmaasse. Noack (3) p. 53 
—81, 82. 

Inuus radiatus. Darmzotten. Rawitz, p. 214—217. 

Macacus cynomolgus. Darmzotten. Rawitz, p. 214—217. 

Macacus inornatus. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Macacus laniger. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Macacus leoninus. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Macacus nemestrinus Linn. Haare. Meijere, p. 403—4. 

Macacus niger. Keith (1) p. 149—168,. 

Papio cynocephalus. Maasse. V. Zambesi. Lorenz p. 59—67. 

Macacus sp.? (young spec.). Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Macacus rhesus villosus sp. n. Färbung, Schädel-Masse. True (3) p. 1—16. 

Cebidae. Ateles paniscus. Schwanz-Rückenhaare. Meijere, p. 407, 

Cebus apella. Haare, Drüsen. Meijere, p. 407. 


320 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Cebus azarae. Felle, Schädel, Lebensweise, Haut- und Haarkleid, Färbung, 
Gebiss, Schädelmasse, Vorkommen. Matschie (2), p. 57 u. 58. 

Chrysothrixc sciurea. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Pithecia nocturna. Rücken-, Brust-, Schwanzhaare. Meijere. p. 407. 

Homuneculus fossil (Eocän) v. Patagonien. Ameghino (2) p. 437—469. 

Homocentrus Amegh. fossil. Ameghino (2) p. 437—469. 

Homocentrus argentinus fossil (Eocän). Ameghino (2) p. 437—469. 

Eudiastatus Amegh. fossil (Eocän). Ameghino (2) p. 437—469. 

Eudiastatus lingulatus fossil. Ameghino (2) p. 437—469. 

Hapalidae. Hapale jacchus. Haare, Drüsen. Meijere, p. 406. 

Midas rosalia. Fig.4, p.320. Schwanz-Rückenhaare, Drüsen. Meijere, 
p. 407. 


Prosimiae. 


Prosimiae A. ulnaris. Zuckerkandl, Extr. aus Zool. Anzeig. 17. Jhg. p. 287. 

Halbaffen. Schädel. Zaaijer, p. 317—342. 

Halbaffen. Musculus-peronaeus longus-Endsehne. Tornier (1) p. 28. 

Prosimiae. Gebiss, Genitalorgane. Vogt u. Yung, p. 830. 

Halbaffen. Skelett. Tornier (2), p. 70. 

Lemuridae. Lemuroidea. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lemur. Untersuchung des Zahnschmelz. Preiswerk p. 637—690. 

Lemur catta. Haare, Drüsen. Meijere, p. 403—404. 

Lemur catta. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lemur macaco. Neugeborenes Exemplar. Haare. Meijere, p. 403. 

Lemur macaco. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lemur varius. Rücken-Schwanzhaare. Meijere, p. 403. 

Lepidolemur mustelinus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lepidolemur microdon. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lepidolomur leucopus sp. n. Thomas (18) p. 211. 

Lepidolemur leucopus spec. nov. Färbung, Gebiss, Vorkommen. Major, 
C. J. Forsyth (3). Ann. and Magaz. of Nat. Hist. (6) Vol.13 p. 211. 

Lemur obensis. Fossil, Fundort. Tschersky, p. 44—48. 

Mierocebus minor. Schädelmaasse, Farbe, Haarkleid, Schädel, Gebiss; Form- 
verschiedenheiten d. Schädels bei verschieden. Individ. derselb. Spec. Major (4) 
p. 2—39. 

Microcebus myoxinus S.W. Küste v. Madagaskar. Schädel weicht v. Microc. 
minor ab. Farbe, Schädelmaasse. Major (4) p. 2—-39. 

Microcebus smithi. Schädelmaasse. Während zwischen Microceb. minor 
u. myox. die Unterschied. geringfüg. sind, nimmt diese Sp. eine gesonderte 
Stellung ein. D. Schnauzentheil d. Schädels ist schmaler, sodass d. Spitz. d. 
Eckzähne an einem sonst grösseren Schädel mehr genähert stehen als b. M. myox. 
Major (4) p. 2—39. 

Microcebus coquereli. Gehirnschädel hoch und stark gewölbt, beinahe kugelig. 
D. Form d. Molaren ist die d. Microceb. im allgemein. Schädelmaasse. Major 
(4) p. 2—39. 

Microcebus furcifer entfernt sich etwas im Bau des Schädels und Gebisses 
v. d. übrig. Microceb., stimmt aber deswegen nicht mit Chirog. überein. Major 
(4) p.2—39. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894, 39 


Opolemur samati. Schädel ist mit d. v. Chirogale a. Microceb. verglich., 
niedrig u. flach, erscheint breitgedrückt. Den Charakter d. Molaren anbetreffend, 
steht d. Genus Opolemur in d. Mitte zwischen Microceb. u. Chiroyale. Schädel- 
maasse. Major (4) p. 2-39. 

Opolemur thomasi sp. n. (Taf. I fig.1. — Taf. fig.2, 11) steht d. 
Opolem. samati v. d. Westküste nahe. Kopf breit, abgeplatt., Schnauze kurz. 
Färbung. Wülste an d. Fusssohlen. Schädel: Niedriger, abgeplatteter Cerebral- 
theil, kurze, zieml. stumpfe Gesichtspartie. Gebiss. Schädelmaasse. Major (4) 
p. 2— 39. 

Chirogale milii (Taf. II fig. 1, 8, 9). Schädel bisher nur durch eine von 
Blainville in Seitenansicht gegeb. Abb. bekannt. Gebiss (Zahnwechsel). Schädel- 
maasse, Major (4) p. 2-39. 

Chirogale melanotis sp. n. (Taf. II fig. 10). Färbung ähnl. Chir. mil. 
Haare. Schädel im Vergl. zu Ch. typicus kleiner, schlanker, weniger breit, 
zierlicher; Gebiss: p, sup. erstreckt sich weniger weit ‚nach innen als bei Chir. 
mil., der hintere Basalhöcker d. oberen u. unteren Canini ist bei Chir. mel. 
stärker ausgebild., der 3. untere Molar zeigt einen deutl. ausgebildeten Schluss- 
höcker. Schädelmaasse. Major (4) p.2—39. 

Cheirogaleus trichotis. Schädel, Gebiss, Schädelmaasse. Major (4) p. 2—39. 

Necrolemur Zitteliüi (?) (Sciuroides Fraasi),. Bemerk. zu Rütimeyer's 
eocäne Säugethiere, Taf. VI fig. 23. Schlosser (1) p. 157—162. 

Lepilemur mustelinus. Haare, Drüsen. Meijere, p. 404. 

Avahis (Microrhynchus) laniger. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Avahis laniger. Neugeborenes Exemplar, Haare. Meijere, p. 403, 

Cheirogaleus samati Haare. Meijere, p. 404. 

Indris brevicaudata. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Mirza coquerelüi. Haare, Drüsen. Meijere, p. 404. 

Propithecus diadema. Haare. Meijere, p. 402. 

Megaladapis. Genaue Beschreib. Abbild. des Schädels. Trouessart p. 198 
— 202. 

Megaladapis madagascariensis. Schädel, Gebiss, Schädel-Maasse, Ver- 
breitung. Major, €. J. Forsyth, (1). Philos. Tiansact. of the Royal Soc. of 
London, Vol. 185 p. 15—38. 


Nyeticebidae. Nycticebus. Placentaruntersuchungen. Hubrecht (2), 
p- 77—118. — Zool. Anzeig. 17. Jhrg. p. 236. 

Nyeticebus (Stenops) tardigradus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Nycticebus tardigradus. Haare. Meijere, p. 404—405. 

Galago moholi. Vorkommen. Thomas (6), p. 137. 

Arctocebus calabarensis. Abb. Matschie (3) p. 129—134. 

Galago alleni. Untersch. v. @. demidoffi u. apical. Farbe. Matschie (3) 
p. 129—134. 

Galago moholi-teng Färbung, Haar, Nase leicht gespalten, Zunge dünn, 
lanzettförmig, Ohr, Gliedmaassen; Scrotum klein, Maasse, Schädel, Schädel- 
maasse, Gebiss; lebt familienweise, frisst Früchte ete. Stimme ähnlich der d. 
Geckonen. Noack (3) p.53—81, 82. 

Galago senegalensis. Haare. Meijere, p. 404. 

Loris gracilis. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Otolicnus galago (Galago sp.). Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. IT. H.1. 21 


3223 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Otolienus galago v. Limpopo-Moricothal. Lorenz p. 59—67. 

Perodicticus potto. Haare, Drüsen. Meijere, p. 405. 

Perodicticus calabariensis. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Otogale kirki. Verbreitung. Thomas (6), p. 137. 

Tarsiidae. Tarsius. Placentaruntersuchungen. Hubrecht (2), p. 77—118. 
— Ext. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 236. 

Tarsius fuscomanus. Schuppen, Haare. Meijere, p. 405. 

Tarsius philippensis von Samar. Farbe, Haarkleid. Meyer (2). 

Tarsius spectrum. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Tarsius spectrum, Fig.19, p. 336. Haare. Meijere, p. 405. 

Pelycodus helveticus aus dem Eocän. Amerikanischer Typus. Gebiss. 
Rütimeyer bei Schlosser, M., Zool. Anzeig. 17. Jhg. No. 446 p. 158. 

Hyopsodus jurensis aus dem Eocän. Europa, Zahn. Rütimeyer bei Schlosser, 
M., Zool. Anzeig. 17. Jbg. No. 446 p. 158. 

Plesiadapidae: Creoadapis Douwvillei spec. n. (Avbild.). Mandibula- 
fragment mit 4 Zähnen. Lemoine p. 353 —368. 

Chiromyidae. Chiromys madagascariensis. Skelett. Bardeleben, p. 359. 

Chiromys madagascariensis. Haare. Meijere, p. 406. 


Chiroptera. 

Chiroptera davon Fig. (Phyllorrkina caffra, Megaderma frons, Taphozous 
mauritianus) von Deutsch-Ostafrika. Emin bei Noack, p. 525. 

Chiroptera. Genitalorgane. Crety, p. 221—235, 237—239. 

Chiroptera. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Chiroptera zur Quaternärzeit. Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Chiroptera. Schädel. Zaaijer, T., p. 337—342. 

Chiroptera. Bezahnung. Leche, Extr. Zool. Anzeig. 17. Jhg. p. 505. 

Chiroptera aus Spanien. Cazurro y Ruiz, Manuel, p. 343. 

Chiroptera, Lebensweise, Vorkommen. @oeldi (1) p. 724-725. 

Chiroptera aus Deutschland. Hautgebilde, Secretion. Gliedmassen, Gebiss, 
Farbe, Ohr, Tastwarzen, Muskeln, Lebensweise, Kosmopoliten, Nutzen, gezähmte 
Thiere. Müller, Adf. 

Chiroptera A. mediana. Zuckerkandl, p. 287. 

Chiroptera. Gliedmassen, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 829. 

Chiroptera. Os priapi. Reeker (2). 

Chiroptera. Knochen. Gregorio, 16 pp. 


Megachiroptera. 

Cynonyeteris collaris. Haare, Drüsen. Meijere, p. 401. 

Oynonycteris grandidieri von Afrika. Gebiss, Matschie (8), p. 201. 

Cynopterus. Matschie (8), p. 201. 

Cynopterus marginatus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Eonycteris. Matschie (8), p. 201. e 

Eonycteris von Afrika ohne Indexkralle, Gebiss. Matschie (8), p. 201. 

Epomophorus erypturus. Verbreitung. Thomas (6), p. 137—138. 

Epomophorus comptus. Untersch. d. in Kamerun vorkommenden Arten. 
Färbung. Blattförm. Falte d. Lippe unter d. Nasenloch. Unterarm. Matschie 
(3) p. 129—134. 


in der Naturgeschichte der Echinodermen während des Jahres 1894. 323 


Leiponyx von Afrika ohne Index-Kralle, Gebiss. Matschie (8). p. 201. 

Megaloglossus von Afıika. Flughaut. Matschie (8), p. 201. 

Pteropus. Fruchtfressende Fledermäuse. Matschie (8), p. 201. 

Pteropus admiralitatum spec. nov. Färbung, Unterschied von P. 
hypomelanus, Schädel, Körper-Maasse. Thomas (8) p. 293. 

Pteropus Edwarsi. Ohrtrompete. Peter, p. 327—37) 

Pteropus medius. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Pteropus medius. Bulla, membrane du tympan, cavit& tympanique, osselets 
de l’ouie, muscles des osselets, nerf facial, corde du tympan. Beauregard, 
p. 372—376. 

Pteropus med. Ohr. Beauregard (4) p. 1351—1352. 

Scotonyeteris gen. nov. Pteropodidarum. Scotonycteris zenkeri spec. 
nov. Fruchtessende Fledermaus. Ohr, Gliedmassen, Skelet, Haut, Bezahnung. 
Haarkleid, Färbung, Krallen, Muskeln, Schädel, Schädelmaasse, Vorkommen, 
Matschie (8), p. 200-—203. 

XÄantharpyia amplexicaudata. Vorkommen, Thomas (3), p. 449. 

Xantharpyia von Afrika. Matschie (8) p. 201. 


Microchiroptera. 


Rhinolophidae: Phyllorhina rubra sp. n. vom Lugerrunjere-Fluss. 
E. Schädel Taf. 18, Fig. 14 und 15. Färbung, Ohr, Flughaut, Schwanz. Beweist 
früherer Zusammenhang Afrikas mit Süd-Asien und Australien. Auge, Haar- 
kleid, kein Schwanzwirbel. Extremitäten. Körpermasse. Gebiss. Noack p. 586 
—588. 

Rhinolophus capensis. Schädel, Taf. 18, Fig. 16 und 17. Fundort 
Lugerrunjere-Fluss. Ohr. Nahestehend PR. ferrum equinum u. Rh. aethiops resp. 
hildebrandti. Nach Dobson soll RA. hildebr. nur Varietät von Rh. aethiops sein. 
Schwanz, Flughaut. Haarkleid. Maasse. Gebiss. Ahnen nicht näher bekannt. 
(Ameghino). Noack, p. 588—590. 

Rhinolophus clivosus. Haare. Meijere, p. 402. 

Rhinolophus ferrum-equwinum. Ovarium. Henneguy, p. 10—13. 

Rhinolophus ferrum equinsm aus Deutschland Haut, Ohr, Gliedmassen, 
Haarkleid, Farbe, Lebensweise, geographische Verbreitung. Müller, Adf. 

Rhinolophus Hildebrandti. Maasse, Vorkommen. Thomas (6), p. 138. 

Rhinolophus hipposideros aus Deutschland. Hautgebilde vgl. RAinol. ferrum 
equinum, Verbreitungsgebiet. Müller, Adf. 

Rhinolophus Landeri Mart. (2). Vorkommen. Thomas (6), p. 138. 

Rhinolophus capensis. Thomas (6) p. 138. 

Hipposiderus caffer. Vorkommen. Thomas (6), p. 138. 

Phyllotis griseoflavus Waterh.? nicht genügend bestimmt. Matschie (2) 
p.57—64. 

Vespertilionidae: Adelonycteris fuscus. Vorkommen. Rhoads (5) p. 396. 

Adelonycteris fuscus. Vorkommen. Chapman (l), Fr., p. 342. 

Adelonycteris fuscus H. Allen. Vorkommen. Rhoads (1), p. 157. 

Atalapha borealis Vorkommen. -Chapman (1), Fr., p. 342. 

Atalapha borealis. Vorkommen. Rhoads (5), p. 391. 

Atalapha cinerea. Vorkommen. Chapman (1), Fr., p. 343. 

21* 


324 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


? Atalapha borcalis pfeifferi. Färbung. Vorkommen. Rhoads (1), p. 156 
—157. - 
Atalapha noveboracensis Red. Bat. Färbung, Vorkommen. Allen (2), p. 185. 

Corynorhinus macrotis. Big-Eared Bat. Vorkommen. Chapman (1), Fr., 
p. 342, 

Dasypterus intermedius. Fulvous-Bat. Vorkommen. Chapman (1), Fr. p.342. 

Nycticejus humeralis. Twilight. Vorkommen. Chapman (1), Fr, p. 342. 

Nycticejus humeralis. Vorkommen. Rhoads (1), p. 157. 

Plecotus auritus aus Deutschland. Ohren, Tastsinn, Hautgebilde, Glied- 
massen, Färbung, Schädel, geographische Verbreitung, Lebensweise, gezähmtes 
Thier, Nutzen, Krankheiten d. Fledermaus. Müller, Adf. 

Plecotus auritus zur Diluvialzeit bis in d. neuest. Zeit in Böhmen. 
Kafka. 

Plecotus barbastellus aus Deutschland. Ohr, Haut, Farbe, geographische 
Verbreitung, Lebensweise, zähmbares Thier, Krankheiten der Fledermaus. 
Müller, Adf. 

Synotus barbastell. fossil u. recent. Kafka. 

Miniopterus schreibersi. Nact. Nasenkuppe etw. verlängert, zwischen d. Löchern 
eine Furche, Ohr breit zugespitzt, Spitze abgerundet, Flughaut, Extrem., Nägel; 
Penis lang, schmal: Farbe, Haare, Maasse, Schädel, Schädelmasse, Gebiss, Ver- 
breitung. Noack (3) p.53—81, 82. 

Vespertilio von Uganda. Emin bei Noack (1), p. 529. 

Vespertilio in d. „Grotte Rey“ zur Quatermärzeit. Riviere, p. 359. 

Vespertilio. Untersuchungen des Zahnschmelzes. Preiswerk p. 687—690. 

Vespertilio von Bukoba. Noack (1), p. 529. 

Vespertilio atacamensis. Färbung, Gebiss, Maasse. Philippi (2). 

Vespertilio austus. Ohrtrompete. Peter, p. 327—376. 

Vespertilio Bechsteinii aus Deutschland. Ohr, Haarkleid, Farbe, Haut, 
geographische Verbreitung, Lebensweise, Schmarotzer. Müller, Adf. 

Vespertilio capucinus aus Chili. Philippi (2). 

Vespertilio chiloensis Waterh. Haut, Ohr, Haar, Vorkommen. Matschie 
(2), p. 58. 

Vespertilio chiloensis Waterh. Philippi (2), 

Vespertilio ciliatus aus Deuischland. Farbe, Grösse u. Gestalt sehr ähnlich 
der V. Nattereri. Hautgebilde, Ohr, geographische Verbreitung. Müller, Adf. 

Vespertilio dasycneme aus Deutschland. Lebensweise, Haut, Haarkleid, 
Färbung, Ohr, Gliedmassen, geographische Verbreitung. Müller, Adf. 

Vespertilio dasycneme in Böhmen. Kafka. 

Vespertilio daubentonii aus Deutschland. Ohr, Gliedmassen, Hautgebilde, 
Haar, Färbuug, Lebensweise, geographische Verbreitung. Müller, Adf. 

Vespertilio daubentonii. Haare, Drüsen. Meijere, p. 402. 

Vespertilio daubentonii in Glen Dochart, Perthshire. Grieve p. 193—19. 

Vespertilio daubentonüt, fossil (Diluvium). Kafka. 

Vespertilio atacamensis spec. peruensis (furinalis) aus Peru. Philippi (2), 
p. 182, 

Vespertilio gryphus. Brown Bat. Vorkommen. Allen (1), p. 100. 

Vespertilio gryphus. Vorkommen. Rhoads (1), p. 157. 

Vespertilio gryphus. Vorkommen. Rhoads (5), p- 396. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 395 


Vespertilio gryphus. Little Brown Bat. Vorkommen. Chapman (1), 
p- 342. 

Vespertilio hypothrie aus Peru. Philippi (2). 

Vespertilio innoxius aus Peru. Philippi, R. A. (2). 

Vespertilio Isidori aus Peru. Philippi, R. A. (2). 

Vespertilio montanus aus Chili. Ph. u. Lobk. Philippi, R. A. (2). 

Vespertilio murinus aus Deutschland. Ohr, Hautgebilde, Extremität, Ge- 
biss, Haarkleid, Färbung. geographische Verbreitung, Lebensweise, Nutzen, ge- 
fangenes Thier. Müller, Adf. 

Vespertilio murinus. Ohrtrompete. Peter, p. 327 —376, 

Vespertilio murinus. Muskeln der Ohrmuschel. Ledouble, p. 42. 

Vespertilio murinus. Cercle tympanique et bulbe, Stylhyal. Membrane de 
tympan, cavit@ tympanique, canal de Fallope, muscles des osselets. Beauregard 
(1) p. 366—372., 

Vespertilio murinus. Cortische Membran. Coyne et Cannieu, p. 176-178. 

Vespertilio murinus im Diluvium u. recent. Kafka. 

Vespertilio murinus. True (3) p. 1—16. 

Vespertilio murinus Moore p. 144. 

Vespertilio mystacinus aus Deutschland. Ohr, Haut, Haarkleid, Farbe, 
Gliedmassen, geographische Verbreitung, Lebensweise. Müller, Adf. 

Vespertilio Nattereri aus Deutschland. Haarkleid, Färbung, Gliedmassen, 
Ohr, geographische Verbreitung, Lebensweise. Müller, Adf. 

Vespertilio ruber aus Peru. Philippi, R. A. (2). 

Vespertilio velatus aus Chile. Philippi, R. A. (2). 

Vesperugo. Skelet. Bardeleben, p. 358. 

Vesperugo carolinensis. Vorkommen. Rhoads (1), p. 157. 

Vesperugo carolinensis. Vorkommen. Chapman, Fr., p. 342. 

Vesperugo discolor aus Deutschland. Schädel, Ohr, Gliedmassen, Haarkleid, 
Färbung, Lebensweise, geographische Verbreitung, Müller, Adf. 

Vesperugo Leisleri aus Deutschland. Ohr, Haut, Färbung, Haarkleid, 
Gliedmassen, Lebensweise, geographische Verbreitung, Stimme. Müller, Adf. 

Vesperugo montanus. Dobson, Färbung, Vorkommen. Aplin, 0. (1) p. 307. 

Vesperugo nanus. Vorkommen. Thomas (6), p. 138. 

Vesperugo nanus. Vergleiche mit V. temmincki, V.tylop. Vorkommen. 
Oustalet (2) p. 73--78. 

Vesperugo Nathusü aus Deutschland. Färbung, Hautgebilde, Haarkleid, 
Lebensweise. Müller, Adf. 

Vesperugo Nilsonii aus Deutschland. Ohr, Haut, Haarkleid, Farbe, Lebens- 
weise, geographische Verbreitung. Müller, Adf. 

Vesperugo Nilsonii im Diluvium. Kafka, 13. 

Vesperugo noctula aus Deutschland. Schädel, Ohr, Hautgebilde, Färbung, 
Haarkeid, Gliedmassen, Lebensweise, geographische Verbreitung, Nutzen. 
Müller, Adf. 

Vesperugo pipistrellus aus Deutschland. Schädel, Ohr, Gliedmassen, Haut, 
Haarkleid, Farbe, geographische Verbreitung, Lebensweise, Nutzen, Stimme, 
gefangene Thiere. Müller, Adf, 


336 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Vesperugo pipistrellus. True (3) p. 1—16. 

Vesperugo (Adelonyct.) serotinus aus Kashmir. True (3) p. 1—16. 

Vesperugo (Vesperus) borealis. Senna p. 159—160. 

Vesperugo serotinus aus Deutschland. Schädel, Ohr, Hautgebilde, Haar, 
Färbung, Lebensweise, geographische Verbreitung, Nutzen. Müller, Adf. 

Vesperus megalurus. Verbreitung. Thomas (6) p. 138. 

Vesperus capensis. Nase breit, stumpf, Schwanz in d. Flughaut, Färbung, 
Masse, Schädel, Schädelmasse, Gebiss. Noack (3) p. 53—81, 82. 

Nyeteridae: Nycteris thebaica. Haare. Meijere, p. 402. 

Nycteris hispida im trop. Afrika. Matschie (3) p. 129—134. 

Nycteris capensis. Beschreibung. Noack (3) p.53—81, 82, 

Emballonuridae: Dysopes. Lebensweise, Vorkommen. @oeldi (1), p. 725. 

Molossus perotis. Haare. Meijere, p. 402. 

Nyctinomus brasiliensis. Vorkommen. Rhoads (1), p. 157. 

Nyetinomus mohavensis. Stowell p. 362—364. 

Nyctinomus brasiliensis. Beissen. Vorkommen. Matschie (2), p.58. 

Nyctinomus brasiliensis. Vorkommen. Chapman, Fr. p. 343. 

Nyctinomus nevadensis. Hautgebilde, Maasse, Schädel, Vorkommen. Allen, 
(6), p. 327 — 328. 

Rhinopoma microphyllium. Vorkommen. Thomas (3) p. 449. 

Taphozous mauritianus von Tabora. Maasse, Ohr, Auge, Lebensweise, 
Extremitäten, Färbung, Haarkleid, Schädel, Gebiss. Noack, p. 585—586. 

Taphozous nudiventris. Vorkommen. Thomas (3), p. 449. 

Phyllostomatidae: Artibeus carpolegus. Leaf-Nosed Fruit Bat. Vor- 
kommen. Chapman, p. 341—342. 

Phyllostoma. Lebensweise, Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 

Phyllostoma hastatum. Skelet. Bardeleben, p. 358. 

Phyllostoma hastatum. Haare. Meijere, p. 402. 

Stenoderma montserratense spec. nov. Schädel, Schädelmaasse, 
Gebiss, Haut, Färbung, Vorkommen. Thomas (4), p. 132--133. 

Stenoderma achradophilum. Gebiss. Thomas (4) p. 133. 

Stenoderma nichollsi Gebiss. Thomas (4), p. 133. 

Vampyrus spectrum. Haare. Meijere, p. 402. 


Insectivora. 


Insectivora. Hautgebilde, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 829. 

Insectivora. Respirationsorgan. Göppert (1), p. 141. 

Insectivora. A. mediana. Zuckerkandl, p. 287. 

Insectivora. Skelett, Muskeln. Bardeleben, p. 356 —362. 

Insectivora. Synchondrosis condylo-sguamosa. Zaaijer, p. 337—340. 

Insectivora. Knochen. Gregorieo, 16 p. 

Sorieidae: Soricidae. Milchdentition fehlt, es findet nur eine einmalige 
Zabnentwickel. statt. Leche p. 363, 505. 

Blarina brevicauda carolinensis Bach. Southern Mole Shrew. Vorkommen. 
Chapman (1), p. 343. 

Blarina cinerea. Vorkommen. Chapman (1), p. 343. 

Rlarina exilipes. Vorkonmen. Chapman (1). p. 343. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 397 


Blarina brevicanda. Wenige Bemerkungen. Allen (9) p. 269-276. 

Blarina talpoide. Vorkommen. Rloads (5). p. 396. 

Blarina talpoides. Short-Tailed-Shrew. Allen (1), p. 100. 

Chimarrogale himalaica. Haare. Meijere p. 400. 

Crocidura (Feldspitzmaus) aus Deutschland. Gebiss. Müller, Adf. 

Crocidura murina Verbreitung. Thomas (3), p. 449. 

Crocidura leucodon aus Deutschland. Haar, Hautfarbe, Lebensweise. 
Müller, Adf. 

Crossopus foediens (Wasserspitzmaus) aus Deutschland. Gebiss, Haut, Haar- 
kleid, Lebensweise, Schaden. Müller, Adf. 

Pachyura indica. Haare, Schuppen, Drüsen. Meijere, p.399—400. 

Protosorex crassus spec. nov. fossil. Schädel, Gebiss, Maasse, Vor- 
kommen. Scott (1), p. 446—448. 

Sorieidae: Bezahnung. Leche, p. 363. 

Sorex. Entwickelung. Lataste (2), p. 112—115. 

Sorec. Mehrere Spec. in Böhmen. Kafka. 

Sorex. Entwiekelung des Müller’schen Ganges. Kip, p. 332—23. — Extr. 
Zool. Anz. 17. Jhg. p. 235. 

Sorex. Färbung, Vorkommen. Rhoads (5), p. 395. 

Sorex (Neosorex) albibarbis. Vorkommen. Rhoads (5), p. 39. 

Sorex alpinus in Mittelschlesien. Knauthe, p. 252. 

Sorex s. Crocidura araneus (Hauspitzmaus) aus Deutschland. Farbe, Haar, 
Gebiss, geographische Verbreitung, Lebensweise, Schaden bez. Nutzen. Müller, Adf. 

Sorex forsteri. Forster's Shrew, Maasse, Vorkommen. Allen (1) p. 100-101. 


Sorex forsteri. Vorkommen. Rhoads (5), p. 394— 395. 

Pachyura leucura spec. nov. s. Orocidura albicauda Noack. Färbung, 
Gebiss, Haarkleid, Vorkommen. Matschie (8), p. 205—206. 

Sorex S. Orocidura pygmaeus s. minutus aus Deutschland. Haarkleid, Farbe, 
Lebensweise. Müller, Adf. 

Crocidura murina, Masse. Kaschmir. True (3) p. 1—16. 

Crocidura aranea. Mountains of Central-Kaschm. True (3) p. 1—16. 

Sorex vulgaris. Placentaruntersuch. Hubrecht (1), p. 431—523, expl. of 
pls. p. 524—537. — Aus Zool. Anzeig. 17. Jhg. p.120. 

Sorex vulgaris. Ovarium. Henneguy, p. 13—14. 

Sorex vulgaris. Schuppen, Haare. Meijere, p. 399. 

Sorex vulgaris (Waldspitzmaus) aus Deutschland. Haarkleid, Farbe, Schaden, 
Müller, Adf. 

Myogalidae: Myogale moschata. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Myogale moschata. Schuppen, Haare. Meijere. p. 400. 

Myogale pyrenaica. Schuppen, Haare. Meijere, p. 400. 

Talpidae: Condylura cristata. Star-Nosed-Mole. Vorkommen. Rhoads, 
(5), p- 396. 

Scalops aquaticus australis. Vorkommen. Chapman (1), p. 343 — 344. 

Scalops aquaticus. Vorkommen. Rhoads (5), p- 396. 

Scalops aquaticus. Common Mole. Allen (1), p. 101. 

Scalops argentatus. Skelett. Bardeleben. p. 356. 

Scalops parvus spec, nov. Schädel, Gebiss, Schädel - Maasse, Vor- 
kommen. Rhoads (1), p. 157—158. 


328 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Scapanus dilatus sp. n. Zahnformen, Schädelmaasse, Vorkommen. 
True (6). 

FParascalops gen. nov. Gebiss, Skelett, Farbe. True (6). 

Scalops texanus. Texas Mole. Vorkommen, Färbung, Maasse. Allen 
(2), p. 185—187. 

Talpa. Gebiss. Leche, p. 31. 

Talpa. An d. Molaren sind keine Faserstreifen zu finden. Preiswerk 
p. 687— 690. 

Talpa. Trockene Hitze für dieselben tötlich. Treichel p. 260. 

Talpa. Entwickelung des Müller'schen Ganges. Kip, p. 322—323. — Extr. 
Zool. Anzeig. 17. Jhg. p. 235. 

Talpa europaea aus Deutschland. Nutzen, Haarkleid, Farbe, Gliedmassen, 
Auge, Ohr, Lebensweise. Müller, Adf. 

Ta’pa europaea. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Talpa europaea. Böhmen. Kafka. 

Talpa europaea. Farbenvarietät. v. Kempen p. 76-85. 

Talpa europaea. Schuppen, Haare, Drüsen. Meijere, p. 400. 

Talpa europaea. Placenta. Vernhout, p. 41—49. 

Talpa wogura. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Urotrichus talpoides. Haare, Schuppen. Meijere, p. 400. 

Urotrichus talpoides. Ske'ett. Bardeleben, p. 356. 

Adapisorieidae: » Adapisorex. Astragalus, Calcaneus. Beschreibung 
Lemoine p. 353—368. 

Centetidae: Centetes ecaudatus. Haut. Meijere, p. 401. 

Centetes ecaudatus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Ericulus nigresceens Haare. Meijere, p. 401. 

Ericulus setosus. Skelett. Bardeieben, p. 356. 

Hemicentetes nigriceps. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Hemicentetes variegatus. Haare. Meijere, p. 401. 

Hemicentetes variegatus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Erinaceidae: Erinaceus. Bezahnung. Leche, p. 363. 

Erinaceus. Entwickelung des Müller'schen Ganges. Kip, p. 322—323. — 
Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 235. 

Erinaceus. Untersuch. des Zahnschmelzes. Preiswerk p. 687—690. 

Erinaceus. Glandula submaxillaris. Löwenthal p. 223—229. 

Erinaceus albiventris von Tabora. Maässe, Auge. Im Innern Afrikas. 
Schädel, Ohren, Extremitäten. Haut, Haar, Färbung, Gebiss. Noack (1), p. 574 
— 576. 

Erinaceus diadematus. Beschreibung. Oustalet (2) p. 73—78. 

Erinaceus europaens. Böhmen. Kafka. 

Erinaceus europaeus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Erinaceus europaeus aus Deutschland. Muskeln, Haut, Farbe, Schaden, 
Lebensweise, Stimme, Nutzen. Müller, Adf. 

Erinaceus europaeus. Schuppen, Haare, Drüsen. Meijere, p. 400. 

Erinaceus niger. Verbreitung. Thomas (3), p. 449. 

Erinaceus frontalis von Obock. Oustalet (2) p. 73—78. 

Gymnura rafflesüü. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Gymnura rafflesi. Fuss-, Schwanzschuppen. Haare. Meijere, p. 398. 

Hylomys suilius. Haare, Schuppen. Meijere, p. 399. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 399 


Tupajidae: Ptilocercus lowi. Schwanzschuppen, Haare, Drüsen. Meijere 
p. 398. 

Tupaja. Placentaruntersuchungen. Hubrecht (2), p. 77, 118. —- Extr. Zoo]. 
Anz. 17. Jhg. p. 236. 

Tuprja. Entwickelung des Müller’schen Ganges. Kip, p. 322—23. — Extr. 
200]. Anzeig. 17. Jhg. p. 235. 

Tupaja Everetti Oldfd. Thomas bei Nehring. Vorkommen. Nehring (1), 
p. 184. 

Tupaja ferruginea. Vorkommen, Färbung, Haarkleid, Schädel - Maasse. 
Nehring (1), p. 184-—185. 

Tupaja ferruginea palawanensis subspec. nov. Färbung, Schädel, 
Körper- u. Schädel-Maasse, Vorkommen. Thomas (12), p. 367. 

Tupaja javanica. Vorkommen. Nehring (1). p. 184. 

paja javanica. Rückenhaare. Meijere, p. 398. 

Tupaja melanura Oldfd. Thomas bei Nehring. Vorkommen. Nehring (1), 
p- 184— 185. 

Tupaja montana Oldfd. Thomas bei Nehring. Vorkommen. Nehring (1), p. 184. 

Tupaja pieta Oldfd. Thomas bei Nehring. Vorkommen. Nehring (1), 
p- 184—185. 

Tupaja tana. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Maeroscelididae: Macroscelides fuseipes spec. nov. Gesammtfärbung, 
Körpermaasse, Schädel-Maasse, Vorkommen, Gebiss, Verbreitung. Thomas (10), 
p- 67— 70. 

Macroscelides intufi. Rückenhaar, Schwanzschuppen. Meijere, p. 398. 

Macroscelides pulcher. Verbreitung. Thomas (10), p. 68—70. 

Macroscelides pulcher spec. nov. Hauptfärbung, Schädel, Gebiss, 
Schädelmaasse, Körpermaasse, Vorkommen. Thomas (10), p. 69-70. 

Macroscelides rupestris. Felsspalt. des Phoberges, Linokana. Lorenz, 
p. 59—67. 

Macroscelides rupestris. Rüssel vorn u. unten gespalten, Nasenlöcher nach 
aussen geöffnet; Ohr; Haut zart, Extremität, Nägel, Färbung, Haar, Maasse, 
Schädel, Schädelmaasse, Gebiss Noack (3) p.53 - 81, 82. 

Macroscelides typicus. Schwanzschuppen, Haare, Meijere, p. 398. 

Macroscelides typicus. Färbung, Haare, Maasse, Schädel, Schädelmaasse, 
Gebiss, Skelett. Noack (3) p. 53—81, 82. 

Petrodromus in Ssambuje. Emin bei Noack (1), p. 527. 

Petrodromus tetradactylus. Vorkommen. Thomas (6), r. 139. 

Petrodromus tetradactylus von Mkigwa, Unianiembe. Körpermaasse. 
Augen, Schädel, Lebensweise, Stimme. Auch bei Tabora. Noack (1), p. 573 
—574. 

Rhynchocyon eirnei. Vorkommen. Thomas (6), p. 146. 

Rhynchoceyon eirnei. Fuss-Schwanzschuppen, Haare. Meijere, p. 398. 

Rhynchocyon petersi von Mandera. Emin bei Noack (1), p. 525. 

Rhynchocyon striat. (?) von Tabora in Gesellschaft v. Petrodromus oder Ma- 
croscelides. Emin bei Noack (1), p. 525. 

Chrysochloridae: Chrysochloris aurea. Haare, Meijere, p. 401. 

Chrysochloris obturestris. Breite, nackte Nase; Gebiss, Maasse. Matschie 
(6), p. 124— 1285. 


330 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Chrysochloris rutilans. Besitzt weniger Zähne als Chr. stuhlmanni. Mat- 
Schie (6), p. 124—125. 

Chrysochloris stuhlmanni spec. nov. (Goldmaulwurf). Klaue, Nase, Haar- 
kleid, Färbung, Fusssohlen, Krallen, Schädel, Gebiss, Maasse des Schädels, 
Fundorte. Matschie (6), p. 124—125. 

Galeopitheeidae: Galeopitkecus. Placentaruntersuchungen. Hubrecht (2), 
p. 77—118. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 236. 

Galeopithecus philippinensis. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Galeopithecus volans. Rückenhaar, Schwanzhaar, Drüsen. Meijere, p. 397 
— 338. 

Neerolestidae: Necrolestes patagonensis (Abbild.). Eocän. Patagonien. 
Ameghino (2), p. 259—452. 


Creodonta. 

Aretoeyonidae: Arctoceyon. Extremitätentheile. Eingehende Betrach- 
tungen. Lemoine p. 353— 368. 

Mesonycehidae: Gen. Plesidissacus (Abbild... Mandibula mit 4 Zähnen. 
Lemoine p. 353 —368. 

Hyaenodontidae: Hyaenodon erucians Leidy. Fossil. Skelettfragmente, 
Dentition. Osborn and Wortmän, p. 224—227. 

Hyaenodon paueidens spec. nov. Fossil. Schädel, Dentition. Osborn 
and Wortman, p. 223— 224. 

Phenacodus minor? aus dem Eocän. Gebiss. Rütimeyer bei Schlosser, M. 
p. 158. 


Carnivora. 

Carnivora. Os priapi. Reeker (2). Ausz. Naturw. Rundschau p. 89. 

Carnivora. Musculus peronaeus longus-Endsehne. Tornier (1), p.28. 

Carnivora. A. mediana. Zuckerkandl, Extr. Zool. Anzeig. 17. Jhg. p. 237. 

Carnivora. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p.357, 364, 372. 

Carnivora. Abstammung des Wrisberg'schen Knorpels v. einem primitiv, 
Epiglottisknorp. Göppert (1), p. 90—100. 

Carnivora. Lebensweise. Vorkommen. Goeldi (1) p. 724—725. 

Carnivora. Untersuch. d. Zahnschmelz. Preiswerk p. 637—690. 

Carnivora. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Carnivora zur Quatermärzeit. Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Carnivora. Ein dem Musculus tibialis anticus und Musculus abduetor 
hallueis gemeinsamer Sehnentheil. Tornier (1), p. 28. 

Carnivora. Hautgebilde, Gebiss, Vogt u. Yung, p. 830. 

Carnivora. Homologie d. Kaureliefs d. Backz. Scheidt p. 425—462. 

Carnivora. Lig.-fib.-ast cal.-anticum. Tornier (1), p. 25. 

Canidae: Canidae. Ligamentum cal,-nav.-cub.-interosseum, Tornier (1), p.27. 

Canidae in d. „Grotte Rey“ zur Quarternärzeit. Riviere, p. 359. 

Canidae fressen abgeworfene Geweihstangen. Wacquant- Geozelles (1) 
p. 49—50. 

Canidae. Ligamentum tib.-ast.-posticum. Tornier (1), p. 27. 

Canidae. Rassenbestimmung. Dechambre p. 331—362. 

Canidse. Bemerkungen. Noack (4) p. 165—170, 195-201, 241—46, 260 
— 263. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 331 


Aelurodon taxoides sp. n. Beschreibung. Hatscher (2) p.236—248. 
Aelurodon maeandrinus sp. n. Beschreibung. Hatscher (2) p. 236 — 248. 
Canis zur Quarternärzeit in d. „Grotte de Cro Magnon“. 

Canis. Mehrere Spec. in Böhmen. Kafka. 

Canis Abiekii in der Diluvialzeit. Hedinger, p. XCVI—-XCIX. 

Canis aureus. Individuum von3 Tagen. Haarkleid, Drüsen. Meijere, p. 394. 

Canis aureus. Kurze Bemerkung. True (3) p. 1—16. 

Canis aureus (adustus?) von Deutsch-Ostafrika. Stimme. Emin bei Noack 
(1) p. 525. 

Canis azarae „Zorro. Vorkommen. Aplin (1), p. 298—299. 

Canis azarae von Tornquist in Argentinien. Fell. Matschie (2), p. 60. 

Canis familiaris aus Deutschland. Lebensweise, Nutzen. Müller, Adf. 

Canis familiaris aus Deutschland. Herz. Langendorff, p. 291. — Extr. 
aus dem Ref. d. Naturw. Rundsch. X. No. 44. 

Canis familiaris (Kralle). Aehnlich Bär. Boas, p. 302—303. 

Canis familiaris. Foxterrier. Rassekennzeichen, Zucht ete. Dalziel. 39 p. 

Canis familiaris. Kriegshund, Dressur u. Verwendung. v. Otto-Kreckwitz. 

Canis familiaris. Abstammung d. Hunderassen. Kull (2). 

Canis familiaris. Erziehung. Kochtizky. 173 p. 

Canis familiaris. Hundefreund. Schuster (1). 153 p. 

Canis familiaris. Bezahnung. Leche, p. 505. 

Canis familiaris. Placentaruntersuchungen. Duval, p. 201. 

Canis familiaris aus Deutschland. Jagd. Krichler. 

Canis familiaris. Eingehende Beschreibung. Hegewald. 

Canis familiaris. Nerven des Pericards. Jacques, p. 631. 

Canis familiaris. Nervenendigungen in männlichen Geschlechtsorganen. 
Timofeew, p. 342-348. 

Canis familiaris. Cortische Membran. Coyne et Cannieu, p. 176-188. 

Canis familiaris. Experimente am Magen d. Hundes. Carvallo, J. u. 
Pachoa, V., p. 195 — 196. 

Canis familiaris. Regenerat. d. Uterusschleimh. nach d. Wurf. Strahl, H. 

Canis familiaris. Gehirnuntersuchungen. Rüdinger. 

Canis familiaris. Foxterrier. Lee. 123 p. 

Canis familiaris. Bewegungen des Thieres, um auf die Füsse zu fallen, 
wenn man dasselbe von einem hohen Punkte hinunterw. Marey p. 654—655. 

Canis familiaris v. d. Ljachow Ins. Tschersky, No.3 p. 33—34, No. 4 
p. 44—48. 

Canis familiaris, Vergleich des Skeletts mit dem des Wolfes. Vieira 
p. 108—114. 

Canis familiaris. Lebensweise. Cornevin, p. 723. 

Canis familiaris aus Deutschland. Psychologie. Giessler, Extr. aus ein. 
Refer. d. Naturw. Rundsch. X, No. 7. 

Canis familiaris aus Deutschland. Verdauungsorgane. Laas, Zeitschr. f. 
pbysiol. Chemie Bd. XX, p. 233. — Extr. aus dem Reierat d. Naturw- Rundsch. 
X., No. 12, 

Canis familiaris. Muskeln der Ohrmuschel. Ledouble, p. 42. 

Canis familiaris aus Deutschland. Auge. Köttgen u. Abelsdorff, p. 921. 
Extr. aus dem Ref. der Naturw. Rundschau X No. 46 p. 56. 

Canis famihiaris. Fig. 21, p.337. Haarkleid, Drüsen. Meijere, p.392—393. 


332 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Canis familiaris. Nutzen, Entwiekelung, Schädel, Haut u. Haar, Stimme, 
Lebensweise,. Varietäten, Gelenke etc, Rumpf u. Gliedmassen, Sinnesorgane 
Beckmann. 

Canis familiaris caraibaeus von Westindien. Haarkleid stark redueirt, nur 
Scheitel, Füsse un. Schwanz haben etwas mehr Haare. Drüsen. Meijere, p. 399. 

Canis cancrivorus von d. Provinz Jujuy. Felle, Schädel. Matschie (2), 
p. 60. 

Canis gracilis von Famailla in Argentinien, Haarkleid, Färbung. Viel- 
leicht d. westl. resp. nordwestl. Vertreter v. C. azarae. Matschie (2) p. 60. 

Canis latrans. Vorkommen. Allen (2), p. 197. 

Canis lupus. Vorkommen, Ausrottung. Mingaud, p. 795. 

Canis lupus fossil. Fundort. Tschersky, J. D., No.3 p.33—34, No.4 
p- 44—48, 

Canis lupus. Lebensweise in der Gefangenschaft v. Einfluss auf Schädel- 
bildung. Wolfgram, p. 344. 

Canis lupus. Schweizer. Pfahlbauten. Glur p. 1-56. 

Canis lupus. Skelett verglich. mit dem d. Hundes. Vieira p.108—114. 

Canis lupus aus Deutschland. Auge, Stimme, Gehör, Haar, Farbe, Lebens- 
weise, Schaden. Müller, Adf. 

Canis lupus. Faunistisches. Oustalet (1), p. 237—42. 

Canis lupus griseo-albus. Vorkommen. Chapman (1), p. 345. 

Canis lupus nubilus. Vorkommen Rhoads (5), p. 393. 

Canis mesomelas (?) von Bussisi am Vietoria-Nyansa. Stimme, Lebensweise. 
Emin bei Noack (1), p. 527. 

Canis mesomelas. Maasse. Mündung des Notuany, westl. südafr. Republ. 
Lorenz p. 59—67. 

Canis adustus. Maasse. Leschumo, westl. Metabeleland. Farbe (ausführl. 
Beschreib.). Lorenz p. 59—67. 

Canis mesomelas. Vorkommen Thomas (6), p. 146. 

Canis pallipes. Verbreitung. Thomas (3), p. 450. 

Canis sp. aus Russland, postpl. Stouckenberg p. 155—159. 

Canis spec. ine. (Aguarä). Farbe, Vorkommen. Aplin (1), p. 299. 

Canis vulpes. Rücken- u. Schwanzhaar. Meijere, p. 393— 39. 

Canis vulpes. Placenta. Turner bei Duval. Journ. de l’anatom. et de 
la physiol. T. 30 No. 2 p. 205. 

Canis vulpes. Beiträge zur Kenntniss der Markstränge des Bierstockes. 
Bühler p. 399. 

Canis vulpes verzehrt Früchte. Cornevin p. 723— 724. 

Canis vulpes. Schweizerische Pfahlbaut. @lur p. 1-56. 

Canis vulpes. Jagd und Fang. Lederstrumpf. 

Canis vulpes aus Deutschland. Lebensweise, Haar, Nutzen, Schaden. 
Müller, Adf. 

Canis vulpes. Rollzeit. v. Heyden, p. 315. 

Canis vulpes aus Westfalen. Farbe. Landois (3). 

Urocyon cinereo-argenteus. Gray Fox. Vorkommen. Rhoads (5), p. 394. 

Urocyon cinereo-argenteus. Gray Fox. Vorkommen. Chapman (1), p. 345. 

Urocyon virginianus. Gray Fox. Vorkommen. Allen (2), p. 197. 

Vulpes. Mehrere Spec. in Böhmen. Kafka. 

Vulpes fulvus. Red Fox. Vorkommen. Allen (1) p. 105. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 333 


Vulpes lagopus fossil. Vorkommen. Tschersky, p 44—48. 

Vulpes lagopus. Vorkommen in der aretischen Fauna. Nüesch, p. 700. 
Vulpes leucopus. Verbreitung. Thomas (3), p. 450. 

Vulpes montanus. Maasse. True (3) p. 1—16. 

Vulpes vulgaris fossil. Vorkommen in der Fauna des Cervus Elaphus. 


Nüesch, p. 701. 


Vulpes vulpes pennsylvanicus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 393. 

Otocyon megal. Maasse, Farbe, Vorkommen. Lorenz p.59—67. 
Ursidae: Ursidae. Ligament. tib.-ast.-posticum. Tornier (1), p. 27. 
Ursidae. Skelett. Tornier (2), p. 70. 

Ursus. 2 Spee. in Böhmen. Kafka. 

Ursus, Fig. 28. Ausgeschuhte Krallen. Boas, p. 301—302. 

Ursus arctos, fossil. Fundort. Tschersky, No.3 p.33—34, No.4 p. 44—48. 
Ursus arctos, postpliocän in Russland. Stouekenberg p. 155—159. 

Ursus maritimus, fossil. Fundort. Tschersky, No.3 p. 33—34, No. 4 


p. 44—48. 


(1) p. 


Ursus spelaeus bei Ausgrabungen in d. Baumannshöhle gefunden. Blasius 
13—14. 

Ursus. Krankheit. Hennicke, No. 5 p. 133—140, No, 6 p. 181—185. 
Ursus. Kaunistisches. Oustalet (1), p. 237—42. 

Ursus in der „Grotte Rey“ zur Quaternärzeit. Riviere, p. 359. 

Ursus. Faserstreif. gewellt (Backzähne). Preiswerk p. 687—-690. 

Ursus americanus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 394. 

Ursus americanus. Black Bear. Vorkommen. Allen (1), p. 104. 

Ursus americanus. Schädel, Gebiss, Färbung. Brown, p. 119—129. 

Ursus americanus Black Bear. Vorkommen. Chapman (1), p. 344. 
Ursus arctos. Ligamentum cal.-nav.-cub interosseum. Tornier (1), p. 27. 
Ursus arctos. Schädel, Gebiss. Brown, p. 119 - 129. 

Ursus arctos. Zähne. Fauna der schweizer. Pfahlbauten. Glur p. 1—56. 
Ursus arctos. Fig. 11. Bauchhaar, Drüsenschläuche, Embryo von 22 cm 


Länge. Meijere, p. 394. 


Ursus arctos, fossil. Vorkommen in der arctischen Fauna. Nüesch, p. 700. 
Ursus cinnamomeus. Schädel, Gebiss, Färbung, Maasse. Brown, p. 119—129. 
Brauner Bär, fossil. Vorkommen in der Rennthierfauna. Nüesch, p. 701. 
Ursus horribilis. Gebiss, Schädel. Brown, p. 119—129. 

Ursus isabellinus. Maasse. Vorkommen. True (3) p. 1—16. 

Ursus malayanus. Hinterfusshaare. Meijere, p. 394. 

Ursinus marinus. Haare. Meijere, p. 394. 

Ursus thibetanus. Kurze Bemerkung. Vorkommen. True (3) p. 1—16. 
Proeyonidae: Procyonidae. Geographische Verbreitung. Goeldi (1), p. 725. 
Bassariscus astutus. Civet Cat. Vorkommen. Allen (2), p. 187. 
Cercoleptes caudivolvulus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Cercoleptes caudivolvulus. Schwanzhaare, Rückenhaare, Meijere, p. 39. 
Nasua. Krallen. Boas, p. 303. 

Nasua. Ligamentum cal.-nav.-cub. interosseum. Tornier (1), p. 27. 
Nasua narica. Rückenhaare. Meijere, p. 39. 

Nasua narica (nasica). Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Nasua nasua L. von Palos A Pique. Lebensweise, Färbung. Matschie (2), p.61. 
Procyon. Ligamentum cal.-nav.-cub. interosseum. Tornier, (1), p. 27. 


334 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaft]. Leistungen 


Procyon cancrivorus von Jujuy in Argentinien. Spuren im Sand hand- 
förmig, Lebensweise, Koth aus Krebsschalen und Vogelknöchelchen bestehend. 
Matschie (2), p. 61. 

Procyon cancrivorus. Junges Exemplar. Haare. Meijere, p. 395. 

Procyon cancrivorus. Vorkommen. Aplin (1), p. 302. 

Procyon cancrivorus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Procyon lotor. Raccoon, Vorkommen. Allen (1), p. 105. 

Procyon lotor. Schädel, Gebiss, Vorkommen. Rhoads (1), p. 155—156. 

Procyon lotor. Vorkommen. Chapman, p. 344. 

Procyon lotor. Raccoon. Vorkommen. Rhoads (5), p. 394. 

Procyon lotor. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Procyon lotor hernandezii Wagler. Vorkommen. Allen (2), p. 187. 

Mustelidae: Mustelinidae. Ligamentum cal -nav. eub.-interosseum. Tornier 
(1).:N03R273 

Mustelinidae. Skelett. Tornier (2), p. 70. 

Gulo luscus, fossil. Fundort. Tschersky, No. 3 p. 33—34, No.4 p. 44—48. 

Aelurus fulgens. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Conepatus mapurito. Vorkommen. Allen (2), p. 188 

Conepatus mapurito. Skelett. Bardeleben, p.358. 

Conepatus mapurito monzoni subspee. nov. Färbung, Vorkommen. 
Aplin (1), p. 302—306. 

Foetorius erminea, fossil. Arctische Fauna. Schweizerbild. Nüesch, 
p. 700— 701. 

Foetorius lutreola. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Foetorius putorius. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Foetorius erminea. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Foetcrius krejeii. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Foetorius minutus. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Foetorius putorius. Fossil. Basall. d. Schädels. Böhmen. Nehring (8) 
2. 278 — 290. 

Foetorius vulgaris. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Galeriscus Jacksoni spec. nov. Haar, Färbung, Körper-Maasse. Vor- 
kommen. Thomas (19), p. 522- 524. 

Galietis (Grisonia) barbara. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Galictis barbara von Aqua Caliente in Argentinien. Schädel, Schädel- 
maasse. Matschie (2), p.60 u. 61. 

Galictis (Grisonia) vittata. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Galictis vittata von Tucuman im Camp. Matschie (2), p. 61. 

Galictis vittata. Vorkommen. Aplin (1), p. 306—307. 

Galictis vittata. Schwanzhaare. Meijere, p. 39. 

Gulo borealis Skelett. Bardeleben, p. 358. 

@Gulo borealis. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Gulo borealis in.d. aretischen Fauna. Nüesch p. 700—701. 

Gulo luscus, posttertiär, Ljachow Ins. Tschersky p. 33—34, 44 - 48. 

Helictis orientalis. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Ictonyz (Zorilla) capensis Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Latax lutris. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lutra brasiliensis. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lutra brasiliensis. Vorkommen. Aplin (1), p. 301. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 335 


Lutra canadensis. American Otter. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), 
p. 344, 

Lutra canadensis. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lutra hudsonica. Vorkommen. Rhoads (1), p. 155. 

Lutra hudsonica. Vorkommen. Allen (1), p. 105. 

Lutra hudsonica. Vorkommen. Roads (5), p. 394. 

Lutra maculicollis. Vorkommen. Thomas (6), p. 140, 

Lutra minor, Nörz, aus Deutschland. Haut, Gliedmassen, geographische 
Verbreitung, Schaden, Nutzen, Lebensweise, Auge, Tastsinn, Stimme. Müller, Adf. 

Lutra paranensis vom Rio Grandenebenfluss, Schädel. Matschie (2), p. 60. 

Lutra platensis. Vorkommen. Aplin (1), p. 300-301. 

Lutra platensis. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Lutra vulgaris, Fischotter aus Deutschland Muskeln, Haar, Gliedmassen, 
Ohr, Circulationsapparat, Schädel, Schaden, geographische Verbreitung, Lebens- 
weise, Jagd, gefangene Thiere. Müller, Adf. 

Lutra vulgaris. Lebensweise. Harting (1), p. 1—10. 

Lutra vulgaris. Schweizerische Pfahlbauten. Schädeltheile.. Glur, 
p. 1—16. 

Lutra vulgaris, Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Lutra vulgaris aus Deutschland, Oberschwaben. Jagd. Vogler, aus d. 
Refer. d. Allgem. Forst- u. Jagdzeitung N.F, 71. Jhg. 

Lutra vulgaris Eızl. Fig. 14, p.329. Rückenhaar, Drüsen. Meijere, 
p. 395 —396. 

Lutreola vison. (Mink). Vorkommen. Rhoads, p. 394. 

Lutreola vison. (Mink). Vorkommen. Allen (1), p. 105. 

Lutreola vison. Vorkommen. Chapman, Fr. (1) p. 344. 


Martes sylvatica. Vorkommen. Harting (2), p. 100—107. 

Meles taxus. Vorkommen in der Fauna des Cervus elaphus (fossil). Nüesch, 
p. 701. 

Meles taxus. Vorder- u. Hinterkrallen. Boas, p. 303. 

Meles taxus. Beschreibung, Schädelmaasse. Schweizer Pfahlbauten. Glur 
p. 1—56. 

Meles taxus. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Meles taxus. Schwanzhaare. Meijere, p. 391. 

Meles vulgaris (Dachs) aus Deutschland. Lebensweise, Farbe, Stimme, 
Haarkleid, Nutzen, Drüsen, gefangene Thiere. Müller, Adf. 

Meles taxus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Mepkitis estor. Schädelmaasse. Allen (2), p. 190. 

Mephitis mephitica. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Mephitis mephitica. Vorkommen. Rhoads (5), p. 394. 

Mephitis mephitica. Skunk. Vorkommen. Allen (1), p. 105. 

Mephitis mephitica. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 344. 

Mephitis mephitica. Schädelmaasse. Allen (2), p. 190. 

Mephitis mesomelas Licht. Texas Skunk. Vorkommen, Färbung, Maasse, 
Schädel, Gebiss. Alien (2), p. 188—19. 

Mephitis patagonica von Tornquist. Matschie (2), p. 69. 

Mustela. Krallen. Boas, p. 303. 

Mustela americana. Pine Marten. Vorkommen. Rhoads (5), p. 394, 


336 Dr. H. Ledermänn: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Mustela americana. Marten; American Safle. Vorkommen. Allen (1), 
p. 105. 

Mustela erminea. Schweissdrüsen, Haare. Meijere, p. 397. 

Mustela erminea (d. grosse Wiesel od. Hermelin) aus Deutschland. Haar, 
Farbe, Schaden, Nutzen, Lebensweise. Mülier, Adf. 

Mustela foina (Steinmarder) aus Deutschland. Haar, Farbe, Lebensweise, 
Schaden, Jagd, Nutzen. Müller, Adf. 

Mustela foina. Diluvium. Böhmen. Kafka. 

Mustela foina. Pläcenta. Bischoff bei Duval, p. 221. 

Mustela martes. Vorkommen in der Fauna des Cervus elaphus, fossil. 
Nüesch, p. 701. 

Mustela martes. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Mustela martes, Edelmarder aus Deutschland. Schädel, Haar, Farbe, 
Nutzen, Lebensweise, Schaden, Jagd, gefangene Thiere. Müller, Adf. 

Mustela martes. Färbungsvariationen. Kempen p. 76-85. 

Mustela martes. Lebensweise. Cornevin, p. 724. 

Mustela martes. Placenta. Bischoff bei Duval, p. 221. 

Mustela pennanti. Black Cat. Vorkommen. Allen (1), p. 105. 

Mustela putorius. Rückenhaar, Schwanzhaar. Meijere. p. 396. 

Mustela putorius. Schweizerische Pfahlbauten. Schädellänge. @lur p. 1—56. 

Mustela putorius, Iltis aus Deutschland. Schaden, Nutzen, Lebensweise, 
Gebiss, Jagd, Stimme, Stinkdrüsen. Müller, Adf. 

Mustela vulgaris (kleines Wiesel) aus Deutschland. Haar, Farbe, Lebens- 
weise, Schaden, Nutzen. Müller, Adf. 

Mwydaus Marchei. Maasse, Stinkdachssekret. Meyer (4). 

Mydaus meliceps. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Putorius brasiliensis frenatus Licht. Bridled Weasel. Vorkommen. Allen 
(2), p. 197. 

Putorius canigula. Kurze Bemerkung. Vorkommen. True (3) p.1—16. 

Putorius erminea. Vorkommen. Rhoads (5), p. 394. 

Putorius erminea. Ermine; Weasel. Vorkominen. Allen (1), p. 105. 

Putorius erminea. Common Weasel. Färbung, Vorkommen. Chapman, 
Fr. (1), p. 345. 

Putorius foetidus. Färbungsvariationen. Kempen p. 76—85. 

Putorius mustela. Färbungsvariationen. Kempen p. 76-85. 

Putorius peninsulae spec. nov. Schädel, Gebiss, Schädelmaasse, Vor- 
kommen. Rhoads (1), p. 152—155. 

Putorius peninsuiae. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 345. 

Putorius furo. Placenta. Strahl bei Duval, p. 223. 

Ratelus capensis am Manjango Bache. Maasse, Vulgär-Name, Lebensweise, 
Jagd, Schaden, Geruch nach Bisam. Emin bei Noack (1), p. 526—527, 

Spilogale indianola Merriam. Vorkommen, Färbung. Allen (2), p. 196. 

Spüogale putorius. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 344. 

Taxidea americana. Morphologie der Kralle. Boas p. 281-311. 

Taxidea americana Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Zorilla albinucha von Bukoba. Emin bei Noack (1), p. 529. 

Zorilla albinucha von Tabora. Schaden. Emin bei Noack (1), p. 525. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 337 


Viverridae: Crossarchus fasciatus. Vorkommen. Thomas (6), p. 140. 

Oynictis penicillata. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Eupleres goudotü. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Galidea olivacea. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Genetta pardina. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Genetta senegalensis. Haarkleid, Färbung, Bastard (?). Noack (1), p. 580. 

Genetta tigrina Schreb. Färbung. Noack (1), p. 580-581. 

Helogale undulata parvula vom Muala-Fluss, Uniamuesi. Auge, Lebens- 
weise, Färbung, Haarkleid, Hautgebilde, Maasse, Schädel, Gebiss. Noack (1), 
p. 581—582. 

Hemigalea (= Herpestes) galera. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Hemigalea hardwickii. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Herpestes vom Vietoria-Nyansa. Lebensweise, Name. Gehen schon früh 
auf Beute. Stimme. Emin bei Noack (1), p. 528. 

Herpestes von Uganda. Emin bei Noack (1), p. 529. 

Herpestes (badius) von Ssambuje. Lebensweise. Emin bei Noack (1), p. 527. 


Herpestes albicauda von S. E. Arabien. Thomas (3), p. 450. 

Herpestes am Ussanga. Emin bei Noack (1) p. 526. 

Herpestes fasciatus. Gewöhnt sich an veränderte Kost (Haselnüsse). 
Müller-Liebenwalde (2), p. 202—204. 

Herpestes fasciatus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Herpestes fasciatus und badius von Deutsch-Ost-Afrika.. Emin bei Noack 
(1) p- 525. 

Herpestes galera juv. Fast haarlos, Kopflänge 6 cm, Rumpf 14 cm lang. 
Schwanzlänge 13cm. Matschie (3) p. 129—134. 

Herpestes graciis. Haarkleid, Färbung, Schädel, Gebiss. Matschie (6), 
p. 121—122. 

Herpestes gracilis Rüppel. Haare, Drüsen. Meijere, p. 392. 

Herpestes griseus. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p. 357, 365, 372. 

Herpestes griseus. Haare am Schwanze. Meijere, p. 392. 

Herpestes ichneumon. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Herpestes javanicus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Herpestes neumanni spec. nov. Färbung, Haarkleid, Schädel, Unter- 
schied v. H. gracilis, Gebiss, Schädelmaasse, Vorkommen. Matschie (6), 
p. 121—122. 

Herpestes ochraeus. Färbung, Haarkleid. Matschie (6), p. 121—122, 

Herpestes pulverulentus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Herpestes sanguineus. Unterschied v. H. newmanni in d. Farbe. Matschie 
(6), p. 121— 122, 

Herpestes semitorquatus. Kurze Bemerkung. Jentink (2) p. 210. 

Linsang (Poina) gracilis. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p. 357, 
364, 372. 

Linsang (Prionodon) pardicolor. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Paradoxurus musanga. Schwanzhaar, Rückenhaar. Meijere, p. 391. 

Paradoxurus philippinensis. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Paradoxurus typus. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p. 357, 
364, 372. 

Rhynchogale Melleri Lebensweise, Gebiss. Thomas (6), p. 139—140. 

Arch. £. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H.1. 22 


338 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Suricata suricata. Vorkommen. Lorenz p. 59—67. 

Viverra. Skelett. Tornier (2), p. 70. 

Viverra civetta. Sehr dunkel. Matschie (3) p. 129—134. 

Viverra civetta. Drüsen. Beauregard (2) p. 1063—1064. — Extr. in Rev. 
Scient. (4) T.1 No. 20 p. 633. 

Viverra genettoides. Färbung. Matschie (3) p. 129—134. 

Viverra tangalunga. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Viverrieula. Drüsen. Beauregard (2), p. 1063—1064. — Extr. in Rev. 
Scientif. (4) T. 1 No.20 p. 633. 

Viverricula malaccensis. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p. 357, 
367, 372. 

Hyaenidae: Hyaena fossil in Frankreich. Gebiss (Abbild.). Harle (1) p. 234. 

Hwyaene in d. „Grotte Rey“ zur Quaternärzeit. Riviere, p. 359. 

Hyaena brunnea v. Orange Freistaat, Distr. Boshof, Vaalthal. Lorenz 
p. 59— 67. 

Hyaena brunnea (Menges) vom Somaliland. Emin bei Noack (1), p. 525. 

Hyaena brunnea Thunberg. Ausgestopftes Thier, Haare, Meijere, p. 392. 

Hyaena crocuta. Vorkommen, Maasse.. Thomas (6), p. 139. 

Hyaena crocuta von Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1), p. 525. 

Hyaena crocuta. Haut um die weibliche Genitalöffnung, Haare. Meijere 
p. 392. 

Hyaena crocuta. Skelett. Teornier (2), p. 70. 

Hyaena crocuta von Bukoba. Maass. Emin bei Noack (1), p.529. 

Hyaena spelaea. Diluv. Böhmen. Kafka. 

Hyaena spelaea. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 273—290. 

Hyaena striata vom Somali- und Massailand, Faunistik, Lebensweise. 
Emin bei Noack (1), p. 525. 

Hwyaena striata. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Hyaena striata, Ausgestopftes Exemplar, Stammhaare, Wollhaare Mei- 
jere, p. 392. 

Proteles cristatus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Proteles lalandi. Gebiss, Taf. 18, Fig. 13, Färbung, Haarkleid, Haut- 
gebilde, Maasse, Gegend: Ugogo, Somaliland. Schädel, Gebiss. Ahnen vielleicht 
Myrmecobius fasciatus. Noack (1), p. 582—585. 

Felidae: Felidae. Ligamentum tibio-ast.-posticum. Tornier (1), p. 27. 

Felidae in d. „Grotte Rey“ zur Quaternärzeit. Riviere, p. 359. 

Oryptoprocta ferox. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Cryptoprocta ferox v. Madagaskar. Anatomisches. Filhol p. 1060—1062. 

Oynaelurus. Krallen. Boas, p. 303. 

Cynaelurus guttatus. Ligamentum cal.-nav.-eub. interosseum. Tornier (1), p.27. 

Uynaelurus jubatus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Felis. Krallen. Boas, p. 303. 

Felis caffra. Schädel, Haarkleid, Färbung. Matschie (10), p. 258—259. 

Felis caligata. Maasse. Dickicht in Br. Betschuanaland. Lorenz, p.59—67. 

Felis caligata von Tabora, Unianiembe. Maasse, Färbung, Haare, Schädel, 
Milchgebiss, Ohr. Noack (1), p. 576—580. 

Felis catus aus Deutschland. Haare, Schädel, Maasse, Lebensweise, 
Müller, Adf. 

Felis catus. Vorkommen. Lorey. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 339 


Felis catus ferox. Auge. Johnson, p. 481—484. 

Felis catus ferox. Vorkommen in der Fauna des Cervus elaphus. Niesch, 
p. 701. 

Felis catus. Diluvial. Böhmen. Kafka. 

Felis civetta. Auge. Johnson p. 481—484. 

Felis colocolo. Verhältniss zu F. pajeros Desm. Haarkleid, Färbung, Vor- 
kommen. Matschie (2), p. 60. 

Felis concolor (Puma). Vorkommen. Chapman, Fr. (1) p.345. 

Felis antiqua gefunden bei Ausgrabungen in der Baumannshöhle. Blasius, 
(1), p. 13—14. 

Machairodus cf. neogaeus Lund sp. Fundort. Branco. 

'elis concolor (Panther). Vorkommen. Allen (2), p. 198. 

Felis concolor (Puma). Vorkommen. Aplin (1), p. 298. 

Felis concolor (Puma, Panther). Vorkommen. Rhoads (5), p. 393. 

Felis concolor vom Waldgebirge bei Famailla. Färbung. Matschie (2), p. 58. 

Felis domestica. Sinnesorgane. Disse, J. p. 66—71. 

Felis domestica. Muskelphysiologie. Marey, p. 654—655. 

Felis domestica. Bau u. Entwickelung des Gebisses. Scheidt, p. 425 - 462. 

Felis domestica. Gehörnerv. Cannieu p. 87—153. 

Felis domestica. Ovum. Holl p. 297—315. 

Felis domestica. Kloakenbildung, p. 239—243. 

Felis domestica. Männliches Begattungsorgan mit besond. Berücksicht. d. 
Nervenendigungen. Röder p. 176—203. 

Felis domestica. Nervenendigungen in männlichen Geschlechtsorganen 
Timofeew, p. 342—348, 

Felis domestica. Gehirnbalken-Entwickelung. Martin, Paul (1), p. 472—476. 

Felis domestica. Muskeln der Ohrmuschel. Ledouble, p. 44. 

Felis domestica aus Deutschland. Auge (Netzhaut). Kallius p. 527—582. 

Felis domestica. Auge. Johnsen (1), p. 481—484. 

Felis domestica. Ovarium. Henneguy, p. 15—17. 

Felis domestica Brisson. Fig.20 p.336. Mehrere Entwickelungsstadien 
untersucht. Haarkleid. Neugeborenes Exemplar, Rückenhaare, älteres Exem- 
plar, Rückenhaare e. erwachsenen Katze. Meijere, p. 391. 


Felis domestica aus Deutschland. Langendorff, p. 291. Extract aus d. 
Refer. d. Naturw. Rundschr. X No. 44. 

Felis domestica. Placenta. Turner bei Duval, p. 205 u. Math. Duval, p. 231. 

Felis domestica aus Deutschland. Auge. Köttgen u. Abelsdorff, p. 921. 
Extr. aus d. Refer. d. Naturw. Rundsch. X, No. 46, p. 521, 522. 

Felis domestica. Missbildung; Muskeln, Verdauungsapparat, Harnapparat, 
Genitalapparat, Respirationsapparat, Cireulationsapparat, Nervensystem. Lesbre 
X, et L. Guinard, p. 126—132. 

Felis domestica. Cortische Membran. Coyne et Cannieu, p. 176 —188. 

Felis domestica. Vegetabilische Nahrung. Cornevin, p. 724. 

Felis fera. Diluvial in Böhmen. Kafka. 

Felis geofjroyi. Färbung, im Süden von Argentinien. Matschie (2), 
p. 59-60. 

Felis geoffroyi. Geoffroy’s Cat. Vorkommen. Aplin (1), p. 297—298. 

Feis genetta. Vorkommen, Ausrottung. Mingaud, p. 795 —796. 

22* 


340 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Felis yenetta. Drüsen. Beauregard (2), p. 1063—1064. — Extr. Rev. 
Seient. (4.) T.1 No. 20, p. 633. 

Felis genetta. Auge. Johnson p. 481 - 484. 

Felis guigna Mol. von Norden resp. Westen von Argentinien. Färbung. 
Matschie (2), p. 59—60. 

Felis jubata. Eicheloberfläche. Röder, p. 187. 

Felis leo von Bibissanda. Lebensweise. Emin bei Noack (1), p. 525. 

Felis leo. Fossil. Böhmen. Nehring (8) p. 273—290. 

Felis leo. Neugeborenes Exemplar, Rückenhaut, älteres Exemplar v. 
43cm. Rückenhaut, Schwanz, Schweissdrüsen. Meijere, p. 390. 

Felis leo. Eicheloberfläche. Röder, p. 186--187. 

Felis Iyne (Luchs) aus den oesterreichischen Landen. Lebensweise. 
Müller, Adf. 

Felis lyn&. Diluvial in Böhmen. Kafka. 

Felis macroscelis. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Felis macrura. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Felis magna in diluvial. Formation. (Böhmen). Kafka. 138. 

Felis maniculata domestica. Beschaffenheit der Eicheloberfläche. Röder, 
p. 185—186. 

Felis maniculata var. dom. Vorkommen. @ustalet (2) p. 73—78. 

Felis maniculata. Schädel. Matschie (10), p. 258. 

Felis melas. Keine Widerhäkchen. Röder, p. 186. 

Felis minuta. Diluv. in Böhmen. Kafka, 

Felis mitis von Juntas u. Palos ä pique. Jagd, Haarkleid, Färbung. 
Matschie (2), p: 59. 

Felis nigripe. Färbung, Haarkleid, Ohr, Schädel, Gebiss, Maasse des 
Körpers. Matschie (10) p. 258—259. 

Felis onca. Vorkommen. Allen (2), p. 198. 

Felis onca vom Waldgebirge bei Famailla, auch bei Jujay. Färbung. 
Maischie (2), p. 59. 

Felis paguros. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Felis pajeros von Tornquist. Färbung, Haarkleid. Matschie (2), p. 60. 

Felis pardalis. Ocelot; Leopard Cat. Vorkommen. Allen (2), p. 198. 

Felis pardalis in Süd-Amerika. Färbung. Matschie (2), p. 59. 

Felis pardus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Felis puma vom Waldgebirge von Famailla. Fährten in d. Sierra bei 
Bahia Blanca, Färbung. Matschie (2), p.58 - 59. 

Felis passerum. Vorkommen. Aplin (2), p. 298. 

Felis servalina (2) von Deutsch-Ost-Afrika. Fell. Emin bei Noack (1) p. 525. 

Felis serval. Vorkommen. Thomas (6), p. 139. 

Felis serval Schreb. Färbung. Noack (1), p. 576. 

Felis spelaea. Diluvial in Böhmen. Kafka. 

Felis spelaea bei Ausgrabungen in d. Baumannshöhle gefunden. Blasius 
(1), p. 13—14, 

Felis tigrina. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Felis tigris posttertiär, von der Ljachow - Insel. Tschersky, No.3 p.33 
—34, No.4 p. 44—48. 

Felis tigris. Eicheloberfläche. Röder, p. 186. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 341 


Felis tigris. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Felis torquata. Kurze Bemerkungen. True (3) p. 1—16. 

Hoplophoneus occidentalis. Dentition, Skelett. Osborn and Wortman, 
p. 227—228. 

Hoplophoneus primaevus. Skelett. Maasse. Osborn and Wortman, p. 228. 

Lynx. Vorkommen. Oustalet (1), p. 237—242. 

Lynx canadensis. Canada Lynx. Vorkommen. Allen (1), p. 106. 

Lynx canadensis. Vorkommen. Rhoads (5), p. 393. 

Lynx rufus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 393. 

Lynx rufus floridanus. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 345. 

Lynx rufus maculatus. Wild Cat. Vorkommen. Allen, (2), p.197. 

Jaguar. Ligamentum cal.-nav.-cub. interosseum. Tornier (1), p. 27. 

Jaguar. Schaden, Vorkommen, Lebensweise. @oeldi (1), p. 725. 

Lynx vulgaris geht weit in d. Steppe hinaus zum Raub. Lebensweise. @ross. 

Smilodon neogaeus. Fundort. Branco 

Palaeonietidae: Patriofelis ferox. Eocän. Schädel abgebildet, Gebiss, 
Skelett im übrigen. Wortman, p. 129—164. 


Pinnipedia. 

Pinnipedia. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Pinnipedien. A. mediana. Zuckerkandl, p. 287. 

Pinnipedia. Dentition. Kükenthal (1), p. 36. 

Pinnipedia. Lebensweise, Gliedmassen, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 829. 

Pinnipedien. Os priapi. Reeker (2). 

Otariidae: Arctocephalus cinereus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Zalophus californianus. Haare. Meijere, p. 397. 

Phoeidae: Cystophora cristata. Jagd, Vorkommen, Nutzen. Rabot, 
p- 166— 167. 

Halichoerus grypus. Gefangenschaft. Nehring (7), p. 347—349. 

Leptonyx Wedellii. Kurze Bemerk. Bruce (1) p. 807. 

Lobodon carcinophaga. Kurze Bemerkung. Bruce (1) p. 807. 

Phoca. Ligamentum talo-tibiale posticum (?). Tornier (1), p. 25. 

Phoca. Bezahnung. Leche, p. 505. 

Phoca. Skelett. Tornier (2); p. 75. 

Phoca barbata. Jagd, Vorkommen, Nutzen. Rabot, p. 166-167. 

Phoca foetida, fossil. Fundort. Tschersky, p. 33—34, p. 44—48, 

Phoca hispida. Jagd, Vorkommen, Nutzen. Rabot, p. 166—167. 

Phoca vitulina. Rückenhaar, Drüsen. Meijere, p. 397. 

Phoca vitulina. Skelett. Bardeleben, p. 358. 

Phoca vitulina. Jagd, Vorkommen, Nutzen. Rabot, p. 166—167. 

Phoca vitulina, Fig.32. Krallen ähneln in mancher Beziehung denen der 
Carnivoren. Boas, p. 304. 

Stenorhynchus leptonyx. Kurze Bemerkung. Bruce (1) p. 807. 

Tricheeidae: Trichechus rosmarus, fossil v. New-Sibirien. Tschersky, 
p.33—34, 44—48, 

Trichechus rosmarus. Skelett. Bardeleben, p. 358. 


Rodentia. 
Rodentia. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 
Rodentia: Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 


342 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Rodentia. Skelett, Muskeln. Bardeleben, p. 356, 362. 

Rodentia. Gebiss, Hautgebilde. Vogt u. Yung, p. 829. 

Rodentia zur Quaternärzeit. Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Rodentia. Os priapi sehr verbreitet. Reeker (2). 

Rodentia. Gebiss. Woodward, M. (2), p. 619—631. 

Rodentia. A. mediana mit Ramus mediano-radialis, radialis als radialis 
superf., ulnaris rudiment. Zuckerkandl, p. 237. 


Anomaluridae: Anomalurus. Ohr, Haarkleid, Haut, Schädel, Gebiss. 
Matschie (8), p. 194—200. 

Anomalurus beecroftü. Schuppen, Drüsen, Haare, Meijere, p. 377—378. 

Anomalurus pelii. Schuppen. Meijere, p. 377. 

Idiurus nov. gen. Rodentium s. Idiurus zenkeri Mtsch. spec. nov. 
Krallen. Flatterhaut, Haare, Gliedmassen, Hormplatten, Schädel, Gebiss. 
Skelett. Matschie (8), p. 194—200. 

Myoxidae: Eliomys murinus von Ostafrika. Gebiss, Schädel, Haar. 
Noack (1), p.557. 

Muscardinus avellanarius. Körper-Gewichtsabnahme während des Winter- 
schlafes. Helm (1), p. 350. 

Graphiurus capensis. Phoberg bei Linokana, Motebethalkessel, Distr’ 
Marico, westl. südafr. Republ. Lorenz p. 59—67. 

Myoxus. Schädel. Matschie (8), p. 197. 

Myoxus avellanarius. Winterschlaf. Albini p. 15—20. 

Myoxus avellanarius. Gefangenschaft, Lebensweise, Verbreitung, Jagd. 
Wurm, p. 16—17. 

Myoxus Dryas. Gefangenschaft. Helm (2), p. 344—347. 

Myozus glis (avellanarius). Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Myozus glis (Siebenschläfer) aus Deutschland. Geographische Verbreitung, 
Lebensweise, Gebiss, Haarkleid, Färbung, Schaden. Müller, Adf. 

Myoxus glis. Lebensweise, Verbreitung, Jagd. Wurm, p. 13—15. 

Myoxus glis. Haare. Meijere, p. 379. 

Myoxus muscardinus s. Muscardinus avellanarius, kleine Haselmaus aus 
Deutschland. Haarkleid, Farbe, geographische Verbreitung, Lebensweise, ge- 
fangene Thiere, Stimme. Müller, Adf. 

Myozus nitela, Gartenschläfer aus Deutschland. Haarkleid, Farbe, Auge, 
geographische Verbreitung, Lebensweise, Schaden. Müller, Adf. 

Myoxus nitela. Haarkleid, Verbreitung, Vulgär-Name, Jagd. Wurm, 
p. 15—16. 

Myoxus quercinus. Vorkommen. Coester, p. 151. 

Dipodidae: Alactaga jaculus. Haarkleid. Meijere, p. 378. 

Alactaga jaculus fossilis. Charakt. Steppenthier. Böhmen. Nehring (8) 
p. 278—290. 

Dipus aegyptius. Schuppen, Haare. Meijere, p. 378. 

Dipus. Jochbogen (Schädel). Matschie (8), p. 197. 

Alectaga indica. Muskulatur. Parsons, p. 252, 254, 262, 276. 

Dipus aegyptius. Muskulatur. Parsons, p. 252, 254, 260, 276, 281, 283. 

Dipus hirtipes. Muskulatur. Parsons, p. 252, 254, 260, 276, 281. 

Dipus jaculus vom Kenteigebirge. Schädel, Gebiss. Noack (1), p. 557. 

Dipus jaculus. Skelett, Muskeln. Bardeleben, p. 356, 363. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 343 


Sminthus concolor. Maasse. Central-Kaschm. True (3) p. 1—16. 

Sminthus lavus n. sp. v. Kaschmir. True (7) p. 341—343. 

Sminthus vagus. Schwanzhaare. Meijere, p. 378. 

Zapus hudsonius. Vorkommen. Rhoads (5), p. 392. 

Zapus insignis. Shryock p. 347—348. 5 

Zapus insignis. Northern Jumping Mouse. Vorkommen. Allen (1), p. 101. 

Zapus insignis. Vorkommen. Rhoads, (5), p. 392. 

Zapus trinotatus spec. nov. Färbung, Schädel, Gebiss, Maasse. Rhoads 
(6), p. 421—422. 

Spalaeidae: Rhizomys sumatrensis. Haare. Meijere, p. 379. 

Spalax typhlus bei Schumla. Vorkommen spärlich. Polläck bei Nehring, 
p. 150. 

Spalax typhlus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 


Sciuromorpha. 
Seiuridae: Arctomys. Ursache des Winterschlafes. Dubois, R. — Extr. 
Naturw. Rundsch. p. 311—312. 
Arctomys bobac. Steppe. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 278—2%. 
Arctomys bobac. Diluvial. Böhmen. Kafka. 
Arctomys caudatus. Jacquemont. Kurze Bemerkung. True (3) p. 1—16. 
Arctomys marmotta, Murmelthier aus Deutschland. Haarkleid, Farbe, geo- 
graphische Verbreitung, Lebensweise, Vulgärname, Gebiss, Nutzen, Müller, Adf. 
Arctomys marmotta. Muskulatur. Parsons, p. 252, 254, 260, 276, 280, 283. 
Arctomys marmotta. Skelett. Bardeleben, p. 356. 
Arctomys marmotta Experimente an schlafenden Thieren. Patrizi. 
Arctomys marmotta. Rücken- u. Schwanzhaare. Meijere, p. 3%. 
Arctomys monax. Vorkommen. Allen (1), p. 104. 
Orymomys (Prairiehund). Lebensweise. Müller-Liebeuwalde (2), p. 202—204. 
Cynomys ludovicianus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 
Pteromys albiventer v. Centr. u. W. Kaschm. True (3) p. 1—16. 
Pteromys nitidus. Haare. Meijere, p. 389. 
Pteromys oral. Muskulatur. Parsons, p. 252, 254, 260, 276, 282. 
Sciuropterus sp. Rückenhaare. Meijere, p. 389. 
Seiuropterus volans. Vorkommen. Rhoads (5), p. 389. 
Sciuropterus volucella sabrinus Shaw. Flying Squirrel. Vorkommen, 


Allen (1), p. 104. 
Sciurus von Mkata und Ugogo. Lebensweise, Faunistik. Emin bei Noack 


(1) p. 525. 
Sciuropterus fimbriatus v. Centr. Kaschm., Lashkok, Nullah. True (3), 
p.1—16. 


Sciuropterus volucella. Vorkommen. Rhoads (1), p. 159. 

Seiuropterus volucella. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 334. 

Sciurus aberti concolor subspeec. n. Vorkommen. True (6). 

Sciurus anerythrus. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus annulatus. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus. Die Faserstreifen sind nur an dünnen Zahnschliff. zu erkennen. 
Preiswerk p. 687—690. 

Sciurus aubinnii. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus arizonensis. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p. 356, 362, 370. 


344 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Sciurus arizonensis huachuca subsp. nov. Färbung, Vorkommen, 
Maasse. Allen (7), p. 349. 

Sciurus auriculatus. Matschie (9), p. 257. 

Seiurus badjing. Haare. Meijere, p. 388. 

Sciurus bicolor, Malacca. Gebiss. Ueber Symphyse des Unterkiefers hinter 
unteren Nagezähnen beiderseits ein fast 1 mm hoher Knochenzacken. Noack, 
(1) p. 556. 

Sciurus bicolor. Haare. Meijere, p. 388. 

Sciurus böhmi im Seengebiet. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus carolinensis. Vorkommen. Rhoads (1), p. 156. 

Sciurus carolinensis. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 334. 

Sciurus carolinensis pennsylvanicus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 389. 

Seiurus cepapi. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus cepapi. Maasse. Von d. Uferbäumen am Limpopo (8. Afrika). 
Lorenz p. 59—67. 

Sciurus congicus von Mossambik u. Dar-es-Salaam. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus ebiüi. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus subgen. Xerus erythropus aus Ostafrika. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus flavivittis. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus hudsonicus. Red Squirrel. Vorkommen. Allen (1), p. 104. 

Sciurus hudsonicus. Kurze Bemerk. Shryock p. 347—348. 

Sciurus hudsonicus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 389. 

Sciurus hudsonicus grahamensis subspec. nov. Färbung, Vor- 
kommen, Maasse. Allen (7), p. 350. 


Sciurus hudsonicus dacotensis subspec. nov. Vorkommen. Allen (6), 
p. 325—326. 

Sciurus lemniscatus. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus leucogenys. Färbung, Haarkleid. Matschie (9), p. 258. 

Sciurus leucostigma. Färbung, Haarkleid. Matschie (9), p. 258. 

Sciurus minutus. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus mutabilis. Vorkommen, Färbung. Thomas (6), p. 140—141. 

Sciurus mutabilis. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus niger. Southern Fox Squirrel, Vorkommen. Chapman, Fr. (1) p. 334. 

Sciurus niger, Skelett, Muskeln. Bardeleben, p. 356, 370. 

Sciurus niger. Färbung, Vorkommen. Rhoads (1), p. 158. 

Sciurus niger bimitis. Texan Fox Squirrel. Vorkommen. Allen (2), p. 183. 

Sciurus ochraceus. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus palliatus. Haarkleid, Färbung, Ostafrika. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus palliatus. Vorkommen. Thomas (6), p. 140. 

Sciurus pauli spec. nov. von Deutsch-Ostafrika. Haarkleid, Färbung, 
Gebiss, Vorkommen. Matschie (9), p. 256—258. 

Sciurus poensis. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus poensis. Färbung. Kamerun. Matschie (3) p. 129—134. 

Sciurus prevosti. Muskulatur. Parsons, p. 252, 254, 260, 276, 280, 283. 

Sciurus punctatus. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus pyrrhopus. Färbung, Haarkleid. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus rufobrachiatus. Zähne, Hinterfuss. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus rufobrachiatus. Färbung. Kamerun. Matschie (3) p.129—130. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 189. 345 


Seiurus (Xerus) rutilus von Djibontie. Genauere Besprechung. Oustalet 
(2) p. 73-78. 

Seiurus subgen. Xerus rutilus von Ostafrika. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus spee. Vulgärname, Vorkommen, Lebensweise. Matschie (2), p.61. 

Seiurus stangeri. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus Styani spec. nov. Färbung, Haarkleid, Schädel, Maasse d. 
Körpers, Vorkommen. Thomas (9), p. 363—364. 

Sciurus syriacus. Matschie (9), p. 257. 

Seiurus vulgaris von Deutsch-Ost-Afrika. Gebiss, Schädel. Untere Kante 
des Eckfortsatzes ist wie bei d. herbivoren Beutelthieren ziemlich stark einwärts- 
gebogen. Noack (1), p. 556. 

Sciurus vulgaris. Haare. Meijere, p. 338—389. 

Seiurus vulgaris. Vorkommen in der Waldfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Sciurus vulgaris. Färbungsvarietäten u. Anomalien. Kempen p. 76—85. 

Sciurus vulgaris. Matschie (9), p. 257. 

Sciurus vulgaris in Böhmen. Kafka. 

Spermophilus. Mehrere Species aus Böhmen. Kafka. 

Spermophilus citillus, gemein. Ziesel aus Deutschland. Haarkleid, Farbe, 
Lebensweise, Schaden. Müller, Adf. 

Spermophilus eitillus. Verbreitung, Vulgär-Name, Ausrottung, Jagd, Lebens- 
weise. Wurm, p. 1—10. 

Spermophilus citillus bei Schumla. Vorkommen. Pollak bei Nehring (3), 
p. 147—150. 

Spermophilus eversmanni. Gebiss, Schädel. Noack (1), p. 556. 

Spermophilus eversmanni, fossil, vom Janagebiet. Tschersky, p. 33—34, 
p. 44—48, 

Spermophilus Franklin. Vorkommen, Lebensweise, Schaden, Ausrottung, 
Nutzen. Varigny, p. 13—14. 

Spermophilus Frankl. im Prairiengebiet massenhaft. Fleisch soll schmack- 
haft sein. Ist meist Vegetar. Zaeher p. 270-275, 297—301. 

Spermophilus guttatus. Rücken-Schwanzhaare. Meijere, p. 390. 

Spermophilus mexicanus. Muskulatur. Parsens, p. 252, 253, 260, 276, 
281, 283. 

Spermophilus mexicanus in Texas u. Neu Mexieo. Winterschlaf. Wohnt 
nur in unbebauten Landstrichen. Zacher p. 270— 275, 297—301. 

Spermophilus mexicanus. Geographische Verbreitung, Lebensweise. 
Varigny, p. 12. 

Spermophilus mexicanus. Mexican Spermophile. Maasse, Vorkommen. 
Allen (2), p. 182. 

Spermophilus Richardsoni. Verbreitung. Vegetarier, auch Fleischfr. Ver- 
giftungsarten. Zacher p. 270—275, 297—301. 

Spermophilus Richardsoni. Geographische Verbreitung. Varigny, p.14. 

Spermophilus Richardsoni elegans. Vorkommen, Schaden, Ausrottung, Magen, 
Lebensweise der Spermophilen. Varigny, p. 14—15. 

Spermophilus rufus. Vorkommen in der subarctischen Fauna, fossil. Nüesch, 
p. 701. 

Spermophilus rufus. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 278—2%. 

Spermophilus spilosoma annectens. Padre Island Spermophile. Vorkommen. 
Allen (2), p. 182—183. 


346 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Spermophilus spilosoma obsoletus subsp. Kennicotti. Vorkommen, Färbung, 
Lebensweise, Schaden. Varigny, p. 14. 

Spermophilus spilosoma obsoletus. Vorkommen. Scheu. Farbe steht im 
Einklang mit d. Umgebung. Vegetar. Zacher p. 270—275, 297—301. 

Spermophilus tredecimlineatus im Innern N. Amerikas, bewohnt Prairien. 
Farbe ähnl. den umherliegend. Aststücken. Winterschlaf v. 6—7 Mon. Nährt 
sich auch v. animal. Kost (Ameisen, Käfer, Heuschr.). Zacher p. 270—275 u. 
297—301. 

Spermophilus tredecimlineatus. Vorkommen, Lebensweise, Färbung, Schaden. 
Varigny, p. 11—13. 

Tamias striatus lysteri. Shryock p. 347—348. 

Tamias striatus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 389. 

Tamias striatus. Haarkleid. Meijere, p. 388. 

Tamias striatus Iysteri. Vorkommen. Allen (1), p. 104. 

Xerus capensis. Körpermaasse. Noack (3) p.53—81, 82. 

Xerus erythropus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Xerus erythropus. Stachelhaare, Rückenhaar. Meijere, p. 389. 

Xerus getulus. Muskulatur. Parsons, p. 252, 253, 265, 276, 283. 

Castoridae: Castoridae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342, 

Castor canadensis Fig.13 p. 329, Fig. 40. Schwanz p. 387. Schuppen, 
Haarkleid. Meijere, p. 3837—388. 

Castor canadensis. Muskulatur. Parsons, p. 252, 254, 262, 276, 279, 282. 

Castor canadensis Beaver. Vorkommen. Chapman, Fr. (1) p. 334. 

Castor canadensis. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Castor canadensis. Beaver. Vorkommen. Allen (1), p. 104. 

Castor europaeus von der Elbe. Friedrich. 

Castor fiber. Postpliocän. Russland. Stouckenberg p. 155—159. 

Castor fiber aus Böhmen, Kafka. 

Castor fiber aus Deutschland. Ohr, Auge, Haarkleid, Haut, Gebiss, Secretion, 
geographische Verbreitung, Lebensweise. Müller, Adf. 

Castor fiber. Vorkommen in der Fauna des Cervus elaphus, fossil. Nüesch, 
p. 701. 

Castor fiber. Schädeltheile.. Pfahlbauten d. Schweiz. Glur p. 1—56. 

Castor fiber. Vf. erbringt den Beweis, dass der Biber im westl. Norwegen 
noch vorkommt. Olsen p. 27—29. 

Castor fiber. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Castor fiber canadensis. Vorkommen. Rhoads (5), p. 390. 

Castor fiber. Vorkommen, Ausrottung, Schaden, Lebensweise. Mingaud, 
p. 796. 

Castor fiber von Deutsch-Ost-Afrika. Schädel, Gebiss. Noack (1), p. 556. 

Geomyidae: Geomys hispidus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Geomys personatus. Vorkommen. Allen (2), p. 171—172. 

Geomys scalops spec. nov. Färbung, Haarkleid, Schädel, Gebiss, Körper- 
maasse, Schädel-Maasse, Vorkommen. Thomas (14) p. 436—438. 

Geomys tuza. Färbung, Vorkommen, Rhoads (1), p. 159. 

Geomys tuza. Floridana Gopher, Färbung, Haarkleid. Chapman, Fr. (1) 
p. 339. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 347 


Heteromyidae: Dipodomys parvus spec. n. ähnl. D. Merriami: 
Maasse. Schädelmaasse.. Rhoads (7) p. 67—71. 

Perognathus baileyi spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel (Fig.1), 
Schädel-Maasse. Merriam (2), p. 262 u. 263. 

Perognathus columbianus spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel. 
Merriam (2) p. 263—264. 

Perognathus conditi spec. nov. Maasse, Schädel, Vorkommen. Allen 
(6), p. 318—319. 

Perognathus flavus mexicanus subspec. nov. Vorkommen, Färbung, 
Schädel. Merriam (2), p. 265—268. 

Perognathus (Chaetodipus) intermedius camescens subspec. nov. 
Vorkommen, Färbung, Schädel. Merriam (2), p. 267—268. 

Perognathus latirostris spec n. DBeschreib. (Färbung, Schädelmaasse). 
Abbild. d. Schädels. Rhoads (8) p. 185—197. 

Perognathus longimembris panamintinus subspec. nov. Vorkommen, 
Färbung, Schädel. Merriam (2), p. 265. 

Perognathus (Chaetodipus) nelsoni spec, nov. Vorkommen, Färbung, 
Schädel. Merriam (2), p. 266. 

Perognathus mevadensis spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel, 
Gebiss. Merriam (2), p. 264. 

Perognathus paradoxus. Texas Pocket Mouse. Färbung, Haarkleid, Vor- 
kommen. Allen (2), p. 172—174. 

Perognathus priceöi spec. nov. Haar, Maasse, Schädel, Vorkommen, 
Färbung. Allen (6), p. 317—318. 

Perognathus (Chaetodipus) stephensi spec. nov. Vorkommen, Färbung, 
Schädel. Merriam (2), p. 267. 


Myomorpha. 


Muridae: Calomys flavescens von Yukatan. Verglichen mit Isomys abyss. 
Schädel. Noack (1), p. 558. 

Oricetomys gambianus. Haare, Schuppen. Meijere, p. 381. 

Cricetomys gambianus von Bukoba. Schaden, Nutzen, Lebensweise, ist nicht 
bissig, Name. Emin bei Noack (1), p. 528. 


Dasymys longicaudatus spec. nov. aus Nord-Kamerun. Tullberg. 

Dendromys pumilio (?) vom Westufer des Vietoria-Nyansa. Lebensweise, 
Emin bei Noack (1), p. 528. 

Gerbillus aegyptius (Gerb. Oliv.). Vorkommen. Oustalet (2) p. 73—78. 

Gerbillus boehmi von Ostafrika. Schädelforamina, Gebiss. Noack (1) p. 557. 

Gerbillus (Dipodillus) dasyurus. Verbreitung. Thomas (3), p. 450. 

Golunda fallax. Hautgebilde, Färbung, Gebiss. Matschie (8), p. 205. 

Isomys dorsalis. Vorkommen. Thomas (6), p. 142. 

Isomys abyssinicus von Ostafrika... Schädel, Gebiss, Maasse. Noack (1), 
p. 557—558. 

Lophiomys imhausii A.M.Edw. 1 Abbild. Lebt auf fels. Terrain, frisst 
Vegetabilien; in d. Gefangensch. scheu, temperamentlos, wenig wählerisch in der 
Nahr., Farbe. Kuil (1) p. 134—138. 

Lophuromys sikapusi. Haare. Meijere, p. 381. 


348 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Megalomys piloride. Haare. Schuppen. Meijere, p. 380. 

Cricetomys gambianus. Vorkommen. Thomas (6), p. 142. 

Meriones leucogaster v. Leschumoplateau. Lorenz p. 59—67. 

Meriones von Mpapua. Emin bei Noack (1), p. 525. 

Meriones am Ussanga. Emin bei Noack (1), p. 526. 

Dipodillus Simoni. Haare. Meijere, p. 378. 

Echiothriw leucura. Schuppen, Haare. Meijere, p. 382. 

Meriones Schlegelii. Haare. Meijere, p. 382. 

Meriones u. (Mus spec.) von Bussisi am Creek des Vietoria-Nyansa. Emin 
bei Noack (1), p. 527. 

Microtus zwei n. sp. Von Australien. Schädel mit ostafrikanischen 
etc. Species verglichen. Noack (1), p. 538. 


Microtus glareolus. Vorkommen. Aplin (2), p. 54. 

Mictumys gen. nov. Beschreibung. Schädel. True (6). 

Mictomys innuitus sp. n. Vorkommen. True (6). 

Mus. Mehrere Species von Böhmen. Kafka. 

Mus zur Quaternärzeit. Vorkommen. Riviere p.359. 

Mus abessinicus. Färbung, Kralle an d. Aussenzehe. Matschie (8), p. 205. 

Mus agrarius aus Deutschland. Lebensweise, Färbung, geograph. Ver- 
breitung. Müller, Adf. 

Mus agrarius. Färbungsvarietäten. Kempen p. 76—85. 

Mus alexandrinus. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 338. 

Mus alexandrinus. White-Bellied Rat. Vorkommen. Allen (2) p. 174. 

Mus alexandrinus. Haut. Meijere, p. 381. 

Mus alexandrinus. Vorkommen. Rhoads (1), p. 159. 

Mus armandville. Haut. Meijere, p. 384. 

Mus arianus griseus subspec, nov. Maasse. Mountains of C. 
Kaschm. True (3) p. 1—16. 

Mus bactrianus. Maasse. Vorkommen. True (3) p. 1—16. 

Mus Burtoni. Vorkommen. Thomas (17), p. 204—205. 

Mus decumanus. Brown Rat; Wharf Rat. Vorkommen. Alien (2), p. 174. 

Mus decumanus, Fig.22 p.337. Schwanzschuppen, Haare. Meijere, p. 380 
— 381. 

Mus decumanus. Brown Rat. Vorkommen. Allen (1) p. 101. 

Mus decumanus. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 338. 

Mus decumanus. Ovarium. Henneguy, p. 1-37, 39. 

Mus decumanus. Vorkommen. Rhoads (1), p. 159. 

Mus decumanus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 390. 

Mus decumanus aus Europa. Schädel. Reeker. 

Mus dolichurus. Eingehende Beschreibung. Noack (3) p.53—81, 32. 

Mus dolichurus. Maasse, Vorkommen. Thomas (6), p. 141. 

Mus dolichurus. Grösse wie bei M. neumanni Mtsch. spec. nov. Matschie 
(8) p. 204. 

Mus dorsalis. Haarkleid, Schädel, Gebiss. Matschie (8), p. 204. 

Mus flavicollis. Maasse verglich. mit denen v. M.sylvat. Farbe, Skelett. 
De Winton p. 442—445. 

Mus hypoxanthus. Färbung. Kamerun. Matschie (3) p. 129—134. 

Mus lehocla. Eingehende Beschreibung. Noack (3) p. 55—81, 82. 

Mus (Lemniscomys) lineatus. Skelett, Maasse. Noack (3) p.53—81, 82. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 349 


Mus sp. v. Phoberg. Lorenz p. 59—67. 

Mus microdon von Ost-Afrika. Schädel, Gebiss. Noack (1), p. 557. 

Mus minutoides von Deutsch-Ost-Afrika. Färbung. Emin bei Noack, p.525. 

Mus minutus aus Deutschland. Haar, Färbung, Extremitäten, Lebensweise, 
Müller Adf. 

Mus modestus. Vorkommen. Thomas (6), p. 141. 

Mus musculus. Nerfs du myocarde. Retzius bei Jacques, p. 627. — Vor- 
kommen. BRhoads (1) p.159 und (5) p. 390. — Färbung, Vorkommen. Allen (1) 
p. 102 u. (2) p.175. — Ovarium. Henneguy, p.14—15. — Parotis. Mayer, 
p. 177 -191. — In Dentsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1) p. 524. — Vorkommen. 
Färbung. Aplin (1), p. 308. — Respirationsorgan. G&öppert (1), p. 136. — 


Färbungsvarietäten. Kempen p. 76-85. — Untersuchung d. Zahnschmelzes. 
Preiswerk p. 687—690. — Gebiss. Woodward (2) p. 619—631. — Vorkommen. 
Oustalet (2) p. 73—78. — Ohr. Beauregard p. 366—413. — Gehörnerv. 


Cannieu p. 8S7—153. — Ovum. Holl p. 297—315. — Extrauterine Schwanger- 
schaft. Lataste (2) p 112—-115. — Aus China. Krankheit, Läuse. Landois 
(8). — Aus Deutschland, Lebensweise, Gebiss, Schaden. Müller, Adf. — Von 
Bukoba. Emin bei Noack (1), p.529. — Vorkommen. Chapman, Fr. (1), 


p.339. — Haut. Meijere, p.381. — Reaktion auf Temperaturveränderungen. 
Pembrey. — Befruchtung des Eies, Sobotta, p. 220—223. — Wachsthums- 
geschwindigkeit. Saint-Loup, Remy (1). — Arteria omphalo-mesenterica. Ravn 
p- 420—424. 


Mus neumanni spec. nov. Haarkleid, Färbung, Ohr, Gliedmassen, 
Krallen, Warzen, Schädel, Schädelmaasse; Bau und Anordnung der Zähne wie 
d. v. M. dorsalis. Vorkommen. Matschie (8), p. 204—205. 


Mus rattus von Ost-Afrika. Spuren geschwundener Zähne deutlicher als 
bei M. decumanus. Schädel, Gebiss. Noack (1), p.557. — Gehörmerv. Can- 
nieu p. 87—153. — Isahellismus. Maasse. Landois (5). — Glandula sub- 
maxillaris. Löwenthal p. 223—229. — Vorkommen. Oustalet (2) p. 73—78. — 
Untersuchung d. Zahnschmelzes. Preiswerk p. 687—690. — Arteria omphalo- 
mesent. Ravn p. 420-424. — Von Kaschmir. True (3) p. 1—16. — Färbungs- 
varietäten. Kempen p. 76--85. — Vorkommen. Rhoads (5), p.390. — Nerfs 
du myocarde. Berkley bei Jacques, p. 627. — Aus Europa, Schädel. Reeker 
(1). — Aus Westfalen, Haarkleid, Färbung, Auge. Landois (5) — Cortische 
Membran. Coyne et Cannieu, p. 176—178. — Vorkommen. Chapman, Fr. (1), 
p. 339. — Verbreitung. Thomas (3), p.450. — Haut. Meijere, p. 331. — 
Aus Westfalen, Ausrottung. Landoeis (2). — Nervenendigungen in männ- 
lichen Geschlechtsorganen. Timofeew, p. 3422—348. — Von Deutsch - Ost- 
Afrika (Tembes der Wagogo u. Waniamuesi). Schaden. Emin bei Noack (1) p. 524 
— 25. — Milchdrüse, Parotis. Mayer, p. 177—191. — Ovarium. Henneguy, p. 23. 

Mus (Isomys) rufocanus spec. nov. aus Nord-Kamerun. Tullberg. 

Mus spec. von Bukoba am Vietoria-Nyanssa. Emin. Echte Mäuse, Haare, 
Maasse, Extremitäten, Haut, Schädel, Gebiss. Noack (1), p. 569—571. 

Mus sylvaticus aus Deutschland, Farbe, Haarkleid, Lebensweise, Schaden. 
Müller, Adf. 

Myodes lemmus. Haare, Meijere, p.3S0. 

Myodes lemmus aus Westfalen, fossil. Gebiss. Nehring (5). 

Myodes nigripes sp. n. Farbe, Maasse, Vorkommen. True (6). 

Myodes. 2 sp. aus Böhmen. Kafka. 


350 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Myodes torquatus. Vorkommen in der arctischen Fauna, fossil. Nüesch 
p. 700. 

Myodes torquatus aus Westfalen. fossil. Gebiss. Nehring (5). 

Nesokia bengalensis. Haare, Schuppen. Meijere, p. 381. 

Nesokia setifera. Haare. Meijere, p. 381. 

Pachyuromys Duprasi. Haut. Meijere, p. 379. 

Pithecheir melanurus. Schuppen. Meijere, p. 382. 

Phloeomys cumingi. Schädel. Nehring (1), p. 179—184. 

Phloeomys pallidus. Vorkommen, Varietät, Färbung, Haarkleid, Schädelunter- 
schiede v. Phl. cumingi, Gebiss, Schädelmaasse, Skelett. Nehring (1), p. 179—184. 

Phloeomys (?) schadenbergi n. sp. aus Nord-Luzon. Farbe, Haarkleid, 
Maasse. Meyer (3). 2 p. 

Saccostomus lapidarius am Zambesi. Lorenz p. 59-- 67. 


Crieetidae: Cricetus frumentarius Hamster aus Deutschland. Haarkleid, 
Farbe, geographische Verbreitung, Lebensweise, Schaden. Müller, Adf. 

Cricetus frumentarius. Schaden, Ausrottung, Vulgär-Namen, Verbreitung. 
Wurm, p. 11—13. 

Cricetus frument. aus Böhmen. Kafka. 

Cricetus nigricans von Ostbulgarien u. Dagestan. Färbung, Haarkleid, 
Schädel, Gebiss, Varietät, Vorkommen. Nehring (3), p. 147-150. 

Cricetus nigricans v. Kaukasus u. Abchazien. Vavra. 

Oricetus vulgaris. Haare, Meijere, p. 379—380. 

Cricetus vulgaris. Verbreitung. Nehring (2), p. 15—32, T. III. 

Oricetus vulgaris. Vorkommen in der subaretischen Fauna, fossil. Nüesch, 
p. 701. 

Habrothri« olivaceus gehört zu Ichthyomys. Vorkommen. Aplin (1), p. 308. 

Hallomys audeberti. Haut. Meijere, p. 380. 

Hesperomys brusiliensis. Schuppen, Haare. Meijere, p. 380. 

Hesperomys dolichonyx. Färbung, Maasse. Philippi (2). 

Hesperomys dolichonyx cinnamomea. Philippi (2). 

Hesperomys flavescens. Schuppen, Haare. Meijere, p. 380. 

Hesperomys glirinus. Maasse, Färbung. Philippi (2). 

Hesperomys lanatus. Färbung, Maasse. Philippi (2). 

Hesperomys puerulus. Färbung, Maasse. Philippi (2). 

Hodomys alleni. Färbung, Schädel, Maasse, Vorkommen. Merriam (1) p. 232 
—235. 

Hodomys vetulus spec. nov. Vorkommen, Färbung, Haarkleid, Schädel, 
Gebiss, Schädel-Maasse. Merriam, p. 236—237. 

Hypogeomys antimena. Schuppen, Haare. Meijere, p. 380. 

Neotoma Sayand. Vorkommen. Merriam, p. 239—242. 

Neotoma arizonae. Verbreitung. Merriam (1), p. 248. 

Neotoma beileyi. Vorkommen. Merriam (1), p. 244. 

Neotoma bryanti. Verbreitung. Merriam (1), p. 246. 

Neotoma californica. Vorkommen. Merriam (1), p. 247. 

Neotoma campestris spec. nov. Färbung, Maasse, Schädel, Vorkommen. 
Allen (6), p. 322—323. 

Neotoma cinerea. Vorkommen. Merriam (1), p. 249. 

Neotoma cinerea drummondi. Vorkommen. Merriam (1) p.249. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 351 


Neotoma cinerea occidentalis. Vorkommen. Merriam (1), p. 249. 
Neotoma desertorum. Vorkommen. Merriam (1), p. 247. 
Neotoma desertorum sola. Vorkommen. Merriam (1), p. 248. 
Neotoma drummondi. Vorkommen. Merriam (1), p. 249. 
Neotoma fallax. Vorkommen. Merriam (1), p. 246. 

Neotoma ferruginea. Vorkommen. Merriam (1), p. 246. 
Neotoma floridana. Vorkommen. Merriam (1), p. 244. 

Neotoma floridana. Vorkommen. Chapman (1), Fr., p. 339. 


Neotoma fulviventer. Vorkommen. Merriam (1), p. 245. 

Neotoma fuscipes.. Vorkommen. Merriam (1), p. 246. 

Neotoma fuscipes dispar. Vorkommen. Merriam (1), p. 247. 

Neotoma fuscipes macrotis. Vorkommen. Merriam (1), p. 246. 

Neotoma fuseipes streatori. Vorkommen. Merriam (1), p. 247. 

Neotoma grangeri spec. nov. Färbung, Maasse, Schädel, Vorkommen. 
Allen (6), p. 324—325. 


Veotoma intermedia. Vorkommen. Merriam (1), p. 247. 
Neotoma intermedia spec. n. Färbung, Maasse, Schädel - Maasse, 
Rhoads (7) p.67—71. 


Neotoma intermedia albigula. Vorkommen. Merriam (1), p. 248. 
Neutoma intermedia angusticeps. Vorkommen. Merriam (1), p. 248. 
Neotoma intermedia gilva. Vorkommen. Merriam (1), p. 247 u. 248. 
Neotoma intermedia melanura. Vorkommen. Merriam, p. 248, 
Yeotoma latifrons. Vorkommen. Merriam (1), p. 243. 
Neotoma lepida. Vorkommen. Merriam (1), p. 248. 
Neotoma leucodon. Vorkommen. Merriam (1), p. 243, 
Neotoma macrotis simplex subspec, n. Schädel, Maasse. Californ. 
True (8). 3p. 
Neotoma magister. Vorkommen. Merriam (1), p. 244. 
Neotoma magister. Vorkommen. Rhoads (5), p. 390. 
Neotoma mexicana. Vorkommen. Merriam (1), p. 245. 
Neotoma mezxicana bullata. Vorkommen. Merriam (1), p. 245. 
Neotoma micropus. Texas Wood Rat, Vorkommen. Allen (2), p. 175. 
Neotoma micropus. Vorkommen. Merriam (1), p. 244. 
Neotoma micropus. Schädel, Maasse. Allen (5), p. 233—246. 
Neotoma micropus canescens. Vorkommen. Merriam (1), p. 244. 
Neotoma monochroura. Vorkommen. Merriam (1), p. 246. 
Neotoma monochroura spec. n. Färbung, Maasse, Schädel-Maasse 
Gebiss. Rhoads (7) p. 67”—71. 
Neotoma oceidentalis fusca subspec. n. Vorkommen. True (8). 3p. 
Neotoma orizabae. Vorkommen. Merriam (1), p. 245. 
Neotoma orolestes. Vorkommen. Merriam (1), p. 245. 
Neotoma pennsylvanica. Vorkommen. Merriam (1), p. 244. 


Neotoma pinetorum. Vorkommen. Merriam (1), p. 245. 

Neotoma splendens sp. n. Beschreibung, Vorkommen. True (8). 3 p. 

Neotoma venusta sp. n. Beschreib. Californ. True (8). 3p. 

Onychomys longipes. Texas Grasshopper Mouse. Vorkommen. Allen (2). 
p. 181. 


352 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Oryzomys palustris. Vorkommen, Maasse. Allen (2), p. 177. 

Oryzomys palustris natator. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 335. 

Oryzomys palustris vatator. Vorkommen. Rhoads (1), p 160. 

Oryzomys palustris natator. Vorkommen, Maasse. Allen (2), p. 177. 

Oryzomys palusiris texensis subspec. nov. Färbung, Maasse, Vorkommen. 
Allen (2), p. 177—179. 

Pachyuromys auricularis. Genaue Beschreibung: Haar, Ohr, Hand und 
Fuss, Nägel, Iris. Lebt auf offen. Grasfläch., nächtl. in Höhlen. Maasse, 
Schädel, Gebiss. Noack (3) p. 53—81, 82. 

Peromyscus americanus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 390—391. 

Phenacomys truwei spec. nov. Färbung, Maasse, Schädel, Gebiss, Vor- 
kommen. Allen (6), p. 331—332. 

Phyllotis griseo-flavus. Färbung, Haarkleid, Vorkommen. Matschie (2), p. 61. 

Ptyyssophorus elegans fossil, Schädel, Vorkommen. Merriam, p. 223—231. 

Neotoma rupicola spec. nov. Färbung, Maasse, Schädel, Vorkommen. 
Allen (6), p 323—324. 

Neotoma splendens. Vorkommen. Merriam (1), p. 246. 

Neotoma tenuicauda. Vorkommen Merriam (1). p. 245. 

Neotoma torquata. Vorkommen. Merriam (1), p. 245. 

Neotoma venusta. Vorkommen. Merriam (1), p. 248. 

Reithrodontomys humilis. Harvest-Mouse. Vorkommen. Chapman, Fr., 
p. 338. 

Reithrodontomys humilis (subsp.?). Vorkommen. Rhoads (1), p. 161. 

Reithrodontomys mexicanus fulvescens subspee. nov. Färbung, Maasse 
Vorkommen. Allen (6), p. 319—320. 

Saccostomus lapidarius. Eingehende Beschreibung. Noack (3) p. 53 
—81, 82. 

Scapteromys (Hesperomys) tumidus. Vorkommen. Aplin (1), p. 308. 

Sigmodon hispidus. Cotton Rat. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 338. 

Sigmodon hispidus littoralis. Färbung, Vorkommen. Chapman, Fr. (1), 
p- 338. 

Sigmodon hispidus littoralis (?). Schädel, Vorkommen. Rhoads (1), p. 160 
—161. 

Sigmodon hispidus texianus. Texas Cotton Rat. Maasse, Färbung, Vor- 
kommen. Allen (2), p. 175—177. 

Sigmodon minimus spec. n. v. New Mexico. Beschreibung. Mearns 
p. 129—130. 

Sitomys americanus arizonade subspee. nov. Färbung, Maasse, Vor- 
kommen. Allen (6), p. 321—322. 

Sitomys americanus artemisiae spec. nov. Vorkommen, Färbung, 
Schädel-Maasse. Rhoads (3), p. 260 u. 261. 

Sitomys americanus canadensis. Canadian White-Footed Mouse. Vorkommen. 
Allen (1), p. 172. 

Sitomys americanus gossypinus. Vorkommen, Maasse, Schädel, Färbung. 
Chapman (1), Fr., p. 335 —336,. 

Sitomys americanus gossypinus. Vorkommen. Rhoads (1), p. 159. 

Sitomys aureolus. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 335. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 353 


Sitomys floridamus. Big Eared-Dear Mouse. Vorkommen, Haarkleid. Chap- 
man, Fr. (1), p. 336—337. 

Sitomys herroni migellus subspec. nov. Vorkommen, Schädel. Bhoads 
(3), p- 257 u. 258. 

Sitomys insolatus spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel, Gebiss, 
Schädel-Maasse. Rhoads (3), p. 253—257. 

Sitomys keeni spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel, Schädel-Maasse. 
Rhoads (3), p. 258. 

Sitomys macrorhinus spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel, 
Schädel-Maasse. Rhoads (3), p. 259 u. 260. 


Sitomys mearnsü. Mearnss White-Footed Mouse. Maasse, Färbung. 
Allen (2), p. 179—181. 


Sitomys megacephalus spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel, 
Gebiss, Schädel-Maasse. Rhoads (3), p. 254—256. 

Sitomys niveiventris. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 337. 

Sitomys niveiventris subgriseus \?). Färbung, Haarkleid, Vorkommen. 
Rhoads (1), p. 160. 

Sitomys niveiventris subgriseus. Vorkommen. Chapman, Fr. (1) p. 337—338. 

Sitomys (Baiomys) taylori. Taylor's Mouse. Vorkommen. Allen (2), p. 181. 

Sitomys taylori (Texas). Gebiss, Schädel. True (2) p. 757—758. 

Baiomys subgen. nov. Beschreib., Schädel. True (2) p. 757—1758. 

Xenomys nelsoni. Vorkommen, Färbung, Schädel, Gebiss, Schädel-Maasse. 
Merriam, p. 237—239. 


Arvieolidae: Arvicola agrestis aus Deutschland. Färbung, Gebiss, geo- 
graphische Verbreitung, Lebensweise, Schaden. Müller, Adf. 


Arvicola (Neofiber) alleni. Florida Round- Tailed Muskrat. Vorkommen. 
Chapman, Fr. (1) p. 334—335. 

Arvicola amphibius. Vorkommen in der arctischen Fauna. Nüesch, p. 700. 

Arvicola amphibius (kurzschwänzige Maus) aus Deutschland. Farbe, Lebens- 
weise, Schaden. Müller, Adf. 

Arvicola amphibius. Respirationsore. Göppert (1), p. 136. 

Arvicola 2 sp. fossil. Fundort. 's'schersky, p. 33—34, p. 44—48. 

Arvicola albicauda sp. n. Farbe, Maasse, Vorkommen. True (3) 
p. 1—16. 

Arvicola amphibius. Färbungsvariationen. Kempen p. 76—85. 

Arvicola amphibius von Ostsibirien. Schädel mit den ostafrikanischen 
Species verglichen. Noack (1), p. 558. 

Arvicola arvalis s. arvensis aus Deutschland. Farbe, Haarkleid, geographische 
Verbreitung, Lebensweise, Schaden, Ausrottung d. Mäuse. Müller, Adf. 

Arvicola arvalis. Nestbau. Wacquant-Geozelles (2), p. 144—146. 

Arvicola borealis. Vorkommen, Schädel. Rhoads (2), p. 285. 

Arvicola chrotorrhinus. Bufous-Nosed-Meadow Mouse. Vorkommen. Allen 
(1), p. 102. 

Arvicola (Pedomys) cinnamomeus. Schädel, Dentition, Vorkommen. Allen 
(1), p.330—331. 

Arvicola (Mynomes) drummondi. Vorkommen, Schädel, Färbung, Schädel- 
Maasse. Rhoads (2), p.287 u. 288. 

Arch. £. Natuigesch. Jahrg. 18956. Bd. II. H.1. 2 


D 
[3% 


354 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Arvicola fertilis spec. n. Maasse, Färbung, Gebiss, Vorkommen. 
True (3) p.1—16. 

Arvicola glareolus. Vorkommen in der arctischen Fauna, fossil. Nüesch, p. 700. 

Arvicola glareolus. Neave p. 109—110. 

Arvicola glareolus aus Dentschland. Schaden, Farbe, Lebensweise. Müller, Adf. 

Arvicola gregalis aus Westfalen, fossil. Gebiss. Nehring (5). 

Arvicola gregalis. Vorkommen in der aretichen Fauna, fossil. Nüesch, p. 700. 

Arvicola (Pedomys) haydenii. Fundort, Maasse, Schädel-Maasse, Färbung, 
Allen (6), p. 3238—330. 

Arvicola insperatus spec. nov. Schädel, Dentition (M!), Maasse, Vor- 
kommen. Allen (7), p. 347. 

Arvicola leucophaeus spec. nov. Färbung, Maasse, Schädel, Vorkommen. 
Allen (6), p. 320—321. 

Arvicola montosa sp. n. Genaue Beschreib. Centr.- Kaschmir. True 
(3) p.1—16. 

Arvicola pennsylvanicus. Vorkommen. Rhoads (5), p.391. 

Arvicola pinetorum. Vorkommen. Rhoads (5), p. 391. 

Arvicola pinetorum. Pine Morse, Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 335. 

Arvicola pinetorum. Kurze Bem. Shryock p. 347—348. 

Arvicola nivalis. Vorkommen in der arctischen Fauna, fossil. Nüesch, p. 700. 

Arvicola ratticeps. Vorkommen in der arctischen Fauna. Nüesch, p. 700. 

Arvicola riparius Meadow Mouse. Vorkommen. Allen (1), p. 102. 

Arvicola riparius. Schuppen, Haare. Meijere, y. 380. 

Arvicola terrestris aus Deutschland. Färbung, Lebensweise, Schaden, Jagd 
Müller, Adf. 

Arvicola (Tetramerodon) tetramerus spec. nov. Gebiss, Vorkommen, 
Haarkleid, Färbung. Rhoads (2), p.282 u. 283. 

Arvicola (mehrere Spec.) aus Böhmen. Kafka. 

Evotomys californieus. Gebiss, Färbung. Rhoads (2). p. 284. 

Evotomys fuscodorsalis spec. nov. Färbung, Maasse, Schädel, Vor 
kommen, Gebiss. Allen (1), p. 103—104. 

Evotomys gapperi. Vorkommen. Rhoads (5), p. 391. 

Evotomys gapperi. Kurze Bemerk. Shryock p. 347—348. 

Evotomys gapperi. Red-Backed Mouse. Vorkommen. Allen (1), p. 102—103, 

Evotomys gapperi saturatus subspec. nov. Schädel, Gebiss, Schädel- 
Maasse, Vorkommen. Rhoads (2), p. 234—285. 

Evotomys oceidentalis. Gebiss, Färbung. Rhoads (2), p. 284. 

Evotomys pygmaeus spec. nov. Vorkommen, Färbung, Haare, Schädel, 
Schädel-Maasse, Gebiss. Rhoads (2), p. 284. 

Fiber zibethicus. Schuppen, Haare. Meijere, p. 380. 

Fiber zibethicus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 391. 

Fiber zibethicus. Muskrat. Vorkommen. Allen (1), p. 104. 

Hypudaeus amphibius. Schuppen, Haare. Meijere, p. 380. 
Hypudaeus glareolus u. nival. aus Böhmen. Kafka. 

Synaptomys cooperi. Vorkommen, Färbung. Rhoads (5), p. 391—392. 


Hystrichomorpha. 
Oetodontidae: Octodontidae. Vorkommen. &oeldi (1), p. 725. 
Aulacodus von Uganda. Emin bei Noack (1), p. 529. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 355 


Aulacodus gregorianus spec. nov. Schädel, Gebiss, Schädel-Maasse, 
(Milk-dentition). Vorkommen. Thomas (16), p. 202--204. 

Aulacodus vom Westufer des Vietoria-Nyansa. Schädelfragment, Fell. 
Emin bei Noack (1), p. 528. 

Aulacodus swinderenianus. Muskeln. Parsons, p. 251, 257, 259, 276, 230, 283. 

Aulacodus swinderenianus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Aulacodus swinderenianus. Haare, Haut. Meijere, p. 385. 

Capromys furnieri. Schuppen, Haare. Meijere, p. 385. 

Capromys piloride. Muskeln. Parsons, p. 251, 259, 263, 264, 276, 281, 
282, 283, 284, 286, 291 etc. 

Ütenomys. Philippi, R A. (2). 

Otenomys brasiliensis. Färbung, Vorkommen. Aplin (1), p. 308—309. 

Ctenomys brasiliensis. Schuppen, Haare. Meijere, p. 337. 

Otenomys chilensis. Färbung, Maasse. Philippi, R. A. (2). 

Ctenomys magellanicus. Färbung, Vorkommen. Aplin (1), p. 308—309. 

Ctenomys pallidus. Färbung, Maasse. Philippi, R. A. (2). 

Ctenomys pernix. Färbung, Maasse. Philippi, R. A. (2). 

Ütenomys robustus. Färbung, Maasse. Philippi, R. A. (2). 

Dactylomys amblyonyx. Schuppen, Haare. Meijere, p. 385. 

Daciylomys typus. Schuppen, Haare. Meijere, p. 355. 


Dicoelopkorus, fossiler Nager. Praemolar an der bei (allodoniomys 
angegebenen Stelle. Noack (1), p. 558. 

Echimys. Vorkommen. “oeeldi (1), p. 725. 

Echinomys macrourus. Schuppen, Haare. Meijere, p. 387. 

Lasiuromys villosus. Haare. Meijere, p. 386. 

Loncheres eristata. Schuppen, Haare. Meijere, p. 336-387. 

Myopotamus bonariensis. Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Myopotamus coypus. Krallensohle, Matrix. Boas, p. 307. 


Myopotamus coypus. Fig.37. Schuppen, Haare. Meijere, p. 385. 

Myopotamus coypus. Vorkommen. Aplin (1), p. 313, 

Myopotamus coypus. Muskulatur. Parsens, p. 251, 256, 259, 277, 279, 
283, 293. 

Myopotamus coypus Mol. von Tornquist im Süden Argentiniens. Matschie 
(2), p. 61. 

Neoreomys limatus (Abbild.). Eocän. Patagonien. Ameghino (2) p. 259 
— 452. 

Octodon cumingü. Schuppen, Haare. Meijere, p. 396. 

Ociodon cumingiü. Muskulatur. Parsons, p. 251, 256, 259, 274, 280, 283, 293. 

Pectinator spekei. Vorkommen. Oustalet (2) p. 73—78. 

Petromys typieus b. Rehoboth im Damaraland gefunden, auf Felsen lebend, 
Ohr, Färbung; Auge dunkelbraun, Extremit; Penis nach hinten gerichtet, 
Serotum nicht sichtbar, Haar. Lebt v. Blumen, Knospen. Körpermaasse, 
Schädelmaasse, Schädel, Gebiss. Noack (3) p. 53-81, 82. 

Petromys atavus Ameghino, fossil. Schädel, Gebiss, Vorkommen. Merriam, 
p- 231— 239, 


Hystrieidae: Acanthion javanicum, Fig. 36. Stacheln, Schuppen. Meijere, 
p. 383—384. 


23* 


356 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Atherura africana. Haut. Meijere, p. 332—383. 

Atherura fasciculata. Haut. Meijere, p. 382. 

Atherura macrura. Haut. Meijere, p. 332. 

Hystrie. 1 Spec. (Böhmen). Kafka. 

Hystrie von Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1), p. 524. 

Hystrix africae-australis. Schädel, Gebiss. Noack (1), p. 554—555. 
Hystrix eristata. Muskulatur. Parsons, p. 251, 254, 260, 275, 280, 282, 293. 
Hystrix eristata. Stacheln. Meijere, p. 383. 

Hystrix malabariensis. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Hydrochoerus capybara. Ligamentum talo-tibiale posticum. Tornier (1), p. 25. 
Trichys lipura. Haut. Meijere, p. 332. 


Lagostomidae: Chinchilla lanigera. Muskulatur. Parsons, p. 251, 253, 
263, 276, 281. 

Lagidium Meyen s. peruanum. Philippi, R. A. (2). 

Lagidium lutescens. Färbung, Maasse. Philippi, R. A. (2). 

Lagostomus incisus und cavifrons, fossile Nager. 3eckige Grube vor M! 
oben tiefer u. schärfer als bei d. recenten L. trichodactylus. Noack (1), p. 558. 

Lagostomus trichodactylus von Tornquist in Argentinien. Vulgär-Name, 
Matschie (2), p. 62. 

Lagostomus trichodactylus. Muskulatur. Parsons, p. 251. 257, 263, 276, 
281, 282, 

Perimys perpinguis, planaris, puellus (Abbild). Eocän. Patagonien. 
Ameghino (2) p. 259—452. 

Pedetidae: Pedetes capensis (caffer). Skelett. Bardeleben, p. 357. 

Caviidae: Caviidae. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 

Caviidae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Cavia. Gehirn. Chiarugi (2), p. 109—112. — Extr. aus Zool. Anz. 17. Jhg. 
p. 287. 

Cavia. Ovum. Holl p. 297—315. 

Cavia. Glandula submaxillaris. Löwenthal p. 223—229. 

Cavia aperea. Färbung, Vorkommen. Aplin (1), p. 309. 

Cavia aperea. Kreuzung, Färbung. Nehring (6), p. 1—6. 

Cavia aperea von Deutsch-Ost-Afrika. Gebiss, Schädel, alterthümlicher 
Typus. Zahlreiche Ahnen und Verwandte in den Pampas von Amegbino ge- 
funden. Noack (1), p. 555—556. 

Cavia. Ovarium. Henneguy, p. 23. 

Cavia australis. Vorkommen bei Tornquist, Stimme. Matschie (2), p. 61. 

Cavia cobaya var. angorensis. Haare. Meijere, p. 386. 

Cavia cobaya. Nervenendigungen in männlichen Geschlechtsorganen. Timo- 
feew, p. 342—348, 

Cavia cobaya. Kreuzung, Färbung. Nehring (6), p. 1-6. 

Cavia cobaya. Muskulatur. Parsons, p. 252, 257, 260, 276, 280, 282. 

Cavia leucoblephara. Vulgär-Name, Vorkommen bei Tukuman. Matschie 
(2) P- 61 u. 62. 

Ceredon rupestris. Muskulatur. Parsons, p. 252, 256, 260, 275, 282. 

Dolichotis patagonica von Tornquist im Süden Argentiniens. Matschie 
(2), p. 61. 

Hwydrochverus. Skelett. Tornier (2). p. 76. 

Hydrochoerus capybara, Fig. 31. Krallen. Boas, p. 307—308. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere wälrend des Jahres 1894. 357 


Hydrochoerus capybara. Vorkommen, Färbung. Aplin (1), p. 309—313. 

Hydrochoerus capybara. Ligamentum - talo - tibiale - posticum. Tornier 
(1) p. 25. 

Hwydrochoerus capybara. Rücken, Fig. 39, Haare. Meijere, p. 386. 

Dolichotis platycephala, fossil. Flache Grube vor M!. Noack (1), p. 558. 

Dasyproetidae: Dasyproctidae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Coelogenys paca. Muskulatur. Parsons, p. 251, 256, 260, 275, 280, 293. 

Coelogenys paca, Fig. 6 p. 321. Haare. Meijere, p. 385. 

Dasyprocta. Skelett. Tornier (2), p. 76. 

Dasyprocta aguti. Krallen. Boas, p. 307. 

Dasyprocta aguti. Rücken Fig. 38. Haare. Meijere, p. 386, 

Dasyprocta eristata. Muskulatur. Parsons, p. 251, 256, 263, 276, 280. 


Lagomorpha. 

Leporidae: Leporinae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Lepus. (Einige Spec.). Böhmen. Kafka. 

Lepus cuniculus. Pancreas-Secretion. Physiologie u. Pharmacologie. &ottlieb 
p. 203 bezw. Ausz. Naturw. Rundschau. 

Lepus cuniculus. Bewegungsphysiologie. Marey, p. 654-— 655. 

Lepus cuniculus. Genitalorgane. Bühler p. 399. 

Lepus zur Quaternärzeit. Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Lepus americanus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 393. 

Lepus americanus. Varying. Haare, Färbung. Allen (1), p. 101. 

Lepus americanus. Pelz, Färbung. Allen (4), p. 107—128. 

Lepus aquaticus. Vorkommen. Allen (2), p. 171. 

Lepus berberanus. Gebiss verglichen. Noack (1), p. 546. 

Lepus brasiliensis von Jujuy. Matschie (2), p. 62. 

Lepus callotis. Jackass Hare. Färbung, Haarkleid, Vorkommen. Allen (2), 
p. 169—170. 

Lepus cuniculus. BRespirationsergan. Göppert (1), p. 139. 

Lepus cuniculus. In d. Ganglien des Herzens kommt nur eine einzige Art 
von Zellen vor. Diese Elemente besitzen eine einzige Verlängerung. Kasem- 
Beck bei Jacques, p.626. — Fütterung. Graffenberger p. 57. — Ovarium. 
Henneguy p. 1—37, 39. — Rationelle Zucht. Linke, 81p. — Entwickl. der 
Kranzart. des Herzens (beim Embryo). Martin, H. p. 83—85. — Aus Deutsch- 
land, Farbe, geographische Verbreitung, Lebensweise, Jagd, Schaden. Müller, 
Adf. — Aus Deutschland, Geschmacksknospen in den blattförmigen Papillen. 
Lenhossek, M., die Geschmacksknospen in den blattförmigen Papillen d. 
Kaninchenzunge. — Aus Deutschland, Auge. Köttgen u. Abelsdorff, p. 521 
— 522. — Aus Deutschland, Anatomie. Langendorff, Pflügers Archiv f. Physiol. 
Bd. LXI p. 291, 1893. — Extr. aus d. Referat d. Naturw. Rundsch. X No. 44. 


— Aus Deutschland, Auge, Retina. Kallius, p. 529. — Nerfs cardiaques. 
Krause bei Jacques, p. 623. — Nervenendigungen in männlichen Geschlechts- 
organen. Timofeew, p. 342—348. — Aus Deutschland, Lympheirkulation. 


Ranvier, p. 1175, Extr. aus ein. Refer. d. Naturw. Rundsch., X p. 168. — 
Embryologisches. Assheton (1) p. 113—164, (2) p. 165--172, (3) p. 173—190- 
(4) p. 191—222. — Ovum. Holi p. 297—315. — Lehrbuch der Kaninchenzucht, 
Schuster (2). — Strong p. 400-406. — Färbungsvar. Kempen p. 76—85. 

Haut, Skelett, Schädel, Muskelsystem, Nervensystem, Sinnesorgane, 


358 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Sehorgan, Gehörorgan, Verdauungsapparat, Respirationsapparat, Cirenlations- 
apparat, Urogenitalapparat. Vogtu. Yung, p. 830-938. — Schwanzhaar. Meijere, 
p. 377. — Systeme nerveux du coeur. Vignal bei Jacques, p. 624. — Muskeln 
der Ohrmuschel. Ledouble, p.42. — Plage in Australien, Vernichtungs- 
versuche. Müller, C., p. 121—124. — Sinnesorgane. Disse p. 66—71. 

Cuniculus ferus. Schädelunterschiede von L. vulgaris. Gebiss zeigt primi- 
tiveren Character als bei L. vulgaris; Embryo, Schädel-Maasse. Noack (1) p.551 
—553. 

Lepus europaeus Fig. 22 u. 36. Krallenplatte, Matrix, Krallenwall u.s. w. 
Boas, p. 306—307. 

Lepus europaeus. Haarkleid, Fig.35, p. 377. Meijere, p. 378. 

Lepus glacialis. Vorkommen in der aretischen Fauna, fossil. Nüesch, p. 700. 

Lepus microtis. Schädel, Gebiss. Noack (1), p. 544. 

Lepus netscheri von Sumatra (vgl. Jentink, Cat. ost&ol. tab. 9), Fehlen der 
vorderen Einkerbung des Supraorbitalflügels, Supraorbitalflügel selbst rel. schwach 
Noack (1), p. 543. 

Lepus nigronuchalis spec. nov. ist Lep. brasiliens. ähnl. Färbung. 
Schädel, Vorkommen. Hartert p. 40. 

Lepus omanensis spec. nov. Verbreitung, Färbung, Schädel-Maasse. 
Thomas (3), p. 450-451. 

Lepus paludicola spec. nov. von Western Florida. Miller, Gerrit. 
and Outram Bangs, p. 105—108. 

Lepus timidus. Fortpflanzung. Kiep, p. 191. 

Lepus variabilis fossil, Fundort. Tschersky, p. 33--34, 44 — 48. 

Lepus palustris. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 340. 

Lepus palustris paludicola. Färbung, Vorkommen, Maasse, Schädel. Chap- 
man, Fr. (1), p. 340—341. 

Lepus Swinhoei (Lepus Tolai Swinh.). Haarkleid, Färbung, Körpermaasse, 
Schädel, Vorkommen. Thomas (9), p. 364-365. 

Lepus saxatılis von Tabora. Farbe, Haut. An der Küste selten, im Innern 
sehr häufig. Nutzen: Leckerbissen für die Neger. Aenderung der Färbung bei 
älteren Thieren. Maasse, Schädelmerkmale genau beschrieben. Unterschiede 
derselben von L. vulgaris unbedeutend. Gebiss. Ahnen d. Lagomorpha wahr- 
scheinlich Beutelthiere. Emin bei Noack (1), p. 525. 


Lepus sylvatieus. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 339. 

Lepus sylvaticus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 393. 

Lepus sylvaticus bachmani. Texan Wood Haare. Färbung, Vorkommen. 
Allen (2), p. 170—171. 

Lepus sylvaticus floridanus. Vorkommen. Chapman, Fr. (1). p. 339. 

Lepus sylvaticus pinetis subsp. nov. Haarkleid, Färbung, Maasse, Vor- 
kommen. Allen (7), p. 348—349. 

Lepus saxatilis von Deutsch-Ost-Afrika Farbe, Nutzen, Vorkommen bis 
4°n. Breite. Emin bei Noack (1), p. 525. 

Lepus texianus eremicus subspec. nov. Vorkommen, Maasse. Allen (7), 
p. 347— 348. 

Lepus tibetanus. Maasse, Vorkommen. True (3) p.1—16. 

Lepus timidus. Muskeln der Ohrmuschel. Ledouble, p. 42. 

Lepus timidus. Vorkommen in der Fauna der (ervus elaphus, tossil. 
Nüesch, p. 701. 


’ 


in der Naturgeschichte der Säugetliere während des Jahres 1894. 359 


Lepus timidus. Färbungsvariet Kempen p. 76—85. 

Lepus variabilis vom Ussuri. Verdoppelung der hinteren oberen Nagezähne. 
Hat nichts mit Zahnwechsel und Milchgebiss zu thun. Noack (1), p. 544. 

Lepus variabilis. Vorkommen in der Steppenfauna,. Nüesch, p. 701. 

Lepus vulgaris aus Deutschland. Haarkleid, Farbe, geographische Ver- 
breitung, Lebensweise, Schaden, Jagd. Müller, Adf. 

Lepus Whytei spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel, Maasse, 
Schädel-Maasse, Haarkleid. Thomas (6), p. 142. 

Carpolegus niger v. Ussuri. Noack (1) p. 551. 


Hystrichomorpha. 
Coöndidae: Cercolabes. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 
Cercolabes (Synetheres) insidiosa. Skelett. Bardeleben, p. 357. 
Cercolabes prehensilis. Stacheln. Wollhaar, Schuppen. Meijere, p. 384. 
Ohoetomys subspinosus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 
Choetomys subspinosus. Borsten, Schuppen, Haare. Meijere, p. 384. 
Erethizon dorsatus. Canada Porcupine. Vorkommen. Allen (1), p. 101. 
Erethizon dorsatus. Stacheln, Wollhaar. Meijere, p. 334. 
Erethizon dorsatus. Canada Porceupine. Vorkommen. Rhoads (5), p. 393. 
Erethizon dorsatus. Skelett. Bardeleben, p. 357. 
Sphingurus insidiosus. Stacheln, Haare, Schuppen. Meijere, p. 384. 
Sphingurus prehensilis. Muskulatur. Parsons, p. 251, 254, 260, 277, 279, 282, 
Synetheres prehensilis. Skelett. Bardeleben, p. 357. 
Eoeardidae: Callodontomys. Fossiler Nager, tab.9 fig. 27 bei Ameghino, 

Spuren geschwundener Zähne. Noack, p. 558. 

Dicardia fissa (Abb.). Eocän. Ameghino (2). 
Procardia elliptica (Abb.). Eocän. Ameghino (2). 


Myomorpha. 

Bathyergidae: Bathyeryus maritimus. Skelett, Muskeln, Nerven. Barde- 
leben, p. 356, 362, 371. 

Bathyergus maritimus Vorkommen. Lorenz p. 59—67. 

Georychus (Heliophobius?) von Bukoba. Lebensweise. Graben nur mit Vorder- 
füssen, Fangweise, Name. Emin bei Noack, p. 528. 

Georychus capensis. Lorenzriverthal, südl. Capl. Lorenz p. 59—67. 

Georychus capensis. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Georychus hottentottus, Fig. 15 u. 16. Haare. Meijere, p. 382, 

Georychus spec. von Sansibar. Emin. Schädel, Taf. 18, Fig. 10, 11. Ge- 
naue Beschreibung eines Z| Embryos als ersten, welcher wissenschaftlich unter- 
sucht worden ist. Haut, Extremitäten, Placenta, Schwanz-Maasse, Gebiss, Ab- 
stammung. Noack, p. 562—565. 

Heliophobius emini von Ostafrika. Gebiss, Schädel. Noack (1), p. 557. 

Myoscalops (Heliophobius) argentocinereus. Skelett. Bardeleben, p. 356, 

Heliophobius emini n. sp. Schädel und Gebiss. Taf. 18, Fig. 5—9. 
Maasse. Georychus sp. nacı Emin. Von Simba-Muenne. Genaue Beschreibung, 
Haar, Färbung. Klarheit über die unsicheren Verhältnisse von Georychus und 
Heliophob. kann nur d. genaue Besprechung jedes eingelieferten Exemplars u. 
d. genaue Studium des Schädels, besonders d. Interparietales u. Gebisses nach 
v--, bringen. Noack (1), p. 562. 


360 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaft. Leistungen 


Lagomorpha. 

Ochotonidae: Lagomys sp. Aus Westfalen, fossil. Gebiss. Nehring (5). 

Lagomys griseus. Maasse, Vorkommen. True (3) p. 1—16. 

Lagomys hyperboraeus vom Kentei-Gebirge. L. unterscheidet sich wie im 
Körperbau so ini Schädel und Gebiss weit von Lepus, ist wahrscheinlich aus 
anderem Stamme hervorgegangen. Noack (1), p. 553—554. 

Lagomys pusillus. Vorkommen in der subaretischen Fauna. Nüesch, p. 701. 

Lagomys roylei. Maasse, Vorkommen. True (3) p. 1—16. 


Ungulata (im Allgemeinen). 
Ingulaten. Krallengebilde, Matrixfläche. Boas, p. 308. 
Ungulata. Skelett. Muskeln. Bardeleben, p. 356, 363, 371. 
Ungulata. Os pedis. Mettam, p. 341. 
Ungulata. Elephas africanus (Embryo). Skelett, Muskeln. Bardeleben, 
p. 356, 363, 371. 
Ungulaten. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 


Hyracoidea. 
Hyrax von Ssambuje. Lebensweise. Emin bei Noack (1) p. 527. 
Hyrax. Gebiss-Entwickelung. Fleischmann, p. (47) 49—54. 
Hyrax (Procavia) abyssin. var. minor. Vorkomm:en. OQustalet (2) p. ?3—78. 
Hyrax brucei. Skelett, Muskeln. Bardeleben, p. 356, 363, 371. 
Hyrax vom Vietoria-Nyansa. Lebensweise. Stimme. Emin bei Noack (1) p.528. 
Hyrax brucei. Palaeontologie. A.'Vorfahren schon im Eocän, deren Ahnen 
im unteren Pliocän. Schädel, Gebiss, Noack (1), p. 533—542. 
Hyrax capensis. Haare, Drüsen. Meijere, p. 376. 
Hyrax capensis. Vorkommen, Schädel, Schädelmaasse. Noack (3) p.53—81, 82. 
Hyrax capensis. Ohrtrompete. Peter, p. 327—376. 
Proeaviidae: Procavia Brucei. Vorkommen, Färbung. Thomas (6), p. 144 
—145. 
Procavia Johnstoni spec. nov. Vorkommen, Färbung, Schädel, Gebiss, 
Schädel-Maasse. Thomas (6), p. 142—144. 
Procavia syriaca jayakari. Verbreitung. Thomas (3), p. 459. 
Procavia syriaca. Verdauungsapparat, Genitalorgane. Matschie (7), p. 193 
—194. 
Typotheria. 
Interatheridae: Icochilus robustus. Abb. Eocän. Patagonien. Ame- 
ghino (2)- 
Toxodontia. 
Nesodontidae: Nesodon imbricatus. Abb. Eocän. Patagonien. Ame- 
shino (2). 
Acrotherium karaikense. Abb. Eocän. Patagonien. Ameghino (2). 


Astrapotheria. 
Astrapotheridae: Astrapotherium magnum. Abb. Eocän. Patagonien. 
Ameghino (2). 
Astrapodon carinatus. Abb. Eocän. Patagon. Ameghino (2). 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 361 


Ancylopoda. 


Homalodontheridae: Homalodontherium Segoviae.e 2 Abb. Eocän. 
Ameghino -(2). 


Proboscidea. 

Proboscidea. Rüssel als Tast- u. Greiforgan, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 829. 

Elephantidae: Elephas. Tötung. Nill p. 21—27. 

Elephas zur Quaternärzeit. Knochen, Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Elephas. Kurze Bemerkung. Cleland p. 808. 

Elephas. Milchmolar. Harle (1) p. 234—241. 

Elephas. Klimatische Erörterungen. Gaudry p. 907. 

Elephas. Verknöcherung des Lig. fib. ast.-cal. anticum. Tornier (1), p. 25. 

Elephas vom Tschaia-Sumpf. Deutsch-Ost-Afrika, hfg. in der Megumda 
Mkali. Emin bei Noack (1), p. 524. 

Elephas africanus. Mitford p. 2—3. 

Elephas africanus. Untersuch. d. einzeln. Extremitätenknochen. Solger 
(1), p. 14. 

Elephas africanus. Haarkleid. Meijere, p. 376. 

Elephas indieus. Muskeln der Ohrmuscheln. Ledouble, p. 42, 

Elephas indicus. Haarkleid. Meijere, p. 376. 

Elephas primigenius. Fragment ein. Molaren. Barthelemy p. 25—27. 

Elephas primigenius. Postplioe. Vorkommen. Stouckenberg p 155-159. 

Elephas primigenius. Yukondistrikt. Davson p.1—9. 

Eiephas primigenius. Böhmen. Kafka. 

Elephas primigenius. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 278-- 290. 

Elephas primigenius. Fundorte. Tschersky, p. 33—34, 44—48. 

Elephas primigenius, fossil. Haarkleid. Meijere, p. 376—377. 

Elephas sp. indet Postpliocän. Russland. Stouckenberg p. 155—159. 

Mastodonten, fossil, zur Quaternärzeit. @veldi (1), p. 725. 

Mastodon andium. Gebiss. Fossil. In Südamerika. Ameghino bei Philippi, 
R. A., p. 87—9. 

Mastodon andium Cuv., fossil. Branco. 

Mastodon argentinus, fossil. Gebiss. In Südamerika. Ameghino bei R. A. 
Philippi (3), p. 87— 9%. 

Mastodon arvernensis. Verbreitung. Paulowa, Extr. Zool. Anz. 16. Jhg. 
p. 508. 

Mastodon Borsoni zur Miocän- u. Pliocän-Zeit. Verbreitung. Paulowa, 
Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p 508. 

Mastodon Bunolophodon-Gruppe. Verbreitung. Paulowa, Extr. Zool. Anz. 
17. Jhg. p. 508. 

Mastodon chilensis s. M. andium, fossil. Schädel. In Südamerika. Philippi, 
R.A. (3), p- 87—96. 

Mastodon Humboldti, fossil. Gebiss. In Südameiika. Ameghino bei R. A. 
Philippi (3), p. 8S7—%. 

Mastodon ohioticus zur Miocän- u. Pliocän-Zeit. Verbreitung. Paulowa, 
Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 508. 

Mastodon platensis. Gebiss, fossil. In Südamerika. Ameghino bei Philippi, 
R. A. (3), p. 87—96. 


362 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Mastodon rectus. (Gebiss, fossil. In Südamerika. Ameghino bei Philippi, 
R. A. (3), p. 87—96. 

Mastodon sıperbus, fossil, Gebiss. In Südamerika. Ameghino bei Philippi, 
R. A. (3), p. 87—96, 

Mastodon zygolophodon Gruppe zur Miocän- nu. Pliocänzeit. Verbreitung. 
Paulowa, Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 508. 


Amblypoda. 


Coryphodontidae: Coryphodon hamatus aus dem nordamerik, Eocän. 
Stellung d. Füsse. Marsh (2) p. 205 -206. 


Artiodactyla. 


Artiodactyla. Lig. fib. ast-cal.-anticum kann gleichzeitig verknöchern v. d. 
Fibula u. vom Cal. aus. Tornier (1), p. 25. 

Artiodactyla. Gliedmassen, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 829. 

Artiodactyla. Ligamentum cal.-nav.-cub.-interosseum. Tornier (1), p. 28. 

Artiodactyla. Skelett. Tornier (2), p. 72. 

Artiodactyla. Untersuch. d. Zabnschmelz. Preiswerk p. 687—690. 

Ruminantia zur Quaternärzeit. Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Ruminantia. Ligamentum talo-tibiale-posticum (?). Tornier (1), p. 25. 

Ruminantia. Schädel. Zaaijer, p. 337—342, 

Ruminantia. Bezahnung. Hoffmann, Alfr., p. 566—616—617. — Extr. 
Zool. Anz. 17. Jhg. p. 506-507. 


Pantolestidae: Eohyus distans spec. n. Eocän. Molar- Abbild. Nov. 
Mexico. Marsh (5) p. 259. 

Eohyus robustus spec. n. Eocän. Nov. Mexico. Gebiss. Marsh (5) p.261. 

Homacodon priscus spec. n. Astragalus (Abbild.), Eocän. Wyoming. 
Marsh (5) p. 261. 

Homacodon pueillus. Astragalus. Abbild. Wyoming. Marsh (5) p. 261. 

Homacodon vagans. Wyoming. Gebiss (Molaren-Abbild.). Tibia (Abbild.). 
Vertebr., Finger. Marsh (5) p. 263. 

Nanomeryx caudatus gen. n. et spec. nov. Beschreibung: Skelett, 
Tibia (Abbild.), Astragalus. Wyoming. Marsh (5) p. 263. 

Suidae: Suwidae. Schädel. Zaaijer, p. 336—342, 

Babyrussa alfurus. Haare. Meijere, p. 369. 

Elotherium erassum. Forts. d. Jugale, am Unterrand d. U.-Kief. 3 Fort- 
sätze. Marsh (1) p. 206. 

Parahyus aberrans spee. n. Zahn-Abbild. Nov. Mexico. Eocän. Marsh 
(5) p- 261. 

Leptochoerus gracilis spec. n. Schädel, Gebiss (Abbild... Skelett 
(Beschreib.). S. Dakota. Marsh (5) p. 272. 

Phacochoerus vom Somaliland. Noack (1), p. 524. 

Phacochoerus von Deutsch-Ost-Afrika. Schaden, Nutzen. Ph. pallasii (2). 
Emin bei Noack (1), p. 524. 

Phacochoerus aethiopieus. Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 

Phacochoerus aethiopicus. Borsten. Meijere, p. 369. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 363 


Platygonus rec spec. n. Pliocän. Molar (Abbild.). Oregon. Marsh 
(5) p. 273. 

Potamochoerus von Deutsch-Ost-Afrika Emin bei Noack (1), p. 524. 

Potamochoerus africanus. Vorkommen. Selater (4),”p. 92. 

Potamochoerus edwarsi. Vorkommen. Selater (4), p. 92 - 94. 

Potamochoerus penieillatus. Vorkommen. Selater (4), p. 92. 

Potamochoerus penicillatus. Haut. Meijere, p. 368. 

Sus. Entwickl. d. Glandula thyreoidea. Simon p. 379—389. 

Sus. Harnorgane, Reichel, p.174. Aus d. Sitz.-Ber. d. physikal.-med. 
Ges. zu Würzburg. N. F. XXVI, Bd. p. 147—148. 

Sus. Missbildung. Landois (7). 

Sus. Ontogenese der Molaren. Nawroth. 

Ss. Entwickelungsgeschichte des Primitivstreifens. Keibel (2), p. 157. 

Sus in d. „Grotte Rey“ zur Quaternärzeit. Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Sus aus Deutschland. Auge. Kallius p. 527—582. 

Sus barbatus. Haut. Meijere. p. 368. 

Sus barbatus var. calamianensis Nehring s. Sus calamianensis Heude. 
Schädel, Vorkommen, Schädel-Maasse, Gebiss, Haarkleid, Färbung. Nehring (1), 
p. 191—193. 

Sus barbatus var. palavensis Nehring s. Sus ahaenobarbus Huet. Schädel, 
Vorkommen, Schädel-Maasse. Nehring (1), p. 190. 


Sus celebensis. Schädel, Vorkommen. Nehring (1), p. 190. 
Sus longirostris. Vorkommen. Nehring (1), p. 191. 


Sus longirostris (s. Sus barbatus). Gaumenbeine, Bezahnung, Kreuzung, 
Haut. Spillner, p. 81—154. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 347. 


Sus Marchei Huet s. Sus celebensis var, philippensis Nehring s. Sus phi- 
lippensis Meyer. Vorkommen, Schädel, Gebiss, Schädel-Maasse, Färbung, Haar- 
kleid, Hautgebilde. Nehring (4), p. 219-223. 

Sus scrofa aus Deutschland. Schaden, Nutzen, Gebiss, Harn- u. Geschlechts- 
organe, Lebensweise, geographische Verbreitung, Stimme, Jagd, Haar. Müller, Adf. 

Sus scrofa. Schädel. Staurenghi (2), p. 170 - 171. 

Sus scrofa L. var. domestica. Haut. Meijere, p. 368. 

Sus scrofa. Zähne. Harle (1) p. 234—241. 

Sus scrofa ferus. Zähne. Schweizerische Pfahlbauten. @lur p. 1—56. 

Sus scrofa palustr. Böhmen. Kafka. 

Sus scrofa ferus. Vorkommen in der Waldfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Sus sp. Postpliocän. Russland. Stouckenberg p. 155—159. 

Sus scrofa palustris. Schädelfragm. Längenmaasse Fundort. Glur 
p-1—56. 

Sus vittatus. Haut. Meijere, p. 368. 


Tinohyus socialis. Eocän. Oregon. Molar (Abbild... Marsh (5) p. 271. 
Tinohyus lentus, Molar (Abbild.). Oregon. Marsh (5) p. 271. 

Tinohyus antig. Molar-Abbild. New-Yersey. Marsh (5) p. 271. 
Tinokhyus nanus spec. n. Gebiss-Abbild. Süd-Dakota. Marsh (5) p. 271. 
Tinohyus robustus sp. n. Gebiss. Schädel. Marsh (3) p. 9. 
Dicotyles labiatus. Von Famailla u. Jujuy, Lebensweise. Matschie (2), p. 63. 


364 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Dicotyles angulatus. Peecary, Vorkommen. Allen (2), p. 183. 

Dicotyles torquatus. Vulgärname, Lebensweise, Jagd, Vorkommen. Matschie 
(2), p. 63. 

Dicotyles torgwatus. Haare. Meijere, p. 369. 

Hippopotamidae: Hippopotamidae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Hippopotamus vom Westufer des Vietoria-Nyansa. Lebensweise. Emin 
bei Noack (1), p. 528. 

Hippopotamus. Skelett. Fundort. Filhol u. Grandidier p. 177—190. 

Hippopotamus. Antwerpener Zucht. Müller-Liebenwalde (1), p. 12—13. 

Hippopotamus von Tabora-Ujui, greift Karawane an; Maasse, Lebensweise. 
Emin bei Noack (1), p. 525. 


Hippopotamus amphibius. Schädel. Zaaijer, p. 337—342, 
Hippopotamus amphibius. Haut. Meijere, p. 367. 
Hippopotamus liberiensis. Haut. Meijere, p. 367. 


Oreodontidae: Agriomeryx migrans gen. et spec. n. Schädel. 
Gebiss (Abbild... Miocän. Oregon. Marsh (5) p. 270. 


Eporeodon major. Schädel, Abbildung Fig. 5D. Osborn and Wortman, 
p. 218—219. 

Eomery& pumilus. Gebiss (Abbild.), Skelett, Schädel. Marsh (5) p. 266. 

Hyomeryx breviceps gen. et sp. n. Beschreibung: Schädel, Gebiss 
(Abbild). Wyoming. Marsh (5) p. 267. 

Oreodon bullatus. Schädel, Abbildung Fig.5C. Osborn and Wortman, 
p. 218. 

Oreodon culbertsonü. Schädel, Abbildung p.217, Fig.5 A. Osborn and 
Wortman, p. 215 - 216. 


Oreodon gracilis. Schädel, Abbildung Fig.5B. Osborn and Wortman, 
p. 216—218. 


Camelidae: Auchenia paco. Haut. Meijere, p. 369—370. 

Camelus bactrianus v. Lob-Nor. Littledale, p. 446—448. 

Camelus dromedarius. Haut. Meijere, p. 369. 

Camel. Acclimatisation in Texas. Allen (2), p. 134—185. 

Lama. lwebensweise, Vorkommen. &oeldi (1), p. 725. 

Oromery&c plicatus spec. n. Beschreib., Gebiss (Abbild.). Skelett, 
Schädel ete. Marsh (5) p. 269. 


Parameryx laevis spec. n. Beschreibung. Gebiss u. Astragalus (Abb.). 
Marsh (5) p. 267. 


Tragulidae: Hyaemoschus aquaticus. Haut. Meijere. p. 371. 

Tragulus javanicus. Haut. Meijere, p. 370. 

Tragulus meminna. Anhangsdrüsen des Verdauungsapparates,. Allessandrini 
Boll. Soc. Rom. Stud. Zool. Vol. II No. 7/8, p. 269—71, aus Zool. Anzeig. 17. Jhg. 
p. 52. 

Trayulus meminna. Haut. Meijere, p. 370. 

Tragulus nigricans. Genaueres später folgend über d. Skelett des Thieres. 
Vorkommen. Nehring (1), p. 190. 


Tragulus nigricans. Vorkommen, Haarkleid, Färbung, Gebiss. Nehring (4), 
p. 223—226. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 365 


Protoceratidae: Calops cristatus. Schädelmaasse. Marsh (5) p. 272. 

Calops eristatus gen. et sp. n. Schädel. Gebiss. Marsh (3) p. 9. 

Protoceras comptus sp. n. Schädel, Gebiss. Marsh (3) p. 93. 

Protoceras. Fast vollständ. ohne Hornzapf. Marsh (1) p. 206. 

Cervidae: Cervidae in d. „Grotte Rey“ zur Quaternärzeit. Vorkommen. 
Riviere, p. 359. 

Alces alcees. Haut. Meijere, p. 371. 

Alces machlis. Vorkommen. Allen (1), p. 100. 

Alces palmalus, fossil. Böhmen. Kafka, 

Alces palmatus, fossil, Fundort. Tschersky, p. 33—34, p. 44—48. 

Cariacus perwvianus v. Sorata, monströses Geweih. Untersch. v. C. savan- 
nar, u. gymnot. Matschie (3) p. 129—134. 

Cariacus nictitans var. alba. Matschie (3) p. 129—134. 

Cariacus campestris. Vorkommen, Färbung. Aplin (1), p. 313—314. 

Cariacus virginianus. Virginia Deer, Vorkommen Allen (2), p. 183—184. 

Cariacus virginianus. Virginia Deer. Vorkommen. Chapman, Fr, p. 334. 

Cariacus virginianus. Virginia Deer. Vorkommen. Allen (1), p. 100. 

Cariacus virginianus. Vorkommen. Rhoads (5), p. 388. 

Cervus. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 

Cervus alces s. Alces jubata aus Deutschland. Geographische Verbreitung, 
Lebensweise, Schädel, Gebiss, Auge, Haar, Secretion, Rumpf. Geweihbildung, 
Stimme, Jagd, Nutzen, Schaden. Müller, Adf. 


Cervus alces. Postpliocän. Vorkommen, Stouckenberg p. 155—159. 

Cervus alces. Jagdskizzeen Leverkus-Leverkusen. 

Cervus americanus. Vorkommen. Rhoads (5). p. 389. 

Cervus antisiensis von Jujuy. Fell. Matschie (2), p. 63. 

Cervus campestris von Tornquist, Bahia Blanca. Ausrottung, Färbung: d. 
Jungen, Geweih. Matschie (2), p. 63. 

Cervus capreolus s. Capreolus vulgaris aus Deutschland. Haut, Haar, Lebens- 
weise, Stimme, Schaden, Nutzen. Müller, Adf. 


Cervus capreolus (Reh) aus Deutschland. Jagd. Schneider, Karl. Verlag 
v. P. Wollf, Blasewitz-Dresden; aus d. Refer. d. Allgem. Forst- u. Jagılzeitung 
N. F, 70. Jhg. Frankf. a.M. J. D. Sauerländers Verlag. 


Cervus capreolus. Vorkommen in der Waldfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Cervus capreolus. Nachbrunst nach d. Hauptbrunst im Juli— August. 
Brecher-Grünwalde. 

Cervus capreolus. Fütterung. Neumeister, M. 

Cervus capreolus. Schweizer Pfahlbauten. Glur p. 1—56. 

Cervus canadensis var. maral, fossil. Fundort. Tschersky, p. 33—34, 
p. 44—48. 

Dervus spec. Gebiss, Skelett, fossil. Branco, W. 

Cervus Dama s. Dama platyceros aus Deutschland. Haar, Farbe, Lebens- 
weise, Schaden, Stimme, Jagd, Nutzen, Krankheiten d. Wildes. Müller, Adf. 
Cervus elaphus fossilis. Ueberreste, Fundorte. Cogho, p. 255—344. 
Cervus elaphus. Vorkommen in der Waldfauna, fossil. Nüesch, p. 701, 

Cervus elaphus. Fütterung. Neumeister, M. 


366 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Cervus elaphus aus Deutschland. Geweih, Haar, Lebensweise, Stimme, 
Schaden, Jagd. Nutzen. Müller, Adf. 

Cervus elaphus. Haare. Meijere, p. 371. 

Cervus elaphus. Postplioeän. Russland. Stouckenberg p. 155—159. 

Cervus elaphus. Geweih, Schädel, Körpermaasse, Fundort. @lur p. 1—56. 

Cervus. Mehrere Spee. Böhmen. Kafka. 

Cervus giganteus (Megaceros). Vorkommen, Lebensweise, Hautgebilde, fossil. 
Hohenberg (2), p. 142. 

Cervus (Megaceros) giganteus aus d. Pliocän. Vorkommen. Willmers, 
p. 198—199. 

Cervus maral. Vorkommen in der Renntierfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Cervus megaceros (Megaceros hibernic.). Postpliocän. Rnssland. Stoucken- 
berg p. 155—159. 

Cervulus muntjac. Haut. Meijere, p. 371. 

Cervus nemorivagus von Famailla. Fell, Schädel, Gebiss, Vorkommen, Färbung. 
Matschie (2), p. 64. 

Cervus rangifer. Lebensweise, Acclimatisation. Hohenberg (1), p. 79—76. 

Cervus rufus von Famailla in Argentinien. Schädel, Färbung, Lebensweise. 
Matschie (2), p. 64. 

Cervus Thamin. Maasse, Lebensweise, Jagd, Haarkleid, Färbung, Aceli- 
matisation. Hohenberg (1), p. 75—76. 

Uervus russa. Haare. Meijere, p. 371. 

Cervus sp. Pleistoeän. Böhmen. Nehring (8) p. 278—29%0. 

Cervus (Rangifer) tarandus. Postpliocän. Vorkommen. Stouckenberg 
p. 155—159. 

Cervus tarandus. Pleistocän. Nehring (8) p. 273—29%. 

Cervus Wapiti. Acclimatisation, Vorkommen. Hohenberg (1), p. 149. * 

Moschus moschiferus. Haut. Meijere, p. 371. 

Ranygifer tarandus, fossil. Fundort. Tschersky, p. 33>—34, p. 44—48. 

Rangifer tarandus caribou. Woodland Caribou. Vorkommen. Allen (1), 
p. 100. 

Rennthier. Vorkommen in der subarctischen Fauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Tarandus rangifer in d. „Grottes des Combarelles“ zur Quaternärzeit. 
Riviere, p. 359. 


Ovidae: Ovis aries.. Vorkommen in d. Waldfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Ovis aries palustris. Horn, Schädel mit Hornzapfen, Schädelmaasse. 
6lur p. 1—56. 

Ovis aries. Abstammung. Wildschafe sind in 3 Gruppen zu tleilen. 
6lur p. 1—56. 

Ovis aries. Gehörnerv. Cannieu p. 87—153. 

Ovis aries. Entwickelung des Mesoblast. Keibel (1) p. 157. 

Qvis aries. Haut. Meijere, p. 373—374. 

Ovis aries domest. Maasse, Farbe, Vorkommen. Lorenz p. 59—67. 

Ovis aries domest. Schoschong, Ost - Bamangwato, Br. Betschuanaland. 
Maasse, Farbe. Lorenz p. 59 -67. 

Ovis montana. Färbung, Lebensweise; Satzzeit fällt in d. letzt. Hälfte des 
Mai oder Anfang Juni. Hörner als Waffe. Das Fleisch ist eine Delikatesse. 
Liebenwalde p. 234-237 u. 257 - 260. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894 367 


Ovis musimon. Haut. Meijere, p. 373. 

Ovis nivicola vom Janagegebiet. Tschersky, p. 34. 

Ovis nivieola, fossil. Fundort. Tschersky, p. 33—34, p. 44—48, 

Ovis vigna. Färbung, Horn, Maasse. True (3) p. 1—16. 

Aplocerus laniger lebt in d. Schneeregion, Färbung. Als Wildpret ohne Be- 
deutung; moschusartiger Geruch haftet dem Fleisch an, Hörner bei $ und 9, 
bei letzteren etwas kleiner, Haarkleid; Hufe messerscharf. Liebenwalde 
p: 234—237 u. 257— 260. 

Capra. Vorkommen in der Waldfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Capra aus Westfalen. Missbildung. Landois (6). 

Capra. Missbildungen, Hauteebilde, Euter, Genitalorgane, Bastard. 
Landois (9). 

Capra caucasica Q Figur. Selater (6), p. 729—730. 

Capra hircus. Haut. Meijere, p. 372. 

Capra hircus domest. Maasse, Farbe, Vorkommen. Lorenz p. 59—67. 

Capra hircus gekreuzt mit Marutseziege. Masse, Färbung. Molba’s Gebiet. 
Lorenz p. 59 - 67. 

Capra hircus domest. Maasse, Vorkommen. Lorenz p. 59—67. 

Capra sibirica. Farbe. True (3) p. 1—16. 

Capra hircus,. Palaeontologie lückenhaft. Ueberreste aus schweizerischen 
Pfahlbauten. Glur p. 1-56. 

Capra oegagrus. Wild-Goat. Lydekker (1), p. 3. 

Caprc primigenia zur Quaternärzeit, Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Capra ibee. Vorkommen in der Rennthierfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Capra, 2 Spec. Böhmen. Kafka. 

Ibex spec. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 278—290. 

Hemitragus hylocrius. Schädel. Thomas (3), p. 455. 

Hemiiragus jayakarı. Verbreitung, Färbung, Schädel. Thomas (3), p. 452 
—455. 

Ovibos moschatus. Postpl. Russland. Stouckenberg p. 155—159. 

Ovibos moschatus. Böhmen. Kafka. 

Ovis sp. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 278—290. 

Ovibos moschatus, fossil. Fundort. Tschersky, p. 33—34, p. 44—48. 

Hemitragus Jayakari spec. nov. Haarkleid, Färbung, Skelett, Horn, 
Schädel, Vorkommen. Thomas (11), p. 365—366. 

Hemitragus jemlaicus. Schädel. Thomas (3), p. 455. 


Bovidae: Bovidae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Bos von Friesland. Lebensweise, Nutzen, Vulgär-Namen, Krankheit, Haus- 
thiere. Kuperus, Veröffentl. durch d. Vorstand d. Friesischen Herd-Buch-Vereins, 

Bos von Baziba soll das europäische (?) mit einem Paar ungeheurer Hörner 
sein. Schynse bei Noack (1), Zool. Jahrb. Syst. VII 1893 p. 529. 

Bos aus Dentschland. Missgeburt. Landois (4). 

Bos brachyceros. Vorkommen in der Waldfauna, fossil. Nüeseh, p. 701. 

Bos bubalus. Schädel. Bianchi, p.134— 137. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p.344 

Bos caffer. Maasse. Wälder am Mittellauf d. Maschupia-Ing., Marutse- 
reich. Lorenz p. 59—67. 

Bos gaurus. Gefangen. Selater (5), p. 249— 250. 

Bos opisthonomus. Zur Quaternärzeit in Algier. Schädel. Pomel, p. 526. 


368 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Bos primigenius. Vorkommen in der Waldfauna, fossil. Nüesch, p. 701. 

Bos primigenius. Postplioeän. Böhmen. Stouckenberg p. 155 —159. 

Bos primigenius. Gehörn (subfossil). Landois (1). 

Bos sp. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 2738—290. 

Bos taurus. Vorkommen, Kreuzungen. Mingaud, p. 796. 

Bos taurus. Schädel. Bianchi, p. 134—137. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhe. 
p. 344. 

Bos taurus. Membrane du tympan, cavit& tympanique, osselets, marteau, 
l’enelume, l’&trier, muscles des osselets. Beauregard, p. 376—379. 

Bos taurus aus Deutschland. Auge, Retina. Kallius p.527—582. 

Bos taurus. Sinnesorgane. Disse. 

Bos taurus. Cortische Membran. Coyne et Cannieu, p. 176—17S. 

Bos taurus. Album der Rassen d. österreich. Alpenländer. v. Blaas u. 
Kaltenegger. 

Bos taurus. Gehörnerv. Cannieu p.87—153. 

Bos taurus. Beschreibung, Schädel mit Hornzapfen u. Gebiss (Schweizer. 
Pfahlbauten). @lur p. 1-56. 

Bos. Mehrere Spec. Böhmen. Kafka. 

Nemorhoedus sumatrensis. Kurze Bem. Kerbert p. 654. 

Bos taurus. Das schönste Rind. Anleitung z. Beurtheil. d. Körper- 
beschaff. d. Rindviehs. Kraemer. 

Bos taurus. Untersuch. eines Foet. Mettam p. 341. 

Bos taurus. Rassen. Pouse. 


Bos taurus. Ganglien im Herzen. Remak bei Jacques, p. 622. 

Bos taurus vom Vietoria-Nyansa (Usukuma). Schynse bei Noack (1), Zool. 
Jahıb. Syst. VII 1893 p. 529. 

Bos taurus. Tensor tympani, laxator tympani minor, Steigbügelmuskel u. 
laxator tympani. Ledouble, p. 56. 

Bos taurus. Herzganglien. Kölliker bei Jacques, Journ. de l'anat. et 
de la physiol. T. 30 p. 628. 

Bos taurus. Haare, Drüsen. Meijere, p. 374. 

Bos taurus. Zucht. Yamamoto. 

Bos taurus. Anomalie. Kempen p 76—55. 

Bos taurus brachycerus. Schädel, Hornzapfen, Gebiss, Skeletttheile mit 
Maassen, Schädelmaasse. @lur p. 1—56. 

Bos taurus ibericus Sanson (?) schon zur Quaternärzeit. Vorkommen. 
Pomel, p. 526. 

Bison americanus. American Bison. Vorkommen. Allen (2), p. 183. 

Bison europaeus. Verbreitung. Langkarel, p. 13—17. 

Bison priscus. Vorkommen in der arctischen Fauna, fossil. Nüesch, p. 700. 

Bison priscus. Postpliocän. Russland. Stouckenberg p. 155—159. 

Bison priscus. Fossil, Fundort. Tschersky, p. 33—34, p. 44—48. 

Bubalus von Deutsch-Ost-Afrika. Flucht. Emin bei Noack (1), p. 524. 

Bubalus bubalus. Haut. Meijere, p. 374. 

Bubalus indicus. Schädel. Nehring (1), p. 188. 

Bubalus Lichtensteini. Lebensweise, Haut, Färbung. Barkley, p. 132. 

Bubalus Lichtenstein‘. Vorkommen. Thomas (6). p. 145. 

Bıbalus mindorensis. Schädel. Moellendorff bei Nehring (1), p. 185. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 369 


Bubalus moellendorffi spec. nov. Fig. 1—3. Vorkommen, Schädel, 
Zähne, Hörner, Schädel-Maasse. Nehring (1), p. 185—190. 

Damalis albifrons im Limpopogebiet. Matschie (4) p. 329--333. 

Damalis pygargus. Capland. Matschie (4) p. 329—333. 

Damalis senegalensis. Verbreitung. Matschie (11) p. 417-418. 

Hippotragus equinus Maasse, Vorkommen. Lorenz p. 59-67. 

Hippotragus niger. Maasse, Vorkommen. Lorenz p. 59-67. 

Catoblepas gorgon. Färbung, Lebensweise. Barkley, p. 131. 

Cimarron, der wilde Büffel von Luzon. Moellendorff bei Nehring (1), p. 185. 

Connochaetes taurina. Körpermaasse, Vorkommen: Rechtes Ufer d. Lim- 
popo, südafr. Republ. Thalmulde d. unt. Maschupia Inquisi, südl. Marutse-Reich. 
Lorenz p. 59— 67. 

Cephalophus grimmia. Körpermaasse. Limpopothal, Notoanymündung. 
Lorenz p. 59—67. 

Cephalophus grimmia flavescens subsp. n. Körpermaasse, Färbung, 
Vorkommen. Lorenz p.59- 67. 

Pelea capreolus. Maasse. Lorenzriverthal, südw. Capl. Lorenz p. 59-67. 

Tamarao, Zwergbüffel von Mindoro. Gebiss, Hautgebilde. Nehring (1), 
p. 187 u. 188. 

Antilopidae: Antilopidae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342, 

Aepyceros melampus (?) von Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1) p. 524. 

Aepyceros melampus. Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 

Aepyceros melampus von Pungue Valley. Barkley, p. 132. 

Aepyceros melampus. Maasse. Limpopothal, östl. Bamangwatoland, Luala- 
wälder n. v. Schoschong. Färbung. Lorenz p. 59—67. 

Aepyceros melampus holubi subspec. n. Gehöm, Maasse, Farbe; n. 
vom Zambesi. Lorenz p. 59—67. 

Alcelaphus Swaynei (Kuh-Antilope) vom Somaliland. Vorkommen, Menges, 
Zool. Anzeig. 17. Jhg. No. 444 p.130. 

Ammodorcas clarkei. Färbung, Verbreitung. Swayne, p. 318—319. 

Ammodorcas clarkei (Rietbock) vom Somalilande. Geographische Verbreitung. 
Menges, Zool. Anzeig. 17. Jhg. No. 444 p. 130. 

Antilope saiga. Postpl. Russland. Stouckenberg p. 155—159. 

Antilope. 2Spec. Böhmen. Kafka. 

Antilope cervicapra. Haut. Meijere, p. 372. 

Antilope cervicapra. Period of Gestation. Loder (2), p. 476. 

Antilope cervicapra. Period of Gestation. Harting (3), p. 260. 

Beira Antilope. Verbreitung. Swayne, p. 320. 

Bubalis caama. Körpermaasse, Vorkommen im mittl. Vaalthal, Oranje- 
Freistaat. Lorenz p. 59—67. 

Bubalis Lichtensteini. Lebensweise, Haut, Färbung. Barkley, p. 132. 

Bubalis Lichtenst. in Zambesi-Nyassa Gebiet. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis Lichtensteini. Körpermaasse. Matoka, Prov. d. Hauptl. Motakala, 
südöstl. Marutse Reich. Lorenz p.59- 67. 

Bubalis Lichtensteini. Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 

Bubalis jacksoni u. tiang. Vorkommen. Matschie (4) p. 329 - 333. 

Bubalis tunisiana. Vorkommen. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis senegal. Vorkommen. Matschie (4) p. 329—333. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Pd. IT. H.1. 24 


370 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Bubalis cokei im Seengeb. d. Nyansa u. Tanganyika. Matschie (4), 
p. 329—333. 

Bubalıs jimela im Seengeb. d. Nyansa u. Tanganyika. Matschie (4) 
p- 329 — 333. 

Bubalis leucoprymnus im Gebiet d. Rovuma-Rufigi. Matschie (4) p.329-—-333. 

Bubalis lunata. Vorkommen. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis buselaphus im Limpopo-Gebiet. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis mauritanica. Vorkommen. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis tora. Vorkommen. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis swaynei v. Somaliland. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis hunteri v. Somaliland. Matschie (4) p. 329—333. 

Bubalis cokei. Verbreitung. Matschie (11) p. 417—418. 

Bubalis jacksoni bei Kwa Kitoto. Matschie (11) p. 417—418,. 

Capella rupicapra, (Gemse) aus Deutschland. Haar, Farbe, geographische 
Verbreitung, Lebensweise, Jagd, Nutzen. Müller, Adf. 

Calotragus. Noack (1), Zool. Anzeig. 17. Jhg. No. 448 p. 302. 

Cervicapra arundinum. Vorkommen. Thomas (6), p. 146. 

Cobus ellipsiprymnus von Pungu® Valley. Färbung, Lebensweise. Barkley 
p. 131. 

Cobus ellipsiprymnus. Verbreitung, Färbung. Swayne, p. 316—317. 

Cobus ellipsiprymnus. Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 

Cobus ellipsiprymnus. Maasse. Victoria - Fälle, Albertsland. Lorenz 
p. 59—67. 

Cobus lechee. Maasse, Färbung. Dejkhathal (nordwestl. Matabeleland). 
Lorenz p. 59—67. 

Colus saiga, fossil. Fundort. Tschersky, p. 33—34, p. 44—48. 


Dorcatragus megalotis n. sp. Ss. Oreotragus megalotis Menges vom Somali- 
lande. Haut, Haarkleid, Färbung, Ohr, Schädel, Gliedmaassen, Maasse, Gebiss. 
Noack (2), p. 202—204. 

Gazella Cuvieri. Vorkommen, Schädel-Maasse.. Thomas (1), p. 467—472. 

Gazella dorcas. Vorkommen, Schädel-Maasse. Thomas (1), p. 467—472, 

Gazella Loderi spec. nov. Färbung, Horm, Haarkleid, Körpermaasse, 
Vorkommen. Thomas (13), p. 452. 

Gazella Loderi von Algier. Färbung. Loder (1), p. 473—476. 

Gazella Loderi. Schädel, Färbung, Gehörn, Schädel-Maasse, Vorkommen. 
Thomas (1), p. 467—472. 

Gazella muscatensis. Verbreitung. Thomas (3), p. 451. 

Gazella rufina spec. nov. Schädel, Färbung, Gehörn, Schädel-Maasse, 
Vorkommen. Thomas (1), p. 467— 472. 

Gazella spekei vom Somalilande. Vorkommen. Menges, p. 130. 

Grimmia mergens. Haarkleid. Meijere, p. 372. 

Lithocranius walleri, Antilope vom Somalilande. Vorkommen. Menges, p. 130. 

Lithocranius walleri aus Somaliland von Menges. Gebiss, Schädel. Spuren 
geschwundener Zähne. Alle Foramina nehmen von vorn nach hinten an Deut- 
lichkeit zu, sind durch Lücken getrennt u. sitzen an denselben Stellen, wie d. 
entsprechenden Zähne bei Camelus, Procamelus, Homocamelus, beweisen also d. 
einstige Aehnlichkeit des Antilopen-Gehisses mit dem der Cameliden. Noack, 
p. 558. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 371 


Madoqua damarensis. Schädel-Maasse, Vorkommen. Thomas (2), p:326, 329. 

Madoqua Guentheri spec. nov. Schädel, Gebiss, Schädel-Maasse, Vor- 
kommen. Thomas (2), p. 323 —327. 

Madoqua kirki. Schädel-Maasse, Vorkommen. Thomas (2), p.326, 329. 

Madoqua Phillipsi spec. nov. Schädel-Maasse, Vorkommen. Thomas (2), 
p. 327— 328. 

Madogua saltiana. Schädel-Maasse, Verbreitung. Thomas (2), p. 326, 328. 

Madoqua Swaynei spec. nov. Färbung, Schädel-Maasse, Vorkommen. 
Thomas (2), p. 323—329. 

Nanotragus campestris. Maasse. Vorkommen. Lorenz, p. 59-67. 

Nanotragus melanotis. Maasse. Lorenzriver, Quellenkessel. Letzte Gift- 
Farm, Motetseflüsschen. Lorenz, p. 59—67. 

Nanotragus scoparius. Vorkommen. Thomas (6), p. 146. 

Neotragus saltianus vom Somalilande. Gebiss. Noack (1), p. 558. 

Neotragus scoparius von Pungue Valley, Lebensweise. Barkley, p. 132, 

Oreas canna. Vorkommen. Thomas (6). p. 145. 

Oreas canna von Pungue Valley. Barkley, p. 131. 

Oreotragus von Bussisi. Lebensweise, Stimme, Haar, Vulgär-Name. Emin 
bei Noack (1), p. 527. 

Oreotragus megalotis n.sp. vom Somalilande. Vorkommen, Färbung, 
Haarkleid, Ohr, Lebensweise, Schädel. Menges, p. 130—131. 

Oreotragus. Noack (1), p. 202. 

Oreotragus saltator. Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 

Orys beatric. Verbreitung. Thomas (3), p. 451— 454. 

Pediotragus neumanni spec. nov. (Antilope). Unterschied von P. tragulus 
Leht. Haarkleid, Färbung, Gehörn, Schädel, Gebiss, Schädel-Maasse, Vorkommen. 
Matschie (6), p. 121—122. 


Pediotragus tragulus. Fehlen d. Afterzehen; Gestalt d. Gehörns ähnl. P. 
neumanni; Ohren länger als bei P. neuwmanni, Färbung, Haarkleid, Schädel, 
Gebiss. Matschie (6), p. 122—123. 

Rupicapra rupicapra. Haut. Meijere, p. 372. 

Sakaro Antilope. Färbung, Verbreitung. Swayne, Proc. Zool. Soc. T,ondon 
P. DH p. 319—320. 


Strepsiceros Kudu. Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 
Strepsiceros strepsiceros. Maasse. Wälder an beiden Ufern d. Limpopo in 
Br. Betschuanaland u. d. w. Theile d. Südafr. Republ. Lorenz, p. 59—67. 


Strepsiceros strepsiceros zambesiensis subsp. n. Maasse. Leschumo- 
wälder an d. südöstl. Grenze des Marutse-Reiches u. n.-westl. Matabelelandes. 
Hörner, Haar, Farbe. Lorenz, p. 59—67. 

Tragelaphus decula. Verbreitung. Swayne, p. 317—318. 

Tragelaphus imberbis. Ohr ähnlich Dorcatragus megalotis. Noack, p. 202. 

Tragelaphus scriptus. Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 

Tragelaphus scriptus. Maasse, Zambesithal. Lorenz, p. 59—67. 

Anthracotheridae: Anthracotherium karense spec. nov., fossil, Den- 
tition, Abbildung Fig. 8 p. 222, Maasse. Osborn and Wortman, p. 222—223 

Anthracotherium curtum. Dentition. Osborn and Wortman, p. 221—223. 


24* 


372 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaft. Leistungen 


Elomeryx armatus gen.nov. et spec. n. Schädel, Gebiss (Abbild. 
v. Canin. u. Molaren). Marsh (4) p. 176. 

Heptacodon gibbiceps sp. nov. Schädel, Gebiss (Abbild. v. Zähnen). 
Marsh (4) p. 176. 

Octacodon valens. Gebiss (Abbild... Marsh (4), p. 176. 

Heptacodon armatus spec. n. Gebiss Abbild. Marsh (3) p.9. 

Octacodön valens gen.nov. etspec.n. Molar. Abbild. Marsh (3) p.93. 

Hyopotamus. Manus. Scott (3), p. 164—165. 

Heptacodon curtus. Molar (Abb.). Marsh (2), p. 409. 

Hyopotamus brachyrhynchus spec. nov. Schädel, Dentition. Osborn 
and Wortman, p. 220—221. 

Hıyopotamus americanus. Schädel, Abbildung Fig. 6. Osborn and Wortman, 
p. 219—220. 

Giraffidae: Camelopardalis giraffa von Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei 
Noack (1), p. 524. 

Camelopardalis yiraffa var. aethiopica. Färbung, Vorkommen. Thomas (5), 
p. 135—136. 

Camelopardalis giraffa. Haut. Meijere, p. 372. 

Camelopardalis giraffa. Muskeln d. Ohrmuschel. Ledouble p. 42. 


Condylarthra. 


Meniseotheridae: Meniscodon pieteti aus dem Eocän. Zahn. Rütimeyer 
bei Schlosser, M., Zool. Anzeig. 17. Jhg. No. 446 p. 158. 

Pleuraspidotheridae: Pleuraspidotherium Extremitätentheile (Abbild.). 
Eocän. Lemoine, p. 353—368. 

Orthaspidotherium. Skelett. Lemoine, p. 353—368. 

Phenacodontidae: Helohyus plicodon. Molaren, Abbild. Eocän, Astra- 
galus (Abb.). Marsh (5) p. 264. 

Helohyus (Elotherium) validıs. Abb. Marsh (5), p. 264. 

Elotherium (Heloh.) lentum. Abbild. Marsh (5) p. 264. 

Phenacodus europaeus aus der Eocänzeit. Gebiss. Rütimeyer bei Schlosser, 
M., Zool. Anzeig. 17. Jhg. No. 446 p. 158. 

Protogonia Cartieri aus dem Eocän. Zahn. Rütimeyer bei Schlosser, M., 
Zool. Anzeig. 17. Jhg. No. 446 p. 158. 


Litopterna. 


Notohippidae: Notohippus taxodontoides. Abb. Eocän. Patagon. Ame- 
ghino (2). 

Maerauchenidae: Theosodon Lydekkeri. (3 Abb.). Eocän. Patagonien. 
Amegh. (2). 

Pseudocoelosoma patagonica. Abb. Ameghino (2). 

Theosodon gracilis. Abb. Ameghino (2). 

Proterotheridae: Proterotherium cavum. ‘2 Abb. Eocän Ameghino (2). 

Licaphrium Floweri. Abb. Eocän. Patagonien. Ameghino (2). 

Thoaterium minusculum. Abb. Eocän. Patagonien. Ameghino (2). 

Diadiaphorus majusculus. 4 Abb. Eveän Patag. Ameghino (2). 


in der Naturgeschichte der Echinodermen während des Jahres 1894. 373 


Perissodactyla. 


Perissodactyla. Gliedmassen, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 829. 
Perissodactyla. Skelett. Tornier (2), p. 75. 

Perissodactyla. Untersuch. d. Zahnschmelzes. Preiswerk p. 6837—690. 
Pachydermata zur Quaternärzeit. Vorkommen. Riviere, p. 359. 
Pachydermata. Schädel. Zaaijer, p. 337—342, 


Tapiridae: Tapiridae. Ligamentum cal.-nav.-cub. interosseum. Tornier 
(1), p. 28. 

Protapirus obliquidens aus d. oberen (Protoc.) beds d. White - River - For- 
mation. Earle, p. 253. 

Colodon-Gattung ist gleichaltrig Protap. obl., repräsentirt eine Seitenlinie. 
Earle p. 253. 

Tapiravus erscheint erst im Pliocän, Vorfahren d. postplioc. Tap. Earle 
p. 253. 

Protapirus simple ist d. älteste anerkannt. Form aus d. mittl. (Oreodon) 
beds d. White River Formation v. W. Dakota. Gebiss. Earle p. 253. 

Tapir, Vorkommen. Goeldi (1), p. 726. 

Tapirus. Krallengebilde. Boas, p. 308. 

Tapirus americanus. Haare. Meijere, p. 374—375. 

Tapirus americanus von Famailla und Jujuy. Vulgärname. Matschie (2), p. 63. 

Tapirus americanus. Ohrtrompete. Peter, p. 327— 376. 


Rhinocerotidae: Aceratherium (Coenopus) mite. Fossil. Bezahnung, 
Schädel Abbildung Fig.2. Osborn and Wortman, p. 203—204. 

Aceratherium oceidentale. Fossil. Dentition, Schädel, Abbildung Fig. 3 p. 205. 
Osbern and Wortman, p. 204—206. 

Aceratherium fossiger. Williston (1), p. 239—290. 

Aphelops fossiger. Schädel, Gebiss, Schädelmaasse. Hatscher (2), p. 236 
— 248. 

Elasmotherium Fischeri. Postplioeän. Stouckenberg, p. 155—159. 

Aceratherium plaiycephalum spec. nov. Fossil. Schädel, Dentition, 
Abbildung Fig. 4 p. 206. Osborn and Wortman, p. 206. 

Aceratherium tridactylum. Dentition, Skelett (fragmentarisch), Schädel. 
Osborn and Wortman, p. 206—207. 

(Perissodactyla, Fam. Rhinocerotidae): Aceratherium trigonodum spec. 
nov, Fossil. Bezahnung, Schädel, Abbildung Fig. 1p. 702. Osborn and Wortman, 
p. 199— 203. 

Metamynodon planifrons. Fossil. Schädel, Dentition, Skelett. Osborn and 
Wortman, p. 208—213. 

Rhinoceros. Klimatische Erörterungen. Gaudry, p. 907. 

Rhinoceros bicornis. Vorkommen. Thomas (6), p. 145, 

Rhinoceros bicornis. Vorkommen. Swayne, p. 321—322, 

Rhinoceros javanicus. Haut, Schuppen. Meijere, p. 375. 

Rhinoceros Merckii. Postplioeän. Vorkommen. Stouckenberg, p. 155—159. 

Rhinoceros. Molaren. Harle (1), p. 234—241. 

Rhinoceros simus vom Mashonaland in Africa. Färbung. Coryndon, p. 329 
—334. 


374. Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Rhinoceros sumatrensis. Haut. Meijere, p. 375. ; 

Rhinoceros tichorhinus in d. „Grottes des Combarelles“ zur Quaternärzeit. 
Riviere, p. 359. 

Rhinoceros tichorhinus. Vorkommen in der arctischen Fauna. Nüesch, 
p. 700. 

Rhinoceros tichorhinus. Fossil. Haare. Meijere, p. 376. 

Rhinoceros tichorhin. Postpliocän. Russland. Stouckenberg, p. 155—159. 

Rhinoceros tichorhin. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8), p. 273—290. 

Teleoceras major. Horn, Schädel, Gebiss, Schädelmaasse, Geolog. Hatscher 
(2), p. 236—248. 

Equidae: Eguus der Steppe. Vorkommen in der Steppenfauna, fossil- 
Nüesch, p. 701. 

Equus zur Quaternärzeit in d. „Grotte Rey.“ Vorkommen. Riviere, p. 359. 

Equus africanus. Zwischen Massaua und 18°n. Br. Matschie (5), p. 68—74. 

Equus andium Branco. Schädel, Gebiss, Wirbelsäule, Extremitäten, Ver- 
gleich mit anderen fossilen Pferden. Fossil. Branco. 

Equus antiquorum vom Orange Fluss zur Flussscheide zwischen Cunene 
und Cuanza. Matschie (5), p. 65—74. 

Equus asinus Gray sp. aus Böhmen. Kafka. 

Equus asinus. Muskeln der Ohrmuscheln’ Ledouble, p. 42. 

Equus asinus von Deutsch-Ost-Afrika. Nutzen. Emin bei Noack (1), p. 524. 

Equus asinus der Steppe. Vorkommen in der Steppenfauna. Nüesch, p. 701. 

Equus Böhmi v. der Ostküste bis über das Seengebiet, westlich am Tan- 
ganjika, nördl. bis 1° 30‘n. Br. Matschie (5), p. 65—74. 

Equus Burchelli im Osten der Kalahari. Matschie (5), p. 65 —74. 

Equwus caballus. Skelett. Tornier (2), p. 78. 

Equus von Süd-Amerika. Carnot, p. 520—526. 

Egquus caballus. Zucht u. Sport. Petersen. 

Equus caballus. Fuss, Hufbeschlag, Stellung d. Gliedmassen, feinerer Bau 
d. Hufes. Leisering u. Hartmann, p. 224—226. 

Equus caballus. Huf. Fambach, p. 284 —304. 

Equus caballus aus Deutschland. Auge, Retina. Kallius, p. 527—582. 

Equus caballus. Vorkommen, Kreuzungen. Mingaud, p. 796. 

Equus caballus Baum. Kosmopolit. Nasenhöhle u. ihre Nebenhöhlen. 
Baum, p. S9I—170. 

Equus caballus. Haare, Haarfollikel, Drüsen. Meijere, p. 375. 

Equus caballus. Postpliocän. Vorkommen. Stouckenberg, p. 155—159. 

Equus caballus. Erweiterung des Canalis stenon. Bassi, p. 91. 

Equus caballus. Topographische Anatomie, Kopf u. Hals. Ellenberger 
u. Baum. 

Egquus zur Quaternärzeit. Goeldi (1), p. 725. 

Equus caballus fossilis aus Böhmen. Kafka. 

Equus caballus. Polyodontie d. Schneidezähne im Oberkiefer. Schmidt, 
p. 235. 

Egquus caballus. Pleistocän. Böhmen. Nehring (8) p. 278—2%. 

Equus caballus. Arbeitspferd gegen Spielpferd. Mechanik verschiedener 
Pferdeformen u. Reform des Staatspferdezuchtwesens in Oesterreich. Wilckens. 

Equus caballus. Ungarische Pferdezucht. Wrangel (1). 335 p. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 375 


Equus caballus. Das Buch vom Pferde. Wrangel (2). 

Equus caballus. Molar, Metacarpus. Harle (1) p. 234—241. 

Equus caballus. Band. Tornier (1), p. 24. 

Equus caballus. Muskeln. Ledouble, No.1 p. 42. 

Equus caballus. Rassen. Simonoff. 

Equus caballus. Staurenghi (1), p. 74. 

Equus caballus. Matrixfläche, Krallengebilde. Boas, p. 308. 

Equus caballus. Muskelarbeit. Sanson, Andre, p. 24 - 246, 

Eguus caballus. Ohrtrompeten. Peter, p. 327—376. 

Equus Chapmani Layard vom Limpopo zum Zambesi im Norden u. zum 
Nosop im Westen. Matschie (5), p. 65 — 74. 


Equus Chapmani. Maasse, Farbe, Vorkommen. Lorenz, p. 59— 67. 
Equus Grevyi von 1°30‘ an nördlich, Somaliland bis 8° n. Br. westlich. 
Matschie (5), p. 65—74. 


Equus Grevyi. Somaliname „Fer’o“. Vorkommen, Färbung. Swayne, 
p- 320—321. 

Equus Grevyi (Zebra) vom Somalilande. Vorkommen. Menges, p. 130. 

Equus quagga. Verbreitung. Matschie (5), p. 33—39. 

Equwus somaliensis Somaliland. Matschie (5), p. 65—74. 

Equus taeniopus var. somaliensis vom Somalilande. Geographische Ver- 
breitung. Menges, p. 130. 


Equus zebra. Verbreitung. Matschie (5), p. 33—39. 

Eguus zebra von Kirangasa. Deutsch-Ost-Afrika. Emin bei Noack (1), p. 524. 
Hippidion, fossil. Gebiss. Philippi, R. A. (3), p. 87—96. 

Hippidion bolivianum, fossil. Schädel. Philippi, R. A. (3), p. 87—96. 
Hippidion nanum, fossil. Schädel. Philippi, R. A. (3), p.87—%. 


Palaeotheridae: Palaeotheridae. Ligamentum cal.-nav.-ant. interosseum. 
Tornier (1), p. 28. 

Mesohippus bairdii. Fossil. Dentition. Osborn and Wortman, p. 213—214. 

? Mesohippus longipes spec. nov. Skelett. Osborn and Wortman, p. 214 
—215. 


Tillodontia: Ganodonta. 


Stylinodontidae: Calamodon europaeus aus dem Eocän. Tillodontier. 
Amerikanischer Typus. Rütimeyer bei Schlosser, Zoolog. Anzeig. 17. Jhg. 
No. 446 p. 158. 


Sirenia. 


Sirenen. Schädel. Zaaijer, p. 337—342, 

Sirenen. Gestalt, Gliedmassen, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 829. 
Halicore dujong. Meijere, p. 367. 

Halicore dujong. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Manatus. Borsten. Meijere, p. 367. 

Manatus australis. Schädel. Zaaijer, p. 337—342, 


376 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Cefacea. 


Cetacea. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 
Cetacea. Skelett. Bardeleben, p. 356. 
Cetacea. Juebensweise, Gliedmassen, Gebiss. Vogt u. Yung, p. 828. 


Zeuglodonta. 


Zeuglodontidae: Zeugodon osiris sp. n. Aegypt. Eocän. Eingehende 
Beschreibung. Dames, p. 1—36. 


Odontoceti. 


Balaenidae: Balaenoptera musculus. Genitalorgane. Beauregard et 
Boulart (1), p. 596—597. — Extr. in: Revue Scient (4), T.I, No. 12 p. 373—374. 

Balaenoptera musculus. Bulla tympani, membrane du tympan. Beauregard, 
p: 399— 400. 

Balaena mysticetus. Kurze Bemerk. Bruce (1), p. 807. 

Balaenoptera rostrata. Bulle tympanique, membrane du tympan, cavite 
tympanique, sinus aeriens, parois de la cavit& tympanique, osselets de l’ouie,, 
ligaments du marteau. Beauregard, p. 392—399. 

Delphinidae: Delphinus. A.interossea. Zuckerkandl, Extr. aus Zool. 
Anzeig. 17. Jhg. p. 287. 

Delphinus. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 

Eudelphinus delphis. Bulle tympanique u. s. w. Beauregard, p. 379—392. 

Globiocephalus Svineval. Verdauungsapparat. Cattaneo, Extr. dagli Atti 
Soe. Lig. Se. Nat. Vol.5. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 401. 

Grampus griseus. Skelett. Traquair, p. 1—2. 

Grampus sp. Verbreitung. Thomas (3), p. 455. 

Phocaena. M. stylo-glossus. Ledouble, No.1 p. 53. 

Phocaena. Rudimente b. Embryo. Guldberg, p. 1-7. — Extr. v. H.F. 
Jungersen: Zool. Centralbl. 1. Jhg. No. 12 p. 499—500. 

Phocaena. Gesichtsmuskeln, Ohr- u. Oceipito-frontal-Muskeln. Ledouble, p.40. 

Phocaena communis. Respirationsmechanik. Jolyet, F., Naturw. Rundsch. 
9. Jhg. No. 24 p. 49. 

Phocaena communis an d. Murmanküste. Kükenthal (2). 

Prodelphinus attenuatus. Skelett. True (4) p. 33-37. 

Cachalot (Pottfisch) (2). Beauregard, p. 392. 

Tursiops tursio. Verbreitung. Thomas (3), p. 455. 


Edentata. 


Edentata. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 
Edentata. Skelett, Muskeln. Bardeleben, p. 355, 369. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 377 


Edentata. Gebiss, Haut. Vogt u. Yung, p. 828. 

Edentata. A. mediana. Zuckerkandl, Extr. aus Zool. Anz. 17. Jhg. p. 287. 

Manidae: Manis von Wahumba (Nord-Ugogo). Deutsch-Ost-Afrika. Emin 
bei Noack (1), p. 524. 

Manis. Ligamentum cal.-nav.-ant. interosseum. Tornier (1), p. 28. 

Manis. Placentaruntersuchungen. Hubrecht (2), p. 77—118. — Ext. Zool. 
Anzeig. 17. Jhg. p. 236. 

Manis. Verknöcherung des Lig. fib. ast-cal. anticum. Tornier (1), p. 25. 

Manis aurita vom Himalaya u. v. Süd-China bis zum Wendekreis. Schuppen, 
Klauen, Zahl der Schuppen. Matschie (1), p. 8. 

Manis cerassicaudata. Haut. Meijere, p. 366. 

Manis gigantea vom Gambia bis zum Cunene. Schuppen, Klauen, Zahl der 
Schuppen. Matschie (1), p.7. 

Manis javanica. Haut. Meijere, p. 366. 

Manis javanica von Hinterindien, Sundainseln. Schuppen, Klauen, Zahl 
der Schuppen. Matschie (1), p. 8. 

Manis macrura aus Atrika. Processus xiphoideus u. seine Muskulatur. 
Ehlers, Naturw. Rundschau No. 42 p. 540. 

Manis pentadactyla von Vorderindien. Schuppen, Klauen d. Hinterfüsse 
kleiner als die der Vorderfüsse. Matschie (1), p.8. 

Manis temmincki, Vorkommen. Thomas (6), p. 145. 

Manis temmincki von Südafrika u. Ostafrika. Schuppen, Zahl der Schuppen. 
Matschie (1), p.8. 

Manis tetradactyyla vom Gambia bis zum Cunene. Haare, Färbung, Schuppen, 
Zahl der Schuppen. Matschie (1), p. 7. 

Manis trieuspis aus Afrika. Brustbein u. Muskeln. Ehlers, Naturw. 
Rundsch. No, 42 p. 540. 

Manis tricuspis. Haut. Meijere, p. 366. 

Manis tricuspis vom Gambia bis zum Cunene. Haare, Färbung, Schuppen. 
Matschie (1), p. 7. 

Bradypodidae: Bradypus. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 

Bradypus tridactylus. Haut. Meijere, p. 361. 

Bradypus tridactylus var. notus Lesson. Respirations- u. Circulations- 
Apparate. Condorelli-Francaviglia p. 6—17, 18. 

Choloepus didactylus. Haut. Meijere, p. 361—362. 

Myrmeecophagidae: Cyclothurus didactylus. Haut. Meijere, p. 362—363. 

Myrmecophaga. Musculus-peronaeus longus-Endsehne. Tornier (1), p. 28. 

Ameisenbär. Vorkommen. @oeldi (1), p. 725. 

Myrmecophaga. Ein dem Musculus tibialis anterior und Musculus abductor 
hallueis gemeinsamer Sehnentheil. Tornier (1), p. 28. 

Myrmecophaga. didactyla. Respirationsorgan. Göppert (1), p. 141. 

Myrmecophaga jubata. Haut. Meijere, p. 362. 

Myrmecophaga jubata von San Lorenzo. Schädel, Vulgärname. Matschie 
(2), p. 62 u. 63. 

Myrmecophaga jubata. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Myrmecophaga tetradactyla. Band mit Knochenkern. Tornier (1), p. 26. 

Peltephilus ferox. Abb. Eocän. Ameghino (2). 


378 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Tamandua tamandua. Haut. Meijere, p. 362. 

Tamandua (Myrmecophaga) tetradactyla. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Tamandua tridactyla von Palos & pique. Vulgärname, Schädel, Haut, 
Färbung. Matschie (2), p. 63. 


Megalonichidae: Pseudhapalops Rütimeyeri. Abb. Eocän. Ameghino (2) 
Hyperleptus garzonianus. Abb. Eocän. Ameghino (2). 

Hyperleptus rectus. Abb. Eocän. Ameghino (2). 

Pelecyodon cristatus. Abb. Eocän. Ameghino (2). 

Prepotherium Filholi. Abb. Eocän. Ameghino (2). 

Planops longirostratus. Abb. Eocän. Ameghino (2). 


Dasypodidae: Chlamydophorus truncatus. Haut. Meijere, p. 363—364. 
Chlamydophorus truncatus in Buenos Aires in Gefangenschaft im zoolo- 
gischen Garten. Lebensweise. Matschie (2), p. 62. 


Dasypus gigas. Ligamentum tib.-ast. posticum. Tornier (1), p. 26. 

Gürtelthier. Vorkommen. &oeldi (1), p 725. 

Dasypus minutus. Haut. Meijere, p. 365. 

Dasypus Nationi spec. nov. Vorkommen, Maasse, Schädelmaasse. 
Thomas (7), p. 70—72. 


Dasypus sexcinctus von San Lorenzo. Junges von Chaco - Indianerinnen 
14 Tage an den Brüsten genährt. Vulgärname. Matschie (2), p. 62. 


Dasypus sexcinctus. Vorkommen. Aplin (1), p. 307—308. 

Dasypus sexcinctus Haut. Meijere, p. 364. 

Dasypus sexcinctus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Dasypus vellerosus. Haut. Meijere, p. 365. 

Dasypus villosus. Haut. Meijere. p. 364. 

Euphractus minutus. Skelett. Bardeleben, p. 356. 

Euphractus minutus von Tucuman u. Jujuy. Vulgärname. Matschie (2), p. 62. 

Euphractus villosus von Tornquist. Vulgärname, Nutzen. Matschie (2), p. 62. 

Tatusia hybrida von Tornquist, Arial. Vulgärname, Nutzen. Matschie (2), p.62. 

Tatusia novemeincta. Vorkommen. Aplin (1), p. 307. 

Tatusia novemcincta. Nine-Banded Armadillio. Vorkommen. Allen (2), 
p. 165. 

Tatusia novemeincta. Haut. Meijere, p. 365. 

Tatusia pilosa (Armadillio). Verbreitung. Flower, p. 655. 

Tatusia (Muletia) propalatum spec. nov. Rhoads (4), p. 111—114. 

Tatusia septemeineta. Vorkommen. Aplin (1), p. 307. 

Tolypeutes conurus und T. trieinetus. Haut. Meijere, p. 365. 

Tolypeutes conurus längs der Cordilleren, fehlt bei Tucuman. Matschie 
(2), p. 62. 

Vetelia puncta. Abb. Eocän. Ameghino (2). 


Megatheridae: Analcitherium antarcticum. Abb. Eocän. Ameghino (2). 

Megatheren (fossil). Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 

Megatherium americanum Cuvieri. Schädel, fossil, in Südamerika. Philippi, 
R.A. (3), p. 87—9%6. 

Megatherium antigquum. Gebiss, fossil, in Südamerika. Philippi, R.A. (3), 
p. 87—96. 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 379 


Megatherium Megmai. Gebiss, fossil. Philippi, R. A. (3), p. 87—96. 

Megatherium Sundti, fossil. Schädel, Gebiss, in Südamerika. Philippi, 
R. A. (3), p. 87—%. ä 

Megatherium tarigense. Calcaneus, fossil, in Südamerika. Philippi, R. A. 
(3), p. 87—%. 

Mylodon sp. fossil. Sammelort. Branco. 

Mylodon robustum. Schädel, fossil. Philippi, R. A. (3), p. 87—96. 

Scelidotherium bolivianum. Schädel, fossil. Philippi, R. A. (3), p. 87—96. 

Scelidotherium Bravardi. Schädel, fossil. Ameghino b. Philippi, R. A. 
(3), p- 87—9. 

Scelidotherium chilense. Schädel, fossil. Philippi, R. A. (3), p.87—96, 

Scelidotherium? compressum. Schädel, fossil. Philippi, R. A. (3), p. 37—9. 

Scelidotherium leptocephalum s. Se. Capellini Ameghino. Schädel, fossil. 
Philippi, R. A. (3), p. 87—96. 

Glyptodontidae: Glyptodonten (fossil). Vorkommen. @oeldi (1), p. 725. 

Oryeteropodidae: Orycteropus. Skelett. Tornier (2), p. 78. 

Orycteropus capensis. Haut. Meijere, p. 366. 

Orycteropus capensis. Ligamentum tib.-ast. posticum verknöchert selten v. 
d. Tibia aus. Tornier (1), p. 26. 


Marsupialia. 


Marsupialia. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Marsupialia. Bezahnung. Leche, p. 505. 

Aarsupialia. Lig. tib, ast-cal. anticum. Tornier (1), p. 25. 

Marsupialia. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Marsupialia. Gebiss. Vogt u. Yung, p. 528. 

Marsupialia. Skelett, Muskeln. Tornier (2), p. 74. 

Marsupialia A. mediana. Zuckerkandl, Extr. aus Zool. Anz. 17. Jhg., 
p- 287. 

Marsupialia. Handbuch. Lydekker (2). 

Marsupialia. Vorkommen, &oeldi, p. 725. 

Peramelidae: Perameles dorcyana. Haut. Meijere, p. 356. 

Perameles Gunni. Haare. Meijere, p. 356. 

Perameles obesula. Haut. Meijere, p. 356. 

Didelphyidae: Aepyprymnus rufescens. Embryonalhüllen. Semoen (2) 
p. 17—58. 

Phascolarctus. Allantois u, Dottersack. Semoen (1) p. 51—55. 

Didelphyidae. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Didelphyidae. Vorkommen. Goeldi (1), p. 725. 

Didelphys. Kralle. Boas, p. 300. 

Didelphys. Untersuch. d. Zahnschmelzes. Preiswerk, p. 687—690. 

Didelphys azarae von Tucuman. Matschie (2), p. 64. 

Didelphys azarae. Vorkommen. Aplin (1), p. 314—315. 

Didelphys azarae. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Didelphys aurita. Verbreitung, Färbung, Gebiss. Goeldi (2), p. 457— 460. 

Didelphys australis spec. nev. Verbreitung, Färbung, Lebensweise, 
Gefange schaft. Philippi, Fed., p. 33—35. 


380 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Didelphys crassicaudata. Vorkommen. Aplin (1), p. 315. 

Didelphys erassicaudata. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Didelphys elegans. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Didelphys marsupialis. Schuppen. Meijere, p. 353—354. 

Didelphys marsupialis. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p. 355, 
359—360, 367 —368. 

Didelphys marsupialis californica. Verbreitung, Färbung, Gliedmaassen. 
Allen (2), p. 168—169. 


Didelphys marsupialis virginiana. Vorkommen. Chapman, Fr. (1), p. 334. 

Didelphys marsupialis virginiana. Vorkommen. Rhoads (5), p. 388. 

Didelphys murina. Haare, Schuppen. Meijere, p. 353. 

Didelphys noctivaga von Famailla. Matschie (2), p. 64. 

Didelphys opossum. Haut. Meijere, p. 354. 

Didelphys philander. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Didelphys soricina. Haarkleid, Färbung, Ohr, Vorkommen. Philippi, R. 
A. (1), p.36. 

Didelphys (Philander) trinitatis spec. nov. Färbung, Schädel, Körper- 
und Schädel-Maasse, Vorkommen. Thomas (14), p. 433—439. 

Didelphys virginiana. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 

Chironectes minimus Zimmermann. Hautgebilde. Meijere, p. 353. 

Chironectes minimus (variegatus). Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Chironectes palmatus. Vorkommen. &oeldi (2), p. 465—466. 

Metachirus quica. Färbung, Vorkommen. Goeldi (2), p. 460--461. 

Micoureus griseus. Schädel, Färbung, Vorkommen. @oeldi (2), p. 461—462. 

Micoureus pusillus (Grymoeomys agilis). Färbung, Lebensweise, Vor- 
kommen. Goeldi (2), p. 462—463. 

Peramys tristriatus. Schädel, Färbung, Vorkommen. Goeldi (2), p. 463 
—465. 


Phaseolomyidae: Phascolomys Mitchelli. Haut. Meijere, p. 357. 

Phascolomys wombat. Skelett. Bardeleben, p. 355. 

Phascolomys wombat. Foetalstatus, Gebiss. Röse, p. 37. 

Halmaturus. Ovarium. Henneguy, p. 1—37—39. 

Halmaturus. Schädel, Krankheit. Lannelongue et Achard, p. 959—962. 

Halmaturus (Känguruh). Ausgeschuhte u. durchsägte resp. durchschliffene 
Krallen. Boas (1), p. 301. 


Phalangeridae: Acrobates pygmaeus. Haut. Meijere, p. 358. 

Distoechurus pennatus. Haut. Meijere, p. 358. 

Phalanger celebensis. Haut. Meijere, p. 357. 

Petaurus breviceps. Haut. Meijere, p. 358. 

Tarsipes rostratus. Haut. Meijere, p. 357. 

Trichosurus vulpecula. Haare. Meijere, p. 358. 

Trichosurus vulpecula. Skelett, Muskeln, Nerven. Bardeleben, p. 355, 
361, 368, 369. 


Dasyuridae: Dasyuridae. Schädel. Zaaijer, p. 337— 342. 
Dasyurus viverrinus. Haut. Meijere, p. 354-355. 
Myrmecobius. Gebiss. Woodward (1), p. 438—53 (p. 542). 


in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894. 381 


Phascologale flavipes. Haut. Meijere, p. 355. 
Phascologale minima. Haut. Meijere, p. 355. 
Sminthopsis crassicaudata. Haut. Meijere, p. 356. 
Sminthopsis murina. Haare. Meijere, p. 356. 
Thylacinus eynocephalus. Schädel. Zaaijer, p. 337—342. 


Maeropodidae: Dendrolagus benettianus Waite, p. 571. 

Dorcopsis Müller. Haut. Meijere, p. 358-359. 

Macropus (Halmaturus) benetti Skelett, Muskeln. Bardeleben, p.355, 
361—362. 

Macropus ruficollis var. Bennettii. Haut. Meijere, p. 359-360. 

Macropus rufus. Haut. Meijere, p. 360—361. 

Petrogale penicillata. Haut. Meijere. p. 359. 

Potorous tridactylus. Haut. Meijere, p. 358. 


Abderitidae: Adderites crassiramis Abb. Eocän. Ameghino (2). 
Abderites meridionalis. Eocän. Ameghino (2). 

Acdestis Oweni. Eocän. Ameghino (2). 

Decastis columnaris. Eocän. Ameghino (2). 

Dipilus Spegazzini. Eocän. Ameghine (2). 

Epanorthidae: Epanorthus Lemoinei 3Abb. Eocän. Ameghino (2). 
Metaepanorthus Abb. Eocän. Ameghino (2). 

Paraepanorthus minutus. Ameghino (2). 


Garzonidae: Garzonia typ. Eocän. Ameghino (2). 


Allotheria. 


Plagiaulaeidae: Plagiaulax. Kleiner Nagezahn u.1 Backzahn. Lydekker 
@) p- 206. 


Monotremata. 


Monotremata. Temperatur. Semon, Rich. (4), Arch. f. d.ges. Physiol, (Pflüger) 
58. Bd. 5./6. Hft. p. 229—232. 

Monotremata. Entwickelungsgeschichte. Semon, Rich. (3), p. 59—74. 

Monotremata. A. mediana. Zuckerkandl, Extr. aus Zool. Anz. 17. Jhg. 
p. 287. 

Monotremata. Schädel, Haut. Vogt u. Yung, p. 828. 

Monotremata. Handbuch. Lydekker (2). 

Monotremata. Embryonalhüllen. Semon (1), p.51—55. 

Monotremata. Skelett, Muskeln. Tornier (2), p. 74. 


Eehidnidae: Echidna. Wilson u. Mc Kay, p. 377—385—388. 
Echidna. Anatom. Wilson, p. 129—150. 

Echidna. Embryonalhüllen. Semon (2), p. 17—58. 

Echidna. Fig.26, Vorderkrallen. Boas, p. 298—300. 
Echidna aculeata. Hautgebilde. Parker (1), p. 3—14. 
Echidna aculeata. Eischalenhäute. Neumeister, p. 413—420. 
Echidna. Entwickelungsges-hichte. Semon (3), p, 59—74, 


382 Dr. H. Ledermann: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen 


Echidna aculeata. Embryonalhüllen. Semon, Richard (1) p.51- 55 

Echidna hystrix Cuvier. Hautgebilde. Meijere, p. 352. 

Echidna setosa. Musculus obliquus sup. oculi. Göppert, E. (2), p. 278 
— 280. 


Ornithorhynehidae: Ornithorhynchus. Musculus obliquus superior oculi. 
Göppert (2) p. 278—280. 

Ornithorhynchus. Secretion. Martin u. Fidswell. Zool. Anz. 17. Jhg., 
p. 380 u. 39. 

Ornithorhynchus. Wilson u. Mc Kay, p. 377--385—388. 

Ornithorhynchus. Anatom. Wilson, p. 129—150. 

Ornithorhynchus anatinus. Hautgebilde. Meijere, p. 352 —353. 

Ornithorhynchus paradoxus. Hautgebilde. Poulton (1), p. 143—190, expl. 
pls., p. 191—199. — Extr. Zool. Anz. 17. Jhg. p. 290. 

Ornithorhynchus paradoxus. Muskeln, Nerven, Gefässe. Manners-Smith, 
T., p. 694— 715. 

Ornithorhynchus. Ontogenie. Semon (3), p. 59—74. 


Inhaltsübersicht. 
Seite 
I. Verzeichniss der Veröffentlichungen . . ». . ». 2» 2 2. .2.18 
11.; Uebersicht nach dem SwE .- -. ... wa... 2 Sr wer 
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in der Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1894, 


Nutzen und Schaden . En a: 
Ausrottung, Krankheiten, Missbildungen, Varietäten u. Bastarde 
Gefangene und acclimatisirte Thiere 
Hausthiere . 
Vulgär-Namen - 
Jagd und Jagdschutz . 
ÖOntogenetische Entwicklung 
Phylogenetische Entwicklung . 
Faunistische Arbeiten . 
Europa . 
Afrika . 
Asien 
Amerika 
Australien .. 


III. Uebersicht nach den Arten . 
Primates 
Prosimiae . 
Chiroptera 
Insectivora 
Creodonta . 
Carnivora . 
Pinnipedia 
Rodentia 
Ungulata . 
Sirenia . 
Cetacea . 
Edentata 
Marsupialia . 
Allotheria . 
Monotremata . 


383 


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381 


384 Dr. H. Ledermann. 


Druckfehler. 


S.185 Zeile 35 v. oben Acrotherium karaikense statt Acrotheri Kariokense. 

S. 186 Zeile 2 v. oben Dipilus Spegazzinii statt Spegaffini; Zeile 9 A. 
Manziana statt Manzaniana; Zeile 12 Pseudhapalops statt Pseudpapalops; Zeile 13 
Prepotheridae statt Prepothendae, Zeile 16 Propalaehoplophorinae statt Propalae- 
roplotheridae und Dasypodidae statt Dasyporu; Zeile 17 Vetelia statt Netelia; 
Zeile 19 Odontoceta statt Odontocesa. 

S. 188 Zeile 17 talpoides statt talpoidus; Zeile 24 Spalax statt Spalux; 
Zeile 40 Mephitis mephitica statt sulphitica. 

S.191 Zeile 34 kann statt kaum. 

S. 194 Zeile 3 muss nach „von Neuem“ „u.“ fehlen. 

S.198 Zeile 10 ou statt on; Zeile 20 hinter se muss das Komma fort. 

S. 204 letzte Zeile, das statt des, Bibergebiet statt Bibergebietes. 

S. 206 Zeile 12 hinter „d. älteren“ folgt Punkt; Zeile 43/44 Grymoeomys 
statt Gryonceomys. 

S. 207 Zeile 20 der statt des; Zeile 24 den statt dem. 

S. 211 Zeile 1 grauen statt graue. 

S. 221 Zeile 11/12 Bandmassen statt Brandmassen. 

S. 223 Zeile 38 Lamina statt Lamnia. 

S.226 Zeile 17 nigripes statt nigriceps. 

S. 228 Zeile 41 Ateles statt Meles. 

S. 237 Zeile 36 gänzlich. In statt in. 

S. 240 Zeile 8 er ist X ähnlich statt — ähnlich. 

S. 247 Zeile 28 Sus scrofa. Schädel. statt Sus scrofa-Schädel. 

S. 254 Zeile 20 angefressen statt gefressen. 

S. 272 Zeile 13 mauritianus statt mamitianus. 


Bericht 
über 
die geographische Verbreitung, die Systematik 
und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895. 


Von 
Dr. W. Kobelt. 


Verzeichniss der Publikationen. 


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Northh. Soe. vol. 8 p. 205— 267. 

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et des autres lacs de l’Afrique centrale. — In: Le Naturaliste 1894 
p. 22, 23. 

— Remarques sur le genre Bellardiella. Ibid. p. 256. 

— Description d’un Mollusque nouveau de ’Equateur. Ibid. 
1895 p. 29. 

— on some new or hitherto little known Land-Shells from New 
Guinea or adjacent Islands. — In: Pr. Linn. Soc. N. S. Wales vol. 10 
p. 374—381, with plate. 

— Description d’une nouvelle Helix d’Algerie. — In: Le Na- 
turaliste 1895 p. 44. 

Appelöf, A., Fauna of Herlofjord. — In: Bergens Mus. Aarbog 
1895 p. 9, 10. 

Arbanasich, Fra Piero, la enumerazione dei Molluschi della 
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from the Hawaian Islands. — In: Pr. Acad. Philadelphia p. 214—236, 
with 3 plates. 

Bather, F. A., the habits of the young Sepia. — In: Journal 
of Malac. vol. 4 p. 33. 

Bavay, —, Description d’une coquille nouvelle (Pollia dautzen- 
bergi). — In: le Naturaliste 1895 p. 160 Textfig. 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd. II. H. 1. 25 


386 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


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p. 137, 148, 161 u. 188. 

— Coquilles nouvelles provenant des röcoltes de M. L. Levay, 
dans les rapides du Haut-Mekong pendant la campagne du Massie, 
1893—95. — In: J. de Conch. vol. 43 p. 82 pl. 6. 


Bendall, W., List of the Land-Mollusca of the Island of New- 
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from the other islands. — In: Pr. malac. Soc. London vol. 1 p. 292 
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Bernard, F., sur un Lamellibranche nouveau (Scioberetia au- 
stralis) commensal d’un Echinoderme. — In: Comptes-rendus Ac. 
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Blazka, P., die Molluskenfauna in Gärten von Prag. — In: 
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Boettger, Dr. O., die marinen Mollusken der Philippinen. 
IV. Pleurotomiden. — In: Nachrbl. D. mal. Ges. vol. 27 p. 1—20 u. 
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Bradshaw, Mrs. M. F., Haminea virescens. — In: Nautilus 
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— Megatebennus bimaculatus. Ibid. p. 112. 


Brancsik, K., ein Ausflug auf Nachbargebiet. — In: Jahres- 
ber. Ver. Trenesin vol. 17 p. 90. 

— Toldalek Trencsen varmegye Mollusc Faunasjhoz (Beitrag 
zur Fauna des Comitats Trencsin). Ibid. p. 111. 

— Contributiones ad Faunam molluscorum insulae Papua. Ibid. 
p. 209—288, mit 2 Taf. 

Brazier, J., Trochus adamsi from Port Jackson, and new 
varieties of Bulimus miltocheilus from the Solomon Islands. — In: 
Pr. Linn. Soc. N. S. Wales vol. 9 p. 577—570. 

— on some Australian and Tasmanian Mollusca with their 
synonyms. Ibid. p. 691 — 700. 

— a british bivalve Molluse (Cryptodon flexuosus Mtg.) found 
in Australia and Tasmania, with its distribution. Ibid. p. 725. 

— Rossiteria, a new subgenus of the Family Trochidae Ibid. 


p- 728. 

— new species of Cone from the Solomon Islands. Ibid. vol. 10 
p. 471. 

Brockmeier, H., einige Mittheilungen über Mollusken. — In: 
Verh. Vers. Deutscher Naturf. u. Aerzte LXVII p. 112. 


—- über Süsswassermollusken der Gegend von Plön. — In: 
Forschgsber. Inst. Plön vol. 3 p. 188—204. 

Bucquoy, E., Dautzenberg, P. u. Dollfus, G., les Mol- 
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Brusina, Sp., Bemerkungen über macedonische Süsswasser- 
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— Faunistisches von der Adria-Excursion der Yacht Margita. 
Ibid. p. 371. 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 387 


*Calderwood, W. L., Mussel culture and bait supply, with 
reference more especially to Scotland. London. 

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Chaster, G.W., a List of the Mollusca of Southport and 
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ment ibid. II. 1894 p. 73. 

— a new species of Lepton from Guernsey. — In.: Ann. nat. 
Hist. ser. 6 vol. 15 p. 248. 

— Notes on a few of the less-known British marine Mollusca. 
— In: J. of Malac. vol. 4 p. 56 (woodeut). 

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Clapp, G. H., Mollusks of Alleghany Co., Pensylvania. — In: 
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from Ireland. — In: J. of Malae. vol. 4 p. 4—6, woodeut. 

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Cook, A. H., Shipley & Reed, Molluscs and Brachiopods 
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London. 1895. 8°. 

Cooke, A.H., Molluscs. — In: Cambridge nat. Hist. vol.3. 8°. 
459 S. mit 2 Karten und Textfiguren. 

— Purpura coronata, Lam. in the West-Indies. — In: J. of 
Malac. vol. 4 p. 69. 

Cooper, J. G., Catalogue of Marine Shells, collected chiefly 


on the eastern shore of California. — In: Pr. California Acad. 
vol. 5 p. 34. 5 

— on Land- & Freshwater Shells of Lower California. Ibid. 
p- 103. 


— on West-Mexican Land- & Freshwater Mollusca. Ibid. p. 166. 
*Cox, J.C. Observations on a Cytherea, found in Bass Straits. 
Sydney, 8°. 88. 


25* 


358 Dr W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


— List of Port Jackson. Chitons. — In: Pr. Linn. Soc. N. S. 
Wales vol. 9 p. 709. 

Crosse, H., Additions & la Faune malacologique terrestre et 
fluviatile de la Nouvelle Caledonie et de ses dependances. — In: 
J. de Conch. vol. 43 p. 79. 

— vide Fischer. 

Dall, W.H., Contributions to the tertiary Fauna of Florida. 
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Free Inst. vol. III p. 485—570. 

— Report on Mollusca and Brachiopoda, dredged in deep water, 
chiefly near the Hawaian Islands, with illustrations of hitherto unfi- 
gured species from North-West-America. — In: Pr. U. S. Nat. Museum 
vol. 17 p. 675-733, with 10 pl. 

— Diagnoses of new Mollusks from the survey of the Mexican 
boundary. Ibid. vol. 18 p. 1—6. 

-— Diagnoses of new species of Mollusks from the West-Coast 
of America. Ibid, p. 7—20. 

— Synopsis of a review of the genera of recent and tertiary 
Mactridae and Mesodesmidae — In: Pr. mal. Soc. London vol. 1 
. 203. 
ea on a new species of Holospira from Texas. — In: Nautilus 

vol. 8 p. 112. 

— new species of Land-shells from the Galapagos Islands. 
Ibid. p. 126. 

— new species of Land-shells from Puget Sound. Ibid. p. 129. 

— an undescribed Meretrix from Florida. — In: Nautilus 
vol. 9 p. 10. 

— Description of a new Vitrea from Puget Sound. Ibid. p. 27. 

— Three new species of Macoma from the Gulf of Mexico. 
Ibid. p. 32. 

— Synopsis of the sub-divisions of Holospira and some related 
genera. Ibid. p. 50. 

-— Note on the genus Joannisia. Ibid. p. 78. 

— new data on Spirula. — In: Science v. 3 p. 243. 

Dautzenberg, P., Recolte malacologique de M. C. Alluaud, 
aux environs de Diego-Suarez, en 1893. — In: J. de Conch. vol. 42 
p. 89. Avec 2 pl. 

— Revision des &speces actuellement connues du genre Geo- 
trochatella. — In: J. de Conch. vol. 43 p. 19. 

— Liste des Mollusques marins provenant de iles Glorieuses. 
— In: Bull. Soc. Ouest France, vol. 5 p. 99. 

— de l’existence du genre Berthelinia Crosse, & l’epoque 
actuelle. — In: Bull. Soc. zool. France vol. 20 p. 37, Textfigur. 

— Mollusques recueillis sur les cötes de la Tunisie et de 
l’Aleerie. Campagne de, la Melitta 1892. — In: Mem. Soc. zool. 
France, vol. 8 p. 303. 


die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895. 389 


— Description d’une nouvelle @spece de Modiola, provenant du 
littoral oceidental de la France. — In: Feuill. Jeunes Naturalistes 
Ye 299.90 

— vide Bucquoy. 

Davis, J. R. A., the habits of Limpets. — In: Nature, vol. 51, 


p., sit. 

Drouöt, H., Unionidae nouveaux ou peu connus. — In: J. de 
Conch. vol. 43 p. 26—40, 220—234. 

Ehrmann, P., über einige alpine Schnecken. — In: Ber. 


naturf. Ges. Leipzig, vol. 19 p. 24. 

Fischer, P., note prelimmaire sur le Pterygioteuthis Giardi, 
Cephalopode nouveau recueilli dans le cours de l’Expedition scienti- 
fique du Talisman (1883). — In: J. de Conch. vol. 43 p. 205 (aus- 
gegeben in 1896). 

— Note sur la distribution du genere Corambe. Ibid. p. 235. 

Fischer, P. & Crosse, H., Mission scientifigue au Mexique 
et dans l’Amerique centrale VII Livr. 15. 

Ford, J., & new variety of Olivella. — In: Nautilus, vol. 8 
p- 103. — Textfig. 

Notes on the reported extinction of the genus Achatinella 
and marvellous development of a Florida Fasciolaria. Ibid. p. 123. 

Fulton, H. Note on Helix sauliae Pfr. (non Reeve) = palumba 
Souv. — In: Nautilus, vol. 8 p. 125. 

Gallenstein, H. von, die Bivalven- u. Gastropodenfauna 
Kärntens.. I. Die Bivalven. — In: Jahrb. Mus. Kärnten vol. 25 

. 1—67. 
5 — Das Vorkommen von Claus. grimmeri, Parr. in Kärnten. — 
In: Nachrbl. D. mal. Ges. vol. 27 p. 69. 

Garstang, W., on the Gastropod Colpodaspis pusilla of M. Sars. 
In: Pr. zool. Soc. London 1894 p. 664. With pl. 

— on Doris maculata, a new species of Nudibranchiate Mollusk 
found at Plymouth. -— In: J. Mar. Biol. Assoc. vol. 4 p. 167. 

Gilchrist, J.D.F., on a group of the Aplysiidae with de- 
seription of a new species. — In: Ann. nat. Hist. ser. 6 vol. 15 
p. 403. With pl. 

Gill, T., Rangia the proper name of the Mactroid genus Gna- 
thodon. — In: Nautilus, vol. 8 p. 102. 

Girard, A. A., sur le Tyrophorella thomensis, Greeff, gastero- 
pode terrestre muni d’un faux opercule & charnier. 

Godwin-Austen, H.H., List and distribution of the Land 
Mollusca of the Andaman and Nicobar Islands, with description of 
some supposed new species. — In: Pr. zool. Soc. London, p. 438. 

— Notes on Trochonanina and other genera of Land-Mollusca, 
with reference to the generic position of Martensia mozambicensis 
and other species, — In: Pr. mal. Soc. London, vol. 1 p. 281, 
with pl. 


390 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


— Description of a supposed new species of Land-Mollusk of 
the genus Parmarion from Pulo-Laut, an island off the south-east 
coast of Borneo. — In: Ann. nat. hist. ser, 6 vol. 16 p. 434, with pl. 

— Notes on and drawings of, the animals of various Indian 
Land-Mollusca. In: J. As. Soc. Bengal vol. 64 p. 434—437, 

— vide Collinge. 

Goldfuss, Otto, die Molluskenfauna der Gegend von Lähn 
in Schlesien. — In: Nachrbl. D. mal. Ges. vol. 27 p. 89. 

— Noch ein Fundort der Pupa ronnebyensis, Wstrld. in Nord- 
deutschland. Ibid. p. 100. 

Gourdon, M., Catalogue raisonn& des Mollusques des Montagnes 
de Saint-Beat et du Pic-du-Gar (Haute-Garonne). In: Feuille jeunes 
Natural. vol. 25 p. 56, 73 u. 91. 

Gregorio, A. de, Appunti zoologici e geologici sull’Isola di 
Levanzo (conchiglie terrestri viventi e fossili). — In: Ann. Geol. Pal. 
vol. 16 p. 4—7. 

— Appunti su talune conchiglie Mediterranee viventi e fossili. 
— In: Natural. Sicil. vol. 14 p. 183—212. 

— Terza nota su talune conchiglie mediterranee viventi e fossili. 
Ibid. p. 236. 

*Gruvel, A., l’Oströiculture.. — In: le Naturaliste p. 67, 80. 

Guerne, Jules de, sur un fragment d’Allopsis mollis Verrill, 
rencontre entre l’Espagne et les Acores. — In: Bull. Soc. zool. 
France vol. 20 p. 109. 

Guppy, R.J.L., on a Landshell of the Genus Helicina from 
Grenada, and on the classification of the Helieinidae. — In: Pr. Inst. 
Trinidad vol. 1 p. 72. 

— the Molluska of the Gulf of Paria. Ibid. p. 116. 

Gwatkin, H.M. & H. Suter, Observations on the dentition 
of Achatinellidae with a prefatory note by H. A. Pilsbry. — In: Pr. 
Acad. Philadelphia, p. 237—240. 

*Hartmann, W.D., Illustrated Catalogue of the Land- and 
Freshwater Shells of Chester County, Pensylvania. — In: the village 
Record, West Chester, Tx. 1895, 

Hector, James, on a new shell (Anomia walteri)., — In: 
Trans. New-Zealand Inst. vol. 27 p. 292. 

Hedley, C., Conchological Notes. — In: Pr. Linn. Soc. N. S. 
Wales vol.9 p. 464—466, with pl. 

— Notes on Australian Shipworms. Ibid. p. 501-—-505. With pl. 

— on a Molluscan genus new to, and another forgotten from 
Australia. — In: Tr. R. Soc. Victoria, vol. 7 p. 197. 

— Notes on West Australian Land Shells. — In: Pr. malac. 
Soc. London vol. 1 p. 259. 

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— une coquille Francaise meconnue (Helix fasciola Drp.). 
Ibid. p. 85. 

— & propos de l’Helix variabilis. Ibid. p. 98. 

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— neuer Buliminus aus Süd-Arabien (Bul. schweinfurthi). Ibid. 

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— Descriptions of four new species of Engina, and a new 
species of Defrancia. Ibid. p. 226, Textfig. 

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— Note on Tasmanian Acmaea and Ischnochiton. Ibid. p. 127. 

— Navarchus. Ibid. p. 131. 

— new forms of American Zonitidae and Helicidae. Ibid. 
vol. 9 p. 14. 

— on the generic position of Patulastra? (Punctum?) pugetensis 
and Pyramidula? randolphi, with suggestions for a classification of 
American Zonitidae. Ibid. p. 17. 

— a new Teinostoma. Ibid. p. 52. 

— a new Mexican Bythinella. Ibid. p. 68. 

— on Dolabella californica Stearns. Ibid. p. 73. 

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— Report on the Land- & Freshwater-Shells, collected by 
Mr. H. Smith at St. Vincent, Grenada, and other neighbouring 
islands. Ibid. p. 300-322, with pl. 


) 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 397 


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die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 399 


I. Geographische Verbreitung. 
4. Binnenconchylien. 
1. Palaearktisches Gebiet. 


Referent hat, durch die reiche Ausbeute von Rolle aus den 
Ländern am hinteren Mittelmeer veranlasst, die Fortsetzung des 
siebenten Bandes der Neuen Folge von Rossmässler’s Ikonographie 
unterbrochen und einen mit Rolle gemeinsam herausgegebenen 
Supplementband eingeschoben, der ausschliesslich diesen Gebieten 
gewidmet ist; es sind 2 Doppellieferungen erschienen. In denselben 
werden ausführlich erörtert die geographische Verbreitung der 
orientalischen Unio mit zahlreichen Faunenverzeichnissen, der Gat- 
tung Zonites Montfort und der Untergattungen Levantina und Pomatia 
bei Helix. 

Zahlreiche paläarktische Najaden von verschiedenen Fundorten 
beschreibt Drouet. 

Die Verbreitung der Gattung Clausilia erörtert in eingehendster 
Weise Stoll. 

Deutschland. Hortzschansky giebt einige Notizen über die 
Hainleite, das Glazer Schneegebirge, wo Vitrina kotulae zum ersten 
Mal in Deutschland nachgewiesen wird, und aus der Mark Branden- 
burg. — Wehner hat Xerophila striata var. nilsoniana bei Ochsen- 
furt, wahrscheinlich mit Kleesamen eingeschleppt, gefunden. — 
Goldfuss berichtet über die Molluskenfauna von Lähn in Schlesien; 
von Interesse das Vorkommen von Daudebardia rufa. — Derselbe 
giebt einen neuen Fundort für P. ronnebyensis in Nord-Deutschland. 
— Brockmeyer hat Lithoglyphus naticoides im Rhein bei Düssel- 
dorf nachgewiesen. — Derselbe berichtet über die Süsswasser- 
fauna der Umgebung von Plön. 

Schweiz. Ehrmann giebt einen Beitrag zur alpinen Fauna. 
— Scharff berichtet über die Fauna der Umgebung von Mürren 
und vom Brünig-Pass. 

Oestreich und Westalpen. Paar hat Campylaea intermedia 
in Tirol nachgewiesen. — Gallenstein veröffentlicht die erste Ab- 
theilung einer Molluskenfauna von Kärnten, die Bivalven enthaltend. 
— Derselbe berichtet über das Vorkommen von Olaus. grimmeri 


Parr. und die Fauna mehrerer Punkte in Kärnten. — Stossich 
behandelt die Fauna der Venetianer Alpen. — Blazka zählt die in 
den Prager Gärten vorkommenden Mollusken auf. — Ulieny einige 


für Böhmen neue Arten. 

Ungarn. Brancsik giebt Beiträge zur Kenntniss der Mollusken- 
fauna des Comitats Trencsin in Ober-Ungarn und seiner Nachbar- 
gebiet. — Traxler zählt die Fauna der Umgebung von Mun- 
kacs auf. 

Macedonien. Brusina macht einige interessante Bemerkungen 
über die von Sturany entdeckten Reliktenformen im Ochrida-See. 


400 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Mittelmeerregion. 


Portugal. Eine Anzahl neuer Arten beschreibt Locard. 

Italien. Eine grössere Zahl Helix, Pupa, Pomatias ete. aus 
Sizilien und von der kleinen Insel Levanzo beschreibt Gregorio. 
— Die Arbeit von Arbanasich über die Fauna der Insel Sardegna 
ist dem Referenten nicht zugegangen. 

Frankreich. Die Fauna der Haute Garonne zählt Gour- 
don auf. 

Algerien. Einige algerische Nacktschnecken, darunter 2 neue 
Amalia, zählt Collinge auf. 

Orient s. oben. 


Atlantische Inseln. 


Krause zählt die von ihm auf Tenerifa gesammelten Schnecken 
auf, keine n. sp. — Collinge beschreibt eine neue Amalia. 


Südarabien. 


Martens beschreibt einen neuen Buliminus aus Südarabien. — 
Melvill einen Buliminus und ein Otopoma. 


2. China und Japan. 


China. Sykes beschreibt zwei neue Clausilien aus Yünnan; 
dieselben gehören zur Untergattung Pseudonenia (Garnieria). 

Japan. Die japanesischen Zoologen fangen an, ihrer Mollusken- 
fauna Beachtung zu schenken und Arbeiten darüber zu veröffent- 
lichen, leider in ihrer Muttersprache und ohne Resume in einer 
europäischer Sprache, so dass wir über die im Litteraturverzeichniss 
angeführten Arbeiten nicht berichten können. — Pilsbry giebt eine 
Zusammenstellung der von Japan bekannten Landschnecken. 


3. Hinterindien. 
Tonkin. Dautzenberg beschreibt eine neue Geotrochatella. 
Burma. Smith beschreibt eine neue Helix. 


4. Indo-malayisches Gebiet. 


Andamanen und Nicobaren. Godwin-Austen giebt ein 
Verzeichniss der Landmollusken. 

Sumatra. Simroth beschreibt eine neue Vaginula. 

Borneo. Smith zählt die Fauna des nördlichen Borneo auf 
mit zahlreichen neuen Arten. — Schepman die von der hollän- 
dischen Expedition im Innern von Borneo gesammelten Mollusken; 
— Godwin-Austen, Öollinge und Drouöt verschiedene einzelne 
Arten. 

Philippinen. Quadras & Moellendorff beschreiben über 
100 neue Arten. 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 401 


Palawan. Smith zählt die Fauna der Insel auf; die neuen 
Arten sind unten namhaft gemacht. 


5. Molukken und Melanesien. 


Molukken. Kobelt beschreibt eine neue Phania von Halmahera. 

Neu-Guinea. Smith, Moellendorff, Strubell, Ancey und 
Brancsik bereichern die Fauna der Insel um zahlreiche Arten, die 
aber wieder sämmtlich der Osthälfte angehören und das Gesammt- 
bild der Fauna nicht wesentlich verändern. Von besonderem zoo- 
geographischen Interesse sind der Nachweis eines Buliminus [voraus- 
gesetzt, dass es sich nicht um eine buliminusförmige Eulotide handelt] 
und des sehr eigenthümlichen Cyclotus kubaryi durch Moellendorff 
[der Cyclotus ist seitdem zu einer eigenen Untergattung Papuo- 
cyclus Mlldff. erhoben worden]. 


Bismarck-Archipel. Ancey beschreibt eine Papuina und eine 
Pupina. 

Salomons Inseln. Brazier beschreibt einige neue Varietäten 
von Placostylus miltocheilus. 


Neu-Caledonien. Die Helicinen der Loyalitäts-Inseln zählen 
Melvill & Standen auf. — Sykes macht eine Anzahl Bemer- 
kungen über das Crosse’sche Verzeichniss. — ÜCrosse fügt seinem 
Verzeichniss 2 Arten zu (1n. sp.). 


6. Sandwichs-Inseln. 


Baldwin beschreibt eine grosse Anzahl neuer Achatinellen. 
Er hat durch Untersuchung der Zungenzähne gefunden, dass die 
erdbewohnenden Arten phylogenetisch von den baumbewohnenden 
verschieden sind und als eigene Gattungen anerkannt werden müssen. 


7. Australien und Neuseeland. 


West-Australien. Hedley macht eine Anzahl Bemerkungen 
und Zusätze zu dem Faunenverzeichniss von Smith (cf. Bericht 1894 
p. 327). 

Neu-Süd-Wales. Hedley berichtet über die Molluskenfauna 
des in alpine Region aufragenden Mount Kosciusko. Sie zeigt 
generisch einen antarktischen, specifisch einen tasmanischen Cha- 
rakter, besteht übrigens nur aus 10 Arten (7 Endodonta, 1 Flammu- 
lina, 1 Chloritis und 1 Rhenea). 

Neu-Seeland. Suter giebt einige Zusätze und Berichtigungen 
zu seinem Verzeichnis. — Travers behandelt das Vorkommen 
der grösseren Paryphanta-Arten. — Sykes beschreibt eine neue 
Endodonta. — Kingsley hat Paryphanta hochstetteri auch in tieferen 
Lagen gefunden. 


Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. BA. II. H. 1, 26 


- 


402 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


8. Afrika. 
Innerafrika. Ancey erörtert die Faunen der grossen inner- 
afrikanischen Seen und ihr Verhältniss zu einander. — Martens 


zählt die von Bottego am Dschub gesammelten Mollusken auf. — 
Eine Anzahl Limicolaria und Achatina beschreibt Smith. — Eine 
Achatina Rolle. — Gegen 50 neue Arten aus dem deutschen Öst- 
afrika und namentlich dem Quellgebiet in drei verschiedenen Ar- 
beiten Martens. h 

Westafrika. Einen neuen Unio aus dem Senegal beschreibt 
Drouß&t. 

Südafrika. Melvill & Ponsonby zählen eine grössere An- 
zahl neuer Arten, den Gattungen Ennea, Zingis, Helix, Achatina 
und Cyclostoma (Ligatella) angehörend, auf. — Brot beschreibt 
eine neue Melanie. 

Madagascar. Einen neuen Leucotaenius beschreibt Sowerby. 


9. America. 


Vereinigte Staaten. Die Pisidien und die Vallonia-Arten er- 
örterte in zwei Arbeiten Sterki. — Call behandelt die Unioniden 
von Arkansas und bildet zahlreiche Arten auf 21 Tafeln ab. — 
Clapp stellt die Mollusken von Alleghany Co., Pensylvania, zu- 
sammen. Dall beschreibt eine neue Holospira aus Texas. — 
Ihering erklärt nach einer sorgfältigen Untersuchung die Unio- 
niden-Fauna von Florida nicht für eine selbständige, sondern für 
eine verarmte Abzweigung der Mississippi-Fauna, in welcher Marga- 
ritana ganz fehlt, Anodonta nur durch eine einzige Art repräsentirt 
wird, und auch manche Unio-Gruppen fehlen, welche in Georgia 
noch vorhanden sind. Die Alleghanies bilden durchaus nicht eine 
so wichtige Faunenscheide, wie man gewöhnlich annimmt, weder 
für die Najaden noch für die Fische. 

Californien. Aus Unterkalifornien haben sowohl Cooper als 
Rochebrune und Mabille Arbeiten veröffentlicht, welche die Mol- 
luskenfauna der Halbinsel wesentlich bereichern; Columna ramen- 
tosa ist als eine Bulimulide erkannt und damit wieder ein geo- 
graphisches Räthsel aus der Welt geschafft worden. 

Mexico. Eine Anzahl Landschnecken von der mexikanischen 


Westküste zählt Cooper auf. — Dall berichtet über die von der 
Kommission zur Festsetzung der amerikanisch-mexikanischen Grenze 
gesammelten Landconchylien. — Rolle zählt 18 Arten von Colima 


auf, davon neu eine Salasiella, ein Otostomus und 8 Orthalicus. 

Centralamerika. Von dem grossen Werke von Fischer & 
Crosse ist die fünfzehnte Lieferung erschienen; sie beschäftigt sich 
wesentlich mit Bivalven. — Cockerell behandelt die central- 
amerikanischen Arten von Veronicella. 

Westindien. Simpson hat eine äusserst interessante Unter- 
suchung über die Verbreitung der Land- u. Süsswassermollusken 
in Westindien und die daraus zu ziehenden Schlüsse auf die Erd- 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 403 


geschichte angestellt, die wir im vorigen Bericht nur genannt haben. 
Er giebt eine Uebersicht der vorhandenen Gattungen und nament- 
lich über das Verhältniss der einzelnen Inseln und Inselgruppen zu 
einander. Er kommt zu dem Schluss, dass die Antillenfauna ihrer 
Hauptmasse nach sich durch die ganze Tertiärperiode in ihren 
heutigen Wohnsitzen entwickelt hat, dass aber dort sehr bedeutende 
Niveauveränderungen stattfanden. Im Eocän fand eine sehr be- 
deutende negative Strandverschiebung statt, die grossen Antillen 
bildeten einen grossen Kontinent, der über Jamaica mit Central- 
america zusammenhing und wahrscheinlich auch Südflorida einschloss; 
Dann folgte eine Senkung, welche zuerst die Verbindungen aufhob, 
dann Jamaica isolirte, später auch Cuba und schliesslich Haiti und 
Portorico trennte, vielleicht auch Haiti in verschiedene Theile zer- 
legte, bis nur noch die Hochgebirge hervorragten. Später trat 
wieder eine Erhebung ein, die noch fortdauert. Die Bahamas er- 
hielten ihre Mollusken von Cuba und Haiti, die Kleinen Antillen, 
die erheblich jünger sind als die grossen, zum guten Theil vom 
Festland von Südamerika. In jamaikanischen Miocänmergeln finden 
sich die Untergattungen Pleurodonte, Thysanophora und Sagda und 
die Deckelschneckengattungen Ptychocochlis und Lucidella. 

Jamaica. Roper berichtet über Funde bei Mandeville auf 
Jamaica. 

Bahamas. Bendell giebt ein Verzeichniss von 25 auf New 
Providence gesammelten Landconchylien und macht Bemerkungen 
über die Faunen der anderen Inseln. 

Kleine Antillen. Smith zählt dieLandmollusken von St. Vincent, 
Grenada und den Grenadines auf. 

Südamerika. Ancey beschreibt eine neue Nenia von Ecuador. 
— Sowerby einen Bulimulus. — Jousseaume eine Ampullaria. 
— Sowerby einen Bulimus aus Kolumbien. — Pilsbry zwei neue 
Bulimus, Strubell eine Helix aus Brasilien. 

Galapagos. Zwei neue Bulimulus beschreibt Dall. 

Paraguay. Einen neuen Unio veröffentlicht Martens. 


B. Meeresconchylien. 
Arctisches Gebiet. 


Grönland. Posselt zählt die Fauna von Ost-Grönland auf; 
einige neue Arten sind unten aufgezählt. 


Europaeo-atlantisches Gebiet. 


Boreale Provinz. Appelöf giebt eine Aufzählung der Mollusken- 
fauna des Herlö-Fjords in Norwegen. 

Keltisch - germanische Provinz. Jordan beschreibt einige 
neue Arten (Puncturella, Dentalium, Trochus, Eulima, Actaeon) aus 
dem Faröe-Kanal und zählt zahlreiche neue Vorkommen von dort 
auf. — Marshall beschreibt zwei neue Arten von England und 

26* 


404 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


giebt zahlreiche Berichtigungen zur Nomenclatur. — Garstang be- 
schreibt zwei neue Nudibranchier. — Lokale Verzeichnisse lieferten 
Herdman, Chaster, Warren, Standen. — Bemerkungen über 
eine Anzahl weniger bekannter Arten macht Chaster. — Raey- 
mackers theilt Beobachtungen mit über das Verschwinden von 
Mya arenaria und von Alderia scaldiana aus dem Gebiet der unteren 
Schelde. — Vincent hat leere Schalen von Eastonia rugosa an der 
belgischen Küste bei Knocke gefunden. 

Lusitanische Provinz. Joubin behandelt die von dem Fürsten 
von Monaco gesammelten Cephalopoden des mittleren atlantischen 


Ozeans (ln. gen., 6.n. sp.). — Nobre zählt die Fauna von Madera 
auf. — Vincent eine Anzahl bei Huelva und Aquilas in Südspanien 
gesammelte Arten. — Eine neue Modiola von der französischen 


Westküste (M. gallica) beschreibt Dautzenberg. 

Mittelmeer. Von dem schönen Werk von Buequoy, Dautzen- 
berg u. Dollfus sind die Donacidae, Psammobiidae, Solenidae und 
Mesodesmatidae in gewohnter sorgsamer Bearbeitung erschienen. — 
Die Fauna von Sardegna zählt Arbanasich auf (Octopus Monte- 
rosatoi n. sp... — Eine neue Bulla von den Balearen beschreibt 
Pilsbry. — Neue Arten von der sizilischen Küste veröffentlicht 
Gregorio. — Zahlreiche an der Küste von Algerien und Tunisien 
gesammelte Arten zählt Dautzenberg auf. — Brusina berichtet 
aber die interessante Ausbeute der Yacht Margita im Quarnero und 
im sogenannten Prokljan-See in Dalmatien. 


Südatlantisches Gebiet. 
Eine neue Pollia vom Senegal beschreibt Bavay. 


Südafrikanisches Gebiet. 
Eine neue Engina von Natal beschreibt Melvill. 


Indopacifisches Gebiet. 


Maskarenische Provinz. Dautzenberg zählt eine Anzahl 
Arten von Nossi-be bei Madagaskar auf und weist die seither nur 
fossil bekannte Gattung Berthelinia lebend nach. — Melvill be- 
schreibt eine neue Mitra von Mauritius. 

Rothes Meer. Jousseaume setzt die Veröffentlichung neuer 
Arten von Aden fort; auch Melvill beschreibt einige neue Arten 
von da, Sowerby einen neuen Conus aus der Bucht von Zeila. 

.Arabischer Meerbusen. Sowerby zählt eine Reihe neuer 
Arten von der Mekranküste und der Indusmündung auf. — Smith 
giebt einen sehr wichtigen Beitrag zur Fauna durch die Bearbeitung 
der von dem „Investigator“ gedrakten Mollusken; eine neue Pleuro- 
tomidengattung (Pontiothaumax) und zahlreiche neue Arten werden 
unten aufgezählt, — Die Fauna des Golfs von Manaar zählt Thur- 
ston auf. 


die Systematik und die Biologie ete der Mollusken im Jahre 1895. 405 


Philippinen. Boettger giebt eine sorgfältige Bearbeitung der 
philippinischen Pleurotomiden mit zahlreichen neuen Arten. — 
Kobelt beschreibt drei neue Cerithidea. 


Liukiu-Inseln. Pilsbry zählt mit der Fauna von Japan auch 
die dieser Inseln auf. 

Neu-Guinea. Brancsik zählt eine Anzahl Arten auf und be- 
schreibt einige neue (Triton, Vertagus, Donax). 


Neu-Caledonien. Melvill & Standen zählen die Fauna der 
Loyalitätsinseln auf und bilden zahlreiche neue Arten ab. 


Südaustralisches Gebiet. 


Vergo zählt die Fauna von Südaustralien auf und beschreibt 
zahlreiche neue Arten. — Brazier, Cox, Hedley, Sowerby be- 
schreiben neue Arten von Südaustralien und Tasmanien. — Hector 
beschreibt eine neue Anomia von Neuseeland. 


Sandwichs-Inseln. 


Dall zählt in einer sehr wichtigen Arbeit die von amerikanischen 
Schiffen im Tiefwasser vor den Inseln gedrakten Mollusken auf und 
beschreibt zahlreiche neue, zum Theil sehr eigenthümliche Arten. — 


Standen weist Hawaii als die Heimath der seltenen Cypraea 
tessellata nach. 


Nordpacifisches Gebiet, 


Alaska. Dall beschreibt eine Anzahl neuer Arten aus dem 
Tiefwasser nördlich der Sandwichsinseln und aus dem Beringsmeer 
und bildet zahlreiche früher beschriebene Arten zum erstenmal ab. 


Japan. Pilsbry giebt nach den Sammlungen von Stearns 
eine Zusammenstellung der marinen Molluskenfauna von Japan mit 
zahlreichen neuen Arten. — Henderson giebt einige Sammler- 
notizen aus Japan. Die japanischen Arbeiten von Jjima & Ikeda 
und Mitsukuri & Ikeda enthalten einige neue Arten. — Eine 
neue Defrancia von Japan beschreibt Melvill. 

Californien. Eine grössere Anzahl Varietäten von der West- 
küste der Halbinsel zählt Mabille auf. — Einzelne kalifornische 
Arten beschreiben Hemphill und Dall. 


Panama-Gebiet. 


Zahlreiche Arten vom Golf von Californien bis Panama, von 
den Galapagos und der Cocos-Inseln beschreibt Dall. — Eine 
Anzahl Arten auch Rochebrune. 


406 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Südamerikanisches Gebiet. 


Die argentinischen Voluta behandelt Lahille; er beschreibt 
drei neue Arten. — Eine neue Gattung (Philobrya) von Patagonien 
beschreibt Dall. 


Westatlantisches Gebiet. 


Guppy zählt die Fauna des Golfs von Paria auf. Einzelne 
Arten beschreiben Dall, Pilsbry, Melvill, Kobelt. 


II. Systematik. 
A. Cephalopoda. 


Dibranchiata. 
Octopoda. 
Octopus (Lam.) alberti n., nordatlantischer Ozean; Joubin p. 18; — monte- 
rosatoi n. Sardegna; Arbanosich p. 268. 
Opisthoteuthis (Verr.) depressa n. Japan, Lima & Ikeda, J. Coll. Japan 
vol.8 p. 33. 
Tremoctopus (delle Chiaje) hirondellei n.nordatlantischer Ozean. Joubinp.10. 


Dekapoda. 

Architeuthis (Steenstr.). Ueber den Fang eines riesigen, wahrscheinlich zu 
dieser Gattung gehörigen Dekapoden berichten Mitsukuri & Ikeda, Tokio, 
Zool. Mag. vol. 7 p. 39. 

Chirotheuthis (d’Orb.) grimaldii n. nordatlantischer Ozean; Joubin p. 38. 

Lepidoteuthis (Joubin n. gen.) grimaldii n. Azoren; Joubin C.R. p. 1172, 
mit Textfig. 

Spirula (Lam.). Huxley und Pelseneer habeu durch Untersuchung des 
von Challenger erbeuteten Exemplares die Stellung der Gattung aufgeklärt; es 
ist ein Aegopside, phylogenetisch den Belemniten nächstverwandt. 

Taonius (Steenstr.) richardi n., nordatlantischer Ozean; Joubin p. 46. 

Tracheloteuthis (Joub.) guernei n., nordatlantischer Ozean; Joubin p. 34. 


B. Gastropoda. 


I. Prosobranchia. 


a) Peetinibranchia. 
a. Proboscidifera. 
Muricidae und Purpuridae. 

Coralliophila (Lawm.) stearnsii n. Japan; Pilsbry p. &. 

Murex (L.) multiplicatus (Haustellum) n. West-Australien; Sowerby p. 216 
t.13 fig.5; — tatei n., Südaustralien; Vergo p. 84; — robustus n. Süd- 
australien; id. p. 85. 

Oecinebra (Leach) benedieta n. Lifu, Loyalitäts-Inseln, Melvill&Standen 
p. 108 t.2 fig. 12; — eircumtexta var, aurantia n. Los Angeles; Stearns p. 16- 


die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895, 407 


Tropbon (Montf.) disparilis (Boreotrophon) Dall zuerst abgebildet bei Dall, 
Pr. U. St. Nat. Mus. XVII t.27 fig. 4; — (Bor.) seitulus Dall desgl. t. 27 fig. 5. 


Fasciolariidae. 
Fusus (Lam.)? rufocaudatus n. Panama; Dall P. U. St. Mus. p. 12. 
Latirus (Montf.) walkeri n. West-Australien; Melvill p. 223 t. 14 fig. 9; 
— aurantiacusn. Süd-Australien: Vergo p. 89; — pulleinei n. ibid., id. p. 90. 


Buceinidae. 

Aneistrolepis n. subg. Chrysodomi. Shell buceinoid, with a short twisted 
canal; opereulum straight, claw shaped, coneave with apical nucleus; penis on a 
stout stalk, with the distal extremity enlarged, foot-sbaped, solid, without eurved 
or attenuated point; dentition like Chrysodomus. Typus Chr. (A.) eucosmius 
Dall; Dall, Pr. U. St. Nat. Mus. XVII p. 709 

Beringius (Dall), frielei n. Beringsmeer; Dall, Pr. U. S. Nat. Mus. XVII 
p. 711 t.27 fig. 8; — aleuticus n. Aleuten; id. ibid. p. 711 t. 29 fig. 2. 

Buceinum (L ) aleuticum n. Aleuten; Dall,1.c. p. 706 t. 27 fig. 7; — ovulum n. 
Aleuten; id. ibid. p. 707 t. 30 fig. 6; — strigillatum Dall zuerst abgebildet ibid. 
t. 27 fig. 9. 

Chrysodomus (Swains.) insularis n. Pribiloff Inseln, Beringsmeer; Dall, 
l.c. p. 707 t.29, fig.3; — periscelides Dall, abg. t. 27 fig. 6, phoeniceus Dall, 
t. 29 fig. 1; — itbius Dall t.29 fig. 4; — (Sipho) hypolispus Dall t 27 fig. 1; — 
(S.} acosmius Dall t. 27 fig.3; — (S.) halibrectus Dall t. 29 fig. 9; — (Aneistr.) 
eucosmius Dall t.29 fig. 7; — (Ane.) magnus n. Beringsmeer; id. p. 709 t. 29 
fig. 5. 

Clea (Ad.) bangueyensis n. Banguey Insel. Smith, Pr. mal. Soc. p. 253 
Textfig. — nigricans var. parva n. Sarawak, granulata n. Busan, natunensis n. 
Natunas; id. p. 252. 

Cominella (Gray) brunneoeineta n. Panama; Dall, Pr. U. St. Nat. Mrs. 
XVIH p.11. 

Engina (Gray) mundula n. Loyalitätsarchipel; Melvill & Standen p. 105 
t. 2 fig. 6. — spica n. ibid., id. p. 105 t.2 fig. 12; — iodosia Ducl. wieder auf- 
gefunden und neu abgebildet ibid. t. 3 fig.20. — sinensis Melv. zuerst abgebildet 
ibid. t.3 fig. 27 und Pr. mal. Soe. t. 14 fig. 14; — zatrieium Melv. t. 2 fig. 4; — cumin- 
giana n. St. Thomas, Westindien; Melvill, Pr. mal. Soc. p. 226 t. 14 fig. 13; — nata- 
lensisn. Natal, id. p. 226 t.14 fig. 12; — layardi n. Oeylon, id. p. 227 t.14 fig. 15. 

Pisania (Gray) bednalli n. West-Australien; Sowerby p.215 t.13 fig. 6. 

Pollia (Gray) dautzenbergi n. Senegal; Bavay, Naturaliste p. 100 Textfig. 

Siphonalia (Gray) hyperodon n. Japan; Pilsbry Japan p. 30. 

Strombella (Moerch) melonis Dall zuerst abgebildet bei Dall l.c. t.28 
fig.2, 3; — fragilis Dall t.28 fig.4; — middendorffi Dall t.28 fig.1. 

Suleosinus n. subg. Buceini, shell thin, with a deeply channelled suture, 
strongly reflected lip, and thick parietal callous deposit. Dall, Pr. U. St. Nat. 
Mus. XVII p. 707; Typus B. taphium, zuerst abgebildet ibid. t.29 fig. 6. 

Mohnia (Friele) frielei Dall zuerst abgebildet bei Dall].c. t.29 fig. 8. 

Bullia (Gray) nitida n. Mekran Küste; Sowerby, Pr. mal. Soe. p. 278 t. 18. 
fig. 3, 4. 


408 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Nassidae. 

Desmoulea (Gray) binominata nom. nov. für D. japonica A. Ad.; Pilsbry 
p. 37. 

Nassa (Lam.) turrifera n. Küste Koromandel; Smith, Ann. N. H. 16 p.5 
t.1 fig.6; -—— pseudoconeinna n. arabischer Meerbusen; id. p.263; — hypolia n. 
Pilsbry Japan p. 37. 

Nassodonta (Ad.) insignis Ad. wird von Smith, Pr. mal. Soe. p. 257 
genauer beschrieben; die Heimat ist nicht der Peiho River in China, sondern 
wahrscheinlich Malabar. 

Phos (Montf.) cocosensis n. Kokosinsel im Golf von Panama; Dall, Pr. U, 
St. N. Mus. XVII p. 11. 

Columbellidae. 

Columbella (Lam.) perversa (Strombina) Kobelt in: M. Ch. p. 189 = nivea 
Rve nec Sow. 

Mitrella (Risso) pacei n. Küste Koromandel; Smith, Ann. nat. Hist. (VI) 16 
p-5 t.1 fig.7; — (? Atilia) pleurotomoides n. Japan; Pilsbry Japan p. 39, 


Volutidae. 
Die südamerikanischen Volutiden und ihre Phylogenie behandelt Lahille. 
Neu: oviformis p. 312; — ambiguan. p. 319; — paradoxa n. p. 321 sämmtlich 


von der Küste von Argentinien. 

Scaphella (Swains.) benthalis n. Golf von Panama; Dall, Pr. U. St. Nat. 
Mus. XVII p. 13. 

Tractolira n. gen. Typus Tr. sparta n. Panama; Dall, l.c. p. 12, 13 
(wahrscheinlich eine verkümmerte Abyssalform der Volutiden). 


Mitridae. 

Mitra (L.) evelynae (Pusia) n. Mauritius; Melvill p. 221 t.14 fig. 1; — 
(Costellaria) eudyanthe n. unsicheren Fundortes, id. p. 222 t. 14 fig. 2; — (Pusia) 
shoplandi n. Aden; id. p. 222 t. 14 fig. 3; — (Strigatella) nebrias n. Aden; id. 
p. 222 t. 14 fig. 4; — xerampelina n. Aden; id. p. 223 t.14 fig.5; — (Turricula) 
superbiens n. West Australien; id. p. 223 t. 14 fig. 6; — (Volutomitra ??) 
honesta n. Lifu, Loyalitätsarchipel, Melvill & Standen p 101 t.3 fig. 17; — 
(Chrysame) fulvosulcata Melv. zuerst abgebildet ibid. t. 3 fig. 32; — (Costellaria) 
exasperata var. hadfieldi n. Lifu; iid. p. 102 t.2 fig. 14; — (C.?) nitidissima n. 
ibid., iid. p. 102 t.3 fig. 19. 

Olividae. 

Olivella (Swains.) graeilis var. gaylordi n. Golf von Californien; Ford, 

Nautilus p. 103 t. 2 fig. 14. 
Tritoniidae. 
Triton (Lam.) confinis (Lagena) n. Neu Guinea; Branesik p. 211.5 fig. 1. 


Doliidae. 
Benthodolium (Fischer) pacificum n. Golf von Panama; Dall p. 11. 


Natieidae & Vanikoridae. 
Natica (Lam.) albospira n. Ceylon; Smith, Ann. nat. Hist. XVI p.6 t.1 
fig. 8; — candidula n. ibid., id. p. 6 t.1 fig. 9. 


die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895. 409 


Polynices (Montf.) sandwichensis (Lunatia) n. Tiefwasser an Hawaii, Dall, 
P. U. St. Nat. Mus. XVII p. 684 t. 26 fig. 8. 

Sigaretus (Lam.) parvus n., Küste Koromandel; Smith, Ann. nat. Hist. 
ZNVT 9:7 PIE UV! 

Vanicoro (Gray) japonica n. Japan; Pilsbry Japan p. 70. 


Capulidae. 
Capulus (Mtft.) irregularis n. Arabischer Meerbusen; Smith, Ann. nat. 
Hist. XVI p. 264. 
Crepidula (Lam.) cerithicola n. Golf von Paria; Guppy p.125; — nebu- 
lata n. Unter-Kalifornien; Mabille p. 57. 


Gymnoglossa. 
Eulima (Risso) martyn-jordani n. Farör-Kanal; Jordan p. 266 t.16 fig. 5; 
— frielei n. ibid., id. p. 266 t.16 fig. 6. 
Niso (Risso) venosa n. Mekran-Küste; Sowerby p. 279 t.18 fig. 10, 11. 
Odostomia (Flem.) oblongula n. Minch, Schottland; Marshall p. 38. 
Syrnola (Ad.) mossiana n. Lifu; Melvill & Standen p.122 t.2 fig.16. 


b. Toxoglossa. 


Conidae. 
Conus (L.) coxianus n. Bucht von Zeila; Sowerby p.215 t.13 fig.7; — 
elegans n. Persischer Meerbusen; id. p. 215 t.13 fig. 8; — waterhouseae n. Salo- 
monen; Brazier p.471. 


Cancellariidae. 
Cancellaria (Lam.) centrotan. Panama; Dall, P. U. St. Nat. Mus. vol. XVII 
p.13; — id. n. ibid., id. p. 14. 


Terebridae. 
Terebra (Lam.) nectarea (Myurella) n. Lifu, Loyalitäts-Inseln; Melvill & 
Standen p.91 t.2 fig. 2. 


Pleurotomidae. 

Bela (Leach) erythraea n. Suez; Jousseaume, Naturaliste, p. 147 (die 
generische Bestimmung sehr verdächtig). 

Borsonia (Bell) armata n. Philippinen; Boettger p.11. 

Clathurella (Carp.) quadrasi (Bellardiella) n. Philippinen; Boettger p. 48; 
— (Hemilienardia) subbilirata n. ibid., id. p. 54; — (Pseudodaphnella) chlorocincta 
n. ibid., id. p. 59. 

Clavus (Montf.) rugizonatus n. Lifu, Loyalitäts-Inseln; Hervier p. 142; 
— protentus n. ibid., id. p.143; — gibberulus n. ibid., id. p. 143; — leforestieri 
n. ibid., id. p. 143. 

Cythbara (Schum.) compressicosta n. Philippinen; Boettger p.42; — di- 
conus n. ibid., id. p. 45. 

Daphnella (Hinds.) quadrasin. Philippinen; Boettgerp.61; — dulcinea n. 
Lifu; Melvill & Standen p.91 t.3 fig. 25. 

Defraneia (Mill.) japonica n. Japan; Melvill, P. mal. Soc. p. 227 t.14 
fig. 11. 


410 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Drillia (Gray) quadrasi n. Philippinen; Boettger p.9; — fugata n. Cey- 
lon; Smith, Ann. nat. Hist. XVI p.4 t.1 fig.5; — jousseaumi n. Aden; Mel- 
vill p.221 t.14 fig. 10; — microscelida n. Tiefwasser bei Hawaii; Dall, P. U. 
St. Nat. Mus. XVII p.677; — prineipalis n. Japan; Pilsbry, Japan p.17; — 
? tokyo@nsis n. ibid., id. p. 18; — carnicolor n. Lifn; Hervier p. 141; — suavis 
n. ibid., id. p. 141. 

Eueyelotoma n. subg. Clathureliae: Schale auffallend fest, weiss, mit Spiral 
kielen, Mündung senkrecht, mitten nicht vorgezogen, ungezähnt, die Ineisur 
zirkelrund, nur durch einen Schlitz mit dem Aussenrand verbunden. Typus Cl. 
tricarinata Rve; Boettger p.55. 


Glyphostoma (Carp.) lamproideum n. Lifu, Loyalitäts-Inseln; Hervier 
p. 144; — jousseaumei n. ibid., id. p. 145; — leucostigmatum n. ibid., id. p. 145; 
— comptum var. nana n. ibid., id. p. 146; — aubryanum n. ibid., id. p.146; — 
globulosum n. ibid., id. p. 147. — marchei var. tubereulifera n. ibid., id. p. 147; 
— disconieum n, ibid., id. p. 148; — subspurcum n. ibid., id. p. 148; — goubini 
n. ibid., id. p. 149; — crosseanum n. ibid., id. p. 149; — melanoxytum n. ibid., 
d. p.150; — tigroidellum n. ibid., id. p. 150; — fastigiatum n. ibid., id. p. 151; 
— strombillum n. ibid., id. p.151: — alphonsianum n. ibid., id. p.236; — cal- 
listum n. ibid., id. p. 237, — parthenicum n. ibid., id. p. 238; — gaidei n. ibid., 
id. p 239, mit var. brachyspira n.; — trigonostomum n. ibid., id. p.239, mit var. 
albescens n. und var. turrieulata n.; — alieiae n. Lifu; Melvill & Standen 
p.95 t.2 fig. 15; — calcieineta n. ibid., iid. p.95 t.3 fig. 21; — cremonilla n. 
ibid., iid. p. 96 t.3 fig. 31; — emmae n. ibid., iid. p.96 t.3 fig. 24; — ?theskela 
n. ibid., iid. p. 97 t.3 fig. 26. 

Hemilienardia n. subg. Clathurellae: Schale klein, bunt, ohne Querfältchen 
auf der Spindel; Typus Cl. malleti Recl.; Boettger p.52. 


Mangilia (Leach) townsendin Mekran-Küste; Sowerby, p.278t.18 fig. 1, 
2; — edentula n. Philippinen; Boettger p.12; — quadrasi n. ibid., id. p. 15. 

Paraclathurella n. sect. Clathurellae; Schale schlanker, dünner, die Skulptur 
aus feinen Radial- und Spiralstreifen oder aus blossen Spiralstreifen bestehend; 
Ineisur seichter; Mündung hoch und schmal, Aussenrand mit einer Reihe von 
Zähnen oder Zahnfalten; Typus Cl. gracilenta Rve.; Boettger p.56. 


Pleurotoma (Lam.) vagata n. Ceylon; Smith, Ann. n. H. XVI p.3 t.1 
fig. 2; — praesignis n. ibid., id. p.3 t.1 fig. 4; — kamakurana n. Japan; Pilsbry, 
Japan p.16; — (Steiraxis) aulacan. Westküste von Mexiko; Dall, P.U. St. 
Nat. Mus. XVIIL p. 14. 

Pleurotomella (Verrill) castanea n. Galapagos; Dall, Pr. U. St. Nat. Mus. 
XVII p.15; — gypsina n. Tiefwasser bei Hawaii, id. XVII p. 678 t.30 fig. 10. 
— hawaiiana n. ibid., id. p. 679; — ?climacella n. ibid., p.679 t.31 fig.4. — 
(Spergo) glandiniformis n. ibid., id. p.680 t.24 fig.1, 2. — (Sp.) daphnelloides n. 
ibid., id. p. 683 t.31 fig. 11. 

Pontiothauma n. gen. Pleurotomidarum: T. fusiformis, haud umbilicata, an- 
tice rostrata, oblique plicata, spiraliter lirata et sulcata; apertura antice breviter 
canaliculata; columella simplex, haud plicata; labrum tenue, postice late sed haud 
profunde sinuatum; operculum nullum. — Typus P. mirabile n. Tiefwasser an 
der Malabarküste, 2500 m; Smith, Ann. nat. H.XVI p.2 t.1 fig. 1; — abyssi- 
cola n. ibid., id. p.2 t.1 fig. 2. 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 411 


Pseudodaphnella n. subg. Clathurellae; Schale bunt, mit weniger tiefem, 
vorn und hinten gleich breitem Ausschnitt, weiter Mündung mit kurzem Kanal, 
meist regelmässiger Gitterskulptur, stumpfer Aussenlippe mit feinen Querleist- 
chen; Typus: Cl. philippinensis Reeve; Boettger p.58. 

Pseudorhaphitoma n. subg. Clathurellae; Schale dick, thurmförmig, mit 
eckigem Querschnitt, einfarbig, mit regelmässig über einander stehenden Varices, 
kleiner Mündung, schinaler seichter Incisur, einem stärkeren Zähnchen an dem 
oberen Theil der Aussenlippe und ungefalteter Spindel. Typus: Cl. fairbanki Nev.; 
Boettger p.56. 

Spergo n. subg. Pleurotomellae; shell large, thin, nearly destitute of scul- 
pture, with an unrecurved pillar, a short wide straight canal, a wide shallow 
emargination representing the anal notch, and generally feeble anal fasciole ex- 
cept in the very young; a sharp outer lip, unarmed aperture, and Sinusigera 
nucleus; Dall, Pr. U. St Nat. Mus. XVII p. 680. 


c. Rostrifera. 
Cerithiidae. 
Cerithium (Brug.) tryoni nom. nov. für Cer. caledonicum Jouss.; Kobelt, 
M. Ch. p. 160; — dichroum n. Lifu, Loyalitäts-Inseln; Melvill & Standen 
p.115 t.2 fig.5; — (Cerithidea) quadrasi n. Philippinen; Kobelt |. c. p.176 
t.33 fig.34; — (Vertagus?) moellendorffi n. ibid., id. p. 182 t.34 fig.1, 2; — 
planiusculum n. ibid., id. p.188 t.34 fig. 11; — subatratum n. Westindien; id. 
p. 193 t. 35 fig.6, 7; — (Vertagus) implicatus n.; Brancsik p. 217 t.5 fig. 2. 
Triforis (Desh.) purpuratus n. Japan; Pilsbry, Japan p. 58. 


Vermetidae. 
Vermetus (Adans.) tokyoensis n. Tokyo, Japan; Pilsbry, Japan p.61. 


Lacunidae. 
Lacuna (Turt.) oxytropis n. Japan; Pilsbry, Japan p.63; — smithii n. 
ibid., id. p. 63; — stenotomorpha n. ibid., id. p.64. 


Melaniidae. 
Melania (Lam.) lauterbachi n. Neu-Guinea; Brancsik p. 218 t.5 fig. 3. 
Paramelania (Smith) flexuosa (Edgaria) n. Tanganyika; Martens, Nachrbl. 
p. 186; — (Edg.) tiarella n. ibid., id. p. 187. 


Rissoidae. 
Barleeia (Clark) chasteri n. Lifu, Loyalitäts-Inseln; Melvill & Standen 
p-120; — tineta n. Golf von Paria; Guppy p. 128. 
Bemerkungen über die Stellung der Gattung macht Monterosato; der- 
selbe zählt 4 europäische Arten auf. 
Diala (Ad.) hardyin. Loyalitäts-Inseln; Melvill & Standen p.118t 2 
fig. 10; — ludens n. ibid., iid. p. 118 t.2 fig. 3. 


Paludinidae & Hydrobiidae. 
Amnicola (Hald.) olivacea n. Alabama; Pilsbry, Nautilus VIII p. 115. 
Bythinella (Moq.) palomasensis n. Palomas, Süd-Mexiko; Pilsbry, Nautilus 
IX p. 68. 


412 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Chilopyrgula n. gen. für Chilopyrgula sturanyi n. = Pyrgula annulata Stur.; 
Brusina p. 368. 

Ginaia n.gen. für Emmericia munda Stur.; Brusina p. 367. 

Hydrorissoia n. gen.: t. russoiformis, alba, opereulata, conico-elongata, gra- 
data, anfraetus angulati et multicarinati, carinis laevibus aut tubereulatis; aper- 
tura integra, peristomate erassiusculo. Operculum corneum, inferne et a latere 
nucleatum. Typus H. elegans n. Stromschnellen des oberen Mekong; Bavay 
p. 91 t.6 fig.5: levayi n. ibid., id. p. 92 t.6 fig. 6. 

Lacunopsis (Desh.) sphaerica n. Stromschnellen des oberen Mekong; Bavay 
p.82 t.6 fig. 1; — coronata n. ibid., id. p. 83 t.6 fig.2; — levayi.n. ibid., id. 
p.84 1.6 fig.3; — massiei n. ibid., id. p. 86 t.6 fig. 4. 

Pachydrobia (Crosse) brevis n. Stromschnellen des Mekong; Bavay p.87 
t.5 fig.2; — pellueida n. ibid., id. p.88 t.5 fig.3; — elongata n. ibid. id. p. 89 
t.5 fig. 4; — suleata n. ibid., id. p.89 t.5 fig. 5. 

Prososthenia (Neum.) quadrasi n. Philippinen; Quadras u. Moellendorff 
p. 138. 

Pyrgula (Jan) macedonica n.=P. thiesseae Sturany; Brusina p. 370. 

Somatogyrus (Gill.) sargenti n. Alabama; Pilsbry, Nautilus VIII p. 102. 

Stenothyra (Bens.) hybocystoides n. Stromschnellen des Mekong; Bavay 
p. 93 t.6 fig. 7; — decollata n. Mindanao; Quadras & Moellendorff p. 77; — 
quadrasi n. Manila, Negros, mit var. minor, iid. p. 138; — hyalina n. mit var. 
lutescens n. Manila, iid. p. 139; — eyclothyra n. Montalban, iid. p. 139; — eristata 
n. Mindanao; iid. p.140; — boettgeri n. Mainit bei Mindanao; iid. p. 140. 

Trieula (Benson) hidalgoi n. Mainit bei Mindanao, Quadras & Moellen- 
dorff p. 138; — elongatula n. Catanduanes; iid. p. 137. 


b. Seutibranchiata. 
a. Rhipidoglossa. 
Trochidae & Turbinidae. 

Bathybembix (Wats.) wood-masoni n. Tiefwasser an den Malediven; Smith 
Ann. nat. Hist. XVI p.7 t.1 fig. 11. 

Calliostoma (Herm.) sublaeve n. Ceylon; Smith Ann. Nat. Hist. XVI p.8 
t.1 fig. 12; — iridium n. Westküste von Mexiko; Dall Pr. U. St. Nat. Mus. 
XVII p. 7; — turbinum n. Golf von Kalifornien; id. p. 8. 

Gibbula (Risso) townsendi (Enida) n. Mekran Küste; Sowerby p. 279 t.18 
fig. 7—9; — eucosmia n. Japan; Pilsbry, Japan p. 96. 

Margarita (Leach) retieulina (Solariella) n. Tiefwasser bei Hawaii: Dall, 
Pr. U. St. Mus. XVII p. 684 1.26 fig. 9; — trigonostoma n. Faroe Kanal; Jordan 
p. 265 t.16 fig.3; — coulsoni n. ibid., id. p. 266 t. 16 fig. 4. 

Minolia (A. Ad.) gradata n. Kurrachi; Sowerby p.279 t.19 fig.5—6:; — 
glaphyrella n. Lifu, Loyalitäts Inseln; Mellvill& Standen, p.125t.3 fig. 18; 
— stearnsii n. Japan; Pilsbry; Japan p. 98. 

Rossiteria nom. nov. für Solanderia Fischer; Brazier p. 728. 

Solariella (Wood) nuda n. Unter-Kalifornien; Dall, Pr. U. St. Mus. XVII 
p.9; — ceratophora n. Golf von Kalifornien; id. p. 8. 

Teinostoma (A. Ad.) hidalgoana n. Singapore; Pilsbry, Nautilus p. 52. 

Zizyphinus (Leach) adamsi nom. nov. für Z. comptus A. Ad.: Brazier 
p. 568. 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 413 


II. Opisthobranchiata. 
a) Tectibranchiata. 
Actaeonidae. 
Actaeon (Montf.) browni n. Faröe-Kanal; Jordan p.267 t. 16 fig. 7. 
Pugnus n. gen. für P. parvus n. Sydney; Hedley p. 106. 


Akeridae. 
Pilsbry errichtete eine eigene Familie für die Unterfamilien Akerinae, 
Hamineinae und Volvatellinae. 
Haminea (Leach) binotata n. Liu-kiu Inseln; Pilsbry, Japan p.185; — 
eairnsiana n. Melvill u. Standen p. 89. 


Bullidae, 
Kobelt beginnt in Martini u. Chemnitz mit einer Monographie der ganzen 
Familie. 
Atys (Montf.) martensi nom. nov. für Bulla suceisa Ad. nec Ehrbg.; 
Kobelt p.18 t. 6 fig.5. 
Mieromelo n. gen. für Bulla undata Brug.; Pilsbry p. 391. 


Aplysiidae. 
Pilsbry will den Namen zu Gunsten von Tethys kassiren; Ann. nat. Hist. 
XVI p. 424. 
Aplysia (L.) mouhoti n. Siam; Gilchrist p. 404; — floridensis n. Florida; 
Pilsbry p. 82; — panamensis n. Panama; id. p. 88. 


Pleurobranchidae. 
Pleurobranchus (Cuv.) digueti n. Golf von Californien; Rochebrune, Bull. 
Mus. Paris I p. 240. 


b) Nudibranchia. 

Ceratosoma (Gray) jousseaumi n. Rothes Meer; Rochebrune, Naturaliste 
p. 55; — rhopalicum n. ibid., id. p. 55; — lixin. Torresstrasse; id. p. 56; — gibbosum 
n. jbid., id. p.57; — francesii n. Noumea, id. p. 58. 

Doris (L.) maculata n. Garstang p.167. — umbrella n. Golf von Kali- 
fornien; Rochebrune, Bull. Univ. Paris, p. 239. 

Doto (Oken)? occellifera n. Bermudas; Simroth, Plankton Exped. p. 108. 

Hedyle n. gen. für H. weberi n., Indischer Ozean; Bergh, Verh. zool, bot. 
Ges. Wien vol.45 p.5 (mit Anatomie). 


III. Neurobranchiata. 


a) Taenioglossa opisophthalma. 
Vacat. 


b) Taenioglossa ectophthalma, 
Cyelophoridae. 


Cyelophorus (Montf.) aetarum n., Quadras & Moellendorff, Nachrbl. 
p. 78, Morong auf Luzon; — coronensis n., iid. p. 78; Koron im Kalamianes- 


414 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Archipel, Philippinen; — ceratodes n. Prov. Camarines; iid. p. 142; — ptero- 
eyelus n. ibid., iid. p. 142; -— kinabaluensis n Nord-Borneo;, Smith, P.Z.S 
p.118 t.4 fig. 1; — volkensi n. Kilimandjaro; Martens, S.-Ber. p. 121; — 
kubaryi n. Neu-Guinea, Moellendorff, P. mal. Soc. p. 238 t. 15 fig 7. 

Ditropis (Blfd.) pusilla n., Quadras & Moellendorff, Nachrbl. p. 78, 
Masbate, Philippinen; — adesmospira n. Prov. Camarines; iid. p. 142, 

Lagochilus (Blfd.) tumidulum n., Negros u. Masbate; Quadras&Moellen- 
dorff, Nachrbl. p. 79; — euryomphalum n. Samar; iid. p. 79; — cagayanicum n. 
Cagayan; iid. p.80; — scalare n. Mindanao; iid. p. 80; — polytropisn. Mindanao; 
jid. p. 81; — stepkanophorum n. mit var. minor n., Prov. Camarines; iid. p. 143; 
— bangueyensis n. Banguey Ins, Smitb, P.Z.S. p. 120 t. 4 fig.6; — kina- 
baluensis n. Kinabalu, id. p.121 t.4 fig.7; — conicus n. ibid., id. p.121 t.4 
fig. 8; — balabacensis n. Balabak; id. p. 121 t.4 fig. 12; — quadrieinetum n. 
Sarawak; id. p. 122 t.4 fig. 10; — altus Smith = mundyanus G. Austen prior., 
id. p. 122. 

Leptopoma (L. Pfr.) poeeilum n. Masbate; Quadras & Moellendorff 
p. 81; — pileolus n. Prov. Cagayan; iid. p. 143; — variansn. Luzon; iid. p. 144; 
— geotrochiforme n. Sarawak; Smith p.119 t. 4 fig.3; — skertchlyi n. Mount 
Ambrin in Nord-Borneo; id. p.119 t 4 fig. 4. 


Cyelotidae. 

Cyelotus (Swains.) palavanicus n. Palawan; Smith, P.Z.S. p.124 t.4 
fig. 14; — (Psendocyclophorus) canaliculatus n. Deutsch-Neu-Guinea; Moellen- 
dorff, P. mal. S. p. 238 t. 15 fig. 8. 

Pterocyelus (Benson) latelabiatus n. Nordborneo; Smith, P.Z.S. p.116 
t.3 fig. 23—25. 

Platyrhaphe (Mlldff.) anthopoma n. mit var. media n. u. var. minor n., Morong 
anf Luzon; Quadras & Moellendorff p. 81; — anocamptus n. Samar; iid. p. 82. 


Cyathopomatidae. 

Cyathopoma (Blfd.) mieroconus (Jerdonia) n. Prov. Cagayan, Quadras & 
Moellendorff p. 140; — (J.) euspirum n. Camarines; iid. p. 141; — (J.) con- 
eavospirum n. ibid., id. p. 141; — everetti n. Sarawak; Smith, Pr. 2. S. p.115 
. 3 fig. 11, 12; — natalicium n. Camorta, Nicobaren; Godwin-Austen p. 453. 


Pupinidae. 

Poroecallia (Mlldff.) canalifera n. Katanduanes; Quadras & Moellen- 
dorff p. 8. 

Bellardiella (Tapp.). Einige Bemerkungen über die Gattung macht Ancey, 
Naturäliste p. 256. 

Pupina (Vign.) nasuta n. Neu-Guinea, Smith, A.N.H. p. 364 t. 20 fig. 17; 
— beddomei n. Bismarck Archipel; Ancey, P.L.S. N.S. W. p. 225. 

Pupinella (Gray) fultoni n. Neu-Guinea; Smith, A.N.H. p.305; — lute- 
ola n. ibid., Brancsik p. 225 t.5 fig. 7. 


Alycaeidae. 
Alycaeus (Gray) quadrasi n. Cagayan; Quadras & Moellendorff p. 83; 
— eyphogyrus n. Catanduanes; iid. p. 145; — congener n. Saravak; Smith; 


P.Z.S. p.117 t.3 fig. 26; — sadongensis n. ibid,, id. p. 117 t.3 fig. 27; — fultoni 


die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895. 415 


n. Moellendorff mss., Goromanton Insel; id. p. 117 t.3 fig.28; — globosus Ad. 
var. muluana n., var. rabongensis n., var. kinabaluana n. und var, pygmaea n., 
Nord-Borneo; id. p. 116; — everetti Fult. = broti Aldr., id. p. 116. 


Diplommatinidae. 

Arinia (Ad.) dichroa n. Prov. Camarines; Quadras & Moellendorff 
p.145; — chrysacme n. ibid., iid. p.145; — gibbosula n. ibid., iid. p.146; — 
cylindrus n. Mariveles, iid. p. 146; — (Leucarinia) contracta n. Mindanao; 
iid. p. 84. 

Dianeta (Paradianeta) philippinica n. Masbate; Quadras & Moellen- 
dorff p. 88. 

Diplommatina (Bens.) heliscus (Diploptychia) n. Nueva Ecija, Quadras & 
Moellendorff p.147; — masbatica n. Mabate; iid. p.85; — goniocampta n. 
Mindanao; iid. p.86; — elegantissima n. Siquijor; iid. p. 86; — (Sinica) diplo- 
loma n. Mindanao; iid. p.87; — (S.) mindanavica n. ibid., iid. p.87; — (8.) 
eyrtochilus n. Busuanga, iid. p.88; — recta n. Balabak; Smith, P.Z.S. p. 122 
t.4 fig. 11; — balabacensis n. ibid., id. p. 123 t.4 fig. 12. 

Diploptychia n. sect. Diplommatidarum, Moellendorff, in, Quadras & 
Moellendorff p.147, mit 2 Spindelfalten, 2 Gaumenlamellen u. 1 Parietale; 
Typus D. heliscus n. 

Helieomorpha (Mlldff.) globulus n. Busuanga; Quadras & Moellendorff 
p. 84. 

Palaina (O. Semper) deformis n. Catanduanes; Quadras & Moellendortf 
p- 8. 

Paradiancta n. sect. Dianctae; t. dextrorsa anfr. ultimus fere initio con- 
strietus, lamella palatali longiuseula munitus, columella lamella longe intrante 
armata. Typus D. philippinica Quadr. & Mlldff., Moellendorff apud Quadras & 
Moellendorff p. 88. 


Pomatiasidae. 
Pomatias (Stud.) ignotum n. Sieilien; Gregorio p. 202. 


Cyelostomidae. 
Cyelostoma (Drp.) foveolatum n. Südafrika; Melvill & Ponsonby p. 164. 


Realiidae. 

Omphalotropis (L. Pfr.) erassilabris (Atropis) n. Prov. Camarines, Luzon; 
Quadras & Moellendorff p. 147; — (Realia) brevis n. Camorta, Nicobaren; 
Godwin-Austen, P. Z. S. p. 455. 

Adelomorpha (Tapp. Can.) laeta n. Constantinhafen, Deutsch-Neu-Guinea; 
Moellendorff, P. mal. S. p.239 t.15 fig.9. Der Autor zählt ebenda 10 sp. 
der Gattung auf. 


Assimineidae. 
Assiminea (Gray) quadrasi n. Philippinen; Moellendorff p. 77. 


c. Rhipidoglossa. 


Hydrocenidae. 
Acmella (Blfd.) gradata n. Prov. Camarines; Quadras & Moellendorft 
p. 148; — pusilla n. Cagayan; iid. p. 148, 


416 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Georissa (Blfd.) coceinea n. Masbate;, Quadras & Moellendorff p.88; — 
regularis n. Busuanga; iid. p.149; — everetti n. Sarawak; Smith, P. Z.S. 
p. 125 t.4 fig. 15; — bangueyensis n. Banguey; id. p.125 t.4 fig. 16; — flaves- 
cens n. Gamanton; id. p. 126 t.4 fig. 17; — borneensis n. ibid., id. p. 126 t.4 
fig. 18. 

Helicinidae. 

Helieina (Lam.) bothropoma (Geophorus) n. Prov. Camarines; Quadras & 
Moellendorff p. 148; — (Sulfurina) sphaeroconus n. Constantinhafen, Deutesh- 
Neu-Guinea; Moellendorff, P. Mal. S. p.240 t.15 fig. 10, — papuana n. Neu- 
Guinea; Smith, Ann. N. H. p. 365; — grenadensis n. Grenada, Westindien; 
Smith, P. mal. S. p.31S t.21 fig. 16—18. 

Bemerkungen über die Systematik der Helieinen macht Guppy. 

Geotrochatella (Fischer) insignis n. Tonkn; Dautzenberg p. 23 = no- 
gieri H. Fischer nec Dautz.; — jourdyi n. Crosse mss., ibid., id. p. 25 t.5 fig.1. 
Der Autor giebt die Synonymik der fünf bekannten Arten der Gattung. 


IV. Pulmonata. 


a) Stylommatophora. 
Agnatha. 

Ennea (Ad.) eylindrica (Diaphora) n. Masbate; Quadras & Moellendorff 
p. 73; — (D.) cuspidata n. mit var. holopleuris, ibid.; iid. p. 105; — (D.) euryom- 
phala n. ibid., iid. p. 106; — (D.) aptycha n. Tangat, Calamianes; iid p. 106; — 
(D.) homalogyra n. Kalauit; iid. p.107; — (D.) eulophia n. Calamianes; iid. 
p. 107; — (D.) anctostoma n. ibid., iid. p. 108; — (D.) dilophia n. ibid., iid, 
p.108; — (D.) pleistogyra n. Elet, Calamianes, mit var. contracta; iid. p. 109; 
— (Edentulina) latula n. Butumbi; Martens, Nachrbl. p. 175; — (Uniplicaria 
n.) exogonia n. Runssoro; id. p. 175; — (Gulella) triplieina n. Bugundi; id. p. 176; 
— (G.) linguifera n. Bukende; id. p. 176; — (G.) foliifera n. Buloa bei Tanga; 
id. p. 176; — (G) eonradti n. Usambara; id. p. 177; — (Ptychotrema) geminata 


n. Uganda, Butumbi, oberes Nilgebiet; id. p. 177; — (Pl.) quadrinodata n. Bu- 
kende; id. p.177; — tudes n. Kilimandscharo; Martens, S.-Ber. p. 122; — 
(Carychiopsis n.) paradoxula n, Runssoro; id. p.122; — cimolia n. Südafrika; 


Melvill & Ponsonby p. 478 t. 18 fig. 2; — farquhari n. ibid., iid. p. 478 t. 18 
fig. 3-5; — labyrinthea n. ibid., iid. p. 479 t.18 fig. 7; — margarettae n. ibid., 
iid. p. 479 t.18 fig. 1; — wottoni n. ibid., iid. p. 479 t.18 fig. 6. 

Carychiopsis n. subg. Enneae, Typus E. paradoxula n.; Martens, S.-Ber. 
p. 122, nicht nähere charakterisirt (später wieder aufgegeben). 

Uniplicaria n. subg. Enneae, Typus E. exogonia n.; Martens; Nchrbl. p. 175. 

Streptaxis (Gray) bottegoi n. Somaliland; Martens, Ann. Gen. p. 63. 

Glandina solidior (albersi var?) n., Mexiko; Rolle p. 129. 

Platyrhytida nom. nov. für Saissetia; Cockerell mss. in Tryon, Manual, 
IX p. 342. 

Krause hat durch autonomische Untersuchung nachgewiesen, dass Bulimus 
dealbatus Webb von den Kanaren eine Gibbuline ist. 


Limaeidae, 
Amalia (Mogq. Tand.) ater (sic!) n. Algerien; Collinge p. 326 t.23 fig. 1-5; 
— maculata n. ibid., id. p. 336 t.23 fig. 6-8; — parryi n. Tenerife; Collinge 
J. Mal. p. 7. 
Limax (L.) hedleyi n. Irland; Collinge p. 4. 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 417 


Vitrinidae. 
Vitrina? (Drp.) oleosa n. Runssoro, oberstes Nilgebiet; Martens, 8.-Ber. 
p. 124. 
Zonitidae. 
Gastrodonta (Alb.) lateumbilicata (Pseudohyalina) n. Alabama; Pilsbry, 
Nautilus VIII p. 102; — patuloides n. Thunderhead, Smoky Range, id IX p. 151. 
Hyalina (Alv.) algarvensis n. Portugal; Locard, Echange p.4; — gyro- 
eurtopsisn. ibid., id. p.4; — (Vitrea) sublimpida n. St. Vincent; Smith, P.M.S. 
p. 304 t. 21 fig.10-12; — johnsoni n. Puget Sound; Dall, Nautilus IX p. 27. 
Ompbalina (Raf.) andrewsae n., Great Smoky Range; Pilsbry, Nautilus 
IX p.14. 
Stenopus? (Guild.) insidiosus n. St. Vincent; Smith p.303 t.21 fig. 1-3. 
Zonites (Montf.) Iyeicus n., Lykien; Kobelt & Rolle p.26 t.9 fig. 1—3; 
— rollei n. Cilicien; iid. p. 26 t.9 fig. 4—6. 


Naninidae. 

Bensonia (L. Pfr.) diplotropis (Glyptobensonia) n. ‘Philippinen; Quadras 
& Moellendorff p. 75. 

Coneuplecta (Mlldff.) decussatula n. Luzon, Philippinen; Quadras & 
Moellendorff p. 110. 

Damayantia (G. Austen) smitbi n. Borneo; Godwin-Austen p.242 t.4 
fig. 1—$6. 

Dyakia (G. Aust.) subdebilis n. Sarawak; Smith, P.Z.S. p. 104 t.2 fig.11; 
— densestriata n. Borneo; Schepman, p. 154. 

Euplecta (C. Semp.) unicarinata n. Philippinen; Quadras & Moellendorff 
p. 109. 

Everettia ( ) subimperforata n. Sarawak; Smith, P. 2.8. p.106 t.3 
fig. 1; — planior n. ibid., id. p.107 t.3 fig.2; — baramensis n. Baram River, 
id. p.108 t.3 fig. 3; — bangueyensis n. Insel Banguey; id. p.108 t.3 fig.4; — 
thalia n. Mt. Rabong, Nordborneo; id. p. 109 t.3 fig. 5. 

Helicarion (Fer.) tanganyicae n. Tanganyika Gebiet; Martens, Nachrbl. 
p. 178; — stuhlmanni n. Runssoro; id. S. Ber. p. 123; — suceulentes n. ibid., id. 
p.123; — subangulatus n. Bukende, id. p. 124; — papillifer n. Philippinen; 
Quadras & Moellendorff p. 74; semicalcareus n. Borneo; Schepman p. 149, 

Hemiplecta (Alb.) praeculta n. Sarawak; Smith, P.Z.S. p. 101 t.2 fig. 7; 
densa var. everetti n. Palawan; id. p.101 t.2 fig.8; — egeria n. Palawan; id. 
p.102 t.2 fig.5, 6; — rabongensis n. Mt. Rabong Sarawak; id. p.102 t. 2 fig. 9; 
— strubelli n. Neu Guinea; Kobelt apud Strubell, p.151; — divergens n. Neu 
Guinea; Brancsik p.222 t.5 fig. 4; — semilucida n. ibid., id. p. 222 t.5 fig.5. 

Hemitrichia (Moellendorff) velutinella n. Masbate; Quadras & Moellen- 
dorff p. 75; — flavida n. Caramuan auf Luzon; iid. p. 112; — guimarasensis n. 
Guimaras; Thiele p.131. 

Inozonites (Pfeffer) bathyraphe n. Luzon, Moellendorff in: Quadras & 
Moellendorff p. 113; — hyalinus n. ibid., iid. p. 113; — nematotropsis n. ibid., 
iid. p. 113. 

Kaliella (Blfd.) microtholus n. Prov. Camarines, Luzon; Moellendorff in 
Quadras & Moellendorff p.110; — stylodonta n. Catanduanes; iid. p. 110. 

Lamprocystis (Pfeffer) purpureofusca n. Luzon; Quadras & Moellen- 
dorff p.111; — montana n, ibid., üd. p.111; — masbatica n. Masbate; iid. 

Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1896. Bd.II. H.]. 27 


418 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


p.112; — leucoclimax n. Luzon; iid. p. 112; balabacensis n. Balabak; Smith, 
P. Z.S. p. 124 t.3 fig.6. 

Microparmarion (G. A.) pollonerain. Borneo; Collinge & Godwin-Austen 
p. 244 t.4 fig. 13—25; — simrothi n. ibid., iid. p. 245 t.4 fig. 26-29, 

Nanina (Gray)? amblytropsis n. Neu Guinea; Smith, A.N. H. 15 p.230 
t. 20 fig.5, 6; — lissorhaphe n. ibid., id. p.230 t. 20 fig. 1,2; — juvenisn. ibid., 
id. 16 p. 363 t.20 fig. 7,8. 

Parmarion (Mrts.) dohertyi n. Pulo Laut; Godwin-Austen p.435 t.o 
fig.0; — goedhuisei n. Borneo; Shepman p. 146 t. 0 fig. Q. 

Rhysota (Alb) armitin. Neu Guinea; Smith, A.N.H. 15 p.231 t.20 
fig. 3, 4 (nach Hedley = fiyensis Hedley). 

Sitala (Adams) rumbangensis n. Saravak; Smith, P.Z.S. p.110 t.3 
fig. 7; — demissa n. Nordborneo; id. p. 110 t.3 fig. 8; — busanensis n. Sarawak; 
id. p.111 t.3 fig.9; — cara n. Gomanton, Nordost-Borneo; id. p.111 t.3 fig. 10; 
— duleis n. ibid., id. p. 111 t.3 fig. 11; — accepta n. ibid. u. Palawan; id. p. 111 
t.3 fig. 12; — amussitata n. Sarawak; id. p. 112 t.3 fig. 13; — inaequiseulpta n. 
ibid., id. p. 112 t.3 fig. 14; — infantilis n. Palawan: id. p. 112 t.3 fig. 15. 

Trochonanina (Mouss.) mesogaea n. Waldgebiet am Albert Nyanza; Martens, 
Nachrbl. p.178; — liederi n. Kitohani; id. p. 178; — obtusangula n. Marungu; 
id. S. Ber. p. 125; — simulans n. Kilima Ndscharo; id. p. 125; — ?intofusca n. 
ibid., id. p. 126; — alexis n. Banguey Insel; Smith, P.Z.S. p. 105 t. 2 fig. 13 
14; — heraclea n. Sarawak; id. p.105 t. 2 fig. 12; — kinabaluensis n. Kinabalu; 
id. p.105 t.2 fig.15, 16 (mit var. pallida); — whiteheadi n. Nord Borneo; id. 
p. 116 t.2 fig. 17, 18; — sturanyi n. Neu Guinea; Brancsik p. 223. 

Vitrinoidea (C. Semp.) quadrasi n. Masbate, Philippinen; Moellendorff apud 
Quadras & Moellendorff p. 74. 

Xesta (Alb.) themis n. Nord-Borneo; Smith, P.Z.S. p.100 t.2 fig.1, 2; 
— padasensis n. ibid., id. p. 100 t.2 fig.3; — thisbe n. Sarawak; id. p.101 t.2 
fig. 4; — eitrina var. apieata n. Constantinhafen; Moellendorff, Pr. mal. Soc. 
p. 234. 

Zingis (Psbry.) delicata n. Knysna, Süd-Afrika; Melvill & Ponsonby, 
A.N.H. 15 p. 163. 

Endodontidae. 

Endodonta (Alb.) nivea n. Mount Kosciusko; Neusüdwales,;, Hedley p. 102. 

Charopa (Alb) prestoni n. Neuseeland; Sykes p. 218, Textfig. 

Flammulina (Marts.) excelsior n. Mount Kosziusko; Hedley p.103. 


Patulidae. 
Patula (Alb.) marthae n. Algerien; Ancey p.44; — (Punctum?) randol- 
phii n. Puget Sund; Dall, Nautilus VIII p. 130; — (P.?) ibid., id. p.130; — 
strigosa var. econcentrata n. Arizona; Dall, Pr. U. St. Nat. Mus. XVIII p. 1. 


Trochomorphidae. 
Dendrotrochus (Plsbry.) ist zunächst mit Trochomorpha verwandt, nicht mit 
Papuina; Hedley, Record Austr. Mus. II p.90. 
Trochomorpha (Albers) melinotropis (Videna) n. Tablas, Philippinen; Qua- 
dras & Moellendorff p. 114; — (V.) mindoroana n., Mindoro, Philippinen; 
iid. p. 114. 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 419 


Helicidae. 

Eine ausführliche Besprechung und Kritik der Pilsbry’schen Systematik 
der alten Gattung Helix giebt Moellendorff, Nachrbl. p.153 u. 169. Un- 
geachtet einiger abweichender Ansichten würden wir sofort das neue System an- 
nehmen, wenn nicht die meisten Autoren sich noch des Gattungsnamens Helix 
im weitesten Sinne bedienten, ohne anzugeben, zu welcher Unterabtheilung sie 
die betreffende Art stellen. Es erscheint darum vorläufig noch praktischer, die 
geographische Uebersicht, wie in den früheren Jahresberichten, beizubehalten. 

Cochlostyla (FEer.) leucauchen (Helicostyla) n. = caillaudi Hid. nec Desh., 
Kamaruan, Kalamianes; Quadras & Moellendorff p. 115; — (Rhombocochlias 
n.) lamellicostis n. ibid., iid. p. 116; — (Orthostylus) intercedens n. Libuanan, 
Luzon; iid. p. 116. 

Anixa nom. nov. für Axina Albers nec Kirby; Pilsbry vol.9 p. 223. 

Aulacospira (Mlldff.) triptycha n. Masbate; Quadras & Moellendorff 
p. 76. 

Helix (L.). 

Palaearktisches Gebiet. — (Levantina) lapithoensis Rolle, gertrudis Rolle, 
chrysostomi Rolle zuerst abgebildet bei Kobelt u. Rolle Suppl. t.12 fig.3—9; 
— (L.) eiliciea n. Julet Kabas, Cilicien; iid. p.33 t.15 fig.1, 2; — (L.) eliae 
n. Südabhaug des Karmel; iid. p.34 t.15 fig. 3-6; — (L.) arnoldi Rolle Pale- 
stina; iid. p.35 t.13 fig. 7, 8; -— (L.) gerstenbrandti n. ibid., iid. p.35 t.12 fig. 3, 
4; — ramlensis n. Ranleh, iid. p.36 t.12 fig.5—8; — (Macularia) callirho& 
Rolle zuerst abgebildet ibid. t.10 fig. I—6; — (Pomatia) equitum Bourg. desgl. 
t. 16 fig. 1; — (P.) stenarochila n. Bourg. mss. Cypern; iid. p. 44 t.16 fig.2, 4; 
— (P.) xeraethia n. Bourg. mss. Cypern, iid. p. 44 t.16 fig.3, t.17 fig.5; — 
(P.) trixenostoma n. Bourg. mss. Oypern; iid. p.45 t.16 fig.5; — (P.) baristata 
n. Bourg. mss. Alexandrette, Orfa, iid. p. 46 t.16 fig.6; — (P.) cornarae n. 
Cypern, iid. p. 46.17 fig.1,2; — (P.) pediaea n. Cypern; iid. p.47 t.17 fig. 3, 
4; — (P.) chassyana n. Mabille mss. Cypern; iid. p. 47 t.17 fig. 6, t.19 fig.1, 
2; — (P.) racopsis n. Bourg. mss. Beirut; iid. p.48 t.18 fig.3; — (P.) achidaea 
n. Bourg. mss. Tarablus, Syrien; iid. p. 48 t.18 fig.5; — (Macularia) kebiriana 
n. Oran,;, Pallary, inC.R. Assoc. Franc. 1894 p. 178; — paulinoi n. Portugal; 
Locard, Exchange p.27; — nobrei n. ibid., id. p.27; — goltzi n. ibid., id. 
p-28; — pochi n. ibid., id. p.29; — (Xerophila) mortilleti n. Oran; Pallary 
p. 179; — berberica n. ibid., id. p. 179. 

Nordamerika. — indigena n. Nieder-Kalifornien; Mabille p. 64; — stega- 
nella n. ibid., id. p. 64; — invecta n. ibid., id. p. 65; — digueti.n. ibid., id. p.65; 
— solidens n. ibid., id. p.65; — triangularis n. ibid., id. p. 66; — (Epiphragmo- 
phora) arizonensis n. Arizona; Dall, P. U. St. M. p.1; — (E.) hachitana n. 
Neu-Mexiko; id. p.2; — arnheimi n. Kalifornien; id. p.6; — (Polygyra) chiri- 
cahuana n. Arizona; id. p.2; — (P.) mearnsii n. Neu-Mexiko; id. p. 2. 

Südamerika. — (Solaropsis) leopoldina n. Brasilien; Strubell p. 152. 

Ostafrika. — conradti n. Usambara; Martens, Nachrbl. p. 179; — bukobae 
n. Bukoba am Victoria Nyanza; id. p. 179; — butumbiana n. Butumbi am Albert 
Edward-See; id. p.179; — kilimae n. Kilima Ndscharo; Martens, SB. Ges. 
nat. Fr. p. 127; — ıunsorina n. Runsorogebirge; id. p. 127. 

Zum erstenmal abgebildet werden im Martini-Chemnitz v. Kobelt: anceps 
Strubell t.223 fig. 12; — minnigerodei Str. t.223 fig. 3, 4; — nephele Str. 1.223 

27* 


420 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geograpbische Verbreitung, 


fig.5, 6; — ephamilla Smith t. 223 fig.7, 8; — rollsiana Smith t. 224 fig. 1—4; 
— trobriandensis Hedley t. 224 fig.5-8; — musgravei Smith t.224 fig.13, 14. 

China, Japan, Liukiu. — (Ganesella) stearnsii n., Japan; Pilsbry, Japan 
p. 157; — (Eulota) yaeyamensis n. Liu-kiu-Inseln; id. p. 161. 

Philippinen. — (Satsuma) catocyrta n. Malagoın, Kalamianes; Quadras 
& Moellendorff p. 115; — (Chloritis) euphrosyne n. Palawan; Smith, P. Z. 
S. p. 113 t.3 fig.16. 

Borneo. — (Chloritis) kina-baluensis n. Kina-Balu; Smith, P.Z.S. p.113 
t.3 fig. 17; — (Dorcasia) incauta n. Sarawak; id. p. 114 t.3 fig. 18. 

Nicobaren. — (Planispira) whimberleyi n, Godwin-Austen, P.Z. 8. 
p. 449. 

Molukken. — (Phania) kuekenthali n., Kobelt, Nachrbl. p. 33. 

Neu-Guinea. — (Sphaerospira) minnigerodei n. Normanby Island; Strubell 
p. 150; — (Sph.) anceps n. Ferguson Mts., p. 150; — (Chloritis) nephele n. 
Cloudy Mts., id. p. 151; — (Cristigibba) papuana n. Constantin-Hafen; Moellen- 
dorff, Pr. mal. Soc. p.234 t.15 fig. 1; — (Satsuma) euconus n. ibid., id. p. 235 
t.15 fig.2; — (S.) dasypleuris n., ibid., id. p. 235 t.15 fig.3; — (Papuina) ku- 
baryi n. ibid., id. p.236 t.15 fig. 4; — (P.) planogyra n. ibid., id. p. 236 t.15 
fig.5; — (P.) tuomensis n. unsicheren Fundortes; Ancey, Pr. Linn. Soc. N. 8. 
Wales p. 375; — (Hadra) stirophora, zuerst abgebildet bei Smith, Ann. Nat. 
Hist. XVI t.20 fig. 9; — (Dorcasia) subplieifera t. 20 fig. 12; — (Chloritis) epha- 
milla t.20 fig. 10; — (Chl.) perambigua t.20 fig. 11; — (Cristigibba) musgravei 
t. 20 fig. 13—15. 


Leucochroa (Beck) rollei n. Alexandrette; Kobelt & Rolle p.29 t.9 
fig. 4-6; — hierocluntina var. minor n. Jaffa; iid. p.29; — adanensis Naegele, 
zuerst abgebildet ibid. t. 15 fig. 9—12. 

Mastigeulota n. subg. Eulotae, Typus: Eu. kiangsinensis Marts.; Pilsbry in 
Tryon IX p. 211. 

Platypetasus n. subg. Eulotae, Typus: Eu. innominata Heude; Pilsbry in 
Tryon IX p. 207. 

Platytheba nom. nov. für Nummulina Kobelt nee d’Orb.; Pilsbry in Tryon 
IX p. 268. 

Rhymboeochlias n. sect. Cochlostylae: t. turbinata, opaca, plus minusve 
pruinosa, columella torta, interdum dentata. Typus: C. turbo Brod., Moelien- 
dorff, Nachrbl. p. 16. 

Rhynchotrochus n. sect. Papuinae, Typus: P. tayloriana; Moellendorff, 
Pr. Mal. Soc. p. 237. 

Sagda (Beck) maxima n. Westmoreland, Jamaica; Simpson p.448 t.16 
10.7, © 

Tricheulota n. sect. Eulotae, Typus: Eu. spinosissima Semper; Pilsbry 
apud Tryon IX p. 212. 


Bulimidae. 

Pilsbry nimmt den Namen Bulimus Scopoli für Suceinea in Anspruch 
und setzt an seine Stelle Strophocheilus Spix, weil Scopoli 1777 seine Gattung 
auf allerhand Süsswasserschnecken gegründet und erst 1786 auf die gewöhnlich 
so genannte Gattung angewandt habe; er nennt deshalb die Familie auch Stro- 
phocheilidae, 


die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895. 421 


Amphidromus (Alb.) hosei n. Sarawak; Smith, Pr. Z.S. p.115 t.3 fig. 20. 

Bulimus (Eurytus) corticosus n. Bogota; Sowerby, Pr. mal. Soc. p. 214 
t.13 fig.1. 

Strophocheilus (Pilsbry) erythrosomus n. Brasilien; Pilsbry apud Tryon X 
p. 10; — oosomus n. ibid., id. p. 27. 


Achatinidae. 

Die Monographie von Kobelt in der zweiten Ausgabe des Martini & 
Chemnitz ist im Berichtsjahre zum Abschluss gelangt. 

Achatina (Lam.) usambarensis n. Usambara; Rolle p.100; — fatalis n. 
Nordost-Afrika; Martens, SBer. p.145, — fulminatrix n. ibid., id. p.146; — 
ellioti n. Albert Nyanza; Smith, Pr. Mal. Soc. p. 325, Textfig.; — churchilliana 
n. Natal; Melvill & Ponsonby p. 164. 

Limicolaria (Schum.) ventricosa n. Albert Edward-See, Smith, Pr. Mal. 
Soc. p. 324, Textfig.; — suturata n. ibid., id. p. 324, Textfig.; — turriformis n. 
mit var. neumanni und var. solida, Deutsch Ostafrika; Martens, Nachrbl. 


p. 182; — mediomaculata n. Victoria Nyanza; id. p.182; — martensiana var. 
pallidistriga n., var. multifida n. und var. eximia n. oberstes Nilgebiet; id. p. 182 
—183; — conneetens n. Victoria Nyanza; id. p.183; — acuminata n. Albert 


Nyanza, id. p. 183. 
Burtoa (Bourg.) nilotica var. obliqua n., var. oblonga n. und var. crassa n., 
oberstes Nilgebiet; Martens, Nachrbl. p. 181. 


Bulimulidae. 

Bulimulus (Drymaeus) binominis nom. nov. für B. indistinetus Guppy nec 
Pfr ; Smith in P. mal. Soe. p.316 mit var. lascellesianus n., Grenada; — (Dr.) 
buckleyi n. Eeuador; Sowerby p.214 t.13 fig.3, 4. — (Leptobyrsus) spirifer n. 
Unterkalifornien; Mabille p.66; — lapidivagus n. ibid., id. p.66; — dentifer. 
n. ibid., id. p.67; — subspirifer n. ibid., id. p.67; — dismenicus n. ibid., id 
p. 67; — (Seutalus) acholus n. ibid., id. p. 68; — cosmieus n. ibid., id. p. 68; — 
cacotyeus n. ibid., id. p.69; — digueti n. ibid., id. p. 69; — (Globulus) recogni- 
tus n. ibid., id. p.69; — levis n. Unterkalifornien; Dall, P. U. St. Nat. Mus. 
p.5; — cooperi n. ibid. id. p.5; — beldingi n. ibid., id. p.5; — deeipiens n. 
Unter-Kalifornien; Cooper p.64; — (Nesiotes) reibischii n. Galapagos; Dall, 
Naut. p. 126; — fanneri n. ibid., id. p. 127 

Otostomus (Beck) colimensis n. Mexiko; Rolle p.130. 

Plieolumna n. subg. Bulimuli; Cooper p.164; Typus: Columna ramentosa 
Cooper. 

Pseudorhodea n. subg. Bulimuli (= Plicolumna Cooper); Dall, P. U. St. 
Nat. Mus. p.5. 

Simpulopsis (Beck) vieentina n. St. Vincent; Smith, P. Z. S. p. 305 t. 21 
fig. 4, 5. 

Pupidae. 

Buliminus (Ehrbg.) colonus (Ena.) n. Konstantinhafen; Moellendorff, 
Pr. mal. Soc. I p.230 t.15 fig. 6; — luntin. Hadramaut, Süd-Arabien; Melvill, 
ibid. p. 224 t.14 fig.7; — (Cerastus) schweinfurthi n. Süd-Arabien; Martens, 
S.-B. Ges. nat. Fr. p.129; — liederi n. Kitohaui, Deutsch-Ostafrika; Martens, 
Nachrbl. p.180; — (Conulinus n.) ugandae n. Uganda, id. p. 180; — (C.) hilde- 
brandti n. Ukamba; id. p.180; — (C.) metula n. ibid., id. p.180; -—- (Rhachis) 


422 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


boehmi n. Tanganyika; id. p.181; — (Leucotaenius) procteri n. Madagaskar; 
Sowerby p. 214 t.13 fig. 9. 

Cerion (Bolten) tridentatum (Paracerion n.) Cuba; Pilsbry & Vanatta. 
p. 206; — (P.) basistriatum n. ibid., iid. p. 206; — (Maynardia) felis n. Bahamas, 
iid. p. 206; — johnsoni n. unsicheren Fundortes, iid. p. 207; — columna n. In- 
agua; iid. p.207; — regina n. Turks Insel, iid. p. 208; — abacoensis n. Abaco 
Insel, iid. p. 209; — incanoides n. Turks Insel; iid. p. 209; — maynardi n. Abaco 
Insel, iid. p. 210; — yumaensis n. San Domingo, iid. p. 210; — (Maynardia) pineria 
n. Isla de Pinos; Dall,P. U. St. Nat. Mus. p. 6. 

Conulinus n. sect. Bulimini, Typus B. ugandae; Martens, Nachrbl. p. 180, 

Pupa (Drp.) gibilfunnensis n. Palermo; Gregorio, Natur. sicil. p. 204. 

Pupisoma (Stol.) constrietus n. Andamanen; Godwin-Austen, P.Z.S. 


p- 450. 
Clausiliidae. 


Phaedusa (Hemiphaedusa) schmackeri n. Japan; Sykes, Pr. mal. S. p. 261 
Textfig.3; — (H.) ignobilis n. ibid.. id. p. 261 Textfig.5; — (Megalophaedusa) 
fultoni n. Shikoku, id. p. 262 Texfig. 2; — (Pseudonenia) bocki n., Südost-Yünnan; 
id. p. 263 Textfig. 1; — (Ps.) yünnanensis n. ibid., id. p. 263 Textfig. 4. 

Nenia (Adams) deyrollei n. Eeuador; Ancey, Natur. p.25. 


Cylindrellidae. 

Dall giebt eine neue Systematik der Gattung Holospira; er unterscheidet 
als neue Untergattungen Coelostemma für Hol. elizabethae Psbry., Distomospira 
für Hol. bilamellata Dall. — Eudistemma für H. arizonensis Stearns; — Haplo- 
spira für H. mearnsii Dall; — Oligostylus für Eucalodium blandianum Cr. & 
Fischer; — Spartocentrum für Coelocentrum turris Pfr. 

Holospira (Crosse) pasonis n. Texas; Dall, Nautilus p. 112; — (Meta- 
stoma) erossei n. Neu-Mexiko; id. P. U. St. Nat. Mus. p. 4; — (M.) pilsbryi n. 
Mexiko, Arizona; id. p.4; — (Distomospira) bilamellata n. Neu-Mexiko, id. p. 4. 
— (Haplostemma) mearnsii n. Neu-Mexiko, id. p. 4; — (Bostrichocentrum) 
veracruziana n. Mexiko; id. p. 4. 

Berendtia (Crosse) digueti n., B.minorinan., Unter-Kalifornien; Mabille p.70 


Stenogyridae. 
Hapalus (Alb.) scalaris n. Catanduanes, Philippinen; Quadras & Moellen- 
dorff p. 118; — decurtatus n. Mariveles auf Luzon; iid. p. 118. 

Opeas (Alb.) subcerenulatum n. Prov. Camarines, Luzon; Quadras & 
Moellendorff p. 118. 

Pseudoglessula (Bttg.) conradtin. Usambara; Martens p. 184; — (Glessula?) 
runssorina n. Runssoro; id. p. 184. 

Subulina (Beck) silvicola (Subulina) n. Urwald zwischen den Nilseen; 
Martens p.184; — pinguis n. Butumbi; id. p.185; — elegans n. Gebiet der 
Nilseen, id. p.185; — perstriata n. Butumbi, id. p.185; — bicolumellaris n. 
Karevia am Runssoro; id. p. 186; — suberenata n. Butumbi, id. p. 186. 

Subulona n. sect. Subulinae für die grossen (von mir zur Gruppe der cyano- 
stoma gerechneten) Ostafrikaner mit ausgesprochener dunkler Schalenhaut mit 
Striemen und Wachsthumsabsätzen; Martens, Nachrbl. p. 185. 

Tornatellina (Beck) eamarinica n., Prov. Kamarines, Luzon; Quadras & 
Moellendorff p.117. 


die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895. 4923 


Achatinellidae. 

Baldwin hat die Gattung Achatinella definitiv gesprengt. Die erd- 
bewohnenden Sektionen Amastra und Laminella sind im Bau von Kiefer und 
Radula von den baumbewohnenden völlig verschieden; sie haben einen Kiefer, 
welcher den letzteren fehlt, die längliche Radula hat die Zähne in fast geraden 
Reihen, viereckig, die mittleren klein, schmal, mitunter schwach dreispitzig, die 
seitlichen grösser, zweispitzig, die randständigen zwei- oder vielspitzig. Die 
baumbewohnenden Gruppen, von denen Achatinellastrum, Bulimella, Apex, Partu- 
lina, Newcombia, Eburnella und Perdicella anerkannt werden, haben keinen Kiefer, 
eine breite langrunde Radula und die zahlreichen Zähne stehen in gebrochenen 
Reihen; diese haben schlanke, oft verkümmerte Mittelzähne, und die seitlichen 
und Randzähne sind nach demselben Typus gebaut, mit schmaler Basis und 
breiter Platte, bei den seitlichen mit 5—7, bei denen am Rande mit 2—4 Zähnen. 
Die Gehäuseähnlichkeit ist also eine Convergenzerscheinung im grossartigsten 
Massstab. Als neu beschrieben werden: (Achatinellastrum) multizonata n. Oahu, 
p. 215 t.10 fig. 1, 2; — (Ach.) ernestiana n. Oahu, p. 217 t.10 fig.5, 6; — (Buli- 
mella) luteostoma n. p. 217 t.10 fig.7, 8; — (B.) Iyonsiana n. p. 218 t.10 fig. 9 
—11; — (B.) Iymaniana n. Oahu, p. 219 t.10 fig.12, 13; — (Apex) vespertina 
n. Oahu, p. 219 t.10 fig. 14; — (A.) cookei n. Oahu, p. 220 t.10 fig. 15; — (Par- 
tulina) dolei n. Maui, p. 221 t.10 fig. 17, 18; — (P.) nivea n. Maui, p. 221 t.10 
fig. 19; — (P.) mueida n. Molokai, p. 222 t.10 fig.23; — (P.) anceyana n. Mo- 
lokai; p. 222 t.10 fig. 16; — (P.) horneri n. Molokai, p. 224 t.10 fig. 20—22; — 
(P.) hawaiensis n. Molokai, p. 225 t.10 fig. 24—26; — (P.) theodorei n. Molokai, 
p. 226 t. 10 fig.27; — (Newcombia) canaliculata n. Molokai, p. 226 t. 10 fig. 28, 
29; — Laminella helvina n. Molokai, p. 227 t.11 fig. 30; — L. depieta n. Molokai, 
p. 228. 11 fig. 3—35; — Amastra pullata n. Molokai p. 228t. 11 fig. 31,32; — Am. 
umbrosa n. Molokai, p.229 t.11 fig.31, 32; — Am. rubicunda n. Oahu, p.229 
t.11 fig.38; — Am. undata n. Oahu, p.230 t.11 fig.39; — Am. badia n. Oahu, 
p. 230 t. 11 fig. 40; — Am. pellueida n. Oahu, p.231 t.11 fig.41, 42; — Am. 
breviata n. Oahu, p. 231 t. 11 fig. 45, 46; — Am. tenuispira n. Oahu, p.232 t.11 
fig.51; — Am.nana n. Oahu, p.232 t. 11 fig.48, 49; — Am, antiqua n. Oahu, 
p. 233 t. 11 fig. 47; — Am. vetusta n. Oahu, p. 233 t.11 fig.50; — Am. eyclo- 
stoma n. Kauai, p.234 t.11 fig.53; — Am. knudsenii n. Kauai, p. 234 t. 11 
fig. 43, 44. 

Suceineidae. 

Suceinea (Drp.) cortiealis n. Deutsch-Ostafrika; Martens, Nachrbl. p. 186; 
— strubelli n. Kobelt mss., Lorne Range, Neu-Guinea; Strubell p. 152; — 
papuana n. ibid., id. p. 152. 


Vaginulidae. 
Vaginula (Fer.) gigantea n. Andamanen; Godwin-Austen, P.Z.S.p. 451; 
— schneideri n. Ost-Sumatra; Simroth, S.-B. Ges. Leipzig p.7. 


b) Basommatophora. 
«) Geophila. 
Auriculidae. 
Auricula (Lam.) quadrasi n. Philippinen; Moellendorff p. 118. 


424 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 
4 


Blauneria (Shuttl.) quadrasin. Masbate, Philippinen; Moellendorff p. 76. 

Cylindrotis n. gen. Aurieulidarum: t. fere eylindrica, apertura angusta, peri- 
stoma rectum, obtusum, intus labiatum; lamella parietalis una, columella valde 
torta, truncata; plicae palatales 3. — Typus C. quadrasi n., Masbate, Negros u. 
Culion; Moellendorff p.77. 

Enterodonta nom. nov. für Laimodonta; Sykes, J. Mal. III p. 73. 


$) Aquatilia. 
Limnaeidae. 
Limnaea (Lam.) suarezensis n. Diego-Suarez; Dautzenberg, J.C. p. 100, 
Planorbis (Guett.) luzonieus (Hippeutis) n. Luzon; Moellendorff p. 120; 
— alabamensis n. Alabama; Pilsbry; Nautilus VIII p.114; — callioglyptus n. 
Washington Terr.; Vanatta, Nautilus IX p. 54. 


Physidae. 
Ameria (Ad.) quadrasi n. Philippinen; Quadras & Moellendorff p.119; 
— hidalgoi n. ibid., id. p. 120. 
Physa (Dip.) paulinoi n. Portugal, Locard p. 109. 


Amphibolidae. 
Amphibola (Schum.) quadrasi n. Philippinen; Quadras & Moellendorff 
p. 120; — sanchezi n. ibid., ibid. p. 120. 


C. Solenoconchae. 


Dentalium (L.) aenigmaticum n. Farör-Kanal; Jordan p. 264 t.16 fig.1; 
— mirifieum n. Ceylon; Smith, Ann. nat. Hist. XVI p.9 t.2 fig. 1; — pha- 
neum n. Hawaii; Dall, Pr. U. St. Mus. XVII p. 686 t.26 fig. 1; — complexum 
n. ibid., id. p. 686 t.26 fig. 3. 


D. Pelecypoda. 
Neaeridae. 
Cuspidaria (Nardo) macrorhynchus n. Westküste von Vorder-Indien; Smith, 
Ann. Nat. Hist. XVI p.12 t.2 fig.5. 


Anatinacea. 

Anatina (Lam.) kamakurana n. Japan; Pilsbry, Japan p. 138. 

Callocardia (A. Ad.) stearnsii n. Westküste von Washington Territory; 
Dall, Pr. U. St. Mus. XVIII p.17; — gigasn. Golf von Kalifornien, id. p.18; 
— lepta n. ibid., id. p.17; — ovalis n. Panama; id. p. 18. 

Callogonia (Dall.) angulata n. Panama; Dall, Pr. U. St.N. Mus. XVII 
p. 18. 

Eucoria (Dall) pacifica n. Hawaii; Dall, l. c. XVII p. 688 t.23 fig. 2, 4; 
t.24 fie.4,5, 7, 8. 

Periploma (Schum.) stearnsii n. Golf von Kalifornien; Dall, 1. ce. XVII 
p. 19; — carpenteri n. Panama; id. p. 19. 


Pholadacea. 
Teredo (L.) edax n. Süd-Australien; Hedley, Pr. Linn. Soc. N. S. Wales 
IX p. 501. 


die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1895. 425 


Cardiacea. 
Chama (L.) digueti n. Golf von Californien; Rochebrune, Bull. Soe. 
Paris p. 243; — parasitica n. ibid., id. p. 243. 


Veneracea. 

Claudiconcha (Jouss.) madreporica n. Aden; Jousseaume, Naturaliste 
p. 187. 

Meretrix (Lam.) tumida (Caryatis) n. Mekran-Küste; Sowerby p.280 t.18 
fig. 12, 13; — simpsoni n. Florida; Dall, Nautilus IX p.10. 

Sunetta (Link) kurachensis n. Kurachi an der Indus-Mündung; Sowerby 
p. 216 t.13 fig.1. 

Tellinacea. 

Abra (Leach) convexior n. Ceylon; Smith, Ann. Nat. Hist. XVI p.10. 

Arcopagia (Leach) bertini n. Aden; Jousseaume, Naturaliste, p. 187. 

Donax (L.) haesitans n. Neu-Guinea; Brancsik, p. 226 t.6 fig. 2. 

Macoma (Leach) limula n. Golf von Mexiko; Dall, Nautilus p. 32; — mit- 
chelli n. ibid., id. p.33; — leptonoidea n. ibid., id. p. 33. 

Mactra (L.). — Eine Synopsis der lebeıden und tertiären Mactriden giebt 
Dall (Pr. mal. Soc. p.203). Er unterscheidet zwei Hauptfamilien: Mactridae 
mit bis zur Spitze verwachsenen Siphonen, und Mesodesmatidae mit mehr oder 
minder vollständig getrennten Siphonen. Zu den Mactridae gehören die Unter- 
familien Mactrinae, Pteropidinae, Lutrariinae, Zenatiinae und ?Anatinellinae, zu 
den Mesodesmatiden die Mesodesmatinae, Davilinae und Erviliinae, 

Mesodesma Desh. subobtusa n. Aden; Jousseaume, Natural. p. 187. 

Raöta (Gray) yokobamensis n. Yokohama; Pilsbry, Japan p. 145. 

Rangia (Desm. 1822) hat an Stelle von Gnathodon Gray 1831 zu treten, da 
dieser Name 1820 von Goldfuss für Fische angewendet worden ist; Dall, Pr. 
Mal. Soe. p. 211. 

Tellina (L.) parvula n. Koromandelküste; Smith, Ann. Nat. Hist. XVI 
p.10 t.2 fig. 3. 

Najadea. 

Anodonta (Lam.) simulans n. Monterosato mss., Lago de Caldenazzo, Italien; 
Drouöt p.37; — frigida n. Jemtland, Schweden; id. p.220; — orbicularis n. 
Skäne, Schweden; id. p. 221; — fennica n. Finland; id. p. 222; — (Brachyanodon) 
chapalensis n., chalcoensis n., (Mesanodon) tehuantepecensis n. Centralamerika; 
Fischer & Crosse; — ceilieiea n. Tarsus, Cilieien; Kobelt & Rolle, Suppl. 
p.24 t.7a fig.1. 

Fischer & Crosse |]. c. theilen die mexicanischen Anodonten in fünf 
Sektionen: Brachyanodon n., Mesanodon n., Euryanodon n., Pyrganodon n. und 
Pseudoleila; eine sechste bleibt noch unbenannt. 


Unio (Retz.) quelleneci n. Kopais-See; Drouät p.26; — copaisanus n. 
Clessin mss., ibid., id. p.27; — segregatus n. Monterosato mss., Brenta-Kanal 
und Gardasee, id. p.29; — thermalis n. Monterosato mss., Battaglia bei Padua, 


id. p. 29; — directus n. Lago de Serra-valle bei Treviso; id. p. 30; — palustris n. 
Lago d’Annone, id. p.32; — subamygdalinus n. Senegal bei Bakel, id. p.35; — 
sardicensis n. Iskar bei Sophia, id. p. 224; — polychrestus n. Wald von Belgrad 
bei Konstantinopel, id. p. 225; — hermicus n. Hermus bei Smyrna; id. p. 227; 
— ephesinus n. Kaister bei Ephesus; id. p. 229; — Iydicus'’n. Unterlauf des 


426 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, 


Mäander; id. p.230; — aequiliratus n. Oberlauf des Euphrat bei Erzerum; iid. 
p. 230; — usumasintae n. Guatemala; Fischer & Crosse; — eilieieus n. Adana, 
Cilicien; Kobelt & Rolle, Suppl. p.11 t.1fig.1; var. adanensis Rolle n. ibid., 
iid. p.12 t.1 fig. 2; var. jenemterensis n. Jenemtere bei Tarsus, iid. p.12 t.1a 
fig.1, 2; var. subsaccatus n. ibid., iid. p.13 t.7a fig.3, — berytensis n. Beirut; 
iid. p.13 1.5 fig. 1, 2; — alexandri n. Alexandrette, iid. p. 14 t.2 fig.2; — ko- 
belti Rolle n. Antiochia; iid. p.15 t.5 fig.3; — herodes n. See von Tiberias; 
iid. p.17 t.6 fig. 4; — kisonis n. Kison bei Haifa; iid. p.18 t.7 fig.2, 3; — 1y- 
cieus Rolle, Arab. Tschay westlich von Adalia; iid. p.18 t.2 fig.1; — rollei 
Kobelt Alexandrette; iid. p. 20 t.4 fig. 1,2; — tracheae n. Jenemtere in Kilikia 
trachea; iid. p.21 t.7a fig 2; — wagneri n. Alexandrette; üd p.22 t.7 fig.]1; 
— paraguayensis n. Paraguay; Martens, SB. Ges. nat. Fr. p. 34; — velthuyzeni 
n. Borneo; Schepman p.160; — infrarostratus n. ibid., id. p. 161; — mitchelli 
n. Simpson mss., Texas, Mexico; Dall, Pr. U. St. nat. Mus. XVII p.5. 

Die mexicanischen Unionen werden von Fischer & Crosse in 19 Sektionen 
getheilt, davon 17 neu: Delphinonajas, Phyllonajas, Amphinajas, Disconajas, 
Psoronajas, Pachynajas, Cyrtonajas, Mesonajas, Amygdalonajas, Caenonajas, Ne- 
phronajas, Actinonajas, Graphonajas, Leptonajas, Simonajas, Sphenonajas und 
Barynajas. 

Cyrenidae. 

Batissa (Gray) discors n. Neu-Guinea; Brancsik p. 227 t.6 fig.1l. 

Sphaerium (Scop.) heterodon n. Japan; Pilsbry p. 159. 

Pisidium (C. Pfr.) eruciatum n. Ohio; Sterki, Nautilus VIII p.97; — 


punetatum n. ibid., id. p.97; — walkeri n. Vereinigte Staaten; id. Nautilus 
IX p. 75. 

Submytilacea. 

Crassatellidae. 


Crassatella (Lam.) indiea n. Arabischer Meerbusen; Smith, Ann. nat. Hist. 
XVI p. 265; — produetan. Australien; Vergo p. 92; — micra n. Süd-Australien; 
id. p. 9. 

Kelliidae, 

Kellia (Turt.) japonica n. Japan; Pilsbry p.132,;, — fidelium n. Lifu; 
Melvill & Standen p. 128 t. 3 fig. 30. 

Cryptodon (Turt.) acuticarinatus n. Arabischer Meerbusen; Smith, Ann. 
nat. Hist. p. 18 t.2 fig. 7. 


Lucinidae. 
Loripes (Poli) bialata n. Japan; Pilsbry p. 133. 


Pseudolamellibranchiata. 


Avicula (Lam.) vivesi n. Golf von Kalifornien; Rochebrune p. 240. 

Berthelinia (Crosse) schlumbergeri n. Nossi-B6, Dautzenberg, Bull. Soc. 
zool. France XX p. 37, die erste recente Art der Gattung. 

Lima (L.) subtilis (Limatula) n. Malabar; Smith, Ann. nat. Hist. XVI 
p.18 t.2 fig. 13. 

Malletia (Desm.) conspieua n. Arabischer Meerbusen; Smith, l.c. p. 17 
t. 2 fig. 12. 


die Systematik und die Biologie ete. der Mollusken im Jahre 1895. 427 


Östrea (L.) jacobaea n. Golf von Kalifornien; Rochebrune p.241; — 
Incasiana n. ibid., id. p. 241; — angelica n. ibid., id. p. 241; — turturina n. ibid., 
id. p. 242. 

Peeten (L.) townsendi n. Kurachi; Sowerby p.216 t. 13 fig. 10. 

Perna (Brug.) recognita n. Golf von Kalifornien; Mabille. 

Philobrya (Dall) atlantica n. Argentinien; Dall, Pr. U. St. Nat. Mus. 
XVII p. 16. 

Plieatula (Lam.) spondylopsis n. Golf von Kalifornien; Rochebrune p. 242; 
— ostreivaga n. ibid., id. p. 242. 

Spondylus (L.) exilisn. Kurachi, Indusmündung; Sowerby p. 280 t.18 fig. 14. 


Filibranchiata. 


Anomia (L.) simplex n. Nieder-Kalifornien; Mabille p. 273; — walkeri n. 
Auckland; Hector p. 292. 

Arca (L.) stearnsii n. Japan; Pilsbry p. 148. 

Barbatia (Gray) nova n, Nieder-Kalifornien;, Mabille p. 71; — digueti n. 
ihid., id. p. 72. 

Dactylus (Klein) tripartitus n. Aden; Jousseaume, Naturaliste p. 201. 

Limopsis (Sassi) compressus n. Golf von Panama; Dall, Pr. U. St. Mus. 
XVIII p.16; — vaginatus n. Alaska; id. XVII t.25 fig. 3, 6, 7. 

Modiola (Lam.) gallica n. Westküste von Frankreich; Dautzenberg, 
Feuille jeunes Natural p. 97 Textfig. 

Pectunculus (Lam.) arcodentiens n. Hawaii; Dall, Pr. U. St. Nat. Mus. 
XVII p. 705 t.26 fig.6; — guesi n. Aden; Jousseaume p. 187. 


Protobranchiata. 


Nucula (Lam.) donaciformis n. Koromandelküste; Smith p. 15 t.2 fig. 8; 
— bengalensis n. ibid., id. p.15 t.2 fig.9; — iphigenia n. Panama; Dall, Pr. 
U. St. Nat. Mus. XVIII p. 15. 

Nueculana (Link) fumosa n. Koromandelküste; Smith p.16 t.2 fig. 10; — 
indica n. ibid., id. p.16 t.2 fig. 11. 


III. Biologie, Verwendung etc. 


Austernzucht u. Schneckenzucht. Die Arbeit von Calder- 
wood über die Miesmuschelkultur, besonders in Schottland, kennt 
Ref. nur aus einer Besprechung im J. Malac. p. 29; die Resultate 
sind demnach nicht glänzend. 

Die englische Austernzucht hat einen schweren Schlag erhalten 
durch das Bekanntwerden von Thatsachen, die unwiderleglich be- 
wiesen, dass der Genuss frischer, gesunder Austern Typhus hervor- 
rufen kann, selbstverständlich nur, wenn Typhusbazillen in das 
Wasser gelangt sind, in dem die Austern leben. Eine sehr inter- 
essante Erörterung der Frage giebt Thresh in J. Malac. p.1. 

Eine Arbeit von Gruvel über die Austerzucht ist dem Re- 
ferenten nicht zugänglich geworden. 


428 Dr. W. Kobelt: 


Schneider berichtet ausführlich über Zucht, Verwerthung ete. 
der Weinbergsschnecke. 

Biologie. Eine allgemeinverständliche Anleitung zum Sammeln 
von Mollusken gab Bavay. 

Ueber die Lebensgewohnheiten der gemeinen Patella berichtet 
Davis; der Aufsatz von Jones über den Albinismus der Mollusken 
ist dem Ref. nicht zugänglich geworden. 

Köhler zählt die auf und in Holothurien schmarotzenden 
Mollusken auf. 

Webb erklärt die Färbung der englischen Clausilien für protektiv. 

Verschleppung. Einige Fälle von Verschleppung erörtert 
Leighton. 

Feinde ete. Sage berichtet über einen Fall, wo eine Muschel 
einen Strandvogel (Porzana carolinensis) durch Zuklappen ihrer 
Schalen festhielt. 

Verwendung. Schmeltz giebt, hauptsächlich nach den Schätzen 
des Leydener Museums und des Meseums Godeffroy eine sorgfältig 
gearbeitete Uebersicht über alle bis jetzt bekannt gewordenen Arten 
der Verwendung von Molluskenschalen zu Geräthen, Waffen, Schmuck, 
Geld etc. Die systematische Aufzählung der verwendeten Arten 
beläuft sich auf etwa 100. 


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Arch. £ Naturg. 1896. 


H.Scupin. Histologie der Ganoidschuppen. Druck von GC. T. Wiskott. Breslau. 


Arch. E Naturg. 1896. 


H.Scupin, Histologie der Ganoidschuppen, Druck von C. T. Wiskott. Breslau. 


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